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Thema: Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 1091 Beiträge:
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Post-Bote Am: 30.05.2026 19:26:57 Gelesen: 16342# 1067 @  
@ evwezel @ Gauss

vielen Dank euch beiden für eure Unterstützung und besonders für das zur Verfügung gestellte Regimentsdokument.

Ein besonderer Dank für die ausführliche Transkription des Brieftextes, die den Beleg erst vollständig erschlossen hat.

Zusammengefasst, beschriftet und nun fein säuberlich abgeheftet:

Der Feldpostbrief wurde am 11. August 1917 von Garde‑Füsilier Eugen Berg geschrieben, Angehöriger der Regiments‑Pionier‑Abteilung des Königin‑Elisabeth‑Garde‑Grenadier‑Regiments Nr. 3. Der violette Nebenstempel auf dem Formular bestätigt die Einheit eindeutig.

Adressiert ist der Beleg an Frau Wilh. Lang in Kray bei Essen/Ruhr.

Auf Grundlage der Regimentsgeschichte lässt sich der Entstehungsort klar eingrenzen:

Das Regiment gehörte zu dieser Zeit zur 3. Garde‑Division und lag im Sommer 1917 im Abschnitt Chemin des Dames, im Raum Soissons – Craonne – Winterberg. Dort befand sich die Truppe nach den schweren Frühjahrskämpfen weiterhin in Stellungskämpfen bzw. in nahegelegenen Ruhequartieren.

Damit stammt der Beleg eindeutig aus dem Aisne‑Abschnitt in Frankreich, wo die Pionier‑Abteilung mit typischen Aufgaben wie Stollen‑ und Unterstandsbau, Drahtverhauen und der Wiederherstellung zerstörter Gräben eingesetzt war.

Viele Grüße Post‑Bote
 
evwezel Am: 30.05.2026 20:22:16 Gelesen: 16324# 1068 @  
@ Post-Bote [#1067]

Gern geschehen, herzlich willkommen bei unserer „Philaseiten-Familie”!

Viele Grüße

Emiel
 
evwezel Am: 31.05.2026 16:04:02 Gelesen: 16025# 1069 @  
Liebe Sammlerfreunde,

am 21. Februar 1917 schrieb Gefreiter Alois Huber in Ostende (Belgien) den folgenden, verzweifelten Brief an seine Frau Rosa:

—-
Ostende, den 21. Febr. 17.

Meine Lieben!

Habe mich heute Krank ge-
meldet, aus meinen Hoffnungen
wurde nichts, bekomm(e) blos
2 Tage Schonung. In den
nächsten Tagen, kommen wir
wieder in dicke Luft mir
ist es auch ganz egal von
Euch bekomm(e) ich keine
Nachricht und alles andere
ist mir gleich.

Seit oftmals gegrüßt
und gekußt von Euren
Papa

vielleicht zum letztenmal

Anschrift
Frau
Rosa Huber
Lam baÿ(erische) Wald
Niederbayern

Briefstempel
1. Komp.
3. Mar(ine). Inf(anterie). Regt.

Feldpoststempel
K.D. Feldpost
23.2.17. 4-5 N
a

Feldpostvermerk
Feldpost

Absender
Gefrt. Alois Huber 1 Komp
1 Batl 3 Mar. Inft Regt




—-

Im Buch „Das kaiserliche Marine-Infanterie-Regiment Nr. 3 in den Stürmen des Weltkrieges von 1914–1918“ finden wir weitere Informationen über die Kriegshandlungen, die Ende Februar 1917 in Belgien stattfanden (S. 198–199):



Wie sich später herausstellen sollte, war das düstere Vorgefühl von Alois richtig. Auf Seite 516 desselben Buches wird erwähnt, dass Alois Huber am 21. Oktober 1917 in Westroosebeke (Westrozebeke) schwer verwundet wurde und schließlich am 30. Oktober starb.



Frage

Weiß jemand vielleicht, wo sich das (mobile) Feldlazarett 50 am 21. Oktober 1917 genau befand?

Viele Grüße

Emiel
 
DFP14-18 Am: 05.06.2026 16:57:56 Gelesen: 14688# 1070 @  
@ evwezel [#1069]

Hallo Emiel,

das Feldlazarett 50 war der 10. Infanterie-Division [1] unterstellt und befand sich vom 12.10.17 – 26.11.17 in Couvron [2] in Frankreich (nw von Laon). Und damit fängt das Problem an.

In der Regimentsgeschichte des Mar.Inf.Regt. 3 [3], welche mir auch im Original vorliegt, kann auf den Seiten 233 bis 234 detailliert nachgelesen werden was am 21.10.1917 um den Ort Westroosebeke (in Westflandern, Belgien) geschehen ist. An diesem Tage ist besagter Alois Huber aus Lam schwer verletzt worden, was aus der Ehrentafel auf Seite 416 (nicht 516) hervorgeht, und der Tod am 30.10.17 im FL 50 beschrieben - siehe Deine Abbildung.

Das MIR 3 kämpfte bei der 3. Marine-Division in Westflandern (also Belgien) und das FL 50 liegt bei Laon (also Frankreich). Die Distanz zwischen Westroosebeke und Couvron beträgt in Luftlinie etwa 150 km!

Feldlazarette lagen immer im Nahbereich des Schlachtfeldes, sie sollten die marschunfähigen Verletzten unmittelbar vom Kampfplatz aufnehmen und so lange versorgen, bis eine Rückführung oder ein Abtransport in Einrichtungen der Etappe möglich war. Ein Transport über 150 km und quer ab in andere Etappen ist somit auszuschließen. Es muss deshalb ein Fehler bei der Benennung des Feldlazarettes in der Ehrentafel vorliegen!

Gestützt wird diese Annahme auch durch den in Deinem Ausschnitt der Ehrenliste genannten Karl Lochart, der ebenfalls am 21.10.17 im gleichen Gefechtsabschnitt (Langemark-Poelkapelle) verletzt wurde und am 25.10.17 im F.L. 85 gestorben ist. Und dieses Lazarett befand sich zu dieser Zeit in Ardoye [*2], ganz in der Nähe des Kampfgeschehens in Westflandern.

Es bleibt aber die Frage in welchem Lazarett Alois Huber wirklich verstorben ist.



2026 Google

Beste Grüße
von Uli

[1] Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918, Teil XVII: Sanitätstruppen; Seite 283
[2] Krankenbuch-Lager, Bundesarchiv, B 563; Feldlazarette 1 - 200
[3] Das Kaiserliche Marine-Infanterie-Regiment Nr. 3 in den Stürmen des Weltkrieges von 1914-1918; Sporn, Zeulenroda 1936; verschiedene Seiten + Ehrentafel
[4] Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918
 
evwezel Am: 05.06.2026 18:35:05 Gelesen: 14640# 1071 @  
@ DFP14-18 [#1070]

Hallo Uli,

vielen lieben Dank für deine sehr ausführliche Antwort. Es ist einfach toll zu lesen, wie viel du herausgefunden hast! Wer kann jetzt noch behaupten, dass Feldpost langweilig ist? Ganz im Gegenteil!

Deine Schlussfolgerung kann ich gut nachvollziehen. Ich denke, wir können das Feldlazarett 50 damit als Sterbeort ausschließen.

Nochmals vielen Dank für deine Detektivarbeit! Das ist es, was unser Hobby so ungemein spannend macht, nicht wahr?

Ein schönes Wochenende wünscht Dir

Emiel
 
Zinnenstadt Am: 06.06.2026 18:29:50 Gelesen: 14355# 1072 @  
@ ilogy [#293]

Hallo Ralf,

Ende 2015 haben Sie nach den Feldposterlassen während des Ersten Weltkriegs gefahndet. Sollten Sie diese zwischenzeitlich gefunden haben, so bin ich für einen Hinweis darauf sehr dankbar. Ich würde diese Erlasse gerne durchsehen.

Schönes Wochenende,
Zinnenstadt
 
Zinnenstadt Am: 30.06.2026 18:23:16 Gelesen: 5211# 1073 @  
Der Feld-Oberpostmeister war für die Organisation der Feldpost auf allen Kriegsschauplätzen zuständig, was anfangs mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war, da die Feldpost zuvor letztmalig im Deutsch-Französischen Krieg durch Heinrich von Stephan mobilisiert und geleitet worden war. Er war zu Beginn im Großen Hauptquartier, dem obersten Steuerungsorgan der Kriegsführung, dem Quartiermeister untergeordnet. Erst durch eine Änderung der Zuständigkeiten ergab sich eine organisatorische Verbesserung. Mit der Verleihung des Rangs eines Rats erster Klasse erlangte der Feld-Oberpostmeister 1916 die Stellung eines Generals im Großen Hauptquartier, was ihm seine Aufgabe besonders im Umgang mit den Kommandostellen und Behörden erheblich erleichterte. Die Aufgabe wurde während des gesamten Weltkriegs von Georg Domizlaff (1854-1937) ausgeübt.

Die Unterlagen des Feld-Oberpostmeisters sind eine wichtige Quelle für die Erforschung der Feldpost während es Ersten Weltkriegs - und darüber hinaus. So war die Feldpost an der Einrichtung der Landespost in Rumänien (1917-1918) für Zivilisten und Unternehmen maßgeblich beteiligt. Leider scheinen nur wenige Unterlagen des Feld-Oberpostmeisters Eingang in die Archive gefunden zu haben; viele dieser gesicherten Dokumente sind im Zweiten Weltkrieg oder durch andere Einwirkungen zerstört worden.

Für die Erforschung der Postgeschichte während des Ersten Weltkriegs wäre es wichtig zu wissen, wo sich Archivalien des Feld-Oberpostmeisters befinden und zugänglich sind. Für Hinweise darauf bin ich Sammlern und Forschern sehr dankbar.

Vielen Dank und schönen Abend,
Zinnenstadt
 
wuerttemberger Am: 30.06.2026 20:49:13 Gelesen: 5147# 1074 @  
@ Zinnenstadt [#1073]

Hallo Zinnenstadt,

die meisten Akten der preussischen Truppen sind wohl 1945 in Potsdam einem Bombenangriff zum Opfer gefallen. Ich würde Dir empfehlen in den Staatsarchiven von Bayern, Sachsen und Württemberg zu suchen, denn dort sind noch etliche Akten erhalten.

In Bayern habe ich Verfügungen des Feld-Oberpostmeister gefunden:

https://www.gda.bayern.de/gvl/document/7b968333-d8cb-45ae-9bea-dfdec19a013c

Viel Erfolg bei der Recherche

Gruß
wuerttemberger
 
Zinnenstadt Am: 01.07.2026 16:19:33 Gelesen: 4719# 1075 @  
@ wuerttemberger [#1074]

Hallo wuerttemberger,

besten Dank für die Hinweise und den konkreten Link. Ich werde mich auf den Weg nach München machen; dort scheint es die umfangreichsten Bestände zu geben.

Geruhsamen Abend,
Zinnenstadt
 
evwezel Am: 05.07.2026 16:45:50 Gelesen: 3559# 1076 @  
Liebe Sammlerfreunde,

diese Feldpostkarte wurde am 11. August 1914 von Cochem nach Zwickau verschickt. Wenn wir annehmen, dass der Schreiber an diesem Tag bei Niederlahnstein den Rhein überquerte, warum wurde die Karte dann in Cochem aufgegeben? Wäre Koblenz nicht logischer gewesen?

Viele Grüße

Emiel





——

Ich lese:

11.8.14.

Soeben passieren wir den Rhein. Drüben
winkt Stolzenfels. Wir sind nun schon
ein(?) 37 Stunden unterwegs. Wenn das
rote Kreuz nicht so überaus freigebig wäre
mit Kaffee, Tee, Milch, Wurstbrot, Bananen [1],
Cigarren usw, wäre die Stimmung viel-
leicht etwas gedrückt. Ihr hättet das Hurra
und die „Wacht am Rhein” [2] hören sollen, als
wir ihn überquerten. Herzlichen Gruß Erwin

 Anschrift
Herrn E. Mehlhorn [3]
Tischlermeister
Zwickau Sa(chsen).
Mittelstr. 13.

Tagesstempel
COCHEM
11.8.14. 11-12V
* * *

[1] Vor dem Krieg kostete die Frucht im Deutschen Reich noch rund 1 Mark pro Kilogramm. Mit dem Zusammenbruch des Seehandels und des internationalen Transports verschwand sie jedoch fast vollständig aus den Geschäften und wurde für die Bevölkerung zu einem Luxusgut.
[2] deutsche Volks- und Soldatenlied des Jahres 1870. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wacht_am_Rhein. Beim Ausmarsch und der Überschreitung der deutschen Grenzen im August 1914 riefen viele Soldaten „Hurra“ . Der Rhein galt dabei als mythische und schützende „Wacht am Rhein“ .
[3] Ernst Mehlhorn, siehe Adressbuch Zwickau 1915 in https://digital.slub-dresden.de/werkansicht?tx_dlf%5Bid%5D=93749&tx_dlf%5Bpage%5D=172
 
Gauss Am: 05.07.2026 17:00:21 Gelesen: 3554# 1077 @  
@ evwezel [#1076]

Das heißt wohl "an 37 Stunden" im Sinne von fast.
 
evwezel Am: 05.07.2026 21:52:38 Gelesen: 3433# 1078 @  
@ Gauss [#1077]

Hallo Gauss,

auf dich kann ich immer zählen!

Viele Grüße

Emiel
 
Briefuhu Am: 06.07.2026 08:16:00 Gelesen: 3222# 1079 @  
Kartenbrief vom 03.09.1917 von Köln an Leutnant Utsch, Batterieführer, 241. Feldartillerie Regiment, III Abteilung, 7. (?) Batterie.





Schönen Gruß
Sepp
 
evwezel Am: 07.07.2026 00:29:19 Gelesen: 3058# 1080 @  
@ Briefuhu [#1079]

Hallo Sepp,

es ist toll, dass Du diesen Brief hier zeigst. Ich habe den Brief transkribiert, hatte aber leider keine Zeit mehr, mir die fehlenden Wörter genauer anzusehen. Vielleicht kann jemand diese Lücken noch schließen.

Viele Grüße

Emiel

—-

Seite 1

Köln den 2.9.17.

Lieber Heinrich!

Deine Karten von 30. u. 31.8. kamen
an, und freuen uns, daß es dir noch
soweit gut geht, und wünschen wei-
ter Glück! Otto hatte einen Trans-
port, und machte sich dabei von Mitt-
woch Abend bis Samstag früh mit
seinem Burschen Urlaub. Hatte wieder
seinen Sack voll Besorgungen.
Er hat unsagbar viel mitgemacht
in Flandern und ging ungern
fort. Auf der Ztg. hielt er dem
Geheimrat, Chefredakteur u. Seh(…)
Vortrag über einen Artikel des un-
gerechten Verteilung der Kreuze bei
Truppen die anderen Bundesstaaten
angehören, außer dem Chefredakteur
war (Steinweg?) dafür. Otto hat leider
diesmal auch nicht E.K.1. kl(asse). be-
kommen, nur 4 aus Reg(iment). der
Hauptmann hatten es, wozu Otto
bei der Meldung seiner Verwun-
dung einen dicken Brief schrieb.


Seite 2

Mit dem (…) (…) (…)
der den Hauptmann verteilt,
kommt Otto gut zurecht.
Otto hat Aussicht auf einen
Gaskursus nach Berlin.
Inzwischen werden wohl die
2. Tomatensendung ang(e)kom-
men sein. Nächstens sende
ich Reife. Von der Mosel kamen
herrliche Pfirsiche, 3 Gläser ein-
gemacht, versenden wird man
diese Frucht gewiß nicht ins Feld
können. Ebenfalls kamen schö-
ne gelben Bohnen u. hoffen trotz
Beschlagnahmen auf Obst von dort.
Werde auch wieder Apfel u. Mar-
malade senden. Die Äpfel schick-
te mir Frau Wein(…).
Nach S(…)den schickten wir schon ei-
nen Schließkorb für Obst, den soll
Bertha mitbringen, sie ist bei Herrn
Knipp(?), eben schickt sie ein Paket
gewiß Obst, hoffentlich was bei
für dich. Wollen nochmal Pfirsiche

Seite 3
von der Mosel, da will ich doch mal
ihn gut verpacken an dich.
Sogar aus Baden schickt die Frau
eines Kameraden Otto Bohnen, und ha-
ben jetzt über 100 Pfd. Bohnen,
etwas knappes. Aus Feld bei Neu-
wied sollen wir 50 Pfd. Pflaumen
haben, die soll Bertha holen, der
Sohn ist wohl in deiner Batterie.
Übrigens ist Dr. Winsemius(?) augen-
blicklich zu Hause. Aus Wehrdorf[1]
von Dr. Sames Sch(…) sollen
wir auch Pflaumen haben, wie
es nun bei der Beschlagnahme wird,
wissen wir noch nicht.
Hier war Urlaubssperre wegen
Ruhrepidemie[2]. Mutter hatte auch
einen Anfall.
Dir alles gute!
Herzlichen Gruß, Bertha.
Habe ein Päkchen von Knipps Breinen
gemacht u. geht morgen noch fort auch
Äpfel.

[1] Vermutlich ist Wehrsdorf gemeint.
[2] Ruhrepidemie - Eine Ruhrepidemie (gelegentlich auch Ruhr-Epidemie) ist laut Duden eine zeitlich und örtlich gehäuft auftretende Massenerkrankung an der infektiösen Durchfallerkrankung Ruhr (Shigellose). Die Ruhr ist eine fieberhafte Infektionskrankheit, die mit Entzündungen des Dickdarms und starkem, schleimig-blutigem Durchfall einhergeht.
 
Briefuhu Am: 07.07.2026 06:23:41 Gelesen: 2975# 1081 @  
@ evwezel [#1080]

Guten Morgen Emiel,

vielen herzlichen Dank für Deine Hilfe.

Schönen Gruß
Sepp
 
evwezel Am: 07.07.2026 06:27:47 Gelesen: 2971# 1082 @  
@ evwezel [#1080]

Seite 1:
Chefredakteur u. Schu(...)t
“Steinweg” muss “Stimmung” sein.

Seite 2:
- Auf Seite 2 hätte ich mir die folgende Lesung vorstellen können, aber das passt nicht ganz gut zum Schriftbild:

Mit dem alten aktiven Major(?)
der den Hauptmann veracht(?)
kommt Otto gut zurecht.

- Nach Schulden schickten wir
 
Gauss Am: 07.07.2026 08:22:49 Gelesen: 2938# 1083 @  
@ evwezel [#1082]

Entspannt vom Frühstückstisch schlage ich vor "der den Hauptmann vertritt".
 
volkimal Am: 07.07.2026 08:34:08 Gelesen: 2926# 1084 @  
@ evwezel [#1080]

Dr. Sames Schwiegereltern
 
evwezel Am: 07.07.2026 08:34:52 Gelesen: 2917# 1085 @  
@ Gauss [#1083]

Guten Morgen Gauss,

das passt perfekt zum Schriftbild und ist vom Sinn her auch viel logischer. Vielen lieben Dank für deine Hilfe!

Viele Grüße

Emiel
 
evwezel Am: 09.07.2026 20:45:06 Gelesen: 2381# 1086 @  
Liebe Sammlerfreunde,

diese Ansichtskarte von Ypern wurde am 24. März 1915 verschickt. Zu diesem Zeitpunkt war die Tuchhalle, die auf der Bildseite zu sehen ist, bereits vollständig von der deutschen Armee zerstört worden. Am 22. November 1914 war dieses mittelalterliche Bauwerk in Flammen aufgegangen. Deutsche Brandgranaten trafen den Gebäudekomplex direkt und setzten das hölzerne Gerüst in Brand, das für die damalige Restaurierung des Belfrieds errichtet worden war. Das daraus entstandene Großfeuer brannte das Innere der Tuchhalle völlig aus und zerstörte die historischen Dachstühle.

Wir haben Ypern vor einer Woche besucht, und es ist wirklich beeindruckend zu sehen, mit welcher Sorgfalt dieses Gebäude wiederaufgebaut wurde. Heute beherbergt es das Museum „In Flanders Fields“, das einen Besuch auf jeden Fall lohnt.

Könnte jemand vielleicht den Vornamen von Herrn. Hinderer entziffern?

Viele Grüße

Emiel





Absender
Abs(ender). Gefr(eiter). A. Hinderer ?/126
z. Zt. Kriegslazarett des Gardekorps
Convent du Forts
Courtrai. Belgien

Feldpostvermerk
Feldpostkarte

Tagesstempel
COURTRAI
24.3.15. 2-3N
(BELGIEN)

Anschrift
Herrn.
Max Ells(?)
i/Fa Robert Bosch [1]
Stuttgart
Militairstr
Wurttemberg

Courtrai, 23.3 15

Die besten Grüße aus
dem Flanderlande sendet
Ihnen sowie auch allen Bekannten
Ihr ? Hinderer

Ich muß leider mit 14 Tagen
wieder das Bett hüten da
meine Verdaurungs-organe
noch nicht ganz in Ordnung
sind, vom Typhus bin ich
jedoch schon vollständig be-
freit u hoffe auch bald ins
Erholungsheim zu kommen.
oder nach dem schönen
Schwabenlande??

Text oben
ich will aber nicht mehr
daran teilnehmen
Gott strafe England!

Text an der rechten Seite
Ypern vor dem mein Regt.
schon beinahe ein halbes Jahr liegt
& von mehrerer schweren Art(illerie) 21 cm
jeden Tag beschossen wird.

Text an der linken Seite
Der Stutzpunkt der engl.-franz.
armee. Hier sind jetzt schon & in nächsten
Zeit große Kämpfe zu erwarten.

[1] Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Bosch_GmbH
[2] Vermutlich handelt es sich um das Lyzeum „Onze-Lieve-Vrouw ter Engelen“. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Schule in ein Militärlazarett umgewandelt. Aus einem Tagebuch erfahren wir, dass Mutter Oberin Theodore ihrem Papagei beibrachte, die deutschen Soldaten zu beschimpfen. Nach einiger Zeit hatten diese davon jedoch genug und stellten den Papagei in eine Ecke, wobei sie seine Käfig mit einem Tuch abdeckten (siehe https://inventaris.onroerenderfgoed.be/erfgoedobjecten/60093 und https://avdk.be/project/restauratie-t-fort-kortrijk/).
 
Gauss Am: 09.07.2026 20:51:03 Gelesen: 2377# 1087 @  
@ evwezel [#1086]

Aug(ust)?

Und wohl "seit 14 Tagen..."
 
evwezel Am: 09.07.2026 21:07:46 Gelesen: 2370# 1088 @  
@ Gauss [#1087]

Hallo Gauss,

super, an Aug(ust) hatte ich nicht gedacht! Vielen Dank auch für deine Korrektur, da bin ich schlampig gewesen.

Viele Grüße

Emiel
 
volkimal Am: 09.07.2026 22:02:04 Gelesen: 2354# 1089 @  
@ evwezel [#1086]

Hallo Emiel,

als Name in der Anschrift lese ich "Max Elbs".

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 09.07.2026 22:30:15 Gelesen: 2338# 1090 @  
@ volkimal [#1089]

Hallo Volkmar,

das ist großartig, vielen Dank! Sowohl die Firma Bosch (Militärstraße) als auch Max Elbs konnte ich im Stuttgarter Adressbuch von 1915 nachweisen:




@ Richard: vielen Dank für deinen Hinweis!

Viele Grüße

Emiel
 
evwezel Am: 13.07.2026 11:18:48 Gelesen: 1425# 1091 @  
Liebe Sammlerfreunde,

bei schweren russischen Luftangriffen wurde vor einigen Wochen das berühmte Höhlenkloster in Kiew schwer beschädigt. Solche barbarischen Taten sind leider nichts Neues. Sie geschehen in jedem Krieg. Auch während des Ersten Weltkriegs wurden viele Kirchen und Statuen zerstört.

Seltsamerweise wurde es manchmal als ein Zeichen der göttlichen Vorsehung angesehen, wenn zwischen den noch rauchenden Trümmern eine Statue stehen blieb. Das ist das Thema der Postkarte, die ich heute zeige.

Viele Grüße

Emiel





16.V.15.

Liebe Schwester!

Habe gestern Dein Paket
vom 11.V. mit größten Freuden erhalten.
Sage Dir meinen besten Dank dafür.
Schick(e) Dir eine Karte von dem abge-
schossenen Kreuz. Christus ist vollständig
stehen geblieben. Dasselbe kannst Du
auf der Karte sehen es ist eine Notstütze
hingemacht worden. Bin noch bei voller
Gesundheit und hoffe es auch von Dir.
Unter vielen herzlichen Grüßen von Deinem
Bruder Georg

Text oben
Grüße and die
Eltern & Onkel

Text an der linken Seite
Auf bald Wiedersehen

Anschrift
Fräul. Marie Kuttner
per Adr(esse). M. Schreÿer
Kaufmann
in Schwandorf
Bahnhofstr. 3G
Oberpf(alz)

Feldpoststempel
FELDPOSTEXPED.
13.5.15. 4-5N
* K.B. ERSATZ-DIVISION *

Briefstempel
1. Ersatz-Batterie
1. Feld. Art. Rgt. ??

Feldpostvermerk
Feldpost

Das Wunderkreuz von Buhl – Eine bewegende Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg

Wer von den Vogesen nach Sarrebourg fährt, entdeckt am Ortsausgang von Buhl ein außergewöhnliches Kreuz. Seit Generationen erzählen sich die Menschen die Geschichte dieses Ortes, der mit einer der blutigsten Schlachten zu Beginn des Ersten Weltkriegs verbunden ist.

Im August 1914 trafen hier französische und deutsche Truppen aufeinander. Zwischen dem 18. und 20. August verloren innerhalb weniger Tage fast 20.000 Soldaten beider Seiten ihr Leben. Die französischen Soldaten mussten über freies Gelände angreifen und waren den deutschen Maschinengewehren schutzlos ausgesetzt.

Mitten im Kampf stand ein hölzernes Wegkreuz aus dem Jahr 1875. Ein Granatentreffer zerstörte das Holzkreuz, doch die Christusfigur blieb wie durch ein Wunder unversehrt auf dem Sockel stehen – mit ausgebreiteten Armen. Dieses außergewöhnliche Bild beeindruckte Soldaten und Zivilisten gleichermaßen.

Schon kurz nach der Schlacht verbreiteten sich Fotografien des Kreuzes in ganz Deutschland und Frankreich. Selbst Kronprinz Wilhelm von Hohenzollern fotografierte es. Für viele Menschen wurde das sogenannte „Kreuz von Buhl“ zu einem Symbol der Hoffnung und des Glaubens – mitten im Grauen des Krieges.

Bis heute erinnert das Kreuz an die unzähligen Opfer der Schlacht von Sarrebourg und daran, wie selbst in den dunkelsten Stunden ein Zeichen Hoffnung schenken kann.

Quellen:

[1] https://neswscathoalsace.tumblr.com/post/129211952887/un-miracle-de-la-grande-guerre

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuz_von_Saarburg
 

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