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Thema: (?) (305/316) Deutsches Reich Dauerserie Hitler
Das Thema hat 320 Beiträge:
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HWS-NRW Am: 14.04.2016 14:02:03 Gelesen: 147597# 196 @  
Hallo,

hier weitere Einlieferungsscheine von Paketsendungen, die in der Ostmark sowie in Böhmen und Mähren in Konzentrationslager verschickt wurden;



Frauen-KZ Ravensbrück



KZ Theresienstadt

Zur dauernden Erinnerung !
Werner
 
hajo22 Am: 14.04.2016 14:54:37 Gelesen: 147578# 197 @  
Zahlkarte über 15,30 RM aus Krems/Donau vom 5.5.1945 nach München. Tarifgerecht frankiert mit 15 RPf. (Gebühr bei 10-25 RM).

München wurde Ende April 1945 von den Amerikanern besetzt.



BG, hajo22
 
Erdinger Am: 14.04.2016 14:55:44 Gelesen: 147576# 198 @  
@ hajo22 [#194]
@ HWS-NRW [#195]

Dunkle Seiten unserer Geschichte, wie wahr.

Nicht ganz zu diesem Thread gehörig, aber in den Zusammenhang passend und heute weitgehend vergessen:



Einlieferungsschein für eine Sendung an den tschechischen »Fremdarbeiter« Václav Týl, der bei der Moorkulturstelle in Erding arbeitete.

Und weil wir gerade dabei sind, wieder näher beim Thema: Postkarte eines Tschechen aus Erding nach Kunratitz bei Prag vom 14. März 1945 (geschrieben am 3. März). Interessanterweise ist keinerlei Zensurmerkmal erkennbar.

Vielleicht kann jemand mit einer Übersetzung helfen?



Weiterlesen (u.a.):

http://www.zwangsarbeit-in-goettingen.de/texte/tschechen.htm
http://web.nacr.cz/zw/de/index.htm
 
hajo22 Am: 14.04.2016 15:05:43 Gelesen: 147572# 199 @  
@ Erdinger [#198]

Die Karte ging ja nicht ins Ausland, sondern ins Protektorat Böhmen und Mähren. Warum sollte sie zensiert werden?

BG, hajo22
 
Erdinger Am: 14.04.2016 15:16:54 Gelesen: 147570# 200 @  
@ hajo22 [#199]

Ist mir bewusst, aber ich hätte eigentlich erwartet, dass Zwangsarbeiterpost in irgendweiner Form zensiert worden wäre.

Viele Grüße aus Erding!
 
hajo22 Am: 14.04.2016 15:41:28 Gelesen: 147560# 201 @  
@ Erdinger [#200]

Da wäre dann vermutlich eine Lagerzensur infrage gekommen. Der Absender hat aber keine Lagernummer oder Ähnliches vermerkt, zumindest kann ich auf dem scan nichts Entsprechendes erkennen. Vielleicht auf der Rückseite der Karte?

War das wirklich ein Zwangsarbeiter oder vielleicht nur ein angeworbener Arbeiter? Ich spreche kein Tschechisch und kann es nicht übersetzen.

BG, hajo22
 
hajo22 Am: 14.04.2016 18:58:33 Gelesen: 147519# 202 @  
Eilboten-Postkarte aus Oelsnitz/Vogtland vom 15.2.1945 nach Zürich, portogerecht frankiert mit 15 und 50 RPf. AH.

Bedarfskarte ohne Zensurvermerke und ohne Ankunftsstempel. Der Auslands-Eilbotendienst war wohl schon eingestellt, die Karte ist vermutlich unterwegs irgendwo liegen geblieben oder nicht mehr vom PA weitergeleitet worden, weil keine Beförderungsmöglichkeiten bestanden. Es kann/darf spekuliert werden.



VG, hajo22
 
cilderich Am: 14.04.2016 19:12:50 Gelesen: 147512# 203 @  
Na das läuft ja jetzt wirklich gut. Zur HJ-Sparkarte habe ich noch die "übliche" Variante beizusteuern. 3 Reichsmark konnten gespart werden, aber im Überschwang hatte wohl jemand alle 32 Felder mit 10 RPF beklebt, 2 Marken wurden jedenfalls wieder entfernt und dann alles am gleichen Tag) das Postsparbuch "gutgeschrieben und entwertet, abgetrennte Ecke. Diese Sparbücher (HJ oder auch regulär) waren damals wohl recht beliebt, aber erhalten haben sich nicht so viele.


 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 20:08:00 Gelesen: 147486# 204 @  
Hallo,

bei diesen beiden Postsparkarten wurde der "Ansparsinn" wohl übergangen und gleich drei 1-RM-Werte verklebt. Vielleicht hatte man im Ostsudentenland auch nicht sooo viele Hitler-Einzelwerte am Schalter liegen oder es wurden "Geldgeschenke" gleich gebunkert.



(MiNr 799) FREIWALDAU-GRÄFENBERG (Ostsudetenland) 16.3.1944



(MiNr 799) THOMASDORF über FREIWALDAU (Ostsudetenland) 24.1.1944

mit bestem Gruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 20:13:56 Gelesen: 147482# 205 @  
Hallo, habe noch eine weitere Abbildung aus meinem Bildbestand der eigenen Formulare entdeckt.



Vor-und Rückseite einer HJ-Postsparkarte, zur Verwendung kamen je ein 1 + 2 RM-Wert (MiNr 799+800), eingereicht im Postamt JUNGFERNDORF

beste Grüße
Werner
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:28:49 Gelesen: 147474# 206 @  
Sehr schön. Bin gespannt, ob jemand sogar die 3 RM Einzelfrankatur zeigen kann. Ich suche sie schon eine Weile, aber bisher ohne Erfolg.
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:32:07 Gelesen: 147472# 207 @  
Bezüglich der Einlieferungsvermerke auch noch einige Exemplare aus Böhmen und Mähren in verschiedene KZ. Auch mit Abbildung der zweisprachigen Rückseite.

,
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:34:47 Gelesen: 147471# 208 @  
Hier auch noch eine doppelte "AH" Verwendung 1x als Freimarke und 1x als Zulassungsmarke. Ich bilde auch das Attest ab, dort wird der Sachverhalt perfekt erläutert.

,
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:37:45 Gelesen: 147470# 209 @  
@ hajo22 [#202]

Hallo,

wahrscheinlich irgendwo liegengeblieben, resp. gestoppt. In Beitrag [#164] zeige ich eine Karte in die Schweiz, die noch im März zensiert und wohl befördert wurde.

mfg cilderich
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 22:50:08 Gelesen: 147420# 210 @  
@ cilderich [#206]

Hallo,

ich kann Dir nur ein Bild einer Postsparkarte aus dem Net präsentieren, verklebt wurde der 5-RM-Wert.



MiNr 308



Und dann noch eine weitere Sparkarte zu 3 RM, die Gesamtsparsumme mit mehreren Marken ausgewiesen und ... wieder aus dem Ostsudetenland.

mfg
Werner
 
hajo22 Am: 15.04.2016 11:45:17 Gelesen: 147350# 211 @  
Auch im Protektorat Böhmen und Mähren wurden Postsparkarten zum Sparen von 30 K (= 3 RM) ausgegeben.

Postsparkarte mit 10 AH-Marken zu insgesamt 30 K entwertet Postdirektion Brünn 20.2.1943. Der untere Teil wurde abgeschnitten. Ich zeige demnächst in einem anderen thread über das Spezialthema Postsparkasse eine ungebrauchte komplette Postsparkarte des Protektorats.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 15.04.2016 12:07:25 Gelesen: 147335# 212 @  
@ HWS-NRW [#210]

Geschenkpostsparkarten sind selten. Sie wurden erst nach einer Verfügung im Jahre 1943 herausgegeben. Der Druck erfolgte in 2 Typen bei der Staatsdruckerei in Wien. Laut einer Statistik wurden vom 3. Quartal 1943 bis zum 3. Quartal 1944 keine 10.000 Stück im ganzen Reich eingelöst. Ich habe noch kein eingelöstes Exemplar gesehen. Die von Dir gezeigte Karte ist die Type II (Druckvermerk 7.43).

Sollte ein Leser eine dieser Postsparkarten übrig haben, bitte bei mir melden.

VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 15.04.2016 12:42:54 Gelesen: 147323# 213 @  
@ hajo22 [#212]

Hallo,

besten Dank für Deine Info, die kann ich noch gut in meinem neuen Buch unterbringen.

Gruß

Werner
 
HWS-NRW Am: 15.04.2016 14:06:47 Gelesen: 147300# 214 @  
1943 wurde im Deutschen Reich eine sogenannte "Geschenkpostsparkarte" eingeführt. Diese konnte bei den Postämtern auf den Namen des Beschenkten ausgestellt und mit Postwertzeichen im Gesamtbetrag von 3 bis 100 RM versehen werden. Der Beschenkte konnte dann die Karte mit weiteren Briefmarken bis zu 100 RM weitersparen oder den eingeklebten Betrag seinem Postsparbuch übertragen lassen. Einen Hintergedanken verfolgte diese Sparform natürlich auch. Hatte der Beschenkte kein Postsparbuch, mußte sich dieser ein neues ausstellen lassen, da eine Barauszahlung des Betrages nicht möglich war.



Dieses Formular (Drucknummer Spk 64 DIN A6 Typ II) zählt zu den seltensten Sparkarten, da von ihnen äußerst wenige Exemplare, hier versehen mit 25 Werten der MiNr 800 und am 22.12.1944 eingelöst, erhalten blieben.

Weiß jemand aus dem Forum, ob die Karten, nach dem Herausschneiden der Adressdaten durch den Schalterbeamten, danach an die Sparer ausgehändigt oder irgendwo zentral gelagert wurden ?

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 15.04.2016 16:49:27 Gelesen: 147259# 215 @  
Hallo,

diese Sparkarten sind für mich ein relativ neues Gebiet, da ich sie bisher primär nur nach Kriterien wie "Einzel- oder Mehrfachfrankatur" betrachtet habe, aber da gibt es soviel mehr zu wissen, sehr spannend. Um welches Buch wird es sich handeln? Postsparthematik? Ist das Erscheinen absehbar?

Ich zeige jetzt mal wieder "normale Post" Hier eine hübsche Einzelfrankatur der 20 Pfennig in die Slowakei, als noch das "ermäßigte" Porto, einst für die gesamte Tschechei eingerichtet, noch eben in die Slowakei galt. Ab dem 01.09.1942 dann das "ermäßigte Europa Porto", für einen Brief also 12 Rpf, somit sind die 20 Rpf als solche EF eher nicht so häufig. Hier 29.1.42.


 
cilderich Am: 15.04.2016 16:53:40 Gelesen: 147258# 216 @  
Hier auch noch andere 20 Rpf EF Varianten. Diese sind nicht so selten, eher der Stempel, die Zeit o.ä. machen sie dann evtl. wirklich beachtenswert.

Hier mal 20 Rpf für ein Feldpostpäckchen bei der Feldpost eingeliefert und die Adresse auf einem, eigentlich, Feldpostbriefformular, nun man verwandt was man vorfand.


 
cilderich Am: 15.04.2016 16:57:21 Gelesen: 147257# 217 @  
Das gab es übrigens auch aus den annektierten Gebieten hier aus dem Ostland, das ist nicht so häufig.


 
cilderich Am: 15.04.2016 17:11:01 Gelesen: 147252# 218 @  
Und noch einmal 20 Rpf EF. Auf einer Zahlkarte vom 5.5.45 aus Gmünd/ Niederdonau nach Zlabings, wo die Karte am 7.5.45 sogar ankam, aber nicht mehr ausgezahlt wurde. Nun, die "Rote Armee" war auch schon im "Wohnzimmer". Aber immerhin die AOK hielt es, evtl. dem, einst sprichwörtlichen, deutschen Beamtengeist gemäß, für angebracht auch unter diesen Umständen einen korrekten Ablauf zu gewährleisten.


 
hajo22 Am: 15.04.2016 17:24:52 Gelesen: 147250# 219 @  
@ HWS-NRW [#214]

Sehr schöne Geschenkpostsparkarte. Sie wurde lediglich mit AH-Marken bespart, aber nicht eingelöst. Zum Einlösen hätten die Marken entwertet und die Einzahlung im Postsparbuch bestätigt werden müssen (siehe Vordruck Postvermerk).

Laut Amtsblattverfügung Nr. 276/1943 vom 14.5.1943 bezüglich Aushändigung der Geschenkpostsparkarte erfolgte nachstehende Regelung (ich zitiere aus der Verfügung): " Etwaige Ersuchen von Sparern um Überlassung der entwerteten Geschenkpostsparkarte zum Andenken oder für Sammelzwecke sind mit dem Hinweis darauf abzulehnen, daß die entwertete Geschenkpostsparkarte als Verrechnungsbeleg nicht entbehrt werden kann."

Die Type I der Geschenkpostsparkarte (Druckvermerk 5.43) ist seltener als die Type II, weil sie nur ganz kurz am Schalter war. Sie unterscheidet sich von Type II auch vom Text her. Type I erlaubte auch Freistempler als Eintrag in die Karte, während Type II nur das Einkleben von Freimarken vorsah.
Eine Karte der Type I habe ich noch nicht gesehen.

BG, hajo22
 
cilderich Am: 15.04.2016 17:28:39 Gelesen: 147248# 220 @  
@ Erdinger [#198]

Hallo,

es ist im Grunde wirklich nach "Zwangsarbeitern" und "Fremdarbeitern" zu unterscheiden. Nur weil ein Ausländer in Deutschland arbeitete bedeutete das noch nicht automatisch, dass er dazu gezwungen wurde. Viele taten es freiwillig, teils aus politischen, aber primär natürlich oftmals aus pekuniären Überlegungen. Nach Ende des Krieges wurden alle "Auslandsarbeiter" zu Zwangsarbeitern erklärt, aber Deutschland und die Achsenmächte hatten auch den Krieg verloren, somit erklärten sich solche Arbeiter oft auch erst ab den 1980er Jahren als freiwillig. Hierzu gibt es mittlerweile diverses Material einzusehen. Eine perfekt Zusammenstellung ist über die ARGE Zensurpost im Rundbrief 101/2002 Anlage zu erhalten.

Ich zeige mal einen Brief eines internierten Arbeiters in einem "Umerziehungslager" aus Salaspils/Lettland. Hier wurden unliebige Personen untergebracht. Die Zensur war trotzdem recht dezent, nämlich nur auf dem Briefbogen und zwar durch das Lager.


 

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