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Thema: Levante: Wertschätzung
zackenschorsch Am: 15.07.2013 13:48:45 Gelesen: 3318# 1 @  
Ein seltener Beleg - oder eine Mache ?

Liebe Sammlerkollegen,

ich bitte um Euren Rat, was das für ein Beleg sein könnte. Hat das ev. mit einer Pilgerreise etwas zu tun, wo ein findiger Händler für die einzelnen Nationalitäten einen Beleg gezaubert hat ? Ich bin dankbar für jede Hilfe, vielleicht hat auch jemand einen Tipp, zu welchem Preis man diesen Beleg realistisch in PPA einstellen könnte.

Vielen Dank im Voraus.

Zackenschorsch


 
doktorstamp Am: 15.07.2013 15:35:53 Gelesen: 3265# 2 @  
@ zackenschorsch [#1]

Vorweg ich halte den "Beleg" für Mache. Begründung: Filoutelisten sind hier am Werke. Wert in meinen Augen tendiert zu Null!

Nachportomarken waren nur in ganz wenigen Fällen als Freimarken zu verwenden, wenn überhaupt. Einige wenige Exemplare sind bekannt. Adresse? Gibt es sie?

http://stamps.endfield.org.uk/ahpos.htm

Hier findet man eine Auflistung der Postämter Österreichs in der Levant.

http://www.rfrajola.com/ap/AP.pdf

Und hier ein Exponat zu den Britischen Postämtern in der Levant (21MB). Es beinhaltet viele Raritäten, aber dafür ist der Eigentümer bestens bekannt.

Im allgemein dienten die Auslandspostämter verschiedenen Länder an erster Stelle Post amtlicher Natur, an zweiter Stelle den Handel. Privatpost ist nicht ausgeschlossen, dennoch müßte man Bezug zu den Ämtern haben. Ansonsten war man auf die Landespost angewiesen.

mfG

Nigel
 
zackenschorsch Am: 15.07.2013 16:29:19 Gelesen: 3239# 3 @  
Hallo Nigel,

besten Dank für die schnelle Antwort. Ich habe mir schon gedacht, dass das nichts wertvolles sein kann.

Mit freundlichen Grüßen
Zackenschorsch
 
drmoeller_neuss Am: 15.07.2013 16:31:49 Gelesen: 3237# 4 @  
@ zackenschorsch [#1]

Nette Spielererei. Auch vor 100 Jahren gab es schon "Kartonphilatelisten". Hier hat ein Sammler Marken auf eine Vorlage geklebt, die Marken gefälligkeitsstempeln lassen, und ist dann mit dem Beleg zum nächsten Postamt weitergezogen, bis die Karte voll war.

Vom Sammlerwert haben die Marken keinen grösseren Wert als die losen gestempelten, aber für alles, auch für solche Belege gibt es Liebhaber, die dafür den ein oder anderen Euro mehr spendieren.
 
bignell Am: 15.07.2013 18:34:33 Gelesen: 3203# 5 @  
@ zackenschorsch [#1]

Hallo Schorsch,

ich habe selber ähnliche Belege, wurden meist um 1900 herum von Sammlern produziert. Bei ebay zahlt/bekommt man dafür 10-20 Euro, mit Glück auch mehr.

Lg, harald
 
armeico Am: 15.07.2013 18:50:57 Gelesen: 3195# 6 @  
Hallo,

auch wenn der Beleg "nichts wert" ist, ist es doch ein sehr schöner Beleg. Viel Arbeit ist mit dem Beleg auch verbunden gewesen, vor allen, zu der damaligen Zeit. Ich habe einen ähnlichen Beleg, allerdings echt gelaufen, von Jerusalem nach Coesfeld, Deutschland, 1914. Dort sind die verschiedenen Poststationen abgestempelt.

Gruß
Arthur


 
bignell Am: 15.07.2013 19:08:22 Gelesen: 3182# 7 @  
@ armeico [#6]

Wieso "nicht wert"? Ist auch keine stärkere "Mache" als FDC, und da bestreitet niemand die Sammelwürdigkeit.

Lg, harald
 
filunski Am: 15.07.2013 23:59:57 Gelesen: 3138# 8 @  
@ zackenschorsch [#1]

Hallo Rüdiger,

natürlich "Mache", ich denke darüber sind wir uns alle einig, und was den philatelistischen Wert angeht schließe ich mich getrost meinen Vorschreibern an.

Trotzdem eine nette Idee die damals der "Macher" des Belegs hatte. Ein weiterer reizvoller Aspekt dabei ist die so wohl kaum mehr oft anzutreffende Dokumentation der verschiedenen Stempel dieser Auslandspostämter, was das Ganze durchaus zu Dokumentationszwecken interessant macht!

Beste Grüße,
Peter
 
zackenschorsch Am: 16.07.2013 09:53:22 Gelesen: 3085# 9 @  
Hallo Sammlerfreunde,

allen recht herzlichen Dank für Eure Beiträge zu meinem Beleg.

MfG
Zackenschorsch
 
Heinz 7 Am: 17.07.2013 21:28:16 Gelesen: 2993# 10 @  
@ zackenschorsch [#1]

Hallo,

ich bin kein Experte für "Ausländische Post in Jerusalem", aber auf den ersten Blick meine ich, das ist ein Beleg für Österreichische Post, Deutsche Post, Russische Post, Italienische Post, Französische Post in Jerusalem, das damals zum türkischen Reich gehörte! Das osmanische Reich liess ausländische Postverwaltungen zu und viele Europäer errichteten munter Poststellen in der ganzen Mittelmeer(-Südost-) Region.

Sicherlich ein "gemachter" Beleg, aber posthistorisch gar nicht uninteressant und ganz bestimmt sammelnswert - und bestimmt auch nicht wertlos!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
zackenschorsch Am: 18.07.2013 09:48:13 Gelesen: 2962# 11 @  
@ Heinz 7 [#10]

Hallo Heinz,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich soll den Beleg für einen Kollegen versilbern, der kein Internet hat. Dein Beitrag gibt Hoffnung, dass er vielleicht doch ein paar Euro einbringt.

MfG
Zackenschorsch
 
JohannesM Am: 21.09.2015 13:54:21 Gelesen: 1716# 12 @  
Die Karte gibt mir Rätsel auf. Zwar ist das Datum im Stempel der Österreichischen Post in Jerusalem nicht lesbar, aber handschriftlich ist der 14.4.05 vom Absender eingetragen, laut Ankunftstempel Essen war sie aber um die Mittagszeit des 14.4. schon da. Das ist ja wohl nicht möglich, die Karte mußte ja erst auf dem Landweg zu einem Hafen gebracht werden, dann mit dem Dampfer nach Italien(Triest?) und dann sicher per Bahn nach essen. Hatte der Nahe Osten damals einen anderen Kalender?



Beste Grüße
Eckhard
 
Concordia CA Am: 21.09.2015 16:58:56 Gelesen: 1673# 13 @  
@ JohannesM [#12]

Ich lese beim Aufgabestempel 1.4., dann passt es auch mit der Laufzeit. Vermutlich handelt es sich bei dem handschriftlichen Datum um einen schlichten Schreibfehler.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
bignell Am: 21.09.2015 19:05:12 Gelesen: 1650# 14 @  
@ JohannesM [#12]

Hallo Eckhard,

meines Wissens wurde im osmanischen Reich der julianische Kalender verwendet und deshalb können die Daten stimmen, siehe [1].

Lg, harald

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=7318&CP=0&F=1#newmsg
 
JohannesM Am: 22.09.2015 13:03:21 Gelesen: 1595# 15 @  
@ Concordia CA [#13]
@ bignell [#14]

Hallo Jürgen und Harald,

vielen Dank für die Hinweise, ich habe diesen Converter benutzt und habe als Ergebnis für den 14.4.1905 (Gregor.) den 1.4.1905 (Julian.) erhalten. Wenn die Österreichische Post "julianisch" gestempelt hat, wäre der Brief trotzdem am gleichen Tag in Essen angekommen. Wahrscheinlicher ist dann doch ein Stempeldatum 14.4.1905 in Jerusalem und der Brief brauchte 13 Tage für den Postweg, zufällig war dann eben in Essen auch der 14.4.1905. Theoretisch hätte er auch vor dem Versanddatum ankommen können. Da sieht man wieder - Philatelie bildet.

Beste Grüße
Eckhard
 
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