Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Rumänien: Stempel bestimmen
Das Thema hat 88 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3   4  oder alle Beiträge zeigen
 
10Parale Am: 17.05.2025 20:46:29 Gelesen: 5040# 64 @  
@ Stempelstürmer [#63]

Gerne.

Heute habe ich selbst eine schwere Nuss zu knacken.

Kiriac Dragomir´s Werk STAMPILOGRAFIE POSTALA (Romania 1822 - 1910) führt auf Seite 174 einige Stempel auf mit dem Titel: STAMPILE RURALE COMUNALE (RC).

Auf Seite 180 zeigt er einen Doppel-Kreis-Stempel fig.1054 mit der Inschrift JUD. JASSY * COMMUN. TOMESCI. Einen weiteren Stempel aus dem JUDETUL (LANDKREIS) JASSY zeigt er nicht auf. Um so mehr erstaunt es mich, nun einen Stempel gefunden zu haben, der einen weiteren ca. 60 km entfernten Ort von JASSY bezeichnet. COMM. COTNARII.

Die Briefhülle ist eine schwere Nuss. Es handelt sich um einen Brief einer kirchlichen Behörde in Cotnarii, der am 11.6. nach Jassy lief (rückseitiger AK-Stempel). Zeitlich müssen wir den Brief in die Jahre um die 1872 bis ca. 1890 einordnen, rückseitig erkenne ich 1873. Nun wurde das DATUM auf dem STEMPEL, welcher eine 30 aufzeigt, handschriftlich eingetragen auf 11/6.

Daneben ist ein weiterer Stempel, leider nur sehr schlecht lesbar, abgeschlagen, auf jeden Fall ein AGRAFFENSTEMPEL eines längeren Namens, der auf IU oder TU endet. Solch einen Stempel konnte ich bei den AGRAFFENSTEMPEL nicht eruieren (es handelt sich auf jeden Fall nicht um GIURGIU, BECHETU scheidet auf Grund der Entfernung aus). Auf jeden Fall wurde der Stempel am selben Tag 11/6 mangels Datum im Kreis wiederum handschriftlich eingetragen.

Vielleicht kann jemand beim AGRAFFENSTEMPEL behilflich sein, ich habe einen Verdacht, möchte aber niemanden auf eine falsche Spur führen.

Liebe Grüße

10Parale




 
10Parale Am: 18.05.2025 13:55:33 Gelesen: 4973# 65 @  
@ 10Parale [#64]

von den AGRAFFENSTEMPEL listet Kiriac Dragomir in seinem o.g. Werk ca. 64 Stück auf. Ich bin sie heute morgen noch mal alle durchgegangen:

frühe, einfache Agraffen (A62) - fig. 366 - 370
reich verzierte Agraffen (A65) - fig. 371 - 373; fig. 374 - 397
späten Agraffen (A68 ff.) insgesamt 8 Stück - fig. 422 - 429
 

Ich habe mir noch einmal den Postweg bei Google Maps angeschaut. Natürlich hätte ich auch eine rumänische Landkarte auspacken können, aber bleiben wir in der digitalen Welt. Cotnari ist bekannt als Weinanbaugebiet und in jedem guten Weingeschäft finden sich diese Weine aus dem alten Fürstentum Moldau, ca. 60 km entfernt von JASSY. Der Brief benötigte (siehe AK rückseitig) einen Tag zur Beförderung und hat 3 Stempel. Der Landpoststempel und der beigesetzte Agraffenstempel zeigen meiner Ansicht nach Handschrift einer Person, die ein Datum eingetragen hat, 11/6. Wurden die beiden Abgangsstempel am selben Ort oder an 2 verschiedenen Orten abgeschlagen, so dass der zweite Stempel eine Art Transitstempel darstellt?

Auf Grund der wenigen Informationen über den Absender ist es aber sicher, dass der Brief in Cotnari verfasst wurde. Die heutige Straße führt über einen Ort, der 4 Kilometer von Cotnari entfernt ist und dort macht die Straße einen starken Knick. War das vor über 140 Jahren ebenso? Der Ort heißt BAHLUIU und ist einer von 11 Teilorten der Gemeinde Cotnarii. Sicherlich kein bedeutender Ort, aber vielleicht postgeschichtlich von Bedeutung. Ich weiß, dass ich auf Glatteis laufe, kann den Agraffenstempel aber nur so erklären, dass er von BAHLUIU stammt. Der Landpostsstempel war vielleicht in jeder der 11 Teilgemeinden von COTNARI vorhanden, vielleicht aber auch nur in BAHLUIU. Auf jeden Fall, - das ist meine einzige schlüssige Erklärung für diesen Stempel -, wurde er bei Abgang des Briefes abgeschlagen. Es handelt sich um einen 2-Kreis-Stempel mit einer reich verzierten Agraffe.

Hier ein etwas farblich veränderter Stempel. Ich werde versuchen, den Stempel mit meine IPHONE zu fotografieren, um mit den dortigen Filtern die Buchstaben herauszuätzen.

10Parale


 

03Chris257 Am: 22.06.2025 14:30:05 Gelesen: 4216# 66 @  
Hilfe bei Poststempelentschlüsselung

Hallo zusammen,

ich wollte fragen, ob mir jemand bei der Entschlüsselung eines Poststempels aus Rumänien aus dem Jahr 2001 helfen kann?

Folgende Sachen habe ich herausgefunden:

Die 2400 steht für die Postleitzahl aus Sibiu/ Hermannstadt vor der Postleitzahlen- Umstellung 2003. Ein Bild habe ich angehängt.



Falls mir jemand helfen kann, wäre ich super dankbar!

Viele Grüße, Chris
 
DERMZ Am: 22.06.2025 14:34:51 Gelesen: 4213# 67 @  
Hallo Chris,

kannst Du eventuell den ganzen Beleg (Vorder- und Rückseite) zeigen? So tue ich mich sehr schwer, ob es anders gelingt, kann ich allerdings auch nicht ganrantieren.

Beste Grüße Olaf
 
03Chris257 Am: 22.06.2025 14:40:03 Gelesen: 4206# 68 @  
Hallo Olaf,

danke für deine schnelle Antwort! Ich kann noch die Briefmarke mit einem zweiten Stempel anhängen, den man aber leider nicht erkennen kann.

Auf der Rückseite des Briefes steht nur der Vorname des Absenders.

Ich aktualisiere gerne, wenn ich zu Hause bin.

Liebe Grüße
 
Richard Am: 22.06.2025 15:31:01 Gelesen: 4182# 69 @  
@ 03Chris257 [#68]

Hallo Chris,

JEDE Information ist wichtig, Vor- und Rückseite des Belegs und eventueller Inhalte.

Schöne Grüsse, Richard
 
03Chris257 Am: 22.06.2025 18:05:22 Gelesen: 4141# 70 @  
So, ich habe es noch mal probiert, und den anderen Stempel mit Briefmarke abgebildet.


 
Jürgen Witkowski Am: 22.06.2025 18:30:29 Gelesen: 4132# 71 @  
@ 03Chris257 [#70]

Den Stempelinhalt kann ich nicht entziffern, aber ich kann Dir verraten, dass er von einer Sowjetischen Tischstempelmaschine stammt, wie sie in vielen osteuropäischen Ländern im Einsatz war. Zum Vergleich kann ich Dir einen sauberen Stempelabdruck aus Rumänien zeigen. Eingesetzt wurde die Maschine in 1900 Timisora am 28.07.89.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
filunski Am: 22.06.2025 18:32:54 Gelesen: 4129# 72 @  
@ 03Chris257 [#70]

Hallo Chris,

das ist der Abdruck eines Maschinenstempels, einer Sowjetischen Tischstempelmaschine SchMN-2 (oder neueres Modell).

Oben steht OF 2400 (OF = Oficiul = Büro/Postamt), unten unleserlich, wenn man von der 2400 als Postleitzahl ausgeht wird es sich wohl um Sibiu handeln.

Gut, dass du jetzt alles noch Vorhandene dazu gezeigt hast! ;-)

Viele Grüße,
Peter

Nachtrag: hat sich jetzt mit Jürgens Beitrag [#71] überschnitten. ;-)
 
03Chris257 Am: 22.06.2025 19:07:15 Gelesen: 4104# 73 @  
Super, vielen Dank an euch!

Kann man noch herausfinden, welches Postamt es war? Oder sind die Daten dafür zu unvollständig?

Viele Grüße und einen schönen Abend!
 
Heinz 7 Am: 15.07.2025 09:52:11 Gelesen: 3552# 74 @  
Guten Tag

Ich wurde ermuntert, eine Frage auch in diesem Thema zu stellen (vielen Dank!). Ich suche Informationen zu folgendem Stempel



Ovalstempel: 1 A DIST 2x (Das x ist nicht klar lesbar, möglicherweise heisst das: 26? oder: 2G? oder:20?)

Der Stempel wurde 1873 angebracht auf der Rückseite eines Briefes von Sulina (damals: Osmanisches Reich/heute: Rumänien) nach Messina (Sizilien)



Der Brief wurde von der österreichischen Post in der Levante befördert und durchquerte rumänisches Staatsgebiet. Am 18.7.1873 wurde der Brief sehr klar gestempelt und nahm den Weg nach Westen. Wir kennen den Postweg leider nicht, aber der rückseitig angebrachte Durchgangsstempel "JTZKANY 20 / - / -" (- meint: unleserlich) zeigt, dass der Brief durch Rumänien befördert wurde und bei der Grenzstadt Suceava in die Bukowina überführt wurde. Ob er sodann nach Wien gebracht wurde, weiss ich nicht (leider fehlt ein solcher Durchgangsstempel). Nach Messina (auf Sizilien) war die Reise jedenfalls noch lange. Ich habe anbei eine Karte gezeigt "Google maps", darauf wird der direkteste Weg (zu Fuss!) mit 2295 Kilometer angegeben. Via Wien wären es natürlich sehr viele Kilometer mehr. Trotzdem kam der Brief schon am 25. Juli in Messina an (25 LUG = Luglio = Juli).

Auf der Briefrückseite finden sich drei Stempel:



Wer kann Angaben zu dem ovalen Stempel machen? Vielen Dank für eine allfällige Hilfe!

Heinz
 
volkimal Am: 15.07.2025 10:36:20 Gelesen: 3547# 75 @  
@ Heinz 7 [#74]

Hallo Heinz,

der Stempel kommt auf jeden Fall aus Messina. Bei Delcampe habe ich ihn dreimal auf Briefen gesehen, die aus verschiedenen Orten nach Messina geschickt wurden. Der Beste ist auf [1] zu sehen. Welcher Art der Stempel ist - Ausgabestempel, Briefträgerstempel o.a. weiß ich nicht.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/italien-1861-78-victor-emmanuel-ii/poststempel/lettre-italie-21-9-77-20c-kaysea-kressner-palermo-pour-messina-2084936997.html
 
Heinz 7 Am: 15.07.2025 21:32:20 Gelesen: 3503# 76 @  
@ volkimal [#75]

Grossartig, Volkmar, das sieht gut aus! Vielen Dank!

Leider hilft mir das aber nicht weiter für die Bestimmung des Postweges des Briefes. Auf welchem Weg der Brief von Sulina nach Messina gelangte, ist mir unklar. Nur Jtzkany ist als Durchgangsstation belegt.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 25.07.2025 16:01:04 Gelesen: 3029# 77 @  
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier um eine Stempelfälschung handelt. Wir kennen ja aus Rumänien zahlreiche Fälschungen auf dem Segment der klassischen Marken, aber ob es nun auch Stempelfälschungen gibt?

Dieser vom Verkäufer als "rar" bezeichnete Stempel wird bei Dragomir Kiriac "so" nicht gelistet. Auf Seite 154 - 156 sind zwar einige Stempel in ähnlicher Form gelistet, aber einen Stempel mit nur dem Text im oberen Kreissegment konnte ich nicht entdecken. Herr Heimbüchler hätte diesen Stempel eventuell als "Mache" bezeichnet. Oder ist des doch ein rarer Stempel und weshalb war die Karte dann mit 4,-- Euro relativ günstig zu haben?

Es gibt einen ähnlichen Stempel fig. 814 (Seite 155 - Stampilografie postala 1822 - 1910).

Möglicherweise wurde der Stempel nach 1910 "vereinfacht", indem man "Independance Roumanie" (was normal im unteren Kreissegment steht) einfach wegließ. Die Ansichtskarte (rückseitig Stefanskirche Wien) wurde am 13. (31.?) Oktober 1912 auf den Weg nach Paris gebracht. Die Marke zu 10 Bani ist echt und das Porto stimmt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.07.2025 11:26:11 Gelesen: 2988# 78 @  
@ 10Parale [#77]

Guten Tag

Ich weiss nicht, ob du dir da nicht zu viele Sorgen machst?

Dragomir behandelte diese Stempelgruppe ausführlich in seinem Stempelbuch 1990. Der Stempel gehört zur Gruppe 4.2. Stampile Sucursale Postclasice (OSt) (ab Seite 152). Da sehen wir, dass Bucuresci offenbar 14 verschiedene solche Filialen unterhielt, die alle Nummern erhielten von No= 1 bis No= 14. Der Stempel der Filiale 4 OHNE TEXT im unteren Teil ist abgebildet auf Seite 155 (fig. 813), der Stempel Filiale 5 mit dem Zusatz "INDEPENDANCE ROUMANIE" gleich daneben (fig. 814). Auf Seite 156+157 gibt es eine Tabelle von 42 Stempeln dieser 14 Filialen, wo diese zwei Stempel auch aufgeführt sind:

fig 813 = 4.2 = BUCURESCI No. 4
fig 814 = 5.2 = BUCURESCI No. 5 INDEPENDANCE ROUMANIE

In dieser Tabelle sehe ich aber auch mehrere Stempel, die offenbar nur die Filial-Nummer tragen (Stempel 1.2, 2.1, 4.2, 7.1, 7.3, 8.2, 9.3, 11.1, 14.1, 14.2). Diese Stempel sind nicht abgebildet, bis auf 4.2 (= fig 813). Abbildung 823 (No. 14) ist unklar, welcher Stempel das sein soll: 14.1 oder 14.2? (auf der Abbildung hat er unten eine Verzierung, die aber in der Tabelle nicht erwähnt ist). Auch der Unterschied von 7.1 zu 7.3 ist mir nicht klar.

Für mich ist also wahrscheinlich, dass es neben den Stempeln 5.1, 5.2, 5.3 und 5.4 noch einen Stempel 5.5 gegeben hat BUCURESCI No. 5 (ohne Zusatz), der aber von Dragomir nicht aufgeführt wurde. Das muss aber keine Fälschung sein. Auffällig ist auch, dass bei dem Stempel die Eins von "13" kopfstehend eingesetzt wurde; auch solche Stempel-Irrtümer kommen ganz regulär vor. Dass er aus dem Stempel 5.2 oder 5.3 (oder 5.4) abgeändert wurde, denke ich nicht.

Wenn der Verkäufer den Stempel als "rar" bezeichnet, heisst das noch nicht viel. Woher hat er seine Meinung? Aber, spielt das eine grosse Rolle? Er bietet die Karte für Euro 4 an. Also ist er offenbar der Meinung, der Beleg sei nicht sehr wertvoll. Dieser Meinung schliesse ich mich an. Obwohl der Stempel bei Dragomir auf Seite 156 so nicht gelistet ist.

Ich denke nicht, dass dies eine Stempelfälschung ist.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 26.07.2025 15:42:43 Gelesen: 2971# 79 @  
@ Heinz 7 [#78]

ich freue mich immer über deine zielsicheren Expertisen, Heinz, vielen Dank.

" Wenn der Verkäufer den Stempel als "rar" bezeichnet, heisst das noch nicht viel... Woher hat er seine Meinung?

Der Verkäufer kommt aus DEVA in Rumänien. Er scheint Spaß zu haben mit der Philatelie und scheint sich auch etwas mit der Materie auszukennen. Er hätte den Preis auch höher ansetzen können, doch war er vielleicht der Meinung, dass sich schon ein paar finden, die darum buhlen.

Ich habe einige wenige Kontakte nach Rumänien, was die Philatelie betrifft. Unsere ARGE Rumänien ist ein internationaler Verein und ich würde mich über jeden freuen, der aus dem Stammland der Ochsenköpfe zu uns stößt. Das ist im Moment aus diversen Gründen ja auch gar nicht so easy.

Auf jeden Fall schickte er mir den o.g. Beleg in diesem schönen Umschlag, freigemacht vorder- wie rückseitig mit schönen, modernen rumänischen Marken.

Liebe Grüße

10Parale
Stephan


 
10Parale Am: 26.07.2025 22:56:12 Gelesen: 2938# 80 @  
Der folgende Inflationsbeleg lief am 22. März 1947 portogerecht freigemacht (3.000 Lei einfacher Brief zzgl. 4.200 Lei Einschreibegebühr) von Măureni in die USA. Interessant finde ich den Stempel und bin der Sache mal etwas nachgegangen.

Der Stempel von Măureni lautet auf den deutschen Namen der Gemeinde im Banat im Kreis Timis, nämlich MORIZFELD (korrekt: Moritzfeld). Er ist nicht so ganz klar und wir lesen weiter im Stempel "JUD. T.TORONTAL". Wer sich da etwas näher damit beschäftigen will, empfehle ich folgenden Link:

https://en.wikipedia.org/wiki/Timi%C8%99-Torontal_County

Nun, offiziell hieß der Ort bis 1894 Moritzfeld. Deutsche Siedler haben diesen Flecken, den es schon gab, in größerer Zahl ruckartig im Auftrag der österreichischen Monarchie besiedelt. Im Zuge der Magyarisierung der Ortsnamen Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der amtliche Name der Ortschaft ungarisch, Móricföld. Als das Banat 3-geteilt wurde fiel Móricföld 1920 an das Königreich Rumänien und es bekam seinen rumänischen Namen Măureni. Die Deutschen bildeten bis ins Jahr 1930 die Mehrheit der Ethnien in der Gemeinde, selbst 1970 waren noch knapp 1.000 Deutsche ansässig. Erst nach der Revolution 1989 verödete die deutsche Kultur und 2021 wurden gerade noch 11 Deutsche gezählt.

Der Vorbesitzer hat viele Mühe damit verbracht, den Brief zu restaurieren. Ich bin froh dass er in meiner Inflationssammlung gelandet ist, auch wenn er offensichtlich etwas gelitten hat. Măureni ist heute wieder ein aufstrebendes Gebilde, da sich u.a. eine italienische Textilfabrik dort angesiedelt hat.

Was den Stempel betrifft, finde ich es höchst interessant, dass 1947 immer noch der deutsche Name verwendet wurde. Niemand schien Interesse zu haben, den Stempel auf die offizielle Amtssprache umzustellen.

Liebe Grüße

10Parale
Stephan


 
Heinz 7 Am: 27.07.2025 12:39:13 Gelesen: 2904# 81 @  
@ 10Parale [#80]

Moritzfeld - Sauber recherchiert, Stephan!

Da mein dritter Sohn Moritz heisst, habe ich den Beitrag meinen drei Söhnen geschickt, zum Lesen. Die Philatelie ist für Menschen mit Interesse für Geschichte eine ideale Spielwiese.

@ Heinz 7 [#78]

Im Nachgang zu meinem Beitrag möchte ich noch ein Exemplar zeigen des Stempels
Dragomir fig 814 = 5.2 = BUCURESCI No. 5 INDEPENDANCE ROUMANIE



Es ist zwar leider nicht glasklar abgeschlagen, doch immerhin klar erkennbar. Der Trauerbrief wurd am 9. April 1906 gestempelt. Auch dieser Brief/Stempel wurde gekennzeichnet mit "RR" und ist meines Wissens der beliebteste Stempel der Gruppe 4.2. Stampile Sucursale Postclasice (OSt).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
buzones Am: 31.07.2025 18:57:15 Gelesen: 2704# 82 @  
@ 10Parale [#80]

Als ich den Beitrag las, fiel mir ein, dass sich unter meinen Ferdinand-Briefen auch einer aus Moritzfeld befindet, der den hier gezeigten Stempel in einem jüngeren, wenn nicht gar im Origialzustand zeigt. Am 18. Mai 1927 sah er so aus:



Stempeltext + MORITFELD + JUD.TIMIS TORONTAL

Beste Philagrüße
Ralf
 
focus Am: 17.11.2025 13:08:52 Gelesen: 856# 83 @  
Hallo,

ich habe auf einem Brief (Rückseite) diesen Stempel entdeckt.

Kann ein Sammler Auskunft geben, um was für einen Stempel es sich handelt. Daneben ist noch ein Handschriftlicher vermerk.

Vielen Dank !

Marcus


 
10Parale Am: 17.11.2025 19:01:04 Gelesen: 829# 84 @  
@ focus [#83]

Hallo Marcus,

von Bukarest, Braila, Craiova und Galati und eventuell einigen anderen gösseren rumänischen Städten sind solche CURSA Stempel bekannt, es handelt sich wohl um Postzustellungssektoren- bzw. Gebiete innerhalb der großen Stadt. Bei Kiriac Dragomir (STAMPILOGRAFIE POSTALA) habe ich keine Erwähnung und keine Grafik dieses Stempels gefunden, aber das Datum 1894 spricht für deren Gebrauch.

K.Dragomir nennt die als B5e klassifizierte Stempel in rumänischer Sprache: Stampile (Stempel) pentru (für) curse (modern: Postzustellservice) locale (innerhalb...eines Gebietes...hier: Stadt).

Es wäre schön den ganze Beleg vorder- wie rückseitig eingescannt vorzufinden, möglich?

Der handschriftliche Vermerk könnte heißen: Empfänger nach Holland verzogen (Olanda) - verkürzt.

Liebe Grüße

10Parale
 
buzones Am: 17.11.2025 19:17:02 Gelesen: 824# 85 @  
@ 10Parale [#84]

1894? Also ich sehe da 4. JAN. 941, also 1941. Von daher kann der Stempel gar nicht im Dragomir aufgeführt sein, da dieser in seiner Auflistung mit dem Jahr 1910 endet.

Alles andere: Zustimmung!
 
focus Am: 18.11.2025 11:59:21 Gelesen: 801# 86 @  
Hallo,

vielen Dank für die schnelle Hilfe.

Gerne stelle ich noch die Vorder- und Rückseite des Briefes ein.

Evtl. kann Jemand über den Sendungsverlauf etwas sagen.



Einige Stempel sind mir auch nicht bekannt.

Gruß
Marcus
 
10Parale Am: 18.11.2025 19:59:14 Gelesen: 726# 87 @  
@ focus [#86]

Über den Laufweg und die Zensur der Nazis solltest du einen Spezialisten fragen, der sich mit Holland zu jener Zeit auskennt. Da muss ich auf dem Gebiet des Postwesens passen. Was Rumänien betrifft, stelle ich fest, dass sich die Behörden (Post) dort alle Mühe gegeben haben, den Empfänger ausfindig zu machen.

Die STRADA (Straße) Elena Doamna gibt es tatsächlich, aber Herr Kerkoven war schon wieder zurück in Holland. Der 2-Zeiler NECONOSCUT LA APELUL FACTORILOR DIN ORASUL PLOESTI ist schwer zu übersetzen, eher eine stehende Begriffserklärung, heute würden wir wohl sagen "Empfänger unter der angegebenen Adresse nicht bekannt", hier wird aber erklärt, dass der Aufruf aller Angaben des Absenders zum Empfänger kein bekanntes Ergebnis erzielten.

Liebe Grüße

10Parale
 
Zinnenstadt Am: 19.11.2025 12:36:01 Gelesen: 656# 88 @  
@ 10Parale [#87]

Der zweizeilige Stempel besagt, daß der Empfänger nicht identifiziert werden konnte, als sein Name vor den versammelten Postzustellern (der Stadt Ploiesti) aufgerufen wurde. Ähnliche Stempel sind auch von Bukarest bekannt; es scheint sich um ein übliches Verfahren zur Identifikation von Briefempfängern zu handeln.

@ focus [#86]

Viel Erfolg bei den weiteren Recherchen zu dem (post-)geschichtlich interessanten Beleg.

Zinnenstadt
 

Das Thema hat 88 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3   4  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 

Ähnliche Themen

752746 1163 06.12.25 18:04Heinz 7
278027 383 30.11.25 19:51Zinnenstadt
159936 205 17.11.25 09:55bayern klassisch
94262 130 23.11.24 16:3310Parale
167895 200 28.08.24 07:46Lars Boettger


Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.