Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: (?) (170) Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 182 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6 7   8  oder alle Beiträge zeigen
 
Saguarojo Am: 06.07.2017 20:04:53 Gelesen: 19030# 158 @  
Frage zum Brief Königreich Hannover

Liebe Forumsmitglieder,

zu diesem Paketbegleitbrief vom Februar 1853 von Buxtehude nach Duderstadt habe ich eine Fage:

Unten links steht in großen Druckbuchstaben MD. Was können die für eine Bedeutung haben?

Die Buchstaben sind nicht aufgedruckt, sondern mit der Feder gezeichnet.



Viele Grüße

Joachim
 
Max78 Am: 06.07.2017 21:03:03 Gelesen: 19016# 159 @  
Hallo Joachim,

ich schätze, dass es sich um das Signatur-Kürzel handelt, das auch auf dem Paket zu finden war. Eventuell in diesem Fall "Magistratsdirection", was zwar nur geraten ist, aber eventuell die portofreie Sendung erklärt. Auf alle Fälle musste, soweit ich das einschätzen kann, auch eine Signatur auf dem Paketbegleitbrief ersichtlich sein. Die Gewichtsangabe 6 Pfund 8 Loth passen zur Sendung von 117 Reichstalern und 2 Gute Groschen Bares (wenn man ca. 29 g für eine Talermmünze rechnet).

mit Grüßen Max

an die Redaktion: eventuell zu verschieben ins Thema Paketbegleitbriefe, wo erfahrene Sammler etwas dazu sagen können (Magdeburger kann Dir das bestimmt noch besser aufschlüsseln).

[Redaktionell verschoben am 07.07.17 in das vorgeschlagene Thema]
 
Saguarojo Am: 06.07.2017 22:00:10 Gelesen: 19001# 160 @  
@ Max78 [#159]

Hallo Max,

ganz herzlichen Dank und viele Grüße.

Joachim
 
Magdeburger Am: 07.07.2017 06:14:35 Gelesen: 18973# 161 @  
@ Saguarojo [#158]

Hallo Joachim,

die Signatur ist ja auch auf dem Paket und meist läßt diese sich aus der Adresse ermitteln - hier also Magistrat Duderstadt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Saguarojo Am: 07.07.2017 08:21:35 Gelesen: 18954# 162 @  
@ Magdeburger [#161]

Danke Ulf,

jetzt ist mir das klar, denn die Buchstaben stehen auch im Brief unter dem Schreiben.

Viele Grüße

Joachim
 
Manne Am: 12.09.2017 17:47:37 Gelesen: 15018# 163 @  
Hallo,

ein Begleitbrief aus Schwenningen von der Württembergischen Uhrenfabrik vom 11.01.1873 nach Opladen, Ankunftstempel vom 14.01.1873.

Gruß
Manne


 
Magdeburger Am: 12.09.2017 18:51:56 Gelesen: 15004# 164 @  
@ Manne [#163]

Hallo Manne,

falls dich die Taxierung interessieren sollte:

Schwennigen -> Opladen beträgt ca. 47 Meilen und danach die Progressionsstufe 8, wie auch siegelseitig notiert. Das Gewicht ist mit 12 Pfund 200 Gramm mit einem Wert von 52 Gulden 30 Kreuzer angegeben.

Danach ergibt sich folgendes:

13 Pfund * 2 Pfennig * 8 Progressionsstufe = 208 Pfennige = 17 1/3 Sgr. aufzurunden auf 17 1/2 Sgr.

Die Wertgebühr betrug einen weiteren Silbergroschen, so dass sich insgesamt 18 1/2 Sgr. ergeben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Manne Am: 12.09.2017 20:47:34 Gelesen: 14984# 165 @  
@ Magdeburger [#164]

Hallo Ulf,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung und Auflistung!

Gruß
Manne
 
Max78 Am: 14.09.2017 13:40:37 Gelesen: 14242# 166 @  
Liebe Sammlerfreunde,

nächstes Brieflein hätte ich auch in zwei anderen Themen vorstellen können, zeigt es doch gleich mehrere Zusatzleistungen in einem. Um so unklarer ist mir die Portobestimmung, und wie immer freue ich mich auf Antworten unserer pfundigen Postgeschichtler.

Wertpaketbegleitbrief + Auslage (Postvorschuss) über 5 1/4 Sgr. von Hachenburg nach Neuwied am 6. Juli 1852:



Schön ist der vorhandene textliche Inhalt, spiegelt er 1. den genauen Inhalt der vermischten Geldsendung wider und 2. erklärt er den Betrag des Postvorschusses. Auf gut deutsch gibt der Händler dem Gegenüber zu verstehen: "Junge, missbrauch' unser Vertrauen nicht, es gibt noch andere, also beweise uns Deine "Ehrlichkeit" (in Form von Rückerstattung von 5 Sgr.), um auch in naher Zukunft noch weitere Geschäfte mit uns machen zu können.":



Nun fallen hier ggf. gleich mehrere Leistungen an, die man für die Portobestimmung berücksichtigen muss. Wie gesagt, ich kann aufgrund meiner unzureichenden Erfahrung nur folgendes vermuten:

1. der Begleitbrief an sich ist portofrei
2. das aufgeführte Porto auf dem Beleg berücksichtigt Postvorschuss + Prokura und Porto des Wertpäckchens nach Gewicht/Entfernung + Versicherungsgebühr

Meiner Meinung nach sind 5 1/4 Sgr. in blau notiert, durchgestrichen und erneut 10 Sgr. berechnet worden. Doch wie rechnet sich das zusammen? Gehe ich davon aus, dass man die Änderung eines einheitlichen Paketportos vom 1. Juli 1852 angesetzt hat, dann wären es rund 19-20 Pfennige, umzurechnen in 1 3/4 Sgr. (vorausgesetzt, die Entfernung liegt bei bis zu 5 Meilen). Die Versicherungsgebühr müsste sich bei 250 Thalern eigentlich auf 2,5 Sgr. belaufen. Zusätzlich dem Postvorschuss + 1 Sgr. Prokura käme man aber auf 10,5 Sgr.

ich freue mich auf jede Verbesserung,

mit Grüßen Max
 
Magdeburger Am: 14.09.2017 14:22:17 Gelesen: 14225# 167 @  
@ Max78 [#166]

Hallo Max,

erstmal ist es kein Postvorschußbrief, sondern nur ein Wert-Paketbegleitbrief. Hachenburg gehört zu Thurn-und Taxis, Neuwied ist wiederum preussisch.

Da hier die Gesamtentfernung noch unter 5 Meilen liegt, galt das für jede Posthoheit eine Progressionsstufe anzuwenden war. Das Gewicht ist mit 12 Pfund 4 Loth angegeben, der Wert mit 250 Thaler.

Für das Paket galt:

- 13 Pfund * 2 Pfennige * 1 Progressionsstufe = 26 Pfennige, aufzurunden auf 2 1/4 Sgr.
- Je 100 Thaler betrug die Wertgebühr 1 Sgr., also bei 250 Thaler sind es somit 3 Sgr.

In Summe ergibt sich somit 5 1/4 Sgr. - steht auch im Auslagenstempel, welcher für das fremde Porto (das Taxische ab Hachenburg bis Grenze zu Preussen) eingesetzt wurde.

Für Preussen hätte die gleiche Taxe angesetzt werden müssen, was scheinbar unterblieb.

3 Sgr. Werttaxe ist identisch - für das Paket wurde (falsch) gerechnet:

13 Pfund * 1,5 Pfennige * 1 Progressionsstufe = 19,5 Pfennige, was aufgerundet 1 3/4 Sgr. entspricht. So kommt auf 10 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Max78 Am: 14.09.2017 14:50:00 Gelesen: 14219# 168 @  
@ Magdeburger [#167]

Lieber Ulf,

vielen Dank für diese so schnelle Aufklärung. Mir war bis dato noch unklar, in welchen Fällen diese Auslage-Stempel zum Einsatz kamen. An 2 Posthoheiten dachte ich dabei nicht.

Nur noch eine kurze Frage zu (falsch) berechnetem Porto seitens Preussens: Wie kann ich das verstehen, wenn ab dem 1. Juli 1852 das vereinheitlichte Paketporto von 1,5 Pfennigen pro Pfund je 5 Meilen gesetzlich verabschiedet wurde? [Quelle: wikipedia, also muss nicht stimmen]

mit Dank und Grüßen Max

an die Redaktion: auf Grund meiner Unwissenheit habe ich den Beleg als Postvorschuss- /Auslagenbrief thematisch eingeordnet. Eventuell wäre es möglich, dat Ding + Antwort von Magdeburger ins Thema "Paketbegleitbriefe" zu verschieben. Mit Dank vorab, Max
 
Magdeburger Am: 14.09.2017 15:56:04 Gelesen: 14208# 169 @  
@ Max78 [#168]

Hallo Max,

für den Beleg galten die Tarife des DÖPV und dort waren 2 Pfennige bzw. 1/2 Kreuzer C.M. (Österreich) bzw. 7/12 Kreuzer rheinisch je angefangenes Pfund zu zahlen und dies jeweils für die beteiligten Posthoheiten. Erst mit dem 2. revidierten Postvertrag (ab. 01.07.1858) änderte sich einiges.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

[Beiträge [#166] bis [#169] wunschgemäss verschoben aus dem Thema "Altdeutschland: Auslagen- und Postvorschuß-Belege"]
 
Gernesammler Am: 17.10.2017 20:15:22 Gelesen: 13089# 170 @  
Hallo Sammlerfreunde,

habe diesen Paketbegleit-Brief bekommen, der am 10.10.1830 von Lenzen (Brandenburg) aus nach Berlin spediert wurde, in diesem ging es um ein Paket von 4 Pfund und 8 Loth mit Dokumenten an das Kammergericht aus Berlin. Auf der Rückseite ist eine 4 (Silbergroschen) diese Summe musste das Stadtgericht Lenzen tragen, mich würde noch interessieren was in dem Brief weiter steht, ausser das er 14 Documente beinhaltet. Gestempelt mit L2 von Lenzen und auf der Rückseite der Packkammer Stempel von Berlin in der ersten Ausführung. Verwendungszeit laut Handbuch 23.7.1831 - 19.11.1838, wäre somit ein Frühdatum.

Gruß Rainer






 
Magdeburger Am: 18.10.2017 15:48:42 Gelesen: 13000# 171 @  
@ Gernesammler [#170]

Hallo Rainer,

die Dokumente wogen 4 Pfund 8 Loth - der Brief selbst auch noch 1 Loth. Weiterhin ist er portofrei gesendet worden und zwar als Herrschaftliche Justiz Haupt Einr.(ede?) Sache. Die 4 siegelseitig ist nur eine Kartierungsnummer - das Porto wäre vorderseitig notiert worden und auch deutlich höher ausgefallen.

Zum Inhalt müssen andere etwas sagen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Gernesammler Am: 19.10.2017 19:13:53 Gelesen: 12940# 172 @  
@ Magdeburger [#171]

Hallo Ulf,

vielen Dank für die Info zum Brief, das hilft mir schon mal weiter, hier noch ein Link zu dem Wort "Einrede".

Gruß Rainer

http://elexikon.ch/einrede
 
10Parale Am: 19.10.2017 20:55:13 Gelesen: 12916# 173 @  
@ Magdeburger [#136]

Ihr Beitrag vor einem Jahr hat heute mein Interesse erweckt. Der vorderseitige Rahmenstempel 1 von Zeitz scheint ein Nachweis für ein Paketbegleitbrief zu sein.

Einen ähnlichen Stempel habe ich auf diesem Beleg vom 2. April 1836 entdeckt. Das Paket lief von Zeitz nach Leipzig. Im oberen Segment der Briefvorderseite geht es um den Inhalt: Anbei ??? D.W.2., etwas im Wert von R 48,-- Silbergroschen???

Ich lese auch heraus, dass der Absender 3 Silbergroschen bezahlt hat. Den linken zweizeiligen Rahmenstempel kann ich beim besten Willen und leider nicht entziffern, das ober Wort beginnt sicher mit "Ausgabe....=========". meine Vermutung: Ausgabeamt Zeitz Nord o.ä.

Auf der Rückseite gefällt mir besonders ein weiterer Rahmenstempel von Zeitz und ein Rundstempel mit Inschrift STADTPOST 3. APR, womit nur Leipzig gemeint sein kann.

Ohne den lehrreichen Beitrag von Magdeburger wäre ich nie darauf gekommen.

Liebe Grüße

10Parale



 
Magdeburger Am: 20.10.2017 14:10:28 Gelesen: 12826# 174 @  
@ 10Parale [#173]

Hallo 10Parale,

Der vorderseitige Rahmenstempel 1 von Zeitz

Der Stempel stammt aus Halle/Saale.

Zum Beleg:

Anbei 1 emball Kästchen D.W.2 (Zeichen) Werth Rt 48 ---

Was emball bedeuten soll, erschließt sich mir leider nicht. Das Kästchen wog 11 Pfund 3 Loth. Der blaue Stempel vorderseitig stammt aus Leipzig, welchen ich bisher nicht kenne. Oben dürfte Ausgeliefert stehen.

Siegelseitig ist der Rundstempel von Leipzig und der Rahmenstempel ist von der Packkammer Zeitz. Den gibt es auch noch mit P.II. Allgemein ist er beim Eingang der Paketes in der Packkammer abgeschlagen worden.

Zur Taxierung kann ich nichts sagen, da mir der Postvertrag (Preussen-Sachsen) incl. Anlagen aus dieser Zeit nicht vorliegt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
10Parale Am: 20.10.2017 15:42:01 Gelesen: 12818# 175 @  
@ Magdeburger [#174]

Vielen herzlichen Dank für diese sinnreiche Erklärung.

"emball" scheint mir eine Abkürzung für "Emballage" zu sein.

Lt. Definition Duden "dem Käufer in Rechnung gestelltes] Verpackungsmaterial (z. B. Kisten)"

Sinngemäß könnte es sich bei dem Transportgut um ein Kästchen gehandelt haben, welches transportsicher verpackt war.

11 Pfund und 3 Loth ist ja kein einfaches Gewicht.

Super, ich freue mich.

10Parale
 
Magdeburger Am: 10.01.2018 14:56:23 Gelesen: 6205# 176 @  
Liebe Sammelfreunde,

Paketbegleitbriefe von Magdeburg nach Harsewinkel gibt es eine ganze Menge und so lasse ich diese heute meist liegen, zumal sie auch (immer) porto liefen. Hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht - wer hat eine Idee?



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 10.01.2018 15:51:22 Gelesen: 6183# 177 @  
@ Magdeburger [#176]

Lieber Ulf,

korrigiertes Gewicht im Laufe des Transports ist nicht so häufig, oder?

Schönes Stück, und, Mann bist du verwöhnt. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 11.01.2018 09:44:17 Gelesen: 6065# 178 @  
@ bayern klassisch [#177]

Lieber Bayern Klassisch,

du hast es natürlich richtig erkannt, hier ist es das korrigierte Paketgewicht. Auf dem Laufweg würde ich es eher ausschliessen, sondern wenn man sich die "2" jeweils anschaut, dürfte es die gleiche Hand sein, aber zu unterschiedlichen Zeiten.

Häufig sind solche Korrekturen natürlich nicht. Bei meinen über 200 Paketbegleitungen war es die erste von Magdeburg.

Falls es noch interessiert die Taxierung:

25 Pfund 8 Loth, aufgerundet 26 Pfund * 1,5 Pfennige * 6 (25-30 Meilen) = 234 Pfennige = 19 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 12.01.2018 12:31:52 Gelesen: 5933# 179 @  
Liebe Sammelfreunde,

Pakete konnten auch per Schnellpost versendet werden. Allerdings war dies nicht immer möglich, z.B. wenn es schlicht keine Schnellpostverbindung gab.

Hier mal ein Beleg wo dies fast täglich möglich war:



Aufgeben am 25.06.1839 in Magdeburg und kurz vor Mittag bearbeitet, ging die 1 Pfund 26 Loth schwere kleine Kiste an den Referendarius L. Schneider in Berlin Jägerstrasse Nr. 54 im ober(e)n Stock. In Magdeburg wurde noch der C1-Stempel für den Kurs nach Berlin aufgesetzt. In Berlin war das Paket für den 2. Bestellgang des Folgetages eingegangen. Allgemein dauerte der normale Transport ca. 22 Stunden, hier wird er deutlich darunter gelegen haben. Eine Eisenbahnverbindung gab es noch nicht!

Siegelseitig ein schlecht abgeschlagener roter Stempel der Berliner Packkammer für die Paketausgabe am 27.06.

Ein kleines Paket kostete von Magdeburg nach Berlin 8 Sgr. und für die Versendung per Schnellpost wurden 50% aufgeschlagen, so dass sich 12 Sgr. ergeben. Diese wurden bar bei der Aufgabe vom Absender bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 13.01.2018 15:54:08 Gelesen: 5782# 180 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal ein Beleg, wo man lange suchen muß:



Portobrief vom 31.07.1858 aus Elberfeld (Preussen) nach Nesselwang (Bayern) für ein Paket von 14 Pfund 29 Loth mit einem Wert von 170 Thaler.

Es gilt für diesen Beleg der 2. Nachtrag zu revidierten Postvertrag gültig ab 01.07.1858, also vom 1. Monat der Gültigkeit. Neu war insbesondere, dass nun die Grenztaxierung entfiel und die Gesamtentfernung von 4 zu 4 Meilen bestimmt wurde. Daraus folgt, dass für die Berechnung folgendes gilt:

1. Das Gewichtsporto
2. Das Wertporto

Die Entfernung beträgt knapp 63 Meilen. Siegelseitig wurde dies auch durch die Angabe P(rogressionssufe) 16 notiert. Die Gewichtsstaxe wird wie gehabt berechnet:

7/12 Kreuzer * 15 Pfund * 16. Entfernungsprogression = 140 Kreuzer

Die Werttaxe betrug für die ersten 80 Thaler 3 Sgr. und für je weiteren 80 Thaler oder Teilen davon ebenfalls 3 Sgr. Danach ergibt bei 170 Thaler 9 Sgr. Werttaxe = 31,5 Kreuzer aufzurunden auf 32 Kreuzer

Die Summe aus Gewichttaxe + Werttaxe ergibt das Porto, also 140 Kreuzer + 32 Kreuzer = 172 Kreuzer = 2 Gulden 52 Kreuzer. Die Differenz von 3 Kreuzer war der Botenlohn bei der Zustellung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.02.2018 16:44:05 Gelesen: 633# 181 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal dies:



Am 12.02. möglicherweise im Jahre 1841 ging es von Stendal nach Magdeburg. Das Paket in Pappe wog 12 Pfund und war als portofreie Landes Cultur Sache declariert. In Magdeburg angekommen war es am 14.02. frühmorgens. Das Paket kam in die Cammer A7, wo die Pakete der Altmark-Curse eingelagert wurden (Es gab 4 Curse, wobei 2 davon nur die halben Strecken der anderen beiden waren.). Die Abholung wurde auch hier noch siegelseitig mit dem Kreisstempel A + (kleines) Posthorn bestätigt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 17.02.2018 16:27:11 Gelesen: 284# 182 @  
Liebe Sammelfreunde,

wie in [#176] geschrieben habe, gibt es eine Menge Belege von Magdeburg nach Harsewinkel. Die Entfernung beträgt 30 Meilen. Eigentlich lasse ich diese heute meist liegen, aber es gibt manchmal Gründe, diese trotzdem zu kaufen. Deshalb mal einige Belege:



Am 19.01.1861 wurde ein 4 Pfund 10 Loth schweres Paket gesendet. Das Porto von 6 Sgr. entspricht hier dem Mindestfahrposttarif. Auch siegelseitig wurde dies wiederholt.



Am 02.09.1861 ging ein 12 Pfund schweres Paket auf Reisen. Das Tagesdatum wurde im Stempel handschriftlich nochmals notiert. Die Berechnung der Taxe ist nun:
1,5 Pfennige * 12 Pfund * 6 (25-30 Meilen) = 108 Pfennige = 9 Sgr. ebenfalls siegelseitig notiert.

Theoretisch könnte ich den o.g. Beleg nochmals zeigen, da das Gewicht korrigiert wurde.

Aber nun der letzte erworbene Beleg, eigentlich nur wegen dem Stempeldatum gekauft.



Aufgegebenen wurde er am 03.09.1858 und das Paket wog 19 Pfund 15 Loth. Der Monat im Stempel ist "kopfstehend" und erscheint somit als "6". Die Taxe errechnet sich mit 1,5 Pfennige * 20 Pfund * 6 = 180 Pfennige = 15 Sgr. Notiert sind 17 1/4 Sgr., wie immer auch siegelseitig zu sehen. Warum hier 2 1/4 Sgr. mehr berechnet wurde, darüber kann spekuliert werden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 

Das Thema hat 182 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6 7   8  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht