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Thema: Japan: Neu entdeckte Rarität in den Michel Katalog aufgenommen
ragiko Am: 12.09.2011 01:14:59 Gelesen: 5536# 1 @  
Es kommt nicht häufig vor, dass Michel bisher nicht katalogisierte Marken von 1875 neu in den Katalog aufnimmt. Eben dies ist in der neuen Auflage des Asien 2 Katalogs bei Japan geschehen.

Die Marke 20 sen von 1875 (Michel-Nr.33) war bisher nur mit dem Kontrollzeichen 8 bekannt. Das Kontrollzeichen ist im Markenbild in der Mitte unten im runden Zierband eingefügt.

Allerdings fand ein japanischer Sammler 1991 ein Exemplar, dessen Stempel ein Kontrollzeichen 9 halb verdeckte. Dieses einzelne Exemplar wurde auf der JAPEX 2008 dem Publikum in einer Sondervitrine gezeigt.

18 Jahre nach der Erstentdeckung, im Oktober 2010, tauchte ein zweites Stück auf, diesmal mit deutlich erkennbarem Kontrollzeichen. Ein amerikanischer Händler stellte die Marke bei eBay USA zum Preis von 9 $ ein, und das Angebot erschien sogar ohne Thumbnail. Nur wer das Los anclickte, bekam das Bild (siehe oben) zu sehen. Der Besitzer war sich offenbar nicht bewusst, dass er im Begriff stand, eine Weltrarität zu veräußern. Bis kurz vor Auktionsende wurde kein sensationelles Angebot abgegeben, aber in den letzten Sekunden begann die Bieterschlacht, die bei einem Preis von 50.100 US $ endete. Zu diesem Preis kehrte die Marke nach Japan heim.

Diese zweite entdeckte Marke mit dem Kontrollzeichen 9 trägt den gleichen sog. BOTA-Stempel von Kagoshima wie das erste Stück, so dass kein Zweifel daran bestehen kann, dass von dieser Marke mindestens ein Bogen (40 Marken) gedruckt und in Kagoshima verwendet wurde.

Japanische Spezialkataloge nahmen daraufhin diese Version auf, MICHEL folgte in seiner neusten Auflage und listet Nr. 33 mit Kontrollzeichen 9, nur in gebrauchter Version, etwas willkürlich mit 65.000 Euro auf, obwohl beide bekannten Marken derzeit unverkäuflich sind und die Entdeckung weiterer Exemplare in nächster Zukunft wohl nicht allzu wahrscheinlich ist.


 
22028 Am: 12.09.2011 15:08:11 Gelesen: 5472# 2 @  
Danke für den interessanten Bericht.

Aber, dass die Entdeckung weiterer Exemplare in nächster Zukunft wohl nicht allzu wahrscheinlich ist möchte ich widersprechen, (leider) werden erst durch solche Ergebnisse andere Sammler und Händler dazu verleitet ihre Sammlungen und Bestände nach solchen Marken zu durchsuchen. Würde mich nicht wundern wenn noch weitere Stücke auftauchen.
 
Lars Boettger Am: 12.09.2011 20:55:19 Gelesen: 5432# 3 @  
@ 22028 [#2]

Wenn aber sowas nicht veröffentlicht wird, dann sucht auch keiner danach. Die wirklichen Cracks wissen offensichtlich davon, können aber auch nicht das gesamte Material auf der Welt durchsehen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
ragiko Am: 14.09.2011 14:09:46 Gelesen: 5359# 4 @  
@ 22028 [#2]

Hm, wäre natürlich schön, wenn jetzt weitere Exemplare auftauchen würden. Aber in den 136 Jahren seit 1875 sind erst zwei Stück gefunden worden, und viele, wenn nicht die meisten, werden längst verloren gegangen sein. Aber jeder Japansammler und -händler sollte selbstverständlich seine Bestände gut durchsehen, vielleicht lacht ihm ja die Glücksfee und er macht den Fund seines Lebens. Wenn ein neu gefundenes Stück auftauchen sollte und bei einem renommierten Auktionshaus zur Versteigerung kommt, sind mit Sicherheit weit mehr als 65.000 Euro drin.

ragiko
 
ligneN Am: 14.09.2011 20:35:39 Gelesen: 5312# 5 @  
Hallo,

Ergänzung/Berichtigung: Das erste Stück fand 1991 ein sehr bekannter japanischer Händler/Auktionator. Es wurde dann 1991 auf der Titelseite der "Japanberichte" der derzeit selig schlummernden Arge Japan gezeigt.

Die Marke entspricht in Papier und Zähnung der Nr. 32 10 S. ultramarin in Sz. 5. An der Echtheit bestand m. E. nie Zweifel. Welches Phila-Verbrechergenie sollte auch eine Marke im Tiefdruckverfahren fälschen?

Gruß
F. Eichhorn
 
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