Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Altdeutschland Bayern: 9 Kr. grün Mi. 5 auf Briefen
Das Thema hat 48 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1   2  oder alle Beiträge zeigen
 
Pommes Am: 07.06.2012 22:33:32 Gelesen: 13577# 24 @  
@ bayern klassisch [#23]

Hier hat man von Dir aber leider auch schon lange nichts mehr gelesen. O.K. die Reaktionen halten sich in Grenzen, aber mit gelesen haben doch viele, wie die Zahlen zeigen.

Wenn Du mal wieder Muse und Zeit hast, würde ich mich über weitere Beispiel freuen!

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
bayern klassisch Am: 08.06.2012 06:20:14 Gelesen: 13557# 25 @  
Hallo Pommes,

danke für dein Feedback - ich werde mal sehen, ob ich ein oder zwei schöne grüne Briefe hier zeigen und beschreiben kann. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 09.06.2012 07:31:21 Gelesen: 13521# 26 @  
Hallo Pommes,

hier ein Brief aus Augsburg nach Mailand (Milano), der für 9 Kr. korrekt bei der Leitung über Innsbruck frankiert worden war. Alternativ gab es ab dem 1.10.1852 auch die Möglichkeit, über die Schweiz (Lindau - Chur - Chiavenna) nach Mailand zu versenden, aber das kostete 3 Kr. im Frankofall und 6 Kr. im Portofall mehr, weil die Schweiz ja auch etwas an den bayerischen Briefen verdienen wollte. Nach 5 Tagen kam er an - das war üblich bei dieser Leitung. Via die Schweiz ging das 1 bis 2 Tage schneller.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
bayern klassisch Am: 09.06.2012 07:33:11 Gelesen: 13520# 27 @  
Alternativ einer vor dem Postvertrag Bayerns mit der Schweiz, der noch nach alter Väter Sitte ein liegendes X als Zeichen der kompletten Frankatur erhalten hatte und aus 1850 datiert.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
Pommes Am: 09.06.2012 14:49:50 Gelesen: 13497# 28 @  
@ bayern klassisch [#26]

Danke, wieder sehr schön. Dabei habe ich auch gelernt, wer Herr von Stetten war http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Stetten und grün ist ja sooo beruhigend. :-)

Woran kann man bei [#27] den Leitweg über die Schweiz erkennen? Oder war es einfach die kürzeste und/oder billigste Verbindung?

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
bayern klassisch Am: 09.06.2012 17:09:38 Gelesen: 13475# 29 @  
Hallo Pommes,

danke für die netten Worte. :-)

[#27] lief auch über Innsbruck nach Mailand und nicht über die Schweiz. Der Unterschied zu [#26] ist der, dass der Brief von [#26] nach dem 1.10.1852 geschrieben wurde und leicht hätte über die Schweiz verschickt werden können, während der frühe aus [#27] noch in die Zeit fiel, als Briefe von Bayern nach der Lombardei praktisch ausnahmslos über Innsbruck geleitet wurden.

Morgen gibt es mehr.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.06.2012 11:45:18 Gelesen: 13436# 30 @  
Hallo in die Runde,

selten waren Briefe mit anhängenden Mustern ohne Wert, wie hier aus dem Jahr 1852 von Obernburg nach Mailand. Die Leitung erfolgte über Innsbruck, weil der Aufgabeort im Ostern Bayerns lag und daher eine Spedition über die Schweiz wenig sinnvoll gewesen wäre.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
bayern klassisch Am: 30.06.2012 08:36:05 Gelesen: 13146# 31 @  
Liebe Freunde,

mal ein kleiner Knobler - was lief hier schief? Der Brief zeigt alles, was es zum erknoblen braucht.

Die Marken (2 Stück der 5b) sind makellos - nur mein Scanner ist es nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
bayern klassisch Am: 01.07.2012 07:56:39 Gelesen: 13050# 32 @  
[#38]

Ich gebe mal einen Tipp, damit die Aufgabe etwas leichter wird: Der Absender wünschte die Spedition über die Schweiz, indem er über Coira (Chur) und Domodossola schrieb.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Pommes Am: 08.07.2012 12:48:10 Gelesen: 12897# 33 @  
@ bayern klassisch [#32]

Ich bin gespannt auf Deine Auflösung, die Experten sind anscheinend alle im Urlaub.

Aber soweit ersichtlich berührte der Brief Chur nicht, sondern ging doch über Innsbruck.

In gespannter Erwartung
Thomas
 
doktorstamp Am: 08.07.2012 18:42:58 Gelesen: 12871# 34 @  
@ bayern klassisch [#31]

Anstatt der Wünsche des Absenders Folge zu leisten, lief der Brief doch über Innsbruck, also durch Österreich und nicht durch die Schweiz. Es ist anzunehmen der Brief war doch längere Zeit unterwegs, als wenn er durch die Schweiz gelaufen wäre.

Der Franco Brief ist auch P.D. freilich betrifft dies den Weg über die Schweiz und nicht den Umweg. Immerhin hat der P.D. Stempel wahrscheinlich den Empfänger vor dem Strafporto gerettet.

mfG

Nigel
 
bayern klassisch Am: 09.07.2012 16:19:01 Gelesen: 12833# 35 @  
[#31]

Liebe Freunde,

danke, dass Ihr euch Gedanken um den interessanten Brief gemacht habt - hier ist die Lösung, von der ich hoffe, dass sie sich zu lesen lohnt.

Ein einfacher Brief vom 14.7.1854 von Augsburg nach Craveggia im Königreich Sardinien sollte, wie vom Absender gewünscht, „per Coira Domodossola“ gesandt werden. Hierfür frankierte er nach dem Vertrag vom 1.10.1852 mit der Schweiz 18 Kr.. 6 Kr. für Bayern über 10 bis 20 Meilen zur Bayer. – Schweizerischen Grenze und 6 Kr. für den offenen Transit durch die Schweiz bis 1 Loth. Ab der CH – Grenze bis zum Zielort kamen für Sardinien weitere 6 Kr. dazu. Die Aufgabepost ignorierte die Anweisung und die Höhe der Frankatur und leitete ihn (VO – Blatt Nr. 7 v. 16.2.1854, gültig ab 1.1.1854) über Innsbruck nach Österreich. Für diesen Leitweg galt ein anderer Tarif: 9 Kr. für Bayern bis zur österreichisch – lombardischen Ausgangsgrenze zu Sardinien und, weil der Zielort über 10 Meilen von der österr. Grenze entfernt lag, 8 Kr. für das Königreich Sardinien (= 6 Kr. CM als Verrechnungswährung). Das Franko hätte bei der tatsächlichen Leitung also nur 17 Kr. betragen. Dieser Brief benötigte darüber hinaus 6 Tage bis zum Empfänger, während bei der schnelleren Leitung durch die Schweiz nur 3 bis 4 Tage die Regel waren. Dergleichen Briefe sind nicht häufig.

Er war also für den genommenen Weg um 1 Kr. überfrankiert, aber schlimmer war wohl, dass seine Leitung fast doppelt so lange gedauert hatte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 29.10.2012 14:03:28 Gelesen: 11853# 36 @  
Liebe Sammlerfreunde,

um die Entzugserscheinungen dieses Threads durch eine Neuerwerbung etwas zu lindern, zeige ich heute dieses Briefchen.

Leider kommt nicht jeder simple Postvereinsbrief, wie dieser hier aus Bayreuth, farblich so daher. In edlem Grün gehalten applizierte man auch eine grüne 9x Marke und schaffte so, wovon meine Frau am allermeisten schwärmt, wenn ich sie mit meinen Pretiosen langweile - Ton in Ton!

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es eine 5d Type III ist, das simpelste vom simplen. Trotzdem gefiel er mir ausnehmend gut und der blaue Strich von Mainz, auch Bestellgeldkreuzer genannt, macht ihn nicht schlechter.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
bayern klassisch Am: 17.11.2012 18:59:08 Gelesen: 11610# 37 @  
Liebe Sammlerfreunde,

von simpel bis topp ist es in einem Forum nur ein Beitrag, so auch hier.



Am 8.12.1851 sandte man vom fränkischen Kitzingen einen Brief nach Philadelphia in den USA. Die Siegelseite ist leer.

Die Leitung geht aus dem Absendervermerk hervor - über Frankreich sollte es sein. Eine Alternative wäre die Leitung über Preußen, Belgien und England gewesen, aber das war deutlich teurer, so dass man sich bei diesem Brief bis 8,75g Gewicht nach dem Postvertrag zwischen Bayern und Frankreich dieser Route bediente.

Der Brief weist 2 postvertragliche Besonderheiten aus. Wer sie erkennt, hätte ihn auch verdient gehabt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 18.11.2012 18:22:55 Gelesen: 11575# 38 @  
Liebe Sammlerfreunde,

die 1. Besonderheit war die, dass erst ab dem 1.10.1851 in Bayern Briefmarken auf Briefen nach und über Frankreich Frankaturkraft hatten. Daher sind Briefe aus 1851 sehr selten nach Frankreich, über Frankreich aber große Raritäten.

Mal sehen, wer auf die 2. Besonderheit kommt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Pommes Am: 18.11.2012 22:15:50 Gelesen: 11552# 39 @  
@ bayern klassisch [#38]

Mal sehen, wer auf die 2. Besonderheit kommt.

Hat es etwas mit dem "Leitwunsch" via Calais & Liverpool, // Steamer zu tun?

Mit fragenden Grüßen
Thomas
 
bayern klassisch Am: 19.11.2012 06:45:22 Gelesen: 11540# 40 @  
Hallo Pommes,

du bist ganz nah dran - bei mehreren Möglichkeiten konnte der Leitweg finanziell und zeitlich eine erhebliche Rolle spielen. Jetzt kommt es darauf an, was das besondere hier ist, auf der Spur bist du allemal, klasse!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
rostigeschiene Am: 19.11.2012 07:09:04 Gelesen: 11537# 41 @  
Rechts und über den Marken lese ich "from Bavaria Care of ..."? Kann das mit der zweiten Besonderheit in Zusammenhang stehen?

Werner
 
doktorstamp Am: 19.11.2012 07:31:19 Gelesen: 11532# 42 @  
@ rostigeschiene [#41]

Da ist das Englisch leider unglimpflich verfaßt.

Paul Sander from Bavaria. Wobei der fehlende Punkt die Verwirrung verursacht.

Care of = per Adresse Mr. J. Smith

mfG

Nigel
 
bayern klassisch Am: 21.11.2012 18:44:56 Gelesen: 11456# 43 @  
Liebe Sammlerfreunde,

die Adresse ist standardisiert und (leider!) nicht ungewöhnlich.

Das Besondere lag im Postvertrag Bayerns mit Frankreich vom 1.7.1847, der damals noch gültig war. In diesem hatte man ausgehandelt, dass bayerische Briefe in die USA für nur 24 Kr. bis zum amerikanischen Hafen frankiert werden können, wenn sie ab der französischen Küste mit "Bateau du commerce", also mit Handelsschiffen transportiert werden. Also nicht Postschiffe, sondern man gab diese Briefe einen Kapitän mit, der sie in Philadelphia, New York, Boston oder Baltimore anlandete und der dortigen Post übergab. In diesem Fall kam nur noch das amerikanische Inlandsporto hinzu (5 Cents für eine halbe Unze = 14,2g bis 300 Meilen und 10 Cents für Briefe über 300 Meilen).

Hier waren nur 18 Kr. frankiert worden, die nur bis zur französischen Küste reichten (was so nicht vorgesehen war), weswegen der P.D. - Stempel NICHT abzuschlagen gewesen wäre! Gerade dieser Stempel dokumentierte jedoch, dass alle Gebühren bezahlt waren, was nicht der Fall war.

Frankreich brachte den Brief über GB in die Staaten und dort - in Verkennung der tatsächlichen Umstände - stempelte man nur schwach 5 Cents und wiederholte diese manuell mit Bleistift oben links. 5 Cents entsprachen 8 Kreuzern und stellen nur den Inlandsanteil für die USA dar, ohne das fehlende Überseeporto zu berücksichtigen.

And the winner is ... Bayern!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Pommes Am: 24.11.2012 21:44:15 Gelesen: 11396# 44 @  
@ bayern klassisch [#43]

Hallo Ralph,

whow! (oder, wie der Duden es nennt: wow [Ausruf der Anerkennung, des Staunens, der Überraschung, der Freude; Herkunft: englisch), was soll man dazu noch sagen? Anscheinend möchte sich kein Sammler mit Dir hier auf "Augenhöhe" treffen.

Wer bei Dir regelmäßig mit liest, der lernt auch etwas hinzu.

Danke(!) für diesen Brief und die Erklärung dazu.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
bayern klassisch Am: 25.11.2012 08:06:08 Gelesen: 11371# 45 @  
Hallo Thomas,

gib meiner missionarischen Tätigkeit noch etwas Zeit - vielleicht generiere ich noch den einen oder anderen Bayernsammler aus den Scharen derer, die schon immer gerne die Klassik sammeln wollten und sich nur noch nicht trauten. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Bayern-Nerv Am: 25.11.2012 16:05:25 Gelesen: 11321# 46 @  
Hallo zusammen, hallo bayern klassisch,

noch eine kleine Besonderheit an Deinem schönen Brief sind 3 Abschläge des Mühlradstempels für 2 Marken.

Schöne Grüße
Bayern-Nerv Volker
 
bayern klassisch Am: 26.11.2012 09:19:12 Gelesen: 11284# 47 @  
Hallo Bayern-Nerv,

das ist auch richtig - pro Marke nur 1 Abschlag war die Vorschrift. Der Brief wird immer besser.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kreuzer Am: 09.12.2012 14:25:07 Gelesen: 11051# 48 @  
Hallo zusammen,

die zweite Quadratausgabe Bayerns (wenn man jetzt Nr. 1, 2 I und 4 I als erste Ausgabe ansieht) wurde zum 1.10.1862 von der dritten Quadratausgabe abgelöst. Somit wird der 30.09.1862 des öfteren in Angeboten als der "Letzttag" der zweiten Quadratausgabe bezeichnet. Tatsache ist jedoch, dass es keinen offiziellen Letzttag gibt, vielmehr wurden die noch vorhandenen Marken der alten Serie noch aufgebraucht.

Zur Illustration ein Briefchen von Lindau nach Wien vom 30.09.1862, frankiert mit einer Nr. 5 (9 Kreuzer grün) der ersten Quadratausgabe.

Viele Grüße

kreuzer


 

Das Thema hat 48 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1   2  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht