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Thema: Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben
Das Thema hat 202 Beiträge:
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volkimal Am: 09.01.2016 12:57:51 Gelesen: 29771# 178 @  
@ Stephan Sanetra [#177]

Hallo Stephan,

vielleicht ist der Unterscheidungsbuchstabe ein verstümmeltes "a". Vergleiche deinen Stempel einmal mit diesem Beispiel und denke dir den Bogen oben links weg:

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/80720

Viele Grüße
Volkmar
 
Stephan Sanetra Am: 09.01.2016 13:36:13 Gelesen: 29765# 179 @  
Hallo Volkmar,

vielen Dank für deinen Hinweis - es könnte tatsächlich ein "a" sein.

Beste Grüße
Stephan
 
Jürgen Witkowski Am: 24.02.2016 20:38:54 Gelesen: 26897# 180 @  
Der Stempel aus München zeigt eine ungewöhnliche Buchstabenform für U und Ü.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 26.04.2016 17:50:47 Gelesen: 22460# 181 @  
Hallo Jürgen,

danke fürs Zeigen. In Merseburg habe ich einen Stempel aus Würzburg gefunden, bei dem nur ein senkrechter Strich innerhalb des "U" ist:



Ähnliche Stempel findet ihr hier: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=53547

Viele Grüße
Volkmar
 
Lutwinus Am: 29.04.2016 20:15:07 Gelesen: 22178# 182 @  
Hallo liebe Stempelfreunde!

Seht euch doch bitte mal den folgenden Völklinger Tagesstempel aus dem Jahr 1942 an. Das Unterscheidungszeichen links von "(SAAR)" gibt mir zu denken. Ich würde es als kleines "f" mit schrägem Querstrich mit anschließender "1" mit einem Punkt beschreiben. Oder sollte es doch ein Buchstabe sein, den ich nicht kenne? Denkbar wäre auch, daß es Teile des beschädigten unteren Stegstriches sind; meiner Meinung nach aber wohl eher nicht.



Liebe Grüße Joerg
 
volkimal Am: 30.04.2016 07:51:16 Gelesen: 22107# 183 @  
@ Lutwinus [#182]

Hallo Joerg,

ich denke eher, dass dort ursprünglich ein Sternchen war, dass entsprechend der Vorgaben aptiert worden ist.

Siehe http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/78322

Durch die Abnutzung des Stempels kommen Teile des Sternchens wieder zum Vorschein.

Viele Grüße
Volkmar
 
Lutwinus Am: 30.04.2016 11:23:03 Gelesen: 22071# 184 @  
@ volkimal [#183]

Hallo Volkmar,

herzlichen Dank für den Tip. Das Gebietsleitzahlen und/oder Unterscheidungszeichen in Poststempeln aptiert wurden war mir bekannt. Aber warum sollte wohl jemand ein Sternchen, also einen Platzhalter entfernen (müssen)?

Liebe Grüße Joerg
 
filunski Am: 30.04.2016 12:00:59 Gelesen: 22062# 185 @  
@ Lutwinus [#184]

"Aber warum sollte wohl jemand ein Sternchen, also einen Platzhalter entfernen (müssen)?"

Hallo Jörg,

nach der Machtergreifung der Nazis waren diese Ziersterne in deren irrer Weltanschauung dem Judenstern, oder auch dem Sowjetstern gleichzusetzten und deshalb erging im April 1938 eine Verordnung des Reichspostministeriums an alle untergeordneten Dienststellen diese Sterne zu entfernen.

Hier ein Schreiben dazu:



Dieser Humbug wurde natürlich auch umgesetzt. Es gab aber durchaus ein paar Stempel die unbemerkt in irgendwelchen Schubladen das Dritte Reich ohne Aptierung ihrer Ziersterne überlebten und dann ab Mai 1945 wieder zum Einsatz kamen. :-)

Beste Grüße,
Peter
 
Lutwinus Am: 01.05.2016 11:10:38 Gelesen: 21942# 186 @  
Hallo Peter,

herzlichen Dank für die Info. Toll, daß Du zu dem Thema auch noch ein Dokument zeigen kannst. Das ist genau DER GRUND, warum ich mich auf den "Philaseiten" "herumtreibe".

Liebe Grüße Joerg
 
volkimal Am: 17.07.2016 09:17:34 Gelesen: 17162# 187 @  
Hallo zusammen,

noch ein Thema, bei zu dem ich sehr lange nichts geschrieben habe. Bei den altdeutschen Stempeln gibt es so einige, bei denen spiegelverkehrte Buchstaben vorkommen. Einige Beispiele habe ich im Beitrag [#12] gezeigt. Heute ein Beispiel aus dem Deutschen Reich:



Hier ist das "n" in "und" spiegelverkehrt.

Viele Grüße
Volkmar
 
klinhopf Am: 17.07.2016 10:10:30 Gelesen: 17145# 188 @  
@ volkimal [#187]

Thema: Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben

Dann gehört zu DIESEM auch, dass im Wort "Gelen kkran kheiten" 3 versch. "k" enthalten sind!

Meint mit phil. Gruß
Ingo Pfennig
 
Eilean Am: 24.01.2017 22:57:16 Gelesen: 8937# 189 @  
Zu den Stempeln ga es hier ja schon etliche Ös und Oes und OEs, aber noch wenige Üs:

Hier fand ich ein ungewöhnliches Ü mit nur einem Strich:



Sowie ein Ü mit einem E im U:



Gruß
Andreas
 
volkimal Am: 25.01.2017 08:29:38 Gelesen: 8869# 190 @  
@ Eilean [#189]

Hallo Andreas,

sehr schön, dass Du wieder einmal ein "Ü" zeigst. Mit der Aussage "Zu den Stempeln gab es hier ja schon etliche Ös und Oes und OEs, aber noch wenige Üs" liegst Du aber nicht richtig.

Das Ü ist der interessanteste und umfangsreichste Buchstabe des Alphabets. Angefangen bei Beitrag [#37] bis zum Beitrag [#95] habe ich ca. 40 verschiedene Formen des Ü vorgestellt. Deine beiden Formen findest Du in den Beiträgen [#54] und [#61].

Dieses Thema habe ich lange vernachlässigt. Es gibt aber noch einiges in meiner Sammlung, das ich zeigen kann. Mal sehen, wann ich dazu komme.

Viele Grüße
Volkmar
 
Eilean Am: 25.01.2017 09:18:21 Gelesen: 8847# 191 @  
@ volkimal [#190]

Hallo Volkmar,

man sollte doch wirklich alle Seiten durchgehen - das Ü ist ja schon erschöpfend dargestellt, um es mit Valentin zu sagen, aber noch nicht von jedem!

Daher gerne auch mehr zeigen, meines sind ja Münchner Zufallsfunde bei mir.

Gruß
Andreas
 
volkimal Am: 01.04.2017 15:27:36 Gelesen: 6060# 192 @  
Hallo zusammen,



dass ein Buchstabe durch einen Strich oberhalb verdoppelt wird, sieht man gelegentlich bei alten Handschriften. Hier zwei sehr schöne Briefe an die Familie von Gemmingen:



Beim ersten Brief wurde der Name Gemmingen normal mit einem doppelten "mm" geschrieben. Beim zweiten Brief hat man statt dessen die Kurzform "m mit Strich" benutzt. Den ersten Brief habe ich schon einmal vorgestellt. Siehe:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=111061#M36

Der zweite Brief folgt in Kürze.

Bei Stempeln sieht man den Sonderbuchstaben nicht so oft. Das bekannteste Beispiel ist dieser Einschreibestempel:



Im Wort "Recommandiert" hat man das "m mit Strich" eingesetzt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 14.04.2017 10:59:17 Gelesen: 4703# 193 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Sonderbuchstaben:



Als Ortsstempel ist mir bisher nur ein Stempel aus Sommerfeld bekannt:



Laut Wikipedia gibt es 10 Orte bzw. Ortsteile mit dem Namen Sommerfeld. Bei diesem Brief lässt sich der Ort nicht zuordnen.



Anders ist es bei diesem Brief. Der Strich über dem M ist hier nicht so gut erkennbar. Dafür ist die Rückseite des Briefes mit einem gut erhaltenen Siegel mit der Abbildung eines Hirsches vorhanden:



Aufgrund des Siegels vom Fortsamt Dolzig lässt sich der Ort eindeutig zuordnen. Dolzig, heute Dłużek ist eine Ortschaft der Woiwodschaft Lebus und gehört zu Lubsko (ehemals Sommerfeld im Landkreis Crossen, Brandenburg) in Niederschlesien.

Kennt jemand von Euch weitere Ortsstempel mit diesem "M"?

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 21.04.2017 11:33:13 Gelesen: 4196# 194 @  
@volkimal

Lieber Volkmar,

du hattest das "Ü" ja schon ausführlich von allen Seiten "beleuchtet". Nur als UB in einem Stempel hatten wir es, wenn ich nichts übersehen habe, noch nicht.

Hier also mal ein ü als UB, auch nicht häufig anzutreffen:



Viele Grüße,
Peter
 
csjc13187 Am: 21.04.2017 14:01:24 Gelesen: 4176# 195 @  
@ filunski [#194]

Hallo Peter,

die Postfiliale in Wittenberge in der Bahnstraße (das ist dort die Haupteinkaufsstraße, wie ich von mehreren persönlichen Besuchen weiß) befand sich bis Ende 2015 im EDEKA-Markt Gülzow [1]. Da kann man auf den Gedanken kommen, dass sich die Inhaber des EDEKA-Ladens ihren eigenen "passenden" UB mit "gü" haben anfertigen lassen? Interessant wäre es ja in diesem Zusammenhang, wer eigentlich festlegt, welcher UB in einem Stempelgerät verwendet wird?

Seit Ende 2015 ist EDEKA-Gülzow geschlossen, es gibt aber in dem Gebäude, der sogenannten "Prignitz-Galerie" weiterhin eine Postfiliale (zumindest gab es diese für eine bestimmte Zeit, siehe Bild) [2], die vermutlich den bestehenden Stempel übernommen hat? Welche der noch heute bestehenden Postfilialen den Stempel heute nutzt, wäre auch interessant.

Viele Grüße, Christoph



[1] https://www.kaufda.de/Filialen/Zwischendeich/Postfiliale-Edeka-Aktiv-Markt-Guelzow-Bahnstr-Deutsche-Post/v-f343243168
[2] http://www.nnn.de/lokales/prignitz/edeka-verlaesst-die-prignitz-galerie-id10388626.html
 
filunski Am: 21.04.2017 23:15:41 Gelesen: 4126# 196 @  
@ csjc13187 [#195]

Hallo Christoph,

toller Beitrag! Das ist das faszinierende an diesem Forum, jemand stellt irgendwas vor und dann gibt's dazu, völlig unerwartet, Hintergründe die man überhaupt nicht vermutet hätte. Es kann ganz gut sein, dass in diesem Fall die UB "gü" (an und für sich schon ganz einmalig) für "Gülzow" gedacht waren. Damit gleich zu deiner Frage:

"Interessant wäre es ja in diesem Zusammenhang, wer eigentlich festlegt, welcher UB in einem Stempelgerät verwendet wird?"

Eine gute Frage, die sich so mancher stellt und die für heutige Tagesstempel gar nicht so einfach beantwortet werden kann. Es gab und gibt auch heute noch eindeutige Postverordnungen dazu und selbst die DPAG hat noch bis nach Einführung der 5-stelligen PLZn versucht entsprechende Bestimmungen zu beachten oder sogar selbst erlassen.

Heutzutage leider alles nur noch blasse Theorie und eine UB Kombination wie hier das "gü" wären eigentlich undenkbar. Manchmal habe ich durchaus den Eindruck, dass UB für die Tagesstempel der heutigen Postagenturen ausgewürfelt werden.

In der folgenden Pressemitteilung der DPAG aus dem Jahre 1999 zu dieser Thematik steht eigentlich alles Wichtige dazu drin:



Nur scheint inzwischen bei den zuständigen Stellen der DPAG, welche Stempelneuanfertigungen veranlassen, kaum mehr jemand davon zu wissen oder Notiz zu nehmen, bzw. wird das Ganze recht großzügig und für Nicht-Eingeweihte schwer nachvollziehbar, ausgelegt. Manchmal (überraschenderweise!) stoße ich noch auf die Einhaltung dieser UB Vergabeanordnung. Dies ist aber schon fast die Ausnahme. Oft sieht man UB Kombinationen, nicht nur "gü", die überhaupt nicht zu der Verordnung passen. Vielleicht gibt es ja auch hier inzwischen, wie bei der KFZ-Zulassung, "Wunschkombinationen". Aber so kann auch moderne Philatelie so manche Überraschung bieten, man muss nur aufmerksam die Details dazu im Auge behalten!

Wäre vielleicht sogar ein eigenes Thema wert?;-)

Beste Grüße,
Peter
 
Uwe Seif Am: 22.04.2017 08:22:31 Gelesen: 4089# 197 @  
@ filunski [#194]
@ csjc13187 [#195]

Hallo,

sehr interessant! Einen Umlaut als UB kannte ich bisher auch nicht. Zu Bundespost- (und DDR-Post-) Zeiten war dies nicht vorgesehen. In der Bundespost-Norm heißt es hierzu u.a.: "Als Unterscheidungsbuchstaben sind alle Kleinbuchstaben des ABC, ausgenommen die Umlaute ä,ö usw., zu verwenden."

Die Normvorschrift zum Thema "Unterscheidungsbuchstaben" ist übrigens im Gildebrief Nr. 250 (http://www.poststempelgilde.de) abgedruckt.

Viele Grüße
Uwe Seif
 
volkimal Am: 22.04.2017 18:45:08 Gelesen: 4038# 198 @  
@ filunski [#194]
@ csjc13187 [#195]

Hallo zusammen,

das "Ü" ist wahrhaftig ein sehr ungewöhnlicher Unterscheidungsbuchstabe. Und dann noch mit so einer ungewöhnlichen Erklärung. Super!

Vielen Dank für eure Beiträge
Volkmar
 
volkimal Am: 25.05.2017 16:47:06 Gelesen: 2145# 199 @  
Hallo zusammen,

es gibt einige Orte, bei denen anstelle des Buchstaben "I" ein "J" verwendet wurde. Hier ein Stempel aus Ilmenau:



In diesem Fall wurde auch im Absender die Schreibweise Jlmenau benutzt. In der Datenbank sind drei weitere Stempel (von insgesamt 53) mit der Schreibweise JLMENAU: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/938

Weshalb man bei diesem und auch bei anderen Orten das "J" anstelle eine "I" verwendet hat ist mir nicht klar. Weiß es einer von Euch?

Viele Grüße
Volkmar
 
Uwe Seif Am: 25.05.2017 18:48:14 Gelesen: 2120# 200 @  
@ volkimal [#199]

Hallo volkimal,

vielleicht "Künstlerische Freiheit". Meines Wissen gibt es auch Schriftarten, bei welchen ein "J" statt ein "I" geschrieben wird - so wie auch "V" statt "U" vorkommt.

Wenn jemand ein neues Stempel-Sammelgebiet sucht, so wären diese ungewöhnlichen Schriftarten sicherlich ein interessantes Betätigungsfeld!

Viele Grüße
Uwe Seif
 
filunski Am: 25.05.2017 20:01:56 Gelesen: 2090# 201 @  
@ volkimal [#199]

Hallo Volkmar,

ich kenne diese Schreibweise auch von Jngolstadt (in manchen Schriften/Schildern etc. auch abseits von Stempeln bis heute):



In der Stempeldatenbank auch hier: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/939

Das ist eine von früher, 19. Jh. und davor, herübergebrachte Schreibweise, als man noch nicht zwischen "I" und "J" unterschied.

Mehr dazu findet sich hier (im Kapitel " Verwendung in der deutschen Sprache"): https://de.wikipedia.org/wiki/J

Viele Grüße,
Peter
 
Uwe Seif Am: 03.06.2017 18:22:04 Gelesen: 1404# 202 @  
@ filunski [#201]

Hallo zusammen,

Hans-J. Richter berichtet in "Die Normstempel von 1931 und ihre Abweichler", veröffentlicht im Rundbrief 82 der Arge Deutsche Notmaßnahmen [1] über Tagesstempel aus dem Bereich der OPD Hannover, deren Buchstaben holzschnittartig aussehen sowie über Stempel, deren Buchstaben sich zur Stempelmitte hin verjüngen.

Gruß
Uwe Seif

[1] http://www.deunot.de
 

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