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Thema: DDR Post VGO Klebezettel auf unebenen Sendungen für Datumsstempel
Nordensammler Am: 29.06.2022 22:58:49 Gelesen: 2290# 1 @  
Auskunft benötigt zu DDR-Privatpäckchen 1991

Hallo zusammen!

Ich habe in einer schönen Sammlung zur Deutschen Einheit 2 Briefe gefunden, die 1991 von Köthen nach Gelsenkirchen versendet wurden.

- 1x DDR 3352 als Einzelfrankatur für ein Privat-Päckchen + Einschreiben + Eilbote, 4.2.91
- 1x Bund 1497 als Einzelfrankatur für ein Privat-Päckchen, 30.3.91

Kann mir jemand zu folgenden Fragen mehr sagen?

1) Was hatte es mit dem "Privat-Päckchen" auf sich? Sind das hier Paket-Begleitbriefe? Ist das eine Besonderheit der Wendezeit? Wie waren die Portostufen?

2) Was hatte es mit den braun-grauen Zetteln mit der Nummer 824202 auf sich, die auch abgestempelt wurden? Warum wurden diese Zettel entwertet?

3) Und zu guter Letzt interessiert mich natürlich auch, wie ihr den Handelswert der Belege einschätzt. Da ich diese Versandform noch nie gesehen habe, fehlt mir hier jeglicher Anhaltspunkt.

Gerne freue ich mich auch über weiterführende Links. Meine Suche nach "Privatpäckchen DDR" hat mich bisher nicht weitergebracht, vielleicht ist der Begriff ja auch nicht korrekt?


 
Christoph 1 Am: 30.06.2022 00:09:29 Gelesen: 2273# 2 @  
@ Nordensammler [#1]

Hallo,

die Bezeichnung "Privatpäckchen" ist m.E. keine offizielle Bezeichnung für eine Versendungsart. Vermutlich hat der Sammler, der die beiden Seiten beschriftet hat, diesen Begriff selbst kreiert. Es handelt sich auch nicht um Paket-Begleitbriefe, sondern schlicht um ganz normale "Päckchen", die hier eben in der Form eines Briefumschlages versendet wurden. Aber die Portoberechnung ist soweit korrekt. Ein Päckchen kostete in der letzten Portoperiode der DDR (ab 1.7.1990) 1,50 DM.

Die "braun-grauen Zetteln mit der Nummer 824202", die der Sammler als "Paketmarken" bezeichnet hat, wurden m.W. in der DDR bei unebenen Sendungen verwendet, damit der Stempel in jedem Fall lesbar war. Der Poststempel wurde auf den "Zettel" gestempelt, dieser dann danach auf die Sendung geklebt. Dadurch war gewährleistet, dass man das Aufgabedatum erkennen konnte.

Zum Handelswert der beiden Belege würde ich jetzt keinen allzu hohen Preis ansetzen, da es sich ja sichtbar um "gemachte" Belege handelt. Vielleicht 5 EUR bis max. 10 EUR pro Stück?

Viele Grüße
Christoph
 
lueckel2010 Am: 30.06.2022 00:14:40 Gelesen: 2268# 3 @  
@ Nordensammler [#1]

Hallo,

1. Eine offiziele postalische Bezeichnung "Privatpäckchen" hat es nie gegeben. Diese Bezeichnung dürfte der Belege-Beschreiber "erfunden" haben.

2. Bei den gezeigten Belegen handelt es sich um Ausschnitte von Päckchenoberflächen (Absender-/ Anschriftenbereich), die meines Wissens in dieser Erhaltung von Portostufensammlern akzeptiert werden (komplette Päckchen kann man schlecht in eine Sammlung "einbauen").

3. Beide Einzelfrankaturen wirken "gebastelt". Allerdings kamen sie beim damaligen Postversand regelmäßig vor, mal mehr (1.50 DM), mal weniger (5.00 DM).

4. Aufgrund der Sendungsbeschaffenheit (Päckchen waren 1991 noch nicht genormt) war eine lesbare Stempelung der Frankaturen in vielen Fällen nicht möglich. Die damalige DDR-Post hielt daher Klebezettel in Rollenform (eventuell auch in Bogenform ?) vor, auf die bei Bedarf lesbare Stempelabdrucke aufgebracht wurden, die dann anschließend auf auf die Sendung geklebt wurden.

Ob bei der Deutschen Bundespost auch so verfahren wurde, ist mir nicht bekannt.

5. Zum Wert der beiden Belege kann ich nichts sagen. Ein Handelswert dürfte allerdings nicht allzu hoch anzusetzen sein!

Anhaltspunkte dazu können sich aus Katalogbewerteungen für Einzelfrankaturen (EF) ergeben.
 
Nachtreter Am: 30.06.2022 00:18:29 Gelesen: 2267# 4 @  
@ Nordensammler [#1]

Allerdings gab es in der DDR das sog. „Wirtschaftspäckchen“ als Versandart. Da es aber nicht mein Sammelgebiet ist, kann ich Dir hierzu leider nichts sagen. :-(

Viele Grüße
Nachtreter
 
lueckel2010 Am: 30.06.2022 00:19:51 Gelesen: 2266# 5 @  
@ Christoph 1 [#2]

Hallo Christoph,

Du warst schneller als ich.

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Lammfell Am: 30.06.2022 09:07:40 Gelesen: 2203# 6 @  
Es handelt sich bei der "Päckchenmarke" um eine normale Verschlußmarke. Umgangssprachlich bei den Postlern auch "Spuckplombe" genannt.

Mit dieser wurde auch im Bereich der DBP bei unleserlichen Stempeln nachgearbeitet, um Aufgabeort/Zeit zu dokumentieren.

Im Massenbetrieb großer Postämter aber eher selten bei normalen Sendungen.

Weitere Anwendungsgebiete- verschließen beschädigter Briefumschläge, verschließen von Geldscheintaschen...
 
lueckel2010 Am: 30.06.2022 10:55:10 Gelesen: 2174# 7 @  
@ Nachtreter [#4]

Guten Morgen, Nachtreter,

geben Sie mal diesen Begriff bei Google ein. Dann können Sie dort alles darüber nachlesen.

Moin, lueckel2010
 
Nachtreter Am: 30.06.2022 12:15:20 Gelesen: 2151# 8 @  
@ lueckel2010 [#7]

Will ich ja gar nicht, ist auch nicht mein Sammelgebiet, das habe ich aber auch geschrieben. Es war ja nach dem "Privat-Päckchen" gefragt.

Viele Grüße

Oliver Hirth
 
Nordensammler Am: 30.06.2022 21:07:34 Gelesen: 2090# 9 @  
Vielen Dank an alle für die sehr hilfreichen Informationen!

[Beiträge [#1] bis [#9) auf Wunsch von Christoph 1 redaktionell verschoben aus dem Thema "Verschlussmarken der Deutschen Bundespost" in das neue Thema "Päckchen VGO"]
 
Josch Am: 07.07.2022 18:28:21 Gelesen: 1989# 10 @  
Zu dem Porto der beiden Belegen:

Päckchen (mit Michel DDR 3352) - (nur für Bürger) bis 2 kg: 1,50 DM plus Einschreiben: 1,50 DM plus Eilsendung: 2.00 DM = 5,00 DM .

Päckchen (mit 1,50 DM Frauen) - (nur für Bürger) bis 2 kg: [B]1,50 DM.
Tarifgültigkeit im VGO bis 30.06.1991.

Zu den Verschlußmarken siehe Beitrag [#6] von Lammfell.

Grüße Josch
 
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