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Thema: (?) (305/316) Deutsches Reich Dauerserie Hitler
Das Thema hat 320 Beiträge:
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briefefan Am: 25.02.2017 23:28:16 Gelesen: 118213# 296 @  
@ cilderich [#290]

Hallo,

zu deiner Frage:

Der Postgutverkehr wurde im Krieg am 12.8.1944 eingestellt.

Quelle: Rainer E. Lüttgens 1986, Deutsches Reich Postgebührenkatalog 1923 bis 1945.

Grüße von briefefan
 
cilderich Am: 26.02.2017 16:31:56 Gelesen: 118070# 297 @  
Hallo, prima, vielen Dank für die Auskunft.

Gruß cilderich
 
Seku Am: 26.02.2017 17:05:55 Gelesen: 118099# 298 @  
"Lernt Deutschland kennen" - war ein frommer Wunsch auf dieser Postkarte mit der Zahnradbahn zum Wendelstein
.


[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Motiv Eisenbahnen"]
 
cilderich Am: 15.04.2017 14:47:17 Gelesen: 112790# 299 @  
@ cilderich [#269]

Ich hatte ja ein recht interessantes Stück aus den letzten Zügen des Reiches gezeigt und angemerkt, dass der Empfänger "Reichsdeutscher" war: Was aber wenn er "Österreicher" war. Dazu nun diese Variante einer Ef der 0,60 RM aus Böhmen. Diese Variante wurde zwar deutlich früher aufgegeben, aber unterlief letztlich doch die Behandlung wie sie nach der Kapitulation stattfand. Es war sicherzustellen, dass der Empfänger nicht nur auf österreichischem Gebiet wohnte, sondern möglichst auch dort bereits vor der "Angliederung" siedelte. Interessanterweise galt auch ein "Heimatschein des Gatten" als solcher Nachweis. Solche Anweisungen wurden, mit entsprechendem anhängenden Nachweis, ausgezahlt. Das Ganze ist, vor allem mit anhängendem "Einbehaltnachweis (linker Abschnitt)" eher selten.

Gruß cilderich

,

 
cilderich Am: 20.04.2017 17:28:27 Gelesen: 112267# 300 @  
@ cilderich [#290]

Hallo,

die Postgüter des Deutschen Reiches hatte ich ja schon einmal in vorstehendem Beitrag angesprochen. Mittlerweile ist mein Bestand etwas angewachsen und ich möchte noch weitere Stücke in verschiedenen Portostufen, aber auch in verschiedenen Druckvarianten (s. je die Druckvermerke) vorstellen, sowie auch eine Variante mit der Zusatzleistung "Wert". Die jeweilige Abbildung der Rückseite anbei, bezüglich der verschiedenen Varianten.







Beste Grüße cilderich
 
cilderich Am: 20.04.2017 17:45:32 Gelesen: 112259# 301 @  
Herzliche Grüße,

hier möchte ich eine schöne MeF der 16 Pfennig zeigen als Fernbrief-Nachnahme (0,12 + 0,20 RM Porto). Auch nett: Die Einlieferung über eine Poststelle.



cilderich
 
cilderich Am: 21.04.2017 12:48:21 Gelesen: 112160# 302 @  
@ cilderich [#289]

Hier der Vollständigkeit halber eine "Liebesgaben-Postkarte" tarifgerecht mit 6 Rpf freigemacht.



Grüße cilderich
 
HWS-NRW Am: 21.04.2017 13:39:45 Gelesen: 112153# 303 @  
Von mir auch noch ähnliche Karten, die aber auch teilweise als Drucksache zu 3 Rpfg. durchgingen:



Empfangsbestätigung, Aachen 1 1942 3 RPfg. ohne Nachporto



Empfangsbestätigung, Bonn 1942 DS 3 Rpfg. ohne Nachporto



Empfangsbestätigung, Steg-K2 Rhöndorf 1943

mit Sammlergruß
Werner
 
Pete Am: 23.04.2017 18:07:51 Gelesen: 111964# 304 @  
Auf dem heutigen Tauschtag fanden sich in einer Krabbelkiste die zwei nachfolgenden Paketkarten. Von der Frankatur her dürfte es sich um nichts Besonderes handeln. Seitens des Absenders (oder des Postamtes?) wurde bereits mit den seinerzeit neuen Postgebietsleitzahlen gearbeitet. Der Ort der Paketaufgabe dürfte vermutlich eher etwas seltener zu finden sein. Es handelt sich hierbei um Marburg an der Drau, als Maribor im heutigen Slowenien gelegen. Die Stadt [1] wurde im April 1941 während des Einmarsches in Jugoslawien von deutschen Truppen besetzt und war bis (Mai?) 1945 mehr oder weniger Bestandteil des Deutschen Reiches.



Paketkarte aus Maribor (Postgebietsleitzahl 12a, heute Slowenien) vom 11.09.1944 nach Gutenstein in Kärnten (Postgebietsleitzahl 12b, heute zu Österreich gehörend), rückseitig Ankunftsstempel vom 13.09.1944



Paketkarte aus Maribor (heute Slowenien) vom 23.09.1944 nach Krainburg in Südkärnten (Postgebietsleitzahl 12b, heute Kranj in Slowenien), rückseitig handschriftlicher Vermerk vom 26.09.1944

Gruß
Pete

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Maribor
 
cilderich Am: 24.05.2017 12:35:58 Gelesen: 108897# 305 @  
Hallo,

mir ist ein Beleg untergekommen, der mir Fragen aufgibt. Ich hoffe jemand kann helfen, vielleicht HWS-NRW?

Eine vollzogene Postzustellungsurkunde aus der "Ostmark" 27.1.1942 aus Wörgl retour nach Kufstein. Was mir nun nicht recht klar ist, ist die 0,12 Rpf Marke die nicht mit dem Poststempel, sondern einem L1 Stempel "Jahresgebühr" entwertet wurde. Eigentlich wurde ja die Gebühr für die Rücksendung der Urkunde schon vorab bezahlt, also als Porto fraglich, oder? Könnte es sich um so etwas wie eine Postlagergebühr handeln, weil die Urkunde zuerst auf der Post verblieb? Und wofür wurde der L1 normalerweise verwandt?

Ganz herzliche Grüße cilderich


 
cilderich Am: 09.07.2017 16:14:31 Gelesen: 103827# 306 @  
Hallo,

da sich hier nichts tut, stelle ich mal einen Beleg ein. 28 Pfennig für eine Ortsnachnahme, diese Portostufe dürfte es nur so, oder ähnlich (2x10+2x4, 4x6 +4 etc) geben, denn Mef wären 28 x 1 Rpf (falls es das gäbe: Sensation) und EF: Nein.

Schönen Sonntag cilderich


 
cilderich Am: 27.07.2017 20:38:16 Gelesen: 101753# 307 @  
Hallo,

vor Kurzem wurde eine 0,42 RM in MEF auf Wertbrief zu 520 Euro in einer Auktion zugeschlagen. Der Beleg ist wahrlich spektakulär. Sollte der Erwerber dieses lesen, bitte ich ihn um Einstellung. Dieser entsprechende Beleg dürfte vermutlich einzigartig sein.

Nun gut, ich möchte auch einen schönen Beleg zeigen. Eine recht seltene EF auf Urlaubsschein der 0,30 RM. Solche "Formularverwendungen" werden hervorragend in HWS-NRW`s Buch erläutert!


 
cilderich Am: 28.07.2017 12:21:51 Gelesen: 101624# 308 @  
Hallo,

hier eine Anschriftenprüfung aus dem August 1944. Diese Versendungsform hat sich nicht so häufig erhalten und wurde, da z.B. von Versicherungen verwandt, gelocht und abgeheftet. Diese Erhaltung ist also normal. Es galt ein Sonderporto von 3 Pfennig. Das im Besonderen interessante an dieser Karte ist ihre beidseitige Frankatur. Einmal vom 5.8.44 (auch solcher Eingangsstempel der Post) und darüber eine ebensolcher Werbestempel vom 25.8.44, und auf der Rückseite eine 2. 3Pfennig Frankatur ebenfalls am 25.8. gestempelt. Es gibt dann auf der Vorderseite noch einen nicht recht leserlichen Eingangsstempel vom 26.8..

Ich kann mir das eigentlich nur so erklären, dass die Karte warum auch immer am vermutlich 8.8. (auch Eingangsstempel Vorderseite) wieder, nicht hinreichend bearbeitet, an den Absender zurück lief. Man war dort mit der Auskunft nicht zufrieden und setzte die gleiche Anfrage auf gleichem Formular am 25.8. nochmals ab. Jedenfalls ungewöhnlich für eine sowieso seltenere Verwendung.

Beste Grüße cilderich


 
cilderich Am: 10.10.2017 20:18:03 Gelesen: 92590# 309 @  
Hallo,

ich möchte hier mal wieder etwas vorstellen. Erneut eine 3 Rpf Verwendung, als Drucksache, also die generelle Standardverwendung; aber hier als Verrechnungs-Scheck. Zusätzlich interessant ist die Stempelung in Metz, also einem "reichsintegrierten" Besatzungsgebiet. Auch hier ist die Lochung als typisch zu werten. Es gilt: Eher ungewöhnlich.

Herzliche Grüße cilderich


 
HWS-NRW Am: 10.10.2017 21:10:24 Gelesen: 92571# 310 @  
@ cilderich [#307]

Hallo,

herzlichen Dank für das Kompliment.

Bei Formularen gibt es keine "Frankatur" sondern es nennt sich "Ausweisung einer Gebühr".

Mal sehen, wie viele Jahre die Begriffe EF oder MeF noch in den derzeitigen Auktionskatalogen verwendet werden.

Und zur Ergänzung noch folgender Beleg:



Antrag für ein neues Telefonbuch, das alte ging nach einem Fliegerangriff wohl in Flammen auf.

Und die Post kassierte auch in diesen schlimmen Zeiten eine Gebühr für die Nachlieferung, diese ausgewiesen mit mehreren Hitler-Werten.

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 10.10.2017 21:24:56 Gelesen: 92566# 311 @  
@ HWS-NRW [#310]

OK, das ist sicher richtig, vielleicht sollte es in solchen Fällen einzelne Verwendung heißen? Nur so ein Gedanke. Aber natürlich: "Ehre wem Ehre gebührt".

Gruß cilderich
 
Manne Am: 11.10.2017 10:24:18 Gelesen: 92461# 312 @  
Hallo,

eine Drucksache als Einschreiben von Schwenningen vom 04.04.1944.

Gruß
Manne


 
hajo22 Am: 11.10.2017 16:44:54 Gelesen: 92395# 313 @  


Komplette Postsparkarte für 3 RM bespart mit 30x10 Pf. AH, alle Marken gestempelt Gurschdorf (Ostsudeten) vom 20.1.1944.

hajo22
 
Cantus Am: 28.09.2018 02:40:16 Gelesen: 33153# 314 @  
Heute kann auch ich mich hier einmal beteiligen.

Am 4.4.1943 wurde in Boruschin, einem Ortsteil der Landgemeinde Güldenau in der Provinz Posen, Reichsgau Wartheland, ein Paket mit Ziel Luxemburg Stadt aufgegeben.





Viele Grüße
Ingo

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg Eingehende Briefe"]
 
GSFreak Am: 11.11.2018 22:19:41 Gelesen: 27515# 315 @  
Hier ein sehr später Beleg mit Mi-Nr. 785 aus GÖRLITZ vom 29.04.1945 nach Dornstedt (Kr. Sangerhausen, Thüringen) mit Zusatzstempel "Zurück / keine Postverbindung". Gemäß Buro: "Daten alliierter Besetzung deutscher Orte am Ende des Zweiten Weltkrieges" [1} war der Kreis Sangerhausen bereits seit 19.04.1945 von den Amerikanern besetzt.



Gruß Ulrich

[1] Sonderschrift 20 der Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Notmaßnahmen ab 1945 e.V.", http://www.deunot.de
 
mumpipuck Am: 20.03.2019 21:17:21 Gelesen: 15336# 316 @  
Heute möchte ich hier einen interessanten Beleg zeigen, den ich mit einem kleinen Belegeposten und einer Restsammlung vor „dem Ofen“ gerettet habe. Ich weiß natürlich, dass Halbierungen mit großer Vorsicht zu genießen sind, halte diesen Beleg aber aus zahlreichen Gründen für echt.



Geschichtlicher Hintergrund:

Vom 24.07. - 03.08.1943 zerstörten britische und amerikanische Bomber in der „Operation Gomorrha“ ganze Stadtteile Hamburgs. Ca. 40.000 Menschen sterben bei dieser Katastrophe, ca. 750.000 werden obdachlos.

Zum Beleg:

- Der Beleg trägt eine waagerecht halbierte 6 Pf. Dauerserienmarke Adolf Hitler, die das Drucksachenporto von 3 Pf. abdeckt.
- Handschriftlich datiert 13.08.43.
- Poststellenstempel der Poststelle II aus dem Börnsener Ortsteil Neu-Börnsen als Entwerter benutzt (Ortsbrief).

Warum halte ich den Beleg für echt ?

- Der Stempel ist mir als Heimatsammler bekannt und ich besitze zeitnahes Vergleichsmaterial. Stempelabnutzung und -farbe sind zeitgerecht.
- Der Beleg trägt den Briefstempel des Bürgermeisters und seine Originalunterschrift.
- Die Sendung ging „an alle Bewohner und Siedler“. Es handelt sich sozusagen um eine „Wurfsendung an alle Haushalte“, was auch die Adresse aus dem Setzkasten nahelegt. Börnsen hatte 1939 ca. 1.200 Einwohner. Sicher waren viele Fremdarbeiter (es gab ein Barackenlager in Börnsen)und Flüchtlinge aus Hamburg hinzugekommen (s.u.).
- Der Beleg trägt das handschriftliche Datum 13.08.1943. Er lädt zu einem Termin am 14.08.(1943). Folglich mussten Hunderte von Belegen am selben Tag erstellt und zugestellt werden. Da ist es recht wahrscheinlich, dass die kleine Poststelle nicht ausreichend der auf dem Land sicher nicht so gebräuchlichen 3 Pf.-Marken hatte. So kurzfristig konnten sie eventuell auch nicht beschafft werden.
- Gegen die eigentlich vorgeschriebene Barfreimachung könnte der Zeitfaktor sprechen, wenn kein geeigneter Stempel vorhanden war. Offensichtlich gab es ja noch nicht einmal einen Datumstempel. Hunderte von handschriftlichern Vermerken hätten wohl länger gedauert, als die Halbierungen. Vielleicht war die Vorschrift auch gar nicht bekannt.
- Es könnte die Frage aufkommen, warum nicht die größere Poststelle I in Börnsen die Belege bearbeitet hat. Möglicherweise haben beide Poststellen solche Belege bearbeitet, jeweils für den betreffenden Ortsteil. Vielleicht findet sich noch einmal einer von Börnsen.
- Aus dem Inhalt geht hervor, dass umfassend erhoben werden sollte, wie viele Menschen in der Gemeinde untergekommen waren. Diese mussten versorgt werden. Ich vermute mit Lebensmittelmarken und dann natürlich auch mit Lebensmitteln. Das Datum 13.08.1943 liegt eine Woche nach dem Ende der Aktion Gomorrha, was die chaotische Eile erklärt. Vermutlich war eine große Anzahl von Menschen aus Hamburg in Börnsen, die keine Lebensmittel hatten.
- Der Großvater des Börnseners, von dem ich den Beleg habe, ist selbst in diesem Zusammenhang aus Hamburg-Altona nach Neu-Börnsen gekommen. Das untermauert auch die These, dass die Neu-Börnsener diese Sendung von der Poststelle des Ortsteils erhielten.

Nun würden mich Meinungen und Ergänzungen aus dem Forum interessieren. Wie könnte man einen solchen Beleg wohl bewerten ?

Kann eventuell jemand vergleichbare Belege aus dem August 1943 aus anderen Gemeinden rund um Hamburg zeigen. Der Flüchtlingsstrom hat ja das gesamte Umland betroffen.

Burkhard
 
zeepmonnik Am: 06.04.2019 22:15:21 Gelesen: 14425# 317 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#71]

Hallo Jürgen,

ich weis das dein Beitrag schon viele Jahre hier steht und vielleicht bist du auch schon hinter die gesamte Adresse der Viktoria Versicherung gekommen.

Falls nicht, hier ein paar weitere Hinweise:

Als gebürtige Gersche Fettgusche (nicht lachen, aber so nennen wir uns) Fiel mir als erstes die Strasse ins Auge. Das ist eine der bekanntesten Adressen in Gera. Es ist die Sorge 33.

Jetzt noch die Erklärung warum diese Adresse so bekannt ist bei den Gerschen.

"Die Firma Hermann Tietz, gegründet von Oscar Tietz mit dem Kapital seines Onkels Hermann Tietz, eröffnete ihr erstes Geschäft am 1. März 1882 in Gera. Es nannte sich „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz“ und hatte bereits einige Merkmale moderner Warenhäuser, wie festgelegte Preise, keine Stundung oder Anschreibenlassen und ein vielfältiges, branchenübergreifendes Angebot." (Das stammt aus Wikipedia.)

Die Firma Hermann Tietz ist später Deuschland weit bekannt als Hertie. Also die gesuchte Adresse ist das Stammhaus von Hertie.

Hier sieht man die Situation im Jahre 1950. Das Kaufhaus wurde damals vom der Konsum Genossenschaft der DDR betrieben.



Vielleicht war im Jahre 1944 auch eine Filiale der Viktoria Versicherungen dort untergebracht.

Im "Einwohnerbuch der Stadt Gera: mit den eingemeindeten Vororten, Ernsee, Frankenthal, Leumnitz,Lusan, Milbitz, Pforten, Rubitz, Scheubengrobsdorf, Thieschitz, Tinz, Untermhaus, Windischenbernsdorf und Zwötzen, Band 46" aus dem Jahre 1934 ist jedenfalls ein Heyde P.F. als Subdirektor der Victoria Versicherungen Sorge 33 vermeldet.

Ich nehme an das der Stempel Branst??r 579 der Posteingangsstempel der Versicherungsagentur ist da ja die Geschäftsstelle mit der Nummer 579 in der roten handschriftlichen Adresse vermeldet steht.

Ich hoffe dir damit ein paar neue Informationen gegeben zu haben.
 
alexandria Am: 18.08.2019 15:24:58 Gelesen: 6929# 318 @  
Hallo in die Runde,

mir liegt ein kurioser Beleg vor:

Ganzsache 6 Pfg von Essen nach Essen-Bredeney vom 2. Februar 1946 (kein Tippfehler!), gestempelt am selben Tag. Eine Klavierlehrerin bestätigt ihrem Schüler einen Unterrichtstermin.

Am rechten Rand der Marke könnte man den Hauch eines äusserst halbherzigen Schwärzungsversuchs vermuten. Aber das eher mit viel Phantasie.




Über überstempelte, überkleckste Lokalausgaben der direkten Nachkriegszeit gibt es ja reichlich Literatur. Soviel weiß, kamen diese doch meistens in Mitteldeutschland vor. Auch handschriftliche Zusätze wie 'ungültig' aus den Wochen nach Kriegsende sind ja durchaus bekannt. Daß aber noch im Jahr nach Kriegsende Ganzsachen des 'Dritten Reichs' unbeanstandet befördert wurden, war mir nicht bewußt.

Wie ist der Beleg einzuschätzen? Authentisch? Einzigartig? Rumpelkammer der Geschichte?

Über Hinweise würde ich mich freuen.

Freundliche Grüße,

RK
 
achim11-76 Am: 18.08.2019 18:10:17 Gelesen: 6876# 319 @  
Die Karte ist maschinengestempelt. Warscheinlich ist die einfach durchgerutscht, Essen war damals ja auch kein kleines Dorf, ausserdem gab es Materialknappheit und die Leute hatten wahrscheinlich besseres zu tun als jede einzelne Karte durchzuschauen ob da auch kein Hitler drauf ist. Ausserdem sind ja auch genug Belege bekannt, die vor Kriegsende in den Briefkasten geworfen wurden und erst nach Kriegsende, oft Monate oder Jahre später zugestellt wurden - ohne Schwärzung usw.

Wenn es auf dem Postamt jemand gesehen hat dann hat er entweder weggeschaut weil die Gebühr ja vor Kriegsende bezahlt wurde oder man ist in der Eile davon ausgegangen, dass es vielleicht ein Überroller war.

Einzigartig ist der Beleg mit Sicherheit, aber meiner Meinung nach eher halt als Kuriosum einzustufen. Wenn man mal schaut was so alles in den 80er oder 90er Jahren mit 60er Jahre Marken durchgerutscht ist, in der Wendezeit in der DDR mit 60er Jahre Westmarken und auch teilweise im Westen mit DDR Briefmarken, und vielleicht heute auch noch durchrutscht mit DM Briefmarken oder sonstigen Marken die nicht mehr gültig sind, dem wird auch kein besonderer Wert zugemessen. Vielleicht fragt genau so etwas jemand auch mal in 80 Jahren wenn er einen Umschlag aus der jetzigen Zeit findet mit Marken die eigenlich schon lange ungültig waren.
 
alexandria Am: 18.08.2019 23:15:54 Gelesen: 6798# 320 @  
Als Nachtrag und zwecks Vollständigkeit hier noch die Textseite zur 6-Pfg-Ganzsache 1946:



Es war übrigens Cellounterricht und nicht Klavier.

@ achim11-76

Klingt technisch und umständehalber völlig plausibel, wobei die politische Komponente hier doch sicherlich ganz besonders pikant ist.

Besten Dank,

RK
 

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