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Thema: (?) (937) Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 947 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 12.12.2016 20:40:38 Gelesen: 16935# 923 @  
@ Gernesammler [#922]

Hallo Rainer,

mit den Meilen liegst du nicht ganz richtig - 6 Kreuzer reichten nur für 10 bis 20 Meilen. Bei über 20 Meilen hätte man schon mit 9 Kr. frankieren müssen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 12.12.2016 21:25:13 Gelesen: 16918# 924 @  
@ bayern klassisch [#923]

Hallo Ralph,

es waren natürlich 17 Meilen - wer weiß, was ich da gerechnet habe. ☺

Gruß Rainer
 
Gernesammler Am: 15.12.2016 20:17:37 Gelesen: 16116# 925 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus München vom 16.10.1850 oder 56 ?? nach Augsburg an den Tabakfabrikanten Herrn Lotzbeck, für das Franko wurde eine Bayern 2 verklebt. Auf der Rückseite ist der Ankunftsstempel "Bahnh.Augsburg".

Ich habe diesen Brief als Platte 1 gekauft kann das sein, die Merkmale erfüllt die Marke, was mich jetzt stutzig macht wäre das Datum mit Jahrgang 1856.

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 16.12.2016 06:42:04 Gelesen: 16000# 926 @  
@ Gernesammler [#925]

Hallo Rainer,

das müsste eine Platte 2c sein - sie erfüllt kein Kriterium der 2I, die es im Okt. 1856 eh nicht mehr gegeben hätte. Ich hoffe, der bezahlte Preis orientierte sich nicht an dem eines Briefes mit einer 2I.

Allein schon die letzte Type des geschlossenen Mühlradstempels 217 von München, der in der 2. Verteilung weitergereicht wurde, zeigt, dass es keine 2I sein kann, weil er erst ab 1855 eingesetzt wurde (dann nach Holzkirchen).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Max78 Am: 16.12.2016 09:26:09 Gelesen: 15971# 927 @  
Guten Morgen Rainer und Ralph,

die Bestimmung der Marken finde ich sehr interessant, allerdings habe ich noch eine Frage bezüglich des Papiers. Es kommt ja häufig vor, dass solch makellose Briefe nicht umsonst so aussehen. Ich habe oft den Eindruck, dass diese auf irgend eine Art und Weise chemisch behandelt wurden, man sieht es bei manchen Exemplaren in der eigenen Sammlung wie auch immer häufiger bei Online-Auktionshäusern (den Buchten ;-). Die guten Stücke werden im Lauf der Zeit ja immer rarer und die Nachfrage muss ja irgendwie gedeckt werden.

Würde ich zehn Zigaretten hintereinander rauchen wäre mein Gesicht wahrscheinlich genauso fahl wie das Papier dieses Briefes. Den Abstempelungen macht das natürlich nichts aus und für meinen Geschmack ist das für diese auch nicht wertmindernd. Aber wenn es speziell um die Bestimmung der Marke geht, wie sieht es da aus? Daher eine Frage an Dich Ralph, Du kennst die Bayernmarken in- und auswendig: Hat das Papier dieser 3 Pfennig wirklich noch seine natürliche Tönung? Wenn ja, dann würde mich das erstaunen und wenn nein, ist sie dann überhaupt noch etwas wert?

mit Grüßen Max
 
bayern klassisch Am: 16.12.2016 09:39:53 Gelesen: 15964# 928 @  
@ Max78 [#927]

Hallo Max,

Papier ist ein veränderliches Produkt. In der Regel verändert sich das Papier einer Marke wie das Papier des Briefes, auf dem sie prangt, 1 zu 1.

Der Brief ist eher "grau", was eine gewisse Verblassung unterstellen lässt. Mit der Verblassung des Briefes geht auch, wenn die Zusammensetzung des Markenpapiers nicht gravierend anders ist, auch die Verblassung der Marke einher.

Ich habe etliche Bögen Bayernmarken sehen dürfen, die von 1850 - ca. 1950 perfekt in den Akten der Materialverwaltung München bzw. dem jeweiligen Ministerium gelagert waren. Die waren weitestgehend original erhalten, manchen leicht gegilbt durch das sie umgebende, leicht chamois - farbige Papier, bzw. durch das Durchschlagen des Gummis bei erhöhter Luftfeuchtigkeit.

Da Bayern aber große Auflagen kannte und die Papierqualität immer schwankte, mag es auch damals schon gräulicheres und gelblicheres Papier gegeben haben, das dann durchaus heute, je nach Lagerung und Briefuntergrund, noch gräulicher bzw. gelblicher wirkt, als es das damals schon war.

Eine Ableitung auf die finanzielle Schiene wird von Sammlerkreisen nur dahin vorgenommen, wenn Briefpapier und Markenpapier optisch diametral gegenüber stehen, also Brief rein weiß, Marke vergilbt oder vergraut bzw. umgekehrt.

Gehen, was die Regel ist, die beiden Tönungen Hand in Hand (oder Ton in Ton), führt das i. d. R. zu keinem merklichen Abschlag, weil es halt ein Produkt mit Alterungsprozeß ist und 160 Jahre an Papier fast nie spurlos vorüber gehen können (es gibt aber Ausnahmen bei sehr hohen Qualitäten und perfekter Lagerung!). Letzteres bedeutet aber einen Glücksfall und Glücksfälle in der Philatelie müssen immer auch bezahlt werden. Auch in den Buchten.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Max78 Am: 16.12.2016 13:27:02 Gelesen: 15901# 929 @  
Lieber Ralph,

danke Dir für diese genauere Erklärung. Mir ist es bis jetzt noch nicht ganz klar wie man "natürlich" alterndes Papier von den nachbehandelten wirklich gut unterscheiden kann, besonders wenn es sich um graustichige Veränderungen handelt. Womöglich wird es am besten sein, sich diesbezüglich allein auf die Druckfarbe der Marke zu konzentrieren, die z. B. bei der oberen noch satt und kräftig erscheint, und somit wahrscheinlich nicht chemisch nachbehandelt wurde.

Aber als Bayern-Sammler dürfte man gar nicht mal so schlecht bedient sein mit den 100-160-jährigen Belegen. Ich denke nur an die Infla-Zeiten, das Ende des WW2 und die Alliierte Besetzung, wesentlich jüngere Belege, die nicht mal ansatzweise an die Qualität der Briefe um die Jahrhundertwende rankommen.

mit Grüßen ins Wochenende Max
 
bayern klassisch Am: 16.12.2016 16:07:06 Gelesen: 15858# 930 @  
@ Max78 [#929]

Hallo Max,

die farbliche Manipulation von losen Marken und von Marken auf Briefen ist eine ganz andere Sache, als die klassische Alterung.

Bei der 3 Kr. blau wäre eine farbliche Beeinflussung sinnlos, weil diese Marke nicht nach Tönen gesammelt wird, Ausnahme die fiktiven Unterschiede 2Ia "blau" zu 2Ib "dunkelblau".

Bei der farbfreudigen Nr. 5, 9 Kreuzer grün, gibt es zahlreiche chemische Manipulationen, die alle in Richtung "blau" tendieren, weil blau- bzw. bläulichgrüne Exemplare (5a und 5b) teurer gehandelt wurden und werden, als grüne/gelbgrüne Stücke.

Man kann diese relativ leicht erkennen, wenn das "blau" zu blau ist. Die Fälscher tauchten die Marken in der Originalfarbe grün in einen Chemiemix, der aus grün ein grünliches Blau machte. Die Originale zeigen aber ein bläuliches Grün. Davon abgesehen sind praktisch alle 5a und 5b Marken der Jahre 1851-1855 (ohne Restbestände) und wurden daher so gut wie immer im Rahmen der 1. Verteilung entwertet. Es sind bis heute keine 3 Marken zweifelsfrei aus 5a und 5b mit offenen Mühlrädern bekannt geworden (Liegenbleiber, Portemonnaiemarken). Das wussten aber unsere Fälscher nicht und daher sind bläuliche Marken mit offenen Mühlrädern zu 99,9999 % farbverfälscht.

Die Nr. 13a/b kann man bis auf 2 oder 3% aller Marken anhand eines anderen Druckbildes / Farbauftrags unterscheiden. Farbfälschungen gibt es da keine.

9c und 10IIb sind weniger farbbasiert, sondern eher durch andere Papiere mit deutlich geringerer Farbakzeptanz bedingt und können von daher gar nicht gefälscht werden.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 16.12.2016 20:13:11 Gelesen: 15806# 931 @  
@ bayern klassisch [#926]

Hallo Ralph,

danke für die Info zur Marke, ich habe den Brief unter der Option erworben wenn falsch dann anmahnen und dafür noch andere Briefe extra, das Geld ist ja sowieso ausgegeben, nur nicht der ganze Preis für eine 2I auf Brief sondern etwas preiswerter. Das Jahr 1856 hatte ich mit einfließen lassen da im neuen Buch zur Marke auf Seite 14 erwähnt wird, "Enwertungen aus der 2.ten Stempelverteilung ab Dezember 1856 mit geschlosenem oder offenen Mühlradstempel".

Hier noch ein Brief aus Nürnberg vom 11.10.1851 nach Osterhofen (25 Meilen) an B.Drexler, verklebt 2 Marken der 2 IIa.Gestempelt mit Zweikreisstempel mit Zierstücken von Nürnberg sowie der geschlossene Mühlradstempel 243 und auf der Rückseite als Ankunftsstempel Halbkreisstempel von Osterhofen.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 24.12.2016 15:26:06 Gelesen: 13263# 932 @  
Liebe Freunde,

im Rahmen meiner Contraventionssammlung sind relativ wenige Karten vorhanden, weil die Bedienung narrensicher war und für diejenigen, die lesen konnten, sogar aufgedruckt worden waren. Dennoch kam es vor, dass man seitens der Post bzw. der Postkunden seine Probleme hatte, die Vorschriften zu erfüllen und so sind alle Belege, die Contraventionen bei Correspondenz- und Postkarten zeigen, äußerst sammelnswert.



Die 1. aus Nürnberg datiert vom 1.12.1874 und lief nach Graefenthal in Thüringen. Wer lesen kann, ist und war schon immer klar im Vortei. Rechts hatte die bayerische Post sicher nicht aus Langweile aufgedruckt "Zum Aufkleben der Freimarke" und darunter im Kreis "Post-Aufgabe-Stempel" beigefügt, wollte also haben, dass der Absender oben rechts frankiert (früher gewünscht oben links!) und die Aufgabepost ihren Stempel unter die Frankatur setzte.

Danke an einen Unbekannten in Nürnberg, dass er das Paar links klebte, nach alter Sitte also und an die Post in Nürnberg, die auf einen Aufgabestempel ganz verzichtete.



Weil man auf einem Bein schlecht stehen kann, folgte in dieser Woche noch der 2. Schlag - diesmal allerdings ohne Zutun eines Schreib- und Leseungewohnten. Am 25.5.1873 im lieblichen Kempten frankierte man korrekt mit 2 Kreuzern eine Karte ins ebenso schöne Prag. Man(fred?) Brugger warf seine Karte wohl direkt in den Schlitz des Zuges Richtung Norden ein, denn Aufgabe- und Entwertungsstempel von Kempten mangeln. Ungewöhnlich ist eine so späte Federzugentwertung schon ein bisschen. Weil man schon in Bayern Fehler machte, stempelte man die Karte in Prag auch nicht - wenn schon, denn schon, wird man sich gedacht haben, so dass der Postenlauf und die Zeit nicht nachvollziehbar bleiben müssen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 29.12.2016 20:03:44 Gelesen: 11435# 933 @  
Hallo Sammlerfreunde,

hier ein Brief als Regierungssache innerhalb der Pfalz vom 17.9.1872 gesendet vom Königlichem Bezirksamt in Frankenthal an das Bürgermeisteramt in Kirchheim an der Eck.

Gestempelt mit Halbkreisstempel von Frankenthal und Siegelstempel des Königlichem Bezirksamts auf der Rückseite der Ankunftsstempel (Halbkreisstempel) von Kirchheim a.d.Eck, Verwendungszeit 1866 - 1880.

Gruß Rainer




 
Gernesammler Am: 05.01.2017 19:39:05 Gelesen: 9036# 934 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 5.1.1863 von einem J.Andreas Pfaff aus Hammelburg, spediert nach dem 28 Meilen entferntem Halver bei Iserlohn in Preussen an die Herren Asbeck & Krumme, hier kam der Brief am 7.1.1863 zur Ausgabe siehe Stempel auf der Rückseite.

Der Brief wurde mit der Bahnpost versandt, der Bahnpoststempel von Mainz/Cöln ist abgeschlagen.

Für das Franko wurden eine Bayern Nr.9 und 10 verklebt und mit geschlossenem Mühlradstempel Nr.178 von Hammelburg gestempelt.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 19.01.2017 20:03:14 Gelesen: 6969# 935 @  
Hallo Sammlerfreunde,

dieser Brief wurde versendet vom Königlischen Land....gericht München am/Inn nach Trostberg ans Königliche Landgericht als Partei Sache.

Verklebt wurde für das Franco eine Bayern Nr.9 gestempelt mit offenem Mühlradstempel Nr.25 und Halbkreisstempel "München Vst.Au" (Au wurde 1808 zur Vorstadt von München erhoben).

Auf der Rückseite ist als Ankunftsstempel ein Halbkreistempel (12a ohne Punkt) von Trostberg abgeschlagen.

Da der Brief leider nicht eindeutig datierbar ist, der Halbkreisstempel von München Vst.Au aber nur 1862 und 1867 in Verwendung war und der Halbkreisstempel von Trostberg erst 1866 zur Verwendung kam, kann man denke ich den 14.9.1867 als Datum der Aufgabe des Briefes sehen.

Interessant wäre jetzt noch zu wissen, welcher der Postbeamten damals geschlafen hat, im Stempel von Au ist der 14.9. angegeben und im Stempel von Trostberg der 14.6.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 19.01.2017 20:16:05 Gelesen: 6963# 936 @  
@ Gernesammler [#935]

Lieber Rainer,

Absender war das königliche Handelsgericht München rechts der Isar. Der Inn ist ein wunderbarer Fluß, aber durch München fließt er leider nicht, er fließt östlich um München herum.

Bei den Postexpeditionen von München rechts der Isar = Au bei München und Trostberg gab es aber keine Beamte - es waren "nur" Postexpeditoren, die per Dienstvertrag angestellt worden waren.

Weil sich beide Monatsdaten widersprechen, ist es m. E. nicht möglich zu sagen, wer seine Monatsangabe falsch eingestellt hatte.

Prinzipiell und nach der Vorschrift war jeden Morgen vor Schalteröffnung der Aufgabestempel richtig einzustellen und die Korrektheit der Einstellung an einem Probeabschlag zu überprüfen. Einer von beiden scheint da wohl geschlafen zu haben.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 31.01.2017 20:09:52 Gelesen: 5036# 937 @  
Hallo Sammlerfreunde,

hier ein Brief aus Landshut vom 11.8.1869 nach Essenbach über Mirskofen, hier auch auf der Rückseite der Halbkreisstempel von Mirskofen (Winkler Nr.12a Verwendungszeit 1864 und 1868).

In Essenbach wurde 1852 eine Expedition eingerichtet, diese wurde aber am 1.4.1860 aufgehoben und die Post nach Mirskofen spediert. Für das Franko wurde eine Marke zu 3 Kreuzer verklebt (Bayern Nr.15).

Der Brief ging an einen Herrn Mathias Greiner.

Im Text steht: Landshut den 10.August 1869 P.S. am 7. Dezember vorigen Jahres haben wir den Auftrag erhalten, Ihrem Gesellen Georg Artmann die Hälfte seines Arbeitslohnes abzuziehen,

Den Rest kann ich leider nicht entziffern, gleiches gilt für den kleingeschriebenen Text der quer zum Brief geschrieben wurde, hier könnte ich mal Hilfe gebrauchen.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 04.02.2017 12:40:03 Gelesen: 4102# 938 @  
Lieber Rainer,

ich habe auch Probleme mit der Schrift - ich hoffe, es findet sich einer, der es besser kann, als wir.

Liebe Freunde,

das folgende gute Stück musste ich kaufen, weil ich die beiden Postorte Regensburg und Stadtamhof über der Donau sonst kaum einmal belegen kann.



Mit 1 Kr. frankiert ging es am 19.11.1871 von Langenfeld als Drucksache an folgende Adresse:

"Herrn Wilhelm Reinhardt
Bfm
Regensburg
Ablage: Stadtamhof
Holzhandlung Fischel"



Schön zu sehen, wie man in Regensburg und Stadtamhof stempelte und auch das eingedruckte Monogramm erfreut mein Auge.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 05.02.2017 09:48:01 Gelesen: 3812# 939 @  
Liebe Freunde,

ein Brief des Fürstenhauses aus Regensburg vom 16.5.1822 an "Das fürstlich Thurn und Taxische Oberamt Strassberg" zeigt den Vermerk "foGrz" für "franco Gräntze" und wurde, auch wenn es nicht notiert worden war, unter Recommandation aufgegeben.



Das Fürstenhaus zahlte hierbei gar nichts, sondern bekam nur den Schein ausgehändigt (Reco-Nummer 12). Daher ist auch siegelseitig keine Frankotaxe bis zur bayerischen Grenze zu sehen. Franco bedeutete hier Gebührenfreiheit, nicht bezahlt!

Aus Wikipedia zitiert:

"Straßberg unter den Fürsten von Thurn und Taxis und Hohenzollern-Sigmaringen

Infolge der Säkularisation 1803 wurde das Damenstift Buchau aufgehoben und seine Herrschaftsrechte und Besitzungen in Straßberg dem Fürsten von Thurn und Taxis übertragen. Im Vorgriff auf diesen Rechtsakt hatte das Fürstliche Haus Thurn und Taxis die Herrschaft Straßberg bereits 1802 in Besitz genommen. Im Frühjahr 1806 ließ das Königreich Württemberg die Thurn und Taxis’sche Herrschaft Straßberg und dann auch das Territorium von Hohenzollern-Sigmaringen besetzen. Doch 1806 wurde Hohenzollern-Sigmaringen unter Anton Aloys in den Rheinbund aufgenommen, dieser erhielt damit den Status eines souveränen Bundesfürsten. In der Rheinbundakte wurde die Fürstlich Thurn und Taxis’sche Herrschaft Straßberg der Landeshoheit von Hohenzollern-Sigmaringen unterstellt. Die ehemalige Herrschaft Straßberg bildete nun mit den Orten Straßberg, Frohnstetten und Kaiseringen das Oberamt Straßberg. Der Fürst von Thurn und Taxis behielt seinen Grundbesitz, die sogenannte Grundherrschaft.

1835 verkaufte der Fürst von Thurn und Taxis die Standesherrschaft Straßberg an die Gräflich Langenstein’sche Kuratel. Jedoch trat Erbprinz Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen 1836 in den Kaufvertrag ein und erwarb die Standesherrschaft Straßberg."

Obwohl Thurn und Taxis zu dieser Zeit dort regierten, wurden von Taxis an Taxis 4 Kreuzer fällig. Außerdem wurde dort eine eigene Reco-Nr. 62 vergeben (wohl bei der Umkartierung der bayer. Post).

Solche Briefe sind keine Weltraritäten - aber sie sind nett und widersprechen jedem logischen Denkansatz, weshalb sie besonders zeigens- und sammelnswert sind.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 07.02.2017 19:42:47 Gelesen: 3409# 940 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Fahrpostschein der Königlichen bayrischen Expedition Dinkelsbühl vom 30.10.1843, wenn ich es richtig lese für ein Paket (Inhalt/Wert) Neunundvierzig Gulden.
Dieses wurde spediert nach Soest an einen Herrn von Kamptz, für das Franko waren zu bezahlen gesamt 38 Kreuzer, davon 4 Kreuzer Scheingebühr.

Zu Anfang der Berechnung wurden für das Franko 26 statt 34 Kreuzer verlangt, kann mir jemand sagen wer die 8 Kreuzer hinzu gerechnet hat und wofür.
Verwendet wurde hier der Schein (Handbuch Nr.30) Verwendungszeit von 1836 - 1847, es gab diesen Typ auch in grün.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 07.02.2017 21:41:34 Gelesen: 3376# 941 @  
@ Gernesammler [#940]

Lieber Rainer,

ich lese neben den 26 Kreuzer Stuttgart. Hinter den 8 Kreuzern könnte ein weiterer Ort stehen, bis wohin man frankiert hatte.

Es ist daher davon auszugehen, dass der Empfänger in Preussen noch ab dem zweitgenannten Ort das Porto bis Soest zu zahlen hatte.

Beide Notationen muss es bei der Aufgabe gegeben haben, da keine weiteren Posten Postscheine "behandeln" durften.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 08.02.2017 20:12:24 Gelesen: 3240# 942 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Fahrpostschein der Königlichen bayrischen Expedition Ansbach (seit 1808 KB Postanstalt), vom 30.3.1842 nach Markt Bibrat an einen Herrn Weikert.

Ausgestellt wurde der Fahrpostschein über ein Paket 24 Loth im Wert von Achtundzwanzig Gulden. Was mir unklar ist, warum hinter dem Wert nochmals 42 1/2 Loth stehen.

Für das Paket wurde eine Gebühr von 10 Kreuzern erhoben, 6 für das Franko und weitere 4 für die Scheingebühr.

Auf der Rückseite sind gegenüber dem vorigen Stück aus Dinkelsbühl auch mehrere Unterschiede zu beobachten z.B. die Klammern an den Zahlen oder die Trennung in den Worten, sowie in Punkt 3 "einem Vierteljahre".

Markt Bibart gehörte über Jahrhunderte zum Fürstbistum Würzburg und war Sitz eines Amtes. Bibart lag im Fränkischen Reichskreis. 1803 fiel der Ort an das Königreich Bayern.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 08.02.2017 20:45:45 Gelesen: 3222# 943 @  
@ Gernesammler [#942]

Lieber Rainer,

da steht "Zwanzig Acht Gulden 42 1/2 Kreuzer". Der Wert war immer in Buchstaben zu schreiben, die schwerer zu (ver-)fälschen waren, als Ziffern.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 10.02.2017 19:45:27 Gelesen: 2926# 944 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 4.3.1865 aus Altenburg in Thüringen, wahrscheinlich durch einen Fuhrmann oder Forwader bis Helmbrechts mitgenommen und dort aufgegeben nach Naila.

Somit wurde das Franko für 18 Meilen gespart und es waren nur 3 Kreuzer bis Naila zu zahlen. Der Brief selbst ist von Jacob Prößdorf technische Fettwaren in Altenburg und beinhaltet einen Avis auf die bestellte Ware nebst Rechnung.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 10.02.2017 21:15:05 Gelesen: 2899# 945 @  
@ Gernesammler [#944]

Lieber Rainer,

von Altenburg nach Naila waren es 90 km, also gleich 12 Meilen. Ein einfacher Brief wie hier hätte also 2 Groschen gekostet, die paritätisch 7 Kreuzer wert waren.

Auf diese Weise hat der Absender also netto 4 Kreuzer gespart, wenn er dem Überbringer für seinen Dienst nichts gegeben haben sollte. War auch Geld.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 23.02.2017 19:29:19 Gelesen: 939# 946 @  
Hallo Sammlerfreunde,

das gute Stück habe ich am Wochenende bekommen, eine Tariftabelle von 1858 für die Beförderung von Telegrammen aus Hof nach anderen aufgeführten Telegraphen Stationen. Das Zettelchen ist 66 x 39 cm groß also fiel der Scanner weg, es blieb nur der Fotoapperat übrig, deswegen die nicht ganz so tollen Bilder.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 23.02.2017 20:23:37 Gelesen: 917# 947 @  
@ Gernesammler [#946]

Hallo Rainer,

ein sehr schönes Stück - Glückwunsch! War sicher nicht für kleine Münze zu haben, weil fast schon museal.

Diese Plakate, sicher gibt es einen treffenderen Ausdruck dafür, hingen früher in den "Postlocalen" (nein, das waren keine Kneipen für alkoholisierte Beamte) öffentlich aus, so dass jeder Kunde sehen konnte, was ein Telegramm kostete.

Bei den saftigen Preisen war dieses neue, schnellste Medium fast ausnahmslos der Oberschicht zugänglich und wurde von diesem auch ausgiebig genutzt.

Danke fürs Zeigen dieses Traumstücks und liebe Grüsse,
Ralph
 

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