Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Altdeutschland Thurn und Taxis: Belege
Das Thema hat 161 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6   7  oder alle Beiträge zeigen
 
Markus Pichl Am: 23.04.2017 20:23:36 Gelesen: 22881# 137 @  
Hallo Ralph,

es freut mich, dass der Beleg Deine Zustimmung findet.

Heute möchte ich ein schönes "Briefpaar" von Hamburg nach Malaga/Spanien vorstellen. Beide mit vollständigem Briefinhalt und in frischer, unmanipulierter Qualität.

MiNr. 19 zusammen mit MiNr. 14 von "300 - HAMBURG 23 10 1862" über Forbach nach Malaga. Porto bezahlt bis zur französisch-spanischen Grenze, entspr. Stempel "PP", 3 Sgr. Postvereinsporto, 2 1/2 Sgr. französischer Portoanteil. In Spanien waren von Empfänger 4 Reales zu bezahlen, entspr. Portostempel "4 R." in blauer Stempelfarbe.



MiNr. 19 zusammen mit MiNr. 28 von "300 - HAMBURG 27 11 1863" über Forbach nach Malaga. Porto bezahlt bis zur französisch-spanischen Grenze, entspr. Stempel "PP", 3 Sgr. Postvereinsporto, 2 1/2 Sgr. französischer Portoanteil. In Spanien waren von Empfänger 4 Reales zu bezahlen, entspr. Portostempel "4 R." in roter Stempelfarbe (warum auch immer von 1862 auf 1863 die Stempelfarbe für den Portostempel wechselte?).



MfG
Markus
 
bayern klassisch Am: 23.04.2017 21:12:45 Gelesen: 22872# 138 @  
@ Markus Pichl [#137]

Hallo Markus,

ein tolles Briefepaar hast du da - wow! Die unterschiedlichen Kombinationen mit den beiden Farben der spanischen Taxstempel sind schon ein Hingucker.

Beide Briefe liefen über Forbach - Paris, was von Hamburg aus etwas unlogisch ist, aber die Stempel mit der Nr. 3 lagen nur in Paris, daher kann man die Leitung so zuordnen. Frankreich war halt ein zentralistischer Staat.

Zu den 4 Reales - Stempeln kann ich wenig Erhellendes beitragen - es gibt sie mal so, mal so. Wohl war die Farbenlehre der gestrengen Deutschen dort etwas lockerer gesehen worden.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Markus Pichl Am: 23.04.2017 21:40:32 Gelesen: 22864# 139 @  
Hallo Ralph,

von Hamburg aus über Forbach, ersparte man sich den Transit über Belgien und somit 1/2 Sgr. belgischen Portoanteil.

MfG
Markus
 
bayern klassisch Am: 24.04.2017 06:24:42 Gelesen: 22826# 140 @  
@ Markus Pichl [#139]

Hallo Markus,

lief das nicht in geschlossenen Briefpaketen? Also müssten Briefe via Belgien 6 Sgr. gekostet haben?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Markus Pichl Am: 24.04.2017 10:43:55 Gelesen: 22792# 141 @  
@ bayern klassisch [#140]

Hallo Ralph,

wenn Briefe ab Hamburg über Belgien und Frankreich nach Spanien versendet wurden, dann fiel bis zum 06.03.1860 je 7,5 g ein belgischer Portoanteil von 1 Sgr. an, ab dem 07.03.1860 nur noch 1/2 Sgr. je 7,5 g

In der Zeit ab dem 07.03.1860 kann ich im Moment nur Briefe nachvollziehen, die von Hamburg über Forbach, Belgien somit umgehend, nach Spanien versendet wurden. Ab dem 01.04.1862 trat ein neuer Postvertrag zwischen Thurn & Taxis und Frankreich in Kraft und das Postvereinsporto ab Hamburg soll dann nur noch 2 statt 3 Sgr. und der Transit durch Frankreich statt 2 1/2 nun 3 1/2 Sgr. je 7,5 g betragen haben (insofern diverse Angaben in einer bestimmten Sammlung und diversen Losbeschreibungen richtig sind).

Ab dem 01.07.1864 von Hamburg nach Spanien gesendete Briefe wurden augenscheinlich von Taxis an die Preussische Post übergeben und sind in "preussisch spanischen Briefpaketen" nach Spanien gelangt und kosteten bis 1/2 Loth Gewicht 6 Sgr., jedoch nun bis Zielort, und davon vergütete die taxische Post 4 Sgr. an Preussen.

Wenn die vorstehenden Angaben richtig sein sollten, dann setzt sich das Porto bei den beiden von mir gezeigten Briefen anders zusammen und zwar aus 2 Sgr. Vereinsporto und 3 1/2 Sgr. Transitporto durch Frankreich bis zur spanischen Grenze. Vom Empfänger waren 4 Reales zu entrichten.

Im Moment erschließt es sich mir noch nicht, warum bzw. wodurch das Vereinsporto ab Hamburg von 3 auf 2 Sgr. gesenkt werden konnte? Dann muß es dafür eine entsprechenden Zusatz im Postvereinsvertrag geben?

MfG
Markus
 
bayern klassisch Am: 24.04.2017 11:41:07 Gelesen: 22781# 142 @  
@ Markus Pichl [#141]

Hallo Markus,

du hattest ja bei der Vorstellung der beiden Briefe von 3 Sgr. Vereinsfranko (für Taxis) und 2 1/2 Sgr. Weiterfranko für Frankreich gesprochen, was sich in der Frankatur von total 5 1/2 Sgr. ausdrückte.

Eine Reduzierung des Vereinsfrankos (oder Vereinsportos, war bei Auslandsbriefen oft gleich hoch) konnte ja nur dann erfolgen, wenn der Postvertrag mit dem Ausland (Frankreich, Spanien) entsprechend abgeändert wurde.

Alternativ wäre ein anderer deutscher Leitweg bei 2 Sgr. bis 20 Meilen (knapp 150 km) zur jeweiligen Postvereinsgrenze zu unterstellen, während ein weiter Leitweg zur Postvereinsgrenze von über 20 Meilen ja regelmäßig 3 Sgr. Franko bzw. Porto nach sich gezogen hatte.

Es wäre jetzt spannend zu sehen, welche Leitwege, Gewichte, Transitgebühren, Teil- oder Ganzfranki von Hamburg aus nach Spanien möglich waren.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Markus Pichl Am: 24.04.2017 13:13:53 Gelesen: 22770# 143 @  
Hallo Ralph,

die Entfernung Hamburg nach Forbach beträgt 531 Km Luftlinie.

Selbst die Grenze nach den Niederlanden ist mehr als 150 Km Luftlinie entfernt.

Es gibt auch einige Atteste, zu Briefen ab Hamburg 01.04.1862 nach verschiedenen Ländern, u.a. über Forbach nach Tasmanien, bei denen ein reduziertes Vereinsporto durch entsprechende Portoerklärung ausgedrückt wird.

Eine weitere Information besagt, die ich einem Albumblatt aus der Lethaus-Sammlung entnehme, dass ab 01.04.1862 die Entfernungsstufen zwischen Taxis und Frankreich entfielen und für die erste Gewichtsstufe 6/10 Loth festgelegt wurden (II. Gewichtstufe bis 12/10 Loth usw.). Für einen Brief von GOTHA 12.03.1863 nach Paris, waren dann nur noch 3 1/2 Sgr. Porto zu verkleben (in der II. Gewichtsstufe waren es wohl 7 Sgr. gewesen). Wobei ich keines Falls ausschließen möchte, dass es vielleicht einen Unterschied gemacht hat, ob Frankreich Empfänger- oder Transitland war und sich die Portianteile dann ggf. nochmals verschieben.

Die vielen verschiedenen Portis, auch wie sich diese aufteilten, wird man wohl nur mit vollständigem Regelwerk bzw. den Postverträgen nachvollziehen können. Leider fehlen mir im Literaturbestand die beiden Werke von Lethaus/Schenk und die werde ich mir dann doch einmal besorgen, rein in der Hoffnung, dass diese Licht in die Dunkelheit bringen.

MfG
Markus
 
bayern klassisch Am: 24.04.2017 17:50:01 Gelesen: 22748# 144 @  
@ Markus Pichl [#143]

Hallo Markus,

zwischen bilateral und Transit (auf Frankreich bezogen) müssen wir unterscheiden - dann noch zwischen Einzeltransit und Transit in geschlossenen Briefpaketen (was Preußen via Frankreich nach Spanien durfte). Mal galt das Loth, mal das, was du geschrieben hast. Alles nicht so einfach - aber genau deshalb so interessant und spannend.

Viel Glück beim Auftreiben der Literatur - hat die ARGE Taxis nicht noch was in petto?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Bodo A. von Kutzleben Am: 31.08.2017 11:56:21 Gelesen: 16245# 145 @  
Dort feiert auch meine Arge Thurn und Taxis das 50-jährige bestehen!



"So schön kann Thurn und Taxis sein"

Ein kleiner Brief (mit Mi. Nr. 48+49) aus meiner Sammlung zum erfreuen!

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Börse Sindelfingen 26.-28.10.2017 - Philaseiten ist dabei"]
 
hajo22 Am: 04.05.2018 18:42:24 Gelesen: 954# 146 @  
Hier im Thread hat sich seit längerem nichts mehr getan, das will ich heute ändern.

Wie schon erwähnt, habe ich mich bei Thurn & Taxis auf die 1. Ausgabe nebst Ergänzungswerten (Nr. 1-12) zwar nicht direkt spezialisiert, aber konzentriert.

Dabei sammle ich natürlich auch die weiteren Ausgaben von T&T. Im Vordergrund steht aber immer die 1. Ausgabe.

Dreifarben-Mischfrankatur zu 27 Kreuzer mit 9 Kreuzer der 1. Ausgabe + 3 Kreuzer und 15 Kreuzer der 2. Ausgabe auf Brief der 3. Gewichtsstufe (2 1/10 Loth) über 20 Meilen im Postverein von Darmstadt (Vierring "104") am 16.12.1860 nach Wien, Ankunftsstempel rückseitig 18.12.1860.



Man kann sagen was man will, Mehrfarbenfrankaturen sind einfach schön.

hajo22
 
hajo22 Am: 04.05.2018 18:58:56 Gelesen: 950# 147 @  
Der in [#137] gezeigte Brief mit 5 1/2 Sgr. (Nr.18 + 14) nach Malaga ist zur Zeit bei einer bekannten Internetplattform im Angebot. Auktionsende kommenden Sonntag, Gebotsstand per heute 137,89 € bei 25 Geboten.

Schöne Gelegenheit, aber leider nicht 1. Ausgabe, daher nichts für mich.

hajo22
 
Bodo A. von Kutzleben Am: 05.05.2018 08:18:18 Gelesen: 885# 148 @  
"So schön kann Thurn und Taxis sein"

Hier ein Postschein



Dazu noch ein schöner Zierbrief mit der 1/4 Silbergroschen, M.-Nr. 26 zum Erfreuen



Und zum Schluss nochmal ein wunderbarer Vormarkenzeitbrief



Alle Belege stammen aus meiner Sammlung "So schön kann Thurn und Taxis sein"
 
bayern klassisch Am: 05.05.2018 16:27:47 Gelesen: 842# 149 @  
@ Bodo A. von Kutzleben [#148]

Tolle Strecke, Bodo und bitte, bitte viel mehr davon (lechz, gier, sabber).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Bodo A. von Kutzleben Am: 05.05.2018 19:00:07 Gelesen: 808# 150 @  
Hier noch ein schöner Brief mit der M.-Nr. 46 als Zuckerle zum Sonntag



Und hier eine wunderbare Geschichte zu einer Fälschung



Ja, das Leben schreibt oft wunderbare Geschichten! Auch in der Philatelie.
 
bayern klassisch Am: 05.05.2018 19:50:25 Gelesen: 789# 151 @  
@ Bodo A. von Kutzleben [#150]

Schöne Einzelfrankatur! Die Fälschungs - Story ist aber auch sehr gut.

Danke fürs Einstellen und liebe Grüsse,
Ralph
 
Markus Pichl Am: 05.05.2018 23:01:49 Gelesen: 696# 152 @  
Hallo,

nachstehend ein Betthupferl aus meinem Archiv (Eigenscans), mit einem Blick auf die Ober-Ingelheimer Weinberge.







Beste Grüße
Markus
 
hajo22 Am: 06.05.2018 16:38:43 Gelesen: 640# 153 @  
Das thurn- und taxissche Postamt in Bremen beförderte die Post in das T&T Postgebiet und in das Ausland - mit Ausnahme der vom bremischen Stadtpostamt selbst bedienten Länder - sowie den Durchgangsverkehr ins Ausland.

Markenloser Brief aus Bremen gestempelt mit Halbkreisstempel "Bremen F.TH.u.TAX O.P.A. 28.Jun.(1854)" nach Marseille, Ankunftsstempel 1.7.1854 (rückseitig). Vorderseitig Zweikreis-Stempel Tour-T 2 Valenciennes 30 Juin 54. Austaxiert mit 6 Sgr.



hajo22
 
bayern klassisch Am: 06.05.2018 16:45:03 Gelesen: 638# 154 @  
@ hajo22 [#153]

Darf ich verbessern? Taxiert mit 6 Decimes von der Post in Paris, von Valenciennes kommend.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 06.05.2018 16:51:25 Gelesen: 635# 155 @  
@ bayern klassisch [#154]

" Darf ich verbessern?"

Aber immer!

hajo22
 
hajo22 Am: 06.05.2018 17:09:09 Gelesen: 631# 156 @  
Vormarkenzeit Porto-Brief vom T&T Postamt in Hamburg, gestempelt "TT Hamburg 17.Sept.(18)42" nach Bordeaux, Ankunft 24.9.42.

T.T.R.4 verwendet bei allen Austauschpostämtern gegen Frankreich für Portobriefe, hier Hamburg.

Stempel Tour-T 3 (par) Givet 22.Sept.42.

Taxstempel in französischer Währung: 12 Decimes (tippe ich mal).



hajo22
 
hajo22 Am: 06.05.2018 17:27:31 Gelesen: 624# 157 @  
Franco-Brieflein (Damenbriefcouvert) aus Frankfurt a.M. vom 1.12.1857 nach Würzburg, Ankunftsstempel 2.12.57 (rückseitig).

Bar am Schalter bezahlt mit 6 Kreuzern ohne Markenverwendung.



hajo22
 
bayern klassisch Am: 06.05.2018 18:23:44 Gelesen: 606# 158 @  
@ hajo22 [#156]

Ich muss leider wieder korrigieren: 19 Decimes zahlte der Empfänger.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 06.05.2018 18:54:31 Gelesen: 595# 159 @  
@ bayern klassisch [#158]

Die "19" war mir zu einfach.

hajo22
 
Markus Pichl Am: 06.05.2018 23:16:39 Gelesen: 573# 160 @  
@ hajo22 [#147]

Hallo hajo22,

die beiden von mir vorgestellten Belege wurden etwas später durch meine Veranlassung mit Fotobefunden von Herrn Sem BPP versehen. Über die Art der Ausstellung der Befunde bin ich enttäuscht, da der Wortlaut nicht wirklich das Porto erklärt. Dieser Art Befundausstellung hätte ich unter rein spekulativen Annahmen auch zustande bekommen. Dafür hätte es keinen BPP-Prüfer gebraucht.



Die beiden Belege wurden im März 2018 bei der 161. Dr. Reinhard Fischer Auktion für Euro 500.- zzgl. Aufgeld versteigert.



Der eine mit MiNr. 18 + 28 frankierte Beleg erbrachte am 15.04.2018 auf ebay einen Verkaufspreis von Euro 190,00 und der andere, mit MiNr. 18 + 14 frankierte, heute am 06.05.2018 einen Verkaufspreispreis von Euro 402,80



Augenscheinlich wurden beide Belege an den selbigen Höchstbieter auf ebay verkauft, siehe Bieterlisten. Wenigstens bleiben diese beiden schönen Belege zusammen.



Gesamtumsatz für den ebay-Verkäufer Euro 592,80

Die wahren Gewinner sind der BPP-Prüfer, ebay und die Finanzämter.

Beste Grüße
Markus
 
hajo22 Am: 06.05.2018 23:54:31 Gelesen: 563# 161 @  
@ Markus Pichl [#160]

" Die wahren Gewinner:" So ist es.

1863: 2 Sgr. (Nr.16) auf Faltbrief von Gotha nach Hüttenheim bei Kitzingen in Unterfranken. Die 2 Sgr. in gutem "Taxis-Schnitt" (wenn es denn überhaupt sowas gibt).



hajo22
 

Das Thema hat 161 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6   7  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht