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Thema: Schiffspost und Schiffspoststempel
Das Thema hat 480 Beiträge:
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philapit Am: 23.07.2017 18:05:32 Gelesen: 19618# 456 @  
Hallo Sammlerfreunde,

hier mal 2 Briefstücke und ein modernerer Brief zu diesem Thema.





Ich kann leider nicht viel dazu sagen. Ist nicht mein Gebiet. Die Spezis werden schon etwas erkennen.

Mit freundlichem Gruß
Philapit
 
Fips002 Am: 23.07.2017 19:50:37 Gelesen: 19594# 457 @  
@ philapit [#456]

Hallo Philapit,

von mir Angaben zu den drei Stempeln:

!. Stempel: DEUTSCHE SEEPOST/LINIE/NEW YORK/--,--,03/89, Kennbuchstabe "d"

Wurde auf dem Dampfer "WERRA" vom 09.01.1899 bis 07.11.1891 verwendet.

2. Stempel: DEUTSCHE SEEPOST/LINIE/HAMBURG-/Südamerika/16.11.99, Kennzahl "XVII."

Bis 1898 wurde der Stempel auf dem Dampfer "MONTEVIDEO" und danach auf dem Dampfer "BLÜCHER" verwendet.

3.Stempel auf Brief für die Route Seebäderdienst Helgoland.

Dieser Stempel wurde vom 20.06.1990 bis zum 02.07.1990 verwendet als Metallstempel, Durchmesser 34,5 mm und am 02.7.90 als Kunststoffstempel, Durchmesser 34 mm.

Gruß Dieter
 
philapit Am: 24.07.2017 09:18:37 Gelesen: 19499# 458 @  
Hallo Dieter,

vielen Dank für die schnelle und informative Antwort.

Philapit
 
Fips002 Am: 26.07.2017 10:29:59 Gelesen: 19087# 459 @  
Brief von New York nach Harpstedt/Bremen.

Am 11.02.1869 verließ das Dampfschiff "Donau" vom Norddeutschen Lloyd New York, auf seiner ersten Rückreise über Southampton nach Bremen. Ankunft in Bremen am 23.02.1869.

Die Postgebühr für die direkte Route von New York nach Bremen betrug 10 Cents.

Stempel auf dem Brief: NEW YORK PAID All DIREKT/Feb 11 und Bremen/23.2.69/FRANKO.

Beide Stempel zeigen, dass der Brief voll bezahlt wurde.



Mit Beendigung der preußischen Posthoheit 1867 (Prussian Closed Mail) wurde zwischen den Vereinigten Staaten und der Norddeutschen Union ein Postvertrag, vom 01.01.1868 bis 1875, abgeschlossen.

Postgebühr für den einfachen Brief 1 Loth (15 Gramm) über England = 15 Cents = 6 Silbergroschen. Für direkte Briefe von New York nach Deutschland war die Postgebühr = 10 Cents = 4 Silbergroschen.



Die "Donau" begann ihre Jungfernreise im Liniendienst Bremerhaven-Southampton-New York am 16.Januar 1869. 60 Passagiere der 1. Klasse, 720 Passagiere im Zwischendeck wurden befördert.

1889 schied der Dampfer aus der Lloyd-Flotte aus. Am 16. März 1895 im Nordatlantik in Brand geraten und von der Besatzung aufgegeben.

Gruß Dieter
 
Gerhard Am: 27.07.2017 10:09:42 Gelesen: 18882# 460 @  
@ Fips002 [#459]

Finde die Geschichten des threads immer wieder spannend, wenn ich mir allerdings da Bild der "Donau" ansehe, habe ich den Eindruck, es handele sich hierbei um einen Dampfsegler, oder wie erklären sich die Rahen am Mast?

MphG
Gerhard
 
Fips002 Am: 04.08.2017 21:35:58 Gelesen: 17142# 461 @  
1839 schloss England mit Frankreich einen Vertrag über die Postbeförderung nach oder von Indien durch Frankreich über Marseilles ab.

Die Passagiere und die Post wurde bis Alexandria/Ägypten befördert. Von dort ging es über den Landweg nach Suez. Von Suez erfolgte der Transport mit den Schiffen der Pensinsular & Oriental Co. über Aden nach Bombay.



Faltbrief von Pondicherry mit Dampfschiff über Bombay-Suez-Alexandria-Marseilles-Bordeaux nach Nantes (Vermerk unten links).

Das Dampfschiff verließ Pondicherry am 17. August 1845 und kam in Marseilles am 29 September 1845 an. Von Marseilles auf dem Landweg über Bordeaux nach Nantes, wo der Faltbrief am 03.Oktober 1845 ankam.

Der Absender bezahlte für das indische Inlandporto 15 Anas.
Der Empfänger bezahlte 4 Franken (40 Decimes).
Briefinhalt: 3 Seiten über Handel und Schifffahrt.



1673 richtete die französische Companie des Indes Orientales in Pondicherry eine Niederlassung ein. 1954 ging es an Indien über.

Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 10.08.2017 20:04:01 Gelesen: 15386# 462 @  
Heute wieder ein früher Beleg vom Schlachtschiff "Kansas" der amerikanischen Marine. Die Karte wurde mit dem Gummihandstempel, Typ 1. Basistyp, am 12.April 1910 entwertet. Rechts neben dem Stempelkreis befinden sich vier eng angeordnete Entwertungsbalken. Der Name des Schiffes mit Hoheitsbezeichnung U.S.S. im oberen Stempelbild.

Die "Kansas" gehörte zur Connecticut-Klasse. Zu dieser Klasse gehörten die Schlachtschiffe Connecticut, Louisiana, Vermont, Kansas, Minnesota und New Hampshire mit gleicher Hauptbewaffnung. Diese Schiffe befanden sich nicht im unmittelbaren Kriegseisatz und wurden 1923/24 abgewrackt.

Alle Schlachtschiffe erhielten 1910/11 die charakteristischen Gittermasten. In Wirklichkeit handelte es sich nicht um eine Gitterkonstruktion, sondern um einen Vielrohrmast. Diese Masten bestimmten auf Jahre hinaus das "Gesicht" der amerikanischen Schlachtschiffe.

Das Schlachtschiff "Kansas" BB-21, wurde am 17.August 1907 in Dienst gestellt.
nach der Rückkehr von der Weltumseglung der "Great White Fleet" ging Kansas in die Werft zur Überholung und Reparatur. Am 15. November 1910 unternahm sie eine Flottenreise nach Europa und besuchte Häfen in Frankreich und England. 1911 unternahm sie eine Reise nach Skandinavien. Weitere Fahrten gingen nach Cuba, Mexiko und Venezuela. Während des 1.Weltkrieges war Kansas Ausbildungsschiff für Kadetten. Die letzte Auslandsreise des Schiffes ging nach Christiana/Norwegen, Lissabon, Gibraltar und Guantanamo Bay.





Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 13.08.2017 18:58:45 Gelesen: 13275# 463 @  
Heute von mir ein früher Faltbrief von Sydney, Neu Süd Wales, nach London 1840.

Die Post wurde mit privaten Segelschiffen oder mit Kriegsschiffen befördert. Die monatlichen Dienste mit Segelschiffen von London nach Sydney und zurück waren sehr unbefriedigend. Wegen der großen Entfernung von England nach den Kolonien in Australien war ein Einsatz mit den primitiven Dampfmaschinen nicht möglich. Erst ab 1852 fuhren Postdampfer nach Australien.

Nicht jedes Schiff beförderte offiziell Schiffsbriefe. Die Beförderung der Post bis 1840 erfolgte meistens durch private Vereinbarungen, direkte Kontakte oder über einen Agenten in dem Hafen. Von einem Beamten der Post wurde festgelegt, welche Schiffe die Post zum Bestimmungshafen befördern, obwohl sie die Ankunft nicht garantieren konnten.

Die Ship Letter Raten ab 10. Januar 1840 von Australien nach England betrugen: 8 Pence für einen Brief bis 1/2 Unze,1 Shilling 4 Pence -1/4- für 1 Unze. Die Gebühr, einschließlich aller UK Inland Postgebühren mussten vorausbezahlt werden, oder bezahlt durch den Empfänger beim Eingang. Sydney verwendete "Bezahlt" Stempel auf ausgehende Briefe, welche nach der Schiffsgebühr von Neu Süd Wales bezahlt waren.



Der Faltbrief verließ Sydney am 28.Dezember 1840 und kam nach 138 Tagen am 14. Mai 1841 in London an. In London erhielt der Faltbrief den Zeilenstempel SHIP LETTER (verwendet in schwarz von 1840-1848) und den Eingangsstempel von London am 14. Mai 1841.



Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 16.08.2017 21:03:59 Gelesen: 12572# 464 @  
Der geschlitzte Faltbrief (desinfiziert) wurde mit dem Segelschiff "Amozades" von Gibraltar am 20.November 1818 nach Madeira befördert, Ankunft in Madeira am 04.Dezember 1818.

Das Porto wurde mit 40 Reis voll bezahlt (rechts oben).

Der Faltbrief zeigt keine Poststempel, da dieser in Gibraltar direkt am Schiff aufgegeben und in Funchal/Madeira am Schiff abgeholt wurde.

Gerichtet war der Brief an die Weinhändler Newton, Gordon, Murdoch und Scott. Die Weinhandlung bestand mit diesen vier Weinhändlern von 1813 bis 1819.

Inhalt des Faltbriefes eine Liste über aktuelle Preise in Gibraltar.

Das Inlandschiffsporto betrug 40 Reis bis 2 Oitavo (ca. 7 Gramm). Der Inlandtarif von Portugal galt auch für die Azoren, Madeira, die Westküste Afrikas und England.

Währung = Reis (20 Reis entsprachen 1 Penny englisch).

Gewicht = Oitavo (ca. 3,5 Gramm 1/8 Unze).





Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 19.08.2017 20:39:37 Gelesen: 11876# 465 @  
Die Karte vom Schlachtschiff "Nebraska" BB-14 wurde am 17. April 1912 an das Schlachtschiff "Ohio" gesandt (Ohio vorgestellt in Nr. 267). Die Entwertung der Karte erfolgte mit dem Gummihandstempel Typ 2. Der Typ 2 wurde erstmals zwischen 1911 und 1913 an die Schiffe der amerikanischen Marine ausgegeben.

Auf dem Schlachtschiff "Nebraska" wurde dieser Stempel 1911 und 1912 verwendet und ist somit selten.

Im Unterschied zum Typ 1 weist dieser Stempel vier Entwertungsbalken rechts des Stempelkreises auf, die kürzer sind und einen weiteren Abstand zueinander haben. Der Schiffsname steht immer im unteren Stempelteil, oben die Hoheitsabkürzung.

Das Schlachtschiff "Nebraska" ex "Pennsylvania" wurde am 1. Juli 1907 in Dienst gestellt. Anstelle des Schlachtschiffes "Alabama" nahm das Schiff in San Francisco an der "Great White Fleet" teil. Nach Rückkehr von der Weltumrundung kam "Nebraska" zur Atlantik Flotte.

Sie nahm an der Hudson-Fulton Feier 1910 teil und am 100. Jahrestag von Louisiana 1912. Nach Ausbruch des 1. WK kam das Schlachtschiff zur US Atlantik Flotte und brachte nach dem Krieg amerikanische Truppen von Frankreich zurück nach Amerika.

Die letzte Reise von Frankreich zurück nach Newport News wurde mit 1.279 Kriegsveteranen am 21. Juni 1919 durchgeführt.

!920 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und 1923 abgewrackt.





Gruß Dieter
 
volkimal Am: 21.08.2017 10:20:59 Gelesen: 11785# 466 @  
Hallo zusammen,

Heute eine Ansichtskarte des Doppelschrauben-Postdampfers "Graf Waldersee" vom 9. April 1900:





Die Karte trägt den zugehörigen Seepoststempel mit der Nummer "XI." Im Text der Karte heißt es: "Wir denken morgen in Plymouth die Küste von England zu erreichen". Das Schiff war also von New York nach Deutschland unterwegs.

Viele Grüße
Volkmar
 
Fips002 Am: 23.08.2017 20:49:04 Gelesen: 11617# 467 @  
01. Januar 1870 - Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich England.

Von und nach den USA wurde die Postgebühr, für vorausbezahlte Briefe, für Vertragsschiffe und private Schiffe auf 3 Pence bzw. 6 Cents reduziert.



Der Brief wurde mit der "Donau" des Norddeutschen Lloyd von Southampton, 02.01.1872 nach New York, 15.01.1872, befördert. In London wurde der Brief in der Zeit zwischen 18.00 und 18.45 Uhr aufgegeben. Zu der Gebühr von 3 Pence waren zusätzlich noch 1 Pence zu bezahlen. Der Brief erhielt den roten Handstempel "LI", 1 Pence Spätgebühr bezahlt (Late fee 1d).

In New York erhielt der Brief den Eingangsstempel NEW YORK PAID ALL/Jan/15, für den bezahlten Brief.



06.Sept.1873 Albany/Missouri nach Hof/Bayern.

Befördert wurde der Brief mit dem Schiff des Norddeutschen Lloyd "Konorinz Friedrich Wilhelm" von New York,10.09.1873, nach Bremerhaven, 27.09.1873. Die Postgebühr für die direkte Route von New York nach Bremen betrug 6 Cents.

Der Beamte in New York schlug den rot-orange Handstemepl PAID ALLL DIREKT rechts auf den Brief ab, um zu zeigen, dass der Brief voll bezahlt wurde. In Bremen erhielt der Brief den Kastenstempel BREMEN/27.9.73/FRANKO, welcher zeigt, dass der Brief ebenfalls bezahlt wurde.

Der Brief wurde nach Hof gesandt, Eingangsstempel auf der Rückseite.



Die "Kronprinz Friedrich Wilhelm" wurde im März 1871 in Dienst gestellt. Sie war 97,05 m lang und 12,02 m breit, beförderte 105 Passagiere der 1. Klasse, 50 Passagiere in der 2. Klasse und 400 im Zwischendeck. 1897 in Italien abgewrackt.

Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 28.08.2017 11:31:25 Gelesen: 11126# 468 @  
Im Juni 1857 wurde ein Postgebühren-Abkommen zwischen Bremen und Hamburg abgeschlossen.

Die Postgebühr Raten wurden für Briefe aus den USA einheitlich mit allen Orten in Deutschland festgelegt.

Über Hamburg - Prussian Closed Mail 30 Cents
- Direkt 10 Cents
- via Bremen Post 15 Cents

Über Bremen - Postgebühren wie über Hamburg
Postgebühren 15 Cents = Gesamtporto
Portostempel 12 Cents New York/FEB 9 PAID
= Bremen mit 12 Cents von 15 belastet.
3 Zeilenstempel AMERIKA/ÜBER BREMEN/FRANCO
= zeigt an, dass der Brief voll bezahlt wurde.
 





Brief von Louisville/Kentucky 05.02.1867 nach Buchwald bei Schmiedeberg im preußisch schlesischen Riesengebirge, 24.02.1867. Befördert wurde der Brief mit dem Dampfschiff "UNION" des Norddeutschen Lloyd von New York am 09.Februar 1867 nach Bremen. Ankunft in Bremen am 21.02.1867. Der Brief zeigt kein Porto von 15 Cents, da dieser an ein Kantor gerichtet ist, welcher von der Postgebühr befreit war.

Gruß Dieter
 

Fips002 Am: 16.09.2017 19:42:40 Gelesen: 7602# 469 @  
Heute wieder ein Beleg aus meiner Sammlung zur französischen Schiffspost. Der Faltbrief wurde von Calcutta am 30. Dezember 1835 mit dem Segelschiff "Pelite Nancy", um das Kap der Guten Hoffnung, nach La Rochelle befördert. Ankunft in La Rochelle am 09.April 1836. In La Rochelle erhielt der Faltbrief den Landungsstempel PAYS DÓUTREMER und den Eingangsstempel von La Rochelle am 09. April 1836. Von La Rochelle auf dem Landweg nach Bordeaux, Ankunft am 10. April 1836.

Der Einzeiler ohne Rahmen ist im Katalog von J.Bergier nicht aufgeführt. 25 Häfen wurden mit dem Kastenstempel ausgerüstet, verwendet von 1828 bis 1838. Die Gebühr von 6 decimes, darunter 1 decimes Seegebühr, hatte der Empfänger zu bezahlen (Tarif vom 1 Januar 1828).

Inhalt des Faltbriefes zwei Seiten zum Angebot und zur Qualität der zu befördernden Waren.







Gruß Dieter
 
Pete Am: 17.09.2017 16:56:37 Gelesen: 7393# 470 @  
In einem Posten Belege fanden sich die nachfolgenden Stücke. In den 1950er Jahren war anscheinend ein Sammler sehr interessiert, Blankoabschläge verschiedener Schiffe der HAPAG zu organisieren. Zwecks Dokumentation der verschiedenen Entwertungen nachfolgend die betroffenen Karten (von A bis Z). Die Belege sind nicht gelaufen und die Rückseite ist blank.

TS Braunschweig vom 18.08.1955, Unterscheidungsbuchstabe ak
MS Dresden vom 20.12.1957, Unterscheidungsbuchstabe bf
MS Frankfurt vom 15.07.1954, Unterscheidungsbuchstabe b




MS Freiburg vom 11.11.1956, ohne Unterscheidungsbuchstaben
TS Heidelberg vom 15.08.1955, Unterscheidungsbuchstabe ai
TS Ludwigshafen vom 15.08.1955, Unterscheidungsbuchstabe ar




MS Magdeburg vom 15.08.1955, Unterscheidungsbuchstabe af
MS Marburg vom 29.08.1958, Unterscheidungsbuchstabe wi
MS Weidenburg vom 15.08.1955, Unterscheidungsbuchstabe aq




MS Wien vom 27.12.1957, Unterscheidungsbuchstabe bg
MS Wiesbaden vom 17.10.1957, Unterscheidungsbuchstabe be



Gruß
Pete
 
Altmerker Am: 18.09.2017 09:56:30 Gelesen: 7226# 471 @  
Diese Marineschiffspost von einer Mission der Bundesmarine habe ich hier noch nicht gefunden.

Gruß
Uwe


 
Setubal Am: 18.09.2017 13:22:20 Gelesen: 7176# 472 @  
Hallo ins Forum,

allen Schiffspost- Begeisterten
und hallo Navicula (Beitrag [#57]),

ich möchte euch allen mal meinen Beitrag "Warum ich Briefmarken sammele und warum Portugal" hier im Forum empfehlen.

Es sind auch einige Schiffspostbelege dabei.

Setubal
 
sentawau Am: 19.09.2017 17:16:41 Gelesen: 6918# 473 @  
Ich brauche Hilfe!

Der abgebildete englische Dienstbrief ist wahrscheinlich nicht durch die Post, sondern durch Kurier befördert worden. Adressat ist die 1980 in Dienst gestellte Fregatte der Bundeswehr ‚Emden‘. Der Brief wurde dem Bootsmann Querfurth zur Bearbeitung zugewiesen. G. S. könnte German Ship heißen. Alle anderen Abkürzungen sind mir rätselhaft. Auf der Rückseite ist noch zweimal der rote Dreizeiler abgeschlagen.

Wem fällt dazu etwas ein? Ich sage schon einmal Danke.


 
jmh67 Am: 19.09.2017 19:06:20 Gelesen: 6892# 474 @  
@ sentawau [#473]

F.G.S. = Federal German Ship (NATO-Sprachgebrauch)

E.W. = Electronic Warfare (könnte passen, muss nicht)

-jmh
 
Latzi Am: 20.09.2017 11:22:44 Gelesen: 6683# 475 @  
@ sentawau [#473] und [#473]

Und FOST findest Du hier:

https://en.wikipedia.org/wiki/Flag_Officer_Sea_Training

Da werden die größeren Schiffe der Royal Navy, aber auch befreundeter Staaten "rund" gemacht, damit sie für alle Einsatzeventualitäten gerüstet sind. Vermutlich hatte die Emden da gerade keine schöne Zeit und der arme ELOKA (wenn EW richtig gedeutet ist)bekam Anweisungen für den Manöverablauf.

Gruß
Lars
 
sentawau Am: 20.09.2017 18:03:29 Gelesen: 6587# 476 @  
[#474] und [#475]

Vielen Dank für die schnellen und überzeugenden Antworten! Darauf wäre ich nie gekommen.
 
sentawau Am: 24.09.2017 13:44:48 Gelesen: 5329# 477 @  
Deutsche Seepost

Zum Sonntag mal keine Frage, sondern was zum Angucken!

Die Postämter an Bord der auf den Linien der Deutschen Seepost eingesetzten Schiffe verwendeten grundsätzlich die Wertzeichen des Deutschen Reiches. Auch die Wertzeichen der auf der Reise angelaufenen Länder waren zulässig. Übernahmen sie Post in ausländischen Häfen, so musste diese zwar mit den Wertzeichen des betreffenden Landes freigemacht sein, wurde aber ebenfalls mit den Stempeln der Seepost entwertet. Das entsprach den Regelungen des Weltpostvereins. Dafür drei Beispiele. Alle abgebildeten Karten tragen Stempel der Linie Hamburg – Westafrika. Das ist aber Zufall:



Portugiesisch Madeira H&G P 16. Sonderkarte1898 ztu Ehren von Vasco da Game



Liberia H&G P 4. Auf der Reise nach Südafrika hatte 1907 ein Dampfer in Monrovia Station gemacht, um seine Vorräte zu ergänzen. Ein Passagier mit Reiseziel Deutsch-Kamerun benutzte die Gelegenheit, einem heimreisenden Seepostdampfer einen Kartengruß mitzugeben.

"Lieber Adolf! Viele herzliche Grüße aus dieser reinen Negergegend, die wir soeben angelaufen. In weiteren 8 Tagen haben wir hoffentlich unser Ziel – Duala [Kamerun) - erreicht. Die Wärme ist schon ganz lieblich, leichte 43° in der Sonne gestern und dazu große Feuchtigkeit in der Luft. Trinken darf man aber nichts, da das nicht gut bekommen soll. Das wäre was für Dich …"



Eine Ansichtspostkarte von 1913 aus Monrovia/Liberia, wie sie heute legal nicht mehr denkbar ist.

Ich wünsche einen schönen Sonntag!
 
Fips002 Am: 28.09.2017 22:32:33 Gelesen: 4407# 478 @  
@ sentawau [#477]

Hallo Sentawau,

Du zeigst sehr schöne Karten aus Westafrika. Die Stempel tragen die Kennzahl XXXII. Dieser Stempel wurde auf dem Postschiff "Lucie Woermann" der Woermann Reederei geführt.

Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 10.10.2017 16:23:31 Gelesen: 1793# 479 @  
Von mir wieder ein Beleg zur Seepost Hamburg-Südamerika.

Obwohl der Stempel DEUTSCHE SEEPOST, Kennzahl XXX/HAMBURG/SÜDAMERIKA/10.04.05 schwach abgeschlagen ist, möchte ich diesen zeigen, da er nicht häufig nachgewiesen ist. Der Stempel wurde auf der Karte bei Ankunft des Dampfers "PRINZ WALDEMAR" in Lissabon abgeschlagen . Der Dampfer befand sich auf der Rückreise von Südamerika nach Bremen. Die Verwendungszeit des Stempels XXX auf dem Dampfer "PRINZ WALDEMAR" konnte noch nicht eindeutig geklärt werden.

So wurde der Stempel auf dem Dampfer "SANTOS" am 27.5.1900 und am 07.09.1901 nachgewiesen. Belege mit dem Stempel von 1903, 1904, 1907 und 1908 konnten aber nicht eindeutig dem Dampfer "SANTOS" oder "PRINZ WALDEMAR" zugeordnet werden, da keine Angaben vorhanden sind. Meine Karte ist am 14.04.1905 auf dem Dampfer "PRINZ WALDEMAR" verwendet worden.

Die "PRINZ WALDEMAR" vom Norddeutschen Lloyd wurde am 18.07.1903 in Dienst gestellt und wurde im Fahrtgebiet Sydney-Neuguinea-Singapur eingesetzt. Wahrscheinlich wurde der Dampfer auch zeitweilig im Südamerika-Dienst eingesetzt. Nach dem 1 WK wurde der Stempel mit der Kennzahl XXX nicht mehr verwendet.

Der Dampfer "PRINZ WALDEMAR" war 100 m lang, 7,44 m breit, Geschwindigkeit 12 Kn. Im September 1914 in Honolulu interniert, im April 1917 beschlagnahmt und 1925 abgewrackt.





Gruß Dieter
 
sentawau Am: 13.10.2017 17:09:26 Gelesen: 1108# 480 @  
@ Fips002 [#478]

Danke für den Namen des Woermann-Dampfers!

1. Die nachstehend abgebildete Karte stammt von einem Schiff der Hamburg-Südamerika-Linie, geschrieben am 7.1.1899 in Coruna, adressiert nach Berlin. Der Text:

Lieber Freund! Nach schlechter Fahrt durch den Canal heute morgen glücklich hier angekommen, sende ich Dir die herzlichsten Grüße. Wir laufen noch Carril und Vigo in Spanien an, dann geht es via Madeira, Montevideo nach Buenos Aires …

Eine bessere Ansichtskarte konnte ich nicht bekommen.



2. Dieser hübsche Luftpostumschlag wurde 1961 in Chile in einer Niederlassung der Hamburg-Amerika-Linie geschrieben. Rückseitig trägt er einen Durchgangsstempel von Santiago.



3. Die Karte aus Portugal 1912 ( P61) trägt zwar keine Seepoststempel, ist aber kulturgeschichtlich interessant. Zwei junge Damen erzählen von ihren Erlebnissen auf einer Kreuzfahrt. Der Panzerkreuzer Vineta spielt dabei auch eine Rolle. Das war einst eine ganz andere Reisekultur! Wohl dem, der das Geld dafür hatte.



Liebe Tante Agathchen! Glücklich nach überwundener Seekrankheit sitzen wir in Lissabon wieder auf festem Lande! Dazu sind wir beide voll Blasen und blauen Flecken von den vielstündigen Ritten auf Gran Canaria und Madeira. Und das nennen wir eine Vergnügungsreise! Trotzdem war es herrlich und wir sind ganz begeistert von all dem Schönen und Interessanten, das wir gesehen haben. In Madeira waren wir sogar von den Offizieren des deutschen Panzerkreuzers ‚Vineta‘ zum Tee und zu einem Ausflug eingeladen (wahrscheinlich als einzige in Madeira als Fremde weilende jüngere‚ deutsche Damen, distinguished foreigners‘, aber leider ging unser Schiff einen Tag früher als fahrplanmäßig ab. Wir haben viele nette Leute auf der Reise kennen gelernt, mit einigen auch Partien gemacht. Nun sind wir inclusive Portemonnaie schon sehr reisemüde, haben aber noch Madrid, Barcelona, Marseille, die Riviera zu absolvieren. Morgen Vormittag muss noch Lissabon fertig durchgerast werden und dann kommt eine 1 ½ tägige Bahnfahrt nach Madrid. Heute waren wir in Cintras.- Wir wollten Dir eigentlich eine Karte vom früheren König mit Überdruck ‘Republika‘ schicken, es sind aber dies die neuesten und keine alten mehr zu haben. Hier kommt es ganz kühl vor, nachdem wir uns in Afrika mager geschwitzt haben. Ich bin wirklich schlank wie eine Tanne, habe allerdings 2 Darmkatarrhe und etliche Seekrankheit hinter mir. …

 

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