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Thema: (?) (169) Deutsches Reich: Dauerserie Hindenburg
Das Thema hat 178 Beiträge:
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hajo22 Am: 02.12.2014 14:28:30 Gelesen: 48760# 79 @  
@ saintex [#76]

Nach der von mir benannten Literatur (#65) wurden beim 1. Flug am 3.2.1934 ab Berlin-Tempelhof mit einer HE (Heinkel) 70 der Deutschen Lufthansa 48 kg Post befördert. Aufgrund der hohen Luftpostgebühren nach Südamerika kann man davon ausgehen, daß die meiste Post 5 gr. nicht überstieg. Bei 48.000 gr. wären das 9.600 Poststücke, die man als Höchstmenge annehmen kann. Sicher war auch (Geschäfts-)Post dabei, die schwerer war als 5 gr., also lag die tatsächliche Menge sicher darunter und betrug vielleicht (ich nehme das mal einfach an) 5-6.000 Poststücke. Vielleicht gibt es genauere Angaben dazu, ich weiß es nicht. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20iger Jahre waren noch spürbar, also Geld knapp.

Der Südatlantikdienst der Deutschen Lufthansa bestand bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges (letzter Flug 24.8.1939).

Ich zeige aus meiner Sammlung einen 5 gr.-Luftpostbrief frankiert mit 100 und 50 Pf. Hindenburg + 25 Pfg. Sondermarke zur Leipziger Messe, gestempelt Berlin SW 61 am 27.6.1940. Entweder über Lissabon oder über Italien abgeleitet, entsprechende Stempel sind auf dem Poststück nicht vorhanden. Vielleicht weiß "saintex" mehr dazu.
Portoberechnung: 25 Pfg. Auslandsbrief bis 20 gr., Luftpostgebühr nach Argentinien 1,50 RM pro 5 gr.
OKW-Zensur, vermutlich Zensurstelle Berlin



Viele Grüße
Jochen
 
stampmix Am: 03.12.2014 20:56:36 Gelesen: 48681# 80 @  
Hallo zusammen,

hier eine Einzelfrankatur der 40 Rpf. Hindenburgmarke (Mi.524) als Einschreiben-Auslands-Warenprobe bis 100gr., am 24.8.1936 von Friedrichshafen nach St.Louis (USA) gesandt.

In St.Louis angekommen wurde der R2 "SUPPOSED LIABLE / to Customs Duties" und der Taxstempel(?) "Foreign Letter Package / COLLECT 10 CENTS / for Custom Clearance. / Postage-due stamps to / be affixed & cancelled." abgeschlagen, sowie die notwendige 10 cts- Marke vorschriftsmäßig angebracht und entwertet. Die Zollbehandlung wurde mit dem "PASSED FREE / U.S. CUSTOMS ST.LOUIS" abgeschlossen.



beste Grüsse
stampmix
 
hajo22 Am: 03.12.2014 21:59:29 Gelesen: 48657# 81 @  
Philatelistische Spielerei zum Tag der Briefmarke 1937, die es sogar in den Michel-Deutschland-Spezialkatalog (Katalog 2012: Seite 543) geschafft hat.

Bogen der 3 Pf. Hindenburg-Marke wurden zum Tag der Briefmarke schachbrettartig mit Werbung überdruckt (auf private Initiative).

Hier als Drucksache mit einem senkrechten Paar 3 Pf. Hindenburg-Marke + mit Werbung überdruckte Marke, anstandslos gestempelt und befördert am 10.1.1937 in Frankfurt/a.M.

Auf der Ansichtsseite Werbung des KABE-Verlages.



Schönen Abend.
Jochen
 
stampmix Am: 04.12.2014 20:12:04 Gelesen: 48598# 82 @  
@ hajo22 [#81]

Bogen der 3 Pf. Hindenburg-Marke wurden zum Tag der Briefmarke schachbrettartig mit Werbung überdruckt (auf private Initiative).

Hallo Jochen,

"überdruckt" kann ich nicht erkennen. Wurden die Markenfelder im Bogen durch Werbung ersetzt?

Hier ein Brief der es eilig hatte und am 7.11.1934 von Crivitz nach Lübeck gesandt wurde. Portogerecht frankiert mit 2*Mi.512 und 2*Mi.553.



besten Gruss
stampmix
 
Jürgen Zalaszewski Am: 04.12.2014 21:36:12 Gelesen: 48584# 83 @  
Hallo in die Runde,

zur Hindenburg-Trauerrand-Serie möchte ich auch einen interessanten Brief zeigen. Die Marken wurden in Halle am 2.12.36 abgestempelt, da war die 5 Rpfg Marke schon seit 11 Monaten ungültig. Die Nachgebühr von 8 Rpfg setzt sich aus dem Fehlbetrag von 5 Rpfg, 1 1/2 mal genommen und auf vollen Pfennigbetrag aufgerundet, zusammen.



Beste Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 05.12.2014 16:19:17 Gelesen: 48533# 84 @  
@ stampmix [#82]

"überdruckt kann ich nicht erkennen."

Ich habe es sinngemäß so wiedergegeben, wie es im Michel-Spezialkatalog vermerkt ist. Es wurden also 3 Pf. Hindenburgmarken durch den Aufdruck "entwertet". Das war den Initiatoren die Sache wert.

Hier noch ein Scan des Überdrucks, der m.E. am unteren Rand einen braunen Streifen zeigt, also eine 3 Pf.-Marke verdeckt.

Anders kann es ja nicht sein, denn die Post war nicht Initiator dieser Werbekampagne zum Tag der Briefmarke.



Ich zeige heute einen interessanten Luftpostbrief aus Pforzheim nach Teheran/Iran.

Hier wurde die Luftpostgebühr (Europa-Tarif 10 Pf.) nur bis Moskau bezahlt. Ab Moskau ging es dann konventionell - also mit der Bahn - nach Teheran.

Keine philatelistische Spielerei (Absender Uhrenfabrik, Empfänger eine Bank im Iran). Vermutlich gab es keine direkte Luftpostverbindung Deutsches Reich-Iran.

Gestempelt 24.12.1940 mit handschriftlichem Vermerk "Luftpost bis Moskau", frankiert mit 25 Pf. Auslandsbrief bis 20 gr. und 10 Pf. Luftpostgebühr.

Während des Krieges verschickt: OKW-Zensur, Zensurstelle vermutlich Frankfurt a.M., Ankunftsstempel Januar 1941 (schwer lesbar).



Schönen Abend.
Jochen
 
saintex Am: 05.12.2014 17:24:58 Gelesen: 48513# 85 @  
@ hajo22 [#84]

Hallo Jochen,

eine direkte Luftpostverbindung Deutsches Reich-Iran bestand in der Tat nicht, weder vor noch nach Ausbruch des 2. Weltkrieges Anfang September 1939.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde deutsche Luftpost in den Iran per Luftpost bis Bagdad oder Basrah im Irak befördert und von dort aus weiter mit Eisenbahn, auf der Straße oder mit Luftpost in den Iran. Laut letzter Luftpostliste vor Beginn des 2. Weltkrieges (Ausgabe August/September 1939) wurden für die Beförderung der deutschen Luftpost nach Bagdad folgende Flugverbindungen genutzt:

a) Berlin-Athen-Beirut-Bagdad (Deutsche Lufthansa)
b) Amsterdam-Batavia/Niederl. Indien (niederländische KLM)
c) London-Singapur (britische Imperial Airways)
d) Brindisi-Bagdad (italienische Ala Littoria ?)
e) Marseille-Hongkong (französische Air France)

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges waren diese Flugverbindungen für die deutsche Luftpost in den Iran unterbrochen. Laut Luftpostliste vom 7.10.1940 (dort Seite 14) wurde deutsche Luftpost in den Iran nur noch auf der Teilstrecke Berlin-Moskau mit Luftpost befördert und hatte den Leitvermerk "Mit Luftpost bis Moskau" zu tragen. Der Luftpostzuschlag betrug 10 Rpf je 20 Gramm. Insoweit ist Dein Luftpostbrief vorschriftsmäßig beschriftet und portogerecht frankiert.

Auch diese Luftpostverbindung wurde im Juli 1941 nach dem Kriegsausbruch zwischen Deutschland und der Sowjetunion unterbrochen. Die Luftpostliste vom 1.8.1941 vermerkt zur Luftpostverbindung in den Iran knapp "- z. Zt. kein Verkehr -".

MfG

Wolfgang
 
volkimal Am: 06.12.2014 06:54:49 Gelesen: 48464# 86 @  
@ stampmix [#82]

Hallo stampmix,



ich glaube, dass man es so am besten sieht.

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 06.12.2014 09:25:43 Gelesen: 48452# 87 @  
@ volkimal [#86]

Vielen Dank Volkmar.

So sieht man es wirklich. Da wurde tatsächlich erst mit weißer, dann mit schwarzer Farbe überdruckt.

besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 06.12.2014 09:30:01 Gelesen: 48448# 88 @  
@ saintex [#85]

Danke für Deine sehr ausführlichen Erläuterungen zu den Luftpost-Transportmöglichkeiten aus dem Deutschen Reich in den Iran vor und während des II. Weltkrieges.

@ volkimal [#86]

Danke. Jetzt sehr deutlich zu sehen (ich konnte es nicht besser zeigen, da keine losen Marken vorhanden mit diesen Überdrucken).

Zurück zum Thema.

Heute zeige ich eine Deutsches Reich P 230IF mit einer nicht so häufigen "Destination".

Der Frageteil dieser Antwortkarte, gestempelt Berlin-Neukölln 1, lief am 6.8.1940 gemäß handschriftlichem Vermerk "via Sibiria" nach Shanghai. Die Karte wurde über die "Transsibirische Eisenbahn" nach Ostasien befördert. Der Antwortteil ist abgetrennt (es wurde also vermutlich geantwortet).

Vorderseitig OKW Durchlaufzensur "Ab" der Zensurstelle Berlin und ein unbekannter Zeichen- oder Zahlenstempel.

Die Ganzsache ist oben links numeriert mit "Karte I". Sie stammt aus einer Korrespondenz von der mir noch weitere Frageteile der P 230IF vorliegen. Die Karte wurde eng beschrieben (vorder- und rückseitig).



Schönen Samstag.
Jochen
 
volkimal Am: 06.12.2014 10:41:40 Gelesen: 48436# 89 @  
@ hajo22 [#88]

Hallo Hajo,

eine sehr schöne Karte! Eine Karte nach China kann ich aber auch noch zeigen:

Onkel Hans, der Bruder von Großvater hat von 1929 bis 1931 in Canton und anschließend bis 1936 in Tsingtao gearbeitet. Nach der Rückkehr in die Heimat hat Onkel Hans natürlich noch weiter Kontakt mit China gehabt. Diese Karte schickte er am 9.5.1938 von Berlin aus nach Kanton.



Die Adresse des Missionshauses in Kanton war "Ha fong tsun". Dieses ist kantonesisches Chinesisch und bedeutet "Dorf unterhalb des Windes". Wie man am oberen Stempel sieht, kam die Karte am 4.6.27 (4.6.1938) in Kanton an. Der Stempel mit den chinesischen Ziffern ist vom 5.6.27 (5.6.1938).



Der Bleistiftvermerk unter der Marke stammt vom Briefträger. Es steht dort sinngemäß "Ich war da, es war keiner anwesend". Um die Karte nachzusenden, wurde wie in China üblicherweise die neue Adresse auf einen Zettel geschrieben und auf die Karte aufgeklebt. Nachdem die Karte nicht zugestellt werden konnte, wurde der Zettel wieder abgerissen. Die Karte erhielt den roten Stempel "Rebuts unknown" also "zurückgewiesen unbekannt". Außerdem erhielt die Karte auf der Rückseite einen roten Stempel aus Kanton vom 20.6.27, diesmal ohne Uhrzeit.



Das chinesische Schriftzeichen unten rechts ist kein offizielles Schriftzeichen sondern ein privates Zeichen eines Postbeamten, dessen Bedeutung natürlich nicht erkennbar ist. Außerdem weiß ich nicht, woher der Nummernstempel "126" links von der Marke stammt.

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 06.12.2014 14:50:02 Gelesen: 48400# 90 @  
@ hajo22 [#88]
@ volkimal [#89]

Hallo zusammen,

nach diesen tollen Ganzsachenkarten hier bedarfsmässige Hausmannskost.

Luftpostbrief von Bremen nach Rio de Janeiro (Brasilien)am 21.9.1934 abgesandt und schon am 27.9.1934 angekommen. Mit 150 Rpf. portogerecht frankiert.

Als Besonderheit frankiert mit der 100Rpf. Hindenburgmarke mit Wafferzeichen Waffel vom Unterrand (Mi.495) und 2*Mi.553.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 06.12.2014 15:33:15 Gelesen: 48387# 91 @  
@ stampmix [#90]

Mit den beiden Trauermarken und der 100 Pfg. mit Wasserzeichen Waffeln ein besonders schöner und seltener Luftpostbrief.

Gleichfalls nach Rio de Janeiro adressiert, allerdings 7 Jahre später und jetzt mitten im II. Weltkrieg lief diese 6 Pf. Hindenburg-Ganzsache per Luftpost zu 140 Pf. auffrankiert nach Brasilien (15 Pf. = Auslandskarte + 1,25 Luftpostgebühr à 5 gr.).

Gestempelt 21.5.1941 aus Friedland/Isergebirge, Rückseite Ankunftsstempel 6.41 (handschriftlich rechts oben 3/6/41).

OKW-Zensur (Berlin oder Frankfurt a.M.).

Ganzsachen aus dieser Zeit mit Luftpost nach Übersee befördert sind nicht häufig.



Viele Grüße.
Jochen
 
saintex Am: 06.12.2014 19:01:15 Gelesen: 48357# 92 @  
Heute Abend will ich einen interessanten Luftpostbrief zeigen, den ich kürzlich für meine Sammlung Luftpost im 2. Weltkrieg erwerben konnte.



Auf den ersten Blick bietet der am 14.1.1941 in Essen aufgegebene Luftpostbrief nach Lissabon keine Besonderheiten. Der Brief scheint allerdings mit 1 x 15 Rpf. und 2 x 25 Rpf Hindenburg, mithin gesamt 65 Rpf. überfrankiert. Das Auslandsporto für einen Brief nach Portugal betrug 25 Rpf., der Luftpostzuschlag 10 Rpf je 20 Gramm[1]. Nach meiner Ansicht hätten 35 Rpf. Porto für den Luftpostbrief nach Portugal gereicht.

Der Lp.-Brief durchlief die deutsche Zensur in der Zensurstelle München (Kennbuchstabe "d" auf dem rückseitig angebrachten Verschlußstreifen), die für die Zensur der Post nach Spanien und Portugal zuständig war[2], und traf ausweislich des auf der Rückseite angebrachten Ankunftsstempel am 29.1.1941 in Lissabon ein.

Die Besonderheit des Lp.-Briefes erschließt sich erst auf den zweiten Blick und besteht in dem auf der linken Seite angebrachten Verschlußstreifen mit der Aufschrift "OPENED BY EXAMINER 1746". Hierbei handelt es sich um einen Verschlußstreifen der britischen Zensur, der Lp.-Brief durchlief also auch noch die britische Zensur. Aber wie war das möglich, wenn der Brief nach Lissabon adressiert war ?

Des Rätsels Lösung liegt in der Postanschrift auf der Vorderseite des Briefes : "Lissabon Postfach 506" war eine sog. Deckadresse ( undercover address), über die Privatpersonen mit Wohnsitz in verschiedenen Kriegsstaaten (hier: Großbritannien und Deutschland) private Nachrichten austauschen konnten. Von Lissabon wurde der Brief per Schiff oder Luftpost nach Großbritannien befördert, wo der Brief in London die britische Zensur durchlief und anschließend dem in Großbritannien wohnhaften Empfänger, Herrn Dr. Adolf Rosenberg zugestellt. Die Organisation und Abwicklung dieses Postaustausches zwischen verfeindeten Staaten war von britischer Seite dem Reiseveranstalter Thomas Cook übertragen worden[3]. Ich werde mal im Thread Zensurpost etwas ausführlicher über dieses spannende und interessante Thema schreiben.

Der Brief war übrigens bei ebay für 1 Euro ausgerufen!

Literatur

[1] Paul-Jürgen Hueske, Die Luftpostzuschläge für EUROPA - Auswertung der Deutschen Luftpostlisten von 1933 bis 1945 , Soest 2011
[2] Karl-Heinz Riemer, Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des II. Weltkrieges durch deutsche Dienststellen - Handbuch und Katalog, Düsseldorf 1979
[3] Charles Entwistle, Undercover Addresses of World War II, 3. Aufl. Perth, Großbritannien 2006; Socrates Bosovitch, Undercover addresses during the Second World War, Athen, Griechenland 2008

Wolfgang
 
hajo22 Am: 06.12.2014 19:40:17 Gelesen: 48341# 93 @  
@ saintex [#92]

Ja, das Postfach war als Deckadresse bekannt.

Du hast noch eine interessante "Kleinigkeit" vergessen: Der Empfänger in Grossbritannien war Jude, denn die Absenderin, wohl eine Verwandte des Dr. Rosenberg, mußte den Zwangs-Vornamen "Sara" neben ihrem richtigen Vornamen im Absender verwenden. Die Nazis hatten per Gesetz bestimmt, daß weibliche Juden den Vornamen "Sara" und männliche den Beinamen "Israel" zu führen hatten.

Insofern gehört dieser Brief auch zum Sammelbereich "Judaika" im 2. Weltkrieg. Was mag wohl in diesem Brief von 1941 gestanden sein? Vielleicht die Bitte um ein Schiffsticket?

Schönen Abend.
Jochen
 
stampmix Am: 06.12.2014 19:44:46 Gelesen: 48334# 94 @  
@ saintex [#92]
@ hajo [#93]

Hallo ihr Beiden,

toll! Wieder was gelernt. Danke.

besten Gruss
stampmix
 
saintex Am: 06.12.2014 20:28:58 Gelesen: 48318# 95 @  
@ hajo22 [#93]

Hallo Jochen,

nein, diese Zusammenhänge waren mir sehr wohl bewusst. Ich bin aber darauf bewusst in meinem Posting von heute nicht eingegangen. Ich hatte nach dem Erwerb des Luftpostbriefes im Sommer 2014 im Internet weitere Recherchen über das Schicksal der jüdischen Absenderin, Frau Mathilde Rosenberg aus Essen angestellt und bin auf der Internetseite der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem fündig geworden. Ich stelle nachstehend den entsprechenden Link ein,

http://db.yadvashem.org/names/nameDetails.html?itemId=3839761&language=en

so dass nun jeder Forumteilnehmer selber entscheiden kann, ob er mehr über das Schicksal der Absenderin erfahren will oder nicht.

Es war eher meine Zurückhaltung vor einem heiklen Thema unserer Geschichte und der Respekt gegenüber der Person der Absenderin dieses Luftpostbriefes, als dessen Eigentümer ich jetzt dieses kleine Stück eines persönlichen Schicksals zu verantworten habe, die mich dazu bewogen haben, das Thema "Judaika" bewußt nicht anzusprechen.

saintex, der nachdenklich auf seinen Bildschirm schaut.
 
hajo22 Am: 06.12.2014 20:53:37 Gelesen: 48300# 96 @  
@ saintex [#95]

Frau Rosenberg wurde also von den Nazis ermordet, wenn ihr Name in der Gedenkstätte in Israel zu finden ist (Link läßt sich nicht öffnen von meinem PC).

Ich habe einige von Luftpostcouverts, meist nach Übersee, die die Zwangsnamen im Absender tragen. Mit diesen und anderen Belegen habe ich eine kleine Gedenksammlung angelegt. Doch das paßt hier überhaupt nicht her.

Ich kann Dich verstehen, angesichts des unbeschreiblichen Leids, sollte man mit solchen Belegen behutsam umgehen. Es war mir nicht bewußt, daß Du die Problematik erkannt hattest.

In diesem Sinne noch einen besinnlichen Abend.
Jochen
 
stampmix Am: 07.12.2014 11:30:24 Gelesen: 48245# 97 @  
Hallo zusammen,

zurück mit einer hohen Frankatur und interessanten Verwendung der Hindenburgmarken mit Wasserzeichen Waffel.

Ein Brief der Königlichen Ungarischen Gesandtschaft Berlin an das Königlich Ungarische Verteidigungsministerium in Budapest. Am 29.6.1934 mit Zusatzleistung Luftpost, Eilboten und Einschreiben versandt. Rückseitig AKS vom 30.6.34 und handschr. Eingangsvermerk vom 1.7.34 - 14.30 Uhr.

Das Porto für diesen 148g schweren Brief betrug:

Auslandsbrief Ungarn <160g: 90 Rpf.
Luftpost 15Rpf./20g: .......... 120 Rpf.
Eilbote: .............................. 50 Rpf.
Einschreiben: ..................... 30 Rpf.

Das Porto von 290 Rpf. wurde mit den 4 werthöchsten Hindenburgmarken zu 50, 60, 80 und 100 Rpf. (Mi.492-495) frankiert, dabei die 100 Rpf. Marke vom Unterrand.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 07.12.2014 12:05:56 Gelesen: 48236# 98 @  
@ stampmix [#97]

Toller Brief in sehr guter Erhaltung. Mit Wasserzeichen Waffeln der Marken besonders wertvoll.

-----

Da ich gerade meine Ganzsachen-Sammelbox auf dem Schreibtisch habe, nochmals eine Hindenburg-Ganzsache in Sonderverwendung.

Ortspostkarte zu 5 Pf. auffrankiert mit 50 Pf. Hindenburg zur Eilboten-Rohrpost-Ortskarte.

Gestempelt Berlin-Schöneberg 3 am 15.7.1937 über SW 19 (10.40 h) mit Rohr 4 nach SW 11.

Porto:

5 Pf. Ortskarte
40 Pf. Eilboten
10 Pf. Rohrpostgebühr

Solche Stücke machen (je)dem Berlin-Sammler Freude.



Schönen Sonntag.
Jochen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 07.12.2014 22:39:38 Gelesen: 48168# 99 @  
Nach diesen tollen Belegen mal wieder etwas normales, Brief zu 12 Rpfg, Aschersleben, 10. 01 1937 mit dem Tag der Briefmarke-Sonderstempel entwertet, allerdings mit einer ein-Rpfg-Mehrfachfrankatur.



Beste Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 08.12.2014 19:17:55 Gelesen: 48108# 100 @  
Für 5 Pf. um die halbe Welt.

So kann man diese Auslandsdrucksache mit 2x1 und 3 Pf. Hindenburg vom 2.7.1935 aus Köln nach dem kleinen Ort Oradell/New Jersey, USA, beschreiben.



Guten Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 09.12.2014 14:08:03 Gelesen: 48050# 101 @  
Die Hindenburg-Medaillon-Marken und -Ganzsachen finden sich in meiner Sammlung in verschiedenen Bereichen.

So auch in der Abteilung "Katapult-/Schleuderflugpost". Ich gehe hier nicht näher auf die Katapultpost ein, es findet sich ein eigener thread dazu im Forum.

Ganzsache P227I mit Flugpostmarke 80 Pf. (Mi.Nr. 536) nach USA adressiert. 95 Pf.-Frankatur für eine Auslandspostkarte mit Zubringerflug zum Dampfer "Bremen" und Katapultflug nach New York. Die Zubringerflüge zu den Katapultdampfern ("Bremen" und "Europa") starteten immer von Köln aus (nach meinem Wissensstand) zu Häfen in England oder Frankreich, je nachdem wo sich der Dampfer gerade fahrplanmäßig befand.

Stempel:

Abgangspostamt: Berlin NW 7, gestempelt 3.9.1934

Zubringerstempel: "Mit Luftpost zum D(ampfer) "Bremen" befördert"

Katapultpoststempel: "Deutscher Schleuderflug-9./10.Sept.34, Dampfer "Bremen" - New York"

Zusätzlich noch ein Aufkleber: "(Lufthansazeichen/Kranich) Mit Deutscher Luftpost"

Keine Ankunftsstempel (dafür deutliche Büroklammerspur).

Portoberechnung (soweit ich das beurteilen kann):

Auslandskarte: 15 Pf.
Zubringerflug: 30 Pf. (Luftpostgebühr Inland und Europa)
Katapultflug : 50 Pf. (je 20 gr.)



Bitte Korrektur, falls ich hier etwas Falsches gepostet haben sollte.

Viele Grüße
Jochen
 
stampmix Am: 09.12.2014 14:48:29 Gelesen: 48045# 102 @  
@ hajo22 [#101]

Hallo Jochen,

toller Beleg einer selten vorliegenden echten Bedarfssendung.

Die Portoberechnung ist völlig richtig, mit folgenden Ergänzungen:

Der Nachbringeflug fand immer von Köln zum Französischen Hafen Cherbourg statt und kostete einschließlich einer möglichen Luftpostzuleitung nach Köln 30 Rpf. Der Vorausflug nach New York mittels Schleuderflug kostete 50 Rpf. Sollte der Brief innerhalb Amerikas weiter per Luftpost befördert werden, war dies zusätzlich zu frankieren; andernfalls wurde (wie hier) im Bordpostamt der Luftpostaufkleber entwertet.

Anbei ein Brief mit Vorausflug von Berlin nach Park Ridge (USA, ca. 30km nördl.Manhattan) vom 26.9.1934 und mit 106 Rpf. (über-)frankiert. Porto für Auslandsbrief 25 Rpf. und Vorausflug 50 Rpf.; vielleicht war ein nicht erforderlicher Nachbringeflug (30Rpf.) vorab frankiert worden? Frankiert mit 4er-Block der Mi.553 vom Unterrand mit Teil-HAN.



mit bestem Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 09.12.2014 16:23:15 Gelesen: 48032# 103 @  
@ stampmix [#102]

Danke für die Korrektur. Ich dachte immer, der Zubringer sei auch nach Southampton geflogen. Sind auf der Rückseite Deines Briefes noch Vermerke?

Viele Grüße.
Jochen
 

Das Thema hat 178 Beiträge:
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