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Thema: Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 549 Beiträge:
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hajo22 Am: 15.09.2018 11:43:49 Gelesen: 40351# 525 @  
Postkarte (Kriegsgefangenen-Post) aus Dole vom 21.12.1915 an das Postamt für Adressenergänzung (Amt) 24 in Berlin in Sachen eines französischen Unterleutnants.

Aufkleber vom PA N 24 in Berlin: "Zurück an den Auflieferer / Retour à l'envoyeur. Empfänger nicht ermittelt / destinataire introuvable"

Dieser Aufkleber war mir bislang unbekannt (mein Kaufmotiv).

Die kurze Botschaft auf der Rückseite (frei übersetzt von mir) lautet:

Mein Herr, Ihre Familie ist in Sorge. Wollen Sie bitte umgehend von sich hören lassen. Ich grüße Sie (Unterschrift und Adresse in Dole).



hajo22
 
DFP14-18 Am: 15.09.2018 22:04:48 Gelesen: 39994# 526 @  
@ vals59 [#522]

Hallo Emmanuel,

zuerst zu Deiner Frage nach dem Verbleib der Militär-Eisenbahn-Direktion 1 (MED 1) nach Rückzug aus Lille ab Mitte Oktober 1918. Die genauen Stationen im Rückzug im Einzelnen kenne ich nicht. Anbei jedoch eine Ansichtskarte aus " Mecheln" mit dem so markanten stummen Feldpoststempel " Deutsche Feldpost *m*". Datum der Abstempelung ist der 7.11.18. Es findet sich der Formationsstempel der MED 1 und eine handschriftliche Angabe " z.Zt. auf Transport". Das erklärt doch so einiges. Ob Mecheln allerdings der Standort zu diesem Zeitpunkt war ist aber unsicher, vielleicht wurde die Karte auch während des Transportes erworben und irgendwo abgeschickt. Der Weg über Mecheln ist aber sehr wahrscheinlich.

Bitte aber beachten, es ist hier nicht von der Verteilungsstelle die Rede. Absender ist ein Kanonier ("Kan."), der hatte bestimmt nichts mit der Postverteilungsstelle zu tun. Man findet dieses *m*-Stempel auf Belegen von ganz verschiedenen Formationen der MED 1. Es ist der Stempel der MED 1, nicht jedoch ausschließlich der von der Postverteilungsstelle!

Die Verteilungsstelle selbst hatte keinen eigenen Stempel. Hier irrt das Handbuch!

Ich bearbeite den Sachverhalt gerade intensiv und habe dabei sehr interessante Ergebnisse gefunden. Dazu aber später.



Viele Grüße von der Nordsee
Uli
 
vals59 Am: 15.09.2018 23:58:25 Gelesen: 39905# 527 @  
@ hajo22 [#525]

Hallo hajo22,

am 26. November 1914 wurde die Kriegsgefangenenbriefstelle in Berlin in Betrieb genommen. Sie wurde dem Postamt Berlin n ° 24 angegliedert und wurde beauftragt die Haftorte für jedes Gefangene zu sammeln, um der Kriegsgefangenenpost mit schlecht oder ungenügend Anschrift weiterzuleiten.
Nach Karl SCHRACKE [1[ beschäftigte dieser Stelle 165 Mitarbeiter. Die Gefangenenkartei fand sich in 1835 Kasten mit je ungefähr 1500 Namenkarten.



Diese Karte wurde von LOURCHES (besetztes Gebiet, Nordfrankreich) im Dezember 1916 nach Alphonse BIERE Französischer Gefangener in Stadt SPENGE gesandt. Offensichtlich fand sich dieser Gefangene dort nicht und die Karte wurde im Berlin n ° 24 zurückgesandt.

Ein Alphonse BRIERE wurde im Lager MÜNSTER I gefunden, aber es handelte sich um dasselbe Gefangene nicht.

Noch einmal, im Berlin n ° 24 zurückgesandt, wurde die Karte dann dem Absender zurückgesandt.

Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.

[1] Karl SCHRACKE: Geschichte der deutschen Feldpost im Kriege 1914/18.
 
hajo22 Am: 16.09.2018 00:13:42 Gelesen: 39896# 528 @  
@ vals59 [#527]

Merci, très bien.

Ach hätte es doch diesen so sinnlosen und furchtbaren Krieg nie gegeben!

Des salutations de Bavière.

hajo22
 
vals59 Am: 16.09.2018 00:25:30 Gelesen: 39891# 529 @  
@ DFP14-18 [#526]

Hallo Ulrich,

ich glaube, dass sich Mecheln im Bereich der Linienkommandantur Brüssel fand.

Viele Grüsse.
Emmanuel.
 
DERMZ Am: 01.10.2018 21:10:12 Gelesen: 28806# 530 @  
Guten Abend,

heute eine recht ereignislose Karte, die den lieben Angehörigen die besten Grüße von der Fahrt zukommen lässt. Doch wer hat sie aus welcher Einheit geschrieben?





Vielen Dank für eine Lösung sagt Olaf
 
Totalo-Flauti Am: 03.10.2018 10:48:09 Gelesen: 28649# 531 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ein "Sonntagsbeleg" vom 09.08.1914 aus Leipzig-Gohlis nach Ursprung bei Lugau. Der Gefreite Max Schmiedel schreibt an seine Frau:

"Liebe Frau!
Schicke mir doch 10 Mark hier (her).
Ich liege jetzt in den Kasernen der
18'ten Ul.(anen) Mache vorläufig
noch nicht weg. Mir geht es noch
gut. Also schicke mir das Geld
sofort.

AW. Feldpost Eigene Ange-
legenheit
Gefr.Schmiedel des Empfängers
Res.Ers.(?) 18.U.Leipzig
Mit Gruß Dein Max."
 

Zu der Zeit läuft der Aufmarsch im Westen auf vollen Touren. Alle "wichtigen" Kriegsparteien befinden sich im Kriegszustand. Das 2. Königlich Sächsische Ulanen-Regiment Nr. 18 gehörte zur 24. Division und war ausschließlich im Westen eingesetzt.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 

webpirate Am: 03.10.2018 13:50:58 Gelesen: 28581# 532 @  
Aus einem Lazarett in Kolkwitz bei Cottbus lief die heutige "Deutsche Kriegskarte" als Feldpost nach Berlin an den Vater des Schreibers und erhielt am Aufgabeort den KOS

KOLKWITZ / (KR. COTTBUS) / * * / 25.6.15



Gruß
Denis

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Kreisobersegmentstempel auf Belegen - Kreisstempel mit Segment oben"]
 
Totalo-Flauti Am: 03.10.2018 14:36:15 Gelesen: 28622# 533 @  
Liebe Sammlerfreunde,

bei dem folgenden Brief weiß ich nicht genau, ob es ein Dienstbrief (Vermerk "Heeressache") oder doch ein Feldpostbeleg (siehe Aufgabestempel) ist. Der eingeschriebene Brief wurde lt. dem Nebenstempel im Leipziger Postamt 13 zwischen der gewöhnlichen Post aufgefunden und entsprechend als Einschreiben behandelt.

In Gohlis, wo sich neben diversen Kasernenanlagen auch das Bezirkskommando II befand, wurde auf der Rückseite die Ankunft dokumentiert. Informationen über das Landwehr Fußartillerie-Bataillon Nr.52 konnte ich leider nicht finden.

Die generelle Portofreiheit ist ja durch das Dienstsiegel der Einheit gegeben. Aber mußte denn nicht mindestens die Einschreibegebühr in Marken dargestellt werden?

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
vals59 Am: 03.10.2018 20:08:26 Gelesen: 28544# 534 @  
@ DERMZ [#530]

Hallo Olaf,

Der Absender war in Feld-Rekruten Depot der 54. Infanterie Division.

Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.
 
DERMZ Am: 03.10.2018 20:22:52 Gelesen: 28541# 535 @  
@ vals59 [#534]

Vielen Dank Emmanuel,

das hätte ich nie gefunden bzw. erkannt.

Merci sagt Olaf
 
vals59 Am: 04.10.2018 00:27:41 Gelesen: 28499# 536 @  
@ Totalo-Flauti [#533]

Hallo Totalo-Flauti,

Nur konnten die Feldpost-Dienstbriefe als Heeressache per Einschreiben gesandt sein. Die Marken waren also in diesem Fall nicht notwendig.

Unten ein Dienstbrief, der vom württembergischen Kriegsministerium gesandt wurde.

Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.


 
DFP14-18 Am: 07.10.2018 11:11:39 Gelesen: 28117# 537 @  
@ Totalo-Flauti [#533]

Guten Tag Totali-Flauti,

der Beleg ist nicht uninteressant.

Postsendungen in Militär dienstangelegenheiten galten als Reichs dienstsachen und waren gebührenfrei. Sie waren zu Kriegsanfang mit "Militaria", später mit "Heeressache" oder "Marinesache" zu kennzeichnen und mussten mit einem Dienstsiegel oder -stempel versehen werden. Die Dienstsendungen von Feldpostanstalten wurden mit "Feldpostsache" gekennzeichnet. Die Gebührenfreiheit galt jedoch nur im Ferverkehr, nicht in Ortsverkehr!

Das Landwehr-Fußartillerie Batl. 52 wurde erst 1917 aufgestellt (sicher erst ab 6.4.17) in der Champagne. Versand im Sinne "Ferverkehr" nach Leipzig ist also offensichtlich, zumal auch ein gewöhnlicher ausgestanzter Feldpoststempel verwendet wurde.

Nun aber die Sache mit dem Vermerk "persönlich" und das ohne jede Namensnennung. Was soll also hier persönlich sein? Dienstsachen konnten auf der anderen Seite nicht "persönlich" sein. Beide Bezeichnungen Heeressache und persönlich passen also nicht zusammen.

Eingeschriebene Briefe waren bei der Deutschen Feldpost nur als "Heeressache" mit dienstlichem Inhalt zulässig und gebührenfrei. Private Sendungen konnten nicht eingeschrieben werden, sie mußten als nachzuweisende Sendung (z.B.) als Wertbrief versand werden und mit dem Vermerk "Wertbrief" versehen werden. Diese waren bis 50 g und 150 Mark Wertangabe aber ebenso gebührenfrei. Private Einschreibsendungen waren nur innerhalb des Reichsgebietes bei Reichspostanstalten, oder in den besetzten Gebieten über dortige deutsche Postanstalten möglich. Diese unterlagen dann allerdings der vollen Gebührenpflicht.

Facit in unserem Falle: Der Brief ist über die Feldpost gelaufen. Entweder es ist ein Dienstbrief, dann irritiert der Vermerk "persönlich" und es fehlt der R-Zettel (warum auch immer?). Oder es ist ein Privatbrief unter 50 Gramm, dann wäre es kein Einschreiben und der R-Zettel fehlt rechtens, der Vermerk "Einschreiben" wäre dann aber falsch. Beide Sendungsarten wären aber tatsächlich gebührenfrei.

Bei der Absender-Feldpostanstalt wurde der Brief wohl nicht als Einschreiben anerkannt und als gewöhlich Feldpost behandelt. Im Postamt "Leipzig 13" wurde dieser dann aber doch als Dienstbrief (Heeressache) aufgefasst und somit wie ein Einschreiben behandelt.

Wie gesagt, auch mal ganz interessant.

Gruß Uli
 
vals59 Am: 04.11.2018 15:59:54 Gelesen: 18030# 538 @  
@ Totalo-Flauti [#512]
@ vals59 [#513]

Hallo Totalo-Flauti,

anbei ein Brief von General-Oberst von Falkenhausen, Oberbefehlshaber der 6. Armee. Dieser Brief wurde am 25. April 1917 gesandt. Obwohl es sich um kein Einschreiben handelt, trägt dieser Brief das Nummerstempel der Feldpostexpdition des Armeeoberkommandos 6. Hier ist dieses Stempel violett, anstatt wie gewöhnlich schwarz zu sein. Es scheint, daß die Post des Oberbefehlshabers von eine besondere Behandlung profitierte.



Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.
 
Totalo-Flauti Am: 04.11.2018 18:47:47 Gelesen: 17925# 539 @  
@ DFP14-18 [#537]
@ vals59 [#538]

Vielen Dank für Eure Hilfe und Hinweise. Ich bin begeistert.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.
 
Seku Am: 09.11.2018 15:23:42 Gelesen: 16322# 540 @  
Nachrichten von der fernen Front aus dem Museum für Kommunikation in Nürnberg

Spannende Quellen: Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg nun abrufbar - Etliche Stempel sind für unser Hobby auch dabei

Es war die einzige Möglichkeit, um miteinander in Kontakt bleiben zu können — wenn auch sehr spärlich. Während des Ersten Weltkriegs war die Feldpost auch der einzige Trost zwischen Heimat und Front. Nun können 735 Briefe digital abgerufen werden und gewähren damit einen spannenden Einblick in die deutsche Geschichte.

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/searchresults?query=&offset=0&rows=20&facetValues%5B%5D=provider_id%3DK7IKSC32MCY44PTK3FTXDITZ6IJFYKXJ&isThumbnailFiltered=false
 
Seku Am: 10.11.2018 20:17:06 Gelesen: 16086# 541 @  
@ [#540]

Zur Vertiefung:


 
HWS-NRW Am: 10.11.2018 21:48:48 Gelesen: 16065# 542 @  
Hallo,

sitze gerade wieder bei der Durchsicht meiner fertig gestellten Kapitel für ein neues Buch über das "Militärsanitätswesen in Berlin" und da fiel mir diese Postkarte auf, die ich auch in einem weiteren Forum hier einstellen könnte,da ich in dieser Klinik in Berlin mal für ein paar Jahre gearbeitet habe.



FP-Karte, geschrieben im Mai 1915 im Vereins-Lazarett "Oskar-Helene-Heim" in Berlin-Zehlendorf mit violettem Oval-Briefstempel und Zweikreis-Stegstempel des Postamtes ZEHLENDORF (WANNSEEBAHN) 1.

mit Sammlergruß
Werner
 
DL8AAM Am: 03.12.2018 02:34:00 Gelesen: 10483# 543 @  
Heute beim Aufräumen bei meinen Vater, eigentlich ein Bund-Abo-Sammler, gefunden.

Sicherlich für den Spezialisten komplett "langweiliger" Massenstandard, trotzdem nutze ich die beiden Karten mal, um den Thread wieder etwas nach Oben zu holen ;-) Da ich die Schrift nicht lesen kann, zeige ich die Rückseite einfach kommentarlos, sorry.

4. Kompagnie des Landwehr-Infrantrie-Regiment Nr. 6
(V. Armee-Korps > 3. Landwehr-Division > 17. Landwehr-Infanterie-Brigade > Landwehr-Infrantrie-Regiment Nr. 6 > 4. Kompagnie)



K.D. Feldpostexped. der 3. Landwehr.-Div. / b - "7.2.17 2-3N"

und 8 Monate später wurde von dort dann nur noch ein aptierter, stummer Tarnstempel eingesetzt



K.D. Feldpost / a - "18.10.17 2-3N"

Beigesteller Briefstempel in beiden Fällen: 4. KOMPAGNIE LANDW.-INF-REGT.№6.

Gruß
Thomas
 
DFP14-18 Am: 06.12.2018 23:49:38 Gelesen: 9879# 544 @  
@ DL8AAM [#543]

Hallo Thomas,

hier zeige ich die gleichen Stempel der beiden Karten, jeweils der Original-Stempel des einen und den ausgestanzten Stempel des anderen Beleges.



Dies ist der Urstempel Deines Beleges vom 18.10.17, der im Februar 1917 ausgestanzt wurde. Er ist bis zum 15.12.1916 nicht ausgestanzt nachgewiesen



Dies ist der im Februar 1917 ausgestanzte Stempel Deines Beleges vom 7.2.17 der 3. Landwehrdivision (Deutsche Feldpost 747). Auch der Truppenstempel wurde ausgestanzt!

Beide Belege wurden ebenfalls von Angehörigen des Landwehr-Infanterie-Regiments 6 / 3. Landwehr-Division geschrieben.

Die 3. Landwehrdivision hatte im Kriegsverlauf insgesamt 7 Feldpost-Stempel in Gebrauch:

5 Vollstempel = "Ur"-Stempel (Verwendung zwischen September 1915 und Februar 1917), wovon zumindest 3 ab Februar 1917 ausgestanzt wurden
1 Tarnnummernstempel mit der Inschrift " Deutsche Feldpost *747* "
1 stummer Stempel mit der Inschrift " Deutsche Feldpost *** "

In den ersten Monaten des Krieges 1914 besaß die 3. Landwehr-Division noch keine der typischen Feldpoststempel, hier kamen Rechteck-Gummistempel in Verwendung, die sehr selten sind.

Gruß Uli
 
GSFreak Am: 24.12.2018 12:47:10 Gelesen: 4756# 545 @  
Hier eine Feldpostkarte "Das Schlachtfeld in den Vogesen. Mülhausen und Umgebung", geschrieben am 23.04.1915, es findet sich nur ein Setzkastenstempel: Sold.Brief L.J.R. 123 / 10. Komp. Geprüft".



Gruß Ulrich
 
DFP14-18 Am: 25.12.2018 14:35:32 Gelesen: 4627# 546 @  
@ GSFreak [#545]

Hallo Ulrich,

es handelt sich um den Zensurstempel des 123. Landwehr-Infanterie-Regimentes. Feldpost-Sendungen wurden schon bei der Truppe selbst stichprobenartig der Zensur unterzogen, oft auch nur handschriftlich durch durch Kommandierende der Truppe. Besonders häufig geschah dies im Elsass, da man hier in erhöhtem Maße Spionagetätigkeit oder einfach Verrat befürchtete. Nicht bei der Truppe zensierte Karten/Briefe wurden dann öfters durch die Postüberwachungsstellen im Deutschen Reich zensiert.

Das ( württembergische) LIR 123 gehörte zur 51. Landwehr-Infanterie-Brigade (LIR 119 und 123) der 7. Württembergischen Landwehrdivision, welche am 27.1.1915 aufgestellt wurde. Die direkte Nachbarschaft vom französischem Elsass und Württemberg stellte aus militärischer Sicht (u.a. familiäre oder freundschaftliche Bindungen) eine besondere Gefahr für verräterische Handlungen dar. Die abgebildete Karte hatte zudem eine Adresse nach Münsingen auf der württembergischen (schwäbischen) Alb.

Zur Doku des LIR 123 hier noch 2 unzensierte Feldpostkarten vom April und Oktober 1915, geschrieben im Elsass und nicht an Adressen in der Heimat gerichtet sondern an Soldaten bei anderen Divisionen. Diese Karten zeigen zwei verschiedene Truppenstempel (auch Soldatenbrief-Stempel oder kurz S.B. -Stempel genannt) und den Feldpoststempel (hier Kat-Nr. 1393) der 7. Landwehr-Division.



Gruß Uli
 
Totalo-Flauti Am: 29.12.2018 16:33:59 Gelesen: 4074# 547 @  
Liebe Sammlerfreunde,

zur Weihnachtsfeier des Vereins bekam ich den folgenden Brief der Postsammelstelle 2 in Leipzig von einem Sammlerfreund überreicht (siehe auch Beiträge [#512] ff). Ziel der Mannschaftsbriefe war die Feldpoststation 110 in Kutno. Soweit ich die Daten aus dem Netz richtig lese, muß Kutno bis zur Auflösung der 9. Armee Ende Juli 1916 in deren Zuständigkeitsbereich gelegen haben. Insbesondere die 3. Garde-Division wurde in den Kampfhandlungen im Raum Kutno/Lodz eingesetzt.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
DFP14-18 Am: 31.12.2018 17:44:02 Gelesen: 3630# 548 @  
@ Totalo-Flauti [#547]

Hallo!

Zuerst mal alles Gute für 2019!

Zu Deinem Beleg kann man erst Näheres sagen, wenn man das Datum genauer weiß. In 1916 ist im Bereich Kutno so einiges an Veränderungen an Truppen geschehen. In wieweit da die 9. Armee (neu oder alt) ins Spiel gebracht werden kann ist sehr vage.

Belegt ist an Standorten der Feldpost 110 folgendes:

Kutno 04.02.1915 - 22.09.1915.
Grodek (östlich Bialystock) vermutlich von Ende 1915 bis April 1918
danach Rositten (Rjeshitza) bei Dünaburg; bis wann ist unklar. In der Feldpostübersicht vom 18. September 1918 ist für das 2. Landst.Inf.Batl. Gera (XI.25) die Feldpoststation 110 (keine Ortsangabe) aufgelistet! Frühere FPÜ gibt es leider nicht.

Die Belege in meiner Sammlung vor Februar 1917 (8 Stück) passen zu den obigen Angaben, weisen aber keine genauen Ortsangaben auf.

Ich selbst besitze 2 Feldpostkarten der Feldpostatation 110 ( Deutsche Feldpost Nr. 110) nach Februar 1917, also der Zeit in denen auf normalen Belegen nur noch Tarnstempel verwendet werden durften. Diese bilde ich hier ab.



Bialystock passt also genau zum Datum im August 1917.



Absender beim 2. Landst.Inf.Batl Gera (XI/20). Die FPÜ 253 vom 18.9.18 listet die Einheit bei DFP 110 auf. Dünaburg passt also auch!

Dein Beleg mit Adresse Feldpost "110 Kutno" müsste also 1915 verschickt worden sein! Für 1915 passt auch die vermutete 9. Armee.

Beste Grüße
Uli
 
Totalo-Flauti Am: 01.01.2019 11:13:26 Gelesen: 3466# 549 @  
Lieber Uli,

vielen Dank für Deine Hinweise zu meinem Beleg!

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.
 

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