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Thema: (?) (766) Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 784 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 15.04.2016 12:21:42 Gelesen: 10390# 760 @  
Liebe Freunde,

am 23.5.1830 gibt die Post in Form eines Briefes des Vicariats in Eichstätt unter Recommandation an das katholische Pfarramt in Absberg über Gunzenhausen ab.



Die Absenderbehörde notierte K.D.S. = Königliche - Dienst - Sache "mit Beylagen gegen Postschein", der die Nr. 1 erhielt (neuer Block angefangen).

Offenbach hatte man die Expeditionsnummer vergessen und musste sie später quer nachholen (Nr. 232).

Absberg bekam erst zum 1.7.1861 eine Postablage, die von Postexpedition Gunzenhausen bedient wurde. Ich vermute, man hat sich den Brief von Gunzenhausen nach Absberg durch den Pfarrboten mitbringen lassen.

Die Siegelseite ist blank, der Inhalt mangelt - trotzdem halte ich ihn mit 2 Abschlägen des aptierten Zweizeilers (Winkler Type 6) für attraktiv.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 17.04.2016 18:21:57 Gelesen: 9856# 761 @  
@ bayern klassisch [#760]

Hallo Ralph,

ein schönes Stück, mir gefällt er jedenfalls.

Ich möchte hier auch einen Brief zeigen, der aus Eichstädt am 29.4.1832 versendet wurde nach dem 2 Meilen entferntem Neuburg an der Donau. Der Brief war für einen Professor Neutbrook bestimmt, aber auch wenn der Inhalt vorhanden ist entzieht dieser sich meiner Kenntnis, da nicht viel zu entziffern ist. Der Absender hatte für diesen Brief 3 Kreuzer zu zahlen, diese sind auf der Rückseite vermerkt.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 18.04.2016 08:23:08 Gelesen: 9734# 762 @  
@ Gernesammler [#761]

Hallo Rainer,

dein völlig richtig beschriebener Brief zeigt den aptierten Zweizeiler von Eichstätt, der von 1823 bis 1835 regelmässig, danach noch provisorisch in der Mitte der 1840er Jahre verwendet wurde.

Weil diese Rayonstempel auf Wunsch, oder sollte man besser sagen auf Befehlt, Frankreichs 1802 hergestellt wurden, denn Frankreich und Bayern waren gegenseitig in Rayons, als Gebietsstreifen, eingeteilt worden, nach dem Ende der Ära Naopleons aber diese Rayonierung obsolet geworden war, wurden peu à peu etliche dieser Rayonstempel um eben diesen Vorsatz vor dem Ort gekürzt, was sie dann wieder passend machte für den aktuellen Postverkehr. Es gab aber auch faule Postexpeditoren, die haben munter mit den alten Rayonstempeln weiter gearbeitet, obwohl die Rayons schon Jahrzehnte verschwunden waren und sich nur noch die Alten bei der Post ihrer erinnerten.

Abgelöst wurden diese Stempel durch bayerische Einzeiler, bzw. die Halbkreisstempel, die sich als sehr lange haltbar erwiesen, wenn man mit ihnen schonend umzugehen verstand.

Bei dem hier gezeigten Brief weiß man gar nicht, wo man anfangen soll, so krumm ist er und doch auch wieder menschlich erklärbar.



Er wurde lediglich mit der Adresse "An Herrn Posthalter C. Ritter zu Frankenstein" versehen bei der Post aufgegeben. Kein Franko - Vermerk, keine Franchise, keine Expeditionsnummer, kein Absender, kein gar nichts.

Hinten völlig blank und ohne Franko oder weitere Vermerke.

Klappt man das versiegelte Papier auf, kommt einem eine Mahnung entgegen. Dort steht zu lesen: " te Mahnung Herrn Posthalter Ritter zu Frankenstein. Ich bemerke so eben daß Sie noch mit 3 f 19x (3 Gulden 19 Kreuzer) Grenz Vermarkungs Kosten in Ausstand figuriren und bitte Sie diesen kleinen Betrag mir doch gefalligst recht bald zugehen lassen zu wollen. Gegenwärtige Mahnung zur Vermeidung der Kosten ertheilt Neustadt (an der Haardt) den 18. Novembris 1846 das Königlich bayerische Rentamt - gez. Unterschrift".

Oha - ein Rentamt (Finanzamt würden wir heute dazu sagen) schickt einem Postexpeditor eine Mahnung wegen Grenzvermarkungskosten und gibt diese mit Diagonalstrich versehen bei seiner Postexpedition in Neustadt ab, wo man nichts besseres zu tun hatte, als sie abzustempeln und kostenfrei nach Frankenstein zu übermitteln.

Der siegelseitige Stempel von Kaiserslautern weist den Weg hin zum nahem Frankenstein (bei Hochspeyer). Jetzt wird es aber interessant:

Zum 15.5.1816 war in Frankenstein nach der Postbesitznahme Bayerns Adolf Ritter als Posthalter bestätigt worden und es gab dort sowohl eine reitende, wie auch eine fahrende Post (Brief- und Fahrpost also). Jedoch war das Aufkommen äußerst gering, denn von Mai 1816 bis Oktober 1817, also fast 1,5 Jahre, wurden nur 14 Gulden und 5 Kreuzer vereinnahmt! Adolf Ritter beantragte daher die Aufhebung seiner Expedition beim Postamt Speyer und diesem Ersuchen wurde zum 1.4.1818 stattgegeben.

Nur der Poststall (Pferde und Kutsche) blieb bestehen und ging am 1.10.1818 an Adolf Ritters Sohn, unseren hier genannten Karl Ritter, über. Frankenstein erhielt erst zum 1.1.1864 wieder eine eigene Postexpedition und auch dann war deren Aufkommen noch sehr gering.

Man kann sich in Anbetracht dieser Hintergrundinformationen (s. Englram S. 106) nur zu gut vorstellen, dass unser armer Karl Ritter die schuldigen 3 Gulden 19 Kreuzer kaum aufbringen konnte und er nur mittels einer Mahnung (wenn überhaupt) dazu bewegt werden konnte, seine Schulden zu begleichen.

Man sieht also, dass auch simpel anmuntende Briefe ihre eigene, kleine Postgeschichte haben können, die sehr interesant ist, in eine längst vergangene Zeit führt und Platz lässt für potentiell weitere Erkenntnisgewinne, die in so manchem Inhalt anderer alter Briefe schlummern ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 21.04.2016 20:09:59 Gelesen: 8891# 763 @  
Hallo zusammen,

hier ein Brief vom 4.10.1834 aus Monheim versandt als Parteisache nach dem 8 Meilen entferntem Ansbach, gesendet wurde das Schriftstück vom Königlichen Landgericht an die Königliche Administration .... Stiftungen zu Ansbach.

Der Empfänger hatte für den Brief 4 Kreuzer zu zahlen, auf der Rückseite ist nichts.

Gestempelt wurde mit Fingerhutstempel von Monheim (Winkler Typ 9), dieser wurde in Monheim auch erst ab 1834 eingesetzt.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 21.04.2016 20:19:52 Gelesen: 8885# 764 @  
@ Gernesammler [#763]

Hallo Rainer,

"An die Königliche Administration der unmittelbaren Stiftungen" lautet die Adresse.

Schöner Dienstportobrief der 1. Gewichts- und 2. Entfernungsstufe.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Sennahoj Am: 26.04.2016 16:03:25 Gelesen: 7444# 765 @  
Hallo zusammen,

was halten die Bayern-Experten von diesem Briefstück? Darauf Bayern Dienstmarken Mi. Nr. 53 und 54. Gestempelte Marken aus dieser Serie sind fälschungsgefährdet. Ich habe bei dem vorliegenden Stempel meine Bedenken. Bin aber kein Experte auf dem Gebiet, meine Einschätzung ist rein gefühlsmäßig.



Viele Grüße
Johannes
 
HWS-NRW Am: 29.04.2016 21:24:49 Gelesen: 6676# 766 @  
Hallo und einen guten Abend,

ich sitze an einem Sachbuch über Gebühren, die auf Formularen ausgewiesen wurden.

Zur Thematik "Zeitungsbestellung" habe ich eine Frage.



(MiNr 82) 40 Pf. Luitpold rs. auf "Zeitungsbestellung" mit Steg-K1 SCHALDING / 23.5.17 als Gebühr für die Lieferung der Donauzeitung für einen Monat an einen Soldaten im Feld



Hier noch die Vorder- und Rückseite einer weiteren "Zeitungsbestellung" von einem Soldaten, auch hier wurde die Gebühr (für drei Monate/Lieferungen) mit je 40 Pfennig ausgewiesen.

Kann mir jemand weiterhelfen bzw. bestätigen, ob die Soldaten im Feld eine ermäßigte Gebühr (hier 40 Pfennig) zahlen mußten gegenüber der normalen Gebühr von 50 Pfennig in der Portoperiode 2

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe
Werner
 
Filigrana Am: 01.05.2016 15:55:16 Gelesen: 6251# 767 @  
Hallo zusammen,



dieser Brief war am 10.10.1789 von der Firma Claude Sallier in Ehingen geschrieben. Der Handel behielt seinen geerbten Firmennamen auch nach dem Tode Salliers weiter, deswegen würde dieses Brief als Claude Sallier Seelen Witwe Erben unterschreiben.

Ehingen gehörte zum damaligen Zeitpunk zu Vorderösterreich, hatte Vorderösterreichische Post und Reichspost. Mit welcher dieser Brief, als Portobreif/6x nach Kempten lief, weiß ich leider nicht.

Kempten besaß auch beide Posten.

Da der Empfänger sich nicht in Kempten aufhielt, hat man diesen Brief mit Reichspost nach Memmingen als einen Francobrief/6x weiter geleitet.

Inhalt, die weniger Abkürzungen erläutert so wie ich sie kenne. Vielleicht hilf es einem oder anderen, wenn er sich gern mit alte Schriften auseinander setzt.



Nicolaus Stumstein (Zumstein) & Vincentz in Stift Kempten
Ehingen den 10 ten 8bre 1789

Hochzuehrende Herren!
Ohnlänggst Vernahnen ich Von Hr. Johann Brentano dero (Ihre) sehr werthe addresse, da ich Gut 3 dz (Dutzend) von b: woll: Schiller Schnuzttüch(er): haben Sollte, so belieb(e) es mir EE (eure ehrten) zu senden, d(iese) dz zu 6 f ich werde ihnen davor kunftige ulmer Mes(se) befrielig wohin ich selbten kom(m)en werde, und vielleich mehr waar von EE gebrauchen kann. In Erwarthung es mir nägter gelegenheit zu erhalten habe die Ehre mit aller hochacht(ung) zu Seyn
Claude Salliet
See(len): witt(Witwe) /Erben

LG A
 
bayern klassisch Am: 01.05.2016 18:37:01 Gelesen: 6215# 768 @  
@ Sennahoj [#765]

Hallo Johannes,

ich bin kein Pfennig - Prüfer für Bayern, halte aber den Stempel für äußerst bedenklich in jeder Hinsicht. Nun sind Teilabschläge immer problematisch in der Beurteilung, doch scheint mir der Radius und die vor allem die Buchstaben eher für ein Phantasieprodukt bzw. ein Jahrzehnte später vorgenommene Entwertung zu sprechen, als die tatsächlich nur im April - Juni 1920 mögliche durch einen Müller bzw. Braungardt - Stempel.

Ich gebe mal eine Echtheitsmöglichkeit von 1%, eher weniger.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 01.05.2016 18:38:26 Gelesen: 6214# 769 @  
@ HWS-NRW [#766]

Hallo Werner,

nicht meine Zeit, aber ich versuche mal diese Woche etwas schlauer hinsichtlich der Gebühren für diesen Postdienst zu werden und werde, wenn ich fündig geworden sein sollte, das Ergebnis hier posten.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
HWS-NRW Am: 01.05.2016 19:28:20 Gelesen: 6203# 770 @  
@ bayern klassisch [#769]

Hallo Ralph,

herzlichen Dank für Deine Mühe, freue mich, wenn Du was in Erfahrung bringst.

Einen guten 1. Mai
Werner
 
bayern klassisch Am: 03.05.2016 08:55:59 Gelesen: 5937# 771 @  
Liebe Freunde,

heute ein Brief aus Straubing vom 11.4.1852 nach Bremen bis 1 Loth über 20 Meilen via Taxis (FFM) und nicht die zu erwartende Route via Sachsen und Preußen, s. schwachem Ankunftsstempel von TT - Bremen vom 13.4.1852.



Alle Briefe mit Auswanderer - Relevanz sind für mich Highlights der PO, daher wundert es nicht, dass der Absender, Paul Hummel aus Straubing, zu dem ich folgendes gefunden habe:

https://books.google.de/books?id=o4VCAAAAcAAJ&pg=PA28&lpg=PA28&dq=paul+hummel,+straubing&source=bl&ots=npx6T9mIRS&sig=cGaCn4hwW53YHC8OdVTUKNwezJ0&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjjpveaqb3MAhXDmBoKHdl6AqQQ6AEIHTAA

Flachsindustrieller aus Straubing, also wohl nicht ganz verarmt, an Consul Pokrantz, einen der größten Auswanderungsagenten Deutschlands, dito.

Innen sehen wir eine Liste von Personen aus dem Raum Straubing, die von Hummel aquiriert worden sind, nach Amerika auszuwandern und die er Pokrantz nun mitteilt.







Ich schreibe sie hier einmal ab - vlt. findet sich zu dem ein oder anderen etwas im Netz, was ganz toll wäre, weil man hier den Anfang einer Auswanderung hätte:

Personen welche eintreffen:

Andrä Nirschl
Anton Nirschl
Lorenz Weinberger
Magdalena Völkl
Georg Spekmaier
Jos. Höpfl
Maria Dirscherl
Sebastian Feldmaier
Walburga Feldmaier
Franziska Feldmaier
Wolfgang Fischer
Joh. Herrnberger
Maria Schmidbauer
Johann Wittenzeller
Anna Bök
Leopold Iglberger 1. Mai
Margarethe Scherzberger
Kunigunde Ditto (als Scherzberger)
Joseph Hahn
Xav(er) Wurzer
Anna Fritsch nebst Säugling
Frau Theres Voerge, nebst Säugling
deren Kinder: Franz, 10 Jahre
Andrä 9 Jahre
Johann 8 Jahre
Elisabeth 1 Jahr
Anna Vogl, welche ich Herrn Lanerer zugewiesen.

Wer weiß, vlt. findet jemand hier im Forum jemanden aus der Verwandschaft, wäre doch toll!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.05.2016 11:34:47 Gelesen: 5728# 772 @  
Liebe Sammlerfreunde,



eine kleine Besonderheit hat dieser Brief vom 6.4.1856, der in Straubing perfekt bearbeitet wurde, nur hat der Absender vergessen, das zwingend zur Adresse gehörende Wort "Franko" unten links zu notieren, weswegen er nur meine Sammlung ziert. Bei der Abgabe in Markt Weiler (heute: Weiler) im Allgäu hat das aber auch keinen gestört.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.05.2016 11:42:16 Gelesen: 5723# 773 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen netten Brief aus Straubing vom 8.10.1856 zum k. Regierungs Fiskalate von Niederbayern in Landshut mit dem Vermerk: "franco Post- und Lieferschein".



Die Chargéstempel wurden etwas trocken erwischt, die Reco-Nr. 420 dahingekrakelt, aber die Marke, wie immer bei Straubing, recht gut getroffen. Leider ist die Siegelseite blank, wie so oft bei Briefen, denen ein Lieferschein = eine Retour - Recepisse untergebunden war.

Immerhin hat der Absender für den Brief über 1 - 4 Loth 6x Franko, 6x für den Postschein und 6x für den Lieferschein berappen müssen - da war Hinlaufen auch nicht viel teurer damals.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Sennahoj Am: 05.05.2016 09:20:17 Gelesen: 5448# 774 @  
@ bayern klassisch [#768]

Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Erläuterungen zum Dienstmarken-Briefstück. Ich habe schon befürchtet, dass der Stempel vermutlich nicht echt ist.

Viele Grüße
Johannes
 
bayern klassisch Am: 05.05.2016 10:17:52 Gelesen: 5414# 775 @  
@ Sennahoj [#774]

Hallo Johannes,

man könnte es Dr. Achim Helbig schicken, der hier sehr kompetent ist, dann hättest du Gewißheit. Bei der Unzahl von Stempeln des Jahres 1920 und dem nur fragmentarischen Abschlag mit dubios anmutender Farbe ist die Chance auf Echtprüfung gleich Null und für dich außer Spesen nichts gewesen.

Wenn du vielleicht mal andere Marken oder Briefe hast, die echt sein könnten und einer Prüfung wert, wäre eine Mitgabe an Achim sicher sinnvoll, nur um sicher zu gehen.

Leider ist die Masse der besseren Marken = höheren Nominalen dieser Ausgabe falschgestempelt, bestensfalls gefälligkeitsgestempelt, weil man bald merkte, dass ihre Verwendungszeit kurz war und der "Markt" lieber gestempelte Marken hatte, als ungebrauchte. Die ungebrauchten waren aber zahlreich, sogar bei den Butter-und-Brot-Werten von 5, 10, 15, 20 und 30 Pfennigen, so dass diese auch gleich in den 1920er Jahren (mit den authentischen Stempelgeräten!) nachgestempelt wurden - unter Weglassens der Jahreszahl über Ecke (wie hier von mir vermutet), oder zentrisch aber rückdatiert.

Den damaligen Sammlern war das a) entweder egal, galt es doch eine Lücke im Vordruckalbum zu schließen, oder b) man hat andere Sammlerfreunde damit veräppelt und gut eingetauscht. Leider ist letzteres gar nicht mal so selten gewesen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Sennahoj Am: 14.05.2016 12:06:10 Gelesen: 3344# 776 @  
Hallo Ralph,

entschuldige meine späte Antwort. Nochmal vielen Dank für deine Hilfe. Ich werde das Stück erst einmal nicht zum prüfen wegschicken. Wie du gesagt hast, wenn sich irgendwann mal ein paar Marken oder Belege angesammelt haben, gebe ich es einfach mit zum prüfen.

Gruß
Johannes
 
bayern klassisch Am: 25.05.2016 16:29:13 Gelesen: 1123# 777 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich - für einen lieben Freund gekauft - eine Postkarte aus Lindau vom 18.11.1875 nach Mailand, mit 3 Kreuzern tarifgerecht frankiert. Dergleichen Postkarten sind zumindest heute nicht sehr häufig, weil es nur 6 Monate möglich war, für nur 3 Kr. nach dorthin zu schreiben und die Masse der Bürger hatte eh kein großes Vertrauen in die Integrität der Post.



Der Text ist auch weniger lustig und zwar für alle Beteiligten (und das waren hier deren drei):



"Die uns mit Ihrem Geehrten vo 9. Novb. angekündigten 2 Kisten Peitschenstöcke L S S No 90 + 91 trafen heute hier ein. Die Herren Schuler & Dethleffs in Isny theilten uns mit, daß sie daraufhin die Annahme verweigern, weil eine ?Textverlust" von F(ran)cs 550 darauf hafte. Sie hätten Ihnen hierüber ?Textverlust" geschrieben u(nd) bitten wir Sie, uns zu sagen, wie wir uns zu verhalten haben. Mit aller Achtung ergeben, Lindau, 18. Novbr. 1875 Ruepprecht & Cie"

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 25.05.2016 20:35:05 Gelesen: 1048# 778 @  
Kleines Briefchen aus München vom 9.10.1845 nach Bonn, Ankunft 12.10.

Ovaler Grenzübergangsstempel "BAYERN" von der preussischen Postverwaltung angebracht.

Der Stempel findet sich bei Feuser/Münzberg "Deutsche Vorphilatelie" unter Nr. 181.



BG, hajo22
 
bayern klassisch Am: 25.05.2016 20:43:18 Gelesen: 1040# 779 @  
@ hajo22 [#778]

Hallo hajo22,

nettes, kleines Frankobriefchen Bayern - Taxis - Preußen.

Bayern setzte 12 Kreuzer für sich an und 7 Kreuzer für Preußen, die Preußen vorne mit "2 S" für 2 Silbergroschen in heimische Valuta reduziert hatte.

Den Terminus "Grenzübergangsstempel" für "BAYERN" im Oval würde ich nicht bei einer Beschreibung wählen - besser wäre Herkunftsstempel bzw., wenn es einen Postvertrag dazu gäbe (gibt es nicht, wurde 1838 mal eben so eingeführt), könnte man auch Postvertragsstempel zu ihm sagen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 25.05.2016 21:56:48 Gelesen: 1014# 780 @  
@ bayern klassisch [#779]

Ja, Herkunftsstempel ist als Bezeichnung besser. Die preussische Post dachte wohl damals, in Bonn kennt kein Mensch München. Hat sich inzwischen sicherlich geändert.

BG, hajo22,
der noch eine Menge bay.Vorphilabriefe sein eigen nennt.
 
hajo22 Am: 26.05.2016 14:51:39 Gelesen: 803# 781 @  
Weil heute Feiertag in Bayern ist, hier ein "Bayern-Brief" der ganz besonderen Art.

Gestempelt wurde der Brief in Regensburg am 24.9.1893 und erreichte München noch am gleichen Tag.

Auf der Briefrückseite kein Absender, nur ein kleines Krönchen.

Wer war der (männliche) Absender und warum wurde für den unfrankierten Brief keine Nachgebühr erhoben?

Ein Tipp noch von mir: Der Brief befindet sich nicht in meiner Bayern-Sammlung, sondern ist einem ganz anderen altdeutschen Sammelgebiet zugeordnet. Welchem?



VG, hajo22
 
bayern klassisch Am: 26.05.2016 15:22:43 Gelesen: 787# 782 @  
@ hajo22 [#781]

Hallo hajo22,

das wird ein Brief aus dem Fürstenhaus derer von Thurn und Taxis gewesen sein, daher auch deine treffende Zuordnung zu Taxis und nicht Bayern.

Die Aufgabepost erkannte a) sowohl die Handschrift, als auch b) das Krönchen siegelseitig und notierte daher "f" auf der Vorderseite, um den Münchener Kollegen zu dokumentieren, dass hier alles seine Richtigkeit hatte ("f" für "franco", also nicht mit Porto zu belegen).

Bitte weitermachen, auch wenn der Feiertag bald vorbei ist.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 26.05.2016 16:11:18 Gelesen: 773# 783 @  
@ bayern klassisch [#782]

Ausgezeichnet wie immer.

Ich ergänze noch: Der Absender war Fürst Albert von Thurn und Taxis (1867-1952). Seine Post genoß zumindest in Bayern Portofreiheit. Das "f" in der Anschrift ist allerdings leicht zu übersehen. Und ja, der Beleg ist in der Sammlung T&T.

Schönen Feiertag,
hajo22
 
Gernesammler Am: 26.05.2016 19:12:35 Gelesen: 729# 784 @  
Hallo Sammlerfreunde,

hier ein Brief als Partei Sache versendet am 12.12.1837 von Neuburg an der Donau in Oberbayern nach Hafenreuth in Schwaben. Hafenreuth zählt zu den Grenzorten des alemannischen Dialektraums zum Bairischen hin. Der Ort hat selbst heute nur 231 Einwohner. Auf der Rückseite ist ein gut erhaltenes Papiersiegel.

Gruß Rainer


 

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