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Thema: Altdeutschland Helgoland: MiNr. 16 a und 16 b
Markus Pichl Am: 19.08.2017 09:13:33 Gelesen: 855# 1 @  
Hallo,

von dem Höchstwert, der Pfennige-Marken mit Kopfbild der Königin Victoria, gibt es keine privaten Neudrucke. Die Marke wurde in zwei Auflagen gedruckt, wovon die erste am 15.Februar.1875 in einer Auflagenhöhe von 50.000 Stück verausgabt und die zweite in einer Auflagenhöhe von 20.000 Stück am 03.Juni.1890 (bzw. an diesem Tag wurden 5.000 und weitere 15.000 Stück wurden erst am 6.August 1890 dem Postamt zugeteilt). Der Restbestand der Marke zu 50 Pfennig-Marke betrug 16.748 Stück.

Im Kohl-Handbuch wird angenommen, dass sich der Restbestand nur auf Marken der zweiten Auflage erstreckt und die I. Auflage vollständig aufgebraucht wurde. Ob diese Annahme richtig ist, muß ich dahingestellt lassen, da ich den Restbestand nicht abgezählt habe (Kohl allerdings auch nicht). Fakt ist aber, dass Marken der ersten Auflage in ungebraucht und dagegen Marken der zweiten Auflage in gebraucht selten sind.

Im Michel-Katalog sind die Marken zu 50 Pfennig wie folgt katalogisiert:

16 a grün (Töne) / dunkellilakarmin (UV schwärzlichpurpur)
16 b grün (Töne) / dunkelkarmin (UV rot)

Und so sehen die Marken der I. und der II. Auflage aus.



Im Detail unterscheiden sich die beiden Auflagen wie folgt:

1) bei der I. Auflage wurde der Kammschlag von unten angesetzt, bei der II. Auflage von oben. Dadurch ergibt sich ein unterschiedlicher Zähnungsverlauf an der linken und der rechten Seite.

2) die Druckfarben der II. Auflage haben ein gesprenkeltes aussehen

3) bei den Marken der II. Auflage dringt die rote Druckfarbe mehr oder weniger in die tiefe Prägefurche zwischen Hinterkopf und Chignon ein

4) die rote Druckfarbe der beiden Auflagen reagieren unter UV deutlich abweichend. Bei der I. Auflage wurde die rote Druckfarbe in Kochenillefarben und bei der II. Auflage in Teerfarben (Eosinfarben) hergestellt. Letztere reagiert unter UV in "Leuchtkeksrot".



Das Papier der ersten Auflage neigt zu Vergilbungen. Dies wird wahrscheinlich in Zusammenhang mit der verwendeten Gummierung stehen, bei der zweiten Auflage ist die Gummierung eine andere.

Hier ein Bogen der zweiten Auflage, Kammschlag immer von oben kommend.



In beiden Auflagen befindet sich auf Feld 11 der Plattenfehler I: "dicker weißer Punkt, rechts unterhalb der Wertziffer 6".



Von MiNr. 16 wurden noch im Jahre 1890 amtliche Neudrucke hergestellt. Leider kann ich von solchen keine zeigen, denn diese sind extrem selten. Gemäß Beschreibung im Kohl-Handbuch sind diese amtlichen Neudrucke maximal mit Marken der II. Auflage verwechselbar. Sie unterscheiden sich von den verausgabten Marken in der Farbgebung und die rote Druckfarbe der Neudrucke reagiert unter UV, statt in schwärzlichpurpur (I. Auflage) oder in "Leuchtkeksrot" (II. Auflage), in trüblilakarmin ("himbeerfarben").

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 20.08.2017 18:00:30 Gelesen: 806# 2 @  
Hallo,

im Kohl-Handbuch wird unter MiNr. 16 b (bzw. dort 15 b, weil der Sachbearbeiter Herr Munk zählen konnte) ein weiterer Plattenfehler auf Feld 41 beschrieben. Hierbei handelt es sich um eine Unterbrechung der weißen Linie oberhalb rechts dem "H" von "HELIGOLAND".



Aufgrund meines Bildmaterials kann ich nun nachweisen, dass der Plattenfehler bereits bei Marken der I. Auflage, sprich MiNr. 16 a, vorkommt. Die von mir im Jahre 2009 mit etwas niedriger Bildauflösung eingescannte MiNr. 16 a ist mit einem Rundstempel Type II entwertet, diese Rundstempeltype war nachweislich vom 2.März.1876 bis zum 25.August.1884 in Gebrauch. Die Marke zeigt auch die zuvor beschriebenen Merkmale von der I. Auflage, u.a. den von unten statt oben kommenden Kammschlag. Bei von unten kommenden Kammschlag sitzen in der untersten waager. Bogenreihe die kleinformaterigeren Marken und eine solche ist diese (auf der linken und rechten Seite 15 statt 16 vollständige Zähnungslöcher).



Wünsche allen viel Erfolg, bei der Suche nach dem Plattenfehler.

Beste Grüße
Markus
 
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