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Thema: (?) (611) Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 624 Beiträge:
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DFP14-18 Am: 22.02.2020 13:05:44 Gelesen: 76408# 600 @  
@ Ameise [#598]

Hallo Enriko,

wie du ja schon geschrieben hast befindet sich der Aufkleber auf einem "kleinen Karton". Bei dem Stempel handelt es sich um einen typischen "Päckchen-Stempel" der Deutschen Feldpost 195.

Bezüglich der Standorte und der bedienten Truppenteile habe ich eine Liste der in meiner Sammlung vorhandenen Belege bezüglich der Absender angefertigt.



Daran ist erkennbar, dass die Station langfristig im Etappengebiet der Bug-Armee bzw. Armee-Abteilung Woyrsch lag, speziell im Ort Kobryn. Dieser liegt östlich von Brest-Litowsk.

An dem von dir gezeigten Beleg kann man wie üblich den Zeitpunkt der Sendung nicht erkennen.

Ein schönes Stück!

Freundliche Sammlergrüße
Uli
 
M.P.D. Am: 25.03.2020 14:22:13 Gelesen: 30470# 601 @  
Hallo,

da ich diese Stempel hier noch nicht gefunden habe, dachte ich die könnten vielleicht interessant für den Einen oder Anderen sein?

Gruß
Mike


 
HWS-NRW Am: 21.04.2020 09:55:45 Gelesen: 69008# 602 @  
Hallo an Alle,

habe in dieser Woche eine Feldpostkarte gefunden, die in einem mir bisher noch nicht bekannten Reservelazarett in Berlin geschrieben wurde, die logischerweise auch nicht in meinem Buch über das "Militärsanitätswesen in Berlin" zu finden ist.



FP aus de "Reservelazarett BEROLINUM" in Berlin-Lankwitz, sauber abgeschlagener Oval-Briefstempel der Einheit, die Karte wurde über das Postamt BERLIN-Lankwitz aufgeliefert und trägt einen m.E. super abgeschlagenen Kreis-Stegstempel mit Segmenten vom 24.10.14 11-12 V.

mit Sammlergruß und bleibt bitte gesund!
Werner
 
evwezel Am: 28.05.2020 10:13:25 Gelesen: 63332# 603 @  
Liebe Sammelfreunde,

Ich bin neu in diesem Thema und kein Experte. Ich habe mich oft gefragt, wie damals einen Feldpostbrief von A nach B kam. Auf der Website [1] versucht man genau das zu erklären:

Jede k. u. k. Postsendung aus der Heimat nahm ihren Weg vom Postamt in der Monarchie zunächst zu den Postsammelstellen, in denen die Feldpost nach den einzelnen Truppenverbänden und Truppeneinheiten sortiert wurde. (...)

Von den Postsammelstellen gingen die Feldpostsendungen weiter zu den Haupt-Feldpostämtern, die zumeist an zentralen Orten wie zum Beispiel einem Eisenbahnknotenpunkt errichtet worden waren. Anschließend wurden die Sendungen an die einzelnen Feldpostämter der Korps und Divisionen sowie an die Etappenpostämter verteilt. Von dort wurden sie schließlich von den darauf abgestellten Kommandos und Truppen eingesammelt. Die Post von der Front nahm den umgekehrten Weg.


Wenn aber ein Feldpostbrief an die Front geschickt wurde, wie wußte der Beambte in der Postsammelstelle denn eigentlich, in welchem Ort ein Regiment sich befand? Gab es dafür irgendwo entsprechende Listen? Und wo genau?

Mit herzlichem Gruß,

Emiel

[1] https://ww1.habsburger.net/de/kapitel/wie-kommt-der-brief-von-nach-b
 
Seku Am: 29.05.2020 17:14:27 Gelesen: 62939# 604 @  
Die besten Pfingstgrüße gingen 1916 von Prenzlau (Brandenburg) nach Niedernau (Württemberg).



Dem schließe ich mich an.

Günther
 
DFP14-18 Am: 30.05.2020 15:40:15 Gelesen: 62703# 605 @  
@ evwezel [#603]

Hallo Emiel,

ich will deine Frage beantworten, beziehe mich aber auf die "Deutsche Feldpost 1914-1918", da wir ja auch in diesem Themenbereich sind. Den Weg der Feldpost von der Heimat zur Truppe bzw. ins Feld und zurück habe ich in meinem Buch "Der Erste Weltkrieg 1914-1918 - Die ersten 40 Tage" beschrieben. Ich drucke daraus die Seiten 19 und 45 hier ab. Darin ist derWeg der Feldpost genau erklärt.

Entscheidend zur Verteilung waren die Feldpost-Übersichten (FPÜ), in denen die komplette Gliederung des Heeres aufgelistet war. Diese unterlagen der höchsten Geheimhaltungsstufe. Sie wurden in kurzen Zeitabständen entsprechend der Veränderung der Kriegsformationen aktualisiert. Wegen des Vernichtungszwanges jedes vorherigen Exemplares sind diese heute trotz akribischer Suche in Archiven und Bibliotheken nicht mehr auffindbar. Lediglich zum Kriegsende hin, wo es nicht mehr so geordnet zuging, sind wenige Exemplare aufgetaucht, ab Ende September 1918.



Meine Veröffentlichung (125 Seiten, broschiert) ist bei Interesse noch käuflich zu erwerben. Hierin wird Tag für Tag die militärische Situation in Verbindung mit feldpostalischen Erklärungen beschrieben. Reiche Bebilderung erklärt und lockert das Thema auf.

Ich wünsche frohe Pfingsten
Uli
 
evwezel Am: 31.05.2020 10:50:32 Gelesen: 62504# 606 @  
@ DFP14-18 [#605]

Hallo Uli,

vielen Dank für deine Antwort und die Auszüge, das erklärt vieles!

Noch ein schönes Pfingstwochenende,

Emiel
 
Seku Am: 31.05.2020 11:16:19 Gelesen: 62497# 607 @  
Aus dem Lazarett in Erlangen 1915 nach Essen an d. Ruhr. Von Füsilier Fertl Toni an Babette



"bin an Rippenfellentzündung erkrankt und mit dem Lazarettzug nach Erlangen gekommen". "Auf Wiedersehen".

Ob er sie jemals wieder gesehen hat ?

Ich wünsche ein friedvolles Pfingstfest

Günther
 
Fips002 Am: 05.07.2020 19:26:20 Gelesen: 58203# 608 @  
Feldpostkarte von der Infanterie Ersatz Truppe aus Beverloo/Belgien, Truppenplatz, 10.12.1915 nach Strodthagen.



Dieter
 
Totalo-Flauti Am: 17.10.2020 12:39:52 Gelesen: 42509# 609 @  
Liebe Sammlerfreunde,

wieder mal ein Beleg von mir aus der Zeit vor den aktiven Kampfhandlungen im August 1914 (siehe auch Beiträge [#499] ff). Die Zeitungsschleife sollte am 31.07.1914 noch aus Leipzig nach Windhuk in Deutsch-Südwest-Afrika versandt werden. Sie ging wegen fehlender Verbindung (schwacher Gummistempel über dem Adessfeld) an den Absender zurück.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
DFP14-18 Am: 18.10.2020 10:26:21 Gelesen: 42213# 610 @  
@ Totalo-Flauti [#609]

Das ist ein sehr schöner Beleg aus den ersten Tages des WK, hier auch noch unmittelbar davor. Diese Stücke sind nicht häufig und sehr gesucht. Postalisch und historisch bestand noch reichlich Unklarheit und Brisanz bis zur deutschen Mobilmachung am 2.8.14. Ich darf in diesem Zusammenhang auf meine Veröffentlichung "Die ersten 40 Tage" [#501] hinweisen. Dort habe ich auch verschiedene Belege aus diesen Tagen abgebildet. Die Arbeit ist noch erhältlich.

Heute zur Illustration auch ein Brief vom 31.7.14 von Kopenhagen nach Bad Elster. Der Brief ist korrekt frankiert, wurde aber "Auf Befehl der Militärbehörde zurück" geschickt.



Ob er den Absender wieder erreicht hat ist unbekannt.

Mit besten Grüßen
Uli
 
DFP14-18 Am: 18.10.2020 10:50:51 Gelesen: 42205# 611 @  
Hallo Totalo-Flauti,

gerade fällt mir noch eine Karte in die Hände, die ich auch recht interessant finde.

Die Ansichtskarte ist am 25.7.14 in Bückeburg gestempelt und nach Krefeld gelaufen. Der Text lautet: "Feldmarschmäßig am Tage der Probe-Mobilmachung neben den Feldküchen stehend...". Diese Probemobilmachung war mir - zumindest zu diesem Zeitpunkt - unbekannt, obwohl bereits durchaus Kriegsgefahr bestand.



Die Frankatur war notwendig, da die Voraussetzungen zur Portovergünstigung noch nicht gegeben waren. Die Bestimmungen der Feldpostdienstordnungvon 1907 wurden mit dem 1. Mobilmachungstag am 2.8.14 gültig.

Ergänzung zum Beitrag [#610]: Am 31.7.14 wurde am Mittag der "Zustand der drohenden Kriegsgefahr" erklärt.

Noch einen Gruß
Uli
 
Totalo-Flauti Am: 18.10.2020 15:07:15 Gelesen: 42142# 612 @  
Lieber Uli,

mir drängt sich noch die Frage auf, ob es Stichtage für einen letzten Tag des "normalen" Postverkehrs insbesondere mit den Kolonien gibt? Ich meine hier einerseits für den Abgang aus der "Heimat" und zum anderen die Ankunft in der jeweiligen Kolonie (natürlich auch in umgekehrter Richtung)? Hast Du da eventuell Daten? Vielen Dank für Deine Auskünfte.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.
 
DFP14-18 Am: 19.10.2020 14:58:41 Gelesen: 41909# 613 @  
@ Totalo-Flauti [#612]

Moin Moin Totalo-Flauti,

der 1. Mobilmachungstag war auch der erste "Feldpost-Tag", also der 2.8.1914. Hier wurde m.W. kein Unterschied zur Behandlung der Kolonien gemacht. Tatsache aber ist, dass in den ersten Tagen des Krieges noch viele Ungereimtheiten festzustellen sind. So kommt noch Post von Soldaten nach der Heimat normal frankiert vor, umgekehrt ebenso. Nach der Front war die Postverbindung jedoch durch die Bewegung der "mobilen" Truppen und Liegenlassen der Post wegen vorrangiger militärischer Transporte u.s.w. oft gestört. Auch war die Kenntnis der Bevölkerung in diesen Tagen nicht immer ausreichend. Offiziell aber vollzog sich der Wechsel von den sogenannten "Soldatenbriefen" zur "Feldpost im Verlauf des 1.8. zum 2.8.14. Von und nach den Kolonien war die Post ja länger und damit über den 1./2.8.1914 unterwegs, weshalb hier kein scharfer "Schnitt" zu erwarten ist.

Gruß und bleib gesund
Uli
 
Manne Am: 26.10.2020 14:13:51 Gelesen: 40178# 614 @  
Hallo,

aus Schwenningen eine vorgedruckte Feldpostkarte vom 28.12.1914 mit herzlichen Segenswünschen für das Neue Jahr.

Gruß
Manne


 
Seku Am: 28.11.2020 17:56:55 Gelesen: 34092# 615 @  
An einen unbekannten Soldat von Horst über Militzow 5.9.41



Ansicht: Verladung in Sassnitz auf Eisenbahnfähre nach Schweden - Der Ort Horst liegt genau gegenüber die Insel Rügen auf dem Festland

Ich wünsche einen schönen Sonntag

Günther
 
skribent Am: 29.12.2020 14:31:54 Gelesen: 27023# 616 @  
@ M.P.D. [#601]

Guten Tag, dass Du hier die Feldpostbelege nicht gefunden hast, die Du später eingestellt hast, liegt daran, dass sie mit "Lazarettzügen" nichts zu tun haben.

Die von Dir angesprochenen "Interessierten" findest Du, in dem Du auf "Suchen" klickst, dann "1. Weltkrieg" eingibst und dann die große Auswahl unter 21 verschiedenen Rubriken hast.

Probiere es einfach mal!

Viel Glück >Franz<

[Beiträge [#601] und [#616] redaktionell verschoben aus dem Thema "Lazarettzüge"]
 
Totalo-Flauti Am: 14.01.2021 11:38:21 Gelesen: 24580# 617 @  
Liebe Sammlerfreunde,

heute ein Heimatbeleg lt. Schreiber der Karte vom 17.02.1916 lt. Stempel vom 17.02.1915 aus Zwötzen bei Gera nach Grodno Feldpoststelle 116. Der Empfänger Bruno Pressler als Hilfsweichensteller war wohl Angehöriger der deutschen Eisenbahntruppen. Die waren für den reibungslosen Bahnbetrieb im Hinterland der Front verantwortlich. Im Inhalt werden Absprachen für die Zusendung der Post und das Wetter besprochen.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
Totalo-Flauti Am: 25.01.2021 10:44:08 Gelesen: 22103# 618 @  
Liebe Sammlerfreunde,

eine Postkarte aus Leipzig nach Glauchau vom 26.08.1914. Emotionslos wird kurz über die kommende Vereidigung (Sonnabend), den freien Tag am Sonntag und die Verlegung aus Leipzig am Montag berichtet.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totsalo-Flauti.


 
Bernstein26 Am: 08.04.2021 00:28:25 Gelesen: 3699# 619 @  
Hallo,

ich habe bei meinen Germania-Marken einige mit einer anscheinend besonderen Entwertung entdeckt. Der Stempel lautet "K.u.K. Feldpostamt 511", das Datum ist der 12.VII.1915.

Mich würde interessieren, um was für eine Einheit es sich bei der 511 gehandelt hat. Vielleicht hat ja sogar jemand Informationen dazu, wo diese Einheit am 12. Juli 1915 lag?

Bei den Marken gehe ich von 84IIa, 85IIa und 86II aus, das Wasserzeichen konnte ich halbwegs gut erkennen, vom Kriegsdruck war ich jetzt mal anhand des Datums ausgegangen.

Bei der 86II konnte ich die Farbe noch nicht klar zuordnen. Hat jemand hierzu Anmerkungen?

Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten.




 
DFP14-18 Am: 08.04.2021 13:37:32 Gelesen: 3535# 620 @  
Hallo Bernstein 26,

es handelt sich um den Feldpoststempel der KuK Feldpost 511, wie Du ja schon feststellen konntest. Diese FP-Anstalt befand sich ab August 1916 bis Kriegsende in Tirol (11. Armeekommando, operative Abteilung / ab November 1917 = 11. Armee, Generalstabsabteilung).

Sie ging eigentlich nach meinem Wissen aus der FP-Station 93 hervor, die sich ab Mai 1915 schon in Tirol befand (Landesverteidigungskommando Tirol). Vorher war die 93 in Galzien bei der 1 (KuK) Armee.

Fraglich bleibt, wieso der Stempel der 511 bereits am 12.VII.15 auftaucht - und dann auch noch auffällig sauber abgeschlagen auf Germania-Marken. Hier "riecht es etwas streng", Vorsicht!

Zu Druck oder Farben der Germania-Marken kann ich nichts sagen, es ist nicht mein Gebiet.

Mit Sammlergruß
Uli
 
Bernstein26 Am: 09.04.2021 14:43:24 Gelesen: 3216# 621 @  
Vielen Dank für die interessanten Informationen zum Feldpostamt 511. Also müssten es eigentlich Marken von Österreich sein, und nicht vom Deutschen Reich? Sind denn Stempel von einem Feldpostamt so besonders, daß jemand sich die Mühe machen würde, diese nachzumachen? Falls es sich um die von mir angenommenen Marken handelt, wäre ich bei allen 3 Marken zusammen auf Briefstück bei einem Katalogwert von 7.50 €.
 
DFP14-18 Am: 10.04.2021 10:36:28 Gelesen: 2913# 622 @  
@ Bernstein26 [#621]

Nein, es sind keine österreichischen Marken. Nur an der Echtheit der Abstempelung muss gezweifelt werden. Solche "Machwerke" gibt es haufenweise. Über Preise oder Wertigkeiten möchte ich keine Auskunft geben. Für Machwerke würde ich selbst nichts ausgeben.

Gruß
Uli
 
Bernstein26 Am: 13.04.2021 03:36:28 Gelesen: 2207# 623 @  
@ DFP14-18 [#622]

Hallo Uli,

vielen Dank für Deine Anmerkungen. Ich glaube, daß Du vollkommen richtig liegst mit Deiner Einschätzung. In der gleichen Tüte habe ich auch noch die beiden hier abgebildeten Marken gefunden, die ja österreichischen Ursprungs sind. Von den Germania-Marken waren von jeder Art auch noch einige dabei. Der gleiche Stempel mit gleichem Datum, alle Marken jeweils auf einem kleinen "Briefstück". Meine Frage wäre, ob denn nun dieser K.u.K.-Stempel regulär auf Briefmarken aus Österreich oder auf Marken des Deutschen Reichs zu erwarten wäre? Oder wurden beim Feldpostamt 511 Marken sowohl vom Deutschen Reich als auch von Österreich benutzt?

Offensichtlich hatte hier wer Zugang zu dem Stempel und hat diesen auf einige Marken gedrückt (oder glaubst Du, daß der Stempel selbst falsch ist?). Aber wer war das? Ich stelle mir mit den bisherigen Informationen irgendwie einen philatelistisch interessierten Landser in Tirol vor, der sich gedacht hat, daß so ein Stempel vielleicht mal irgendwann wertvoll werden könnte und daher für seine Sammlung einfach mal zu seinem Freund beim Feldpostamt gegangen ist und eine Handvoll Marken hat abstempeln lassen. Ich habe eine recht große Sammlung geerbt und bin ziemlich sicher, daß diese Tüte zumindest die letzten 50 Jahre unangetastet in einer Zigarrendose überdauert hat.

Irgendwie sind die Marken sicherlich ein Machwerk, zeigen aber meines Erachtens doch ganz gut, wie viel Bedeutung damals Briefmarken insgesamt zugekommen ist. Auch die Sammler, von denen ich letztlich die Sammlung geerbt habe, konnten nirgendwo hinfahren, ohne nicht ein paar Marken mitzubringen. Oft war hier wohl der Hintergedanke, daß das alles mal sehr wertvoll werden würde. Insofern sind meines Erachtens auch diese Marken ein zeitgeschichtliches Dokument, wenn auch wahrscheinlich niemals wirklich gelaufen.

Was macht man mit so etwas aus philatelistischer Sicht? Wegwerfen, da nicht autentisch?

Beste Grüße aus dem Norden,

Bernhard


 
DFP14-18 Am: 13.04.2021 19:34:18 Gelesen: 2029# 624 @  
@ Bernstein26 [#623]

Hallo Bernhard,

hier muss man nicht viel spekulieren. Gerade die Tatsache, dass dieser Stempel mit immer gleichem Datum auf verschiedenen Marken auftritt ist mir Beweis, dass es sich einfach um Machwerke handelt. Über die Absicht des "Herstellers" muss auch nicht spekuliert werden.

Es gibt solche Machwerke sehr zahlreich mit verschiedenen Stempeln. Ich vermute in diesem Fall, dass das Datum einfach zurückdatiert wurde und dann wild auf verschiedensten Marken herum gestempelt wurde. Der Begriff "Fälschung" beinhaltet ja eigentlich, dass man einen besonderen Wert des gefälschten Objektes "herstellen" will. Aber das kann ich in diesem Fall gar nicht erkennen. Deshalb spreche ich einfach von Machwerk. Für einen Philatelisten ist damit m.E. sogar jeglicher Wert einer Briefmarke vernichtet. Es gibt zwar spezielle Sammler, die gerade Fälschungen als ihr Interessengebiet erkoren haben. Aber das ist nun wirklich "abgefahren".

Lange Rede kurzer Sinn: In Deinem Fall handelt es sich um wertloses Material. Über Sinn oder Unsinn solcher Abstempelungen muss nicht weiter nachgedacht werden.

Ein spezieller Fall von "gemachten" Belegen, die mit seltenen Feldpost-Stempeln hergestellt wurden, sind auf deutscher Seite die sogenannten "Weigel"-Machwerke. Dieser Herr war im 1. Weltkrieg einer der ranghöchsten Feldpostbeamten. Er hat sich z.T. Belege (keine Ausschnitte sondern z.B. Feldpostkarten) mit seltenen Stempeln von untergebenen Feldpost-Beamten verschiedener Feldpostanstalten zuschicken lassen. Oder er hat sich seltene Stempel besorgt und diese auf Belegen an sich selbst geschickt (oder seine Frau). Gerade solche Belege sind oft nach Kriegsende hergestellt worden, wobei die Stempel auf Daten aus dem Krieg zurück datiert wurden. Und schon waren dieses echte Fälschungen!
Es gibt weitere solcher "Spezialisten", die wir als Feldpost-Sammler kennen, die Ähnliches fabriziert haben.

Freundliche Sammlergrüße
Uli
 

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