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Thema: Altdeutschland Bayern: Stempel
Das Thema hat 85 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 17.05.2012 15:43:07 Gelesen: 28486# 61 @  
Hallo in die Runde,

eine Dienstsiegelentwertung kann mehrere Gründe haben:

1) Die Marke diente als Quittung für eine staatliche Leistung - als da wären Kopien, Kopien beglaubigen, Taxen oder andere Nicht - Postgebühren usw.. In diesen Fällen spricht man von einer fiskalischen Entwertung durch die Behörde, welche den Auftrag zum Tätigwerden von einem Privaten erhalten hatte.

2) Die Marke konnte auch im Rahmen des Einzugs von Postgebühren verschiedenster Art eingesetzt werden; das konnten gewöhnliche Postporti, aber auch Insinuationsgebühren, Recommandationsgebühren oder Expreßgelder sein.

Hätte man die Marken nicht dümmlicherweise abgelöst, könnte man aus dem Akten, in denen sie verklebt wurden, ersehen, welcher Grund ihrer Entwertung zu Grunde lag. Lose Marken wie diese gibt es zuhauf - Akten mit ihnen sind sehr selten und werden gut bezahlt. Bei der letzten Dr. Derichs Auktion war ein Dokument mit einer 4II angeboten worden, das seinen Liebhaber deutlich über dem Ausruf fand.

Noch etwas zu dem Schwarzen Einser - Basher helgophil: Kennst du die Parabel von dem Fuchs und den sauren Trauben?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
helgophil Am: 02.08.2012 12:13:50 Gelesen: 26530# 62 @  
Bei der Bayern 3 gibt es ja ausser der 3II (siehe zuvor) eigentlich nicht viel Aufregendes.

Nach dieser Marke und Stempel hatte ich aber schon lange gesucht.

Bayern 3. Wunderbar erhalten.

Stempel Augsburg 20.11.1856
 


Bayernsammler Am: 26.08.2012 16:41:00 Gelesen: 25998# 63 @  
Hallo Helgophil,

ich gratuliere zu der schönen Marke aus der Umtauschzeit.

In meinem Fundus habe ich zwei Marken der Umtauschzeit entdeckt mit Datum 25.11.




In einem anderen Forum, habe ich viele Diskussionen und Vorstellungen von Marken und Briefen der Umtauschzeit entdeckt jedoch keine Belege mit Mühlradstempeln ab 22.11.

Sind solche Belege (Spätverwendungen von Mühlradstempeln der 1. Verteilung) bekannt, die über das im Sem beschriebene Datum 21.11.1856 hinausgehen, also 22.11. oder noch später?

Ich würde mich freuen, wenn jemand solche Belege hier zeigen könnte oder Auktionen nennen kann, wo solche Briefe angeboten wurden.

beste Sammlergrüße

Bayernsammler
 
Bayernsammler Am: 09.09.2012 18:29:27 Gelesen: 25612# 64 @  
Nachdem hier keine oder auch nur kurze Antworten (die allerdings gelöscht wurden) hier zum Besten gegeben wurden ("solche Briefe kenne ich nicht"), möchte ich einen sensationellen Fund aus Niederbayern hier vorstellen.

beste Grüße
Bayernsammler



[Redaktioneller Hinweis: Unsachliche Antworten, die in einem persönlichen Streit enden, werden immer gelöscht]
 
wuerttemberger Am: 09.09.2012 18:48:24 Gelesen: 25607# 65 @  
@ Bayernsammler [#64]

Woraus ergibt sich das Jahr 1856?

Gruß

wuerttemberger
 
Bayernsammler Am: 09.09.2012 18:54:37 Gelesen: 25604# 66 @  
Hallo wuerttemberger,

das Datum ergibt sich aus dem Inhalt.



Übrigens: Attestiert Schmitt.

beste Grüße
Bayernsammler
 
wuerttemberger Am: 09.09.2012 20:14:15 Gelesen: 25584# 67 @  
@ Bayernsammler [#66]

Ok, sogar doppelt. Gratulation zu diesem Stück. Wie lang (kurz) war dann die Umtauschzeit für diesen Stempel?

Gruß

wuerttemberger
 
Bayernsammler Am: 09.09.2012 20:33:48 Gelesen: 25580# 68 @  
@ wuerttemberger

Nachdem der Postexpeditor von Au am 24.11. noch munter gestempelt hat und eine Strafe von 30 Kreuzer pro versäumten Tag (ab 20.11.) in Kauf genommen hat, wäre es interessant zu erfahren, wann der Stempel nach München abgeschickt wurde und Amberg den gMS 15 erhalten hat.

Evtl. können ja hier Briefe-Sammler von Amberg etwas Licht ins Dunkel bringen, ab wann der Amberger Stempel der 2. Verteilung im Einsatz war. Jedenfalls ist dieser Brief ein Unikat, dessen Datum bislang bei keinem Verbandsprüfer registriert ist.

beste Grüße
Bayernsammler
 
bayern klassisch Am: 09.09.2012 21:39:03 Gelesen: 25569# 69 @  
Liebe Sammlerfreunde,

der Brief wurde vor einigen Monaten auf Ebay verkauft (nicht hier!), ist aber nicht mehr seit dem auf Auktionen international aufgetaucht.

Ich würde mich freuen, wenn es hier Einschätzungen zur Echtheit gäbe. Ich bin jedenfalls gespannt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
vozimmer Am: 11.09.2012 08:21:02 Gelesen: 25507# 70 @  
@ Bayernsammler [#68]

Hallo Bayernsammler,

das ein Postexpeditor 30 Kreuzer Strafe billigend in kauf nahm mag ich kaum glauben. Möglicherweise hat es seinen Stempel auch pünktlich versendet und "nur" seine vorentwerteten Marken aufgebraucht. Kann man erkennen, das der wunderbar zentrisch abgeschlagene Stempel ins Papier durchdrückt? Dann wäre die späte Verwendung klar.

So oder so, ein sehr interessantes Stück.

- Volker
 
Bayernsammler Am: 11.09.2012 19:51:24 Gelesen: 25463# 71 @  
Hallo Volker,

auch diesen Aspekt habe ich Betracht gezogen und mit Uli Schmitt vorab diskutiert. Sein Attest spricht jedoch gegen eine Vorentwertung. Er hat seine Prüferkollegen kontaktiert und als Ergebnis kam einhellig: "Das Datum ist bisher nicht registriert und unbekannt".

Somit und nach über 40 Jahren Registrierung ein Unikat.

beste Sammlergrüße

Bayernsammler


 
vozimmer Am: 11.09.2012 23:27:43 Gelesen: 25432# 72 @  
@ Bayernsammler [#71]

Ich finde es immer schade, wenn Atteste nicht eindeutig sind. Ich kann hier nirgendwo lesen, dass eine Vorentwertung ausgeschlossen wird, dazu sagt das Attest leider nichts. Ich gehe mal davon aus, dass Herr Schmitt Dir gegenüber im Gespräch eine Vorentwertung ausgeschlossen hat, im Attest sollte sich dann aber auch ein entsprechender Satz finden. Formulierungsvorschlag: Der Stempel drückt sich klar in das Briefpapier ein, eine Vorausentwertung kann ausgeschlossen werden.

Viele Grüße, Volker
 
Bayernsammler Am: 12.09.2012 18:24:21 Gelesen: 25373# 73 @  
Hallo Volker,

ich bin kein Prüfer, muss dir aber zustimmen, was deinen Vorschlag bzgl. der Formulierung betrifft. Herr Schmitt könnte dies in Atteste mit einbringen.

Ich werde das beim nächsten Besuch in Diessen zur Sprache bringen. Auf Grund deines Einwandes habe ich den Brief noch mal zur Hand genommen und den Abdruck überprüft. Der Stempel hat nicht durchgefettet, den Abdruck aber spürt man deutlich.

beste Sammlergrüße

Bayernsammler
 
Richard Am: 28.09.2012 08:10:45 Gelesen: 24850# 74 @  
@ Bayernsammler [#68]

Nachdem der Postexpeditor von Au am 24.11. noch munter gestempelt hat und eine Strafe von 30 Kreuzer pro versäumten Tag (ab 20.11.) in Kauf genommen hat, wäre es interessant zu erfahren, wann der Stempel nach München abgeschickt wurde und Amberg den gMS 15 erhalten hat.

Hallo Bayernsammler,

was ist ein gMS ?

Schöne Grüsse, Richard
 
ganzsachenphilatelie Am: 28.09.2012 08:43:10 Gelesen: 24843# 75 @  
@ Richard [#74]

Hallo Richard,

mit gMS ist wohl ein geschlossener Mühlrad- Stempel gemeint.

Im Feuser - "Die Nummernstempel der altdeutschen Staaten" werden die folgenden Abkürzungen benutzt:

MR I für erste Verteilung
und
MR II für die 2. Verteilung der geschlossenen Mühlradstempel
sowie
oMR für die offenen Mühlradstempel

Beste Grüße

Hans-Dieter Friedrich
 
Bayernsammler Am: 29.09.2012 12:19:26 Gelesen: 24774# 76 @  
@ Richard [#74]

Hallo Richard,

Ganzsachenphilatelie hat richtig interpretiert.

Viele Sammler beschreiben den geschlossenen Mühlradstempel als gMS also "geschlossener Mühlrad- Stempel".

gMR bedeutet für mich persönlich geschlossener Mühl rad ... wo bleibt " Stempel? Nun, ich kann mit beiden Kürzeln leben.

beste Grüße
Bayernsammler
 
Richard Am: 12.10.2012 08:52:22 Gelesen: 24381# 77 @  
@ ganzsachenphilatelie [#75]
@ Bayernsammler [#76]

Danke für die Antworten. Natürlich sind mir Mühlradstempel bekannt, nur habe ich an solche Abkürzungen nicht gedacht und Wikipedia hat nichts gewußt.

Ich bitte nochmals alle Mitglieder, keine Abkürzungen zu verwenden. Wenn über Google & Co., aber auch über die Forumsuche nach "Mühlradstempel" gesucht wird, werden alle Beiträge mit den oben genannten Abkürzungen nicht gefunden [1]. Damit haben Neulinge unter den Sammlern eine Chance weniger, sich mit diesen interessanten Stempelthemen zu beschäftigen.

Schöne Grüsse, Richard

[1] http://www.philaseiten.de/s/hilfe.html#Forum_3
 
diva Am: 01.11.2014 16:42:01 Gelesen: 14825# 78 @  
Hallo und guten Abend,

habe hier wieder ein Postkarte Bayern gefunden, wobei ich den Stempel München XXIV. (München 24) nirgends gefunden habe.

Wäre der Stempel evtl. für die Datenbank etwas ?

Danke für Eure Hilfe

M.f.G.
Diva


 
filunski Am: 02.11.2014 15:28:01 Gelesen: 14771# 79 @  
@ diva [#78]

Hallo Renate,

gratuliere zu diesem Beleg!

Der Stempel München XXIV ist ein schönes Stück, Verwendungszeit ca. 1891-1906.

Natürlich ist der für die Datenbank hervorragend geeignet, ebenso auch der Ankunftstempel von Rottenburg. :-)

Beste Grüße,
Peter
 
bayern klassisch Am: 11.01.2017 14:28:10 Gelesen: 4856# 80 @  
Liebe Freunde,

nettes Briefstück der Erstausgabe 2I mit noch netterem Halbkreisstempel von Bamberg (damals noch kein Oberpostamt!). Ich hoffe, euch gefällt das gute Stück.



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 23.07.2017 20:38:15 Gelesen: 1612# 81 @  
@ bayern klassisch [#80]

Ich führe weiter mit einer Michel Nr. 14 (1 Kreuzer grün 1867) mit einem wie ich finde ansehnlichen Stempel von Nürnberg 9. Mai 1870 auf Briefstückchen. Rechts oben noch der kleine Falz. Die volle Pracht des Stempels entfaltete sich erst, als ich die Marke vom Vordruckblatt entfernte.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 23.07.2017 20:54:29 Gelesen: 1609# 82 @  
@ 10Parale [#81]

Hallo 10Parale,

ja, bitte Falz entfernen und die Marke für den, der will, als 14a katalogisieren, also hellgrün bis grün.

Nürnberg hat oft sehr gut gestempelt mit diesen wunderbaren Zweikreisern - aber halt auch nicht immer so perfekt, wie bei deiner Marke. Danke fürs Zeigen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 31.07.2017 19:49:43 Gelesen: 1357# 83 @  
Liebe Freunde,



zuvor hatte ich einen Brief mit einem Stempel von Beroldsheim 731(4.3.1867) noch nie in der Hand - jetzt schon, auch wenn die Marke suboptimal geschnitten ist.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 09.09.2017 10:46:54 Gelesen: 304# 84 @  
Liebe Freunde,

als die ersten Postkarten emittiert wurden, war die Verordnung hinsichtlich der Entwertung der Wertstempel etwas lasch - die Entwertung derselben war nicht ausdrücklich vorgeschrieben worden, da Ausschnitte von ihnen keine Frankaturkraft besaßen (aber ein paar gibt es doch, die durchgeschlüpft sind!).

Daher war bis April 1873 die Nichtstempelung der Wertstempel die Regel, danach die Ausnahme. Daher sind frühe bis April 1873 mit Entwertung sicher nicht schlechter, als alle anderen, den zahllose davon wird es nicht geben.



Jetzt konnte ich, leider zu sehr ordentlichem Preis, eine ganz frühe aus München I vom 27.2.1873 kaufen, bei der man den Wertstempel im Gegensatz zu den oben genannten Beispielen, aber entwertet hat und auch der Abgabestempel ist nicht von schlechten Eltern.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 11.09.2017 12:24:11 Gelesen: 241# 85 @  
Liebe Freunde,

ein nettes Auktionshaus war mit meinem Gebot zufrieden und übermachte mir einen sehr ansehnlichen Brief aus Wangen in Württemberg nach Lindenberg an Rast & Hauber vom 10.4.1858, der treffend mit 3 Kr. bis 10 Meilen Entfernung frankiert wurde. Das an sich wäre hübsch, aber nichts besonderes.



Die Besonderheit zeigt uns aber die Siegelseite - hier sehen wir von der Königlichen Güterexpedition Hergatz den Transit (!) am 11.4. und den Ankunftsstempel von Weiler des selben Tages. Er lief also südwärts nach Hergatz, dann über Lindenberg weiter nach Süden nach Weiler, um von dort wieder nach Norden = Lindenberg per Landboten zurück zu legen.

Für mich ein kleiner Hammerbrief und viele in dieser Art wird man sicher nicht zeigen können, denn den K.G.E. - Stempel von Hergatz kennen meine Fachkataloge gar nicht erst.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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