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Thema: Doppeldruck und Schmitzdruck - worin liegt der Unterschied ?
Das Thema hat 45 Beiträge:
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Kontrollratjunkie Am: 28.03.2015 17:33:12 Gelesen: 22023# 21 @  
Zum Vergleich einmal ein echter Doppeldruck der Mi.Nr. 52 aus der OPD Dresden.



Gruß
KJ

PS: Der Scan ist uralt, wenn besser gewünscht, mache ich den einmal frisch.
 
Kirsten Mohi Am: 25.06.2015 12:11:08 Gelesen: 21423# 22 @  
Hallo,

2 Marken - 2 Fragen.

Mir ist klar, dass es bei der Steuermarke unglaublich viele Druckzufälligkeiten gibt. Ich habe um die 500 Stück, aber da ich keine ähnliche Marken wie diese hier bei mir gefunden habe, möchte ich von euch gerne wissen, ob es sich hier um einen Doppeldruck der Farbe weiß oder nur um einen Schmitzdruck handelt.



Bei der Bundmarke weiß ich ebenfalls nicht, ob es sich hier um Passerverschiebungen oder um einen Schmitzdruck handelt.



Vielen Dank für eure Beiträge.

Schöne Grüße
Kirsten
 
Bayern-Nerv Am: 16.05.2016 14:23:42 Gelesen: 18732# 23 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier ein Exemplar der Bund Mi.Nr. 987 - was meint ihr dazu?

Schöne Grüße
Bayern-Nerv Volker


 
Henry Am: 16.05.2016 17:26:31 Gelesen: 18687# 24 @  
@ Kirsten Mohi [#22]

Bei der Notopfermarke liegt weder ein Doppeldruck noch ein Schmitzdruck vor. Für den Druck wurde nur die Farbe BLAU verwendet. Bei den Unschärfen handelt es sich um Bestandteile der blauen Farbe, die sich durch "Aufsaugen" in das weiße Papier verteilt haben. Am besten sieht man das an den Füllungen der O und des P. Hier sind innen genau die eigentlichen Druckstellen dunkler sichtbar. Rundherum sind dann die "Ausläufe", die die Unschärfe bewirken.

Bei der BUND-Marke sind die grünen und braunen Passer verschoben.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Henry Am: 16.05.2016 17:31:35 Gelesen: 18681# 25 @  
@ Bayern-Nerv [#23]

Das ist ein seltener vorkommender Doppelbilddruck in sehr schöner Ausprägung. Dass hier eine Störung im Papierdurchlauf vorlag, wird durch die grauen Querlinien durch den Namen LIEBERMANN geht, veranschaulicht. Da wurd das Papier gegen eine mit Druckfarbe bedeckte Kante gedrückt. Es müssten also 2 "Nachrucker" aufgetreten sein, bis die Maschine stand oder wieder lief.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Bayern-Nerv Am: 18.05.2016 21:40:16 Gelesen: 18578# 26 @  
Hallo Henry,

vielen Dank für deine Informationen.

Schöne Grüße
Bayern-Nerv Volker
 
Gerhard Am: 03.12.2016 17:57:37 Gelesen: 15896# 27 @  
@ Henry [#24]

Hallo Henry,

vielleicht kannst Du nach deinen letzten überzeugenden Ausführungen auch meines Problems annehmen. Habe eine recht häufige französische Sondermarke gefunden, die keine Schriftverquetschungen trägt, wie die große Menge. Irgendwie scheint bei der unteren Marke ein Druckgang zu fehlen, zumindest im Vergleich mit allen mir vorliegenden anderen. Wenn ich die Menge als "normal (Schmitzdruck mehr oder weniger) annehme, was ist denn das andere? Michel erwähnt nichts Auffälliges und mein Yvert auch nicht.

Hoffe es weiß jemand Genaueres.

MphG

Gerhard


 
Quincy Am: 03.03.2017 22:37:39 Gelesen: 14636# 28 @  
Bund 271

Schaut euch einmal diese Marke an, insbesondere das "N" in "BUNDESPOST".

Doppeldruck oder Schmitzdruck?

Gruß
Quincy


 
Henry Am: 04.03.2017 10:32:56 Gelesen: 14595# 29 @  
@ Gerhard [#27]

Nach meiner Einschätzung ist bei der unteren Marke lediglich der Druck der schwarzen Farbe schwächer ausgefallen als bei der oberen. Darauf weist hin, dass alle schwarzen Schriftteile gleichermaßen schwächer erscheinen. Damit wird aber auch das Farbempfinden der anderen Farben für den Betrachter mehr oder weniger unterschiedlich ausfallen. Auf solche "Druckauswirkungen" wird auch in keinem Katalog eingegangen.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Gerhard Am: 04.03.2017 10:48:34 Gelesen: 14588# 30 @  
@ Henry [#29]

Hallo Henry,

danke für Deine Einschätzung, ich hatte so etwas eigentlich erwartet, aber der Unterschied war mir doch besonders auffällig. Aufgefallen ist er mir, wie häufig beim Stempelaustausch.

mPhG
Gerhard
 
SH-Sammler Am: 04.03.2017 11:25:15 Gelesen: 14574# 31 @  
@ Gerhard [#27]

Hallo Gerhard,

als weitergehende Erklärung zum Beitrag von Henry (Beitrag [#29]) zu Deiner 50 Centimes Marke von Frankreich hier noch eine Aussage, WARUM es zu einem schwächeren Farbauftrag kommen kann.

1. Reinigung des Druckzylinders (Druckwalze im Offsetdruck)

Wenn ein verschmutzter Druckzylinder gereinigt werden muss, wird in der Regel ein Reinigungstuch mit Lösungsmittel verwendet. Dadurch kann noch ein Rest des Lösungsmittels auf der Druckwelle verbleiben. Sofern die Druckmaschine anschliessend an die Reinigung sofort wieder gestartet wird, kann der erneute Farbauftrag durch das Lösungsmittel etwas verdünnt werden, was dann zum schwächeren Druckbild führt.

2. Andruck

Ein schwacher Farbauftrag kann bei den ersten paar Druckbogen nach dem Aufstarten einer Druckmaschine erfolgen. Solche Andrucke betreffen meist das ganze Druckbild, nicht nur eine Farbe bei einem Mehrfarben-Offsetdruck. Andrucke sind Einrichtmaterial. Sie sollten vom Bedienpersonal ausgesondert und der Vernichtung zugeführt werden.

Ich hoffe, es war nicht zu technisch und sende
beste Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
volkimal Am: 04.03.2017 11:57:41 Gelesen: 14569# 32 @  
@ Quincy [#28]

Hallo Qunicy,

weder noch! Ein Doppeldruck würde sich auf den gesamten Bogen auswirken und der Druck ist auch auf der Einzelmarke an jeder Stelle versetzt. Hier ein extremer Doppeldruck aus Italien (allerdings gefälscht) und ein sogenannter Doppelbilddruck, der genauso aussieht wie ein Doppeldruck:



Beim Schmitzdruck erscheint ebenfalls eine Farbe z.B. die schwarze Farbe doppelt. Diese ist aber blasser als die echte Farbe. Außerdem ist die doppelte Farbe beim Schmitzdruck innerhalb eines Bogen nicht überall zu sehen. Hier zwei Beispiele:



Hier ist oben im Bogen sogar ein dreifacher Schmitzdruck. Unten im Bogen ist nichts mehr davon zu sehen





Bei dieser Marke war der Schmitzdruck nur rechts deutlich zu sehen.

Jetzt zu Deiner Frage: Nach meiner Meinung kann dieses seltsame "N" nur durch ein Ruckeln beim Transport des Papiers entstanden sein. Damit wäre es eine Druckzufälligkeit. Interessant wäre ein Scan in einer hohen Auflösung um zu sehen, ob dieser "Ruck" auch unten in der Marke zu erkennen ist. Leider ist dort kein weißer Fleck, so dass es vermutlich schwer zu sehen ist.

Viele Grüße
Volkmar
 
Ben 11 Am: 05.03.2017 17:44:30 Gelesen: 14470# 33 @  
@ SH-Sammler [#31]

1. Reinigung des Druckzylinders (Druckwalze im Offsetdruck) - Wenn ein verschmutzter Druckzylinder gereinigt werden muss, wird in der Regel ein Reinigungstuch mit Lösungsmittel verwendet. Dadurch kann noch ein Rest des Lösungsmittels auf der Druckwelle verbleiben. Sofern die Druckmaschine anschliessend an die Reinigung sofort wieder gestartet wird, kann der erneute Farbauftrag durch das Lösungsmittel etwas verdünnt werden, was dann zum schwächeren Druckbild führt.

Das ist nicht ganz verständlich. Stellt man sich den Aufbau eines Offsetdruckwerkes mal vor: Farbauftragswalzen - Plattenzylinder - Gummituch - Papier(bahn) - Druckzylinder, dann befindet sich der Druckzylinder auf der Rückseite der Marke und trägt keine Farbe innerhalb des Druckformates. Restfeuchtigkeit durch das Waschen des Druckzylinders ist hier bei dieser Ursache also nicht nachweisbar.

2. Andruck - Ein schwacher Farbauftrag kann bei den ersten paar Druckbogen nach dem Aufstarten einer Druckmaschine erfolgen.

Man erkennt jedoch auf der unteren der beiden 50 Centimes Marken auch, dass die gelbe Farbe nicht ausgedruckt wurde. So erscheint das Argument des Andruckens plausibler. Teile der Bahn, die noch nicht "in der Farbe sind", sind Makulatur und werden eigentlich vernichtet.

@ Quincy [#28] @ volkimal [#32]

Schaut man sich diese Marke etwas genauer an, gibt es weitere Stellen, die das Fehlerbild aufweisen.



Ich nehme zum Beispiel die Buchstaben "N", "S" und "E" von der rechten Seite der Marke und stelle sie unter die "Bundespost", dann sieht man, dass alle Buchstaben der "Bundespost" eigentlich zu schmal sind. In der Gegenprobe kommen die Marken "N", "S" und "E" neben vergleichbare Buchstaben auf der rechten Seite. Man erkennt, dass alle Buchstaben in "Helfer der Menschheit" zu kurz sind. Drucktechnisch nennt man diesen Fehler Dublieren. Das Dublieren ist keine Druckzufälligkeit, sondern ein echter Qualitätsmangel. Es gibt zwei Ursachen: einmal ein Rückspalten der Druckfarbe auf das Gummituch des nachfolgenden Druckwerkes und eine Veränderung (Längung) des Papiers in Druckrichtung.

Das gleiche Fehlerbild sieht man sehr schön bei den beiden Europa-Marken im Beitrag von Volkmar. Auch wenn der der Begriff "Schmitzdruck" in der Philatelie verwendet wird, inhaltlich ist er nicht plausibel und drucktechnisch absolut nicht mehr zeitgemäß.

Viele Grüße
Ben.
 
Gerhard Am: 06.03.2017 09:17:45 Gelesen: 14414# 34 @  
@ Ben 11 [#33]
@ SH-Sammler [#31]

Auch Euch vielen Dank für die Erläuterugen; inwieweit haltet Ihr den "Andruck" für besonders "sammelwürdig"?

Gruß
Gerhard
 
philapit Am: 04.06.2017 10:08:45 Gelesen: 13063# 35 @  
Bund Mi. 1908 aus Block 37 -DD-Doppeldruck ?

Hallo Sammlerfreunde,

mir ist aus einer Kiloware folgende Marke in die Hände gefallen. Ich glaube das es sich um einen Doppeldruck handelt und nicht um einen Schmitzdruck. Hat einer von den Spezialisten ähnliches zu bieten? Die Marke ist sehr auffällig und auf den ersten Blick zu erkennen. Habe mir mit den Fotos die größte Mühe gegeben.





Was ist eure Meinung?

Schöne Pfingsten
Philapit
 
spain01 Am: 03.07.2018 10:26:48 Gelesen: 5524# 36 @  
@ volkimal [#32]

Hallo Volkmar,

bei der MiNr. 1050 handelt es sich eindeutig um den im Mi-Spezial katalogisierten Dreifach(bild)druck. Besonders gut erkennbar am Fuß der "1" und am Komma. Die Linien sind ganz klar abgesetzt.

Gruß
Michael
 
spain01 Am: 03.07.2018 12:18:35 Gelesen: 5498# 37 @  
@ philapit [#35]

Hallo Pit,

bei der 1 der Jahreszahl sieht man bei sehr viel Wohlwollen eine minimalste weisse Linie, also Unterbrechung zwischen den beiden 1er, welche auf einen Doppelbilddruck hindeutet - aber nur deshalb wird wohl niemand diese Marke als DD klassifizieren.

Verbuche sie als Schmitzdruck.

Gruß
Michael
 
bovi11 Am: 03.07.2018 12:34:57 Gelesen: 5491# 38 @  
Notopfer Nr. 1 W DD


 
bovi11 Am: 03.07.2018 12:47:58 Gelesen: 5487# 39 @  
Notopfer Nr. 6 Z DD

Bei dem nachstehend abgebildeten Streifen der Nummer 6 Z handelt es sich um eine von 2 bekannten Einheiten mit Doppeldruck.



Ein Doppeldruck im Sinne des Wortes liegt nur dann vor, wenn ein Papierbogen zweimal durch die Druckmaschine gelaufen ist. Dies ist bei den Notopfermarken nur im Buchdruck möglich. Beim Trocken-Offsetdruck (wie bei der Nr. 6 Z), bei dem das Papier von einer Rolle kommt, sind Doppeldrucke technisch (normalerweise) nicht möglich.

Vorliegend handelt es sich um einen seltenen Doppeldruck, der bei einem Maschinenstillstand entstanden ist.
 
Journalist Am: 08.09.2019 16:16:28 Gelesen: 459# 40 @  
Hallo an alle,

bei der folgenden Frage geht es um die Michelnummer 1403 - 100. Geburtstag von Willi Baumeister - siehe dazu erst folgender Aussschnitt:



Wenn man nun unter einer Lupe die Jahreszahl betrachtet bzw. das mit einem USB-Mikroskop fotografiert, sieht man folgendes:



Für mich stellt sich nun die Frage, handelt es sich hier um einen Schmitzdruck oder doch einen Doppeldruck der schwarzen Farbe - dazu noch einige weitere Fotos von der Wertziffer, dem Teilschriftzug "willi" dem Teilschriftzug "baumeister":







Sind diese Fotos ausreichend, um hier ein Urteil zu fällen und wenn ja welches oder ?

Ich bin gespannt auf eure Antworten -viele Grüße

Jürgen
 
spain01 Am: 09.09.2019 16:59:42 Gelesen: 380# 41 @  
@ Journalist [#40]

Hallo Jürgen,

an den fettgedruckten Buchstaben kannst du das definitiv nicht bestimmen. Den einzigen verwertbaren Hinweis gibt die Jahreszahl. Auch wenn in den oberen Bögen von "989" Schatten erkennbar sind, so zeigt doch der Anstrich der "1" einen deutlichen Absatz. Somit handelt es sich auf jeden Fall um einen Doppelbilddruck.

Der Anstrich der "1" ist nicht nur abgesetzt erkennbar, sondern auch nochmal direkt unter dem eigentlichen vorhanden und hat in diesem Fall Ähnlichkeit mit einem Schmitzdruck.

Fazit: Doppelbilddruck auf jeden Fall, Dreifachbilddruck eher nicht sondern wohl mehr in Kombination mit einem Schmitzdruck, da er nicht eindeutig abgesetzt ist.

Gruß
Michael
 
Journalist Am: 10.09.2019 13:28:49 Gelesen: 335# 42 @  
@ spain01 [#41]

Hallo Michael,

zuerst danke für Deine Antwort. Wenn ich Dich richtig verstehe, handelt es sich tatsächlich um einen Doppeldruck - dies wäre bisher bei dieser Marke nicht im Michel gelistet - wäre hier dann eine Prüfung sinnvoll oder ?

Viele Grüße Jürgen
 
StefanM Am: 10.09.2019 14:40:50 Gelesen: 325# 43 @  
@ Journalist [#42]

wäre hier dann eine Prüfung sinnvoll

Wohl eher nicht, da der Michel Doppelbilddrucke schon seit Jahrzehnten nicht mehr als Abarten katalogisiert.
 
spain01 Am: 11.09.2019 08:29:58 Gelesen: 269# 44 @  
@ StefanM [#43]

Richtig, dies auch deshalb, weil alle modernen Doppelbilddrucke technisch gesehen Druckzufälle sind, da die entsprechenden Bögen/Marken nicht 2 x bedruckt wurden, sondern das Gummituch, welches die Farbe auf das Papier bringt, "geflattert" hat.

So entstehen auf ein und dem selben Bogen Marken mit eher deutlichem Doppelbilddruck bis hin zu Marken, die keine Abweichung aufweisen. Diese Marken sind aber niemals 2 x durch die Druckmaschine gelaufen, da das bei den heutigen Druckverfahren nicht möglich ist.

Gruß
Michael
 
Journalist Am: 12.09.2019 15:17:32 Gelesen: 225# 45 @  
@ StefanM [#43]
@ spain01 [#44]

Hallo an Euch Beide,

danke für die Antworten - dann ist die Marke bzw. der Beleg doch nicht so ungewöhnlich, wie gedacht.

Viele Grüße, Jürgen
 

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