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Thema: (?) (518) Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 529 Beiträge:
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Cantus Am: 05.08.2018 01:36:16 Gelesen: 17986# 505 @  
Besondere Feldpostbelege kann ich leider nicht bieten, da Feldpostbelege aus dem 1. Weltkrieg ganz überwiegend Zufallsfunde aus meinem Ansichtskartenkonvolut sind. So auch die nachfolgend gezeigte Karte, die von der Art her sicher häufiger genutzt wurde, um den lieben daheim eine heile Welt im Felde vorzugaukeln. Meine Karte wurde am 17.12.1915 von einem Soldaten als Weihnachtskarte nach Kassel geschickt.





Viele Grüße
Ingo
 
skribent Am: 25.08.2018 10:28:06 Gelesen: 12533# 506 @  
Beim Einsortieren nicht aufgepasst, dann lange Zeit gesucht!



Kleiner Feldpostbrief an Fräulein M. Schrammar in Berlin-Neuköln in der Richardstr. 100.

Bestimmt verspätete Weihnachts- und Neujahrsgrüße vom Zahlmeister-Stellvertreter Becker
Eisenb. Bau Sonder Kompagnie 3
Militär - Mission - Türkei
durch Marine Post Büro BERLIN C 2 Stelle 1

Mit Briefstempel: Eisenbahn - Bau - Sonder - Kompagnie Nr. 3 * Kassenverwaltung *
und Stempel: * -1.-1.1918 * FELDPOST MIL. MISS. BOSANTI.

MfG >Franz<
 
hajo22 Am: 25.08.2018 11:37:55 Gelesen: 12498# 507 @  
@ skribent [#506]

Die "Feldpost der Deutschen Militär-Mission in der Türkei 1914-1918" ist für mich ein eigenständiges Sammelgebiet, das ich in meiner Sammlung als Anhang zur "Deutschen Post in der Türkei" führe.

Natürlich kann man die Feldpost der Militär-Mission in den großen Bereich der Deutschen Feldpost 1914/18 integrieren.

Ich halte sie aber für etwas Besonderes, zumal die Organisation der Militär-Mission einer türkischen Behörde, dem Osmanischen Kriegsministerium, unterstellt war.

Werner Ahrens "Die Feldpost der Deutschen Militär-Mission in der Türkei 1914-1918 einschließlich Marine-Schiffspost und Deutsche Feldpost Jildirim" (in: Philatelie und Postgeschichte 1970, Nr. 10-12) schreibt dazu (ich zitiere): " Zu dieser "türkischen" Feldpostorganisation kommt hinzu, daß, obwohl alle fremden Postanstalten in der Türkei am 30. September 1914 geschlossen wurden, die Kaiserlich Deutschen Marine-Schiffsposten bis Kriegsende weiterarbeiten konnten und daß ferner eine deutsche Feldpostexpedition mit einer Reihe dazugehöriger Feldpoststationen ab Sommer 1917 auf türkischem Boden tätig war."

Ich zeige eine Postkarte mit dem Feldpost-Stempel der Militär-Mission Konstantinopel vom 11.3.1917 und dem (nur kurze Zeit) verwendeten Nebenstempel (hier in rot): "Sendet keine Nahrungsmittel / nach der Türkei!". Absender ist ein Unteroffizier beim Stab des deutschen Feldeisenbahnhofs Constantinopel.



Dieses Sammelgebiet würde (eigentlich) einen eigenen Thread verdienen.

hajo22
 
skribent Am: 25.08.2018 13:42:25 Gelesen: 12424# 508 @  
@ hajo22 [#507]

Hallo Jochen,

vielen Dank für die erklärenden Hinweise, aber mit der Militär Mission habe ich mich nie beschäftigt. Auch die Feldpoststempel an sich waren mir nie wichtig, denn ich habe die Brief- und Formationsstempel der Eisenbahntruppen gesammelt.

Inspiriert dazu wurde ich vor mehr als 30 Jahren von einem Luxemburger Motivgruppen-Kollegen mit Namen Lucien Karier. Der hatte ein so faszinierendes Exponat aufgebaut, dass ich ihm nacheifern musste. Habe ich auch - bis zu dem Tag, an dem Lucien in München bei einer Rang II-Ausstellung von einem (ich glaube sehr inkompetenten) Juror so niedergemacht wurde, dass er danach nie wieder ausgestellt hat. "Fehlende Vielfalt" hat der Juror es immer wieder genannt, dass das Exponat nur aus Stempeln bestand. Hat ihm gar nicht gefallen, obwohl es im Titel und dem "roten Faden" eindeutig beschrieben und somit ersichtlich war.

Und so ist es zu erklären, dass ich einen guten Bestand an Belegen jedweder Art mit diesen Stempel besitze, der aber leider völlig unbearbeitet ist.



Der Feldpoststempel von KONSTANTINOPEL datiert vom 16-9-1916 und auf der Karte ist ein SB abgeschlagen mit folgenden Text:

STAB DES BEVOLL. GEN. STABSOFF. DES FELDEISENBAHNCHEFS KONSTANTINOPEL

MfG >Franz<
 
hajo22 Am: 25.08.2018 15:00:48 Gelesen: 12386# 509 @  
@ skribent [#508]

Ja ich denke auch, daß ich die Schrift falsch gelesen habe. Es heißt nicht des "Feldeisenbahn hofs" sondern wohl des "Feldeisenbahn chefs".
Besten Dank.

Und Dein Beleg ziert also Deine Motiv-Sammlung "Eisenbahn".

hajo22
 
HWS-NRW Am: 25.08.2018 16:25:56 Gelesen: 12349# 510 @  
@ skribent [#508]

Das mit dem (bayerischen) Juroren ist schon extrem ärgerlich, das kommt mir bekannt vor, da ich z.B. die Feldpost der deutschen und schweizer Radfahrer-Truppen gesammelt und auch ausgestellt habe. Ich hatte da mehr "Glück", auf kompetentere Juroren zu treffen, das Exponat wurde sogar in Jerusalem auf einer internationen Ausstellung gezeigt und bekam im nationalen Rang eine Goldmedaille. Vielleicht hatte es auch etwas gebracht, daß ich vorher noch ein Sachbuch zu diesem Thema rausgebracht habe, welches auch mehrfach mit Gold prämiert wurde, auch wenn ich "nur" Bezug auf die nebengesetzten Briefstempel der verschiedenen Einheiten nahm.

Also weiter so mit den interessanten Feldpost-Belegen der Eisenbahn-Abteilungen.





Hier noch ein paar Belege aus meinem Sachbuch "Sanitätswesen im I. und II. Weltkrieg" mit Feldpostkarten der Eisenbahntruppe.

mit Sammlergruß
Werner
 
skribent Am: 30.08.2018 12:15:55 Gelesen: 9398# 511 @  
Guten Tag Zusammen!



Ansichtskarte vom Brüsseler Justiz-Palast ab BRÜSSEL 2 (NORDBHF.) nach Bln.-Hirschgarten am 24.4.1916 mit Briefstempel" Militär-General-Direktion der Eisenbahnen in Brüssel * Feldintendantur *



Feldpostbrief - Abs. Werner - Regierungsbaumeister - Vorstand des Mil. Eisb. Masch. Amts Gent nach Körtingshof bei Hannover. Briefstempel Nr. 70 der Militär-Eisenbahndirektion 1



Feldpostbrief ab K.D. Feldpoststation Nr. 115 am 30.1.1917 nach Hanau. Briefstempel des STRECKENARBEITERTRUPP 20



Heeressache 234/16 ab K.D. Feldpoststation Nr. 191 am 24.10.1916.

Briefstempel: Militärische Eisenbahnüberwachung in den Etappengebieten * Woyrsch u. Linsingen *

Briefumschlag wurde gewendet und zum 2. Mal gebraucht.

MfG >Franz<
 
Totalo-Flauti Am: 31.08.2018 10:46:54 Gelesen: 8623# 512 @  
@ DFP14-18 [#501]

Lieber Uli,

bei der Abgabe von Leipziger Belegen tue ich mich sehr schwer. Ich habe mir aber Deine Arbeit als Urlaubslektüre gegönnt und bereits gelesen. Ich finde Deine Ausführungen sehr interessant und werde im Leipziger Raum auf jeden Fall auf solche Belege achten.

Liebe Sammlerfreunde,

mir sind die folgenden 4 Belege in die Hände gefallen. Es sind vier Umschläge aus Leipzig in denen meiner Meinung nach entweder mehrere Briefe transportiert wurden (dagegen spricht aber eigentlich das verwendete dünne Papier der Umschläge) oder sie lagen den entsprechenden Briefpacken obenauf wie Vorbindezettel bei der Bahnpost. Sämtlichen Stempeln fehlt die Jahreszahl. Ich schätze mal sie stammen aus der Zeit Ende September 1916 bis Ende April 1917. In der Zeit war Generaloberst Ludwig von Falkenhausen kommandierender General der 6. Armee an der Westfront. Vielleicht kann ja ein Feldpostkenner noch etwas näheres zu solchen Belegen etwas sagen? Eilige Briefe erhielten, wie man sehen kann, andersfarbige Umschläge.

Ein kleines Highlight ist die Verwendung des "Norm"-Stempels mit den Ub "B B" auf einem der Belege. Er stammt von einer Zweigstelle des Leipziger Postamtes 2. Diese Zweigstelle befand sich auf dem Berliner Bahnhof (1859 bis 1912). Die Poststelle selbst befand sich schon zur Zeit der sächsischen Post dort. Der Normstempel ist lt. Arge Krone/Adler bisher für den Zeitraum 29.07.1890 bis 06.03.1907 belegt. Somit könnte man die Verwendungszeit jetzt mindestens mit Beginn der Kommandoübernahme von Falkenhausen über die 6. Armee ausweiten.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.




 
vals59 Am: 01.09.2018 12:17:15 Gelesen: 8087# 513 @  
@Totalo-Flauti [#512]

Hallo Totalo-Flauti,

diese Umschläge kamen aus der Postsammelstelle in Leipzig (Leipzig 2). Sie enthielten Post eigentlich nach der Front bestimmt. Eilige Briefe = Dienstbriefe, Reco, Heeressache. Mannschaftsbriefe = Feldpostbriefe oder Karte.

Unten ein weiteres Beispiel:

Postsammelstelle Bromberg -> Bay. Feldpoststation 407(Valenciennes, Nordfrankreich)



Ludwig von Falkenhausen führte von Dezember 1914 bis April 1916 der Armeeabteilung von Falkenhausen. Am 28. August 1916 übernahm er die Führung der 6. Armee. Die Armeeabteilung von Falkenhausen war im Elsass und wurde am 15. April 1916 in Armeeabteilung A umbenannt. Diese Umschläge sind nicht für die 6. Armee bestimmt, sonst wäre die Adresse "Armeeoberkommando 6, Stab" gewesen.

Ich denke, dass diese Umschläge zwischen Dezember 1914 und April 1916 verschickt wurden.

Gruss aus Frankreich.
Emmanuel.
 
DFP14-18 Am: 05.09.2018 23:27:42 Gelesen: 5262# 514 @  
@ Totalo-Flauti [#512]

Hallo Totalo-Flauti,

es freut mich, dass Du meine Arbeit angeschaut hast. Wenn Fragen offen sind, so bin ich jederzeit bereit, weiter zu helfen.

Nun zu Deinen Belegen: Du liegst da ganz richtig, und vals 59 [#513] gibt eine korrekte Ergänzung dazu.

Zum besseren Verständnis noch einige Anmerkungen: Mobile Feldpostsendungen von den Heimatpostämtern wurden der nächstgelegenen Postsammelstelle zugeleitet. Dort wurden diese sortiert und entsprechend einer immer wieder aktualisierten Feldpostübersicht auf für die verschiedenen Armeen zuständige Leitpunkte weiter geleitet.

Die Postsammelstellen fertigten Briefbunde für die einzelnen Formationen an und versahen diese mit Titelschildern (=Briefbundzetteln) die mit den Tagesstempeln der Postsammelstelle versehen wurden. Lagen für eine Formation nur wenige Sendungen vor, so wurden Umschläge anstatt Briefbunde verwendet. Neben anderen Formen der Umschläge und Titelschilder gab es eben auch diejenigen mit "Mannschaftsbriefen" in verschiedenen Ausführungen. Die Abstempelungen der Leitbehelfe/Titelschilder (Beutelfahnen, Briefbundzettel) erfolgte entweder durch normale Tagesstempel des angegliederten Postamtes, durch Tagestempel mit der Inschrift "Postsammelstelle ...", oder durch Behelfsstempel verschiedener Form (meist Gummistempel).

Die von Dir abgebildeten Umschläge stammen wie schon beschrieben [#513] von der Postsammelstelle " Leipzig 2", die recht bekannt ist (3.8.1914 bis 31.1.1919).

Wenig bekannt ist die Postsammelstelle " Leipzig 1", von der ich heute ein Titelschild (Vorder- und Rückseite) für Päckchen (Briefe über 50 Gramm) abbilde. Es besteht aus sehr dicker Pappe.



"Postbeutelanhänger" von Postsammelstelle "Leipzig 1" auf "Leitpunkt: Cöln-Deutz B" (adressiert an 24. I.D. = XIX. AK = 3. Armee)

Gruß von der Nordsee
Uli
 
Totalo-Flauti Am: 06.09.2018 23:13:24 Gelesen: 4395# 515 @  
@ vals59 [#513]
@ DFP14-18 [#514]

Lieber Emmanuel, lieber Uli,

vielen Dank für Eure Erläuterungen zu dem interessanten "Nebenthema". Es handelt sich ja hier wohl um die Schnittstelle zwischen der zivilen Post und der Feldpost. Könnt Ihr mir sagen, wie viele Postsammelstellen es in Leipzig gab?

In Anlage ein Postkarte aus Leipzig-Gohlis nach Plauen. Der Absender teilt mit wo er sich gerade aufhält und wie es ihm geht. Leipzig-Gohlis war die Garnison des Kgl.Sächs. 7. Infanterieregiment König Georg Nr.106. Im 1. Weltkrieg wurden entsprechend dem Mobilmachungsplan das Ersatz-Bataillon zu 4 Kompanien, sowie zwei Rekruten-Depots in Leipzig-Gohlis aufgestellt.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
Sachsendreier53 Am: 07.09.2018 13:59:16 Gelesen: 3940# 516 @  
Ansichtskarte / Feldpost aufgegeben im FELDPOSTAMT D27.RESERVEKORPS am 8.März 1915 nach Miltitz-Roitzschen. Mit blauen Briefstempel Reserve-Bäckerei-Kolonne 33.





Ansichtskarte / Feldpost K.D.Feldpostexped. der 16.Landw.-Div. vom 9.5.1916 mit violetten Briefstempel 1.GARDE-RES.-FUSS.-ARTL.-REGT.* 8.BATTERIE*

mit Sammlergruß,
Claus
 
vals59 Am: 07.09.2018 19:35:35 Gelesen: 3845# 517 @  
@ Totalo-Flauti [#515]

Hallo Totalo-Flauti,

laut dem Handbuch "Die Deutsche Feldpost im Ersten Welkrieg 1914-1918", gab es eine Postsammelstelle (Leipzig 2). Aber Uli hat uns eine andere (Lepzig 2) gezeigt.

Es gab also 2 Postsammelstellen in Leipzig.

Grüss aus Frankreich.

Emmanuel.
 
vals59 Am: 07.09.2018 20:11:18 Gelesen: 3831# 518 @  
Hallo zusammen,

anbei ein Brief, der durch die Postverteilungsstelle der Militär-Einsenbahn-Direktion I. am 6 November 1918 geschickt wurde. Die M.E.D. 1. war in Lille (Nordfrankreich).Die deutschen Truppen verlassen Lille am 17. Oktober 1918.

Kann jemand mir sagen, wo die M.E.D. 1. im November 1918 eingerichtet war?

Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.


 
DFP14-18 Am: 07.09.2018 23:06:49 Gelesen: 3784# 519 @  
Hallo Totalo-Flauti,

bisher war nur die Postsammelstelle "Leipzig 2" gängig. Nun ist auch die PSSt "Leipzig 1" belegt. Dabei sollte es aber wohl bleiben. Weitere PSSt kann ich mir nicht vorstellen, sehe auch keinen Sinn darin. Eine evtl. Aufgabenverteilung der beiden Leipziger Stellen ist mir nicht bekannt.

Richtig ist, dass die Postsammelstellen quasi Schnittstellen zwischen den Heimatpostämtern und den Feldpostanstalten waren für die Sendungen aus der Heimat ins Feld. Umgekehrt waren die Postverteilungsstellen die Schnittstellen zwischen den Feldpostanstalten und den Reichspostanstalten.

In meiner Abhandlung über die ersten 40 Tage des 1. Weltkrieges habe ich die Verhältnisse auf Seite 19 recht genau beschrieben. Hier ein hoffentlich lesbarer Ausschnitt aus meinem Buch.



Seid alle gegrüßt
Uli
 
DFP14-18 Am: 09.09.2018 15:57:46 Gelesen: 3175# 520 @  
@ vals59 [#518]

Hallo Emmanuel,

nach meinen Kenntnissen waren die Standorte der "MED 1" folgende:

- mobil seit 2.8.1914 und Standort Aachen
- am 17.8.14 mit Vormarsch der Truppen nach Belgien, ab 2.9.14 in Brüssel
- ab dem 26.10.1914 in Lille in Frankreich, dort verblieb die Direktion bis Kriegsende

Über die Verlegungen beim Rückzug aus dem Westen liegen mir keine Informationen vor.

Das von der MED1 verwaltete Gebiet der Eisenbahnen war sehr weitläufig. Es betraf die Gebiete vom Frontverlauf im Westen bis Gent im Osten (Flandern, Belgien) sowie südlich angrenzende französische Gebiete des Artois (Lille, Douai, Valenciennes, Péronne u.a).

Der von Dir abgebildete Feldpoststempel ist zwar ein stummer Stempel der Eisenbahnen (durchaus auch von der MED1 benutzt). Er ist jedoch kein Stempel einer Postverteilungsstelle, denn diese Stellen lagen bereits im Reichgebiet und benutzten Ortsstempel. Stumme oder ausgestanzte Feldpoststempel der Postverteilungsstellen kann es deshalb nicht geben. Als Ausnahme ist lediglich von Brüssel ein Briefstempel mit Inschrift "POSTVERTEILUNGSSTELLE KOMMANDANTUR BRÜSSEL" bekannt.

Vergleiche auch die Ausführungen in der Abbildung in meinem Beitrag [#519].

Die Stempel der Postverteilungsstellen findet man nur auf Briefbundzetteln ("Titelschildern"). Eine Ausnahme gibt es auch hier von besagter PVSt Brüssel, wo auf normalen Belegen dieser Briefstempel (kein Poststempel) vorkommt, aber immer mit zusätzlichem Ortsstempel!



Dies ist der typische Stempel einer Postverteilungsstelle.



Dies ist die Ausnahme!

Absender: Landsturmmann Wyrth, Deutsches Sinfonie-Orchester, Brüssel Soldatenheim; Stempel (schwach): Brüssel/Bruxelles 13. Sept. 1917

Freundliche Grüße
Uli
 
Totalo-Flauti Am: 09.09.2018 18:13:32 Gelesen: 3107# 521 @  
@ vals59 [#517]
@ DFP14-18 [#520]

Ihr lieben Beiden,

vielen Dank und weiter so. Ich freue mich auf jeden neuen Beitrag von Euch.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.
 
vals59 Am: 09.09.2018 18:54:55 Gelesen: 3085# 522 @  
@ DFP14-18 [#520]

Hallo Ulrich,

Danke für Deine Antwort.

Lille war am 17. Oktober 1918 befreit. Die MED1 hat also, nach einem anderen Ort umzuziehen.

Bezüglich des Stempels, warum im Handbuch der ArGe spricht man über der Postverteilungsstelle der MED1?



Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.
 
DFP14-18 Am: 10.09.2018 22:03:04 Gelesen: 2626# 523 @  
@ vals59 [#522]

Guten Abend Emmanuel,

Dein Einwand ist berechtigt und ich werde ihm nachgehen.

Das Handbuch wird gerade in neuer Auflage bearbeitet. Deshalb ist es sehr gut an der Zeit, die Frage neu zu diskutieren. Im Handbuch sind zwar die Abbildungen, aber es ist nirgends eine Erklärung darüber beschrieben worden. Ich habe damals im Jahr 2000 an der Erstellung des Handbuches mit gearbeitet. Die Abbildungen hat Herr Dr. Anderson damals ohne konkrete Diskussion eingearbeitet. Seitdem ist nichts mehr verändert worden. Aber niemand ist unfehlbar und "neue Zeit - neues Wissen", mal sehen,was dabei herauskommt.

Bitte lies den Text auf Seite 101 des Handbuches. Dort ist nichts von einer militärischen PVSt geschrieben, ausschließlich solche in großen und grenznahen Städten.

Die Postverteilungsstellen (PVSt)lagen bereits auf Reichsgebiet, deshalb auch keine Feldpoststempel. Der *m*-Stempel ist nur bei der Eisenbahn verwendet worden, das ist Fakt. Es hat wohl auch eine Verteilungsstelle der MED1 gegeben, was durch die Abbildung auf Tafel 37 erkennbar ist. Wo diese Verteilungsstelle aber gelegen hat ist mir nicht klar. Unklar ist auch, wo der Stempel abgeschlagen wurde; vielleicht noch im Etappengebiet und die Feldpostbunde wurden der PVSt der MED1 zugeführt und von dort ohne neue Abstempelung (Aachen?) weitergeleitet? Das würde die Sache erklären. Oder liegt hier wirklich eine Ausnahme von der Regel vor? Denn die Postverteilungsstellen (bewußt nicht Feldpostverteilungsstellen genannt!) wurden vom Reichspostamt eingerichtet. PVSt von militärischen Formationen/Einrichtungen sind ansonsten nicht bekannt.

Facit: Ich werde mich bemühen, hier Klarheit zu verschaffen.

Beste Grüße
Uli
 
vals59 Am: 11.09.2018 20:00:44 Gelesen: 2495# 524 @  
@ DFP14-18 [#523]

Hallo Ulrich,

vielen Dank für Deine Antwort.

Tatsächlich ist es ein Thema zum vertiefen. Meiner Meinung nach ist das Handbuch der ArGe ausgezeichnet und ich empfehle es allen Liebhabern der Postgeschichte des 1. Weltkrieges.

Viele Grüsse.
Emmanuel.
 
hajo22 Am: 15.09.2018 11:43:49 Gelesen: 1042# 525 @  
Postkarte (Kriegsgefangenen-Post) aus Dole vom 21.12.1915 an das Postamt für Adressenergänzung (Amt) 24 in Berlin in Sachen eines französischen Unterleutnants.

Aufkleber vom PA N 24 in Berlin: "Zurück an den Auflieferer / Retour à l'envoyeur. Empfänger nicht ermittelt / destinataire introuvable"

Dieser Aufkleber war mir bislang unbekannt (mein Kaufmotiv).

Die kurze Botschaft auf der Rückseite (frei übersetzt von mir) lautet:

Mein Herr, Ihre Familie ist in Sorge. Wollen Sie bitte umgehend von sich hören lassen. Ich grüße Sie (Unterschrift und Adresse in Dole).



hajo22
 
DFP14-18 Am: 15.09.2018 22:04:48 Gelesen: 685# 526 @  
@ vals59 [#522]

Hallo Emmanuel,

zuerst zu Deiner Frage nach dem Verbleib der Militär-Eisenbahn-Direktion 1 (MED 1) nach Rückzug aus Lille ab Mitte Oktober 1918. Die genauen Stationen im Rückzug im Einzelnen kenne ich nicht. Anbei jedoch eine Ansichtskarte aus " Mecheln" mit dem so markanten stummen Feldpoststempel " Deutsche Feldpost *m*". Datum der Abstempelung ist der 7.11.18. Es findet sich der Formationsstempel der MED 1 und eine handschriftliche Angabe " z.Zt. auf Transport". Das erklärt doch so einiges. Ob Mecheln allerdings der Standort zu diesem Zeitpunkt war ist aber unsicher, vielleicht wurde die Karte auch während des Transportes erworben und irgendwo abgeschickt. Der Weg über Mecheln ist aber sehr wahrscheinlich.

Bitte aber beachten, es ist hier nicht von der Verteilungsstelle die Rede. Absender ist ein Kanonier ("Kan."), der hatte bestimmt nichts mit der Postverteilungsstelle zu tun. Man findet dieses *m*-Stempel auf Belegen von ganz verschiedenen Formationen der MED 1. Es ist der Stempel der MED 1, nicht jedoch ausschließlich der von der Postverteilungsstelle!

Die Verteilungsstelle selbst hatte keinen eigenen Stempel. Hier irrt das Handbuch!

Ich bearbeite den Sachverhalt gerade intensiv und habe dabei sehr interessante Ergebnisse gefunden. Dazu aber später.



Viele Grüße von der Nordsee
Uli
 
vals59 Am: 15.09.2018 23:58:25 Gelesen: 596# 527 @  
@ hajo22 [#525]

Hallo hajo22,

am 26. November 1914 wurde die Kriegsgefangenenbriefstelle in Berlin in Betrieb genommen. Sie wurde dem Postamt Berlin n ° 24 angegliedert und wurde beauftragt die Haftorte für jedes Gefangene zu sammeln, um der Kriegsgefangenenpost mit schlecht oder ungenügend Anschrift weiterzuleiten.
Nach Karl SCHRACKE [1[ beschäftigte dieser Stelle 165 Mitarbeiter. Die Gefangenenkartei fand sich in 1835 Kasten mit je ungefähr 1500 Namenkarten.



Diese Karte wurde von LOURCHES (besetztes Gebiet, Nordfrankreich) im Dezember 1916 nach Alphonse BIERE Französischer Gefangener in Stadt SPENGE gesandt. Offensichtlich fand sich dieser Gefangene dort nicht und die Karte wurde im Berlin n ° 24 zurückgesandt.

Ein Alphonse BRIERE wurde im Lager MÜNSTER I gefunden, aber es handelte sich um dasselbe Gefangene nicht.

Noch einmal, im Berlin n ° 24 zurückgesandt, wurde die Karte dann dem Absender zurückgesandt.

Grüss aus Frankreich.
Emmanuel.

[1] Karl SCHRACKE: Geschichte der deutschen Feldpost im Kriege 1914/18.
 
hajo22 Am: 16.09.2018 00:13:42 Gelesen: 587# 528 @  
@ vals59 [#527]

Merci, très bien.

Ach hätte es doch diesen so sinnlosen und furchtbaren Krieg nie gegeben!

Des salutations de Bavière.

hajo22
 
vals59 Am: 16.09.2018 00:25:30 Gelesen: 582# 529 @  
@ DFP14-18 [#526]

Hallo Ulrich,

ich glaube, dass sich Mecheln im Bereich der Linienkommandantur Brüssel fand.

Viele Grüsse.
Emmanuel.
 

Das Thema hat 529 Beiträge:
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