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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 976 Beiträge:
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Gernesammler Am: 02.03.2017 20:08:41 Gelesen: 21739# 952 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Augsburg vom 7.11.1832 nach Tübingen in Württemberg, für die über 20 Meilen waren vom Empfänger 8 Kreuzer zu bezahlen diese gingen a 4 Kreuzer an Bayern und an Württemberg.

Viel lesen kann ich von dem Brief nicht, aber zeigen möchte ich diesen doch gern allein wegen der Faltung des Briefes.Als ich diesen erworben hatte war dieser in einer Hülle auf der stand "Bitte nicht öffnen!", aber man ist ja neugierig und ich habe beim ersten mal auch ca. eine halbe Stunde gebraucht, um alles wieder in Form zu bringen und den Brief in der richtigen Reihenfolge zu falten, da dies auch noch eine Doppelseite ist.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 04.03.2017 22:16:21 Gelesen: 21654# 953 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich in zeitlich korrekter Abfolge eine Trilogie von Ulmer Briefen mit Postaufgabe im bayerischen Neu-Ulm, die mir in den letzten Tagen in die Finger gefallen sind. Dass dabei noch 3 Ausgaben von Bayern frankiert wurden, macht die Sache sicher nicht schlechter.

Ad primum:



Die Firma Kindervater in Ulm ist uns bereits als sparsam bekannt und gab auch diesmal einen Brief in Neu-Ulm nach Kaufbeuren auf. Am 26.12.1855 in Ulm geschrieben, erfolgte die Postaufgabe am Folgetag in Neu-Ulm mit 3 Kr. bis 12 Meilen bis 1 Loth. Am 28.12. kam er beim Empfänger an. Im Inhalt ging es um eine Tratte einer Remscheider Firma im Wert von 88 Gulden und 20 Kreuzern. Nervenzerfetzend ist er also nicht gerade.

Ad secundum:



Einem lieben Sammlerfreund (vielen Dank dafür!) habe ich den hier zu verdanken: Firma Alfred Vogel in Ulm schrieb am 4.8.1865 nach Regensburg, wo er am Folgetag ankam. Zum Datum: Ab dem 1.8.1865 kosteten in Bayern alle Briefe, egal von wo nach wohin auch immer (sogar in die Pfalz!) nur noch 3 Kreuzer pro Loth ohne Unterschied der Entfernung. Der Gipfel an Konsumentenfreundlichkeit war jedoch die Tatsache, dass alle Briefe über 1 bis 15 Loth (sauschwer!) ab diesem Datum nur noch 6 Kreuzer Franko kosteten. Zum Vergleich zuvor: Ein Brief mit 15 Loth zwischen Neu-Ulm und Regensburg kostete bis zum 31.7.1865 noch satte 90 Kreuzer (1 1/2 Gulden!!), während er jetzt nur noch 6 Kreuzer kostete (also immerhin eine theoretische Fünfzehntelung der Gebühr).

Offenbar waren diese guten Nachrichten auch in Ulm nicht spurlos verhallt, wie unser Brief zeigt. Da er uns ein Franko von 6 Kreuzern zeigt, muss er über 1 Loth schwer gewesen sein. Wie viel schwerer, werden wir nicht mehr heraus finden, weil die Einlagen mangeln. Aber selbst dann, wenn er nur 1 Loth genau gewogen hätte, wäre es von Ulm aus ein Doppelbrief gewesen, der 2 Mal 9 = 18 Kreuzer gekostet hätte. So nur ein Drittel und das war natürlich ein ganz erheblicher Anreiz für Ulmer Korrespondenten, über die Brücke ihre Post aufzugeben.

Fiktiv: Wäre der Brief tatsächlich 15 Loth schwer gewesen (oder wenn nicht dieser hier, dann irgend ein anderer aus Ulm damals), dann hätte der Absender 15 Mal 9 Kreuzer = 135 Kreuzer = 2 Gulden und 15 Kreuzer frankieren müssen. Man stelle sich einen solchen Brief mal bildlich vor ...

Ad tertium:



Ein Brief der Gebrüder Thaimessinger in Ulm wurde am 6.10. 1867 in Ulm verfasst, gesiegelt und am Folgetag in Neu-Ulm aufgegeben. Nach Würzburg gerichtet und bis 1 Loth schwer, kostete er nur 3 Kreuzer, statt bei regulärer Postaufgabe in Ulm 9 Kreuzer unter einem Loth (21 Meilen).

Generell gilt, dass Ulmer Briefe mit Postaufgabe in Neu-Ulm mit Marken der Wappenserie selten sind, weil zum 1.1.1868 in allen deutschen Landen, Luxemburg und Österreich mit Ungarn ein Brief nur noch 3 Kreuzer kostete, egal wohin dieser gerichtet war und ab diesem Datum eine Einsparung nicht mehr zu gewärtigen war. Daher bin ich sehr froh, auch wenn der Schnitt der Marke suboptimal ist, diesen hier zeigen zu können - viele wird es nicht mehr geben und mit der gezähnten Ausgabe kenne ich keinen Brief aus Ulm / Neu-Ulm mehr.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 07.03.2017 20:09:51 Gelesen: 21441# 954 @  
Hallo Sammlerfreunde,

hier ein Brief aus Augsburg von Hillenbrands Erben spediert am 17.4.1831 nach Kempten an Nicolaus Zumstein und Söhne, für das Franko hatte Hillenbrand 4 Kreuzer zu zahlen.

Auf der Rückseite ist ein sehr gut erhaltenes Papiersiegel.





Die nächsten beiden Briefe auch aus Augsburg von einem Johann Schätzler?? an Nicolaus Welf in Kempten, diese Familie kam genau wie die Zumsteins aus Gressoney und siedelte sich als Kaufmannsfamilie im süddeutschen Raum an.

In beiden Briefen geht es u.a um die Gebrüder Colsman welche zu diesem Zeitpunkt eine Seidenfabrik betrieben in die einer der Brüder eingeheiratet hatte, (diese Firma gibt es heute noch in Essen).

Für die Briefe einer vom 12.4.1839 der andere vom 9.4.1839 hatte Nicolaus Welf als Empfänger je 4 Kreuzer zu zahlen.







Gruß Rainer
 
Gernesammler Am: 10.03.2017 20:08:01 Gelesen: 21143# 955 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Schweinfurt an Laura Hoppe/Amtmann Hoppe in Neustadt bei Ilfeld / Königreich Hannover, der Absender bleibt mir leider unbekannt.

Für das Franko wurden 3x Bayern Nr.9 verklebt und gestempelt mit dem offenen Mühlradstempel von Schweinfurt (479) sowie dem Halbkreisstempel (Winkler Nr. 11b), dieser hat die Verwendungszeit von 1856 bis 1869.

Da das Königreich Hannover nach dem Krieg mit Preussen, von Diesem 1866 annektiert wurde, kann man die Verwendungszeit des Briefes zwischen 10/1862 (Ausgabe der 3 Kreuzer rot) und 1866 legen.

Auf der Rückseite sind noch der Ankunftsstempel von Ilfeld und der Bahnpoststempel Cassel-Hannover, wenn es hierfür auch noch Verwendungsdaten geben würde könnte man das Ganze nochmals eingrenzen.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 13.03.2017 20:15:39 Gelesen: 20905# 956 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postschein vom 17.4.1783 über ein Paket von 486 Gulden ?, aus Oehringen im Fürstentum Hohenlohe, wo lag hier eigentlich die Zugehörigkeit, zu Württemberg erst 1806 mit der Rheinbundakte, es lag im Fränkischen Reichskreis (Baden?) oder (Bayern), Oehringen ging im 13.Jahrhundert vom Bistum Regensburg in den Besitz Hohenlohe über.

Vielleicht kann hier jemand helfen.

Das Paket ging an Herrn Johann Wilhelm Pflüger und Sohn in Nürnberg, das Porto & ? sind bezahlt 2 Gulden 4 Kreuzer.

Auf der Rückseite ist nochmals der Vermerk der auch schon auf dem Postschein rechts oben gesetzt wurde.

Gruß Rainer


 
Magdeburger Am: 14.03.2017 06:55:28 Gelesen: 20879# 957 @  
@ Gernesammler [#956]

Hallo Rainer,

das Porto & Schein sind bezahlt 2 Gulden 4 Kreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Eilean Am: 18.03.2017 12:46:31 Gelesen: 20289# 958 @  




Ein schöner Brief mit 6 Kreuzern von Nürnberg nach München.

Mit einem der älteren Briefträgerstempel Münchens, hier die 29. Wenn es stimmt, dass diese ab Januar 1863 zum Einsatz kamen, dann habe ich hier ein sehr schönes, frühes Stück vom 20. März 1863.

Vorwiegend sammle ich ja ab 1945, aber den hier zeige ich nicht nur bei München, sondern auch zu "Bayern".

Gruß
Andreas
 
bayern klassisch Am: 19.03.2017 09:51:25 Gelesen: 20139# 959 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen besonderen Brief - geschrieben am 26.2.1855 und 27.2.1855 von drei Personen an Herrn Jakob Jucker bei Herrn Heinrich Jucker zur Auern in Wädensweil bei Zürich.



Die Absender zahlten 9 Kreuzer Franko mittels Marke, die sich wohlgerandet präsentiert. Auch wenn es keine geteilte Frankoabgeltung war (ab 1.4.1854 obsolet), notierte Augsburg hinten noch die 3 Kreuzer für die Schweiz als Weiterfranko, die aber vom Wert der Marke abgingen und nicht separat kassiert worden waren.

Am 28.2.1855 kam er in Zürich an. Sehr nett zu sehen, dass ein rotes, grünes und blaues Siegel angebracht wurden, was ich in dieser Form noch nie gesehen habe (wer hat schon einen Brief mit 3 verschiedenen Absendern?).



Dazu kommt ein Briefpapier mit Prägedruck (innen) und Perforation, das hoffentlich hier gut herüber kommt. Ein allerliebstes Stück Postgeschichte und Spätromantik, das ich gerne meiner kleinen Bayern - Schweiz - Sammlung beifügen werde.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 11.04.2017 17:28:39 Gelesen: 13770# 960 @  
Liebe Freunde,

weil Briefe Bayerns nach Braunschweig keine Massenware darstellen und darstellten, schnappte ich mir mal diesen aus verschiedenen Gründen:



Die beiden senkrechten Marken wohl aus einem Bogen, die rechte in anderem Ton von einem anderen. Netter Kontrast mit roten Marken und ockerfarbenem Briefpapier, dazu in der Qualität ganz manierlich.

Nürnberg, 12.6.1866, war kurz vor knapp und schon ein Tag später kam er an. Der Krieg hatte noch keine Schatten auf die Postbeförderung geworfen.

Jedenfalls kam er am Folgetag schon in Braunschweig an und wurde zugestellt. Viel frühere Briefe, also noch knapper vor dem Krieg, kenne ich keine von Bayern, aber auch da muss das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 18.04.2017 19:49:05 Gelesen: 10295# 961 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Ansbach vom 3.2.1867 spediert nach Nürnberg, verklebt für das Franko eine 3 Kreuzer Marke (Bayern Nr.9).

Gestempelt mit Mühlrad Stempel Nr.19 (II Verteilung) und Halbkreisstempel.

Auf der Rückseite ist der Briefträgerstempel und ein Zweikreisstempel mit Zierstücken, interessant hier, der Monat ist verkehrt herum eingesetzt.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 21.04.2017 19:44:24 Gelesen: 9572# 962 @  
hallo Sammlerfreunde

Brief vom Stadtgericht aus Wallerstein in der Pfalz vom 15.4., Jahr leider nicht korrekt datierbar, an das Oberamt nach Künzelsau in Württemberg.

Für den Brief hatte der Empfänger 8 Kreuzer zu zahlen, wovon jeweils Bayern und Württemberg 4 Kreuzer bekamen.

Der Brief hat unten links das Kürzel "PS" für Partei Sache waren diese nicht von Kosten befreit?

Gestempelt mit Halbkreisstempel (Winkler 11a) erste Verwendung in schwarz von 1835 - 1843, auf der Rückseite ist leider kein Ankunftsstempel.

Das der Brief in die erste Verwendung des Stempels fällt liegt an der Innenseite des Briefes dieser wurde doppelt verwendet, von Künzelsau nach Wallerstein, leider steht kein Datum im Stempel, dessen Verwendung begann aber 1820 (Feuser 1853-3).

Zu dieser Innenseite bräuchte ich mal bitte Hilfe zur Taxierung.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 21.04.2017 20:12:51 Gelesen: 9568# 963 @  
@ Gernesammler [#962]

Hallo Rainer,

P.S. = Partei-Sachen waren immer kostenpflichtig. R.S. = Regierungs-Sachen waren immer gebührenfrei, bitte nicht verwechseln.

Wallerstein lag in Schwaben, nicht in der Pfalz. Ein Pfälzer Brief nach Württemberg sähe ganz anders aus.

Beim 1. Brief hast du die Taxen richtig beschrieben - 4 Kr. für je Bayern und Württemberg. Der bayer. Absender durfte unfrei absenden, weil er "jenseitige" PS notierte, also der Württemberger etwas vom Bayern wollte und dafür auch zahlen musste.

Der Retourbrief war zu frankieren, weil Bayern nichts von Württemberg wissen wollte, sondern umgekehrt. Man zahlte bei der Aufgabe in Württemberg 6 Kr. Franko, weil man auf der Adresse schrieb "Wallerstein oder Nördlingen". Nördlingen lag direkt hinter der Württemberg-Bayerischen Grenze - nach dem Postvertrag Bayerns mit Württemberg von 1809 kassierte die Post das Franko bzw. Porto ganz allein, die die Briefe in die gegenüberliegenden Grenzstädte fuhr.

Hier fuhr also die württembergische Postkutsche ins bayerische Nördlingen und gab die Post dem bayer. Postler dort ab. Bayern hatte also nichts für den Brief zu fordern und hat auch nichts bekommen (bei dieser Sendung war der Brief über 1/2 bis 1 Loth schwer, daher nicht 4 Kr. für Württemberg, sondern deren 6!).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 26.04.2017 20:19:12 Gelesen: 8325# 964 @  
Hallo Ralph,

Danke für die Antwort zu meinem Brief, konnte ich jetzt vernünftig abheften.

Hier der nächste Brief, diesmal aus Regensburg von einem C.S. Rünzler an Bernhard Krauss in Kitzingen. Versendet am 24.2.1866 und verklebt wurde dafür eine Bayern Nr.9 die für die 29 Meilen reichte. Gestempelt mit offenem Mühlradstempel Nr.418 und Zweikreisstempel von Regensburg sowie auf der Rückseite der Ankunftsstempel (Halbkreisstempel) von Kitzingen am 25.2. Auf der Rückseite ist auch ein sehr gut erhaltenes Prägesiegel.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 26.04.2017 20:34:41 Gelesen: 8309# 965 @  
@ Gernesammler [#964]

Hallo Rainer,

der Empfängervorname hieß "Leonhard", sonst ist alles gut beschrieben. Ab 1.8.1865 war die Entfernung in Bayern egal - kostete alles nur noch 3 Kreuzer bis 1 Loth.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 27.04.2017 19:30:16 Gelesen: 8037# 966 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus München von einem Herrn Palm vom 25.4.1871 nach Trostberg an einen Herrn Ernst Rieger, das Wort darunter kann ich leider nicht entziffern, vielleicht kann hier jemand helfen.

Verklebt wurde für das Franko eine Bayern Nr.23 zu 3 Kreuzer, gestempelt mit Einkreisstempel (Winkler 20a) hohe Grotesk Schrift ohne Jahr (Typ II).

Auf der Rückseite ist die Absenderadresse, aber was mir unverständlich ist, innen ist der Ankunftsstempel von Trostberg ein Halbkreisstempel sowie ein weiterer Halbkreisstempel von Traunstein.

Traunstein war ja seit 1834 eine Postverwaltung, Trostberg wurde erst 1851 zur Post Expedition erhoben, wurde hier der Brief zuerst nach Traunstein geleitet weil es eine Verwaltung war und dann nach Trostberg verteilt?

Trostberg selbst lag ja vor Traunstein.

Kann mir jemand hierzu eine Antwort geben wäre super.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 27.04.2017 20:08:02 Gelesen: 8025# 967 @  
@ Gernesammler [#966]

Hallo Rainer,

das gesuchte Wort heißt Produktenhandlung.

Die Leitung von München aus verlief in die Hauptrichtung nach Salzburg, daher via Traunstein. In Traunstein wurde der Brief umkartiert nach Trostberg. Von München nach Trostberg verlief kein Leitweg.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 08.05.2017 19:42:09 Gelesen: 6147# 968 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ich habe diese Postkarte am Wochenende bekommen, diese wurde am 14.4.1890 von Nürnberg nach Nördlingen verschickt da kein Franco bezahlt wurde, wurde eine Nachgebühr von 20 Pfennig erhoben.

Diese Postkarte gleicht einer Ganzsache mit dem einfachen Wappen, welches ab 1888/90 in Umlauf gebracht wurde, hat aber keinen Wertstempel.

Könnte es eine Privat Ganzsache sein und wenn, warum hat diese keinen Wertstempel oder wurde dieser einfach nur vergessen?

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 09.05.2017 06:39:00 Gelesen: 6107# 969 @  
@ Gernesammler [#968]

Hallo Rainer,

man konnte diese Karten auch so herstellen/kaufen.

Unter dem rechten Stempel steht "keine Marke zur Hand" - jetzt weißt du, warum der Empfänger zu Kasse gebeten wurde.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 14.05.2017 09:02:32 Gelesen: 5265# 970 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Brief aus Würzburg der Firma M. Wirsching (was für ein Name!) an Johann Maria Farina in Cöln gegenüber dem Jülichs Platz, der am 11.1.1856 unfrei aufgegeben wurde. Würzburg taxierte Porto und Portozuschlag korrekt in der Währung der Abgabepost, also hier 12 Kr. = 4 Silbergroschen.



In Köln prüfte man dies nach und kam zum selben Ergebnis, weswegen man in blau die bayer. 4 wiederholten. Interessant ist der Quervermerk, der aussagte, dass tatsächlich 4 1/4 Silbergroschen zu erlegen waren, die man später der Firma Wirsching in Rechnung stellte. Ad hoc kenne ich sonst keinen Bayernbrief, bei dem die preußische Zustellgebühr von 1/2 Sgr., die ja fast immer nur intern reguliert wurde, außen in der Addition sehen kann.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 16.05.2017 19:22:34 Gelesen: 3756# 971 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus München vom 14.9.1868 nach Au bei Freising an den Herrn Gutsverwalter Götze.

Verklebt für das Franko wurde eine Bayern Nr. 15 schönes Unterrandstück.

Gestempelt mit offenem Mühlradstempel Nr.325 für München und L2 von München auf der Rückseite Halbkreisstempel „Au bei Freising“ vom 15.9. (Winkler 12a), Verwendungszeit 1861 bis 1871.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 16.05.2017 21:00:23 Gelesen: 3744# 972 @  
@ Gernesammler [#971]

Hallo Rainer,

blickt man in den Michel Katalog, ist das ein ganz billiges Stück: Billige Nr. 15, billige Inlandsverwendung, billiger Mühlradstempel (Bayerns häufigster!) 325 von München und doch ein äußerst attraktiver Brief, weil alle Komponenten perfekt zueinander passen und so aus einem billigen Katalogjakob ein herrlicher Markenbrief wird, den jeder gerne im Album hätte und den man in dieser Qualität länger suchen muss.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 23.05.2017 19:50:53 Gelesen: 1844# 973 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Rechnungsbrief aus München vom 12.4.1867 von der Firma K.Gutmann & Cie nach Pfaffenhofen an der Ilm an den Herrn Xaver Underberger.

Der Einkauf liest sich wie ein Angebot vom heutigen Mac Geiz.

Verklebt für das Franko wurde eine Bayern Nr.15 und gestempelt mit Einkreisstempel (Winkler Nr.19 - 23 mm Verwendungszeit 1865 - 1870), sowie auf der Rückseite ein Halbkreisstempel (Winkler Nr.12a Verwendungszeit 1859 - 1869).

Gruß Rainer




 
siegfried spiegel Am: 24.05.2017 12:33:04 Gelesen: 1584# 974 @  
@ bayern klassisch [#575]

Ich habe hier einen Brief von Neustadt a.d. Aisch nach Amsterdam. Frau Brettl schreibt im Befund: Portorichtig frankiert nach dem Tarif vom 1.10.68 = 3 Kreuzer für Bayern und 4 Kr. Weiterfranko. Auf dem Brief steht 3/4 mit rotem Stift geschrieben. Ist diese Angabe das Gesamtporto? Wer schreibt diese Angabe auf den Brief, der Absender oder der Postbeamte?


 
bayern klassisch Am: 24.05.2017 16:32:39 Gelesen: 1515# 975 @  
@ siegfried spiegel [#974]

Hallo Siegfried,

der Absender frankierte nach dem Postvertrag vom 1.10.1868 zwischen den Niederlanden und dem Norddeutschen Bund (NDB) mit 7 Kr. korrekt für einfache, bis 1 Loth wiegende Briefe.

Da Bayern hiervor aber nur 3 Kreuzer behalten durfte, musste es die verbleibenden 4 Kreuzer an die Transitpost des NDB zur Vergütung des belgischen Anteils abführen (Weiterfranko genannt). Der NDB bekam also von Bayern 4 Kr. gutgeschrieben und musste nun seinerseits der belgischen Post den ihr zustehenden Anteil gutschreiben. Dieser betrug aber nur de facto 10 Centimes, die nur 3 Kr. werteten, so dass der NDB tatsächlich an dem Brief durch Währungsumrechnungen 1 Kr. verdiente.

Es war Pflicht der Aufgabepost, das Weiterfranko zu notieren und zwar in roter Farbe, so wie hier geschehen. Ein Absender durfte überhaupt nichts auf den Brief schreiben, außer die Adressangabe. Notiert wurden in Bayern in der Währung des NDB somit 3/4 Silbergroschen, die paritätisch nur 3 Kr. wert waren, aber von Bayern, wie oben geschrieben, dem NDB mit 4 Kr. vergütet wurden.

Neustadt an der Aisch hatte auch damals, das nur am Rande erwähnt, keinen Postbeamten, sondern nur einen Postexpeditor, also einen Subunternehmer, wie wir heute sagen würden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 28.05.2017 09:37:49 Gelesen: 459# 976 @  
Liebe Freunde,

heute ein Brief aus dem lieblichen Burghausen vom 18.6.1851 nach Schwabach über 12 Meilen und daher bis 1 Loth mit 6 Kreuzern korrekt frankiert. Am Folgetag kam der Brief an.



Beim Anblick der Marke würde man nicht zwangsweise auf eine 4 II Platte 1 schließen, vielleicht eher auf eine Platte 2.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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