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Thema: (?) (589) Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 593 Beiträge:
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DFP14-18 Am: 17.07.2019 19:46:26 Gelesen: 24463# 569 @  
@ vals59 [#566]

Hallo Emmanuel,

für den von Dir abgebildeten Feldpoststempel gibt es 9 Möglichkeiten, also 3 mehr als von Dir vermutet.

-Kat-Nr. 2568 I. bayer. AK FPSt 707
-Kat-Nr 2575 II. bayer. AK FPSt 729
-Kat-Nr. 2608 1.bayer. ID FPSt 925
-Kat-Nr. 2625 3.bayer. ID FPSt 798
-Kat-Nr. 2631 4.bayer. ID FPSt 904
-Kat-Nr. 2637 5.bayer. ID FPSt 813
-Kat-Nr. 2649 10.bayer. ID FPSt 847
-Kat-Nr. 2654 11.bayer. ID FPSt 955
-Kat-Nr. 2737 EtInsp. 6.Armee FPSt 402











Nun geht es in die feinen Unterschiede. Dieses sind für diese Stempel folgende, denn alle haben kaum erkennbare Abweichungen:

Durchmesser des Stempels; Anzahl der Straffuren oben und unten; Steghöhe; Position der Zeichen Raute und a; Stellung des F von FELD… zum oberen Steg; Stellung des T von…POST zu den oberen Straffuren; (und weitere)

Wegen des nicht exakten Maßstabes Deiner Abbildung ist der Stempeldurchmesser und die Steghöhe nicht bestimmbar. Aber bei Deinem Beleg befindet sich die Raute und das a in mittlerer Steghöhe; das F beginnt knapp unterhalb des oberen Steges; das T steht zwischen der 3.-4. Straffur von rechts.

Somit kommen nur noch in Betracht:

Katalog-Nr. 2625 (3.b.ID = DFP 789), 2637 (5.b.ID = 813) und 2654 (11.b.ID = 955)

Nun zeigt Dein Beleg am 17.2.17, also noch kurz nach dem Datum der Ausstanzung, einen Defekt der unteren Steglinie. Und einen solchen gibt es nur bei der DFP 798 ! Damit ist das Rätsel des Urstempels geklärt. Es handelt sich um den ausgestanzten Stempel (Kat-Nr. 2625) der 3. bayer. Infanterie-Division also der DFP 798. Deine Vermutung lag also schon sehr nahe.

Aber wie schon geklärt ist es kein charakteristischer Stempel der bayer. FPSt 426, denn diese hatte keinen eigenen Stempel!

Es macht immer wieder Spaß, Detektiv zu spielen.



Hier noch 2 Belege von der DFP 798 mit dem von Dir gezeigten Stempel zum Beweis.

Beste Grüße
Uli
 
DFP14-18 Am: 17.08.2019 11:26:14 Gelesen: 19771# 570 @  
Neuerscheinung

Die deutsche Feldpost im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918, Handbuch und Katalog.

Der völlig überarbeitete Band 1. ( Andersonbuch ) wurde von Horst Borlinghaus (unter Mitwirkung von Ulrich Düntsch, Bernd Essler, Andreas Kitz, Wolf Dieter Röttger und Bernhard Roubin) in 3. Auflage neu gestaltet. Auf 313 Seiten mit Fadenbindung wurden nahezu alle Bereiche der Feldpost des 1. Weltkrieges übersichtlich dargestellt. Die Kapitel sind mit 230 farbigen Belegabbildungen, 15 Landkarten, 467 Stempeln, R - Zetteln und Vignetten reichlich illustriert. Ein Stichwort- und Abkürzungsverzeichnis erleichtert die Suche. Ausführliche Quellenangaben unter den einzelnen Kapiteln erleichtern das Zugreifen auf weiterführende Literatur. Ein besonderer Wert wurde auf die einzelnen Kriegsschauplätze gelegt. Dabei wurden für viele Feldposteinrichtungen die zugehörigen Standorte verzeichnet.

Es bedeutet eine in allen Themenbereichen überarbeitete und ergänzte, sowie neu illustrierte Fassung des lange vergriffenen Basiswerkes aus dem Jahr 2000.

Das Handbuch ist eine Pflichtlektüre für jeden Feldpostsammler des 1. Weltkrieges.

Es kostet 48,00 EUR und ist zu beziehen durch B. Schäfer, Strooter Kampen 11, 26446 Friedeburg



Viel Spaß weiterhin mit der Feldpost
Uli
 
Sachsendreier53 Am: 30.08.2019 10:07:44 Gelesen: 17632# 571 @  
Feldpostkarte aus HOHENSALZA vom 26.5.1915 nach Stralsund, betreffs einer Auskunft/Aktenlage über einen Soldaten im I.Batl.Inf.Regt.140 im Felde.





mit Sammlergruß,
Claus
 
Fridolino Am: 24.09.2019 19:47:47 Gelesen: 12680# 572 @  
Ich staune, dass hier bisher noch kein achteckiger Briefstempel gezeigt wurde.

Hier ist einer vom Pirnaer Pionier-Bataillon




Viele Grüße
Fridolino
 
DFP14-18 Am: 25.09.2019 14:16:21 Gelesen: 12610# 573 @  
@ Fridolino [#572]

Es ist zwar ein netter Soldatenbrief-Stempel, allerdings nicht so außergewöhnlich, wie Du es vermutest. Im Gegensatz zu Bestimmungen/Verordnungen zu den eigentlichen Feldpoststempeln gab es für die "SB"-Stempel (landläufig auch als Truppenstempel genannt) keine verbindlichen Vorschriften. Jede Einheit, und sei sie noch so klein gewesen, konnte nach Belieben seine Stempel herstellen (lassen). Deshalb gibt es alle erdenkbaren Formen und Kombinationen vom reinen Zeilenstempel über Rechteck-, Rund- und Vieleck-Stempeln mit und ohne Verzierungen u.s.w.. In einer Armee kommen deshalb bis zu 10 000 (!) verschiedene Soldatenbriefstempel vor (z.B. beim Oberbefehlshaber Ost = OberOst).

Ich finde es aber sehr schön, wenn jeder in diesem Forum seine Stempel vorstellt, das ist der Sinn desselben. Hier will ich nicht missverstanden werden.

Freundliche Sammlergrüße
Uli
 
DFP14-18 Am: 26.09.2019 21:49:49 Gelesen: 12284# 574 @  
@ Fridolino [#572]

Hallo Fridolino,

in Ergänzung zu meiner Mitteilung zu den verschiedensten Formen der Soldatenbriefstempel (Truppenstempel oder auch Formationstempel) zeige ich einen solchen Stempel auf einem Beleg, der mir gerade in die Hände fiel. Er kann als Beispiel für die Vielfältigkeit dieser Stempel dienen. Wie soll man diese Form wohl beschreiben, sagen wir einfach mal "Zierstempel"?

Absender war bei der III. Radfahrer-Kompanie, Jäger 10. Aufgegeben wurde die Karte im Hauptbahnhof Lüttich über die Kaiserliche Kommandantur in Lüttich. Der Stempel diente zum Nachweis der Portofreiheit.



Freundliche Sammlergrüße
Uli
 
HWS-NRW Am: 27.09.2019 08:55:05 Gelesen: 12220# 575 @  
@ DFP14-18 [#574]

Hallo,

ein wirklich schöner Briefstempel, diesen kannte ich noch nicht, sonst hätte ich ihn gerne in meinem Buch "Mit dem Fahrrad an die Front" reingenommen. Da die Truppenteile oft in Ermangelung des "offiziellen" Stempels, z.B. Verlust nach Feindberührung, im "nächst größeren Ort" einen neuen Ersatz-Stempel erstellen lassen konnten, kommen derartige Formen aber trotzdem recht selten vor.

mit Sammlergruß
Werner
 
skribent Am: 27.09.2019 11:33:58 Gelesen: 12190# 576 @  
@ DFP14-18 [#573]

Hallo Uli,

auf Deine Ausführung hin habe ich meine Kiste durchwühlt und folgenden Briefstempel gefunden.



Hauptmann Hohmann heißt Hans und er schreibt am 24.7.1917 seinem "Elsekind", dass er wohl mit dem Balkanzug am 6.8. auf Urlaub kommt.

Aber der Stempel - ist das nicht ein künstlerisch wertvolles Stück?



Auch einen 6-Ecker habe ich gefunden, weniger spektakulär, aber schön sauber abgeschlagen.

Kommt auch von der M.E.D. 7 "Balkan"

MfG >Franz<
 
DFP14-18 Am: 27.09.2019 13:40:54 Gelesen: 12162# 577 @  
@ skribent [#576]

Moin Moin Franz,

dieser deutsch-bulgarische Formationsstempel der MED 7 ist ein wahrliches Prachtstück! Dies nicht nur von der verzierten Form her, sondern auch vom militärischen und historischem Wert. Gratulation zu diesem Beleg (Bin ein ganz klein bischen neidisch) !

MfG Uli
 
DFP14-18 Am: 27.09.2019 14:06:36 Gelesen: 12153# 578 @  
@ HWS-NRW [#575]

Hallo Werner,

so ganz habe ich Deinen Beitrag nicht verstanden.

Der von mir gezeigte Formationsstempel hat doch mit der Radfahrerkompanie eigentlich gar nichts zu tun, gehört also doch auch nicht in das Buch ("Mit dem Fahrrad...") hinein. Die Kommandantur war wie der Name schon sagt für ganz andere Aufgaben zuständig. Da der Soldat gerade in Lüttich war, hat er seine Karte lediglich dort abgegeben.

Zum anderen gab es gar keine "offiziellen" Formationsstempel. Diese konnten je nach Wunsch und an verschiedensten Stellen beschafft werden. Oft wurde sie direkt bei der Truppe hergestellt. Offiziell und nach genauen Verordnungen/Vorschriften wurden nur die eigentlichen Feldpoststempel bei genau bestimmten Firmen (Stempelschneidereien) hergestellt. Diese konnten natürlich nicht "im nächst größeren Ort" hergestellt/erstellt oder besorgt werden, denn diese durften ausschließlich von der zuständigen Feldposteinrichtung und nicht von der Truppe als solche verwendet werden. So gab es z.B. die Firma Gleichmann in Berlin oder Braungard in München.

Aber wie ich schon geschrieben habe konnten diese Formationsstempel nach eigenem Gutdünken in jeder Form und nach Fantasie hergestellt werden. Sie dienten ausschließlich zum Nachweis der Truppenzugehörigkeit und Nachweis der Portofreiheit.

Viele Grüße
Uli
 
HWS-NRW Am: 27.09.2019 17:20:31 Gelesen: 12113# 579 @  
@ DFP14-18 [#578]

Hallo Uli,

natürlich hätte der Beleg gut gepaßt, er wurde doch von einem Soldaten einer Radfahr-Abteilung geschrieben, hast Du doch auch so geschrieben.



Nach meinen Informationen sind damals die einzelnen Truppenteile, egal welcher Art, nicht einfach zum nächstbesten Stempelhersteller gegangen und haben dort ihre Briefstempel in Auftrag gegeben, es gab da schon ein paar Vorschriften (wir sind halt in Deutschland) und so wurden dann die verschiedenen Stempel auch hergestellt.

mit Sammlergruß
Werner
 
Neele Am: 28.09.2019 08:46:39 Gelesen: 11919# 580 @  
Hilfe beim Übersetzen (Eintrag #49)

Hallo an alle,

ich behandle mit meinen Schülern aktuell Feldpost aus dem 1. WK.
Ich bin dabei auf den Brief aus Eintrag Nummer 49 (der in der Mitte) gestoßen, tue mich aber schwer beim Entziffern.
Kann mir bitte jemand helfen?

Viele Grüße und Danke im Voraus!
 
volkimal Am: 28.09.2019 09:09:32 Gelesen: 11906# 581 @  
@ Neele [#580]

Hallo,

im Beitrag [#49] sind drei Karten und kein Brief. Welchen Beitrag meinst du?

Viele Grüße
Volkmar
 
Neele Am: 28.09.2019 09:49:05 Gelesen: 11896# 582 @  
Ohje, danke für den Hinweis Volkmar!
Ich meine die Karten, speziell die in der Mitte.
Nach "Herzlichen Grüße aus.. " hört es bei mir auf.
 
volkimal Am: 28.09.2019 10:18:36 Gelesen: 11883# 583 @  
@ Neele [#582]

Hallo Neele,

der Text lautet:
Herzliche Grüße aus unserer lieben Loßnitz sendet Ihnen lieber Freund ihre Dorle Schelzel. Nun wie geht es denn mit meinem Freund? Will es gar nicht besser werden? Doch den Mut darf man nicht sinken lassen. Der Frühling wird auch Ihnen Genesung bringen. Dies wünscht von Herzen ihre DH

Der Absender ist:
Abs. D. Schelzel Niederloßnitz Wilhelmstr. 8

Hoffe, dass die Autokorrektur des Smartphones keine Fehler eingebaut hat.

Viele Grüße
Volkmar
 
Neele Am: 28.09.2019 11:19:48 Gelesen: 11867# 584 @  
Volkmar,
ganz doll lieben Dank für deine Hilfe.

Ein schönes Wochenende!

Neele
 
DFP14-18 Am: 28.09.2019 11:47:38 Gelesen: 11860# 585 @  
@ HWS-NRW [#579]

Moin Werner,

es gibt definitiv keine Verordnungen/Vorschriften für Art und Aussehen der Truppenstempel (=Soldatenbriefstempel). Das ist doch der Grund für die Vielfältigkeit! Dieses waren nahezu ausschließlich "Gummi-"Stempel, die einfach herzustellen waren - im Gegensatz zu den Feldpoststempeln.

Gruß Uli
 
vals59 Am: 28.09.2019 18:59:22 Gelesen: 11780# 586 @  
@ DFP14-18 [#585]

Hallo Uli,

es gab tatsächlich keine Regelungen/Vorschriften bezüglich der Form der Truppenstempel. Dagegen und besonders ab Januar 1917 gab es Regelungen über die Informationen, die sie nicht enthalten müssen.

Viele Grüsse.

Emmanuel.
 
DFP14-18 Am: 29.09.2019 11:11:17 Gelesen: 11602# 587 @  
Guten Tag Emmanuel,

schön, wieder von Dir zu hören.

Es ist völlig richtig was Du sagst. Das war aber nicht die Frage; es ging um die FORMgestaltung der Truppenstempel. Natürlich durften die Stempel keine Inhalte aufweisen, die der Geheimhaltung widersprachen, das galt für alle Stempelarten und für die gesamte Kriegsdauer. Truppenstempel (=Soldatenbriefstempel oder SB-Stempel) wurden aber z.B. bei Unterstellungswechsel auch direkt bei der Truppe entsprechend verändert (Herausschneiden und/oder Hinzufügen von Teilen des Stempels). Das wiederum war bei den Feldpoststempeln nicht möglich, denn dieses war ausschließlich nach Weisung übergeordneten Feldposteinrichtung (Armeepostdirektor / Oberste Heeresleitung) per Anordnung durchzuführen.

Zum 15. Februar 1917 waren dann nach oberster Anordnung (Dezember 1916) alle Stempelinhalte und das bei allen Stempeln ( Truppen- und Feldpoststempel) zu entfernenen, die Hinweise auf Kriegsschauplätze oder Zugehörigkeit zu Armeen bis hinab zur Division oder Grigade zeigten. Es durften die Feldpostadressen nur die Bezeichnung des Truppenteils bis zum Regiment aufwärts enthalten. Also wurden zu diesem Zeitpunkt sowohl die Truppenstempel als auch die Feldpoststempel durch verschiedene Maßnahmen (Ausstanzen, Herausschneiden, Ausgießen u.s.w.) "getarnt". Ausnahen gab es für bestimmte Sendungsformen u.a..

Einzelheiten zu diesem sehr interessanten Aspekt der Deutschen Feldpost im 1. WK habe ich ausführlich in dem gerade erschienenen neuen Buch https://www.philaseiten.de/beitrag/209411[#570#] (Handbuch und Katalog "Die Deutsche Feldpost im Ersten Weltkrieg 1914-1918") beschrieben. Dieses Buch vermittelt umfänglich das gesamte Basiswissen über die Feldpost im I.WK. Ich kann es nur jedem, der sich mit Feldpost beschäftigt dringend empfehlen.

Schönen Tag und Gruß
Uli
 
vals59 Am: 29.09.2019 12:45:21 Gelesen: 11568# 588 @  
Hallo an alle,

nicht ganz beim Thema Truppenstempel, aber trotzdem sehr nah, hier ist ein Feldpost-Einschreiben der Geheimpolizei(Zweigstelle Valenciennes, Nordfrankreich). Der Umschlag zeigt ein Beutesiegel, das früher dem Kommandeur der 87te französische Infanterie Brigade gehörte. Die Garnison dieser Brigade war Stenay (Meuse).

Viele Grüsse.
Emmanuel.


 
vals59 Am: 02.10.2019 13:50:34 Gelesen: 10984# 589 @  
Stempel "Pr."

Hallo zusammen,

ich schreibe einen Artikel über die Verstärkung der Überwachung der Post der elsässisch-lothringischen Soldaten ab März 1917. Die Folgen dieser Verstärkung sind das Erscheinen der Postüberwachungshilfsstellen und des Stempels "Pr". Dieser Stempel enthält nicht nur die Abkürzung "Pr." sondern auch die Initialen eines der 10 elsässischen-lothringischen Postüberwachungsstellen. So wurde beispielsweise in Straßburg der Stempel "Pr/SB" verwendet, während in Colmar der Stempel "Pr/C" verwendet wurde.

Was könnte die Bedeutung der Abkürzung "Pr" sein?

Prüfung, Prüfstelle, Prüfungsstelle, ....?

Emmanuel.


 
DFP14-18 Am: 23.10.2019 23:49:42 Gelesen: 7591# 590 @  
@ vals59 [#589]

Hallo Emmanuel,

wie schon besprochen sollte es "Prüfungsstelle...." bedeuten.

Hier aber noch ein Beitrag zu den Formationsstempeln: Die Formenvielfalt wurde ja schon angesprochen, bedingt durch die fehlenden Bestimmungen zur Ausführung dieser Stempel.

Als zusätzlicher Beweis könnte auch die Textgestaltung dienen. Diese werden ja als "Truppenstemel", "Formationsstempel" oder auch "S.B.-Stempel" (heißt Soldatenbriefstempel) benannt. Am häufigsten lautet der Text irgendwie mit "Briefstempel" oder "S.B." und ein handschriftlicher oder vorgedruckter Text auf der Karte/Briefumschlag mit "Feldpost(-brief o.ä.)". Dieser Hinweis sollte zusätzlich zum Briefstempel/Formationsstempel vorhanden sein, um die Portofreiheit zu gewährleisten.

Nun gibt es da auch jede Menge Abweichungen, wie die 3 Beispiele zeigen.



AK aus Gent, Feldpoststation 4, (Kommandeur des Etappen-Munitions-Wesens): Feldpost handschriftlich wie üblich und im Formationsstempel der Text "Feldpost brief, S.B."



AK Friedhof des Landw.Inf.Regt. 60, Feldpoststation 127 (Chateau-Salins), Eindruck der Karte "Feldpostkarte" und Text im Formationsstempel " Brief-Stempel" (Fussartl. Battr. 392)



AK Chalons-Sur-Marne, kein Feldpoststempel (!!!) (kommt öfters vor, verschiedene Gründe = anderes Thema), kein Text oder Druck "Feldpost", nur Formationsstempel " Soldaten sendung *Feldpost * I.182" (Infant.Regt 182/1). Diese Stempelinschrift ist ausgesprochen ungewöhnlich. Ich vermute, dass der Formationsstempel in diesem Fall als Aushilfe für einen fehlenden Feldpoststempel diente, des halb die Datumsangabe im Stempel handschriftlich "21.9."

Die Beispiele sollen lediglich nochmals darauf hinweisen, dass die einzelnen Formationen, egal welcher Größe, sich irgendwie gestaltete Stempel nach eigenen Dünkel herstellten oder irgendwo herstellen ließen.

Gruß an alle "Feldpostler"
Uli
 
DFP14-18 Am: 04.11.2019 18:54:02 Gelesen: 5902# 591 @  
Ich habe gerade den folgenden Beleg ergattert. Eigentlich nicht Besonderes, aber der Aufkleber ist doch mal ungewöhnlich. Man kennt die häufigen roten oder weniger häufig blauen und selteneren grünen typischen Aufkleber in verschiedenen Variationen, von denen ich nur beispielhaft je einen abbilde (kenne mindestens 30 ähnliche Varianten).

Der heutige ist mir jedoch noch nie begegnet.



Hier der "Neue"



Die Aufkleber sollten zur Kenntlichmachung der Benutzung als Feldpost dienen. Auch hierfür gab es wie für die Truppenstempel keine bindenden Vorschriften.

Ich wäre froh, wenn im Forum weitere außergewöhnliche Varianten gezeigt würden.

Gruß Uli
 
Sachsendreier53 Am: 15.11.2019 09:30:58 Gelesen: 3650# 592 @  
"Ehemännliche Genehmigung", Zustimmung zu einem Kaufvertrag, unterzeichnet im Felde am 19.6.1917 durch den Soldat / Pionier Hermann Kühn, stationiert im II.Kurh.Pionier-Batl.Nr.11 der 1.Res.Pion.Kompagnie. Beglaubigt ist das Dokument mit dem Truppenstempel durch den Hauptmann und Komp. Führer Mol...





mit Sammlergruß,
Claus
 
DFP14-18 Am: 02.12.2019 23:06:10 Gelesen: 1291# 593 @  
Heute möchte ich eine Feldpostkarte vorstellen aus der Anfangszeit des Krieges, also aus dem August 1914.

Es handelt sich um eine typische "Regimentskarte" des Infanterie-Regimentes 163. Solche Karten wurden üblicherweise in Friedenszeiten verwendet. Der Druck des Adressenblockes ist in dieser Form dennoch eher selten. Neumünster war die Garnison des Regimentes. Am 18.8.14 teilt der Soldat seine Adresse mit "Rekruten Abteilung Neumünster 163" mit, er gehörte zum Ersatz-Bataillon des Regimentes, verblieb deshalb vorerst in Neumünster. Die aktiven Bataillone des Regimentes waren bereits zur Sicherung von Küstenorten und Wasserstraßen andernorts eingesetzt. An diesem 18.8.14 begann der Abtransport des aktiven Regimentes zur Westfront!Das Ersatz-Batln hatte auch schon einen eigenen Truppenstempel, was relativ früh ist. Interessant ist der Eindruck "Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit des Empfängers". Diese Formulierung findet man handschriftlich, als Stempel und auch als Vignette in verschiedensten Formen. Sie diente zur Kenntlichmachung der Gebührenvergünstigung für "in Reih und Glied stehende" Soldaten und geht auf eine Order aus dem Jahr 1864 (in anderer Form schon weit früher) zurück. Während des 1. Weltkrieges kommt hin und wieder noch diese Bezeichnung vor, obwohl sie wegen der nun gültigen Feldpostbestimmungen nicht mehr notwenig war. Die Bezeichnung als "Feldpost" war nunmehr ausreichend aber notwendig. Der Absender hat dies auch so gehandhabt und mit Bleistift notiert. Der Tagesstempel von Neumünster ist auch nicht an der üblichen Position zu finden, denn vor Abgabe beim Ortspostamt (eine Feldposteinrichtung gabe es dort natürlich nicht) wurde der Soldatenbrief-(=Truppen)-Stempel zum Nachweis der Berechtigung zur Gebührenfreiheit angebracht; und zwar an der Stelle wo eigentlich der Tagesstempel hingehört, aber der musste nun "ausweichen". Wir finden also verschiedenste typische Merkmale an dieser Karte.



So gehört diese Karte als Schmuckstück in meine Sammlung "Die ersten 40 Tage".
Darüber habe ich 2014 (100 Jahre nach Kriegsbeginn) ein Buch veröffentlicht, welches bei Interesse noch zu erwerben ist.



Mit Sammlergruß und guten Wünschen für die Adventszeit
Uli
 

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