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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 5373 Beiträge:
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JoshSGD Am: 28.11.2014 22:13:33 Gelesen: 563904# 3524 @  
Guten Abend,

zu später Stunde noch eine Postkarte von München nach Leipzig, per Luftpost transportiert, vom 26.7.1923 (PP 14, 1.7. - 31.7.23).

Die Karte ist in Mischfrankatur frankiert mit Mi.Nr. 235, 264, 265 und 266.



Gruß
Josh

(Datenbank # 7181)
 
muemmel Am: 28.11.2014 22:19:14 Gelesen: 563904# 3525 @  
Und weiter geht es.

Aus der Portoperiode 24 (12.–19.11.1923) hier ein Fernbrief der 2. Gewichtstufe bis 100g:



Gelaufen am 16.11.23 von Heilbronn nach Dieburg. Das Porto betrug 14 Milliarden Mark und wurde mit je zwei Marken der MiNr. 326 AP und 327 AP erbracht.

Die rechte untere Marke hat das primäre Feldmerkmal PP 8 (Sprung in der Rosette) und wer noch weiter in die Rosettenausgabe eingestiegen ist, findet bei der linken unteren Marke auch noch das Primärmerkmal PP 11 (Rosettenspitzen unten ausgefüllt).

Und nun einen guten Start ins Wochenende
Harald
 
JoshSGD Am: 29.11.2014 22:01:53 Gelesen: 563149# 3526 @  
Guten Abend,

heute ein Beleg, der mir etwas eigenartig vorkommt.

Wir sehen einen Wertbrief aus der PP 15 (1.8. - 23.8.23), gelaufen von Treuen nach Halle. Frankiert mit 200 Mark, EF Mi.Nr. 267.

Nun zu den Merkwürdigkeiten:

1. In dieser PP und dieser Beförderungsart mit den vorliegenden Parametern hätten 2200 Mark verklebt werden müssen
2. Es gibt keine Spuren, von abgefallen Marken
3. Der Brief ist ohne Beanstandungen befördert worden
4. Der Brief wurde durch Eduard Peschl geprüft und trägt den Zierstempel, was nach meinem Kenntnisstand auf portogerechte Frankatur und Bedarfsverwendung hinweist.

Ich habe leider keine Idee, wie das alles zusammenpasst.



Vielleicht kann jemand helfen.

Danke und Gruß
Josh
 
muemmel Am: 29.11.2014 22:27:03 Gelesen: 563121# 3527 @  
@ JoshSGD [#3526]

Hallo Josef,

von Wertbrief kann nun wirklich keine Rede sein. Vielmehr handelt es sich "lediglich" um einen eingeschriebenen Fernbrief. Allerdings beinhaltet der verklebte Betrag doch einige Fragezeichen, zu deren Lösung mir momentan noch nichts einfällt.

Grüßle
Harald
 
inflamicha Am: 29.11.2014 23:13:51 Gelesen: 563086# 3528 @  
@ JoshSGD [#3526]

Hallo Josef,

zunächst: Wertbrief-Vordruckumschläge sind oft für normale Einschreibbriefe benutzt worden, so wie hier. Einem Wertbrief fehlte hier die Versiegelung, natürlich der Wertbetrag und die vom Postbeamten notierte Gewichtsangabe.

Dann sieht man deutliche Spuren einer Manipulierung des Beleges. Es fehlen natürlich Marken, vielleicht gehören der Treuener R-Zettel und die Marke nicht mal zum Brief. Der R-Zettel ist über den Stempelrest oben geklebt worden, man sieht diesen noch durchschimmern. Da wo der Wasserfleck links unten ist klebte einmal der R-Zettel, diese sind fast immer an dieser Stelle angebracht worden (mir fällt jedenfalls kein R-Brief ein wo der Zettel oben bei den Marken klebt). Ob das allerdings der R-Zettel von oben ist der da mal klebte, wer weiß... Auf jeden Fall wollte hier jemand eine seltene Einzelfrankatur vortäuschen, laut Briefekatalog immerhin 850 Euro Wert. Und ebenso sicher ist, dass der Brief bei der Prüfung durch Herrn Peschl noch sein "ursprüngliches" Gesicht hatte.

Gruß Michael
 
erron Am: 30.11.2014 00:19:09 Gelesen: 563033# 3529 @  
@ JoshSGD [#3526]

Sehe es genauso wie inflamicha.

Unter dem R-Label ist noch ein Stempelfragment zu sehen, und der große braune Fleck, wo mal das R-Label klebte, sind gut auszumachen.

Da war wohl eine 2000 Mark (Nr 253) Marke verklebt.

Eduard Peschl brachte bei mehreren Marken auf Beleg sein Signum immer unter der teuersten Marke an. Und der Fälscher brauchte dann nur noch die störende Marke zu entfernen und das R-Label zu versetzen.

Schon war ein seltener Beleg, sogar mit Prüfsignums konstruiert.

Nur leider stimmte das erforderliche Porto dann nicht mehr.

mfg

erron
 
JoshSGD Am: 30.11.2014 13:38:06 Gelesen: 562604# 3530 @  
@ inflamicha [#3528]
@ erron [#3529]

Hallo Michael, hallo Bruno,

danke für eure Analyse. Ich denke, ihr habt damit ins Schwarze getroffen. Ist schon ziemlich raffiniert gemacht.

Und nun lehne ich mich richtig weit aus dem Fenster: Herr Runge aus Halle, das war ein richtiger Filou, ich könnte mir vorstellen, das er da ein wenig mitgeholfen hat. Aber letztendlich ist das auch nicht wichtig.

Das wichtigste ist: Ich habe wieder etwas gelernt und versuche, künftig die Sache von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Bis später!
Josh
 
muemmel Am: 30.11.2014 21:50:16 Gelesen: 562310# 3531 @  
Guten Abend,

heute mal wieder ein eingeschriebener Brief von André aus der Portoperiode 21 (20-–31.10.1923):



Gelaufen am 30.10.23 von Arnsberg nach Ruhla, frankiert mit 2 x 318 AP. Porto und R-Gebühr betrugen jeweils 10 Millionen Mark.

Einen guten Wochenstart wünscht
Harald
 
inflamicha Am: 30.11.2014 23:15:43 Gelesen: 562259# 3532 @  
Guten Abend,

eine Ganzsache mit längst nicht mehr ausreichendem Wertstempel soll es heute sein:



Die Postkarte von Breslau nach Falkenberg bei Berlin vom 30.3.1923 (PP 13) erforderte 40 Mark Porto. Auf der Ganzsachenpostkarte mit Wertstempel im Postreiter-Motiv zu 1,50 Mark wurden 5 Marken zu 1,50 , 2, 5, 10 und 20 Mark verklebt, welche zusammen die nötige Summe ergeben.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 01.12.2014 21:10:16 Gelesen: 561681# 3533 @  
Salut,

hier ein weiterer eingeschriebener Brief aus der Sammlung von André:



Gelaufen am 11.8.1923 von Magdeburg nach Sassnitz, frankiert mit 207P, 239 und 252. Das Porto für den Fernbrief >20-100g betrug 1.200 Mark, die R-Gebühr schlug mit 1.000 Mark zu Buche und für die Eilzustellung durften es bereits 2.000 Mark sein.

Da der Empfänger bereits wieder abgereist war, ging der Brief zurück an den Absender.

Hübsche Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 01.12.2014 21:51:14 Gelesen: 561660# 3534 @  
@ muemmel [#3533]

Guten Abend,

ich glaube nicht dass der Empfänger abgereist war, Harald, dafür fehlt ein entsprechender Vermerk und das vorderseitige "Zurück" als Stempel oder handschriftliche Anweisung. Es steht aber lediglich "Nicht angetroffen" hinten drauf- das heißt nichts weiter als dass der erste Zustellversuch (wohl durch den Eilboten) fehlgeschlagen ist. Der Brief ist dann einfach beim nächsten Mal zugestellt worden, wahrscheinlich bei der "regulären" Postzustellung.

Von mir gibt´s die nächste Ganzsachenkarte, am 16.6.1922 (PP 7) von Klosterlausnitz nach Oberstützengrün gesandt:



Porto-Soll waren 1,25 Mark, der Postreiter-Wertstempel der Ganzsache zu 80 Pf. wurde mit 3 Marken zu 5, 15 und 25 Pf. ergänzt, um auf diesen Betrag zu kommen.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 01.12.2014 22:35:09 Gelesen: 561627# 3535 @  
@ inflamicha [#3534]

Moin Michael,

ich hatte das Gekrakel unterhalb "Nicht angetroffen" als "zurück" interpretiert. Warum konnten die Leute bloß nicht leserlicher schreiben? :-(

Grüßle
Harald
 
muemmel Am: 02.12.2014 18:06:13 Gelesen: 560948# 3536 @  
Guten Abend,

heute ein Brief aus der Portoperiode 20 (10.–19.10.1923), der es eilig hatte:



Gelaufen am 18.10.23 von Leipzig nach Arnstadt in Thüringen, wo er am 19.10. auch angekommen ist. Ob der Empfänger dort nicht mehr weilte, entzieht sich unserer Kenntnis, jedenfalls wurde vermerkt, dass der Brief nach Probstheida nachzusenden ist.

Das Porto betrug 5 Millionen Mark, die Eilzustellgebühr 10 Millionen. Zur Frankatur wurden drei Marken der 317 AP verwendet.

Schönen Gruß
Harald
 
muemmel Am: 02.12.2014 21:42:28 Gelesen: 560814# 3537 @  
Und nun noch einen R-Brief von André:



Gelaufen am 14.7.1920 von Köln nach Arnsberg. Porto 40 Pf. und Einschreibgebühr 50 Pf. Frankiert mit 87 II und 91 II.

Winterliche Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 02.12.2014 21:48:19 Gelesen: 560805# 3538 @  
Guten Abend,

nach Luxemburg gerichtete Postkarten muss man schon etwas länger suchen, hier ist eine von Trier nach Eich bei Dommeldange:



Die Karte ging am 28.3.1922 (PP 7) auf die Reise. Nach Luxemburg galt vom 1.10.1919 bis 31.12.1923 der Inlandstarif, in der PP 7 waren das 1,25 Mark. Die Ganzsache mit Postreiter-Wertstempel zu 40 Pf. musste deshalb auffrankiert werden, was hier mit je einer Marke zu 25 und 60 Pf. erfolgte.

Gruß Michael
 
erron Am: 03.12.2014 20:12:45 Gelesen: 560139# 3539 @  
Guten Abend,

zur Abwechselung mal ein kein besonderer Beleg, sondern ein schön abgeschlagener Kreisobersegmentstempel von Wehlen.



Wehlen gehört heute zu den vier Stadtteilen von Bernkastel-Kues mit ca, 1260 Einwohner.

http://www.wehlen.de/

mfg

erron
 
inflamicha Am: 03.12.2014 20:55:17 Gelesen: 560104# 3540 @  
Guten Abend,

von Nürnberg nach München wurde meine heutige Postkarte gesandt:



Am 4.1.1923 (PP 11) kostete die Fernpostkarte 15 Mark, die neben dem Ganzsachenwertstempel zu 1,50 M mit je einer Marke zu 10, 2 und 1,50 M bezahlt sind. Offensichtlich hat der Absender sich zumindest teilweise aus der Firmenportokasse bedient- 2 Marken weisen die Firmenlochung "E. N." auf.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 03.12.2014 22:20:11 Gelesen: 560043# 3541 @  
Grüezi,

hier ein weiterer Brief von André:



Diesmal nicht nur eingeschrieben, sondern auch noch mit Eilzustellung. Gelaufen am 22.10.23 von Köslin nach Berlin. Porto 10 Millionen, Einschreibgebühr 10 Millionen und Eilzustellung im Ortsbezirk 20 Millionen Mark. Tarifrichtig frankiert mit acht Marken der 317 AP.

Grüßle
Harald
 
muemmel Am: 03.12.2014 22:36:59 Gelesen: 560037# 3542 @  
Noch ein kleiner Nachtrag,

die nachstehende Drucksache belegt, dass es nicht nur in Österreich ein "Donau-Dampschiffahrt-Gesellschaft" gab, sondern auch im Süden Deutschlands.



Gelaufen am 12.10.23 von Regensburg nach Wien und frankiert mit einer Marke der 314 AP. Da für Österreich Inlandtarif galt, stimmt das Porto.

Schönen Gruß
Harald
 
inflamicha Am: 04.12.2014 22:04:36 Gelesen: 559389# 3543 @  
Guten Abend,

heute mal wieder eine Paketkarte:



Für das Paket mit 3 kg Gewicht waren von Berlin nach Frankfurt am Main (Entfernung über 75 km) am 23.6.1922 (PP 7) 9 Mark zu entrichten, wofür hier ein senkrechter Dreierstreifen der Mi-Nr. 192 verklebt wurde.

Gruß Michael
 
JoshSGD Am: 05.12.2014 09:29:11 Gelesen: 559164# 3544 @  
Guten Morgen,

heute ein Beleg vom 16.6.23 (PP 13, 1.3. - 30.6.23) von Halle nach Weinheim. Der Beleg lief im Fernverkehr bis 20g und ist portogerecht frankiert mit 100 Mark, MiF Mi.Nr. 227a, 239 und 244b.



Gruß
Josh

(Datenbank # 7014)
 
muemmel Am: 05.12.2014 17:50:05 Gelesen: 558963# 3545 @  
Guten Abend,

hier ein eiliger Fernbrief der 2. Gewichtstufe vom Ersttag der Portoperiode 24 (12.–19.11.1923):



Gelaufen von Tilsit nach Berlin. Das Porto betrug 14 Milliarden Mark und die Eilzustellgebühr 20 Milliarden Mark. Alles tarifrichtig verklebt mit acht Marken der 324 AP und 30 Marken der 325 APa.

Ein hübsches Wochenende
Harald
 
muemmel Am: 05.12.2014 20:43:07 Gelesen: 558887# 3546 @  
Und hier noch ein R-Brief aus der Sammlung von André:



Gelaufen am 27.12.1922 von Köln nach Brandenburg, Ankunft dortselbst am 28.12. Das Porto für den Fernbrief >20-100g betrug 35 Mark, die Einschreibgebühr 20 Mark. Der Brief wurde frankiert mit acht Marken der MiNr. 185 und einer Marke MiNr. 246, mithin 1 Mark überfrankiert.

Grüßle
Harald
 
inflamicha Am: 05.12.2014 21:58:52 Gelesen: 558841# 3547 @  
Guten Abend,

am 3.1.1923 (PP 22) sandte die Zweigstelle Minden der Osnabrücker Bank diesen Brief der 2. Gewichtsstufe per Eilzustellung nach Berlin:



Das Porto wurde mit 140 Mio Mark berechnet, dazu kam die Eilzustellung im Berliner Ortszustellbezirk mit 100 Mio Mark. Frankiert wurde mit je einem senkrechten Paar der Mi-Nr. 319 AWa und 322 AP.

Schönes Wochenende und viele Grüße

Michael
 
muemmel Am: 06.12.2014 22:22:00 Gelesen: 558073# 3548 @  
Guten Abend,

nun machen wir mal einen Rückwärtssprung in die Anfangszeit der Inflation mit einem eingeschriebenen Fernbrief von André:



Gelaufen am 21.5.19 (Portoperiode 3, 1.10.1918–30.9.1919) von Elmshorn nach Berlin. Porto für den Fernbrief bis 20g = 15 Pf. und die Einschreibgebühr 20 Pf. Tarifrichtig mit 87 II und 101 frankiert.

Noch einen spannenden Sonntag
Harald
 

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