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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 402 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 02.11.2014 04:20:27 Gelesen: 59473# 253 @  
@ wahewa [#251]
@ zonen-andy [#244]
@ 10Parale [#252]

Liebe Kollegen,

ich verfolge Eure Meinungen höchst interessiert. Ich bin ebenfalls ein erfahrener Rumänien-Sammler, aber ich tue mich immer wieder schwer mit so sicheren Aussagen wie "echt" oder "falsch", ausser ich kann es wirklich beweisen weil ich z.B. die Fälschungsmerkmale kenne.

Es ist ja erstaunlich, wie viele der frühen Rumänienmarken gefälscht wurden, auch die eher billigen Stücke. Wenn ich das richtig im Kopf habe gibt es laut Stiedl/Billig keine (!) Marke der ersten 12 Ausgaben, von der es KEINE Fälschung(en) gibt! Die Schriftenreihe der Beiden über Fälschungen aus den 1930er-Jahren umfasste ja für Rumänien gleich DREI Hefte!

Ich habe im Moment keinen Zugriff zu meinen Heften, aber ich versuche später einmal, die 15 Bani-Marke zu "scannen", was denn da (gemäss "Waheha") "nicht stimmt". Im Moment will ich mich nicht festlegen, beim ersten Hinsehen würde ich die Marke als "möglicherweise echt" durchgehen lassen.

Ich hoffe nun, dass ich mich nun nicht soeben schrecklich blamiert habe. Aber im Forum dürfen wir uns ja auch mit Fragen/Unsicherheiten zu Worte melden und etwas dazulernen.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.11.2014 04:40:14 Gelesen: 59471# 254 @  
@ 10Parale [#247]

10 Parale hat recht, dieses Thema ist wirklich sehr weit gefasst. darum stelle ich heute auch etwas "Exotisches" hinein.



Diese zwei Telegraphenmarken wurden im späten 19. Jahrhundert herausgegeben; es gab nur 5 Werte, wovon die ersten drei (tiefere Werte) ein kleineres Format hatten.

Diese Marken sind bei Michel, Zumstein (Europa), usw. nicht aufgeführt, aber in den ganz alten Katalogen wir z.B. Moens oder auch im Spezialkatalog Rumänien CMPR '74.

Die Marken sind mangels Nachfrage sehr günstig zu kaufen, wenn sie denn einmal offeriert werden. AUF EINEM TELEGRAPHEN-FORMULAR habe ich diese Marken noch nie angeboten gesehen. Für einen solchen Hinweis wäre ich dankbar.

Freundliche Grüsse Heinz
 
10Parale Am: 02.11.2014 20:36:00 Gelesen: 59426# 255 @  
@ Heinz 7 [#254]

Die Telegraphenmarken faszinieren mich auch schon längstens. Vielen Dank Heinz für die Einführung. Ich habe mich heute noch etwas damit beschäftigt. Auf einem Telegraphen-Formular habe ich diese Marken auch noch nie gesehen, werde die Augen offen halten.

In der Literatur habe ich nun gelesen, dass für diese Art von Frankaturen 3 Abstempelungen obligatorisch bzw. gesetzlich verfügt wurden.

1. ein Datumsstempel (meistens eine Fingerhutstempel in blauer Farbe ((auch Gitterstempel soll es geben)).
2. ein Kontrollstempel COMPT.CONTROLATU aus schwarzer Tinte (D16)
3. ein diagonaler händischer Entwertungsstempel

Sehr gesucht sind Telegraphenmarken mit nur zwei oder einem Stempel, also solche, wo ein obligatorischer Stempel fehlt. Dies lag wohl auch daran, dass es Telegraphenbüros gab, die kein Fingerhutstempel besassen oder der Beamte die händische Entwertung vergaß. Den Höchstwert, den du hier zeigst, müsste demnach schon ein gesuchtes Stück darstellen. In einem rumänischen Katalog habe ich diesen Höchstwert ungebraucht mit einer Bewertung von 500,-- Euro entdecken können, der 2 Lei-Wert steht am günstigsten ungebraucht mit 10,-- Euro zu Buche. Mir scheint es seltsam, dass man nie Telegraphen-Formulare sieht - wo sind diese?

Ich zeige hier die Komplettserie gestempelt und ein 2 Lei Wert ungebraucht (Katalog Bewertung der gestempelten Werte 2006: 380,-- Euro?). Sicher auch ein interessantes Sammelgebiet. Interessant ist sicher auch der seltene Fingerhutstempel von Mihaileni.

Liebe Grüsse 10Parale


 
10Parale Am: 06.11.2014 22:17:26 Gelesen: 59237# 256 @  
Hallo,

zurück zu den ersten Stempel der Moldau, die kleinen M1 Stempel.

Hier der M1 BAKEU - MOLDOVA Abb. 271 Seite 81 bei Stampilografie Postala von Kiriac Dragomir.

Die Marke wurde auf einer Michel Nr. 10 abgeschlagen, bestimmt Handeinzeldruck 10I. Interessant, die Marke wurde entlang der Randlinien geschnitten.

Suche Vergleichsstempel um die Risse und Deformationen des Stempels zu untersuchen.

Liebe Grüße

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 08.11.2014 19:16:01 Gelesen: 59131# 257 @  
@ 10Parale [#255]

Guten Abend,

es freut mich, dass mein Beitrag [#254] Dein Interesse gefunden hat. Deine Info betreffend den drei vorgeschriebenen Entwertungen war mir nicht bekannt, das ist sehr interessant! Wo hast Du das gelesen?

Diese Info ist wichtig für mich, da ich ein paar Telegraphen-Marken habe, die tatsächlich diese drei verschiedenen Entwertungen auf einer einzigen Marke aufweisen. Die handschriftlichen Entwertungen erfolgten offenbar in der Regel durch ein Kreuz mit Tinte oder Farbstift. Normalerweise sind Marken, die handschriftlich durchstrichen sind, gar nicht beliebt; aber wenn das amtlich vorgeschrieben war, ist das natürlich kein "Mangel", wie oft vermutet wird.



Auf dieser 1 Leu Marke ist der "Compt. Controlatu"-Stempel unklar (D 16 nach CMPR '74, Seite 422); interessant ist aber das Nebeneinander der drei Entwertungen, wie von Dir beschrieben. Es ist dies die einzige Marke wenigstens auf einem Fragment, ein ganzes Formular habe ich, wie erwähnt, leider nicht.



Auch dieser Höchstwert (5 Lei) hat alle drei Stempel, den Fingerhutstempel "CRAIOVA" gleich vier Mal!



Der tiefste Wert (25 Bani) hat ebenfalls Fragmente aller drei Entwertungen.



Dieser 50-Bani trägt anscheinend keinen handschriftlichen Entwertungsvermerk, aber den recht seltenen Stempel "SUCURS. MIN. FINANC." (OS72 nach Dragomir, Seite 152, fig. 788) "20. SEP. 73"

Eine schöne Serie, diese Telegraphenmarken!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 09.11.2014 16:33:54 Gelesen: 59046# 258 @  
@ Heinz 7 [#257]

Gelesen habe ich diese Informationen natürlich bei Kiriac Dragomir "Catalogul Marcilor Postale Romanesti", Seite 422-23 und unabhängig davon auch in einem rumänischen Briefmarkenkatalog von Lazar Carjan und Mircea Manole (Catalogul Timbrelor Postale Romanesti 1858 - 1947).

Den Passus bei Dragomir habe ich Dir abgebildet. Nach Übersetzung vor allem bei Carjan (mit Hilfe meiner Frau) würde ich von 3 "obligatorischen" Entwertungen sprechen. Als handschriftlichen Entwertungsvermerk galt auch eine Zahl mit Tinte geschrieben, was ich noch nie gesehen habe.

Bleibt die Frage, weshalb man so wenige Telegrafen-Formulare findet. Ich glaube es liegt daran, dass die Telegrafenmarken lediglich zwischen 1871 und Ende 1873 in Gebrauch waren. Ab Januar 1874 wurden die Gebühren "bar" entrichtet.

Bewertet werden ungebrauchte Marken, besonders der Höchstwert zu 5 Lei, höher als entwertete Marken. (5 Lei * = 500 Euro im rumänischen Katalog 2006 - 2 Lei * = 10 Euro - 1 Lei * = 150 Euro - 50 Bani * = 110 Euro - 25 Bani = 80 Euro).
Auf dem Formular werden die Marken wie folgt bewertet: 25 Bani = 40 Euro; 50 Bani = 60 Euro; 1 Lei = 50 Euro; 2 Lei = 40 Euro; 5 Lei = 190 Euro)

Mit allen 3 obligatorischen Entwertungen wird die 5 Lei Marke mit 9 Euro bewertet. Die Kataloge geben solchen entwerteten Marken einen höheren Wert, wenn obligatorische Entwertungen fehlen (z.B. ein stampile degetar - Fingerhutstempel) beim Postamt nicht vorrätig.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.11.2014 19:22:04 Gelesen: 59026# 259 @  
@ 10Parale [#258]

Guten Abend,

danke für die Angaben. Auch auf Seite 114-115 von Dragomir habe ich nun Hinweise auf die Telegrafen-Entwertungen gefunden, aber ich verstehe nicht alles. Vielleicht finde ich eine gute Seele (Viorica?), die uns da einmal weiterhilft? ;-)

Die Angaben zu den Preisen sind interessant. Es ist klar, dass ich ALLE diese Preise für Marken auf Formulare GERNE bezahlen würde, aber ... wir haben es beide schon gesagt: Solche Formulare scheinen praktisch nie auf dem Markt zu erscheinen. Ich werde weitersuchen.

Anbei noch eine sehr schöne Marke:



Es ist nur eine von drei nötigen Entwertungen angebracht, aber diese ist besonders schön: der "Degetar"-Stempel "OLTENITA" (fig. 557 Dragomir, Seite 112). Sehr klar abgeschlagen, und mit kopfstehender Zeile Monat (NOV = November), innerhalb der drei Jahre, die Du oben vermerkt hast (1871).

Ich bin nun gespannt, ob auch noch weitere Leser etwas zu diesem "seltenen" Thema beitragen können.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 11.11.2014 23:00:49 Gelesen: 58939# 260 @  
@ zonen-andy [#232]

Hallo Andi,

ich habe den von Dir gezeigten Stempel ebenfalls in meiner Sammlung und stelle ihn hiermit gerne vor:



Der Stempel wurde hier verwendet auf einem Einschreibe-Brief von 1900 nach Wien. Frankiert ist der Brief mit zwei Werten aus der Serie "Spic de Griu" (Ährenausgabe).

@ Marcel [#241]

hat den Stempel bereits gezeigt, er entspricht der fig. 814 im Stempelbuch Kiriac Dragomir (Seite 155). Eine Bewertung dafür habe ich aber nicht gefunden.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 14.11.2014 20:06:56 Gelesen: 58814# 261 @  
@ Heinz 7 [#260]

Das ist ja wirklich ein toller Einschreibe-Brief, Heinz, die beiden Stempel sind ja schon allein ein Zubrot wert.

Die Ährenausgaben bzw. "Spic de Griu" sind ein schwieriges Thema, an das ich mich noch nicht traue.

Ich habe hier auch noch 2 schöne Stempel parat.

Michel Nr. 13 Fürst Cuza mit A65 Agraffenstempel Botosani (blau)

Michel Nr. 175 (Wohlfahrtsmarke: Engel / Ingeri(rum.) mit Stempel B5 Abb. 761 Seite 146 Kiriac Dragomir Stampilografie Postale "CABINETUL DIRIGINTULUI" - schwierig zu übersetzen evtl. "CHEF-KABINETT oder FÜHRUNGS-KAMMER", dürfte etwas mit Militär zu tun haben.

Vielleicht hat jemand noch andere Stempel, gerne bin ich auch behilflich, sie zu erkennen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 24.11.2014 22:28:47 Gelesen: 58382# 262 @  
@ 10Parale [#1]

Die 8. Ausgabe gezähnt fristet ja eher ein Schattendasein neben all den phantastischen Rumänien-Seltenheiten 1858 ff. Sehr hoch bewertet sind sie nicht im Michel-Katalog, aber wenn man versucht, schöne Briefe davon zu finden, oder grössere Einheiten, dann ist das gar nicht einfach.

Mit grosser Freude zeige ich Dir nun eine kürzliche Neuerwerbung eines Briefes, die Dir ganz bestimmt gefällt.



Als Einzelfrankatur ist diese Marke fast nicht auf Brief zu finden, auch als Paar finden wir sie nur selten. Dieser Brief von 1872 von Bukarest nach Giurgiu ist sehr schön mit dem Fingerhutstempel entwertet. - Hinten ist der Ankunftstempel von "GIURGIU 30 / 7" (Agrafe)

Freundliche Grüsse - Heinz
 
zonen-andy Am: 26.11.2014 13:13:09 Gelesen: 58266# 263 @  
Hallo,

ich möchte auch mal Stempel zeigen wozu ich Fragen habe. Michel Nrn. von links oben: 59, 85, 50/51 und 91.

1.Was bedeutet in den beiden rechten Stempeln "Cursa"?
2.Was für ein Stempel ist der rechts oben: Galatz-Braila?

Ich sage schon mal danke im voraus.



Viele Grüße

Andreas
 
ligneN Am: 26.11.2014 17:23:22 Gelesen: 58238# 264 @  
@ zonen-andy [#263]

Es sind Bahnpoststempel. Cursa = Strecke, vgl. die ältere Bezeichnung "Bahnpostkurs".
 
zonen-andy Am: 26.11.2014 17:37:41 Gelesen: 58233# 265 @  
@ ligneN [#264]

Vielen Dank für die Erklärung.

Grüße Andreas
 
10Parale Am: 26.11.2014 19:54:13 Gelesen: 58211# 266 @  
@ zonen-andy [#263]

Der Bahnpostkurs Galatz ---- Braila bzw. Braila ---- Galatz bietet eine Anzahl von Stempelvarianten NFR6 - NFR10 (Quelle: Kiriac Dragomir)

Der Stempel CALAFAT hat die Bezeichnung B3 (fig. 719 / Seite 140 Kiriac Dragomir "Stampilografie Postala")

@ Heinz 7 [#262]

Dieser Brief ist einmalig, Heinz. Die beiden Stempel müssten B1 fig. 603 Seite 132 bei o.g. Buch sein (monocerc - K1). Ich sehe hier zum ersten Mal einen Brief mit dieser Marke. Gratulation!


 
zonen-andy Am: 27.11.2014 14:47:15 Gelesen: 58154# 267 @  
@ 10Parale [#266]

Hallo 10Parale,

herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung der Stempelabschläge, die ich mir gleich notiert habe. Anbei nochmals schöne Stempel auf schlecht gezähnten Marken bis auf Mi.Nr.36 siehe Scan.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 27.11.2014 21:20:23 Gelesen: 58096# 268 @  
@ 10Parale [#266]

Vielen Dank, 10 Parale,

für die begeisterte Anteilnahme. Geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt man so schön; darum ist es ein Geschenk, wenn man Gleichgesinnte findet, die sich an denselben Dingen erfreuen können.

Dir auch viel Glück beim Weiter-Suchen und -Sammeln !

Heinz
 
10Parale Am: 28.11.2014 21:13:54 Gelesen: 58025# 269 @  
@ zonen-andy [#267]

wow, die Stempel sind das i-Tüpfelchen der Marken - wie ich finde.

Die folgende Marke sollte ich eigentlich unter dem Titel "Weltrekorde der Philatelie" einstellen. Während der Michel Katalog sich mit 2 Farbunterscheidungen "ziegelrot" und "karminrosa" begnügt, habe ich für die Michel Nr. 20 in einem rumänischen Katalog sage und schreibe
27 Farbunterscheidungen wahrgenommen.

1. roz - rosa (10 Farbunterscheidungen innerhalb rosa)
2. rosu-roz - rosa-rot ( 2 Farbunterscheidungen innerhalb rosa-rot)
3. rosu - rot (12 Farbunterscheidungen zzgl 1 Papierunterscheidung)
4. cinabru - zinnober (3 Farbunterscheidungen zzgl. 1 Papierunterscheidung)

Was mich mehr interessiert, ist das Zeichen bei der linken oberen Marke rückseitig = vielleicht hat dies jemand schon mal gesehen und kann Auskunft darüber geben?

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 29.11.2014 18:13:51 Gelesen: 57972# 270 @  
@ 10Parale [#269]

Hallo 10Parale,

was für eine schöne Farbenvielfalt der 18 Bani Marken. Bei meiner rechten Marke sieht mir die Kopfzeichnung etwas anders aus z.B. Ohr und Haare.



Viele Grüße

Andreas
 
Pepe Am: 03.12.2014 17:43:45 Gelesen: 57809# 271 @  
1891 Mai 10./24.

Michel 90-94, Satz zum 25. Regierungsjubiläum von König Karl I.

Nur 63.000 Sätze soll es geben. Es wird auf Fälschungen zum Schaden der Post und zum Schaden der Sammler hingewiesen. Das kann ja wieder heiter werden.



Mi 90, lilarot, gz: 11½ : 13¼; Mi 91, violett, gz: 13¼; Mi 92, grün, gz: 13¼



Mi 93, ziegelrot, gz: 13¼; Mi 94, olivbraun, gz: 13¼

Die Ausgabe war nur drei Tage lang gültig. Die 15 Bani müsste erst Tag gestempelt sein.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 03.12.2014 22:03:49 Gelesen: 57772# 272 @  
@ Pepe [#271]

In einem rumänischen Briefmarkenkatalog habe ich für diese Jubiläumsausgabe eine Auflage von 63.960 Stück gefunden.

Kiriac Dragomir nennt (siehe unten) ganz andere Zahlen, die erheblich davon abweichen: 1 1/2 Bani 120860; 3 Bani 128860; 5 Bani 63.960 - da taucht die Zahl wieder auf; 10 Bani 63700; 15 Bani 129480; macht zusammen = 506.860 für mich auch ein Rätsel.

Tatsächlich gültig waren die Marken am 10., 11., und 12. Mai 1891, so dass die 15 Bani Marke, die zu zeigst erst Tag gestempelt ist.

Dragomir Kiriac spricht in seinem Werk "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" davon, dass es sich bei dieser Ausgabe um die erste weltbekannte Jubiläumsausgabe von Briefmarken handelte. (Es gibt auch 2 Ganzsachen mit Aufdruck der Jubiläumsmarken).

Hier ein ungebrauchter Satz.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.12.2014 22:32:21 Gelesen: 57768# 273 @  
@ Pepe [#271]

Hallo Pepe,

schön, dass Du da weitermachst. Die 13. Ausgabe von Rumänien war wirklich speziell, sie war nur drei Tage lang gültig, wurde aber massenhaft eingesetzt. Die Michel-Datenangabe ist etwas irreführend: 10./22. Mai war Ersttag (julianisch/gregorianisch), 12./24. Mai war Letzttag der Gültigkeit. (In Rumänien galt weitherum noch bis 1919 der julianische Kalender, aber die Post verwendete ab 1.1.1865 den gregorianischen Kalender, der im 19. Jahrhundert eine Differenz von 12 Tagen hatte. Vgl. die Forumsbeiträge zu unterschiedlichen Kalendern!) Das Datum 10. Mai sollte also nicht vorkommen und ist wohl eine Fälschung.



Anbei siehst Du einen Brief von Bukarest nach Dresden: eingeschrieben. Die 50 Bani sind mit einem kompletten Satz der Regierungsjubiläums-Marke verklebt worden.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.12.2014 21:01:30 Gelesen: 57601# 274 @  
@ 10Parale [#269]

Hallo 10 Parale,

ich habe das Zeichen, glaube ich, auch schon gesehen, kann es aber nicht zuordnen. Vermutlich ist es irgend ein (unbekanntes?) Besitzerzeichen.

Ja, die 18 Bani-Marke ist sehr vielseitig/vielfarbig. Ich habe auch einige klar unterscheidbare Varianten, scheitere aber "grandios" beim Versuch, die 27 Varianten (!) auseinanderzuhalten. Ich finde, da wird "des Guten zuviel" unterschieden. Naja, das mag jeder so sehen, wie er will.

Heinz
 
10Parale Am: 05.12.2014 22:01:22 Gelesen: 57595# 275 @  
@ Heinz 7 [#274]

Danke für die Info, Heinz. Ich bin völlig Deiner Meinung. Langsam erreichen wir auch mit Hilfe von Pepe Gefilde, in denen es sehr schwierig wird.

Ich mache mal einen Sprung ganz nach vorne, an das Ende der postklassischen Zeit in Rumänien. Manche hören hier auf zu sammeln. Auch mit dem gregorianisschen und julianischen Kalender bin ich noch lernfähig. Abgebildet noch eine Jubiläumsmarke mit einem gregorianischen 22. Mai.

Ich zeige eine Mischfrankatur, 1908 gelaufen, 10 Bani Gesamtfrankatur, von Bukarest an den Briefmarkensammlerverein in Amberg / Bayern / Oberpfalz. Es handelt sich um Briefmarkenausgaben, die in Rumänien als "Spic de Grau" bekannt sind - zu deutsch würde ich sagen "Ährenausgabe", weil die Briefmarken eine Umrahmung haben, in der links und rechts je eine Weizenähre abgebildet ist.

Die Ausgabe startet 1893 und wurde mit verschiedenen Serien bis 1906 fortgeführt. Der hier abgebildete Mischfrankatur wurde frankiert mit der Michel Nr. 129, 1 Bani grau/schwarz (lt. Michel 1903) und 3 Marken der Michel Nr. 131, 3 Bani rotbraun (1900).

Ich habe auch die Rückseite abgescannt, da ich aber dieser Art Sütterlin Schrift nicht mächtig bin, bleibt der Text im Dunkeln.

Übrigens noch schöner Ankunftsstempel von Amberg vom 16. Oktober 1908 und eine 13. im Kreis - vielleicht kann hier bayern klassisch helfen.

Für mich eine besondere Marke, da mein Vater aus Amberg stammte.

Liebe Grüße

10Parale




 
Heinz 7 Am: 07.12.2014 11:31:24 Gelesen: 57482# 276 @  
@ 10Parale [#275]

Hallo mein Freund,

es ist in der Tat so, dass uns die 14. Ausgabe von Rumänien, die sog. "Ährenausgabe" echt stressen kann, weil sie ist so vielseitig und (auch) kompliziert mit ihren Möglichkeiten/Varianten. Wir können uns aber auch einfach darüber freuen! Ich schrieb bereits, dass der erste Leiter der ARGE Rumänien, Horst Scherrer, eine phantastische Sammlung der Ährenausgabe aufbaute und das auch perfekt zur Schau stellen konnte. Er hat mit seiner Ausstellungssammlung dann auch prompt höchste Preise gewinnen können. Viele dieser Marken sind zwar geringwertig (rein vom Katalog betrachtet), aber als seltenen Kombination, vielleicht mit einer seltenen Zähnung, oder aus einem anderen Grund trotzdem besonders sammelwürdig. Solche Ausgaben eignen sich sehr auch für Sammler, die sich die klassischen Grossraritäten finanziell nicht leisten können.

Es ist schön, wenn anstatt einer 10 Bani-Marke eine Kombination von 3- und 1-Ban(i) verwendet wird. Da diese Marken aber aus derselben Ausgabe stammen, sprechen wir hier von einer "Buntfrankatur", nicht von einer "Mischfrankatur". Die zweite Bezeichnung verwenden wir für Frankaturen, bei denen verschiedene AUSGABEN (also z.B. 12.+14. Ausgabe) kombiniert wurde.

Anbei zeige ich auch eine tolle Kombination von tiefen Ährenausgabe-Werten:



Ein Streifband 1 Bani braun (Michel Nr. S 4) von 1894/96 wurde verwendet für eine Auslandssendung in die Schweiz. Weil dazu die Frankatur natürlich nicht ausreichte, wurden zwei Marken hinzugeklebt (Mi 99 + Mi. 101) und in Jassy abgestempelt 30 JUL 97. Die Jahreszahl ist nicht klar lesbar, aber hinten auf dem Streifband ist (zur Freude des Sammlers) ein sehr klarer Stempel "SCHAFFHAUSEN 3.VIII.97", was nicht nur die korrekte Verwendung zeigt, sondern uns auch lehrt, wie rasch die Post befördert wurde.



Auf den zwei Marken kleben noch Überreste der Drucksache, die damals spediert wurde. Zum Glück wurde die Frankatur so sorgfältig abgelöst!

Dass ein solches Stück in dieser nahezu perfekten Erhaltung nun 117 Jahre überdauert hat, grenzt an ein Wunder und zeigt, dass immer schon Briefmarken-Liebhaber solche Schönheiten sorgfältig gehütet haben. Das wird auch die nächsten 117 Jahre so sein!

Bei diesem Stück sprechen wir "technisch" nun von einer "Ganzsache mit Zusatzfrankatur" (oder: "Ganzsache mit Zusatz-Buntfrankatur").

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 12.12.2014 20:49:18 Gelesen: 57213# 277 @  
@ Heinz 7 [#276]

"Wir können uns aber auch einfach darüber freuen!"

Wow, ein Streifband S4 mit Zusatzfrankatur in die Schweiz, was für ein Hammer - ich freue mich für Dich.

Ich meinerseits freue mich über diese unscheinbare Postkarte vom 09. März 1900, abgeschlagen in Bukarest, gut erkennbarer Ankunftsstempel von Villefranche (Frankreich).

Sei es nun die 10 Bani Marke Michel Nr. 114, 120 oder 133a bleibe dahingestellt - man müsste diese Marke wohl ablösen, um das zu erforschen. Mir gefällt auch das Bild auf der Rückseite; die Nationalbank von Bukarest. Dazu ein Text in Französisch, den ich hier mal ins Deutsche übersetze:

"Das Klima in unserem Land ist extrem. Im Sommer steigt das Thermometer bis zu 34 Grad Celsius, während es im Winter manchmal bis unter 26 Grad Celsius unter Null sinkt. Was für ein Übergang ..."

Mittlerweile steigt die Temperatur in Bukarest im Sommer auch mal über 40 Grad Celsius, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Eine Postkarte für die Weltklimakonferenz 2015 in Paris.

Liebe Grüße

10Parale


 

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