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Thema: Österreich Belege: Mischfrankaturen der klassischen Ausgaben 1850-1867
Das Thema hat 68 Beiträge:
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bignell Am: 06.02.2019 22:25:59 Gelesen: 3786# 44 @  
Liebe Freunde,

hier ein Beleg, der wirklich in der Zeit zurückgelaufen ist:



Am 2.9.1865 in Scio-Cesme abgesandt und in Syros am 23.8.1865 angekommen. Das liegt natürlich an der Verwendung des julianischen Kalenders in Griechenland. Der 23.8.1865 julianisch entspricht dem 4.9.1865 gregorianisch, übrigens ein Montag.

Die Frankatur von 10 Soldi deckte den griechischen Anteil nicht ab, das Gesamtfranco ist rechts oben mit 60 Lepta angegeben, die 10 Soldi deckten davon 40 Lepta ab, somit blieben 20 Lepta übrig, für die ein Hermeskopf verklebt und beim Empfänger eingehoben wurde.

Der Brief wurde zur Desinfektion mit zwei Rastelschlitzen und einigen Rastellöchern versehen und geräuchert.

Lg, harald
 
bignell Am: 16.02.2019 22:24:45 Gelesen: 3596# 45 @  
Liebe Freunde,

dieses nette Briefchen hat vor kurzem den Weg zu mir gefunden:



Triest 16.12.1863 - Pontelagoscuro 17.12. - Ferrara 18.12., frankiert mit 2x3 KR 1861 + 10 KR 1863, leider ohne Inhalt

Lg, harald
 
bignell Am: 18.02.2019 22:43:34 Gelesen: 3518# 46 @  
Liebe Freunde,

selten anzutreffen sind Mischfrankaturen gleicher Wertstufen.



Mischfrankatur 5 Soldi 1864 + 5 Soldi 1863 (leider durch einen Registerbug getroffen) Venezia 24.10.1864 - Mantova 25.10.1864 mit Distribuzione 1 - Stempel

Lg, harald
 
bignell Am: 24.02.2019 15:06:56 Gelesen: 3399# 47 @  
Liebe Freunde,

hierbei handelt es sich "nur" um eine Pseudomischfrankatur:



Die 2 Kreuzer-Marke von 1861 wurde als Zeitungsfranko verwendet, die 15 Kreuzer Stempelmarke wurde später hinzugefügt, deshalb geht der Poststempel nur über die Freimarke, der Gerichtsstempel über beide Marken.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 24.02.2019 15:33:12 Gelesen: 3393# 48 @  
@ bignell [#47]

Lieber Harald,

na wenn das kein "eye-catcher" ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Wundervoll - ach, liefe doch solch eine Bombe nur mal nach Bayern, dann stünde ich sofort auf der Käuferseite.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 24.02.2019 17:17:44 Gelesen: 3375# 49 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief von Königswald (Böhmen) nach Linz. Aufgabestempel Königswald am 6.3.1860. Durchgangsstempel Bodenbach (Böhmen) 6.3. Durchgangstempel Wien 7.3. Ankunftsstempel Linz 7.3. Frankatur 10 + 5 Kreuzer.

Bitte um eine Bewertung dieses Briefes. War das Porto von 15 Kreuzer korrekt? Wie hoch ist der Katalogwert dieses Briefes?





Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 24.02.2019 17:22:59 Gelesen: 3372# 50 @  
@ Franz88 [#49]

Hallo Franz,

15 Neukreuzer = bis 1 Loth über 20 Meilen innerösterreichisch, also korrekt frankiert. 1 Postmeile war ca. 7.5 km.

Du kannst dir ausrechnen, ob 5 Neukreuzer bis 10, 10 Neukreuzer bis 20 und 15 Neukreuzer über 20 Meilen passen, wenn du hier die Aufgabe- und Abgabepost eingibst:

https://www.luftlinie.org/

Wert? Ich schätze 20 bis 30 Euro, aber andere kennen sich sicher besser damit aus.

Schöner Brief!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 24.02.2019 17:32:08 Gelesen: 3370# 51 @  
@ Franz88 [#49]

Hallo Franz,

Franko korrekt. Katalogwert für die Buntfrankatur 1858 5+10 Kronen Type II ist 75 €, dafür kriegt man kaum mehr als 10 Euro. Etwas besonderes ist der ideal abgeschlagene Stempel Königswald (Müller 1323a, 30 Punkte), für den sind noch mal 20 € extra drin, denke ich. Unten links scheint eine Signatur von Rismondo zu sein.

Lg, harald
 
briefmarkenwirbler24 Am: 24.02.2019 18:07:03 Gelesen: 3359# 52 @  
@ bignell [#47]
@ bayern klassisch [#48]

Hallo Harald,

ich schließe mich Ralph voll und ganz an, toller Beleg, besonders in der Erhaltung!

Bitte mehr davon.

LG

Kevin
 
Franz88 Am: 24.02.2019 19:25:13 Gelesen: 3346# 53 @  
@ bayern klassisch [#50]

Hallo Ralph,

herzlichen Dank für Deine Info. Ein Super Link. Danke.

Liebe Grüße
Franz

@ bignell [#51]

Hallo Harald,

vielen Dank für Deine Antwort. Mit der Signatur von Rismondo hast du recht.

Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 24.02.2019 19:47:47 Gelesen: 3344# 54 @  
Liebe Freunde,

dieser Beleg hier erscheint ziemlich seltsam:



Was sehen wir hier? Einen selbstgebastelten Umschlag mit vorderseitig einer 2-Kreuzermarke Ausgabe 1863 und rückseitig der Hälfte einer 3-Kreuzermarke der Ausgabe 1861. Ausserdem einen Vermerk "Recom Recepis" (Rekommandiert + Rückschein). Der RECOM-Stempel weist darauf hin, dass die Aufgabe rekommandiert erfolgte. Der Brief lief von Retsag nach Oroszi, wenn ich die Adresse recht deute, Luftlinie ca 155 km, somit über 20 Meilen.

Die 2-Kreuzer-Frankatur weist auf eine Drucksache hin, allerdings sind mir noch keine rekommandierten Drucksachen untergekommen.

Das Franco war bei Rekommandation komplett zu entrichten und würde somit 2 Kreuzer Franco + 10 Kreuzer Rekommandation + 10 Kreuzer Rückschein betragen, sollte es sich nicht um eine Drucksache gehandelt haben 15+10+10 Kreuzer. Der Rückschein wurde oft mit den Marken am Brief befestigt, welche somit auf dem Rückschein verblieben sind, kann nur vermutet werden, es müssten aber zumindest zwei weitere Marken gewesen sein, und das wäre ungewöhnlich.

Lg, harald
 
bignell Am: 29.04.2019 20:54:37 Gelesen: 2938# 55 @  
Liebe Freunde,

folgende Neuerwerbung kann eine Geschichte erzählen:



Was sehen wir hier? Einen Brief von Russenau (Rosenau, Râșnov) nach Ossegg (Osek) mit Typenmischfrankatur: 2 Kreuzer Type II + 3 Kreuzer Type Ia + 10 Kreuzer Type II.

Adresse:
An
Herrn Herrn Franz Neuber
Buchbinder
in
Ossegg
in Böhmen
Post ?Ostrau? Prag Teplitz

Bei einer so genauen Angabe sollte eigentlich nichts schiefgehen, oder?



Laufweg anhand der Stempel:
KRONSTADT | 18 | 6 (Brașov)
HERMANNSTADT | 19 | 6 (Sibiu)
TEMESVAR | 21 | 6 (Timișoara)
ESSEGG | 23 | 6 (Osijek)
PESTH | 25 | 6 (Budapest)
TEPLITZ | 26 | 6 (Teplice)
OSSEGG | 27 | 6 (Osek)

Offensichtlich wurde Essegg statt Ossegg gelesen und der Laufweg ignoriert, sodass der Brief bis ins heutige Kroatien lief, bis der Irrtum erkannt und der Brief ans nördliche Ende des heutigen Tschechien weitergeleitet wurde.

Lg, harald
 
bignell Am: 15.05.2019 20:59:46 Gelesen: 2786# 56 @  
Liebe Freunde,

Brief von 1874 von der Weißgerberlände in Wien nach Venedig, freigemacht mit 2x5 Kreuzer und einer 15 KR Stempelmarke. Diese wurde nicht anerkannt und der Brief deshalb mit 15 KR (5 KR fehlendes Franco + 10 KR Nachtax) bzw 35 Centesimi beschwert, dargestellt durch Segnatasse zu 5+30 Centesimi, die vom Empfänger zu bezahlen waren. Somit Freimarke AT + Stempelmarke AT + Portomarke IT. Zusätzlich Vermerk Ferma in posta (postlagernd).



Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 16.05.2019 18:12:46 Gelesen: 2758# 57 @  
@ bignell [#55]

Hallo Harald,

tolle Briefe zeigst du da - genau mein Geschmack. Klasse!

Liebe Grüsse und danke fürs Zeigen,
Ralph
 
bignell Am: 16.05.2019 21:20:27 Gelesen: 2727# 58 @  
@ bayern klassisch [#57]

Hallo Ralph,

freut mich wenn Dir die Briefe gefallen. Wobei "ferma" bei Dir ja eine Bank ist. Deshalb hab ich noch einen:



Mischfrankatur 2x3 KR 1863 (eine rechts oben beschädigt) + 10 KR 1864. Brief aus 1864 Fuccine in Tirol (Müller 736a, 60 bzw 35 Müller-Punkte) nach Genova in Sardegna mit "ferma in ?agliere". Das einzige italienisch Wort, das ich gefunden habe, ist tagliere (Schneidbrett) - aber Sinn kann ich keinen darin ausmachen.

Lg, harald
 
marlborobert Am: 16.05.2019 21:58:28 Gelesen: 2710# 59 @  
Eventuell heißt es über Genua, also per Schiffspost nach Sardinien, dort postlagernd in Cagliari?

Denn den Stempeln nach war der Brief am 8. September in Genova und 3 Tage später, also am 11. September in Cagliari. Das würde wahrscheinlich mit Schiffspost passen.
 
bignell Am: 16.05.2019 22:05:54 Gelesen: 2706# 60 @  
@ marlborobert [#59]

Hallo marlborobert,

da hast Du vollkommen recht und ich hatte wieder mal Scheuklappen auf den Augen, natürlich Cagliere = Cagliari.

Vielen Dank, harald
 
bignell Am: 23.05.2019 08:54:47 Gelesen: 2608# 61 @  
Liebe Freunde,

eine drei-Ausgaben-Frankatur habe ich in Beitrag [#12] gezeigt. Hier ein Fragment der Ausgaben für Venetien vom 26.2.1864 aus Polesella (zwischen Rovigo und Ferrara gelegen):



Es dürfte sich um einen doppeltschweren Brief gehandelt haben aufgrund der vorderseitigen Frankatur von 20 Soldi (2x10 Soldi, 4x5 Soldi wäre natürlich auch möglich). Die rückseitige 10 Soldi deckt den Reco-Betrag ab.

Versuch der Attest-Übersetzung:

Ich untersuchte den Brief, der per Einschreiben aus Polesella mit den drei Briefmarken von Lombardo-Venetien verschickt wurde: 1859, 15 Soldi, blau, Typ II, 1862, 10 Soldi, ziegelbraun (auf der Rückseite verwendet), 1863, Zähnung 14, 5 Soldi, rosa (Kat. Sassone, Nr. 32, 34, 38). Eine fotografische Reproduktion wird hier angehängt. Meiner Meinung nach ist das beschriebene Stück - mit seiner seltenen "dreifarbigen" Frankatur, die aus Exemplaren von drei verschiedenen Ausgaben besteht, original und die Briefmarken sind perfekt: Ich habe es mit "E.Diena" signiert.

Lg, harald
 
bignell Am: 20.06.2019 17:33:41 Gelesen: 2270# 62 @  
Liebe Freunde,

eine ähnliche Mischfrankatur wie sie Auction Galleries Hamburg (vorm. Schwanke) anbietet [1] habe ich auch, interessanterweise ebenso aus Rovigo, die Schrift ist aber eine andere, somit dürfte es nicht derselbe Absender sein:



3 Soldi grün Ausgabe 1858 + 2 Soldi Ausgabe 1863 vermutlich 9.4.1864 von Rovigo nach Crespino. Die 2 Soldi zeigt eine starke Verzahnung.

Lg, harald

[1] https://www.philasearch.com/de/i_9255_73989/4770_sterreich_Lombardei_Venetien/9255-A13-1832.html?breadcrumbId=1561044364.5017&row_nr=14
 
bignell Am: 18.02.2020 17:11:48 Gelesen: 820# 63 @  
Liebe Freunde,

nach langer Zeit wieder mal eine Mischfrankatur ergattert:



Mischfrankatur 2x5 Soldi 1863 + 2x3 Soldi 1864 gelaufen von Padova nach Palermo, Attest unter [1]

Franco von 10, 16, 21 und 26 Soldi waren die Frankostufen für Italien, je nach Sektion (ursprüngliche Regelung mit den sardischen Staaten, danach österreichisch-italienischer Postverein - starke politische Veränderungen auf der italienischen Halbinsel zu dieser Zeit)
Österreich A1 bis 10 Meilen, A2 bis 20 Meilen, A3 darüber; Italien S1 bis 75 km, S2 darüber:
A1-S1 10 Neukreuzer/Soldi, A1-S2 und A2-S1 16 KR, A2-S2 und A3-S1 21 KR, A3-S2 26 KR
Hier haben wir den Fall erste österreichische Sektion in zweite italienische Sektion (A1-S2) und somit 16 Soldi Gebühr.

Liebe Grüße, harald

[1] https://www.briefmarken-atteste.de/atteste/zeigen/1976
 
Heinz 7 Am: 19.02.2020 15:15:57 Gelesen: 787# 64 @  
@ bignell [#55]
@ bignell [#63]

Harald,

Du zeigst uns hier wirklich tolle Stücke. Super. Danke! Besonders die Geschichte mit dem Brief nach Ossegg ist ja wirklich wunderbar.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 19.02.2020 20:17:04 Gelesen: 762# 65 @  
@ bignell [#63]

Harald,

zu deinem Brief hätte ich eine Frage. Ist die linke 5 Soldi-Marke in der rechten oberen Ecke stärker beschädigt? Mir fiel auf, das die Papierfarbe etwas weißer aussieht als der restliche Teil der Marke; und beim Stempel fiel mir auf, das beim Stempel Padova der Buchstabe "V" bei der rechten Marke vollständig, auch in den Zahnlöchern von der linken Marke, zu sehen ist aber auf den Zahnspitzen der linke Marke keine Stempelfarbe zu sehen ist, was eigentlich meiner Meinung nach nicht möglich ist.

Auf dem unstehenden Ausschnitt deines Briefes habe ich die betreffende Stelle eingekreist.



Gruss
Martin
 
bignell Am: 19.02.2020 21:17:18 Gelesen: 752# 66 @  
@ Martin de Matin [#65]

Hallo Martin,

wenn Du genau hinsiehst, dann siehst du einen leichten Bug senkrecht durch das Briefpapier, hier haben sich die Marken etwas gelöst, und die linke ist ursprünglich unter der rechten geklebt, deshalb ist das Papier der linken dort weisser und der Stempel unterbrochen.

Liebe Grüße, harald
 
bignell Am: 19.03.2020 00:02:39 Gelesen: 556# 67 @  
Liebe Freunde,

wenn einem ein Wechsel zugestellt wird, so ist das Grund zur Freude, und so auch hier, wenn auch dieser mich Geld gekostet hat anstatt welches zu bringen. Ein bekanntes deutsches Auktionshaus überlies mir dieses Stück gegen einen nicht zu geringen Obolus.



Wechsel über 500 Gulden, Gebühr beglichen mit einer Stempelmarke zu 60 Kreuzer und einer Briefmarke Ausgabe 1861 zu 3 Kreuzer, handschriftlich entwertet.

Dr. Ferchenbauer schreibt in seinem Handbuch: "Kombinationen zwischen Frei- und Stempelmarken (Mischabgeltung der Fiskalgebühr) sind sehr selten, es gelten LP!"

(3)1 December 1863 Pr F(lorin) 500 Öst. W(ährung)
(..) 1864 zahlen Sie gegen diesen Prima Wechsel
(..) ?? Eigner die Summa von
(Fü)nfhundert in Östr. Währing (Währung)
(..)ten und stellen es auf Rechnung laut Bericht
(..) Zweischütz
Angen?nn
Mich(ael) Zweischütz
The(odor) Zweischütz

Da links ein Stück fehlt, ist die Herkunft nicht mehr feststellbar.

Liebe Grüße, harald
 
bignell Am: 10.05.2020 18:52:39 Gelesen: 192# 68 @  
Liebe Freunde,

leider nicht gut erhalten, aber in der Form selten:



5-Kreuzer-Ganzsache der Ausgabe 1867/74 zusatzfrankiert mit 5 Kreuzer 1883, gelaufen von Condino 10.5.1884 nach Bologna 12.5.1884, Öffnungsmangel am Wertstempel.

Links oben Vermerk "tipografia arcivescovile" (Erzbischöfliche Druckwerke). Die Kombination mit 2x5 Kreuzer 1883 ist nicht häufig, mit 1x5 Kreuzer 1883 ist mir diese Kombination noch nicht untergekommen.

Liebe Grüße, harald
 

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