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Thema: Altdeutschland Postscheine
Das Thema hat 46 Beiträge:
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Hawoklei Am: 05.07.2012 12:07:25 Gelesen: 14641# 22 @  
Hallo an die Runde,

eine" Wiederbelebung" dieses schönen Themas. Ich habe mir alle Beiträge hier mal durch gelesen, habe aber keinen Vorgang von "Sr. Durchlaucht dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis" gesehen. Da kann ich hier einige zeigen, zunächst von 1819 und 1822:



Beste Grüsse Hans
 
Hawoklei Am: 05.07.2012 12:27:16 Gelesen: 14639# 23 @  
Hier folgen noch ein paar Belege, wobei ich hierzu eine Frage habe.

Auf dem oberen Schein von 1830 wird der Herr T u. T noch erwähnt. Die beiden unteren, auch in Darmstadt 1852 und 1854 ausgefertigt, erwähnen TT nicht mehr, wobei doch TT erst 1867 an Preußen überging. Allerdings fehlt auf den beiden unteren Scheinen der Hinweis "fahrender Posten", könnte auch ein Grund sein ?

Beste Grüsse Hans


 
bayern klassisch Am: 05.07.2012 16:05:23 Gelesen: 14622# 24 @  
[#23]

Hallo Hawoklei,

der älteste Schein repräsentiert noch eine ganz andere Zeit, als die beiden moderneren. An die Postverwaltung der Fürsten von Taxis hatte man sich gewöhnt und das neue "Hessisch" kam durch - auch ein Zeichen wachsender Souveränität nach den mißglückten Aktionen um das deutsche Parlament (Kurhessischer Verfassungsstreit). Auch das ist Postgeschichte, die sich ja immer parallel zur Weltgeschichte zeigt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
roteratte48 Am: 05.07.2012 20:05:59 Gelesen: 14600# 25 @  
@ Martinus [#21]

Habe erst eben gesehen, daß niemand auf Deine Frage eingegangen ist - dabei ist der obere Deiner "Scheine" (der untere Beleg ist wohl eher der Rest eines Postvorschußbriefes) überaus interessant.

Der Geldversand war immer ein relativ heikles Thema, und hier für mehr Sicherheit und Vereinfachung zu sorgen ein wesentliches Anliegen aller Beteiligten - der früher übliche Versand teils schwerer Geldkisten mit der Fahrpost barg Risiken z.B. durch Raubüberfälle und brachte umständliches [neudeutsch] "Handling" mit sich. 1852 wurde daher die "baare Einzahlung auf Brief" eingeführt - die Abwicklung verblieb aus organisatorischen Gründen bei der Fahrpost und kostete den Nutzer auch deren höhere Tarife. Sie war noch immer ein Beförderungsauftrag.

Erst Mitte der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts (in Württemberg 1867 - bei Bayern bin ich mir nicht 100%ig sicher) übernahm man nach preußischem Vorbild den Postanweisungsdienst - die Aufgabescheine sind keine "Raritäten", sind aber von Sammlern gesucht. Glückwunsch zu diesem hübschen Beleg!

Gruss ins Forum - Rolf
 
bayern klassisch Am: 05.07.2012 20:22:39 Gelesen: 14595# 26 @  
[#25]

Hallo Rolf,

in Bayern ab 1.11.1866.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 19.03.2013 22:24:19 Gelesen: 11961# 27 @  
Es wäre doch schade, wenn dieses schöne Thema so völlig in Vergessenheit geriete. Da weiter oben Aufgabescheine von Thurn und Taxis gezeigt wurden, habe ich drei Postscheine herausgesucht, die ebenfalls damit zu tun haben.

Zunächst ein Aufgabeschein für einen Wertbrief, ausgestellt am 3.7.1845 in Altenburg; der Brief war vermutlich an eine Adresse in Heiligenstadt gerichtet.



Als Zweites ein Recommandationsschein für ein Einschreiben nach Berlin, ausgefertigt am 23.1.1861 in Frankfurt/Main.



Zum Dritten ein Postschein, ausgefertigt am 23.1.1866 in Schenkenheim (?, heute Mannheim-Schenkenheim ?), für einen Wertbrief nach Ilmenau.



Von den Gebühren verstehe ich leider nichts, vielleicht können Andere da nachhelfen.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 01.12.2013 02:58:19 Gelesen: 9481# 28 @  
Heute zwei Aufgabescheine aus dem Königreich Hannover. Zunächst ein Schein vom 28.10.1840 aus Celle, mit dem die Aufgabe eines Wertbriefes mit Ziel in Breslau bescheinigt wird.



Als Zweites ein ähnlicher Schein aus Goslar, inzwischen mit neuem Formular, über die Aufgabe eines Wertbriefes mit Ziel in Vienenburg.



Viele Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 01.12.2013 09:28:29 Gelesen: 9454# 29 @  
Liebe Sammlerfreunde,

weil ich gerade heute am scannen war, noch zwei schöne und besondere Scheine von mir.



Mit Welchselprotest - Vermerk nicht gerade alltäglich.



Mit Quittung über 6x Marken für die Postanweisung, auch nicht übel.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kdoe Am: 02.12.2013 11:53:37 Gelesen: 9401# 30 @  
@ Cantus [#27]

"Zum Dritten ein Postschein, ausgefertigt am 23.1.1866 in Schenkenheim (?, heute Mannheim-Schenkenheim ?), für einen Wertbrief nach Ilmenau."

Schenkenheim (Mannheim) dürfte als Aufgabeort nicht stimmen, da das nicht in Sachsen-Weimar-Eisenach lag! Ich kanns aber auch nicht lesen - ebenso wenig den Adressat in Ilmenau.

Gruß Klaus
 
bayern klassisch Am: 02.12.2013 14:02:35 Gelesen: 9386# 31 @  
@ Cantus [#27]

Hallo Cantus,

richtig ist Blankenhain.

http://de.search.yahoo.com/r/_ylt=A7x9QdXThJxS9FEA_dszCQx.;_ylu=X3oDMTE0ZGkwNWtxBHNlYwNzcgRwb3MDMgRjb2xvA2lyZAR2dGlkA0RFQzAwMl83Mg--/SIG=11s3gdbhg/EXP=1386018131/**http%3a//de.wikipedia.org/wiki/Blankenhain

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kdoe Am: 03.12.2013 11:07:14 Gelesen: 9329# 32 @  
@ bayern klassisch [#31]

Kannst du evt. auch die Adresse lesen? Interessiert mich als "Rand-Ilmenauer".

Gruß Klaus
 
bayern klassisch Am: 03.12.2013 12:53:52 Gelesen: 9318# 33 @  
@ kdoe [#32]

Hallo kdoe,

ich lese: Herrn Rechtsanwalt Igel, Ilmenau".

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kdoe Am: 04.12.2013 11:13:05 Gelesen: 9275# 34 @  
Danke!
 
Cantus Am: 05.08.2014 23:57:38 Gelesen: 7604# 35 @  
Zur Wiederbelebung dieses lange vernachlässigten Themas heute ein Aufgabeschein aus Genthin vom 16.4.1873.



Viele Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 29.09.2014 13:49:36 Gelesen: 7233# 36 @  
Liebe Sammlerfreunde,

den folgenden bayerischen Postschein aus Regensburg von 1863 zeige ich im Bewußtsein, dass er niemals wird beweisbar richtig beschrieben werden kann - trotzdem habe ich ihn gekauft, denn er ist in dieser Form selten.

Was ist seine Besonderheit und worauf deutet diese hin?



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Mondorff Am: 29.09.2014 15:49:00 Gelesen: 7219# 37 @  
Ein Post-Einlieferungsschein aus der Bundesfestung Luxemburg gehört ja dann wohl auch zu Altdeutschland.



Dieser hier wurde für "recommandirte Briefe und für Beträge unter und bis fünfhundert Thlr. einschl." ausgestellt.

Bisher wurden, in Luxemburg gebraucht, drei Formulare aus den Jahren 1864 bis 1868 gesichtet.

Originalgröße 116 x 183 mm

Freundlichen Gruß
DiDi
 
bayern klassisch Am: 29.09.2014 17:28:39 Gelesen: 7201# 38 @  
@ Mondorff [#37]

Hallo DiDi,

Luxemburg gehörte nicht zu Altdeutschland, aber die Verwendung von altdeutschen (hier: preußischen) Vordrucken in einem fremden Land, auch wenn Luxemburg im Postverein war, ist schon ein Hammer!

Kein Wunder, wenn da nur 3 Stücke bekannt sind - ich kannte noch gar keines!

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

P.S. Hast du dir schon zu meinem Schein von Regensburg Gedanken gemacht?
 
Mondorff Am: 29.09.2014 20:57:29 Gelesen: 7176# 39 @  
@ bayern klassisch [#38]

Salü Ralph,

der von Dir angeführte Hammer wird kleiner, wenn man weiß, dass für die preußische Besatzung der Bundesfestung Luxemburg bis Ende 1863 eine Militärexpedition bestand, die ihre Sendungen durch einen Privatunternehmer zum Postamt in Trier befördern ließ. Am 1. Januar 1864 übernahm die luxemburgische Post diese Beförderung.

Der Schein ist vom 6.9.1864 datiert – also nachverwendet. Damit ist auch die handschriftlich erfolgte Streichung des Wortes Königliche erklärt.

Der kursiv gestaltete Text ist nach Rudolphi – Handbuch der Briefmarkenkunde, Lieferung 16/17, Luxemburg.

Zu dem Schein aus Regensburg weiß ich nichts zu sagen; ich kann ja nicht einmal die Handschrift zweifelsfrei entziffern.

Mit herzlichen Grüßen
DiDi
 
bayern klassisch Am: 29.09.2014 22:47:11 Gelesen: 7149# 40 @  
@ Mondorff [#39]

Hallo DiDi,

danke für die Erklärung - trotzdem ein Hammer, oder gerade deswegen? Einen zweiten Postschein Preußens, bei dem man "preußisch" gestrichen hat, wird man so schnell nicht finden.

Zu meinem Postschein aus Regensburg:

Entweder war der Absender eine hohe Behörde, oder der Absender war das Fürstenhaus Thurn und Taxis mit vollständiger Portofreiheit, oder es handelte sich um einen Postschein für einen Porto - Chargé - Brief, bei dem der Empfänger das Porto und die Recommandationsgebühr zu zahlen hatte.

Wie dem auch sei, ein seltener Schein allemal, aber lange nicht so gut wie deine Granate.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 14.10.2014 01:28:34 Gelesen: 6974# 41 @  
Von mir heute ein bayrischer Aufgabeschein aus Zweibrücken, mit dem am 6.7.1913 die Entgegennahme einer Postanweisung über 120 Mark und 60 Pfennig für einen Empfänger in Bonn bescheinigt wird.

Solch ein Aufgabeschein, der aus heutiger Sicht auf eine starke Diskrepanz zwischen Zweibrücken und Bayern hinweist, zwingt geradezu zu einer vertiefenden Beschäftigung mit der Geschichte von Zweibrücken [2].

Zweibrücken liegt in einem Gebiet, das von 1816 bis 1837 als Rheinkreis bezeichnet wurde; es war das linksrheinische Territorium des Königreichs Bayern. Vor den französischen Revolutionskriegen (1792) hatte das Gebiet größtenteils zur Kurpfalz gehört. Auf dem Wiener Kongress 1815 war es zunächst dem Kaisertum Österreich zugesprochen worden, nachdem es bereits seit 1814 unter einer provisorischen gemeinsamen österreichisch-bayerischen Verwaltung stand. Österreich trat es mit dem Vertrag von München (1816) an Bayern ab.

1837 wurde der Rheinkreis in Kreis Pfalz umbenannt. Gebräuchlich waren auch die Kurzbezeichnung Pfalz und die Bezeichnung Rheinpfalz. Das Gebiet blieb, mit Ausnahme des 1920 abgetrennten Teiles, der ungefähr dem heutigen Saarpfalz-Kreis entspricht, bis zur Gründung des Landes Rheinland-Pfalz am 30. August 1946 bayerisch [1].



Viele Grüße
Ingo

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinkreis
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Zweibr%C3%BCcken
 
bayern klassisch Am: 14.10.2014 06:13:17 Gelesen: 6965# 42 @  
@ Cantus [#41]

bis zur Gründung des Landes Rheinland-Pfalz am 30. August 1946 bayerisch

... und wäre es besser noch bis heute auch geblieben. Jedem echten Pfälzer blutet die Seele, wenn er deine richtigen Ausführungen zur Geschichte der Pfalz liest. Schade, dass man in diesem, unserem Lande solche Fehler nicht mehr rückgängig machen kann.

Danke fürs Zeigen des heimatlichen Scheins und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
wuerttemberger Am: 14.10.2014 08:22:17 Gelesen: 6955# 43 @  
@ bayern klassisch [#42]

Schade, dass man in diesem, unserem Lande solche Fehler nicht mehr rückgängig machen kann.

Das wurde doch versucht, aber es gab wohl nur 7,6% echte Pfälzer ...

Am 22. April 1956 scheiterte ein Volksbegehren zur Rückgliederung des Gebietes an Bayern, weil statt der erforderlichen 10 % nur 7,6 % Zustimmung erreicht wurde
 
Saguarojo Am: 14.10.2014 08:44:41 Gelesen: 6949# 44 @  
Post-Einlieferungsschein Duderstadt vom 9.12.1871


 
bayern klassisch Am: 14.10.2014 10:02:58 Gelesen: 6938# 45 @  
@ wuerttemberger [#43]

Zweifellos eine manipulierte Wahl, die durch die Überfrachtung des Landes mit "Zuagrasden" zustande kam.

Jedenfalls hat mein Groß-Onkel dafür gekämpft.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.10.2014 13:18:39 Gelesen: 6916# 46 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auch kleine Contraventionen machen Freude, vor allem dann, wenn ihre Behandlung Platz für Interpretationen lässt.



Ab dem 1.3.1874 war die Chargégebühr in Bayern ja erstmals mit Marken zu frankieren, blieb jedoch weiterhin Emolument (innere Bezahlung) der Postexpeditoren und hatte mit der Postverwaltung nichts zu tun. In Passau nahm man einen Recobrief nach Osterhofen an, strich jedoch die Gebührenzeile durch.

Von späterer Hand wurden bei Franko und Recommandation "10" Kreuzer eingetragen.

Welchen Wert hatte ein Postschein mit nachträglicher Applikation? Oder sollte die Recogebühr mit 10 Kr. angesetzt worden sein? Das war auch nicht möglich, denn sie betrug seit dem 1.1.1868 bis zum Ende der Kreuzerzeit 7 Kr.. Ich kann auch nicht sicher sagen, ob zuerst der Strich da stand, und dann die 10 vermerkt wurde, oder anders herum.

Aber ein Franko von 3x und eine Recogebühr von 7x ergaben schon 10x, wofür es ja auch eine eigene Marke gab (weil die einfachen, recommandirten Briefe ja so schrecklich viele wurden).

Portochargé konnte es auch nicht sein - diese Briefe kosteten im Fernverkehr ein Minimum von 14 Kr..

Wie hieß eigentlich der Empfänger? Ritzmyer? Fehlt ein "a"? Oder Retzmayer? Aber der Postler hieß Steinbach. Oder Steinbat? Steinbutt wird er schon nicht geheißen haben ...

Viele Gedanken für ein Stück im Werte von 2 Euro aus der Bucht. Kostet weniger als eine Bratwurst und sieht noch dazu besser aus. Nur satt wird man dabei nicht.
 

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