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Thema: (?) (145) Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 150 Beiträge:
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Magdeburger Am: 29.07.2016 18:32:54 Gelesen: 5530# 126 @  
Liebe Sammelfreunde,

da sich niemand traut, löse ich mal selbst.

Paket mit 12 Reichsthaler Courant wog 27 7/8 Loth - der Brief selbst nur 1/2 Loth, gelaufen von Morsleben nach Magdeburg, ca. 5 Meilen voneinander getrennt.

Bei Sendungen mit Geld wurde das sogenannte Geldporto veranschlagt, wo galt, dass bei über 1 bis 20 Reichsthaler mindestens die doppelte Brieftaxe galt, was hier zutraf. Einfach war diese 2 Sgr. -> doppelt 4 Sgr., was vom Absender bezahlt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Fips002 Am: 31.07.2016 22:13:11 Gelesen: 5417# 127 @  
Unter meinen Altbriefen fand ich die beiden Paketbegleitbriefe mit Fahrpost von Meissen nach Dresden/Neustadt.



Paketbegleitbrief mit 4 Pfund und 20 Lot Gewicht. Doppelkreisstempel Meissen, 23.IV.1864 und Kastenstempel Ausgeliefert/24 IV *N23.

Rückseite Doppelkreisstempel Fahrp.- Ausgabe 24 IV.



Paketbegleitbrief für ein Paket von 1 Pfund 5 Lot. Doppelkreisstempel Meissen 23.V.1865, Kastenstempel Ausgeliefert 24 ...,

Rückseite Doppelkreisstempel Fahrp.-Ausgabe 24 V.

Gruß Dieter
 
hajo22 Am: 01.08.2016 08:12:00 Gelesen: 5367# 128 @  
Der Titel dieses Threads sollte doch wesentlich so ergänzt werden:

Altdeutschland: Paketbegleitbriefe ohne Marken.

Immer nur Stempel und irgendwelche - teils merkwürdig in Postmanier geschriebene - Zahlen, sind nicht wirklich prickelnd anzusehen.

Aber wie oben geschrieben: Der Thread bedarf einer Ergänzung.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 12:26:03 Gelesen: 5292# 129 @  
@ hajo22 [#128]

Hallo Hajo22,

Immer nur Stempel und irgendwelche - teils merkwürdig in Postmanier geschriebene - Zahlen, sind nicht wirklich prickelnd anzusehen

... das liegt immer im Auge des Betrachters. Gerade wie die Zahlen sich ergeben, ist hoch interessant. Auch gibt es eine Menge Stempel, welche fast ausschließlich nur auf solchen Belegen zu finden sind.

Weiterhin sollte bedacht werden, dass i.d.R. meist Barfrankierungen nur zulässig waren und somit Markenbelege wie in Preussen möglich, somit seltener sind.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.08.2016 12:42:54 Gelesen: 5288# 130 @  
@ Magdeburger [#129]

Alles richtig. Aber ich sehe halt gerne Marken.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 12:58:30 Gelesen: 5285# 131 @  
@ hajo22 [#130]

Hallo Hajo22,

da zeige ich diesen Beleg noch hier:



Etwa 1861 kam aus dem entfernten 46 Meilen entfernten Wesel ein Paket von 2 Pfund 8 Loth an. Dazu war der Mindestfahr-Posttarif von 6 Sgr. ausreichend, dargestellt mit 3 Sgr.-Ganzsache + wertgleiche Zusatzfrankatur.

Bis 24.11.1862 kostete die direkte Zustellung des Paketes 1 ½ Sgr., wie siegelseitig notiert. Der Breite Weg 201 ist nur 4 Häuser vom Postamt entfernt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.08.2016 13:20:00 Gelesen: 5272# 132 @  
@ Magdeburger [#131]

Ein Paket im Wachstuch. Das waren noch Zeiten. Für jeden Briefmarkensammler ärgerlich anzusehen, wie die schöne Königsmarke so verschnitten wurde. Durfte der Postler denn den König "anschneiden"? Fast eine Majestätsbeleidigung.

VG, hajo,
der für das Zeigen des Briefes dankt
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 15:27:53 Gelesen: 5256# 133 @  
@ hajo22 [#132]

Hallo Hajo22,

den Beleg brauchte ich wegen der siegelseitigen Notierung. Etwas ärgerlich ist die angeschnittene Marke schon, zumal links oben die Klischeeverschiebung erkennbar ist. Weiterhin ist der Paketzettel siegelseitig, ab 01.01.1861 sollte er eigentlich vorderseitig zu finden sein.

Hier mal noch ein weiterer Beleg, wahrscheinlich aus dem Jahre 1862:



4 Sgr. Mindestfahr-Posttarif dargestellt mit 2 Sgr.-Ganzsache Kopfausgabe + einen Paar der Wappenmarken zu je 1 Sgr. Leider ist hier der Paketausgabestempel undeutlich und läßt sich nicht eindeutig zuordnen. Im Gegensatz zu vorherigen Beleg, wurde hier das Paket abgeholt und nicht zugestellt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 06.08.2016 17:26:01 Gelesen: 5144# 134 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal wieder ein Beleg ohne Marken, aber trotzdem interessant:



Am 05.07.1842 ging ein 7 1/2 Pfund schweres Paket von Suhl nach Wiesbaden. Gelaufen ist es über Eisenach - Frankfurt. Der Empfänger bezahlte insgesamt 1 Gulden 29 Kreuzer Porto - wie es sich zusammensetzt, kann ich nicht sagen...

Wichtig ist noch die Siegelseite, wo sich folgender Text befindet:

Das hierzu gehörige Päckchen kam äußerlich beschädigt in Frankfurt an, so daß daßselbe etwaiger innere Beschädigung vorbeugend mit einem Umschlagbogen versehen worden ist.

Frankfurt an dem 9.Juli 1842 Fahrpostexpedition Tantzer

So etwas in Verbindung mit Magdeburg suche ich noch.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 06.08.2016 18:43:24 Gelesen: 5131# 135 @  
Dann will ich zum Ausgleich einen frankierten Paketbegleitbrief zeigen, den ich hofffentlich nicht schon bei NDP eingestellt hatte.

3 Groschen (1+2 Gr NDP-Marken) auf Begleitfaltbrief aus Liegnitz vom 21.10.1871 nach Waldstein bei Rückers (Schlesien, heute Polen), Ankunftsstempel vorderseitig (ich lese 22.10.71). Befördert wurde eine "Kiste" mit einem Gewicht von 13 Loth. Das kann ja nur ein Kistlein gewesen sein.

Was mir gefällt: Doppelkreisstempel und Kastenstempel Liegnitz auf einem Brief.



VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 27.08.2016 16:13:59 Gelesen: 4602# 136 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal etwas nach Halle/Saale



Dieser Beleg lief am 16.11.1849 von Zeitz für ein 8 Pfund schweres Paket, wofür der Absender richtig 3 Sgr. bezahlt hat. Vorderseitig Paketausgabe mit dem Rahmenstempel 1 bestätigt.



Dieser Beleg kam aus Wolmirstädt für ein 16 Loth schweres Paket als portofreie Polizeisache. Siegelseitig diesmal zwei Ausgabestempel - Grund schwierig - Vorderseitig diesmal der Rahmenstempel 2 zur Paketausgabe.

Sicher bin ich mir auch, das die Sendung direkt mit Magdeburg ausgetauscht wurde und schnell zum dortigen Bahnhof transportiert wurde.



Dieser Beleg lief am 21.12.1847 von Zeitz für ein 1 Pfund 7 Loth schweres Paket, wofür der Absender richtig 4 Sgr. bezahlt hat. Der Unterschied in der Taxierung zum ersten Beleg ist, dass hier noch die Taxe ab 01.01.1825 galt und beim ersten die Taxe ab 01.07.1849. Vorderseitig wieder die Paketausgabe mit dem Rahmenstempel 2 bestätigt. Siegelseitig handschriftlich "Annahme" - scheinbar in Zeitz bei der Paketannahme notiert.



Dieser Beleg lief am 03.07.1849 von Tangermünde für ein 3 Pfund 4 1/2 Loth schweres Paket, welches als Armen-Sache declariert wurde. Allerdings wurden 5 Sgr. Porto erhoben - wie es auch ab 01.07. gültig war.

Insbesondere ist noch zu erwähnen, dass hier eine frühe Verwendung des Paketzettels zu sehen ist (Einführung am 01.05.1849) - Vorderseitig diesmal der Rahmenstempel 3 bei der Paketausgabe.

Die Nummer 4 habe ich leider nicht - vielleicht kann sie einer zeigen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
sammler-ralph Am: 19.09.2016 20:27:50 Gelesen: 3727# 137 @  
Paketbegleitbrief aus Holstein - Fragen

Hallo,

seit einigen Wochen widme ich mich einem neuen Sammelgebiet, trotz Literatur habe ich zu dem abgebildeten Beleg noch ein paar Fragen.

Vorderseite:



Rückseite:



Was glaube ich zu wissen / weiß ich:

Es handelt sich um einen Paketbegleitbrief von Oldesloe nach Rendsburg, Aufgabestempel OLDESLOE 14/1, rückseitiger Ankunftstempel RENDSBURG 15 1 1861. Der Brief dürfte mit der Fahrpost von Oldesloe über Segeberg nach Neumünster und von dort per Bahn nach Rendsburg befördert worden sein.

Nun meine Fragen:

1. Ich brauche Hilfe beim Lesen der Vorderseite: Hierbei 1 xxx Säckel (?) H&C mit Rth 200,--
6 1/2 P (ist dies eine Gewichtsangabe?)
unten: frei(?) 2g oder 29?

2. Wie wurde der Brief taxiert? Ich habe gelesen, dass sich Porto für Paketbegleitbriefe aus einer Grundgebühr, einer Entfernungsgebühr und einer Wertgebühr zusammmensetzte.

Vielen Dank.
Ralph
 
Magdeburger Am: 20.09.2016 15:50:19 Gelesen: 3673# 138 @  
@ sammler-ralph [#137]

Hallo Ralph,

ja es ist Wertpaketbegleitbrief.

1. Hierbey 1 vers(iegeltes) Päckel
6 1/2 Pfund
Frey 29

Wie sich die Taxe berechnet, da muß ich leider passen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
sammler-ralph Am: 20.09.2016 16:41:55 Gelesen: 3663# 139 @  
@ Magdeburger [#138]

Hallo Ulf,

vielen Dank, dies hilft mir weiter. Die 29 könnte also die Taxe von 29 Schilling sein. Ich schaue mal, ob ich mir diesen Wert zusammenreimen kann.
 
Marcel Am: 30.09.2016 16:54:14 Gelesen: 3336# 140 @  
Hallo!

Von mir heute mal ein Paketbegleitbrief von Berlin nach Orlamünde vom 15.04.1864.

Dem Inhalt entnommen wurde Spitze geliefert für Fräulein Mathilde Knauth - Puppenherstellerin von J.E. Moewes Junior. Auch heute gibt es in der Probststraße (heute Propststraße) Kurzwaren - Salon "Plauener Spitze".



Wenn ich richtig definiere, war das Paket 10 Pfund 1 Loth schwer - die Entfernung beträgt ca. 31 Meilen - wie kommen dann die 6 Sgr zustande? Kann es sein, dass hier falsch berechnet wurde, denn nach der Entfernung von Berlin nach Altenburg ca. 24 Meilen kämen die 6 Sgr schon eher in Betracht?

Kann mir jemand bitte helfen?

schöne Grüße
Marcel
 
Magdeburger Am: 06.11.2016 14:08:26 Gelesen: 1633# 141 @  
@ Marcel [#140]

Hallo Marcel,

ich sehe erst heute den Beleg.

Das Päckchen wog nur 10 Loth, war also ein Leichtgewicht - dahinter lese ich auch 1 Loth, was als Gewicht des Briefes zu sehen ist.

Siegelseitig steht noch P7 = Progressionsstufe 7 (24 - 28 Meilen) wofür eigentlich 5 Sgr. für das Paket gereicht hätte - bei einen Begleitbrief ab 1 Loth galt ebenfalls hierfür der Fahrposttarif, also nochmals 5 Sgr.

Taxiert wurden jedoch nur 6 Sgr., wie er innerpreussisch für das Paket galt. Wie ebenfalls noch siegelseitig zu entnehmen ist wurden 6 Sgr. 8 Pfennige bezahlt, was genauso rätselhaft ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 18.11.2016 12:54:14 Gelesen: 1064# 142 @  
Stempel "G" = gewogen? Braunschweig Paketbegleitbrief 1852

Liebe Freunde,

immer mal wieder findet man etwas, das zumindest für den Fragesteller völlig unbekannt ist - so geht es mir mit diesem philatelistisch unbedeutenden Paketbegleitbrief der Kammer-Direktion der Forsten in Braunschweig, 1852 an den Forstmeister Wolff in Holzminden gerichtet. Siegelseitig ist dort ein blaues "G" abgeschlagen; dazu notiert ein Vorbesitzer "G = gewogen!". Kennt jemand den Stempel und kann die Aussage bestätigen?

Gruß ins Forum - Rolf


 
bayern klassisch Am: 18.11.2016 14:59:01 Gelesen: 1039# 143 @  
@ roteratte48 [#142]

Lieber Rolf,

G für "Gewogen" glaube ich nicht - jeder Brief der Fahrpost war zu wiegen. Es schreibt ja auch keiner ein Schild "Pferd" und hängt es einem Pferd um den Hals.

Aber es könnte "Gezählt" heißen - weil es Statistiken gab, in denen die Postverwaltungen versuchten, das Briefaufkommen/Paketaufkommen heraus zu bekommen, um eine bessere personelle und materielle Beplanung machen zu können.

Bei Braunschweig ist wenig häufig - so wird es auch hier sein.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 18.11.2016 15:51:22 Gelesen: 1018# 144 @  
@ roteratte48 [#142]

Hallo Rolf,

laut Bade soll der Stempel „G“ „gewogen“ oder „Gewicht geprüft“ bedeuten.

Es gibt ja auch den Stempel "A" und soll "(mit) Anlage" bedeuten. Beide Stempel sind nur aus Braunschweig bekannt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 18.11.2016 16:02:01 Gelesen: 1016# 145 @  
@ Magdeburger [#144]

Lieber Magdeburger,

gibt man eine Primärquelle an? Wenn nicht, würde ich das in das Reich der Fabel verweisen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 18.11.2016 16:59:41 Gelesen: 1002# 146 @  
@ bayern klassisch [#145]

Lieber Bayern Klassisch,

mir ist keine Primärquelle bekannt.

Persönlich bin ich auch nicht glücklich mit den Angaben. Solange jedoch nichts gefunden ist, ist jede Deutung schwierig. Ähnlich ist es ja auch mit den Zahlenstempel von Braunschweig.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 18.11.2016 17:08:10 Gelesen: 992# 147 @  
Hallo, ihr zwei Beiden,

mal wieder "hier werden Sie geholfen".

Herzlichen Dank und liebe Grüße !

Rolf
 
bayern klassisch Am: 18.11.2016 17:27:13 Gelesen: 988# 148 @  
@ Magdeburger [#146]

Lieber Magdeburger,

wenn es keine Primärquelle gibt, ist die Sekundärquelle dann interessant, wenn sie von einem mit fachlicher Ahnung stammt. In diesem Fall weiß ich nicht, wie der Autor gelagert war.

Was ich in meinem Leben an Sekundärquellen gelesen habe, war fast ausnahmslos falsch, als die Primärquellen an den Tag kamen und man alles nachlesen konnte.

Ich verallgemeinere das nicht, aber "Gewogen" wird es kaum geheißen haben. So lange keine Primärquelle gefunden wird, sollte man das "G" nicht kommentieren, jedenfalls nicht, wenn man ausstellt.

Die Hinweise in Ausstellungssammlungen auf Sekundärliteratur sind nur dann sinnvoll, wenn die Kennerschaft der zitierten Autoren gesichert ist. Ist sie das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit eines Glückstreffers eher gering. In den Zeiten größter Ahnungslosigkeit wurden zahllose Bücher geschrieben und Ausdrücke geprägt, die in den Köpfen der Sammler zu korrigieren heute noch Sisyphusarbeit darstellt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 18.11.2016 18:08:00 Gelesen: 971# 149 @  
@ bayern klassisch [#148]

Lieber Bayern Klassisch,

soweit mir bekannt, bezieht sich das Sammelgebiet Braunschweig schon auf Bade. Unabhängig davon muß nicht alles richtig sein.

G = Güterannahme würde mir hier eher plausibel erscheinen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Marcel Am: 04.12.2016 13:53:07 Gelesen: 270# 150 @  
@ Magdeburger [#141]

Danke für deine Einschätzung!

Vielleicht hilft der Inhalt noch etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Wie du schon schreibst steht P7 (24 bis 28 Meilen) darauf, aber Orlamünde liegt ca. 31 Meilen von Berlin entfernt weg und liegt nicht gerade bei Altenburg.

schöne Grüße
Marcel


 

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