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Thema: Air Mail / Luftpost - Aufkleber, Labels, Eindrucke, Vermerke
Das Thema hat 528 Beiträge:
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Mozart Am: 28.10.2013 14:30:29 Gelesen: 120535# 329 @  
@ Richard [#327]

Der Bericht über Kosel würde mich sehr interessieren.

Vielen Dank
Mozart
 
saintex Am: 28.10.2013 20:45:57 Gelesen: 120468# 330 @  
@ Mozart [#325]
@ Holzinger [#326]
@ Richard [#327]

Postsegelflug in der DDR 1956/1957

Nachdem ich seit fast 18 Jahren vor Ort in Meiningen lebe, wage ich einmal einige Anmerkungen zu dem von Mozart gezeigten Flugpostbrief aus dem Jahr 1957, obwohl das Sammelgebiet der DDR-Luftpost, noch dazu der Segelflugpost, eigentlich nicht zu meinen Sammelgebieten gehört.

Der nahe Meiningen gelegene 739 Meter hohe Dolmar war bereits seit dem Jahre 1927, ebenfalls wie die in der benachbarten Rhön gelegene Wasserkuppe, ein Mekka für Segelflieger[1].



Nach dem 2. Weltkrieg wagten die Segelflug-Enthusiasten ab dem Jahr 1952 einen Neuanfang und hielten erste Lehrgänge für Segelflieger ab. In diese Zeit fällt auch der 1. Postsegelflug in der DDR. Anläßlich der III. Südthüringer Briefmarkenausstellung in der nahe Meiningen gelegenen Stadt Hildburghausen in der Zeit vom 4. bis 12.8.1956 sollte der 1. Postsegelflug vom Dolmar nach Hildburghausen stattfinden, wobei nach den Angaben auf einer Internetseite zur Geschichte Hildburghausens zwei Segelflugzeuge des Typs Baby mit der Kennung DDR-1509 und DDR-1547 zum Einsatz kommen sollten [2]. Treibende Kraft hinter diesem 1. Postsegelflug in der DDR im Jahr 1956 scheint dabei nach den Angaben auf der erwähnten Internetseite die örtliche Sektion Philatelie des Kulturbundes gewesen zu sein.

Durchstöbert man das Internet, findet man zahlreiche Flugpostbelege, die angeblich am 15.8.1956 mit dem 1. Postsegelflug von Meiningen (Dolmar) nach Hildburghausen befördert wurden. Nachstehend zeige ich einmal zwei Exemplare, die ich im Internet gefunden habe.



Beide Flugpostbriefe ähneln sich hinsicht Aufgabe- und Ankunftsstempel: Meiningen Tagesstempel 15. 8.56.-14, Hildburghausen Sonderankunftsstempel 15.8.56.-15. Lediglich im Flupostbestätigungsstempel entdeckt man bei näherem Hinsehen, dass die Flugzeugkennung variiert, einmal DDR 1509, das andere mal DDR 1547. Danach hat es den Anschein, als ob der eine Teil der auf dem 1. Postsegelflug beförderten Postladung mit dem Segelflugzeug DDR 1509 und der andere Teil mit dem zweiten Segelflugzeug DDR 1547 befördert wurde.

Völlig anders liest sich das jedoch in der in Fn. 1 zitierten Publikation zur Meininger Luftfahrtgeschichte. Dort heißt es auf Seite 22 wörtlich:

Postsegelflug in der DDR

Neben der systematischen Ausbildung gab es aber auch weitere interessante Höhepunkte am Dolmar. Da hatten die Philatelisten in der Zeit vom 4. bis 12. August 1956 in Hildburghausen ihre III. Südthüringer Briefmarkenausstellung. Aus diesem Anlaß sollte der erste Postsegelflug der DDR stattfinden. Hunderte von Briefen trafen zur Beförderung beim Postamt Meiningen ein. Nur ein Teil davon konnte bei dem Flug am 24. Juli 56 im Segelflugzeug von Walter Zinner verstaut werden und so die Luftreise antreten. Der Rest erhielt symbolisch den Tages- und Beförderungsstempel.

Hier klafft beim 1. Postsegelflug in der DDR im Jahr 1956 offensichtlich eine Lücke zwischen Schein und Wirklichkeit.

Interessant ist allerdings der nachstehende Hinweis auf der erwähnten Internetseite zum Flugablauf des 1. Postsegelfluges im Jahr 1956:

Die Landung sollte auf den Werrawiesen erfolgen. Wegen widriger thermischer Verhältnisse werden die Flüge jedoch vorzeitig abgebrochen.

Zu dem von Mozart gezeigten Flugpostbrief aus dem Jahr 1957 habe ich leider weder in der Publikation zur Meininger Luftfahrtgeschichte noch auf der erwähnten Internetseite zur Geschichte Hildburghausens etwas gefunden. Aus den Erfahrungen mit dem 1. Postsegelflug im Jahr 1956 lassen sich für den von Mozart gezeigten Flugpostbrief aus dem Jahr 1957 aus meiner Sicht jedoch folgende Schlußfolgerungen ziehen:

1. Diese Flugpostbriefe und die „Bestätigungsstempel“ haben wir nicht dem österreichischen Händler Adolf Kosel sondern örtlichen Sammlerfreunden zu verdanken.

2. Vermutlich war es tatsächlich so, dass das auf dem Dolmar gestartete Segelflugzeug aufgrund widriger Witterungsverhältnisse das weiter östlich gelegene Sonneberg nicht erreicht hat und eine Außenlandung machen musste.

3. Der grüne Flugunterbrechungsstempel wurde wohl von den Initiatoren des Postsegelfluges angebracht, um die Attraktivität der Flugpostbelege zu erhöhen.

4. Ob die auf dem Markt angebotenen Flugpostbriefe tatsächlich am 3.9.1957 mit dem Postsegelflug von Meiningen (Dolmar) nach Sonneberg befördert wurden oder nicht nur symbolisch den Tages- und Beförderungstempel erhielten, erscheint mir äußerst fraglich.

Quellenangaben:

[1] Günter Flach, Meiningen aus der Vogelperspektive – einst und jetzt -, 1. Aufl. Verlag A.Resch Meiningen 1998 Seite 12ff.
[2] http://dunkelgraefinhbn.de.tl/1949-_-1990.htm

saintex
 
Holzinger Am: 28.10.2013 21:22:03 Gelesen: 120452# 331 @  
@ Mozart

Zwei Fragen nachgeschoben:

- Ist die Adresse auf dem Brief (Ausstellungsleitung) gestempelt. Meiner Ansicht nach JA, den in allen 3 Zeilen sind die 1. Buchstaben links unvollständig. Ein Stempel lohnt sich doch nur, wenn "viele" (gleiche) Adressen benötigt werden.

- Wieso läuft so ein Brief als "Zeitungsdrucksache"?

Danke an saintex [#330] für die Hintergrundinformationen. Die Umstände des 2. Flug(-belegs) es bleiben aber danach erst recht mysteriös für mich.
 
saintex Am: 28.10.2013 22:56:17 Gelesen: 120427# 332 @  
@ Holzinger [#331]

Ich verstehe nicht, was daran mysteriös sein soll. Wie das abgelaufen ist, liegt doch glasklar auf der Hand:

Es ging Herrn Kosel darum, eine österreichische Zuleitung zu einem Postsegelflug in der damaligen DDR und damit einen aus damaliger Sicht „wertvollen“ Flugpostbeleg zu kreieren. Also frankierte er die Briefe mit österreichischen Briefmarken und sandte diese, entweder als Sammelsendung unter Umschlag oder einzeln ganz normal mit der Post oder – noch wahrscheinlicher- per Boten an seinen Verbindungsmann in der DDR, mit dem er vorher eine entsprechende Vereinbarung getroffen hatte, insbesondere auch hinsichtlich der Honorierung. Vermutlich war dies eine Person aus dem Umfeld der Ausstellungsleitung der IV. Südthüringer Briefmarkenausstellung und des Organisators des Postsegelfluges 1957.

Diese Person hob die von Herrn Kosel vorbereiteten Flugpostbriefe auf, bis der Postsegelflug witterungsbedingt Anfang September 1957 durchgeführt werde konnte und gab die Briefe –im günstigsten Fall- dem Segelflugzeug mit oder sorgte –im ungünstigsten Fall- wie im Jahr 1956 zumindest dafür, dass die Briefe „symbolisch“ den Tages- und Beförderungsstempel erhielten, auch wenn sie mit dem Segelflugzeug nicht befördert wurden. Aufgrund der Aussenlandung des Segelflugzeuges konnten die Briefe noch durch einen grünen Flugunterbrechungsstempel aufgemotzt werden, was ihren Verkauf positiv beeinflusste. Aber dafür konnte Herr Kosel vermutlich nix.

Anschließend sorgte Kosel’s Verbindungsmann dafür, dass die Briefe mit der normalen Post an seinem Auftraggeber nach Wien zurückliefen.

Die Lösung ist ganz einfach, wenn man sich von dem Glauben frei macht, dass der Postweg des Flugpostbriefes allein postalischen Regularien folgte. Es ging hier in erster Linie darum, ein philatelistisches Produkt zu schaffen, das mit entsprechendem Profit an zahlungswillige Luftpostsammler abgesetzt werden konnte. 1957 war das noch möglich. Heute werden derartige zweifelhafte aerophilatelistischen Belege im Internet für einstellige Eurobeträge verramscht.

saintex
 
Mozart Am: 28.10.2013 23:38:56 Gelesen: 120414# 333 @  
@ Holzinger
@ saintex

Vielen Dank für eure Kommentare zu dem Beleg. Ich stimme natürlich vollkommen zu, daß es sich hierbei um keinen philatelistischen Leckerbissen handelt! Mir ging es eigentlich nur um den Vermerk der Notlandung, da ja hier im Thread auch Vermerke gewünscht werden.

In dem Sinne zeige ich nun noch ein Heftchen aus der Schweiz, 1937!

Vor- und Rückseite



1x Aufklappen



2x Aufklappen Mittelteil



3x Aufklappen



Mit besten Sammlergrüßen
Mozart
 
Richard Am: 29.10.2013 09:25:21 Gelesen: 120335# 334 @  
@ Mozart [#328]

Zum finanziellen Aspekt: Ein ähnlicher Beleg wurde gerade bei Ebay zu 6,90 Euro versteigert:

http://www.ebay.de/itm/DDR-515-POSTSEGELFLUG-1957-NOTLANDUNG-dekorat-Brief-ANSCHAUEN-4304-/190914783419?pt=Briefmarke&hash=item2c736868bb&nma=true&si=CewPDsUwtHx0%252FM0kerQjZa7LHWI%253D&orig_cvip=true&rt=nc&_trksid=p2047675.l2557

(sollte der Link nicht mehr funktionieren, bitte ich um Meldung rechts oben auf das Ausrufezeichen)

Es werden jede Menge Postsegelflugbelege angeboten:

http://www.ebay.de/sch/Briefmarken-/260/i.html?_from=R40&_nkw=postsegelflug&LH_Complete=1&rt=nc

Schöne Grüsse, Richard
 
Mozart Am: 29.10.2013 11:43:32 Gelesen: 120306# 335 @  
@ Richard [#334]

Auch dir vielen Dank für deine Recherche. Anmerken möchte ich noch, daß bei dieser Art von Sammlung der finanzielle Aspekt für mich nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Beste Grüße
Mozart
 
saintex Am: 30.10.2013 21:45:37 Gelesen: 120078# 336 @  
Luftpost Danzig

Die Luftpost der Freien Stadt Danzig erfreut sich bei zahlreichen Sammlern immer größerer Beliebtheit. Die auf Auktionen für Danzig-Luftpost erzielten Preise sprechen dafür. Unterstützt wird der Danzig-Luftpostsammler durch erstklassig recherchierte Publikationen zur Danziger Luftpost [1] und den Danziger Posttarifen [2].

Hier ein Danziger Luftpostbrief aus dem Jahr 1927, adressiert nach Mataus im Senegal/Franz. Westafrika. Diese Destination findet man auch nicht auf jeder Auktion (oder bei ebay).



Literatur

[1] Hans-Joachim Düsterberg, Luftpost Freie Stadt Danzig bis 1945, 3 Bände Lingen, März 2009
[2] Theo Henn, Postgebühren der Freien Stadt Danzig 1919-1939, 2 Bände, 2. Aufl. Donauwörth 2006/2007

saintex
 
Mozart Am: 30.10.2013 23:12:26 Gelesen: 120050# 337 @  
Als Luftpostsammler finde ich auch immer Post von und an Flugzeugbauer sehr interessant.

Hier ein Poststück an die Boeing Werke in Renton/Washington.

Interessant finde ich, dass der Zusatzstempel keine Jahreszahl aufweist! Wie dem auch sei, der Beleg wurde am 24. Oktober 1959 gestempelt, Berlin - Zentralflughafen.



Am 2. November 1959 wurde der Beleg rückseitig in Renton/Washington nach der Ankunft gestempelt.

Beste Sammlergrüsse
Mozart
 
DL8AAM Am: 31.10.2013 14:35:49 Gelesen: 119964# 338 @  
@ Mozart [#337]

Interessant finde ich, dass der Zusatzstempel keine Jahreszahl aufweist!

So konnte er (hätte können) jedes Jahr zum "Jahrestag der Vereinten Nationen" am 24. Oktober immer wieder neu verwendet werden. Vielleicht wurde er ja sogar? Auch die Karte selbst trägt übrigens nur den Zudruck "Jahrestag der Vereinten Nationen" ohne jegliche Jahresangabe. Also 1x in einen Stempel und in eine billigere Großauflage Postkarten investiert und jedes Jahr neu an die Aerosammler verkauft. ;-)

Gruß
Thomas
 
wajdz Am: 08.11.2013 18:43:01 Gelesen: 118836# 339 @  
@ Marcel [#246]

Zu diesem Zeitraum noch ein Brief im Fernverkehr (12) = 12

MeF waagwerechtes Paar MiNr 516 (6) = 12

Rollstempel MANNHEIM 2 / u / 6.9.35 mit Luftpostwerbung für schnelle Inlandflüge



MfG wajdz
 
ligneN Am: 08.11.2013 19:08:50 Gelesen: 118828# 340 @  
@ Saintex

1) Portoaufschlüsselung Bf April 1937: verklebt sind Y4.01.

L-Portoperiode via USA 1937.4.1-1938.1.31, L-Zuschlag je 20g: nach Brasilien Y. 3.65.
Dazu Landweg Brief 20 Sen (1937.4.1-1944.3.31), Einschreiben 16 Sen (1925.10.1-1944.3.31) = 4.01.

Der Zensurstempel ist sehr ungewöhnlich, sehe ich hier zum ersten Mal.

Literatur: auf deutsch nur Portoübersichten von F. Eichhorn in den "JAPANberichte" der Arge Japan. Habe sie hier nicht zur Hand, müßten 140er/150er Nummern aus den 1990er Jahren sein.

2) Nachtrag Bf 1941

Zu LATI-Zuleitungen aus Japansammlers Blickwinkel. Es sind schon noch einige mehr bekannt, *ohne Gewähr* höchstens 15 Stück, davon nur 3 gelaufene (2 nach Hamburg). Die übrigen sind liegengebliebene/zurückgeleitete = dh Oktober-Dez. aufgegeben. Die Briefe sind oft nicht speziell als via Chile-Buenos Aires gekennzeichnet, nur am Porto erkennbar und vielleicht deshalb unter dem Radar der Profis durchgeschlüpft. Einige wurden auch nur in Japan angeboten.
Ein Brief schaffte es bis in die Nähe von Hawaii, bevor er mit der 'Tatsuta Maru' um Mitternacht 6/7.12.41 umkehrten mußte. Dieser war als "via San Francisco-Chile-Buenos Aires" frankiert, also L-Zuleitung ab US-Westküste.

L-Belege aus Europa in der Gegenrichtung via Chile nach Japan oder China sind ja einige mehr bekannt bzw. publiziert, z. B. weil sie im Focus der DR-Luftpost-Sammler stehen (etwa öfters in "Philatelie" des BdPh), meistens aber ebenfalls an die Absender zurückgegeben worden. Kürzlich war so einer bei der 26. Gärtner Auktion, aus eine großen belgischen Zensurpostsammlung.

Berichtigung: die 'Naruto Maru' fuhr für Südamerika Westküsten Linie der Reederei NYK.
Die OSK Südamerika Westküstenlinie war bereits 1940 eingestellt worden.

Hier ein Bild der Naruto Maru, Quelle Webseite "combinedfleet.com":



Gruß
ligneN
 
filunski Am: 06.01.2014 18:10:47 Gelesen: 112854# 341 @  
Verehrte Luftpostfans,

nach längerer Zeit möchte ich dieses Thema mal wieder nach oben holen mit einem nicht sehr spektakulären Beleg, der aber einen nicht oft gesehenen Luftpostaufkleber zeigt:



Ein Neuseeländischer Luftpostbrief vom 3. Februar 1973 von Auckland über Sydney (Australien) nach New Plymouth (Neuseeland). Versehen mit einem Sonderstempel anläßlich des Einweihungsflugs mit der Douglas DC 10 Tri-Jet (Kennung ZK-NZL) auf der Strecke Auckland - Sydney und zurück [1].

Hier nochmals der Sonderstempel des Aucklander Hauptpostamts für diesen Flug:



Besonders schön aber auch ein typisch Neuseeländischer Luftpostaufkleber dazu.



Die abgebildete Figur rechts (vielleicht nicht gleich von Jedermann als solche zu erkennen) zeigt stilisiert das Neuseeländische Nationalsymbol, den Kiwi.

Beste Grüße,
Peter

[1] James A. Stapelton, The New Zealand Air Mail Catalogue
 
Sachsendreier53 Am: 10.01.2014 10:29:01 Gelesen: 112608# 342 @  
DDR- Luftpostkarte anlässlich der Olympischen Spiele in Seoul/Südkorea 1988



mit Sammlergruß,
Claus
 
saintex Am: 12.01.2014 00:07:46 Gelesen: 112512# 343 @  
Nachfolgend ein Luftpostbrief aus dem Jahr 1974, der beim Absturz des Lufthansa Jumbo Jets Boing B 747 "Hessen" am 20.11.1974 in Nairobi/Kenia auf dem Flug nach Johannesburg/Südafrika beschädigt wurde.



Nach dem Abflug in Frankfurt/Main am 19.11.1974 verunglückte die "Hessen" am Morgen des 20.11.1974 nach einer Zwischenlandung in Nairobi/Kenia beim Start zum Weiterflug nach Johannesburg. Die gerettete und nach Südafrika adressierte Luftpost erhielt in Südafrika einen zweisprachigen Hinweisstempel in Englisch und Afrikaans, der auf den Flugunfall hinwies. Hier links neben den italienischen Freimarken angebracht.



Literatur

Henri L. Nierinck, Courrier Récupéré - Recovered Mail, Band 2: 1937 - 1988, Belgien 1995
Earl Moorhouse, Wake up, it's a crash - The story of the first 747 jet disaster, London 1980

saintex
 
saintex Am: 15.01.2014 00:49:05 Gelesen: 112183# 344 @  
Erstflugbrief befördert auf der am 15.4.1926 neu eröffneten Luftpostlinie von Chicago nach Saint Louis (Contract Air Mail Route No.2 ).



Am Steuerknüppel des Postflugzeuges des Typs DH-4 sass ein damals unbekannter junger Postpilot, der ein Jahr später Weltruhm erlangen sollte: Charles Lindbergh. Am 20./21.5.1927 gelang ihm die erste Alleinüberquerung des Nordatlantiks ohne Zwischenlandung von New York nach Paris mit seinem Eindecker, der Spirit of Saint Louis, hier abgebildet auf einer us-amerikanischen Luftpostmarke aus dem Jahr 1927 (Michel USA Nr. 306, Scott C 10).



Der Bezwinger des Nordatlantiks hier abgebildet auf einer us-amerikanischen Freimarke aus dem Jahr 1998.



Literatur

American Air Mail Catalogue, Vol. 3 5. Aufl. Cinnaminson, N.J./USA 1978 Seite 1409ff.

saintex
 
Altmerker Am: 18.01.2014 19:35:03 Gelesen: 111868# 345 @  
Dieser Beleg ging von China in die DDR, Brief einer Zeitschrift.

Das Label ist eingedruckt.


 
saintex Am: 19.01.2014 23:13:53 Gelesen: 111781# 346 @  
Concorde



Das Sammeln von Erstflugbriefen, die mit dem ersten Überschall-Passagierflugzeug, der Concorde befördert wurden, erfreute sich unter Aerophilatelisten in den 1970er und 1980er Jahren großer Beliebtheit. In der DBZ wurden damals die Erstflüge der Concorde regelmäßig angekündigt, so dass der interessierte Aerophilatelist selber Flugpostbriefe zu den Erstflügen aufliefern konnte. Nach dem Ende der Ära der Überschall-Passagierluftfahrt im Jahre 2003 scheint auch das aerophilatelistische Gebiet der Concorde-Erstflugbriefe in einen Dornröschenschlaf versunken zu sein.

Hier ein Erstflugbrief befördert mit der Concorde am 10.4.1976 auf dem Flug von Caracas/Venezuela nach Paris. Abflug in Caracas 10.4.1976 13.30 Uhr, Ankunft in Paris 10.4.1976 19.20 Uhr.





Der 2. Pilot auf diesem Erstflug, Guillaume Tardieu hat selber eine aerophilatelistische Seite ins Netz gestellt mit weiteren Concorde-Erstflugbriefen:

http://tardieuautographes2255.blogspot.de/

saintex
 
Altmerker Am: 24.01.2014 23:42:28 Gelesen: 111368# 347 @  
Interessanter Beleg mit Flugpost-Aufkleber und Kennung auf Zeitungsstreifband von Wien nach Bagdad als Drucksache, recht seltene Portostufen-Kombination.


 
Kalmimaxiss Am: 26.01.2014 15:34:05 Gelesen: 111183# 348 @  
@ saintex [#346]

Kleine Berichtigung, wenn auch etwas OFF TOPIC:

Die Seite http://www.concordescopia.com ist nicht vom Piloten G. Tardieu ins Internet gestellt worden, sondern von einem französischen Sammler mit sehr guten Beziehungen zu Concorde-Piloten und der Air France. Er dürfte die größte Unterschriftssammlung der französischen Concorde-Piloten besitzen, so hat er praktisch die Flüge jedes französischen Piloten mit Unterschriftsbelegen dokumentiert, häufig mit Signaturen der ganzen Crews, u.a. auch die des Piloten G. Tardieu!

Für den Concorde-Sammler sind von besonderem Interesse jene signierten Belege des 1. Concorde-Piloten überhaupt, Cdt. Andre Turcat, die entsprechend auch teuer gehandelt werden. Aus meiner Sammlung hier Belege der Piloten Turcat, Fournier, Chillaud und Prunin.





In Frankreich, den USA und England erfreut sich das Sammelgebiet nach wie vor großer Beliebtheit, speziell in England erscheinen regelmässig Sonderstempel zu diesem Thema:


 
Altmerker Am: 29.01.2014 19:43:49 Gelesen: 110860# 349 @  
Der Beleg ist nun nicht unbedingt der Bringer. Interflug nach Pjöngjang oder wie aktuell die Hauptstadt Nordkoreas heißt. Dort Ankunfts- oder Rückkunftstempel 10 Tage später. Der nostalgische Luftpost-Aufkleber ist schon interessant. Nun das Kuriose: Als ich den Beleg bei ebay los werden wollte, wurde das zum Politikum: Alles, was Nordkorea in der Beschreibung hätte, verstoße gegen die Geschäftsbedingungen.


 
saintex Am: 08.03.2014 00:11:58 Gelesen: 106954# 350 @  
Luftpost im 2. Weltkrieg

Hier ein Luftpostbrief, der von den Ereignissen während des 2. Weltkrieges - im wahrsten Sinne des Wortes - überrollt wurde.



Am 2.12.1941 im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufgegeben, war der Luftpostbrief nach Leutkirch im Allgäu adressiert. Mit 30 cent, hier dargestellt durch 5 Marken USA Mi.-Nr. 442 zu 6 cent, war der Lp.-Brief für eine Beförderung mit der us-amerikanischen Fluggesellschaft PanAm nach Europa auf der Route über den Nordatlantik ordnungsgemäß frankiert. Die Flugroute ist auf dem Lp.-Brief auch nochmals durch den Lp.-Leitstempel oben rechts vorgegeben.



Mit einem Flugboot der PanAm traf der Lp.-Brief am 6.12.1941 in der damaligen britischen Kronkolonie Bermuda ein und sollte nach dem Durchlaufen der britischen Zensur am 7.12.1941 weiter Richtung Osten nach Europa befördert werden. Dazwischen kam jedoch der japanische Angriff auf Pearl Harbour am Morgen des 7.12.1941 und der daraufhin folgende Kriegseintritt der Vereinigten Staaten.

Der Luftpostbrief durchlief zwar noch die britische Zensur in Hamilton/Bermuda und wurde von dem britischen Zensor Nr. 980 zensiert. Die Weiterbeförderung nach Deutschland wurde jedoch durch den Kriegseintritt der USA verhindert. Erst im Juli 1942 wurde der Brief von der britischen Zensur freigegeben und am 26.7.1942 von den us-amerikanischen Postbehörden an den Absender zurückgeleitet.



Literatur

Peter A. Flynn, Intercepted in Bermuda - The Censorship of Transatlantic Mail during the Second World War, Chicago,Il./USA 2006

saintex
 
saintex Am: 09.03.2014 00:11:00 Gelesen: 106873# 351 @  
Luftpost-Propaganda

In zahlreichen Staaten wurde in den 1930er Jahren Werbung für die Beförderung der Briefpost mit der Luftpost gemacht. Meist beschränkte sich diese Werbung aus philatelistischer Sicht darauf, dass Poststempel - wie im Deutschen Reich - einen auf die Luftpostbeförderung hinweisenden Werbezusatz enthielten. Einfallsreicher war dagegen die Werbung in Frankreich.

In den Jahren 1933/34 wurde Briefpost, auch ohne frankierten Luftpostzuschlag, zu Werbezwecken mit der Luftpost befördert. Dabei erhielt die so zu Werbezwecken beförderte Luftpost teilweise einen Hinweisstempel in französischer Sprache, der darauf hinwies, dass die Postsendung ausnahmsweise zu Werbezwecken ohne Luftpostzuschlag mit der Luftpost befördert wurde.



Nachstehend zwei Bedarfsbriefe vom 3.2.1933 nach Indochina und vom 28.11.1934 nach Chile, die nur mit dem jeweiligen Auslandsporto frankiert sind und die von dieser kostenlosen Werbung für die Luftpostbeförderung profitierten.



Besonders originell war die französische Luftpostwerbung für die Luftpostbeförderung nach Südamerika. Hier wurde eine eigene Werbevignette gedruckt und bei Bedarf von der französischen Postverwaltung auf den Brief geklebt, der so ohne Luftpostzuschlag per Luftpost nach Südamerika befördert wurde. Die Luftpostvignette wurde in grüner und blauer Farbe gedruckt. Hier ein Beispiel für diese Form der Luftpostwerbung.





Die Luftpostvignette wird ungebraucht regelmäßig bei ebay für "kleines Geld" angeboten. Auf Brief ist sie allerdings nicht einfach zu finden, da sie regelmäßig nur auf Firmen-Bedarfspost Verwendung fand und diese Firmenpost beim Empfänger größtenteils im Papierkorb landete.

saintex
 
alexiosp Am: 22.03.2014 19:20:20 Gelesen: 105814# 352 @  
@ saintex [#55]

Very nice map, thanks for posting this!

In regard with the French Aeropostale air service to and from South America here is a July 1928 example from Buenos Aires to Thessaloniki, Greece. It is a very unusual destination for such an eraly (1928) date that I thought you might like it for your records.

Best Regards (and please forgive me writing in English!)
Alexios


 
Mondorff Am: 02.04.2014 15:14:40 Gelesen: 104936# 353 @  
ParAvion-Aufkleber der neuseeländischen Post – immerhin 112 x 33 mm groß.



Stempel Wellington vom 24.3.2014

Schönen Gruß
DiDi
 

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