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Thema: (?) (138) Nigeria: Fälschungen zum Schaden der Post
Das Thema hat 139 Beiträge:
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T1000er Am: 08.07.2012 19:41:52 Gelesen: 64418# 115 @  
@ Wachauer [#114]

Also auf den ersten Blick, wenn ich mir die Krawatte des Herrn rechts so anschaue? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Da ist wirklich Rat von einem Briefmarken-Experten gefragt!

Gruß,
T1000er
 
Pete Am: 08.07.2012 19:57:39 Gelesen: 64415# 116 @  
@ T1000er [#115]

Ich halte die Briefmarke für echt, siehe allein die zur Zähnung genutzte Kammzähnung. Die Fälschungen weisen Linien- bzw. Nähmaschinenzähnung auf, sofern die Fälschungen (bedingt durch den schlechten Durchstich) nicht mit einer Schere oder Messer aus dem Bogen ausgeschnitten wurden. Farbschwankungen der im Offsetdruck hergestellten nigerianischen Briefmarken kommen relativ häufig vor. ;-)

@ Wachauer [#114]

Zum Stempelabschlag müsste man sich weitere Abschläge aus Lagos anschauen. Im Moment kenne ich diese Stempelform lediglich von Fälschungen. Ich schließe allerdings nicht aus, dass auch ein echtes Stempelgerät existiert(e), welches als Vorlage zur Fälschung diente. Welche Jahreszahl weist der Stempel auf? 1990 oder 1996? Für das Jahr 1996 wären eher 40,00 Niara anstelle 0,45 Niara (= 45 Kobo) Porto fällig gewesen.

Gruß
Pete
 
Wachauer Am: 08.07.2012 22:50:00 Gelesen: 64396# 117 @  
Danke für eure Antworten.

@ T1000er

An dem Knoten des Halstuches (Krawatte) ist nichts ungewöhnliches. Das Bild ist ein oft für Marken verwendetes Porträt des Gründers der Pfadfinderbewegung.

@ Pete

Also ich würde die Jahreszahl als 1996 interpretieren - leider ist auf der Rückseite des Umschlages kein Ankunftstempel. Ich finde an dem Stempel sonderbar, dass die Monatsangabe bei eigentlich klarem Abschlag nur durch ein paar Pünktchen dargestellt ist. Sollte der Stempel aber eine Fälschung sein, kann ich den Sinn darin nicht nachvollziehen.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
 
T1000er Am: 05.08.2012 23:18:12 Gelesen: 63776# 118 @  
@ Pete [#113]

Habe bei Delcampe gerade zwei NIGERIA-Freistempel gefunden. Ausruf je 6 US-Dollar!

Der erste ist zu 100&iger Sicherheit in die Kategorie Fälschung einzuordnen.



Der zweite aus dem Jahr 1994 macht eigentlich einen "normalen" Eindruck, wäre da nicht die verräterische Anschrift!



Wenn ich mir den 2. Beleg so anschaue, je länger ich ihn anschaue, je eher kommt mir die Francotyp-Postalia EFS 3000 in den Sinn! Ich glaube ich werde mal 6 US-Dollar(+Portokosten) investieren und mir das "Original" an Land ziehen! Wer weiß wozu es gut ist!

Gesagt, getan! Wenn ich den Beleg hier vor mir liegen habe werde ich darüber berichten!

Gruß,
T1000er
 
drmoeller_neuss Am: 06.08.2012 15:05:50 Gelesen: 63717# 119 @  
@ T1000er [#118]

Mitte der Neuziger Jahre unterlag der nigerianische Naira einer galoppierenden Inflation. Es kann gut sein, dass die Postgebühren nicht so schnell nachgezogen wurden und die aufgestempelten 30 Naira nur wenige Cents Gegenwert darstellten. Da lohnt sich das Fälschen nicht mehr (*). Für mich sieht der Freistempel echt aus. Nigeria wäre nicht das erste Land, in dem echte Briefmarken von der Post billiger als Buntdrucke aus dem Kopierer sind.

(*) wie in Venezuela das "Schwarztanken", d.h. Wegfahren von der Zapfzäule ohne zu bezahlen. Eine Tankfüllung kostet weniger als 1 EUR.
 
Pete Am: 06.08.2012 18:22:00 Gelesen: 63695# 120 @  
@ T1000er [#118]
@ drmoeller_neuss [#119]

Aus meiner Sicht bleibt nur eins machbar: Fleißig Belege sammeln und untereinander vergleichen. :-)

Bei einzelnen Absenderfreistempeln aus Nigeria mit Jahresangabe 1994-1995 in meiner Sammlung habe ich auch Zweifel, ob es sich hier um Fälschungen handelt. Leider lassen sich auch kaum Originale auf Tauschtagen zu Vergleichszwecken auftreiben. Ich habe in den letzten Jahren diverse Kisten durchgesehen und bisher eher gelegentlich etwas gefunden. Ich schließe auch nicht aus, dass im Einzelfall echte Absenderfreistempel verwendet wurden. Leider fehlt bei vielen Briefumschlägen der Briefinhalt. Aber: Jede gefundene Marke/Beleg mit Marke oder Absenderfreistempel bereichert die Sammlung!

Gruß
Pete
 
Pete Am: 07.11.2013 18:54:46 Gelesen: 53715# 121 @  
@ Wachauer [#114]

vor einigen Tagen habe ich diesen Umschlag für meine Thematik-Sammlung "Pfadfinder" bekommen. Der Brief weist eindeutig die Merkmale für die Herkunft von der "Nigeria-Connection" auf. Ein Inhalt ist leider nicht vorhanden.

Dein Beleg, d.h. die Verwendung einer augenscheinlich echten Briefmarke als Porto und entwertet mittels mutmaßlichen Falschstempel, ging mir seit deiner Veröffentlichung im Juli 2012 nicht aus dem Kopf und ich hielt entsprechend auf Tauschtagen danach Ausschau. Am vergangenen Freitag fiel mir auf dem Tauschtag in Gelsenkirchen der nachfolgende Beleg in die Hände, gefunden in einer allgemein interessanten Krabbelkiste für 0,50 Euro/Stück:



Zum Vergleich setze ich den Stempel der Marke zu 18 Kobo und dein Stück nebeneinander:



In meinem Fall scheint die Stempelentwertung das Datum "30:00:97" aufzuweisen; frankiert wurde der Beleg mit der Mi-Nr. 356 (Ausgabetag 28.12.1978). Sollte der Beleg tatsächlich 1997 gelaufen sein (die PLZ des Empfängers in Darmstadt ist fünfstellig, d.h. Verwendung der Empfängeranschrift nach dem 30.06.1993), wäre dieser hoffnungslos unterfrankiert. Anstelle von 0,18 Niara wären 40,00 oder 50,00 Niara Porto auf einer Auslandssendung nach Westeuropa fällig gewesen. In diesem Fall dürfte das Verwenden einer echten, allerdings dann sehr günstigen Marke billiger gewesen sein als eine Fälschung zu 40 oder 50 Niara zu produzieren. Selbst bei einer Verwendung im Jahr 1993 (nach Einführung der fünfstelligen PLZ) wäre das Porto nach Deutschland bereits höher als 0,18 Niara gewesen.

Der Briefumschlag ist wie gehabt an den "Director" eines mittelständischen Unternehmens aus dem produzierenden Gewerbe adressiert; Absender und (leider) der Inhalt fehlen.

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 02.06.2014 20:17:39 Gelesen: 50882# 122 @  
Hier ein Link zu einer 1-Rahmen-Ausstellungssammlung von Peter Elias zu diesem Thema:

http://xa.yimg.com/kq/groups/18156878/1238537510/name/nigerian+posta+scams+1-frame+exhibit.pdf

Ich hoffe der Link funktioniert noch. Bei mir kommt zwar die Fehlermeldung "Fehler: Server nicht gefunden", das PDF-File wird aber trotzdem geöffnet.

Thomas
 
Pete Am: 29.09.2014 18:16:28 Gelesen: 49194# 123 @  
@ Wachauer [#114]
@ Pete [#121]

Nachfolgend eine eventuell neue Variante der Portoteilzahlung:



Im Gegensatz zu den Belegen [#114] und [#121] befindet sich die aufgeklebte Briefmarke nicht unter sondern über der Entwertung, als ob man im Nachgang nach der "Frankierung" bemerkt hätte, dass hier etwas bei der Produktion der Belege fehlen würde. Die Sendung selbst weist kein Datum auf und die "Entwertung" ähnelt von der Form her einem Absenderfreistempel. Da die Postleitzahl des Empfängers bereits fünfstellig ist, wurde der Brief frühestens ab dem 01.07.1993 produziert, vermutlich erst einige Jahre später (ca. 1995-2000). Die aufgeklebte Briefmarke zu 2 Kobo = 0,02 Niara (Mi-Nr. 475 von 1986) besaß bereits 1993 inflationsbedingt kaum noch Frankaturkraft. Viele der vorliegenden Sendungen der Nigeria Connection sind mit Marken zu 30,00 Niara, 40,00 Niara oder 50,00 Niara freigemacht.

Grundsätzlich lässt sich ein Beleg wie in dem o.g. Beispiel auch basteln: Man nehme einen absenderfreigestempelten Beleg und klebe eine Marke niedrigerer Nominale (< 1,00 Niara) auf.

In der gleichen Kiste wie der o.g. Beleg fand sich auch eine Fälschung der Mi-Nr. 678 von 1996 zu 30,00 Niara, entwertet mittels Handstempel und Angabe der Jahreszahl "[19]97":



Gruß
Pete
 
zockerpeppi Am: 01.10.2016 17:07:05 Gelesen: 34000# 124 @  
Auch ich hätte da einen Beleg, kann ihn aber nicht datieren. Der Luxemburger Strichcode würde wahrscheinlich die Lösung bringen, nur habe ich keine Ahnung, wie man die entziffert. Ein Kollege hat uns das einmal erklärt.

Habe es aber leider vergessen:



liebe Grüße
Lulu
 
Pete Am: 01.10.2016 20:54:02 Gelesen: 33968# 125 @  
@ zockerpeppi [#124]

Dein Beleg gehört in diese Kategorie und datumslose Sendungen sind da nichts Ungewöhnliches. ;-)

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=156&page=4

Mat beschte Gréiss
Pete

[Beiträge [#124] und [#125] redaktionell in das von Pete genannte Thema verschoben]
 
zockerpeppi Am: 02.10.2016 13:44:05 Gelesen: 33863# 126 @  
Oho!

Den Thread kannte ich nicht, interessante Sache. Ich muss also aufpasssen beim "Briefekauf", ich suche noch immer einen Bankenbeleg aus diesem Land.

Danke Pete und schönen Sonntag noch

Lulu
 
Pete Am: 02.10.2016 18:15:14 Gelesen: 33812# 127 @  
@ zockerpeppi [#126]

Als Ergänzung zu deinem Beleg aus Beitrag [#124]; dieser ist irgendwann in den 1990-er Jahren gelaufen. Die Portostufe zu 40 Niara wurde wenige Jahre verwendet. Mangels ausreichendem Vergleichsmaterial bzw. nicht vorhandener Portotabellen kann ich den Verwendungszeitraum bisher nicht näher eingrenzen. Dies setzt allerdings voraus, dass die Angabe der "Portonominale" korrekt wiedergegeben wurde. Gerade gefälschte Absenderfreistempel stammen oftmals von einer Originalabbildung, woraus ein Handstempel gefertigt wurde.

Der jüngste mir bekannte Beleg stammt frühestens aus dem Jahr 2000 (siehe Beitrag [#60]). Dies schränkt den Verwendungszeitraum deines Beleges etwas ein. Die Verwendung von Absenderfreistempeln in Nigeria war m.E. aufgrund der Fälschungen ab dem 1995 verboten, wobei AFS auch nach 1995 als Fälschung verwendet vorkommen.

Gruß
Pete
 
Pete Am: 08.10.2016 09:15:00 Gelesen: 33551# 128 @  
Fälschungen aus Nigeria - sei es bei nigerianischen Briefmarken oder nigerianischen Absenderfreistempeln - sind in diesem Thema in den vergangenen Jahren vorgestellt worden. Es mag etwas ruhiger in der Veröffentlichung neuer Beiträge geworden sein, allerdings wurde das Thema nicht aus den Augen verloren. Auf einem Tauschtag am vorletzten Wochenende lief mir der nachfolgende Beleg über den Weg:



Es war auffällig, dass sich der Freistempelabschlag unterhalb der Anschrift des Empfängers befand, ein weiterer Teilabschlag oben. Der Bestandteil des AFS rechts neben dem Wertrahmen mit der Inschrift "POSTAGE STAMP" macht bei einem Freistempler auch keinen Sinn. Die Machart der Briefvorderseite (Anschrift, Papier, Aufbau des Freistemplers, ...) entsprach jener der Absender von Belegen aus diesem Thema, d.h. die Verwendung eines Handstempels als angeblicher (maschinell aufgebrachter) Absenderfreistempel. Da sich der Briefumschlag etwas dicker als gewöhnlich anfüllte, lohnte sich ein Blick in das Innere und gab den dazugehörenden Briefinhalt frei:



Der Versandumschlag selbst ist innerhalb der "Frankierung" nicht datiert, allerdings weist der Briefinhalt einen Ankunftsstempel des Empfängers (Behörde) auf, Stempeldatum vom 18.11.1998. Mir scheint das angegebene "Porto" von 18 Pence für eine Auslandssendung etwas niedrig. Ist der seinerzeit gültige Tarif für eine C6-Sendung bis 20g aus Großbritannien nach Deutschland bekannt?

Gruß
Pete
 
fogerty Am: 30.10.2016 17:57:55 Gelesen: 32612# 129 @  
Brief mit Freistempel leider ohne Absender aus Nigera im Jahre 1997 nach Lana/Südtirol. Empfänger war die Konfitürenfabrik Zuegg.



Grüße
Ivo
 
Pete Am: 30.10.2016 22:37:22 Gelesen: 32598# 130 @  
@ fogerty [#129]

Der Absenderfreistempel passt auch ganz gut zum Thema im nachfolgenden Link, da es sich bei dem Freistempler um eine Fälschung zum Schaden der Post handelt. Die Machart (u.a. auch hier eine fehlende Absenderangabe) ist typisch für diese Art Belege, der AFS selbst ein Gummihandstempelabschlag:

(dieses Thema)

Damit wäre belegt, dass das Land Italien auch nicht von den Absendern verschont blieb.

Gruß
Pete
 
fogerty Am: 31.10.2016 10:16:32 Gelesen: 32572# 131 @  
@ Pete [#130]

Danke für den Hinweis, Pete, dieser Link war mir jetzt nicht bekannt!

[Beitrag [#129] bis [#131] aus dem Thema "Nigeria: Echt gelaufene Belege" in dieses passende Thema verschoben]
 
jmh67 Am: 31.10.2016 17:02:49 Gelesen: 32479# 132 @  
@ Pete [#128]

Wenn ich mich recht entsinne, kostete der einfache Brief aus dem UK aufs Festland damals 30 p, die hatten gerade in dem Jahr diesen Preis angehoben.

-jmh
 
Michael Mallien Am: 10.04.2017 19:37:31 Gelesen: 26705# 133 @  
Da wollte ich gerade einen schönen "echt gelaufenen Beleg" aus Nigeria einstellen,



als mir auffiel, dass der Brief noch einen Inhalt hat



womit er wunderbar in dieses Thema hier passt.

Den Beleg mit dem AFS zu 30 Naira aus Dezember 1995 finde ich trotzdem schön!
 
Pete Am: 24.06.2018 20:57:04 Gelesen: 6861# 134 @  
Nachfolgend ein aktueller Neuzugang, welcher zwei gefälschte Exemplare der Ausgabe zu 20 Niara (Antilope) aufweist:



Die Postleitzahl des Empfängers in Darmstadt ist bereits fünfstellig, was auf einen Versand in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre hindeutet.

Es ist auffällig, dass die einzelnen Druckfarben nicht aufeinander abgestimmt waren, weshalb sich eine Verschiebung einzelner Grundfarben ergibt:



Gruß
Pete
 
Erdinger Am: 25.06.2018 13:56:45 Gelesen: 6830# 135 @  
@ Pete [#134]

Da hat der Hinterhof-Drucker einfach die Andruckmakulatur mit ausgeliefert - eine solche mehrfache Passerverschiebung wäre bei einer Qualitätsdruckerei natürlich aussortiert worden. Den Betrügern war es wurscht, die haben alles verklebt, auf solche Feinheiten kam es nicht mehr an.

Wir haben hier ja schon Beispiele von großer Dreistigkeit gesehen, aber dieser Beleg schlägt wirklich alles. Gratulation.

Viele Grüße aus Erding!
 
DL8AAM Am: 10.07.2018 15:58:43 Gelesen: 5850# 136 @  
Wir als Philatelisten können inzwischen auch wieder hoffen, dass aktuell/demnächst die nächste Scamming-Welle (d.h. der gute alte "Vorschussbetrug" [1]) wieder per Briefpost auf uns zu rollt. ;-)

Das Nachrichtenportal "T-Online" meldete heute, mit Verweis auf "die Polizei", das, Zitat:

Momentan nutzten die Betrüger auch wieder verstärkt Briefpost, um Menschen abzuzocken. Damit versuchen sie, ihrem kriminellen Tun einen offiziellen Anstrich zu verpassen.

https://www.t-online.de/digital/sicherheit/id_84087882/polizei-klaert-auf-was-ist-eigentlich-scamming-.html

Also Augen auf ! ;-)

Gruß
Thomas

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Vorschussbetrug
 
Pete Am: 10.07.2018 18:45:41 Gelesen: 5818# 137 @  
@ DL8AAM [#136]

Als Ergänzung zu deiner Meldung aus einem anderen aktuellen Artikel [1]: neben Privathaushalten sind weiterhin (Klein-)Unternehmen bzw. Angestellte dieser Unternehmungen von Interesse. Durch den Versand entsprechender Emails wird versucht, Zugangsdaten des Mitarbeiters (Emailempfängers) sowie die Organisation des betroffenen Unternehmens auszuspähen. Als weiterer Schritt sollen sich Späher unter den ergaunerten Zugangsdaten einloggen und gefälschte Rechnungen erstellen bzw. die Bankverbindung echter eingehender Rechnungen dahingehend anpassen, dass eine abweichende Bankverbindung in dem Schreiben integriert wird. Der jeweilige Rechnungsbetrag soll auf derartige Konten angewiesen werden. Nach [1] schätzt das US-amerikanische FBI, dass es weltweit durch derartigen Maschen in den Jahren 2013 bis 2016 zu 40.000 Betrügereien gekommen ist und dadurch ein Schaden von 5,3 Milliarden Euro verursacht wurde.

Wenn die Summe des Schadens tatsächlich halbwegs zutrifft überrascht es nicht, dass weltweit weiterhin tagtäglich entsprechende Nachrichten verschickt werden und die Absender dabei hoffen, dass Empfänger anbeißen und sich auf die Machenschaften einlassen.

Gruß
Pete

[1] https://www.derstandard.de/story/2000079322530/nigerianische-e-mail-scammer-sind-so-erfolgreich-wie-nie-zuvor
 
Pete Am: 04.11.2018 19:00:08 Gelesen: 768# 138 @  
In Sindelfingen erhielt ich einen ansprechenden Posten gefälschter Briefmarken und Belege aus Nigeria. Darunter befand sich das nachfolgende Exemplar:



Sendung aus Lagos vom 14.10.1994 nach 74921 Helmstadt

Die Gestaltung des Beleges entspricht der für Belege, welche von der nigerianischen Mafia abgeschickt worden sind (Anrede des Empfängers, handschriftliche Beschriftung der Adresse, fehlender Absender, Briefumschlagformat usw.). Ursprünglich wies die Adresse die vierstellige Postleitzahl auf, welche 1994 in Deutschland nicht mehr gültig war. Der zur Frankatur verwendete Absenderfreistempel schaut (im Gegensatz zu den sonst üblichen Abschlägen) ganz sauber aus. Mag man in diesem Fall doch ein echtes Absenderfreistempelgerät und keinen Gummihandstempel (nachgemachte Stempelplatte) verwendet haben? Wer weiß mehr?

Gruß
Pete
 
Pete Am: 05.11.2018 20:44:58 Gelesen: 616# 139 @  
@ Pete [#138]

Ursprünglich wies die Adresse die vierstellige Postleitzahl auf, welche 1994 in Deutschland nicht mehr gültig war.

Als Korrekturhinweis von einem mitlesenden aufmerksamen Sammlerkollegen: Die durchgestrichene Postleitzahl ist natürlich fünf- und nicht vierstellig - da war ich gestern Abend etwas zu schnell. Die ursprüngliche PLZ der Sendung bezieht sich auf 38350 Helmstedt in Niedersachsen und ist manchem Sammler als früherer Grenzübergang zur DDR bekannt. Der eigentliche Empfänger hat seinen Sitz in 74921 Helmstadt-Bargen in Baden-Württemberg.

Gruß
Pete
 

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