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Thema: Neuheiten aus Deutschland
Das Thema hat 388 Beiträge:
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Brigitte Am: 14.04.2017 07:03:00 Gelesen: 52486# 364 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Für den Sport“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe
Thema: „50 Jahre Deutsche Sporthilfe (Leistung, Fairplay, Miteinander)“

Auch zum 50jährigen Jubiläum der Deutschen Sporthilfe 2017 fließen die Zuschläge der Briefmarkenserie „Für den Sport“ an die private Stiftung, die das Jubiläumsjahr unter das Motto „50 Jahre Zukunft“ stellt. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe über 409 Millionen Euro für die Förderung von jungen Talenten und Spitzenathleten aufgewendet. Das ist gut angelegtes Geld, denn der Sport hat in seiner Vorbildfunktion viele Facetten, die unsere Gesellschaft bereichern. Einige davon – Leistung, Fairplay und Miteinander – sind jetzt zum Briefmarkenmotiv aufgestiegen.

Im Sport kann Leistung einfach erfasst und über Raum und Zeit verglichen werden. Meisterschaften und Rekordlisten geben Auskunft darüber, wer in einer Disziplin an welcher Stelle steht. Zur Leistung gehören hartes und ausdauerndes Training sowie die richtige Mentalität. Aber Leistung ist relativ. Auch der Erstklässler, der es im Schwimmunterricht das erste Mal von einem Beckenrand zum anderen schafft, hat wirklich etwas „geleistet“. Wer Sport treibt, trainiert nicht nur seinen Körper, sondern auch seinen Charakter. Zur Charakterschulung dient dabei die Ethik des „Fairplay“ im Sport. Der aus England stammende Begriff ist getragen vom Respekt für den Gegner. Im Sport wird es immer Gewinner und Verlierer geben. Wer aber der Versuchung standhält, unfair zu sein, ist auf jeden Fall ein Sieger.

Der Erfolg von Fußballmannschaften, Ruderteams oder 4 x 100-Meter-Staffeln – um nur einige zu nennen – hängt vom Teamwork ab. Gegenseitige Hilfe wird zum Schlüssel des Erfolgs. Die Stärken des einen gleichen die Schwächen des anderen aus. Nur dann entsteht etwas, was man dem „Mannschaftsgeist“ als Bonus zuschreibt: Ein gut funktionierendes Team ist besser als die Summe seiner Einzelteile. Viele soziale Projekte machen sich diese integrative Kraft des Sports zunutze, wenn sie gemeinsame Turniere veranstalten für gesunde und behinderte Kinder oder für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund.







Ausgabetag: 11.05.2017
Werte (in Euro Cent): Motiv 1 „Leistung“ 70 Cent + 30 Cent Zuschlag / Motiv 2 „Fairplay“ 85 Cent + 40 Cent Zuschlag / Motiv 3 „Miteinander“ 145 Cent + 55 Cent Zuschlag
Motive: Schwimmen © Getty Images, Adam Pretty (70+30 Cent) / Fechten © Getty Images, Adam Pretty (85+40 Cent) / Rudern © Heiner Bayer, Hamburg (145+55 Cent)
Fotografie: © Getty Images, Adam Pretty (Fechten + Schwimmen), Heiner Bayer, Hamburg (Rudern)
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Wilfried Korfmacher, Meerbusch
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
Motiv 1: MiNr. 3305 / Motiv 2: MiNr. 3306 / Motiv 3: MiNr. 3307
 
Brigitte Am: 17.04.2017 07:08:00 Gelesen: 51019# 365 @  
Postwertzeichen
Dauerserie: „Schreibanlässe“
Thema: „Trauer“, „Einladung“

Trauer:

Jeder von uns kommt im Laufe seines Lebens in die Situation, dass eine uns bekannte Person verstirbt. Mal steht uns dieser Mensch sehr nahe, mal ist es ein entfernter Verwandter oder ein Geschäftspartner. Immer jedoch stellt der Verlust eines geliebten Menschen für die Angehörigen eine emotionale Ausnahmesituation dar. Mit einer Beileidbekundung beziehungsweise einem Kondolenzschreiben kann man sein Mitgefühl und seine Anteilnahme ausdrücken und damit der trauernden Person Trost spenden. Angesichts des Todes eines lieben Verwandten, eines langjährigen Kollegen oder der freundlichen alten Nachbarin fällt es vielen Menschen jedoch schwer, die richtigen Worte zu finden. Wie schreibt man persönlich und zugleich würdevoll über den Verstorbenen?

Bei einem Beileidschreiben geht es darum, dem Trauernden mitzuteilen, dass man seine Empfindungen nachvollziehen kann und dass man seinen Kummer über den Verlust eines geliebten Menschen versteht. Phrasenhafte Formulierungen wie „das Leben geht weiter“ oder „die Zeit heilt alle Wunden“ sind fehl am Platz. Das Ziel eines Kondolenzbriefs ist niemals, die Hinterbliebenen von ihrer Trauer zu befreien. Stattdessen sollte man sie in ihrer Trauer begleiten und sich auf ihren Abschiedsschmerz einlassen. Um das zu erreichen, sollte der Kondolenzbrief so verfasst sein, dass die Angehörigen erkennen, dass man den Schmerz mit ihnen teilt und sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. Am besten drückt man dies mit ehrlichen, einfachen und ungekünstelten Worten aus. Umständliche Sätze, Floskeln und hölzerne Standardformulierungen sind fehl am Platz und wirken aufgesetzt.

Was die äußere Form angeht, werden Kondolenzbriefe üblicherweise mit der Hand, auf einem hochwertigen, neutralen Briefbogen ohne schwarzen Rand geschrieben. Auch zu fertigen Trauerkarten kann man greifen. Sie sind meist mit passenden Motiven oder besinnlichen Sprüchen verziert. Neben dem vorgedruckten Text sollte eine Beileidkarte aber auch stets einige persönliche Worte enthalten.



Einladung:

Ob Geburtstag, Kommunion, Goldene Hochzeit oder das bestandene Abitur – in jeder Lebensphase gibt es viele gute Gründe, Einladungen für ein Fest zu verschicken. Traditionell wird dies auf dem Postweg als Brief oder Karte gemacht. Passend hierzu gibt es 2017 eine Frankierung der Deutschen Post. Die Marke, auf der auch „Einladung“ geschrieben steht, ziert eine bunte Festtafel, auf der unter anderem Gläser, eine Espressotasse und leckeres Gebäck zu sehen sind. Das Motiv ist – für den Absender wie für den Empfänger – die ideale optische Einstimmung für Einladungsschreiben aller Art: von der Einladung zur Wohnungseinweihung bis zu der für den Kindergeburtstag.

Eine schriftliche Einladung vermittelt Verbindlichkeit und enthält alle wichtigen Details. Sie hat sich – auch in Zeiten täglicher Email- und SMS-Flut – als eine in jeder Schicht und Altersgruppe akzeptierte Form behauptet. Einladungskarten kann man entweder fertig kaufen – die „Rohlinge“ müssen dann nur noch mit dem jeweiligen Einladungstext versehen werden – oder man legt selber Hand an und bastelt Einladungskarten in Eigenregie. Zur Wohnungseinweihung ein großer Schlüssel aus fester Pappe, zum Geburtstagskaffee ein beschrifteter Filterbeutel oder ein Kuchenrezept, für den Piratengeburtstag des fünfjährigen Sohnes eine Karte in Form einer Flaschenpost – solche fantasievollen Einladungen wecken bei den Gästen schon beim Öffnen der Post Vorfreude. Bevor man das gute Stück zum nächsten Briefkasten bringt, fehlt noch ein letztes Detail: der passende Umschlag! Er kündigt die Nachricht stilvoll im Briefkasten des Gastes an und hebt sie edel von der übrigen Post ab.



Ausgabetag: 11.05.2017
Werte (in Euro Cent): Motiv 1: „Trauer“ 70 Cent / Motiv 2: „Einladung“ 70 Cent
Motiv 1: Lilie / Motiv 2: Partysnacks und -getränke
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Regina Kehn, Hamburg
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3308 / selbstklebend: MiNr. 3311 / Motiv 2: MiNr. 3309
 
Brigitte Am: 19.04.2017 07:01:00 Gelesen: 50486# 366 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Europa“
Thema: „Burgen und Schlösser“: „Wartburg“

Die trutzig oberhalb von Eisenach gelegene Wartburg ist nicht nur ein zentraler Ort im 500. Jubiläumsjahr der Reformation. Sie stand auch zuvor immer wieder im Zentrum der deutschen Geschichte. Im 13. Jahrhundert war sie Schauplatz des sagenhaften Sängerwettstreits mit Walther von der Vogelweide und auch Wohnsitz der Heiligen Elisabeth. Martin Luther fand hier 1521 Schutz und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche. Damit wurde die Heilige Schrift erstmals für jeden zugänglich. 1817 trafen sich in ihren Mauern die national gesinnten deutschen Burschenschaften zum Wartburgfest, später inspirierte sie Richard Wagner zu seiner romantischen Oper „Tannhäuser“.

Carl Alexander, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, betrieb ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Wiederherstellung der mittlerweile fast verfallenen Wartburg, um „der Nation ein Denkmal zu schenken“. Die Burg erhielt in einem Jahrzehnte währenden Umbauprozess ihr heutiges Aussehen. Die noch erhaltenen alten Gemäuer wie der Palas wurden durch Neubauten im mittelalterlichen Stil ergänzt. Dabei ließen sich der Großherzog und sein Architekt Hugo von Ritgen von den damals üblichen, romantischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts über das Mittelalter leiten. Seit 1858 trägt der Hauptturm der Burg ein vergoldetes Kreuz, als sichtbares Symbol für die religiöse Bedeutung der Wartburg.

Die Wartburg ist heute eine der bekanntesten Burgen Deutschlands und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seit langem ist die Wartburg aber auch eine der beliebtesten protestantischen Pilgerstätten weltweit. Etwa 350.000 Besucher pro Jahr besteigen den Burghügel. 2017 ist die Wartburg Schauplatz einer der drei zentralen Ausstellungen zum Reformationsjubiläum. Der Titel der Ausstellung, die vom 4. Mai bis 5. November dauert, lautet „Luther und die Deutschen“.



Ausgabetag: 11.05.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Wartburg
Foto © Bildagentur Mauritius Images / Kurt Möbus
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Nicole Elsenbach, Hückeswagen
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3310 / selbstklebend: MiNr. 3312
 
Brigitte Am: 03.05.2017 12:17:49 Gelesen: 47100# 367 @  
Postwertzeichen
Serie: Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Winterling“

Sein Name trügt, denn der Winterling (Eranthis hyemalis) ist ein Frühlingsbote. Als eine der ersten Blumen des Jahres spitzen bei mildem Wetter ab Ende Januar vorsichtig seine Knospen aus der Erde. Der Winterling gehört mit dem Schneeglöckchen zu den Frühblühern – dicht gefolgt von Krokussen, Märzenbecher, Narzissen und Hyazinthen. An ihren dicken Stielen trotzen sie unbeirrt den letzten Schneeresten und schenken uns bereits im Spätwinter eine Ahnung des kommenden Frühlings. Einzeln oder in kleinen Gruppen kommt das etwa zehn bis 15 Zentimeter hohe, gelbe Blümchen aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculacae) noch nicht so richtig zur Geltung, doch wenn der Winterling auf humusreichen Böden unter Sträuchern und lichten Laubbäumen dichte gelbe Teppiche bildet, wird er zu einem wahren Hingucker.Die Blüten haben meist sechs Blütenblätter und befinden sich am Ende des Stängels direkt über den tief eingeschnittenen grünen Stängelblättern.

Neben ihrem kräftigen Farbton fallen die Knollenpflanzen vor allem durch ihren starken, weit tragenden Duft auf. Es ist der erste und stärkste Duft des Vorfrühlings und lockt bereits im Februar die ersten Insekten an. Vor allem Bienen lieben die Frühblüher mit der grünen Halskrause. Meist sind Winterlinge ihre erste Nektarquelle nach langen Wintermonaten. Am besten gedeihen die kleinen Pflänzchen, wenn man sie weitgehend in Ruhe lässt. Nur der Standort muss stimmen: Humusreich und feucht sollte der Boden sein, dann benötigen die Frühblüher keine weiteren Düngergaben. Auch leichte Sonne unter spät austreibenden Bäumen ist ideal. Schatten sowie die Nähe zu Nadelbäumen mag Eranthis hyemalis hingegen gar nicht. Haben Winterlinge einmal den richtigen Standort gefunden, verbreiten sie sich von ganz alleine. Nach ein paar Jahren lässt das herrlich gelbe Farbenspiel den Puls jedes Gartenfreundes höher schlagen. Ursprünglich stammt Eranthis hyemalis aus Südeuropa. Mitte des 16. Jahrhunderts brachten Botaniker die Zierpflanze aus Italien zu uns.



Ausgabetag: 08.06.2017
Wert (in Euro Cent): 10
Motiv: Winterling Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3314
 
Brigitte Am: 05.05.2017 07:08:00 Gelesen: 46704# 368 @  
Postwertzeichen
Serie: Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Hasenglöckchen“

Das Atlantische Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) schmückt in seiner wildwachsenden Form von April bis Mai halbschattige bis schattige Mischwälder mit einem intensiv süß duftenden blauen Teppich – ein romantisches Naturerlebnis der besonderen Art. Sein Verbreitungsgebiet erstreckte sich ursprünglich an der europäischen Westküste von Portugal bis Schottland.

In Mitteleuropa wurde die 15 bis 40 Zentimeter große Zwiebelblume aus der Familie der Spargelgewächse, die bei uns auch „Waldhyazinthe“ genannt wird, über Verwilderungen aus Gartenanlagen heimisch. Das Hasenglöckchen eignet sich auch perfekt als Gartenblume, da es nicht sonderlich anspruchsvoll ist, sich aber dennoch munter vermehrt.

Charakteristisch für alle Hasenglöckchen ist der traubige Blütenstand, der sich über bandförmige Grundblätter erhebt. An dem Stängel befinden sich sechs bis zwölf gestielte Blüten. Sie sind schmal glockig und nicken alle zu einer Seite. Die blauviolette, in Ausnahmefällen auch weiße oder rötliche Blütenhülle hat am unteren Ende zurückgekrümmte Zipfel. Hasenglöckchen bieten sich besonders für den Naturgarten oder naturnahe Gartenteile an. Am Gehölzrand verwildern sie gerne und vereinnahmen durch Selbstaussaat schnell große Flächen. Was den Standort angeht, sollte man eine halbschattige und windgeschützte Stelle aussuchen. Ideal ist ein Laubhumusboden.

Eine Besonderheit des Hasenglöckchens ist, dass es als Nationalblume der Engländer gilt. In England wächst die Hälfte des weltweiten Bestands wildwachsender Atlantischer Hasenglöckchen. Dort färben im Frühling beeindruckende Vorkommen die Böden ganzer Wälder blau. Wer das einmal mit eigenen Augen sehen möchte, muss aber nicht mal die Reise über den Ärmelkanal antreten. Als Geheimtipp innerhalb Deutschlands gilt der „Wald der blauen Blumen“, der sich bei Hückelhoven-Doveren (Kreis Heinsberg) ganz im Westen Nordrhein-Westfalens befindet. Auch dessen Waldboden bildet von Mitte April bis Mitte Mai ein leuchtend blaues Meer aus blühenden Hasenglöckchen.



Ausgabetag: 08.06.2017
Wert (in Euro Cent): 20
Motiv Hasenglöckchen: Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3315
 
Brigitte Am: 08.05.2017 07:01:00 Gelesen: 46339# 369 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Leuchttürme“
Thema: „Kiel Holtenau“ und „Bremerhaven Unterfeuer“

Kiel-Holtenau

Mit seiner wilhelminischen Backsteinarchitektur zählt das Wahrzeichen des Stadtteils Kiel-Holtenau zu den schönsten Leuchtfeuern der deutschen Küste. Der 1895 fertiggestellte und 20 Meter über das Gelände aufragende Leuchtturm ist Teil eines perfekt abgestimmten Ensembles aus Tiessenkai, Packhaus und Schleusengruppe. Der runde Leuchtfeuerturm fußt auf einem achteckigen Unterbau, in dem sich die „Dreikaiserhalle“ befindet. An den Unterbau ist außerdem ein runder Treppenturm angegliedert, der in den Leuchtturm führt. Die Gestaltung des Bauensembles ist farblich fein abgestimmt: Rote und braune Ziegel wechseln mit grauen und rotbraunen Fugen. Gesimse, Dach und Sockel bestehen aus grauem und rotem Granit. Der Leuchtturm Kiel-Holtenau ist während des von 1887 bis 1895 dauernden Baus des Nord-Ostsee-Kanals – damals noch Kaiser-Wilhelm-Kanal – errichtet worden.

Der greise Kaiser Wilhelm I. persönlich legte 1887 den Grundstein des Kanals im Fundament des Turmes. Das Kanalbauwerk ist unter Mitbenutzung der alten Linienführung des Eiderkanals die direkte Verbindung zwischen Nord- und Ostsee. Daher ist auch über dem Haupteingang ein halbrundes Relief eingelassen, das die beiden Meerjungfrauen „Nordsee“ und „Ostsee“ zeigt, die sich die Hände reichen. Die künstliche Wasserstraße war von großer militärischer Bedeutung, da sich durch den Kanal Schiffseinheiten in kurzer Zeit zwischen den beiden deutschen Meeren hin- und her verlegen ließen. Das Bauwerk – ein bedeutendes Symbol des deutschen Kaiserreichs – steht an strategisch wichtiger Stelle, da es zusammen mit dem Leuchtturm Kiel-Wik den Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal markiert. Sein unterbrochenes weiß-grünes Lichtsignal bezeichnet die Steuerbordseite der Kanalzufahrt. Die Feuerhöhe befindet sich auf 22 Meter über Normalhöhennull (NHN), die Tragweite ist elf Seemeilen (weiß) und acht Seemeilen (grün). Umgeben ist der Turm, in dem seit einiger Zeit auch Trauungen durchgeführt werden, von einer Grünanlage, die auf Aushubmaterial des Kanals angelegt wurde.



Bremerhaven Unterfeuer

Mit seiner ungewöhnlichen Silhouette hat der Leuchtturm Bremerhaven Unterfeuer schon immer die Fantasie der Betrachter angeregt. So hat ihm seine überdimensionale Kugelspitze die Spitznamen „Minarett“ und „Zwiebelturm“ eingetragen. Der aus Eisen konstruierte und mit Stahlplatten verkleidete, kreisrunde, sich nach oben stark verjüngende Baukörper hat zudem auf halber Höhe einen Umgang. Der rot-weiße Turm wurde 1893 als Unterfeuer zum Großen Leuchtturm Bremerhaven gebaut, dem Simon-Loschen-Leuchtturm. Zusammen mit diesem 208 Meter weiter nördlich stehendem Oberfeuer bildet der Leuchtturm Bremerhaven Unterfeuer die Richtfeuerlinie Bremerhaven, die für die Weser auf- und abwärts fahrenden Schiffe die Mitte des Fahrwassers im Blexener Bogen bei Nordenham markiert. Der zunächst rund 22 Meter hohe Leuchtturm, dessen Entwurf von dem Hafenbauingenieur Rudolf Rudloff stammte, befand sich früher auf der Südmole der Schleuse zum Neuen Hafen und sicherte gemeinsam mit dem Großen Leuchtturm die Weser-Schifffahrt. Die Kugelspitze trug früher ein Windmessgerät. Zunächst wurde der Turm von einem Leuchtturmwärter betrieben, wobei der Umgang noch als Aussichtsplattform bestiegen werden konnte.



Ausgabetag: 08.06.2017
Werte (in Euro Cent): Motiv 1: Leuchtturm „Kiel-Holtenau“ 45 / Motiv 2: Leuchtturm „Bremerhaven Unterfeuer“ 70
Motive: Motiv 1: Leuchtturm „Kiel-Holtenau“ / Motiv 2: Leuchtturm „Bremerhaven Unterfeuer“
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Johannes Graf, Dortmund
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 35 x 35 mm
Motiv 1: MiNr. 3316 / Motiv 2: MiNr. 3317
 
Brigitte Am: 10.05.2017 07:03:00 Gelesen: 46031# 370 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100. Geburtstag Heinz Sielmann“

„Nichts hinterlässt einen tieferen Eindruck als das persönliche Erleben in freier Natur“ wusste der Tierfilmer Heinz Sielmann (1917–2006) und setzte sich zeitlebens für die Erhaltung und Schaffung von naturnahen Lebensräumen für Tier- und Pflanzenarten ein. Die von ihm konzipierte und moderierte ARD-Reihe „Expeditionen ins Tierreich“ (1965–1991) machte ihn deutschlandweit bekannt. Als Regisseur, Autor, Kameramann und Produzent war Sielmann aber auch ein weltweit anerkannter und vielfach ausgezeichneter Tierdokumentarfilmer. Sielmann drehte Kino-Erfolge wie „Lied der Wildbahn“ (1949), „Herrscher des Urwalds“ (1957), „Galapagos“ (1960) und „Lockende Wildnis“ (1988).

Sielmann entwickelte einen unverwechselbaren Stil, mit dem er im Bereich Tierfilm Maßstäbe setzte. Anders als viele seiner Kollegen zeigte er nicht nur Aufnahmen von möglichst possierlichen oder exotischen Tieren, sondern vor allem deren Verhalten.

Dafür entwickelte Sielmann innovative Filmtechniken. Der erste große Erfolg im „Sielmann-Stil“ wurde der Spechtfilm „Zimmerleute des Waldes“ (1954), der mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde. Sielmann hatte dafür einen Baumstamm angesägt und einen brütenden Specht behutsam daran gewöhnt, dass hinter einer Glasscheibe eine Kamera das Geschehen im Nest wochenlang dokumentierte.

1994 gründete Sielmann mit seiner Frau Inge die Heinz Sielmann Stiftung. Die Stiftung will vor allem junge Leute besser mit der Natur vertraut machen. „Man kann etwas nur dann schützen, wenn man es kennt“, betonte Sielmann. Und: „In unserer Jugend liegt das größte Kapital der Naturschützer.“ Viele Tausend Schüler haben mittlerweile das Erlebniszentrum auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt besucht. Die Stiftung Heinz Sielmann verleiht zudem Preise für engagierten Umweltschutz. Außerdem erwirbt die Stiftung regelmäßig große, unzerschnittene Gebiete in Deutschland, um sie für den Naturschutz zu sichern. „Das Beste für den Naturschutz ist es, die Flächen einfach zu kaufen“, sagte Sielmann einmal.



Ausgabetag: 08.06.2017
Wert (in Euro Cent): 45
Motiv: Heinz Sielmann
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Mayfried, München
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devirent GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3318 / selbstklebend: MiNr. 3319
 
Brigitte Am: 31.05.2017 11:23:47 Gelesen: 40043# 371 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „200 Jahre Fahrrad – 1817 Karl Drais“

Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Freiherr von Drais (1785 – 1851) das erste Mal auf seiner hölzernen Laufmaschine durch Mannheim.

Es war ein ungewöhnliches Bild: Durch kräftiges und gleichmäßiges Abstoßen der Füße bewegte und balancierte der Erfinder und Oberforstrat das „Ur-Fahrrad“ am Schloss vorbei und die gepflasterte Chaussee entlang. Was da so scheinbar unspektakulär vor nunmehr 200 Jahren Richtung Schwetzingen und zurück rollte, liefert bis heute Antworten auf aktuelle Herausforderungen: Es ist energieeffizient und emissionsfrei, es wirkt dem Verkehrsinfarkt entgegen und fördert die Gesundheit. Im 20. Jahrhundert machte das Fahrrad als Sport-, Fitness- und Freizeitgerät Karriere – vom Rennrad übers Mountainbike bis hin zum Pedelec mit zuschaltbarer Motorunterstützung.

Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn wurde als Sohn eines badischen Hofrichters in Karlsruhe geboren. Er absolvierte eine Ausbildung im Forstdienst und schrieb sich für Mathematik, Physik und Baukunst an der Universität Heidelberg ein. 1810 stellte ihn sein Pate, Großherzog Karl Friedrich von Baden, bei vollen Bezügen vom Dienst als Forstwirt frei, damit er seiner Tätigkeit als Erfinder nachgehen konnte. Während der badischen Revolution von 1849 legte er seinen Adelstitel nieder und wollte nur noch Bürger Karl Drais genannt werden. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde ihm seine Pension entzogen, so dass er 1851 verarmt in Karlsruhe starb.

Bis heute gilt Drais als Erfinder des weltweit erfolgreichsten Fortbewegungsmittels. Selbst im „Autoland“ Deutschland stehen 45,1 Millionen Pkw geschätzt 81 Millionen Fahrräder gegenüber. Die Drais-Städte Mannheim und Karlsruhe feiern den 200. Geburtstag des Pioniers mit einem mehrmonatigen Festprogramm. Mannheim zelebriert das Jubiläumsjahr unter der Dachmarke „Monnem Bike – wo alles begann“. Unter dem Motto „Ganz schön Drais“ lädt Karlsruhe zu verschiedenen Aktionen ein, deren Schwerpunkt das Festwochenende „RADiale“ vom 25. bis 28. Mai 2017 bildet.



Ausgabetag: 13.07.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Laufmaschine des Karl Drais, die als Fahrrad ihren Schatten vorauswirft
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Rudolf Grüttner u. Sabine Matthes, Oranienburg
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3320
 
Brigitte Am: 02.06.2017 07:08:01 Gelesen: 39488# 372 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „150 Jahre Norddeutscher Bund“

Der preußische Ministerpräsident und spätere Reichsgründer Otto von Bismarck führte maßgeblich Regie: Mit der Gründung des Norddeutschen Bundes, dessen Verfassung im Juli 1867 in Kraft trat, entstand erstmals ein föderalistischer Bundesstaat unter preußischer Führung. Zuvor war Österreich – nach seiner militärischen Niederlage 1866 – aus der Gestaltung der deutschen Politik ausgeschieden. Bismarck legte den Norddeutschen Bund als Provisorium an, da die abwartende Haltung der süddeutschen Staaten, aber auch der Widerstand Frankreichs zunächst noch den Weg zu einem deutschen Nationalstaat versperrte. Insofern ist der Norddeutsche Bund eine wichtige Zwischenstufe zur Reichsgründung 1871. Nach dem Sieg Preußens im Deutschen Krieg 1866 musste Österreich die Neuordnung der Verhältnisse in Deutschland hinnehmen.

An die Stelle des 1815 gegründeten Deutschen Bundes, in dem Österreich in beständiger Rivalität zu Preußen Hegemonialmacht gewesen war, trat der Norddeutsche Bund. Damit war der Weg frei für die Neugestaltung Deutschlands. Der Norddeutsche Bund umfasste die 22 nördlich der Mainlinie liegenden deutschen Mittel- und Kleinstaaten sowie die Freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck mit insgesamt etwa 30 Millionen Einwohnern. Bismarck baute hinsichtlich des Beitritts der süddeutschen Länder auf die Anziehungskraft der liberalen Bundesverfassung.

Sie gestand den Vertretern der Einzelstaaten im Bundesrat gewisse politische Gestaltungsmöglichkeiten zu, etwa bei der Gesetzgebung. Damit gelang es Bismarck, die öffentliche Meinung in Deutschland für eine nationale Vereinigung zu gewinnen, auch wenn sie von oben verordnet war und unter preußischer Führung vonstatten ging. Hatten die Liberalen als prägende politische Kraft den konservativen Ministerpräsidenten bislang scharf bekämpft, so machten sie nun angesichts der Fortschritte bei der nationalen Einigung ihren Frieden mit Bismarck – eine nicht unerhebliche Voraussetzung für die Reichsgründung 1871.



Ausgabetag: 13.07.2017
Wert (in Euro Cent): 320
Motiv: Siegel mit den Wappen der Mitgliedsstaaten
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3321
 
Brigitte Am: 06.06.2017 07:07:00 Gelesen: 38422# 373 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Mikrowelten“
Thema: „Menschliches Haar“ und „Vitamin C“

Im Grenzbereich zwischen Wissenschaftsfotografie und künstlerischer Visualisierung bewegt sich seit vielen Jahren Prof. Manfred P. Kage, der Pionier der Mikrofotografie. Ende der 1960er Jahre prägte er für sein Metier den Begriff „Science Art“. Zwar kennen wir alle das menschliche Haar durch eigene Anschauung, aber in 250facher Vergrößerung erscheint es in ganz neuem Licht. Beim allseits bekannten Vitamin C, das als Mikrofotografie durch ungewöhnliche Farbenspiele fasziniert, liegt der Überraschungseffekt für den Laien vielleicht eher darin, dass es überhaupt konkret sichtbar gemacht werden kann. Die „Serie Mikrowelten“ lotet den ästhetischen Reiz mikroskopisch kleiner Strukturen aus. Die äußere Schicht des Haares bildet eine Schuppenschicht (Kuticula) aus tannenzapfenförmigen, flachen Hornzellen. Die Kuticula umhüllt die Cortex (Rinde), die rund 80 Prozent des Haaranteils ausmacht. Aber wie dick ist es denn nun, das menschliche Haar?

Die Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten, da die Haardicke genetisch bedingt ist und nach Herkunft variiert. Ein europides Haar ist 0,05 bis 0,07 Millimeter dick, dunkles asiatisches Haar im Vergleich dazu deutlich dicker. Der Durchschnitt in Asien liegt zwischen 0,08 und 0,12 Millimeter.

Vitamin C ist der „Promi“ unter den Vitaminen. Seine Wirkkraft entfaltet es etwa zur Unterstützung des Immunsystems – als Vorbeugung etwa gegen Erkältungen – und im Kampf gegen die sogenannten freien Radikalen, die auch mit der Entstehung von Krebs in Zusammenhang gebracht werden. Ascorbinsäure, wie Vitamin C auch genannt wird, leistet einen wichtigen Beitrag zum Zellschutz. Der Körper kann Ascorbinsäure nicht selbst herstellen, weshalb sie über die Nahrung aufgenommen werden muss.

Vitamin C steckt vor allem in Zitrusfrüchten, Obst und frischem Gemüse. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 110 Milligramm Vitamin C für Männer und 95 Milligramm für Frauen. Zur Deckung des Tagesbedarfs
reichen schon zwei Orangen.





Ausgabetag: 13.07.2017
Werte (in Euro Cent): Motiv 1: „Menschliches Haar“ 70 / Motiv 2: „Vitamin C“ 85
Motive: Motiv 1: Menschliches Haar, 250-fach vergrößert / Motiv 2: Vitamin C, 40-fach vergrößert
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andrea Voß-Acker, Wuppertal
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 39 x 33 mm
Motiv 1: MiNr. 3322 / Motiv 2: MiNr. 3323
 
Brigitte Am: 28.06.2017 12:53:53 Gelesen: 32448# 374 @  
Postwertzeichen
Serie: Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Vergissmeinnicht“

Schon der Name ist ein emotionaler Appell: Vergissmeinnicht. Die beliebte Wild- und Gartenpflanze der Gattung Myosotis verzaubert den Betrachter nicht nur mit ihren himmelblauen, zierlichen Blüten. Als Symbol der Liebenden, des Abschieds und der Sehnsucht nach Liebestreue ist das Vergissmeinnicht auch seit Jahrhunderten Gegenstand unzähliger Legenden, Gedichte und Lieder. Und das nicht nur in unseren Gefilden, denn der Frühblüher ist fast über die ganze Erde verbreitet. Erstaunlicherweise ist auch der Name der meist blauen Blume in vielen Sprachen identisch. So wird die Blume in England „forget-me-not“ und in Frankreich „m’oubliez pas“ genannt. Selbst in China spielt der Name auf das Vergessen an – „wu wang cao“ heißt so viel wie „Nicht-Vergessen-Kraut“.

Es gibt mehr als 50 Arten von Vergissmeinnicht, darunter etwa das Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris), das Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis) und das Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica). Auch weiß oder rosafarben blühende Sorten sind zu finden. In kultivierter Form eignen sie sich gut für Blumenbeete, Wegkanten und Rabatten. Die Pflanzen wachsen buschig und werden nicht höher als etwa dreißig Zentimeter. Myosotis gehört zur Familie der Raublattgewächse und liebt Halbschatten und feuchten Boden. Die Blütezeit der Blumen beginnt im März und dauert bis in den Mai.

Die Botaniker der Antike haben der Pflanze den Namen „Myosotis“ (griech.: „Mausohr“) verliehen – aufgrund ihrer speziellen Blütenform. Im deutschsprachigen Raum ist der Name Vergissmeinnicht erst seit dem 15. Jahrhundert bezeugt. Das Vergissmeinnicht ist nicht zuletzt wegen seines bedeutungsvollen Namens populär, um dessen Verleihung sich viele Legenden gebildet haben. Sie beziehen sich meist auf die Themen Liebe, Freundschaft und Erinnerung. So schmückt ein getrocknetes Vergissmeinnicht auch häufig Poesiealben, versehen mit dem Sinnspruch: „Rosen, Tulpen, Nelken, / alle Blumen welken; / nur die eine nicht: / die heißt Vergissmeinnicht.“



Ausgabetag: 10.08.2017
Wert (in Euro Cent): 345
Motiv: Vergissmeinnicht Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3324
 
Brigitte Am: 30.06.2017 07:08:00 Gelesen: 31972# 375 @  
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Thema: „400 Jahre Fruchtbringende Gesellschaft“

Nach dem Vorbild italienischer Renaissance-Akademien gründeten fünf anhaltinische und sachsen-weimarische Fürsten und drei ihrer Hofleute 1617 mit der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ in Weimar die erste und mit 890 Mitgliedern größte deutsche Sprachakademie. Den Mitgliedern sollte „obliegen, unsere hochgeehrte Muttersprache in ihrem gründlichen Wesen und rechten Verstande, ohne Einmischung fremder, ausländischer Flickwörter, sowohl im Reden, Schreiben, Gedichten aufs allerzierlichste und deutlichste zu erhalten und auszuüben...“. Als ein Zentrum des literarischen Lebens förderte die Fruchtbringende Gesellschaft die Emanzipation des Deutschen als Literatursprache und regte zur Gründung gelehrter Akademien an. Zudem ebnete der Palmenorden, wie die Gesellschaft auch genannt wurde, durch seine prinzipielle ständische Offenheit der bürgerlichen Literatur den Weg.

Durch penible „Spracharbeit“ sollte der Beweis geführt werden, dass das Deutsche genauso viel leisten kann wie die übrigen Sprachen in Europa. Der Mitgründer Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen, erstes Oberhaupt der Gesellschaft von 1617 bis 1650, berief sich ausdrücklich darauf, dass kein Gedanke an eine Sprache gebunden und dass alles in jeder Volkssprache auszudrücken sei, wenn diese nur kultiviert werde. Das Streben nach einer nationalen Sprache sowie der Vereinheitlichung in Orthografie und Grammatik schlug sich direkt in der Barockliteratur und -poesie nieder.

Gelegentlich wurde der insgesamt verdienstvollen Tätigkeit der Gesellschaft aber auch allzu großer Eifer und „Purismus“ vorgeworfen, insbesondere wenn es darum ging, aus der Sprache alle fremden Einflüsse auszumerzen und durch deutsche Begriffe zu ersetzen. So schlug der Dichter und Schriftsteller Philipp von Zesen vor, das aus dem Lateinischen stammende Lehnwort „Fenster“ durch „Tagleuchter“ zu ersetzen und das Wort „Fieber“ durch „Zittersucht“. Die menschliche Nase sollte „Gesichtserker“ heißen. Er stieß damit auf Ablehnung nicht nur bei seinen Zeitgenossen.



Ausgabetag: 10.08.2017
Wert (in Euro Cent): 145
Motiv: Palmenimprese und Wortschöpfungen der Fruchtbringenden Gesellschaft
Foto: INTERFOTO
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Annette Le Fort und Prof André Heers, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3328
 
Brigitte Am: 03.07.2017 07:01:00 Gelesen: 31088# 376 @  
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Thema: „50 Jahre Farbfernsehen in Deutschland“

Willy Brandt ist als Regierender Bürgermeister von West-Berlin, die Ostpolitik und seine als Reformära wahrgenommene Kanzlerschaft (1969–1974) bekannt. Aber auch ein Durchbruch in der Fernsehtechnik verbindet sich mit seinem Namen: Als Vizekanzler läutete der Sozialdemokrat am 25. August 1967 um 10.57 Uhr die Ära des Farbfernsehens in Deutschland ein, indem er auf der 25. Funkausstellung in Berlin einen faustgroßen, roten Knopf drückte und das Fernsehbild von Schwarzweiß auf Farbe umsprang. Damit war die Bundesrepublik Deutschland zwar Vorreiter in Europa, allerdings nicht weltweit: In den USA, Kanada und Japan konnte schon seit den 1950er Jahren in Farbe ferngesehen werden. Das erste Farbbild im Deutschen Fernsehen war ein Diapositiv der Funkausstellung, in dessen kreisrundem Mittenausschnitt der Daumen Brandts auf dem Knopf zu sehen war.

Die nächste Kameraeinstellung in Farbe zeigte die Prominenz der Eröffnungsfeier, darunter den Erfinder des Farbfernsehsystems PAL (Phase-Alternation-Line), den Telefunken-Ingenieur Walter Bruch. Nachdem die „Aahs“ und „Oohs“ der Zuschauer auf der Funkausstellung verklungen sind, zeigen ARD und ZDF gemeinsam ab 14.30 Uhr als Farbtestsendung den französischen Spielfilm „Cartouche, der Bandit“. Die erste farbige Live-Sendung war dem Abend vorbehalten, Showmaster Vico Torriani präsentierte ab 20 Uhr die 25. Folge der ZDF-Unterhaltungsshow „Der Goldene Schuss“. Zum Zeitpunkt der Einführung des Farbfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland gab es hierzulande erst rund 5800 Farbfernsehgeräte. Der Durchbruch in den Käuferzahlen erfolgte mit den Olympischen Spielen in München 1972 und der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Der Anschaffungspreis war mit ab etwa 2000 DM relativ teuer, dennoch wurden bereits Anfang der 1970er pro Jahr bis zu 1,4 Millionen Farbfernsehgeräte verkauft. An dem TV-Boom wurde auch Kritik laut: Die attraktiven, farbigen Bilder auf der Mattscheibe seien für eine um zwei bis drei Stunden verkürzte Nachtruhe verantwortlich.



Ausgabetag: 10.08.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Farbfernseher vor Farbbalkentestbild
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andreas Ahrens, Hannover
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3329
 
Brigitte Am: 05.07.2017 07:03:00 Gelesen: 30511# 377 @  
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Serie: „Für die Jugend“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke e. V.
Thema: „Motive der Augsburger Puppenkiste
(Urmel aus dem Eis, Kleiner König Kalle Wirsch, Kater Mikesch“

Es ist ein Erinnerungsschatz aus vordigitaler Zeit: An Fäden hängende Holzpuppen, virtuoses Marionettenspiel mit markanten Sprechstimmen, flotte Inszenierungen mit Witz und Gesang sowie Requisiten, die auf Improvisationsfreude schließen lassen – etwa blaue Plastikfolien als wogende See. Die 1948 von Walter Oehmichen gegründete Augsburger Puppenkiste hat Generationen von Kindern bis ins Erwachsenenalter begleitet und begeistert. Einen gewaltigen Popularitätsschub erlebte die Marionettenbühne noch, als 1953 das noch junge Medium Fernsehen einstieg und regelmäßig ihre Aufführungen ausstrahlte.

Die Augsburger Puppenkiste inszenierte in den folgenden Jahren mit seinem ständig wachsenden Ensemble unzählige Märchen und Kinderbücher und erweckte mit der Kunst des Marionettenspiels einzigartige Charaktere zum Leben. Dabei sind damals wie heute alle Puppen in der hauseigenen Werkstatt aus Lindenholz selbstgeschnitzt. So entstanden auch die Figuren zu „Urmel aus dem Eis“ (1969), „Kleiner König Kalle Wirsch“ (1970) und „Kater Mikesch“ (1964/1985).







Ausgabetag: 10.08.2017
Werte (in Euro Cent): Motiv 1: „Urmel aus dem Eis“: 70 + 30 / Motiv 2: „Kleiner König Kalle Wirsch“: 85 + 40 / Motiv 3: „Kater Mikesch“: 145 + 55
Motiv: Motiv 1: „Urmel aus dem Eis“ / Motiv 2: „Kleiner König Kalle Wirsch“ / Motiv 3: „Kater Mikesch“
Bildvorlagen © Augsburger Puppenkiste®
Foto „Kistenmotiv und Schrauben“ © fotolia.de
Marionetten mit freundlicher Genehmigung der Autoren- und Verlagsagentur (AVA), München, Herder Verlag, Freiburg und Josef Lada, Prag
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Anna Berkenbusch und Christian Gralingen, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3325 / Motiv 2: MiNr. 3326 / Motiv 3: MiNr. 3327
 
Brigitte Am: 09.08.2017 09:29:21 Gelesen: 21370# 378 @  
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Serie: „Tag der Briefmarke“
Thema: „Fix & Foxi“

Die Comic-Füchse Fix & Foxi prägten ab 1953 in Deutschland gleich mehrere Generationen von Kindern und Jugendlichen. Es waren die ersten deutschen Comics, die in dieser Altersgruppe eine breite Leserschaft ansprachen. Erdacht wurde Fix & Foxi von Rolf Kauka (1917–2000), der als „deutscher Walt Disney“ bekannt werden sollte. Auch wenn er später nicht mehr selbst zeichnete, war er doch Schöpfer und „geistiger Vater“ der Comicfamilie und führte sie zu kommerziellem Erfolg. Der Fix & Foxi-Comic wurde – mit einer Unterbrechung von 1994 bis 2005 – bis 2009 herausgegeben. Über die Jahre erschien er in verschiedenen Verlagen.

Die Fix & Foxi-Marke erscheint anlässlich des Tags der Briefmarke, ein Festtag der Philatelisten. Sie wird mit einem Zuschlag von 30 Cent verkauft. Diese gehen an die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte. Die beiden auf der Sondermarke abgebildeten Titelhelden sind als Zwillinge bis auf wenige Merkmale nicht voneinander zu unterscheiden. So trägt Fix eine gelbe Hose und weiße Schuhe. Zudem hat er im Gegensatz zu Foxi einen Haarschopf. Foxi trägt eine blaue Latzhose und gelbe Schuhe. Fix und Foxi treten immer als Duo auf. Sie sind beide neugierig und geraten stets in neue Abenteuer. Neben den Zwillingen ist Lupo der wichtigste Charakter. Lupo ist faul, dreist und verfressen. Trotz seiner zweifelhaften Eigenschaften ist er bei den Fans ausgesprochen beliebt.

Rolf Kauka wurde 1917 in der Nähe von Leipzig geboren. Er zeichnete bereits zu Schulzeiten Cartoons und machte danach eine Lehre zum Drogeriegehilfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er 1947 den Kauka-Verlag. In den 1950er Jahren verbreiteten sich immer mehr US-amerikanische Comics in Deutschland und Kauka erkannte die Chance, eigene Hefte zu produzieren. Mit 780 Millionen verkauften Heften ist Fix & Foxi die erfolgreichste deutsche Comicreihe aller Zeiten. In der Hochphase der 1960er und 1970er Jahre erschienen die Comics in einer Auflage von bis zu 400.000 Stück pro Woche.



Ausgabetag: 07.09.2017
Wert (in Euro Cent): 70 + 30 Zuschlag
Motiv: Fix & Foxi auf Skateboards
Bildvorlage mit freundlicher Genehmigung der Your Family Entertainment, München
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Wilfried Korfmacher, Meerbusch
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security - Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3331
 
Brigitte Am: 11.08.2017 07:01:00 Gelesen: 20412# 379 @  
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Thema: „250. Geburtstag August Wilhelm Schlegel“

Als Philologe, Übersetzer, Dichter, Kritiker und Literaturhistoriker war der „Universalpoet“August Wilhelm Schlegel (1767–1845) einer der bedeutendsten deutschen Romantiker. Er begleitete die berühmte Madame de Staël auf ihren Reisen durch Europa, stand im steten Austausch mit den europäischen Eliten und lehrte ab 1818 als Literaturprofessor in Bonn. Mit Blick über die Grenzen Europas hinaus wurde Schlegel zum Begründer der Indologie. Gerühmt werden seine Übersetzungen romanischer Literaturen und insbesondere William Shakespeares. Seit Schlegel, so heißt es, wäre Shakespeare auch ein deutscher Bühnendichter.

Geboren in Hannover als Sohn des Pfarrers Johann Adolf Schlegel ließ er sich 1796 in Jena nieder, wo er seine Frau Caroline ehelichte, die als eine Vorkämpferin der Frauenbewegung gilt. Schnell wurde das Paar zum Zentrum des Kreises der Frühromantiker. Schlegel schrieb etwa 300 Rezensionen für die „Jenaische Allgemeine Literaturzeitung“, arbeitete an Schillers „Horen“ mit und gründete mit seinem Bruder Friedrich die Zeitschrift „Athenäum“ (1798–1800), das Sprachrohr der Jenaer Frühromantik. In Berlin hielt Schlegel die Vorlesungsreihe „Über schöne Literatur und Kunst“ (1801–1804). Hier und in den berühmten Wiener Vorlesungen „Über dramatische Kunst und Literatur“ (1809–1811) legte er die Grundideen der romantischen Poetik vor. Schlegels größter Nachruhm beruht bis heute auf seinen formgetreu-metrischen Übersetzungen der Werke Shakespeares.

Bereits 1797 erschienen die ersten beiden Bände von „Shakespeares dramatische Werke“ mit vier Stücken, bis 1801 in rascher Folge sechs weitere Bände. Ein letzter Band erhöhte 1810 die Zahl der übersetzten Stücke auf 17. Schlegels formwahrende wie treffsicher geniale Übersetzungspraxis öffnete den literarischen Horizont der Deutschen und veränderte die deutsche Bühne in Richtung klassisches Versdrama. Auch hat Schlegel wie kein Zweiter dazu beigetragen, dass die literarische Übersetzung als eigene Kunstform zu gelten hat.



Ausgabetag: 07.09.2017
Wert (in Euro Cent): 85
Motiv: Stich August Wilhelm Schlegel, Symbole für Schreibfeder und Buch
Foto: mauritius images/imageBROKER
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Birgit Hogrefe, Hamburg
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3332
 
Brigitte Am: 14.08.2017 07:03:00 Gelesen: 19008# 380 @  
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Thema: „150. Geburtstag Walther Rathenau“

„Er war der heißeste Patriot und einer der ganz wenigen geistig schöpferischen Staatsmänner dieser Epoche!“ So wurde Walther Rathenau (1867–1922) von dem Historiker Golo Mann beschrieben. Rathenau war es, der mit dem Vertrag von Rapallo (1922) die Isolation Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg durchbrach. Der liberale Außenminister der Weimarer Republik war ein Befürworter von Ausgleich, Verhandlungen und Diplomatie in internationalen Beziehungen. Eine moderate und pragmatische Sichtweise, die ihm in den politisch radikalisierten Zeiten der Weimarer Demokratie letztlich zum Verhängnis wurde.

Walther Rathenau wurde am 29. September 1867 in Berlin geboren. Er wächst als Teil der preußischen Wirtschaftselite im Großbürgertum auf. Sein Vater war der Unternehmer Emil Rathenau, Gründer des Elektrokonzerns AEG. 1899 wurde Walther Rathenau, der auch künstlerische Neigungen besaß, in den Vorstand der AEG berufen, 1904 in den Aufsichtsrat. 1912 stieg er zum Aufsichtsratsvorsitzenden der AEG auf. Nachdem Deutschland 1914 in den Ersten Weltkrieg eingetreten war, übernahm Rathenau die Leitung der preußischen Kriegsrohstoffabteilung (KRA). Er stellte sich hinter die Kriegsziele der Expansionspolitik und wurde zum „Falken“.

Nach dem Krieg trat Rathenau in die Deutsche Demokratische Partei (DDP) ein. Die linksliberale Partei identifizierte sich mit der parlamentarischen Demokratie. Auf deutscher Seite unterzeichnete Rathenau, der 1922 Außenminister geworden war, am 16. April den Vertrag von Rapallo mit Sowjetrussland. Vertrag und Rathenau selbst waren in Deutschland sehr umstritten. Nationalistische Kräfte lehnten eine Annäherung an das revolutionäre Sowjetrussland ab. Zudem war Rathenau antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Am 24. Juni 1922 wurde Rathenau in Berlin von Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul auf dem Weg ins Auswärtige Amt ermordet. Walther Rathenau erscheint heute vor allem als Politiker, der sein Handeln weniger an ideologischen als an pragmatischen Grundsätzen ausrichtete.



Ausgabetag: 07.09.2017
Wert (in Euro Cent): 250
Motiv: Denken heißt vergleichen – Porträt Walther Rathenau
Foto © ullstein bild
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jens Müller, Düsseldorf
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3333
 
Brigitte Am: 16.08.2017 07:03:00 Gelesen: 18367# 381 @  
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Thema: „Weinanbau in Deutschland“

Vielfalt und Genuss, Tradition und Innovation: In Deutschland gibt es 13 Weinanbaugebiete, nur dort erlauben die Rebflächen die Herstellung von Qualitätswein. Ausschlaggebend ist die Kombination aus oft mineralischen Böden und Flusslandschaften mit sonnigem Mikroklima. Deutscher Wein, der lange unter Imageproblemen litt, ist heute sehr gefragt. Besonders der Riesling genießt internationale Anerkennung und gilt sogar als einer der besten der Welt. Junge Winzer haben es sich zur Aufgabe gemacht, im In- und Ausland die Begeisterung für den deutschen Wein zu wecken. Dafür setzen sie stärker denn je auf Qualität. Im Fokus der neuen Erzeugergeneration stehen kleinere Erträge und hochwertige Weine.

Besonders die sonnigen Hänge an Rhein, Mosel, Main, Elbe, Saale und Unstrut eignen sich für den Weinbau. Rheinhessen – zwischen Alzey, Worms, Mainz und Bingen, im Norden und Osten vom großen Rheinbogen umschlossen – ist mit rund 26.000 Hektar das größte deutsche Anbaugebiet. Es folgen die Pfalz mit 23.400 Hektar und Baden mit 15.900 Hektar. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 100.000 Hektar Weinanbaufläche. Der Wein als Genussmittel ist ein altes europäisches Kulturgut. An festlicher Tafel ist der Wein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlich-kulinarischen Rituals. Auf unzähligen Weinfesten, die im Herbst in den Anbaugebieten stattfinden, lassen sich edle Tropfen aus der Region in geselliger Runde genießen.

Schon vor rund 2000 Jahren wurde hierzulande Wein angebaut. Die Römer, die damals Teile Germaniens besetzt hielten, brachten das Wissen um die Herstellung von Wein aus dem vergorenen Saft der Weintrauben über die Alpen. Klöster entwickelten eine eigene Weinbaukultur. Der Wein wurde zum Volksgetränk. Dem Deutschen Weininstitut (DWI) zufolge trinkt heute im Schnitt jeder Deutsche rund 20,5 Liter Wein pro Jahr. Insgesamt werden 20,5 Millionen Hektoliter Wein und Sekt im Jahr konsumiert. Deutschland liegt gemeinsam mit Italien weltweit auf Platz drei hinter den USA und Frankreich.



Ausgabetag: 07.09.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Weinrebe mit Traube in Deutschlandform
Foto: Bildnummer 50409565; Marako © 123RF
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Kym Erdmann, Kiel
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security - Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3334
 
Brigitte Am: 06.09.2017 16:44:53 Gelesen: 12812# 382 @  
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Serie: „Deutsche Fernsehlegenden“
Thema: „Das Millionenspiel“

Was kann und was darf das Fernsehen? Zwei Fragen, die sich seit der Erfindung des Mediums stellen. 1970 wurde in Deutschland erstmals über die Grenzen des damals noch jungen Mediums diskutiert.

Anlass war der experimentelle Fernsehfilm „Das Millionenspiel“, der am 18. Oktober ausgestrahlt wurde. Die Unterhaltungssendung im Stil einer real anmutenden Spielshow hob sich deutlich vom biederen TV-Mainstream der Zeit ab. Es ging scheinbar um Leben und Tod, aber auch um Zuschauerquoten und Voyeurismus: Ein Kandidat (Jörg Pleva) muss in dem fiktiven Doku-Drama einem Killerkommando entkommen. Gelingt es ihm, erhält er eine Million D-Mark. Scheitert er, verliert er sein Leben. Dabei wird er ständig von Kamerateams verfolgt. „Das Millionenspiel“ sorgte für einen der ersten TV-Skandale der Bundesrepublik.

Nach der Ausstrahlung erhielt der WDR zahlreiche Anrufe und Beschwerdebriefe. Viele Zuschauer hielten die Show, die von dem Hitparaden-Moderator Dieter Thomas Heck als „Thilo Uhlenhorst“ präsentiert wurde, für echt. Tatsächlich gingen beim „Millionenspiel“ nicht wenige davon aus, dass Menschen live im Fernsehen getötet würden. Einige Zuschauer meldeten sich nach der Ausstrahlung sogar freiwillig, um als Kandidat oder als Kopfgeldjäger an der perfiden Show teilzunehmen.

Der Film basiert auf der Kurzgeschichte „The Prize of Peril“ (1960) des US-Schriftstellers Robert Sheckley. Regisseur Tom Toelle und Drehbuchautor Wolfgang Menge inszenierten ihn ganz im Stile heutiger Reality-Formate. In regelmäßigen Abständen wurde die Handlung durch Werbung unterbrochen, ein für die damalige Zeit im deutschen Fernsehen noch unüblicher Vorgang. Heute scheint „Das Millionenspiel“ längst von der Realität eingeholt.

Reality-Shows begleiten Kandidaten hautnah, während diese Extremsituationen durchstehen müssen. Tabubruch gegen Geld: Auch wenn es dabei nicht um Leben und Tod geht, erinnern einige der heutigen Sendungen in ihrer Machart an „Das Millionenspiel“. Was damals undenkbar schien, ist heute Fernsehalltag.



Ausgabetag: 12.10.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Szenen aus „Das Millionenspiel“
Hauptmotiv: © Das Millionenspiel, WDR 1970
TV-Testbild: © xiver/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3335
 
Brigitte Am: 08.09.2017 07:08:00 Gelesen: 12358# 383 @  
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Serie: „Deutschlands schönste Panoramen“
Thema: „Badische Weinstraße/Markgräflerland“

Bei rund 2000 Sonnenstunden im Jahr ist es kein Wunder, dass das Markgräflerland auch als „Toskana Deutschlands“ bezeichnet wird. Der russische Schriftsteller Anton Tschechow war 1904 dort zur Kur und schrieb begeistert an seine Schwester: „Wenn du wüsstest, was hier für eine Sonne ist! Sie brennt nicht, sie liebkost!“. Tatsächlich ist das Klima ganzjährig mild und der Frühling beginnt hier oft schon drei Wochen früher als im Rest Deutschlands. Die Ausläufer des Schwarzwalds sorgen für Hanglagen, die sich in Kombination mit dem milden Klima perfekt für den Weinbau eignen. Das Markgräflerland befindet sich am südlichen Ende der Badischen Weinstraße. Kontrastreich wechseln sich sanfte Hügel und Berge mit malerischen Tälern. Dafür sind Markgräflerland und Badische Weinstraße, eines der größten und schönsten Weinbaugebiete Deutschlands, auch überregional bekannt.

Die auf der Briefmarkenserie „Deutschlands schönste Panoramen“ abgebildete Landschaft unterstreicht den Liebreiz des Markgräflerlands. Vom südlichen Vorsprung des Ehrenstetter Ölbergs aus genießt der Betrachter einen wunderbaren Fernblick bis zum Staufener Burgberg, in die Rheinebene oder bis zu den Vogesen im Elsass. Kleine Siedlungen fügen sich harmonisch in das Landschaftsbild ein. Der Aussichtspunkt ist jedoch auch ein Ort des Gedenkens. Zur Erinnerung an die in den Weltkriegen Gefallenen und Vermissten wurde hier 1954 die Ölbergkapelle erbaut. Vom Rheintal bis zu den Erhebungen des Schwarzwaldes erstrecken sich weite landwirtschaftlich genutzte Felder und Weinreben.

Die Weine aus dem Markgräflerland sind weltweit bekannt und werden regelmäßig prämiert. Dazu zählen die Rebsorten Riesling, Blauer Burgunder, Müller-Thurgau, Ruländer und Grauburgunder. Besonders bekannt ist die Region aber für den Gutedel, ein Weißwein, der in Deutschland fast nur hier angebaut wird. Im Markgräflerland mischen sich badische mit französischen und schweizerischen Einflüssen. Die Markgräfler halten Leib und Seele zusammen und sind gesellig.





Ausgabetag: 12.10.2017
Werte (in Euro Cent): Motiv „Badische Weinstraße/Markgräflerland (links)" 45 Cent / Motiv: „Badische Weinstraße/Markgräflerland (rechts)“ 45 Cent
Motiv: Blick ins Tal mit der Ölbergkapelle Ehrenkirchen im Vordergrund
Foto: © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH,
Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3336 und 3337
 
Brigitte Am: 16.09.2017 07:03:00 Gelesen: 10274# 384 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „50 Jahre Justitia et Pax“

Dass Gerechtigkeit herrsche auf der Welt, ist ein urchristliches Anliegen: „Gott hat die Erde mit allem, was sie enthält, zum Nutzen für alle Menschen und Völker bestimmt; darum müssen diese geschaffenen Güter in einem billigen Verhältnis allen zustatten kommen, dabei hat die Gerechtigkeit die Führung, Hand in Hand geht mit ihr die Liebe.“ Diesen Grundsatz aus der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ des Zweiten Vatikanums zitierte Papst Paul VI. 1967 in seiner Sozialenzyklika „Populorum Progressio“. Es war das erste Mal, dass sich die katholische Kirche so klar zur weltwirtschaftlichen Gerechtigkeit und zum Ausgleich zwischen Nord und Süd äußerte. Am 6. Januar 1967 berief der Papst die Kommission „Justitia et Pax“ („Gerechtigkeit und Frieden“) ein. In Deutschland wurde das Konzept der Justitia et Pax am 18. Dezember 1967 im „Arbeitskreis für Entwicklungshilfe“ aufgegriffen. Die Idee, die Kirche an einem Konzept der zwischenstaatlichen Beziehungen arbeiten zu lassen, hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Josef Kardinal Frings, schon 1958/59.

Später wurde der 1967 eingerichtete „Arbeitskreis für Entwicklungshilfe“ zunächst in „Katholischer Arbeitskreis für Entwicklung und Frieden“ und 1982 in „Deutsche Kommission Justitia et Pax“ umbenannt. Seit 2008 ist Bischof Dr. Stephan Ackermann Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, die von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken getragen ist.

Neben der Entwicklungshilfe ist die Erhaltung beziehungsweise Herstellung von Frieden ein weiteres Arbeitsfeld von Justitia et Pax. Frieden ist die unabdingbare Voraussetzung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung und damit auch Armutsbekämpfung. Für das Wahljahr 2017 hat sich Justitia et Pax vorgenommen, in Deutschland durch sieben „Zwischenrufe“ öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. In den kurzen Texten werden aktuelle Themen wie die Flüchtlingsproblematik, Rechtspopulismus oder auch Islamfeindlichkeit erörtert.



Ausgabetag: 12.10.2017
Wert (in Euro Cent): 145
Motiv: Vernetzte Satzfragmente zur Arbeit von Justitia et Pax
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Peter Krüll, Kranzberg
Papier Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3339
 
Brigitte Am: 24.09.2017 07:01:00 Gelesen: 8249# 385 @  
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Thema: „300. Geburtstag Johann Joachim Winckelmann“

Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) war einer der bekanntesten Gelehrten und angesehenster Experte der Antikenforschung seiner Zeit. Er gilt als Vater der wissenschaftlichen Archäologie, der Kunstgeschichte und als Begründer des deutschen Klassizismus. Winckelmann war zudem ein bedeutender Vertreter der Aufklärung. Er beeinflusste Generationen von Gelehrten genauso wie die ästhetische Konzeption der Weimarer Klassik. Goethe bezeichnete den Altertumsforscher für seine „Idee einer Geschichte der Kunst“ als „neuen Kolumbus“.

Der in Stendal geborene Sohn eines Schuhmachers studierte in Halle und Jena und unterrichtete ab 1743 einige Jahre als Dorfschullehrer in Seehausen Griechisch, Latein, Hebräisch, Geschichte, Geographie und Logik. Über eine Bibliothekars-Stelle auf Schloss Nöthnitz bei Dresden gelang ihm 1755 mit einem Stipendium der Sprung nach Rom, wo er als Bibliothekar wirkte und sich einen exzellenten Ruf als Altertumsexperte erarbeitete. Krönung seiner Karriere war 1763 die Berufung zum Oberaufseher aller Altertümer Roms. 1764 erschien Winckelmanns Hauptwerk, die „Geschichte der Kunst des Alterthums“. Darin stellte er die Entwicklung der Kunst anhand der Abfolge ihrer Stilperioden dar und veranschaulichte dies an der griechischen Kunst. Der Klassizismus war für ihn ein zeitlos-normatives Modell.

Durch seine Einführung des Stilbegriffs war es erstmals möglich, Kunst in Epochen und Perioden zu unterteilen. Johann Joachim Winckelmann war der erste Kunsthistoriker, der verschiedene Stilperioden griechischer Kunst treffend beschrieb und miteinander verglich. So eröffnete sich ein neues System der Kunstgeschichte. Seine Neuinterpretation der Antike verlieh auch der Archäologie entscheidende Impulse. Am 8. Juni 1768 wurde Winckelmann in Triest bei einem Raubüberfall in seinem Hotel unter ominösen Umständen ermordet. Eine Deutschland-Reise hatte er zuvor aufgrund einer depressiven Verstimmung abgebrochen. Sein gewaltsamer Tod löste bei vielen Gelehrten in Europa Bestürzung aus.



Ausgabetag: 12.10.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Portrait Johann Joachim Winckelmann mit griechischen Skulpturen
„Aphrodite“ und „Adonis“
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Susann Stefanizen, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3338
 
Brigitte Am: 04.10.2017 11:49:10 Gelesen: 5485# 386 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „200. Geburtstag Theodor Mommsen“

Der in Garding (Schleswig) geborene Mommsen gehörte 1863–66 als Abgeordneter der von ihm mitgegründeten liberalen Fortschrittspartei, 1873–79 als Mitglied der nationalliberalen Fraktion dem Preußischen Abgeordnetenhaus und von 1881 bis 1884 dem Reichstag an. Über seinen staatsbürgerlichen Freiheitsbegriff und seine sozialpolitischen Vorstellungen – er trat für eine Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie ein – geriet Mommsen in Gegensatz zu Reichskanzler Otto von Bismarck. Als Wissenschaftler legte er die monumentalen Werke „Römisches Staatsrecht“ (1871–88) und „Römisches Strafrecht“ (1899) vor. Sein wissenschaftliches Hauptwerk ist die „Römische Geschichte“, die 1854–56 in drei Bänden erschien, mit einem Nachtragsband 1885.

Geprägt durch seine politischen Erfahrungen beschwört Mommsen in seiner stilistisch brillanten Darstellung Parallelen zwischen den Entwicklungen des 19. Jahrhunderts und jenen der späten römischen Republik. Dabei geht er davon aus, dass man aus der Geschichtsbetrachtung Lehren für die Gegenwart ziehen kann. Die Verleihung des Literaturnobelpreises an den 85jährigen Wissenschaftler bezieht sich explizit auf die außerordentliche historiographische und literarische Qualität der „Römischen Geschichte“. Das Nobelpreiskomitee hob in seiner Würdigung hervor, Mommsen sei der „größte lebende Meister der historischen Darstellung“.



Ausgabetag: 02.11.2017
Wert (in Euro Cent): 190
Motiv: Theodor Mommsen
Bildvorlage mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Literaturarchivs Marbach.
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Julia Warbanow, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
 
Brigitte Am: 06.10.2017 07:08:00 Gelesen: 4903# 387 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Weihnachtliche Kapelle“

Ein Platz, an dem Stress und Alltagssorgen in den Hintergrund rücken und der Abstand, Stille und Entspannung verspricht, gibt es den? Am besten begibt man sich mitten in die Natur und sucht einen Ort der Besinnung, der Naturbetrachtung und des Gebets auf. All das vereinen vor grandioser Alpenkulisse die vielen kleinen Kapellen, die in der oberbayerischen Bergwelt zum Verweilen einladen. Das gilt für alle Jahreszeiten, insbesondere zur Winter- und Weihnachtszeit aber ist die Stille und Erhabenheit der schneebedeckten Landschaft mit Händen zu greifen. So erleben es Besucher auf der Hochebene zwischen Mittenwald und Krün, wo die malerische Kapelle Maria Rast auch in der Weihnachtszeit zu einem bevorzugten Anlaufpunkt besinnlich gestimmter Naturliebhaber geworden ist. Krüner Bürger haben sich in den 1990er Jahren zu einer Initiative zusammengeschlossen, die den Bau des kleinen Gotteshauses vorantrieb.

1998 wurde die Kapelle Maria Rast schließlich fertig gestellt und eingeweiht. Innen wie außen ist sie heute ein kleines Schmuckstück der Alpenwelt Karwendel: Scheinwerfer machen die Kapelle mit dem schmucken Türmchen auf der Hochebene im weihnachtlichen Dämmerlicht weithin sichtbar. Im Inneren erwartet den Wanderer das Altarbild des Holzschnitzers Herbert Haseidl aus Oberammergau. Seine schwangere Maria ist eine Besonderheit, die es nicht allzu oft zu sehen gibt.

Der Bau von einzeln in der Landschaft stehenden Kapellen kann im tiefgläubigen Bayern auf eine lange und ungebrochene Tradition zurückblicken. Gründe für den Bau einer solchen Kapelle, der meist von privaten Stiftern ausgeht, gibt es Unzählige: Vielleicht ist an der Stelle einst ein Wunder geschehen, ein religiöses Erweckungserlebnis oder eine Rettung aus existenzieller Not. Viele Kapellen entstanden in der Folge von Gelübden als Stein gewordener Dank. Oder Kapellen sind einfach nur an einem besonders schönen Aussichtspunkt gebaut worden, etwa auf einer Bergkuppe, um dem Schöpfergott einer grandiosen Natur zu danken.



Ausgabetag: 02.11.2017
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Kapelle Maria Rast bei Krün (Bayern)
© Beate Münter/F1online
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn und Jennifer Dengler, Bonn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 11.10.2017 07:01:00 Gelesen: 3295# 388 @  
Postwertzeichen
Serie: „Wildes Deutschland“
Thema: „Mecklenburgische Seenplatte / Reinhardswald, Hessen“

Mecklenburgische Seenplatte und Reinhardswald

Auch bei uns in Deutschland, in einem der höchst entwickelten Länder der Welt, gibt es noch Wildnis. Die Serie „Wildes Deutschland“ stellt Regionen vor, die ein Gegengewicht zu unserer stark genutzten Kultur- und Industrielandschaft bilden – wie die Mecklenburgische Seenplatte und der Reinhardswald in Nordhessen. Hier wie dort haben die weitgehend naturbelassenen Lebensräume viele Nutznießer: Dazu zählen der Artenschutz und der Erhalt der biologischen Vielfalt, aber auch der Klimaschutz und nicht zuletzt der Erholung suchende Mensch. Laut einer Umfrage mögen zwei Drittel der Bundesbürger die Natur umso lieber,
je wilder sie ist.

Die Mecklenburgische Seenplatte erstreckt sich vom Ostrand Lübecks über Schwerin in einem nach Südosten gebogenen Streifen etwa 240 Kilometer zum Großseengebiet um die Müritz und dem Kleinseengebiet um Neustrelitz bis Eberswalde in Brandenburg.

Aus der Vogelperspektive gleicht das Land einem Spiegel, der in tausend Teile zerbrochen ist. Überall blinken Gewässer. Den Beinamen „Land der tausend Seen“ trägt die Mecklenburgische Seenplatte nicht von ungefähr: 1.117 natürliche Seen und die sie verbindenden Flüsse und Kanäle machen die Region im Nordosten Deutschlands zum größten zusammenhängenden Seengebiet Mitteleuropas. Hinter jeder Biegung glitzert ein Gewässer. Zwischen Naturerlebnis, Wassersport und Entdeckerfreude bieten sich hervorragende Freizeitmöglichkeiten.

Auf über 200 Quadratkilometer Fläche erstreckt sich ganz im Norden von Hessen – zwischen Kassel und Bad Karlshafen sowie Hann. Münden und Hofgeismar – der Reinhardswald. Der waldreiche und nahezu unbewohnte Höhenzug im Weserbergland ist überregional bekannt als naturbelassenes Freizeitparadies für Wanderfreunde, aber auch als Heimat vieler Sagen und Schauplatz von Märchen der Brüder Grimm. Am eindrucksvollsten zeigt sich die Verbindung aus beeindruckender Naturimpression und Märchenromantik im Urwald an der Sababurg. Knorrige, über 500-jährige Eichen prägen seinen urtümlichen Charakter.



Ausgabetag: 02.11.2017
Werte (in Euro Cent): „Mecklenburgische Seenplatte“ 70 Cent / „Reinhardswald, Hessen“ 90 Cent
Motive: Mecklenburgische Seenplatte / Reinhardswald, Hessen
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Dieter Ziegenfeuter, Dortmund
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel, Security-PrintGmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 

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