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Thema: Belege deutschsprachiger Versicherungsunternehmen
Das Thema hat 31 Beiträge:
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mausbach1 Am: 02.02.2013 08:34:32 Gelesen: 8700# 7 @  
@ juni-1848 [#5]

Hallo Werner,

darf ich die Vignette im Mitteilungsblatt unserer internationalen Arbeitsgemeinschaft Motivgruppe INGENIEURBAUTEN e.V. veröffentlichen? Sie ist insoweit interessant für uns, weil sie die Basler Rheinbrücke abbildet. Vorab vielen Dank!

Beste Grüße
Claus
 
juni-1848 Am: 02.02.2013 19:08:52 Gelesen: 8670# 8 @  
@ Cantus [#6]

Oh pardon, Ingo, ich hielt es für eine ungezähnte Vignette. Mehrfarbige Drucke gehören eher zu den selteneren Firmenwerbungen.

@ mausbach1 [#7]

Aber sicher darfst Du die Vignette veröffentlichen, Claus. Möchtest Du den Originalscan ? Dann sende mir eine Email.

Sammlergrüße, Werner
 
mausbach1 Am: 03.02.2013 09:36:27 Gelesen: 8651# 9 @  
@ juni-1848 [#8]

Hallo Werner,

vielen Dank für das Angebot - ich habe das "Ding" schon kopiert.

Schönen Sonntag!
Claus
 
juni-1848 Am: 09.05.2013 12:24:06 Gelesen: 8354# 10 @  
Heute legen wir einen der NORDSTERN Allgem. Versicherungs-AG vor:



Der Generalagent der Nordstern Allg. Versicherungs-AG aus Gera (Reuß) teilt einem Versicherungsnehmer in Buttstädt mit, daß sich entsprechend des Eingangs seiner Postscheckzahlung die Versicherungssumme der Inhalts-Versicherung auf nunmehr 5.400 Millionen Mark erhöht habe.

Damals konnten "zeitgemäße Nachversicherungen" sogar "formlos per Postkarte" beantragt werden und wurden dann ohne weitere Verschwendung von Mehrfachdurchschlägen als "Versicherungsschein-Nachtrag per Postkarte" policisiert ! Mit dem heutigen Protokollaufwand schlichtweg undenkbar.

Bei der Frankierung wurden die beiden Standardwerte für Fernpostkarten und Fernbriefe der vorherigen Portoperiode aufgebraucht:

100.000 Mark Queroffset (Mi. 257 im senkr. 3er-Streifen, Feld-Nrn. 4,9,14) und
250 Tausend Aufdruck auf 500 M hellrot (Mi. 295, senkr Paar).

Die Mi. 257 trägt den Plattenfehler III, bei der Mi. 295 ist die "0" des Aufdrucks 250 oben rechts gebrochen.

Die Karte wurde kurz vor Schalterschluß am Paketschalter aufgegeben: "GERA \ -4.10.23.7-8N \ * (Reuß)1 P". Die Entwertung erfolgte dort mit einem "Grobsendungsstempel".

Da die Unterstreichungen des rückseitigen Schreibmaschienentextes auf die Vorderseite der Karte durchgeschlagen sind, können wir feststellen, daß die Aufdruckmarken vorher, die Queroffset hingegen erst später nachgeklebt wurden. Das Nachkleben nahm wohl schon der Absender vor, da die großformatigen Queroffsetmarken an Paketschalten eher seltener verwendet wurden.

Ein in roten Farben leuchtendes Dokument reinsten Bedarfs aus der Infla-Zeit.

Bis bald.

(Datenbank # 2229)
 
juni-1848 Am: 21.05.2013 21:09:42 Gelesen: 8272# 11 @  
Sammlergruß vorab !



(Datenbank # 2336)

Eingeschriebene Fernpostkarte mit Mehrfachfrankatur der 40 M Posthorn (232) aus der Infla-PP13 (1.3. bis 30.6.1923) ab Northeim nach Hannover.

Mit dieser Vordruck-Postkarte ließ sich der Hagelversicherer die infolge Inflation steigenden Versicherungsprämien quasi im Voraus vom Versicherungsnehmer bestätigen. Damit waren spätere Prämiennacherhebungen insbesondere bei unterjährigen Zahlungsweisen ohne Zustimmung des Versicherungsnehmers möglich.

Schaut man auf das aktuelle Versicherungsvertragsgesetz (VVG), kräuseln sich die Nackenhaare. ;-)
 
Marcel Am: 15.07.2013 12:21:04 Gelesen: 8087# 12 @  
Hallo!

Hier ein Brief der schlesischen Feuerversicherungs-Gesellschaft General-Agentur Stuttgart vom 20.07.1910 nach Trillfingen mit der Bitte noch ein paar Fragen zu beantworten bevor eine Entscheidung unterbreitet werden kann.



schöne Grüße
Marcel
 
juni-1848 Am: 03.10.2013 15:30:48 Gelesen: 7865# 13 @  
Moin zusammen,

@ Marcel [#12]

Schauen wir uns eine Original-Police der " Schlesischen Feuerversicherung in Breslau" an, wird sicher schnell klar, warum noch Fragen zu beantworten waren:



Von den 12 mit buntem Kanzleiband geschnürten Policen-Seiten zeige ich die ersten beiden und die letzte der insgesamt 5 eng in feiner Kurrent-Handschrift ausgefertigten Seiten. Auf den handschriftlichen Seiten wird haarklein jeder Wert erfaßt von der Nähmaschine (Hausrat) über Transmissionen mit Riemen (Maschinenteile) und Leitern bis hin zur Ziege (Vieh). Der Versicherungsumfang mit Einschränkungen, Besonderheiten, vorhandenen Sicherungsmaßnahmen wie etwa den Löschmöglichkeiten werden ebenfalls ausführlich handschriftlich gewürdigt. Eingebunden zwei Blatt mit "Vorsichts-Bedingungen" nebst "Anleitung für des Betriebspersonal" für elektrische Licht- und Kraft-Anlagen sowie die "Besonderen Bedingungen für Fabriken und gewerbliche Anlagen".

Diese Police stammt aus der frühen Zeit der Inflation. In Infla-Portoperioden (=PP) gesprochen: Einige Porti haben sich von der PP2 (1.8.1916 bis 30.9.1918) zur PP3 (1.10.1918 bis 30.9.1919) um 33 bis 100% erhöht, während andere Porto und die Zusatz-Gebühren konstant blieben. Leider liegen mir die Beitragsmitteilungen und Nacherhebungen aus der Inflationszeit bis Ende 1923 nicht vor.

Auf dem dekorativen Titelblatt thront Justitia mit Waage und Schwert zwischen drei Wappenschilden. Die Abgaben an das Herzogtum Oldenburg betrugen 9,20 Mark und wurden mit mehrfarbigen Stempelmarken zu 5 Mark, 4 Mark und 0,20 Mark abgegolten. Die Druckstücke stammen von 1905 in einer Auflage von 30 Tsd. Stück - also 12 Jahre lang unveränderte Versicherungsbedingungen.

Die Vertragslaufzeit betrug 10 Jahre und verlängerte sich bei nicht fristgerechter Kündigung um weitere 10 Jahre. Und tatsächlich wurde der Vertrag 1935 mit einigen wenigen Schreibmaschinen-Ergänzungen ein letztes Mal um weitere 5 Jahre verlängert:



Schönen Sonntag noch allerseits.
 
Marcel Am: 04.10.2013 21:05:01 Gelesen: 7823# 14 @  
@ juni-1848 [#13]

Hallo,

vielleicht ist hier die Entscheidung gefallen, Herr Leo Rapp hatte zumindest ein paar Tage später Post bekommen - siehe Briefhülle Stuttgart 04.08.1910.



schöne Grüße
Marcel
 
juni-1848 Am: 06.10.2013 14:12:59 Gelesen: 7793# 15 @  
@ Marcel [#14]

Na ja, jedenfalls eher nicht die Police oder einen Nachtrag. Derlei wurde damals allenfalls einmal gefaltet versendet - in der Regel in den großen Aktenlangbriefen.

Es ging auch knapper und Porto sparend am Datenschutz vorbei:



Die Allianz Versicherungs-AG, Kraftschaden-Abteilung, aus Köln forderte 1957 per offener Einschreiben-Postkarte mit eigenem Freistempel (60 Pf) weitere Unterlagen zur Bearbeitung eines Kaskoschadens an einem BVW-Bulli mit Fristsetzung, andernfalls der Schaden geschlossen würde.

Schönen Sonntag noch, Werner
 
Marcel Am: 31.10.2013 17:18:38 Gelesen: 7648# 16 @  
Hier ein Briefumschlag mit Leipziger Freistempel der Allianz vom 31.01.1941 - gelaufen nach Auerbach im Vogtland.



schöne Grüße
Marcel
 
juni-1848 Am: 10.12.2013 21:42:50 Gelesen: 7417# 17 @  
Moin zusammen,

es wird mal wieder Zeit für einen spannenden Beleg:



Die Besonderheiten:

1. Das Hoheitszeichen wurde aus dem Wertschild des Firmenfreistempels entfernt (aptiert).

2. Im Werbezusatz finden wir eine Mitteilung in Schreibschrift (viele nennen es Sütterlin): Wer die Seinen liebt, versichert sein leben!"

3. Der gedruckte handschriftliche Zusatz auf dem Brief kombiniert die Schreibschriften aus Vorkrieg und Nachkrieg.

4. Der Brief wurde dreiseitig geöffnet und die Innenseite mangels Papierknappheit jener Zeit für Übungen zur englischen Sprache verwendet - schließlich wollte man sich mit den Besatzern verständigen:



Spannend wäre sicher auch der Inhalt gewesen.

Schönen Abend, Werner
 
juni-1848 Am: 17.12.2013 22:01:15 Gelesen: 7349# 18 @  
Moin moin,

"Tiere versichert man bei der Hildesheimer":





Oben Drucksache per Einschreiben aus 1959 mit 57 Pfennig Absender-Freistempel - etwas verkantet.

Darunter ein vollständiger Abschlag des gleichen Absenders auf Luftpost-Fernbrief (1959), rückseitig mit Vignette von der 45. Wanderausstellung der DLG in Frankfurt/Main.

Schönen Abend noch, Werner
 
juni-1848 Am: 20.12.2013 23:32:53 Gelesen: 7288# 19 @  
Moin moin,

die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. ist seit jeher durch ihr kaufmännisch strukturiertes Arbeiten und damit durch überdurchschnittlich hohe Renditen bekannt.

"Von nichts kommt nichts", wie diese Mitteilung vom 1.7.1946 mit schwarzviolettem Maschinen-Freistempel von "Berlin-Charlottenburg 2 \ ap" beweist:



Die "braunen Propaganda-Karten" wurden sparsam aufgebraucht: "Die Familie ist die Keimzelle des Staates!" und rückseitig der durchgestrichene Hitler-Gruß.

Schönen Abend noch, Werner
 
juni-1848 Am: 21.12.2013 13:38:24 Gelesen: 7275# 20 @  
Moin zusammen,

ein Versicherungsagent der "Württembergischen Versicherungen seit 1828" aus Balingen versendete Wichtiges im offenen Fenstercouvert am 8.11.1962 als Drucksache (7 Pf, Bedeutende Deutsche) per Einschreiben (50 Pf, hier 10 + 40 Pf Europa):



Mal wieder eine ungewöhnliche Portostufe - und von Datenschutz keine Spur!

Schönen 4. Advent, Werner
 
DL8AAM Am: 24.07.2014 19:48:07 Gelesen: 6521# 21 @  
Will mich mal ganz langsam an die Neuzeit ranarbeiten, und auch heute gibt ja noch Versicherungen ... ;-)



Werbemailing der "Quelle+Partner Versicherungen" aus 8510 Fürth (Nürnberger Straße 91-95). Frankiert mit 35 Pf (Schloss Lichtenstein) und per (Maschinen-) Absenderstempel am 25.02.1987 vom Versender selbst vorausentwertet ("NÜRNBERG 1 / 301 / 8500"; Gerätenummernpräfix 3, d.h. der Gerätehersteller ist also Hasler). Links vom Stempelkopf senkrechter Einsatz "GEBÜHR BEZAHLT".

Die Quelle+Partner Versicherungen wurden 1984 gegründet und gingen über die "Quelle Versicherungen" in die "KarstadtQuelle Versicherungen" über. Heute sind das die "ERGO Direkt Versicherungen". Der Sitz blieb dabei aber immer in Fürth [1].

Wenn man nicht immer gleich die lästigen Werbesendungen entsorgen würde, könnte man an Hand dieser bestimmt eine sehr interessante Sammlung zum Thema "Deutsche Wirtschaftsgeschichte" aufbauen. Hier findet man übrigens ein wirklich gutes Beispiel aus dieser Richtung "Dr. Edo-Meino Eden: Quelle – ein deutsches Versandhaus 1927 bis 2009" [2], Zitat 82 Jahre Firmengeschichte postgeschichtlich zu betrachten, ist sicherlich reizvoll und eine Domäne der Freistempelphilatelie, dem ist kaum etwas hinzufügen, außer das in diesen Bereich auch die modernen INFOPOST-Sendungen gut reinpassen würden. ;-)

Gruß
Thomas

[1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Ergo_Direkt_Versicherungen
[2]: http://www.postautomation.de/90.html
 
Cantus Am: 30.07.2014 22:23:55 Gelesen: 6422# 22 @  
Hallo Thomas,

für Versicherungen, insbesondere für Lebensversicherungen, dürfte das in der Zeit des Dritten Reiches und besonders in Kriegszeiten eine recht riskante Wirtschaftsform gewesen sein. Ich habe hier drei verschiedene Umschläge ab 1939.



Deutsche Assecuranz-Gesellschaft AG, Stempel vom 19.1.1939



Allianz Lebensversicherungs-AG, Stempel vom 29.5.1941



Dresdner Krankenversicherung / Lebensversicherung, Stempel vom 11.12.1942

Viele Grüße
Ingo
 
LOGO58 Am: 31.07.2014 08:17:13 Gelesen: 6390# 23 @  
Hier eine Drucksache vom 22.2.1944 der Schleswig-Holsteinischen Landesbrandkasse (heute Provinzial Nord Brandkasse AG) [1] . Sicher auch für die Brandkasse sehr unruhige Zeiten. Dafür scheint die Beitragszahlung für die Gebäudebrand-Versicherung aber recht moderat.



Man beachte den Text unten links: Aus kriegsbedingten Gründen musste diese vereinfachte Form der Beitragsrechnung gewählt werden.

Damit der Briefträger auch genau informiert war, was der Versicherungsnehmer zu zahlen hatte, war auf der Rückseite die Beitragsrechnung aufgeführt.



Klappt man die Drucksache auf (ich weiß nicht, ob sie verschlossen oder offen war), findet man auch noch einzelne Versicherungssummen. War eben alles "kriegsbedingt".

Grüße aus dem Norden
Lothar

[1] https://www.provinzial.de/web/html/privat/ueber_uns/ihre_provinzial/geschichte/brandkasse/
 
LOGO58 Am: 09.08.2014 16:31:54 Gelesen: 6270# 24 @  
Hier 2 Belege, die über 50 Jahre auseinander liegen:



Die Deutscher Herold Versicherungsgruppe wurde 1922 gegründet und ging 2006 in der Zurich Gruppe Deutschland auf [1]. Ob in diesem Fall tatsächlich ein Brief mit einem Schreiben einer Versicherungs-Agentur (siehe blauen Absenderstempel) versandt wurde oder der Umschlag privat verwendet wurde, kann ich nicht mehr sagen, da der Inhalt fehlt.



Hier ein heute üblicher Umschlag der AOK NordWest mit Absenderfreistempel [2].

Grüße aus dem Norden
Lothar

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Herold
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/AOK_Nordwest
 
juni-1848 Am: 11.08.2014 21:39:02 Gelesen: 6227# 25 @  
@ Cantus [#22]

für Versicherungen, insbesondere für Lebensversicherungen, dürfte das in der Zeit des Dritten Reiches und besonders in Kriegszeiten eine recht riskante Wirtschaftsform gewesen sein.

@ LOGO58 [#23]

Hier eine Drucksache vom 22.2.1944 der Schleswig-Holsteinischen Landesbrandkasse (heute Provinzial Nord Brandkasse AG) [1] . Sicher auch für die Brandkasse sehr unruhige Zeiten. Dafür scheint die Beitragszahlung für die Gebäudebrand-Versicherung aber recht moderat.

So wie heute auch, waren kriegsbedingte Schäden zu allen Zeiten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Und dreimal dürft ihr raten, wer wohl nach der Währungsreform besser weg kam: Banken und Versicherungen oder "der kleine Mann"?
 
Pepe Am: 16.12.2014 20:49:48 Gelesen: 5619# 26 @  
Heute ein vor genau 88 Jahren abgestempelter Beleg.

Beachtenswert der Text auf der Rückseite bezüglich abfallenden Putz von den Fassaden und den dunklen Treppenhäusern.



1926 12 16, EF, Mi 387



Nachdenkliche Grüße
Pepe
 
juni-1848 Am: 03.01.2015 17:34:06 Gelesen: 5482# 27 @  
Ja, ja, die Allianz, nach Umsatz und Marktkapitalisierung derweil weltgrößter Versicherungskonzern, wird in diesem Jahr das 125-Jahr-Jubiläum begehen.

1933 gelang nach jahrelangem zähen Ringen um Amt und Würden in den Chef-Etagen die Fusion der (Frankfurter) Allianz mit dem Stuttgarter Verein zum beitragsstärksten Versicherer des Deutschen Reiches:



Siehe auch: [http://www.philaseiten.de/beitrag/99120] und [http://philastempel.de/stempel/zeigen/87425]

Das zunächst im Freistempel vom 18.12.34 zum Inlandsporto freigemachte Fenstercouvert musste als Sendung in die Tschechoslowakei mit 20 Pf (Sonderporto für Briefe bis 20 g) freigemacht werden.

Postalischerseits wurde mit 8 Pf Hindenburg nachfrankiert und mit Gummistempel entwertet: " Entwertet \ Berlin 7 \ a".

Reizvoll auch die Werbung im Couvertfenster: "Wie hoch haben Sie Ihr Eigentum versichert - und wie hoch sich selber?"

Sammlergruß
Werner
 
Gotha-Brief Am: 09.08.2015 13:41:08 Gelesen: 4121# 28 @  
Hallo zusammen,

für eine Sammlung zur Entwicklung der "Staatlichen Versicherung" in der SBZ/DDR suche ich Stempel/Belege der Landesversicherungsanstalten Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (jeweils in der Zeitspanne 1945-1952). Auch an anderen Belegen/Werbestempeln der "Staatlichen" von 1952-1990 bin ich interessiert.

Sammlergrüße aus Thüringen
Horst
 
Altmerker Am: 09.08.2015 14:09:18 Gelesen: 4112# 29 @  
Ich habe da mal was Berufsständisches rausgesucht:



Vor 116 Jahren gründete sich in Leipzig eine ganz spezielle Versicherung. Der Gründung der Medien-Versicherung vorangegangen waren Überlegungen, für das Buchdruckgewerbe eine eigene Feuerversicherung zu schaffen. Initiatoren waren der Leipziger Buchdrucker Julius Mäser, damals Vorsitzender des Kreises Sachsen des Deutschen Buchdrucker-Vereins, Hermann Ramm (Leipzig), Hermann Förster (Zwickau) und der Dresdner Oskar Siegel. In kurzer Zeit brachten die Mitglieder des Sächsischen Buchdrucker-Vereins die geforderte Summe von einer Million Goldmark auf. Danach erteilte das Sächsische Ministerium des Innern die Konzession für die Feuerversicherung im Königreich Sachsen. Bereits 1905 gingen die Bemühungen auf, das Arbeitsfeld auf das ganze Deutsche Reich auszudehnen.

Die Feuerversicherungs-Genossenschaft Deutscher Buchdrucker in Leipzig betreute im Jahr nach ihrer Gründung 120 Versicherungsnehmer. Sie konnte die Zahl bis 1905 vervierfachen und steigerte diese bis 1940 auf über 6200. Nach ihrer Satzung war die Mitgliedschaft in der Genossenschaft zunächst auf Buch- und Steindruckereien, Schriftgießereien, Buchbindereien, chemigraphische Betriebe und Reproduktionsanstalten begrenzt.

1923 entstand die Feuerversicherungsgenossenschaft für das Buchgewerbe und dehnte man auf Anregung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den Mitgliederrahmen auf den deutschen Buchhandel aus. Die „Feuerversicherungsgenossenschaft für das Buchgewerbe“ verlegte 1948 ihren Sitz nach Karlsruhe. Am 11. Dezember 1985 erfolgt die Modernisierung des Firmennamens in „Medien-Versicherung a. G. Karlsruhe, vorm. Buchgewerbe-Feuerversicherung, gegr. 1899“.

Mitte der 90iger Jahre des 20. Jahrhunderts öffnete sich die Medien-Versicherung in den Privatsparten einem breiten Publikum. Seitdem betreut sie über 130.000 gewerbliche, industrielle und private Kunden. Dazu gehören natürlich weiter Druckereien, Buchbindereien, Kartonagenfabriken, grafische Betriebe, Satzstudios, Reproanstalten, Buch- und Zeitschriftenhandlungen, Verlage, Videotheken, Film- und Tonstudios, aber auch Anbieter neuer Medien und Privatkunden.
 
Gotha-Brief Am: 11.09.2015 17:33:03 Gelesen: 3664# 30 @  
Danke für den Hinweis, das klingt sehr interessant!
 
Altmerker Am: 14.02.2016 19:06:10 Gelesen: 2101# 31 @  


Hier ist die Versicherung nur der Empfänger, aber der Beleg ist spannend.

Die Adresskappe „Pfiffikus“, für die 1916 sogar ein Reichspatent erteilt worden ist, bestand aus einem Adressblatt mit angefalzter Verschlusskappe, die über den geöffneten „Altbrief“ geklebt wurde. Mittels der Adresskappe wurde auf der Vorderseite die alte Anschrift abgedeckt und mit dem umgeklappten Falz der Brief wieder verschlossen. Meine Recherchen ergaben, dass die Firma Georg Heine in Leipzig-Lindenau diese Kappen in den Größen 13x14 und 14x17,5 cm produzierte. Sie lieferte Adresskappen blanko und mit Firmen-Aufdruck.

Diese Adresskappen sind sowohl für den Papier-Freund interessant als auch für den Philatelisten, weil gerade in der Inflationszeit sich das Porto teilweise täglich ändern konnte. Unter der Kappe kann man meist erkennen, wohin der Original-Umschlag gesandt wurde, die Vor-Frankatur befindet sich auf dem Umschlag, kann aber oft ohne Zerstörung der Adresskappe nicht gezeigt werden. Oder wie bei diesem Stück wurde sie teilweise entfernt, so dass man deren Porto nicht mehr nachweisen kann.

Der Brief lief am 6.9.1923 2-3 N vom Katholischen Krankenhaus Erfurt nach Neudietendorf und einen Tag später am 7.9.23 6-7 N von dort an Thüringer Versicherungsamt nach Gotha. Ob da das Porto von 75.000 Mark schon wieder erhöht worden war, bleibt uns verborgen.
 

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