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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 5143 Beiträge:
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juni-1848 Am: 10.08.2013 23:37:47 Gelesen: 749482# 2319 @  
Einer geht noch:

...

Es handelt sich um einen gebührenpflichtigen Amtsakt:

An die Landesversicherungsanstalt.
Erbitte nochmals um Zusendung folgender ...-Marken, die in den vergangenen Monaten an der hiesigen Postanstalt nicht zu erhalten waren: Invalidenmarken ...{Auflistung}... per Nachnahme.
i.A. Chappuzeau
Schloß Birnfeld Post Wetzhausen Unterfranken


Oben rechts ein Nummerator und der Eingangsstempel der Landesversicherungsanstalt Unterfranken (in Würzburg) vom 24. Okt. 1923.

Dieses Schreiben offenbart einige mir bisher unbekannte Fakten:

1. Invaliden-Marken wurden über die Postanstalten bezogen und bei Nichtverfügbarkeit über diese bestellt.

2. Für die Bestellung war eine Gebühr fällig (ich hatte zwar seinerzeit die Reichs-Gesetzblätter von 1922 und 1923 durchgeblättert, hierzu jedoch nichts Adäqutes gefunden.) - hier in der PP22 ganze 5 Millionen Mark.

Wer weiß hierzu Näheres ? Wer kann die Verordnung hierzu zeigen ?

Die Rückseite dieser Anforderung zeigt, dass seinerzeit Papier knapp war und diese Bestellung am 21. Nov. 1923 für die Protokollierung abgegebener Marken von der LVA Unterfranken in Würzburg am 21. Nov. 1923 verwendet wurde.

@ Mümmel: Wie klassifiziere ich dieses Dokment für die Belegedatenbank ?

Jetzt aber: Schönes Wochenende
 
muemmel Am: 11.08.2013 18:56:47 Gelesen: 749074# 2320 @  
@ juni-1848 [#2319]

Hallo Werner,

ein tolles Stück, das Du da ausgegraben hast. Nur die Frage unter welcher Versandart das Teil einzuordnen ist, kann ich leider bisher noch nicht beantworten. Aber werde mein Hirn zermartern.

Schöne Grüße
Harald
 
JoshSGD Am: 12.08.2013 16:34:34 Gelesen: 748821# 2321 @  
Da muemmel nun alle seine Schätzchen gezeigt hat, müssen nun andere herhalten. :-)

Ich zeige heute einen Ortsbrief bis 20g aus der Portoperiode 18 (20.-30.9.23). Der Empfänger war das Bankhaus Steckner, ein Bankhaus, welches heute noch in Halle steht und wirklich repräsentativ am Markt aussieht.

Das Porto betrug 100.000 Mark, frankiert mit 2 x Mi.Nr. 275 a.



Gruß
Josh
 
JoshSGD Am: 13.08.2013 11:56:46 Gelesen: 748493# 2322 @  
Liebe Belegefreunde,

heute ein Beleg aus der Portoperiode 22, die vom 1.11. - 4.11.23 ging und damit die kürzeste Portoperiode war.

Wir sehen hier einen Fernbrief bis 20g von Krefeld nach Halle/Saale, portorichtig frankiert mit 100 Mio Mark, MeF Mi.Nr. 318 A P.



Gruß
Josh
 
juni-1848 Am: 13.08.2013 23:06:39 Gelesen: 748280# 2323 @  
@ muemmel [#2317]
@ JoshSGD [#2321]

Dann wollen wir mal nicht so sein - und JoshSGD ein wenig unterstützen und Mümmel mit 2 oder 3 Infla-Spielereien pro Woche entzücken.

Für heute einen aus der PP1 (1.7.1906 - 31.7.1916):



(Datenbank # 3199)

Dieser Blumengruß (Künstler-Postkarte mit Glycine und Goldregen), geschrieben und abgestempelt am 28.7.11 in Dresden-Neustadt 8, konnte am 29.7. (blaue Handschrift) nicht zugestellt werden und erhielt den unterstrichenen Einzeiler "zurück".

Darüber entziffern wir in Bleistift "Verzogen wohin unbekannt {sign.} 29.8. gez {sign.}" - also 1 Monat später.

Weitere 4 Jahre später (!) dann mit Bleistift unter dem Grußtext "zurück am 13/10.1915".

Die Post in Dresden erklärte diese rekordverdächtige Laufzeit einmal um den Erdball - von Dresdens Neustadt in die Altstadt - mit dem Setzkasten-Zweizeiler:



"Zurückgehalten durch einen ungetreuen Postaushelfer."

Seinerzeit gab die Post Fehler schonungslos zu - ging es doch um den Nimbus schnellstmöglicher Beförderung.

Und heute? Ich verweise nur auf das Thema "Belege am Postweg - verloren oder gestohlen ?"

Schöne Woche noch.
 
muemmel Am: 13.08.2013 23:24:50 Gelesen: 748273# 2324 @  
@ juni-1848 [#2323]

Hallo Werner,

wenn Du es nicht dokumentiert hättest, würde ich es fast nicht glauben. Solch ein Beleg ist einfach einmalig. Gratulation.

Aber auch heutzutage gibt es Dinge, die einem unwahrscheinlich erscheinen und doch wahr sind. Im Juni dieses Jahres wurde Heft Nr. 250 von INFLA-Berlin verschickt. Alle möglichen Mitglieder bedankten sich für die gelungene Gestaltung, womit klar war, dass sie das Heft erhalten hatten. Nach etwa einer Woche bekam ich einen Anruf des Schriftführers, ob ich etwa schon wieder umgezogen sei, denn er habe bei sich das Heft 250 als nicht zustellbar. Zwei Tage später hatte ich dann das Heft endlich im eigenen Briefkasten. Da hat anscheinend auch eine Aushilfskraft geschlafen oder war des Lesens unkundig.

Es gibt Dinge im Leben, die gibt es nicht.

Schönen Gruß
Mümmel
 
juni-1848 Am: 13.08.2013 23:47:44 Gelesen: 748267# 2325 @  
Wer weiß, ob ich diese Woche noch Zeit finde:

[http://www.philaseiten.de/beitrag/70365] oder (Belege-Datenbank # 3202)

Wünsche allen inflationäres Sommerwetter ;-)
 
JoshSGD Am: 14.08.2013 11:56:45 Gelesen: 748022# 2326 @  
@ juni-1848 [#2323]

Hallo Werner,

in der Tat ein wirklich tolles Stück. In der heutigen Zeit sind solche Stempel sicher ganz selten in Verwendung. Wenn man die Entfernung von Dresden-Neustadt nach Altstadt kennt, müsste man schon fast annehmen, das die Schneckenpost transportiert hat, gäbe es diesen Zweizeiler nicht. :-)

Und auch heute grüßt wieder der tägliche Inflabeleg.

Wir gehen heute in die PP 6 (1.4. - 31.12.21) und sehen eine Postkarte von Kassel nach Halle. Ganzsache mit Zusatzfrankatur Mi.Nr. 141, portorichtige Frankatur von 40 Pfennig. Die Karte trägt einen Bahnpoststempel der Strecke Halle (Saale) - Kassel - Halle (Saale) vom 2.5.21, Zug 571. Der Eisenbahnbetrieb wurde am 1.9.1865 von Halle bis Sangerhausen aufgenommen und dann Schritt für Schritt weiter ausgebaut. Die Bahnstrecke an sich verläuft bis Hannoversch Münden und mündet dort in die Hannöversche Südbahn nach Kassel.



Gruß
Josh
 
JoshSGD Am: 15.08.2013 09:57:30 Gelesen: 747624# 2327 @  
Liebe Belegefreunde,

heute von mir ein Rosettenbeleg aus der Portoperiode 24 (12.11. - 19.11.1923).

Postkarte Radebeul (bei Dresden) nach Halle/Saale, portorichtig frankiert mit 5 Mia Mark, EF Mi.Nr. 327 B P.

Auf dem Gelände des damaligen Empfängers sind immer noch Überreste der Fabrik zu erkennen, diese firmierte zu DDR-Zeiten schlicht als "Maschinenfabrik", heute ist u.a. ein Edeka in den historischen Hallen zu finden.



Gruß
Josh
 
JoshSGD Am: 16.08.2013 12:04:32 Gelesen: 747231# 2328 @  
Liebe Forumler,

heute der Beleg zum Freitag.

Wir sehen einen Fernbrief bis 20g in der PP 6 (1.4.21 - 31.12.21) vom 14.4.1921. Portorichtig frankiert mit 60 Pfennig, MiF Mi.Nr. 110 c. Einer der ehemaligen Eigentümer, ein Herr Dr. Barth, hat diesen Beleg mit seinem Praxisstempel doch unnötigerweise verunstaltet.

Eine Besonderheit ist der Kleinschriftstempel "Staßfurt - 14.4.21 - * * *"



Gruß
Josh
 
juni-1848 Am: 17.08.2013 23:05:04 Gelesen: 746189# 2329 @  
Moin Infla-Fans,

habe mich entschlossen, erst einmal meine Postfreistempel nach selteneren (die entweder von der Wertstufe, der Portoperiode oder der Versand-/Verkehrsart nicht bei Topf (Infla-Bücherei Band 14) gelistet sind, zu durchforsten.

Und fand just diesen:



(Datenbank # 3215)

Der unscheinbare Postfreistempel "300" (Mark) vom 9.3.23. ist als Auslandsbrief extrem selten zu finden: Hier mit Fa.-Vordruck Harburger Eisen- u. Bronzewerke Harburg (Elbe) nach Karlshamn (Schweden). Die Rückseite ist leer. Selbst als Inlandsfernbrief in der PP14 ist dieser Wertstempel nicht häufig.

Anmerkung: Bei Topf (Infla-Bücherei Bd.14) weder für die PP13 (1.3.1923 - 30.6.1923) noch als Auslandsbrief gelistet.

Und gleich noch einen, bis später.
 
juni-1848 Am: 17.08.2013 23:26:24 Gelesen: 746178# 2330 @  
Moin, moin,

da bin ich wieder - mit dem nächsten Postfreistempel aus der PP 20 (10.10. - 19.10.23):



(Datenbank # 2813)

Das Streifband (33,5 x 12,5 cm) der Deutschen Goldschmiedezeitung wurde mit Postfreistempel "LEIPZIG \ 19 10 23 \ 5-6 N \ * II \ 2" zum Wert "6O00ooo" für eine Drucksache der 2. Gewichtsstufe (51 - 100 g) freigemacht und in das niederländische Arnheim versendet.

Habe eine ganze Weile gesucht, bis ich diesen Wertstempel mit drei verschiedenen Nullen-Typen fand.

Rückseitig nur der holländische Briefträger-Rahmenstempel "C 103".

Wünsche wenisgtens Euch einen sonnigen Sonntag, in Münster ist mal wieder Regen prophezeit - also Schreibtisch. ;-((
 
JoshSGD Am: 18.08.2013 11:37:33 Gelesen: 746006# 2331 @  
Heute der Beleg zum Sonntag:

Wir sehen einen Fernbrief bis 20g in der Portoperiode 15 (1.8. - 23.8.1923) von Mülheim (Mosel) nach Halle/Saale, portorichtig frankiert mit 1000 Mark in MiF Mi.Nr. 268 b (1x) und 208 P (30x).

Der Kaiserplatz befindet sich im halleschen Paulusviertel, welches schon früher ein Viertel der besser Betuchten war mit repräsentativen Villengebäuden. Auch heute wohnt hier das etwas gehobenere Klientel. Das Wahrzeichen ist die Pauluskirche.



Gruß
Josh
 
juni-1848 Am: 18.08.2013 12:20:33 Gelesen: 745989# 2332 @  
@ JoshSGD [#2331]

Übrigens stammt die Absenderin von einem Weingut (heute: "Riesling-Weingut Max Ferd. Richter").

Solche Belege mit Vielfachfrankaturen -insbesondere aus kleineren Orten - sind immer eine Augenweide.

Dann also einen zum Sonntag für all diejenigen, die nach dem Mittagsschläfchen noch in den Garten wollen, ein Beleg aus der PP 26 ( 26.11.1923 - 30.11.1923):



(Datenbank # 3216)

Das Streifband (Fa. Vordruck: Möllers Deutsche Gärtner-Zeitung, Erfurt) der 2. Gewichtsstufe mit Freistempel vom 30.11.23 und Wert 72ooo (72 Milliarden) per Nachnahme über 400 Milliarden Mark an einen "schnellen" Gärtner in Kirchwärder -Fünfhausen bei Hamburg. Die Nachnahme kam am 4.12.23 in ZOLLENSPIEKER (Kreisgitterstempel) an.
Rückseitig nur eine vorgedruckte Anweisung "Wenn Adressat verzogen...".

Nachnahmedrucksache bis 50g (2. Stufe):
32.000.000.000,- Mark (Porto))
40.000.000.000,- Mark (Vorzeigegebühr/Nachnahme)

Bei Topf (Infla-Bücherei Bd. 14) ist die Wertstufe "72 Milliarden" nicht gelistet.

Bis bald in inflationärer Runde...
 
zockerpeppi Am: 18.08.2013 20:22:28 Gelesen: 745822# 2333 @  
Ich melde mich auch mal wieder. Diesmal mit einer Ansichtskarte aus Aachen nach Luxemburg abgestempelt am 2.4.1923 – PP 13. Frankiert mit 45 Mark. Wohl mit 5 M überfrankiert wenn ich mich nicht irre. Im Allgemeinen ist die Karte eh merkwürdig. Mir scheint die Truppe hatte beim schreiben schon einige Gläschen intus.



Kommt noch in die Datenbank.

beste Grüße
Lulu
 
juni-1848 Am: 19.08.2013 08:00:59 Gelesen: 745581# 2334 @  
@ zockerpeppi [#2333]

Schön anzuschauen, Lulu,

typische "Studentenkarte", auch wenn keiner Studentenverbindung zuzuordnen

Die 5 Mark rechts hatte schon vorher zusammen mit anderen, wieder entfernten Marken auf der Karte geklebt. Deswegen auch der Spruch ganz oben "Bau dir den Rest ..." mit Pfeil zur Marke, die mit 4 "Nägeln" (4 auf die Marke gezeichnete kleine Kreise) befestigt scheint. Dadurch galt die Marke als entwertet und die nach trinkfreudiger Runde im Postwagen auf dem Heimweg Sitzenden haben ordnungsgemäß das korrekte Porto nach Luxemburg (dorthin galt damals das Inlandsporto) bezahlt.

Anmerkung zum Motiv: Zu jener Zeit war Frauen das Studium genauso verwehrt wie die Teilnahme an "offiziellen Veranstaltungen" von Studentenverbindungen. Motive mit Frauen, so wie dieses, wurden um so lieber aus trinkgewaltigen Runden an die Abwesenden in der Ferne versendet.

Sammlergruß, Werner
 
JoshSGD Am: 19.08.2013 11:24:17 Gelesen: 745503# 2335 @  
@ zockerpeppi [#2333]

Ein schöner Beleg, der auch den Geist der Zeit widerspiegelt. Erinnert mich doch gerade sehr an meine Studentenzeit, obwohl ich es in eine Verbindung nicht geschafft habe.

Für heute möchte ich es bei einem einfachen Beleg im Ortsverkehr von Halle (Saale) aus der Portoperiode 9 (1.10. -14.11.1922) belassen. Es handelt sich um einen einfachen Brief bis 20g vom 20.10.1922, portorichtig frankiert mit 2 Mark, EF Mi.Nr. 224a.



Gruß
Josh
 
reichswolf Am: 19.08.2013 13:24:58 Gelesen: 745464# 2336 @  
@ zockerpeppi [#2333]
@ juni-1848 [#2334]

Ein netter Beleg und gut erklärt. Aber in einem Punkt irrt sich Werner. Der Postwagen, von dem auf der Karte die Rede ist, bewegt sich schon lange nicht mehr. Es handelt sich dabei vielmehr um ein Restaurant. Hier mal eine alte Ansicht davon auf einer Postkarte:



Den Postwagen gibt es bis heute, ein Besuch lohnt sich: http://www.ratskeller-aachen.de/index.php/de/postwagen

Beste Grüße,
Christoph
 
kauli Am: 19.08.2013 14:54:41 Gelesen: 745433# 2337 @  
Auch von mir wieder ein Beleg aus der PP 16 mit Gebühr bezahlt, oder richtiger mit Einnahme-Nachweis-Stempel aus Karlsruhe nach Berlin. Sie sind die ältesten Gebührenstempel. Handschriftlich vermerkt 20 Tsd für Briefe bis 20g. Interessant der Registrierzettel des Händlers Julius Hirsch, den ich so noch nicht gesehen habe. Wahrscheinlich wurden die bei einem Verkauf entfernt.



Viele Grüße
Dieter
 
zockerpeppi Am: 19.08.2013 21:04:10 Gelesen: 745302# 2338 @  
@ juni-1848 [#2334]
@ reichswolf [#2336]

Danke für eure Erklärungen. Ich konnte so einiges nicht deuten (die Nägel, bau dir den Rest). Somit ist die Karte nicht mehr ganz so merkwürdig. Habe irgendwann einen Trip nach Aachen geplant. Einen Besuch im Postwagen werde ich auf jedenfall einplanen. Sieht gut aus!

schönen Gruß
Lulu
 
muemmel Am: 19.08.2013 21:22:33 Gelesen: 745290# 2339 @  
Guten Abend Belegefreunde,

mit so hübschen Sachen, wie hier in den letzten Tagen gezeigt wurden, kann mein Neuzugang leider nicht mithalten.



(Datenbank # 3264)

Drucksache aus der Portoperiode 20 (10.–19.10.1923) von Köln nach Köln-Porz. Einzelfrankatur der 314 AP, Letzttag der Portoperiode, Universal-Maschinenstempel.

Schöne Grüße
Mümmel
 
JoshSGD Am: 20.08.2013 14:57:09 Gelesen: 744945# 2340 @  
Liebe Belegefreunde,

heute ein eher unspektakulärer Beleg aus der Portoperiode 8 (1.7. - 30.9.1922). Eine mit 1,50 Mark portorichtig frankierte Fernpostkarte von Hamburg nach Halle/Saale, MeF Mi.Nr. 104 a.



Gruß
Josh
 
BD Am: 21.08.2013 17:35:40 Gelesen: 744517# 2341 @  
Hallo,

leider konnte ich das Thema in den letzten Wochen nur im I-Pad lesen, Urlaub und ein Arbeitsort 430 km von Dresden machten eine aktive Teilnahme nicht möglich. Nun hat eine Erkrankung wenigstens einen positiven Aspekt. Heute erhielt ich folgenden (Festgebot, ein Bietergefecht wäre existenzgefährdend gewesen) Brief.

Genau zu so einem Brief schrieb Gustav Kobold in "Inflationsbelege Infla-Band 44" sinngemäß:

Ich glaube nicht, das es so einen Beleg gibt.

Auslandsbrief nach Barcelona in der Vierfachzeit (26.-30.11.1923). Portosoll 320 Milliarden, Frankiert mit 80 Milliarden Mark, was durch die Vierfachaufwertung der Marken dem Porto von 320 Milliarden Mark entspricht.

Die Vierfachaufwertung verführte die Postkunden dazu, auch ältere Marken aus ihrem Besitz zu verwenden. In der Woche zuvor hätten die Marken den selben Wert gehabt (80 Milliarden Auslandsbrief). Aber da hat keiner die alten Marken verklebt, aber jetzt waren sie ja das vierfache Wert, das das Porto auch ums vierfache gestiegen war, wurde nicht beachtet.

Auf dem Brief wurden Marken zu 5-Millionen-Mark verklebt, einfach unglaublich. Hätte man nur diese theoretisch genommen, hätte man 16 000 Stück gebraucht, also 160 Bogen. Das Verhältnis Marke zu Portosatz betrug 1:16.000.

90 % der Sammler wird solche Rechnung nicht interessieren, mir gefällt er und Gustav Kobold hätte er 100% auch gefallen.

Gruß Bernd


 
muemmel Am: 21.08.2013 19:43:17 Gelesen: 744431# 2342 @  
@ BD [#2341]

Hallo Bernd,

einfach unfassbar und einen Riesenglückwunsch zu diesem einmaligen Teil. Ich bin auch überhaupt nicht neidisch. :-)

Bitte schicke mir Scans von Vorder- und Rückseite mit 300 dpi, denn das Teil gehört auf die Titelseite eines INFLA-Berichtes.

Schönen Gruß und gute Besserung
Mümmel
 
BD Am: 22.08.2013 12:05:51 Gelesen: 744138# 2343 @  
Hallo Harald,

danke für die Genesungswünsche und den Glückwunsch. Werde dir die Scans zusenden. Anbei mein bisheriger Rekordhalter, selbst eine Frankatur mit Marken zu 50 Millionen Mark sind in der den Perioden 20.11.-25.11. und 26.11. -30.11.1923 selten zu finden.

Gruß Bernd


 

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