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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 1253 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 02.04.2018 11:19:38 Gelesen: 7397# 1229 @  
Liebe Freunde,

zwei Dienstbriefe aus Augsburg (1852 und 1854) geben mir Rätsel auf, weil beide in unterschiedlichen Belangen vorne den Vermerk "D G" aufweisen, den ich bei Privatbriefen als "Durch Güte" kenne, was hier sinnlos erscheint.



Hat jemand eine Idee, was mit D. G. gemeint sein könnte?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 03.04.2018 19:32:38 Gelesen: 7140# 1230 @  
@ bayern klassisch [#1229]

Hallo Ralph,

ich habe eben Dein Rätsel gelesen, könnte D.G. eventuell da es ja mit der Gerichtsbarkeit zu tun hat heißen:

"Durch Gesetz" oder "Durch Gnade".

Hoffe ich konnte helfen.

Beste Grüße aus Berlin
Rainer
 
bayern klassisch Am: 03.04.2018 20:00:30 Gelesen: 7127# 1231 @  
@ Gernesammler [#1230]

Hallo Rainer,

zuerst einmal vielen Dank für Mitraten - wir wissen es ja alle nicht. Auch in der Behördenliteratur habe ich zu D. G. nichts gefunden.

Durch Gesetz oder Durch Gnade machte vorne auf einem Brief wenig Sinn, weil auf der Adresse ja das stehen sollte, was die Post und später der Empfänger dort lesen sollte.

Bei privaten Briefen machte Durch Güte Sinn, denn dann wusste der Empfänger, dass ihn einer, der so nett war, den Brief einen Teil, oder gar die ganze Strecke zu transportieren, gebracht hatte. Aber dieser "Job" wäre bei einem Dienstbrief völlig sinnlos gewesen, weil man keinen Dritten dingen musste, wenn die reguläre bayerische Post die Briefe eh kostenlos auslieferte.

Beim 1854er Brief ging es um die Zusendung eines Dienstbuches - Dienstbuch - Gesuch? Aber ich kenne sicher 10 Briefe, in denen um ein Dienstbuch nachgesucht wurde und die zeigen alle nichts von D. G.

Es bleibt rätselhaft.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 03.04.2018 20:32:24 Gelesen: 7120# 1232 @  
@ bayern klassisch [#1231]

Hallo Ralph,

ich hatte bei Herrn Google Regierungssache und Abkürzungen D.G. aufgerufen das kam dabei heraus auch die Abkürzung durch Güte.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 03.04.2018 21:32:23 Gelesen: 7104# 1233 @  
@ Gernesammler [#1232]

Hallo Rainer,

Herr Google weiß sehr viel, aber längst nicht alles - leider!

Aber danke, dass du dich bemüht hast - mal sehen, ob wir das noch knacken.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 04.04.2018 19:44:38 Gelesen: 6813# 1234 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief mit vorderseitigem Vordruck als Partei Sache (PS) vom 25.2.1859 aus Bamberg vom Königlichen Appellationsgericht von Oberfranken an das Königliche Bezirksgericht in Hof.

Der Brief wurde mit der Fahrpost nach Hof spediert, er wog auf Grund der anhängenden Akten stolze 22 Pfund und somit kam das Porto hier auf 42 Kreuzer, einmal mit Rötel ausgezeichnet und nochmals handschriftlich mit Tinte ausgewiesen.

Gestempelt mit L2 Zweizeiler von Bamberg (Winkler Nr.8a, 35x5mm), auf der Rückseite ist nichts.

Ist die 3 oben rechts die Manualnummer?

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 04.04.2018 20:27:25 Gelesen: 6780# 1235 @  
@ Gernesammler [#1234]

Hallo Rainer,

schöner Fahrpostbrief und, ja, die 3 oben rechts war die Manualnummer der Aufgabepost.

Aber das Paket wog 22 Pfund; der Brief war nur mit Siegel bzw. Schnur oder Bindfaden diesem schweren Paket beigebunden (560 g wog ein Pfund damals). Man spricht hier von einem Paketbegleitbrief.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Filigrana Am: 04.04.2018 22:45:44 Gelesen: 6748# 1236 @  
@ bayern klassisch [#1229]

D. G. - Dienst Gegenstand

LG A
 
bayern klassisch Am: 04.04.2018 22:58:19 Gelesen: 6743# 1237 @  
@ Filigrana [#1236]

Liebe Stara,

an das habe ich auch schon gedacht, aber mit R. S. war schon alles gesagt, dass es ein Dienstbrief war.

Kennst du eine Quelle, aus der Dienst - Gegenstand auf Briefen hervor geht? Das wäre toll und du googlest um Klassen besser, als ich es je könnte (warum auch immer!). :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Filigrana Am: 05.04.2018 22:52:54 Gelesen: 6496# 1238 @  
Lieber Stary,

warum man einen Zusatz D. G. zur Inhaltsangabe noch schrieb da schon R. S. darauf stand weiß ich nicht.

Etwas anderes ergibt mir kein Sinn.

Ist ein Augsburger Stadtmagistrat Siegel auf Rückseite?

LG S
 
bayern klassisch Am: 06.04.2018 08:29:26 Gelesen: 6367# 1239 @  
@ Filigrana [#1238]

Liebe Stara,

die Briefe sind in jeder Weise korrekt als Dienstbriefe adressiert, es gibt keinerlei Besonderheiten. Es bleibt rätselhaft. Ich habe sicher eine hohe fünfstellige Zahl an Dienstbriefen Bayerns gesehen und hätte dergleichen bemerkt, wenn es auf weiteren Dienstbriefen vermerkt worden wäre.

Möglich, wenn auch wegen der 2 Jahre Differenz äußerst unwahrscheinlich, wäre eine zeitlich sehr begrenzte Maßnahme, Dienstbriefe so zu beschriften, zu überprüfen (Dienstlich Genehmigt?, Dienstsache Geprüft?) oder sonst wie zu erfassen.

Liebe Grüsse,
Stary
 
Filigrana Am: 06.04.2018 21:38:43 Gelesen: 6207# 1240 @  
Hallo lieber Stary,

da wie du schreibst alle Vorschriften eingehalten waren, möchte ich noch NB erwähnen das R. S. und auch diese rätselhafte Abkürzung bei beiden Briefen mit anderer Hand notiert sind - was auch in Richtung einer Überprüfung gehen kann wie du meinst; eventuell hat der Schreiber vergessen R. S. zu notieren (?).

LG S
 
bayern klassisch Am: 07.04.2018 18:14:40 Gelesen: 5858# 1241 @  
@ Filigrana [#1240]

Liebe Stara,

das wäre eine Möglichkeit - gut gedacht!

Wir halten weiterhin Ausschau nach D. G. - Dienstbriefen, also schaun mer mal. :-)

Danke fürs Gedankenmachen.

Liebe Grüsse,
Stary
 
Gernesammler Am: 09.04.2018 20:12:02 Gelesen: 5034# 1242 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Passau vom Schloss Orttenburg nach Castell an Madame la Comtesse Douairiere Catherine Hedwige de Castell. Der Brief weist hinten ein schwarzes Siegel auf weshalb ich meine einen Trauerbrief zu haben, ich habe leider über die de Castells im Netz nicht allzu viel gefunden. Wenn ich es richtig gelesen habe ging es wohl um 400 Gulden, ein Erbe vielleicht.

Spediert als Portobrief der Empfänger hatte 10 Kreuzer zu zahlen, ob das in Adelskreisen dann auch getan wurde entzieht sich meiner Kenntnis, aus Vilshoven mit dem handschriftlichen Vermerk "de Vilshofen" par Regenspurg nach Castell.
Ich hoffe mir kann zu diesem Brief noch mehr, auch zum Inhalt gesagt werden.

Gruß Rainer






 
Filigrana Am: 10.04.2018 00:16:47 Gelesen: 4978# 1243 @  
Hallo Rainer,

so weit es von deinen Bilder ersichtlich ist war der Absender Karl III.

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_III._(Ortenburg)

adressiert ist dieses Brief an die Witwe von Christian Friedrich Carl zu Castell-Remlingen

https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Friedrich_Carl_zu_Castell-Remlingen

Warum hier Quittierung vom Erbschaft Gelder erwähnt ist schwer zum sagen, man muss hier schon mehr an hintergründigen wissen. Die Gräfin hatte auch eine Bank, vielleicht hat sie das Geld verwaltet.

LG A
 
Gernesammler Am: 10.04.2018 19:19:23 Gelesen: 4644# 1244 @  
@ Filigrana [#1243]

Liebe Adriana,

vielen Dank. Die Aussagen, dass der Brief aus Orttenburg von Karl III an die Witwe von Friedrich Carl zu Castell spediert wurde und die Links zu den beiden Grafschaften sind absolut toll.

Damit kann ich denke mal eine sehr coole Seite für den Brief anlegen.

Beste Grüße aus Berlin
Rainer
 
bayern klassisch Am: 14.04.2018 11:38:41 Gelesen: 3698# 1245 @  
Liebe Freunde,

die meisten von uns haben ein Faible für kleine, sogar oft ganz, ganz kleine Briefe, welches ich natürlich teile.

Die meisten von uns verachten (vlt. auch daher ?) große Briefe und diese Missbilligung teile ich nun gar nicht.



Hier ein Riese aus Regensburg vom 9.6.1869 an das kgl. Landgericht in Regenstauf, der läppische 34,3 cm lang und 11,2 cm hoch ist. Er kostete 7 Kreuzer Franko für Briefe über 1 bis 15 Loth und 7 Kreuzer Recogebühr, die noch bar erhoben wurde. Ausweislich seiner Siegelseite kam er am Folgetag an. Ich habe zwar noch 2 deutlich größere, aber den fand ich schon beachtlich und diese Wirkung lässt sich noch verstärken, wenn man einen Minibrief daneben hält.

Interessant auch die Art der Trennung der geschnittenen Marke - etwas für den Insider und eine leichter Vorwegnahme der zukünftig kommenden Perforationen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 14.04.2018 12:07:52 Gelesen: 3690# 1246 @  
@ bayern klassisch [#1245]

Hallo Ralph,

viel schöner erhalten geht ja gar nicht, bei uns sagt man "archivfrisch", auch wenn ich den Begriff nicht mag.

Am Scan leider nicht genau zu erkennen, aber "geschnitten" wurde die Marke denke ich nicht, zumindest links und rechts scheint sie gerissen worden zu sein.

Auch wenn sie schwer unterzubringen sind, liebe ich große Briefe, mein größtes Album hat eine Blattgrösse (netto) 50x34 cm, leider stellt Safe dieses Album bzw die Blätter nicht mehr her. Deshalb bin ich jetzt auf das Safe Jumbo-Album (den Nachfolger) ausgewichen. Aber die Unterbringung von den Dingern ist echt ein Problem.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 14.04.2018 12:15:10 Gelesen: 3684# 1247 @  
@ bignell [#1246]

Lieber Harald,

du hast ein gutes Auge! Ja, in der Spätphase geschnittener Marken wurde auch oft bei den Großverbrauchern gerissen, genau wie hier, und auf der Post dürfte das auch praktiziert worden sein.

Ja, die Großformate sind ein Problem - ich stelle alles auf A3 - Seiten individuell zusammen, das hilft ungemein.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 16.04.2018 19:45:42 Gelesen: 3057# 1248 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Partei Sache (PS) als Franko Brief mit Recommandation spediert vom Königlichen Landge??? Füssen an das Landgericht in Immenstadt. Der Brief wurde gestempelt mit Fingerhutstempel von Füssen (Winkler Nr. 9, Verwendung 1835-1840 in schwarz) und bekam einen Charge Stempel (Schreibschrift)und die Manual Nummer 196 sowie ein Gitterrötel.

Da der Brief in Immenstadt gegen Recepisse abgegeben werden sollte, gehe ich davon aus, dass der Charge Stempel in Schreibschrift (Antiqua) auf der Rückseite in Immenstadt abgeschlagen wurde.

Auf der Rückseite sind auch die 4 Kreuzer Franko vermerkt, was die Abkürzung K 2 bedeutet. Da hoffe ich, dass einer von Euch hier helfen kann.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 16.04.2018 20:06:23 Gelesen: 3043# 1249 @  
@ Gernesammler [#1248]

Hallo Rainer,

Absender war das Landgericht Füssen.

Was unter 4 Kreuzer steht, weiß ich nicht - evtl. eine spätere Notation, die mit dem Brief selbst nichts zu tun hat.

Ein attraktiver Brief!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 17.04.2018 19:55:16 Gelesen: 2808# 1250 @  
@ bayern klassisch [#1249]

Hallo Ralph,

danke für den Tipp, hätte ich auch selber darauf kommen können, ist eine Abkürzung des Gerichts und dahinter gleich Füssen, aber warum einfach wenn es auch anders geht.

Gruß Rainer
 
Gernesammler Am: 18.04.2018 20:05:57 Gelesen: 2512# 1251 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Partei Sache (PS) vom 7.10.1842 vom Königlichen Landgericht Landshut an den Königlichen Herrn Pfarrer Ehrenthaler in Veitsbuch einem kleinen Ort der 1752 8 Anwesen hatte und 1925 immerhin schon 90 Einwohner und dem Kloster Veitsbuch.

Der Brief mit zwei Beilagen wurde spediert bis nach PostAu und dort zur Ablage gebracht (handschriftlich ausgewiesen)von hier denke ich ist er per Boten gebracht oder einer Nonne (war ein Frauenkloster) abgeholt worden. Gestempelt wurde mit L2 Zweizeiler von Landshut (Winkler 8a, 42mm Verwendung 1830-53).

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 18.04.2018 20:25:40 Gelesen: 2504# 1252 @  
@ Gernesammler [#1251]

Hallo Rainer,

schöner Brief - aber da steht R.S. statt P.S., sonst wäre vorne ein Porto oder hinten ein Franko vermerkt worden. Partei-Sachen waren ja immer mit Kosten verbunden und wenn du keine Taxe(n) siehst, war es nie eine P.S.

Ablage Postau hat man geschrieben, aber das war nicht so ganz richtig: Ablage Post Au hätte man schreiben sollen, aber die konnten das damals lesen. Mit einer späteren Postablage hatte es aber nichts zu tun.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 23.04.2018 20:06:11 Gelesen: 216# 1253 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Regierungs Sache (RS) vom Königlichen Forstamt Neuburg vom 12.12.1837 nach Hafenreuth an den Königlichen Revierförster Grails.

Hafenreut zählt zu den Grenzorten des alemannischen Dialektraums zum Bairischen hin. Hafenreut war eine selbständige Gemeinde im Landkreis Donauwörth und wurde am 1. Juli 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Kaisheim eingemeindet.

Gestempelt mit Fingerhutstempel von Neuburg a/D, (Winkler Nr.9, verwendet von 1833-42).

Auf der Rückseite ist nichts.

Gruß Rainer


 

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