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Thema: Altdeutschland Bayern Incoming Mail
Das Thema hat 197 Beiträge:
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bignell Am: 27.05.2017 23:38:48 Gelesen: 9100# 173 @  
@ 10Parale [#171]

Hallo 10Parale,

Zweier- und Dreierstreifen, wie man aus den Buchstaben links und rechts unten erkennt. J+G, J+H ==> Zweierstreifen, C-G bis C-I ==> Dreierstreifen.

Lg, harald
 
10Parale Am: 29.05.2017 12:44:41 Gelesen: 9005# 174 @  
@ bignell [#173]

Danke für den Hinweis, da hab ich nicht richtig hingeschaut. Alle 5 Marken sind von Platte 194, aber kein Fünferstreifen, ok.

Gruß

10Parale
 
Gerhard Am: 29.05.2017 14:21:15 Gelesen: 8989# 175 @  
@ 10Parale [#174]

Trotzdem ein wunderschöner Brief, Glückwunsch dazu!

MphG
Gerhard
 
bayern klassisch Am: 14.06.2017 20:20:44 Gelesen: 8053# 176 @  
Liebe Freunde,

wenn man sich im Rheinland Geld sparen wollte bei Briefen nach Bayern, brauchte man nur jemanden zu dingen, für einen die Briefe günstig im Inland aufzugeben und 3 Silbergroschen waren pro Brief Historie.



Ich zeige heute 2 Beispiele aus einer Korrespondenz an die Firma Georg Heydweiler in Otterberg bei Kaiserslautern (die älteren Fußballfans von euch kennen diesen Ort noch).

Der 1. vom 26.3.1866 wurde in Schwelm in Preussen am 24.4.1866 verfasst und 2 Tage später in Kaiserslautern mit 3 Kr. frankiert ins nahe Otterberg aufgegeben. Die Ersparnis war beachtlich: 3 Silbergroschen waren paritätisch 10,5 Kreuzer, so dass man 7,5 Kreuzer gespart hat.



Der 2. vom 7.5.1866 aus Gevelsberg wurde illegal nach Ludwigshafen am 11.5. geleitet und dort aufgegeben gegen 08.00 Uhr morgens.

Während der Schwelmerbrief den Absender vorne zeigt und damit leicht als Postbetrug ersichtlich ist, wurde der Gevelsberger mit einem vorderseitigen Stempel der Firma Claus Exeter von Ludwigshafen veredelt und auf den Abshlag eines Gevelsberger Firmenstempels verzichtet. Auch hier dasselbe Bild: Wieder ersparte sich unsere rheinländische Firma 7,5 Kreuzer und ich glaube nicht, dass dies der einzige Brief ist, der so auf die Reise ging.

Allein hier hatte Preussen also satte 15 Kreuzer (oder 4 1/4 Silbergroschen) verloren. Wenn es Hunderte waren, die über das Jahr an verschiedenste Adressen in die Pfalz liefen (vom rechtsrheinischen Bayern ganz zu schweigen), kann man sich das finanzielle Ausmaß vorstellen, um den Preussen geprellt wurde.

Ich wette, dass durch diesen "Unterschleif" im Jahr sicherlich viele Tausend Taler allein durch Aufgaben in ganz Altdeutschland der Postkasse entzogen wurden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 19.06.2017 19:28:25 Gelesen: 7861# 177 @  
Hallo Sammlerfreunde,

zwei Briefe von Heilbronn in Württemberg nach Augsburg der erste war vom 16.7.1870 und der zweite vom 30.8.1870. Die Briefe wurden beide an Carl Chur in der Carolinenstraße in Augsburg gesendet, leider fehlt der Inhalt der Briefe sowie ein Absender das man mehr darüber erfahren könnte. Verklebt für das Franko wurde je eine Marke zu 3 Kreuzer (Württemberg Nr.38) und gestempelt in Heilbronn mit Einkreisstempel. Auf der Rückseite ist der Ankunftsstempel von Augsburg (Bahnhof Augsburg).

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 19.06.2017 19:37:36 Gelesen: 7856# 178 @  
@ Gernesammler [#177]

Hallo Rainer,

schade, dass die Inhalte fehlen. Der 1. Brief datiert 3 Tage vor der bayerischen Kriegserklärung an Frankreich, der 2. vom 2. Kriegsmonat. Gut möglich wären kriegsbedingte Korrespondenzen bzw. Briefinhalte, die sich auf dieses, leider negative, Großereignis bezogen.

Aber so ist das mit den Kuverts - auch wenn ich sie sehr schätze, egal von welchem Land - die allermeisten haben halt keinen Inhalt mehr und daher sind sie halt nicht so aussagekräftig wie die Faltbriefe, die oft ihren Inhalt erhalten konnten.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 20.06.2017 13:13:37 Gelesen: 7806# 179 @  
Liebe Freunde der badischen UND bayerischen Philatelie,

heute zeige ich ein Kuvert mit der Nominale von 3 Kreuzern aus Heidelberg vom 5.4.1864, welches ab 1.10.1862 innerbadisch bis 1 Loth ohne Entfernungsbeschränkung korrekt frankiert aufgegeben wurde. Empfänger sollte sein:



"Herrn Friedrich Solger aus Nürnberg zur Ablage im Hôtel Adler in Constanz am Bodensee".

Ausweislich der mit 5 Poststempeln verzierten Siegelseite lief er dann mit Zug 7 am Folgetag von Heidelberg Richtung Basel (ab 1.11.1864 bis 31.5.1865 planmäßige Abfahrt um 01.35 Uhr in Heidelberg und Ankunft in Basel war 09.35 Uhr).

In Constanz am 6.4. kam er gut an und man gab den Brief beim Hotel Adler für ihn ab.

Leider bemerkte man zu spät, dass unser fränkischer Handlungsreisender unter Hinterlegung einer neuen Anschrift abgereist war, so dass er mit korrigierter Anschrift, streiche "Adler", setze "Krone" nach Überlingen weiter geleitet wurde.

Als Zeichen der vorher stattgefunden Auslieferung an das Hotel und der erneuten Postaufgabe stempelte Constanz vorne korrekt Aufgabe und taxierte ihn ohne Portozuschlag treffend mit 3 Kr. in blauer Tinte mittig.

Am 7.4. kam er auch folgerichtig in Überlingen am Bodensee an - doch auch hier weilte unser wackerer Franke nicht mehr. Jedoch hatte er, clever wie er war, noch schnell sein neues Ziel mit dem bayerischen Kempten angegeben und zwar dort den Gasthof zum Löwen.

Hatte Constanz die vermeintliche Abgabepost in Überlingen noch mit 3 Kr. belastet, die diese nicht einheben konnte, wurde nun aus einem reinen badischen Inlandsbrief ein Brief in den DÖPV.

Von Überlingen nach Kempten waren es über 11 Meilen, daher wurden jetzt zu Recht 6 Kr. für diese Leitung notiert, womit wir auf 3 + 6 = 9 Kr. Gesamtporto in Kempten zu belasten kommen.

Am 8.4. war es dann endlich soweit - man gab den doppelt nachgeschickten Brief dem Empfänger, oder dem Gastwirt für 9 Kr. ab und unser Herr Sorger war nett genug, das damals etwas hastig geöffnete Kuvert aufzubewahren, so dass es heute noch hier gezeigt werden konnte. Nach "Beycassirung" des badischen Portos von 9 Kr. verblieb Bayern hier gar nichts und der kleine württembergische Transit fiel auch intern kaum ins Gewicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
SH-Sammler Am: 21.06.2017 22:17:21 Gelesen: 7700# 180 @  
@ bayern klassisch [#179]

Hallo Ralph,

ich habe einen Brief zum Beitrag BAYERN INCOMING MAIL.



Brief von Burgdorf, Kanton Bern über Schaffhausen nach Tittmoning vom 3. November 1812. Leider sind die Stempel nicht gut abgeschlagen, sonst wäre der Brief jetzt in meiner Schaffhausen Sammlung. Aber der Reihe nach:

BURGDORF, mit sehr seltenem Vorphilastempel nach Schaffhausen. Dort wurde der Brief mit dem ebenso seltenen AUSLAG-Stempel "Auslag von Schafhausen" versehen, worin die bisher aufgelaufene Taxe von 1o Kreuzern notiert wurde. Diese Taxe setzt sich zusammen aus 6Xr für Bern plus 4Xr für Schaffhausen. Die 10 Kreuzer wurden der nachfolgenden Postorganisation in Rechnung gestellt.

Ab Schaffhausen denke ich, dass der Brief in geschlossenem Paket nach Bayern lief. Dort (Nürnberg?) wurde er mit zusätzlichen 9 Kreuzern taxiert, total mit also 19 Kreuzern Porto für den Empfänger belastet.

Ich hoffe, dass ich den Brief, vor allem den Bayrischen Teil, korrekt beschrieben habe. Falls nicht, bitte ich um Korrektur, auch für alle Mitlesenden. Du weisst, man hat nie ausgelernt.

Nachstehend noch der Briefinhalt:



Ich freue mich, dass ich in diesem "Thread" etwas beitragen konnte.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 22.06.2017 06:39:51 Gelesen: 7663# 181 @  
@ SH-Sammler [#180]

Hallo Hanspeter,

ganz ehrlich - mir erschließt sich der Brief hinsichtlich seiner Taxen nicht.

Die Hand, die 10 schrieb, notierte auch die 19 darunter. Da sie in der Schweiz angebracht wurden, müssen bereits 19 Kr. von der Schweiz (Schaffhausen) für ihre Leistungen gewollt worden sein.

Die Leitung erfolgte todsicher nicht über Nürnberg (keinen Kartenschluß), sondern über Augsburg und München.

Hierfür wären die 9 Kr., wenn man diesen Rötel - Krüppel so deuten möchte, m. E. zu wenig, weil es von Lindau zum Zielort 237 km sind, die 31,6 Meilen entsprechen. Demnach wäre ein einfacher Brief bis 8,75 g bereits mit 12 Kr. zu taxieren gewesen. Hätte man sich um eine Entfernungsstufe verrechnet, dann nur 10 Kr., aber nie 9 Kr.

Ich vermag den rätselhaften Brief leider nicht aufzuklären. Wenn du den Band von Richard Schäfer zur Hand nimmst (ich sitze im Büro und kann es nicht), gibt es da vielleicht einen Parallelbrief mit Portoaufschlüsselung?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 23.06.2017 19:13:53 Gelesen: 7556# 182 @  
@ bayern klassisch [#181]

Hallo Ralph,

dank Deinem Mail habe ich den Beleg nochmals genauer (d.h. noch genauer) angeschaut. Was man ja eigentlich immer tun sollte.

Dein Hinweis, dass die 2. Zahl unter dem Auslagestempel in gleicher Tinte geschrieben ist, stimmt. Was ich als eine 19 anschaute, könnte aber auch als 14 durchgehen. Mit dieser Betrachtung wäre die Brieftaxe von Burgdorf/Bern nach Schaffhausen wie gehabt 10 Kreuzer. Dazu kommen dann noch 14 Kreuzer für den zweiten Teil der Reise nach Tittmoning. Die 14 Kreuzer passen auch in das Taxschema von Bayern, welches ab 6 Meilen Distanz in Ganzzahlen 4, 6, 10 usw. entsprechend der Distanz taxierte.

Die Distanz ab Schaffhausen (nicht Lindau) nach Tittmoning ist 311km oder 41,5 Meilen, was der 7. Distanzstufe entspricht und ab 1. Dezember 1810 genau diese 14 Kreuzer kostete.

Was aber ist den nun mit dem roten Schnörkel? Ist das auch eine 4 statt 9? Da stehe ich jetzt noch neben den Schuhen. Schaffhausen hat seinen Anteil doch erhalten und mit 10 Xrn sicher auch "eingezogen", und Bayern zog die Gesamttaxe von 24 Kreuzer doch beim Empfänger ein. Stellt der rote Schnörkel etwa das Gesamtporto von 24 dar?

Bis hierhin bring ich's, es darf also noch weiterstudiert werden.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 23.06.2017 20:09:53 Gelesen: 7549# 183 @  
@ SH-Sammler [#182]

Hallo Hanspeter,

wenn ein Schweizer Auslagestempel vorhanden ist, so hatte diese Schweizer Postanstalt ihre Auslage in diesem zu notieren. Wer also auch immer in dem Auslagestempel etwas (10 Kr.) notiert hatte, schrieb auch die Zahl darunter.

14 Kr. wären möglich, wenn man in Schaffhausen schon die Taxe für Bayern (ab Lindau, nirgendwo sonst, glaubs mir) angesetzt hätte. Das habe ich noch nie gesehen, aber völlig ausschließen kann man es nicht. Demnach wären es 24 Kr. total gewesen, die nicht da stehen, weil der Rötelkrüppel keine Ligatur darstellt, sondern nur eine vermeintliche 4 darstellt.

Ich könnte mir 4 Kr. und 6 Kr. für die beiden Schweizer Kantone als Porto vorstellen und 14 Kr. von Lindau bis Tittmoning. Aber das ist alles mit einem Zentner Salz beschwert, nicht "cum grano salis".

Man sollte sich auch davon frei machen, jeden alten Brief über 3 Ecken perfekt interpretieren zu müssen. So habe ich als Jungsammler oft gedacht - heute weiß ich es besser.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 28.06.2017 19:46:03 Gelesen: 7257# 184 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief (Ganzsache) vom 12.3.1867 aus Reutlingen an die Firma A. Pretzfelder & Cie nach Burgkunstadt in Oberfranken spediert. Als Kuvert wurde ein U19 zu 9 Kreuzer verwendet, auf der Rückseite ist in der Lasche ein Posthorn mit dem Wert eingeprägt. Gestempelt mit Zweikreisstempel von Reutlingen und uf der Rückseite ein Fahrpoststempel der Württembergischen Post sowie als Ankunfststempel ein Halbkreisstempel von Burgkunstadt (Winkler Nr.11b).

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 03.07.2017 20:02:21 Gelesen: 6957# 185 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Aufgabe Schein für eine Post Anweisung über 3 Mark und 63 Pfennig aus Berneck im Kanton St.Gallen an einen Herrn Schleutz im Oberfränkischen Münchberg vom 23.1.1876.

Gestempelt mit Einkreiser von Berneck und unten Einzeiler von Berneck.
Wurde die Post Anweisung vorher oder erst bei der Ausgabe durchgestrichen.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 03.07.2017 20:52:52 Gelesen: 6949# 186 @  
@ Gernesammler [#185]

Hallo Rainer,

ich muss dich leider enttäuschen, aber Berneck liegt in Bayern, nicht in der Schweiz. Das ist auch ein bayerischer Vordruck.

Einen schweizerischen Schein für eine Sendung nach Bayern habe ich (leider!) noch nie gesehen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 03.07.2017 21:29:39 Gelesen: 6940# 187 @  
@ bayern klassisch [#186]

Hallo Ralph,

Asche auf mein Haupt - ich hab nicht lange genug gegoogelt, liegt am Fichtelgebirge.

Gruß Rainer 5
 
bayern klassisch Am: 03.07.2017 21:33:40 Gelesen: 6939# 188 @  
@ Gernesammler [#187]

Hallo Rainer,

macht doch nichts - ich mache jeden Tag Fehler und halte mich nicht für einen grottenschlechten Sammler. Durch Fehler bei der Beschreibung lernt man besser, als durch "Glückstreffer".

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 05.07.2017 17:41:32 Gelesen: 6827# 189 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Brief unbekannter Herkunft in GB via London (siegelseitiger Stempel) und Frankreich nach Erlangen vom 29.07.1832. Er war, mittig nicht leicht zu erkennen, mit roter Tinte 1 Shilling 8 Pence bis zur franz. Küste teilfrankiert.



Mit A.T.F. (Angleterre Transit Francais) mehr schlecht, als recht zweifach abgeschlagen und sauberem 2ANGLETERRE", wie es sich gehört, lief er über Paris nach Forbach - Homburg - Nürnberg, wo man 56 Kreuzer für fremde Posten (= Frankreich plus innere Transite für Preußen) verauslagte, zu denen 20 + 10 = 30 Kreuzer für Bayern kamen. Total somit die in Rötel in Erlangen notierten 1 f 26 = 1 Gulden 26 Kreuzer.

Der Empfänger notierte "privat" unten, was man auch nicht so häufig sieht: "Portoauslage 1 f 26 Xr. Dr. Edt".

Ich kenne bisher ca. 200 Briefe an diesen Empfänger. Allein die Porti, die er erlegen musste, dürften im Bereich von ca. 400 bis 500 Gulden gelegen haben. Arm war er also nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Eilean Am: 06.07.2017 14:38:09 Gelesen: 6752# 190 @  
@ bayern klassisch [#189]

Für mich als stets hocherfreuten Leser, aber Unwissenden: Was ist den ein Gulden, respektive Kreuzer nach heutigen Maßstäben so wert gewesen?

Gruß
Andreas
 
bayern klassisch Am: 06.07.2017 15:20:30 Gelesen: 6744# 191 @  
@ Eilean [#190]

Hallo Andreas,

gute und ebenso schwer zu beantwortende Frage.

Ich habe mich lange bemüht, eine Richtlinie hierüber zu erstellen - man nennt das Kaufkraftparität zu heutiger Währung oder ehemaligen Währungen.

Gehe mal davon aus, dass in den 1830er Jahren ein Gulden etwa 30 Euro gleich kommt.

Konkret: Mein unter [#189] gezeigter Brief kostete in Grossbritannien 1 Shilling 8 Pence. 1 Shilling = 12 Pence, also total 20 Pence. Ein Penny = 3 Kreuzer, somit 1 Gulden von Grossbritannien bis zur französischen Küste.

Ab da bis zum Empfänger 1 Gulden 26 Kreuzer, total also 2 Gulden 26 Kreuzer.

Heute wären das etwa 75 Euro aktuell.

Ich weiß nicht, wie gut du finanziell gestellt bist, aber stell dir mal vor, der Briefträger klingelt morgens an deiner Tür mit nur einem einzigen Brief (dem da) und möchte ihn ausgelöhnt haben. Ich glaube, da vergeht einem der Appetit, wenn man nicht gerade im Lotto gewonnen hat.

Die damaligen Korrespondenten im internationalen Postverkehr waren keine Hungerleider, Handlanger oder andere fremdbestimmt Abhängigen, sondern mindestens der oberen Mittelschicht, bzw. eher noch der finanziellen Oberschicht angehörend.

Den Brief wegen des hohen Portos nicht anzunehmen wäre auch nicht sinnerfüllend gewesen, weil sonst der Absender für die Kosten aufzukommen hatte. Das wäre dann wohl der letzte Brief von ihm gewesen, den er nach Erlangen verschickt hätte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 01.08.2017 17:54:32 Gelesen: 5754# 192 @  
Liebe Freunde,

von Sammlerfreund und Händler Heiner Zinoni, einen der besten seines Faches, den ich kennenlernen durfte, stammt diese kleine Pretiose, die ich haben musste:





Verfasst in Langnau bei Bern und über Zürich nach Lindau im Bodensee geleitet per Gelegenheit (die Gelegenheit hieß hier innen und außen I. M. Hummler) und dort als gewöhnlicher Portobrief aufgegeben. Lindau - Tittmoning kostete 12 Kr. nach dem Tarif vom 1.12.1810 (zu denen bei regulärer Postaufgabe im Kanton Bern noch das Berner Porto und das Zürcher Transitporto von 6 Kr. gekommen wäre).

Interessant auch, dass Poschacher nur einen Käse in der Schweiz bestellt hatte, jedoch der Käser in Langnau ihm 2 schickte, weil wegen des hohen Frankos ihm beim Verkauf von einem Käse kein Gewinn mehr geblieben wäre (ältere Übersetzung gebe ich bei, ist nicht von mir, aber wohl meistens richtig transkribiert). Ob das damals der Erfolgsweg war, weiß ich nicht so recht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 11.09.2017 12:30:35 Gelesen: 3335# 193 @  
Liebe Freunde,

ein lieber Sammlerfreund ließ mir diesen zu moderatem Preis zukommen, der in Neapel am 10.8.1873 mit Quaranta Centesimi = 40 Cmi korrekt frankiert auf seine Reise via Österreich nach München lief, wo er am 13.8. wohlbehalten eintraf.



Der blaue Ankunftsstempel zeigt sogar Vormittag 6 - 7 Uhr an, also war er recht schnell unterwegs, ehe ihn der Stadtbriefträger Nr. 11 ihn in die Hände bekam.

Das Franko wurde zwischen Italien und Bayern halbscheidig geteilt (je 20 Cmi = je 6 Kreuzer rheinisch).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 13.09.2017 10:49:45 Gelesen: 3223# 194 @  
Liebe Freunde,

damit auch der 3. Rahmen von Laufzetteln bald voll werden möge, habe ich mir den hier gegönnt, der im Jahre 1849 hin- und herlief.



Ausgefertigt in Mengen wurde er als D.S. (Dienst - Sache) Laufzettel Nro. 1 "An das Königl. Ober - Postamts Expedition Fahr Posten Ulm" geschickt. Dort wurde die lfd. Nr. 1 gestrichen, wie auch Ulm (und zuvor Mengen) und Nürnberg hinzu gefügt. Als Dienst - Sache konnte er nur portofrei sein, wenn dem Absender in Mengen ein Schreiben vorlag, aus dem hervor ging, dass das fragliche Stück der Fahrpost nicht oder nicht rechtzeitig dem Empfänger zugekommen war.

Nach Umfaltung sehen wir eine andere Adresse: "Laufzettel Nr. 359 36 7 4 nach Nürnberg Lauf Ulm Mengen, so dass wir den Postlauf des qualifizierten Fahrpoststücks, wie auch des Laufzettels wie folgt nachvollziehen können: Mengen - Ulm - Nürnberg - Lauf - Nürnberg - Ulm - Mengen.

Schön, dass uns Lauf mit seinem Abschlag des Fingerhutstempels vom 16.8.1849 verwöhnte und auch nicht vergaß, wie unsere württembergischen Freunde zuvor, CHARGE zu stempeln (1x mehr für ebendiese, damit es sich wieder ausglich).

Leider ist der Inhalt, weswegen er auf seine Reise geschickt werden musste, nicht mehr dabei, wie so oft, aber auch so finde ich ihn sehr attraktiv und ausnahmsweise brauche ich für sein Aufziehen damit auch keine A3 - Seite zu opfern.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 25.09.2017 19:30:05 Gelesen: 2678# 195 @  
@ Gernesammler [#99]
@ Gernesammler [#101]

Hallo Sammlerfreunde,

ich hatte ja vor einiger Zeit Briefe aus Berlin an die Mechanische Weberei Hof gezeigt, jetzt hatte ich von einem Freund zwei Ganzsachen Postkarten bekommen, die aus Berlin am 8.5.1890 und 4.10.1892 nach Hof spediert wurden. Beide Postkarten sind von der Deutschen Bank im Auftrag von Moritz Ribbert Hohenlimburg mit Aussagen über die getätigten Überweisungen gesendet worden.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 14.11.2017 13:29:36 Gelesen: 375# 196 @  
Liebe Freunde,

einer von weit über 5.500 Briefe aus den USA an Baden in Mittenwald ging mir heute ins Netz. Geschrieben in New York am 5.3.1851 von der Firma Shipman & Gerding wurde er unfrei aufgegeben. "Per Steamer via Liverpool" zeigte an, wohin die Reise ging. Am 19.3. war er in Le Havre und am 22.3. endlich in Augsburg, wo man auf den errechneten 45 Kreuzern gleich seinen Auslagestempel abschlug, da der Brief unter 1/2 Münchener Loth lag. Im Artikel Nr. 13 war der Brief aus den "Kolonien" = USA genannt worden, daher auch der Stempel, der der inneren Verrechnung diente (Vertragsstempel).



Im Inhalt ging es um einen Wechselprotest - Baden hatte von einem Amerikaner Geld zu bekommen, der zahlte nicht und Shipman & Gerding versuchten nun vor Gericht einen Titel zu erlangen, mit dem sie den Betrag einklagen konnten (via Vollstreckung).

Es ging am 5.3.1851 mit der Baltic der Collins Line nach Liverpool, wo sie am 17.3. ankam, von daher hatten die Absender alles richtig gemacht!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 20.11.2017 16:23:03 Gelesen: 67# 197 @  
Liebe Freunde,

ein nettes Auktionshaus in der schönen Schweiz vermachte mir diese Pretiose, zu deren Taxierung ich leider wenig sagen kann - nur soviel: Ich kenne diese 10 Kreuzer (10x) - Taxen (hier im Auslagestempel von Zürich stellvertretent für die Schweiz) nach der Schweiz und aus der Schweiz, aber es sollte nur 2x, 4x, 6x und 8x Porti/Franki geben, bzw. bei 2. Gewichten plus 50%, also 3x, 6x, 9x und 12x.



An dritte oder gar noch höhere Gewichtsstufen braucht man dabei gar nicht erst zu denken, denn am 8.4.1851 galt zwischen der Schweiz - Bundespost und Bayern noch immer das halbe Münchener Loth mit 8,75g, der Brief ist vollständig (voller Inhalt) und so frisch, wie gestern geschrieben, da fehlt also nichts.

Ich könnte mir nur vorstellen, dass Zürich immer noch auf seiner 6 Kr. Transitgebühr und Zug auf 4 Kr. bis zur alten Postgrenze (die es schon lange nicht mehr gab) Zürichs beharrten. Aber ob das so war?

Für Bayern gab es 8 Kr., so dass wir total 18 Kr. Porto haben, oder sollte ich sagen "hätten", denn unser Herr Adam Herzob aus Zug, seines Zeichens Cand(idatus) Juris, wohnte nicht mehr in der Amalienstr 2/10, also Nr. 2, 10 Wohnung, wie wir aus dem darunter angebrachten Vermerk von München sehen können: "Nicht in angegebener Wohnung".

Aber irgendwie müssen sie ihn doch noch in München gefunden haben, denn retour gelaufen nach Zug ist er ganz sicher nicht. Dafür hat er unter dem "M" von München einen Vermerk, den ich als "19 kr." = 19 Kreuzer lese, wobei ich nicht weiß, wie man auf den 19. Kreuzer gekommen sein mag, weil es ja in München schon seit Jahrzehnten keinen Bestellgeldkreuzer mehr gab und eine weitere, also richtige Wohnanschrift auch nicht ersichtlich ist.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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