Thema: Altdeutschland Postscheine
Das Thema hat 90 Beiträge:
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Cantus Am: 23.12.2009 00:30:52 Gelesen: 57027# 1 @  
Postschein der Königlich-Sächsischen-Post, ausgefertigt in Sebnitz am 12.November 1861.


 
BD Am: 23.12.2009 07:58:06 Gelesen: 57011# 2 @  
@ Cantus [#1]

Am 12 November 1861 wollte ein Sebnitzer einen Wertbrief über 52 Thaler und 1 Neugroschen an die Güterexpedition Bautzen (sorbisch Budissin) senden. Er bezahlte 1 Neugroschen für den Brief bis 5 Meilen (siehe Meilenzeiger für Sebnitz unten), der 1 Loth wog, was ab 1859 leider die zweite Gewichtsstufe war (9/10 Loth hätte nur 1/2 Ngr, gekostet). Weiterhin 1/2 Neugroschen Wertdeklarationsgebühr (bis 100 Taler bis 15 Meilen). Und er musste 6 Pfennige für den Schein bezahlen. Also bezahlte der Absender insgesamt 21 Pfennige an die Post, auf dem Brief stand frei und die bezahlten 15 Pfennige Porto. Er konnte nicht mit Marken freigemacht werden, denn Wertbriefe gehörten zur Fahrpost, da durften keine Marken darauf. Der Empfänger in Bautzen musste noch einmal 6 Pf. Botenlohn bezahlen, für einen einfachen Brief wären es nur 3 Pfennige gewesen.

Soweit zu dem Postschein, einen uninteressantes Stück Papier für manche Sammler.

Mit besten Grüssen BaD


 
BD Am: 23.12.2009 08:15:48 Gelesen: 57004# 3 @  
Nachtrag

Bei einem Portobrief, wo der Empfänger bis auf die Scheingebühr alles bezahlte, wurde das Franko durchgestrichen.


 
Cantus Am: 23.12.2009 20:57:11 Gelesen: 56945# 4 @  
@ BD [#2]

Hallo,

ich besitze nur noch einen einzigen zweiten Postschein, eine Art Nebenprodukt, da ich sowas eigentlich nur von Österreich sammle. Alleine die Lust an alten Postformularen lässt mich auch immer wieder mal nach so etwas Ausschau halten.



Postschein der Königlich-Sächsischen-Post, ein etwas anderes Formular, ausgefertigt in Sebnitz am 7. April 1864, diesmal gerichtet an eine Adresse in Dresden.
 
BD Am: 23.12.2009 22:00:29 Gelesen: 56939# 5 @  
@ Cantus [#4]

Hallo Cantus,

die alten Formulare haben ihren Reiz, das ist unbestritten.

Leider kenne ich den Termin nicht genau, aber ich glaube am 1.10.1864 wurde die Scheingebühr auf 5 Pf, gesenkt.

Einlieferungsscheine für Reco-Briefe waren ab 1851 nicht mehr mit einer Gebühr verbunden.

Mit besten Grüssen Bernd



 
Magdeburger Am: 27.12.2009 10:25:58 Gelesen: 56869# 6 @  
@ BD [#5]
@ Cantus [#4]

Nachdem hier schon einige sächsische Postscheine vorgestellt wurden, jetzt einige wenige aus Preussen. Da ich fast nur noch Magdeburg-Belege sammle, auch nur welche aus Magdeburg.

Der erste ist vom 15.Februar 1818. Leider kann ich den Bestimmungsort nicht entziffern.



Als zweites der Auszug aus der Taxverordnung gültig ab 01.01.1825



Dazu ein passender Schein vom 16 März 183? für eine Sendung nach Halberstadt



und abschliessend ein Schein vom 08.Oktober 1861 (?) für einen Wertbrief nach Bitterfeld



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Cantus Am: 27.12.2009 12:00:37 Gelesen: 56858# 7 @  
@ Magdeburger [#6]

Der Ort auf dem Postschein von 1818 heißt "Neuer Anbau". Das Problem dabei ist nur, dass ich die nachstehende Ortsangabe (P = Post ...) nicht eindeutig entziffern kann. In meinem Ortsbuch vom Deutschen Reich sind insgesamt sieben verschiedene Orte mit diesem Namen gelistet, es scheint aber keiner hierauf zu passen. Allen Orten ist jedoch gemein, dass sie in Sachsen liegen.

Viele Grüße
Ingo
 
Postgeschichte Am: 27.12.2009 19:44:28 Gelesen: 56817# 8 @  
@ Magdeburger [#6]
@ Cantus [#7]

Die Ortsangabe im ersten Postschein lautet: "Neuer Anbau P Dresden". Es müsste sich danach um Neuer Anbau (um die 70 Einwohner) im Bereich der Amtshauptmannschaft Großenhain, Kreis Dresden, handeln. Das Bestellungspostamt war Moritzburg.

Gruß
Manfred
 
BD Am: 27.12.2009 20:25:37 Gelesen: 56804# 9 @  
Interessanterweise hatte ich als Dresdener diese Ortbezeichnung noch nie gehört, erstaunlich was man durch Briefesammeln und anschauen so alles lernt. Der von Postgeschichte genannte Ort wird es sein.

Anbei noch ein älterer sächsischer von 1776, einen früheren von 1760 wollte ich später zeigen, aber soeben ging er den Weg wohl nach Polen. Es stand ja auch Sr.Königl. Majestät in Pohlen Churfl. Sächs. Post-Amt drauf, aber 40 Euro haben nicht gereicht.

Mit besten Grüssen Bernd


 
Cantus Am: 12.12.2010 21:24:29 Gelesen: 55872# 10 @  
Hallo,

hier ein Aufgabeschein von Springe am Deister, ausgefertigt am 6.Dezember (?) 1798.



Viele Grüße
Cantus
 
Jahnnusch Am: 13.12.2010 08:31:52 Gelesen: 55855# 11 @  
Das soll bestimmt November sein. Der Postbeamte konnte sich nicht für V oder F entscheiden.
 
roteratte48 Am: 13.12.2010 08:56:42 Gelesen: 55852# 12 @  
@ Jahnnusch [#11]

Na ja - letztlich hat er sich dann doch für ein "S" entschieden - es ist der September.

Schön, dass auch hier im Forum mal das Thema "Postscheine" angesprochen wird!

Gruss - Rolf
 
bayern klassisch Am: 13.12.2010 09:13:35 Gelesen: 55850# 13 @  
Hallo roteratte48,

ich muss dich leider korrigieren - Jahnusch hatte Recht, als er "Nofember" transkribierte. Im 18. Jahrhundert, speziell gegen Ende desselben, unterschied man das kleine "f" vom kleinen "s" durch einen Anstrich oder verkürzt "Knick" bei der Unterlinie, wie hier.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 14.12.2010 00:02:06 Gelesen: 55822# 14 @  
@ Jahnnusch [#33]

Hier ist noch eine Aufgabs-Recepisse aus Krems an der Donau vom 31.3.1802 (es könnte auch der 30. sein)



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 14.12.2010 23:51:17 Gelesen: 55793# 15 @  
Hallo,

ich hatte die Überschrift "Postscheine der altdeutschen Staaten" übersehen, denn mein Postschein ist aus Österreich, aber ich denke, der kleine Ausrutscher ist erlaubt.

Beste Grüße
Ingo
 

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