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Thema: (?) (99) Sudetenland: Verborgene Schätze
Das Thema hat 112 Beiträge:
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hajo22 Am: 03.03.2018 11:29:45 Gelesen: 1954# 88 @  
Rumburg Nr. 50 mit überdrucktem Zierfeld (postfrisch), gepr. Osper BPP:



hajo22
 
Markus Pichl Am: 03.03.2018 11:59:00 Gelesen: 1928# 89 @  
@ Pete [#84]
@ rudi63 [#86]

Hallo Pete, Hallo Rudi,

vielen Dank, für die Recherche.

Die Bewertung von "-.-" im Michel Spezial 1981/82 kann darauf hinweisen, dass diese Serie in diesen erstmals oder nur kurz vorher Einzug in diesen gehalten hat. Persönlich gehe ich davon aus, dass es bis 1976 nicht möglich war, da dies evtl. an einem Veto von Dr. Dub gescheitert wäre. Dr. Dub verstarb im Jahre 1976.

@ alle

In der über die Michel-Kataloge hinausgehende Fachliteratur wird diese Serie erstmals in der 1. Auflage (2011) des Handbuchs von Gerhard A. Späth aus dokumentarischen Gründen aufgeführt, unter vielen Hinweisen und Gedanken, die vermitteln, dass hier noch vieles nicht geklärt ist.

In der zweiten Auflage des Handbuchs von Herrn Späth erscheint ein vollständig überarbeiteter Text zu dieser Serie und es heißt nun: Über diese briefmarkenähnlichen Abbildungen ist nur wenig bekannt. Es handelt sich nicht um überdruckte tschechische Marken sondern um Bildchen, die Briefmarken nachahmen. [...] Die tschechischen Wertangaben mit deutscher Propaganda weisen eher auf Spendenmarken als auf Postwertzeichen hin. Keinesfalls handelt es sich um amtliche Briefmarken.

Tschechische Wertangaben können es nicht sein, da statt "Kc" ein "Kr" angegeben wird.

Ferner kann ich noch folgendes von mir, zu der Betrachtungsweise von Herrn Späth, ergänzen. Die geographische Bezeichnung für das auf den Vignetten abgebildete Gebiet ist "Böhmisches Niederland", auch sogen. Rumburger oder Schluckenauer Zipfel genannt. [1] Diese geographische Bezeichnung verwendet auch Dr. Hörr in seinem Handbuch.

Ab dem 22.09.1938 verstand sich das Gebiet als Autonom. Die Entstehungsgeschichte der Rumburger Postwertzeichen ist im Handbuch Dr. Hörr sehr gut erklärt, inkl. dessen, dass damals sogar die Rumburger Befreiungsausgabe an den Weltpostverein in Bern gemeldet und belegt wurde, was der Weltpostverein mit zwei Schreiben vom 3.10.1938 (Zahl Nr. 6970) und vom 5.10.1938 (Zahl Nr. 7050) bestätigte. Angaben gemäß Handbuch Dr. Hörr.

Auch die Inschrift "befreit durch Adolf Hitler am 22.9.1938", in den briefmarkenähnlichen Gebilden, ist so nicht wirklich richtig, wenn auch das Deutsche Reich in diesen Tagen einen immensen Druck auf die Tschechei ausübte und die Welt in Atem hielt. Die Autonomie wurde, wenn auch nicht ganz gewaltlos, im Rumburger Zipfel von innen heraus vollzogen. Deutsche Soldaten überquerten die Grenze erst am 01.10.1938 gegen 14 Uhr. Siehe Bericht von William Shirer. [2] Durchaus gehe ich davon aus, dass ohne dem Drohpotential des Deutschen Reiches, eine Autonomie in diesem Gebiet nicht lange haltbar gewesen wäre.

In der Entstehungsgeschichte, der Druckzeit, Verausgabung und Verwendung dieser Postwertzeichen, ist keinerlei Raum für "nicht verausgabte Briefmarken". Das wird sich jedem erschließen, der die Seiten 332 bis 446 im Handbuch Dr. Hörr durchliest. Seine Recherche war sehr umfangreich, erfolgte bereits 1939 inkl. Befragung von Postdirektor Erben, der in den besagten Tagen im Jahre 1938 von der Bezirksleitung der Sudetendeutschen Partei die Neuordnung des gesamten Postwesens in Nordböhmen übertragen erhielt.

Wer auch immer diese Vignetten oder Spendenmarken gedruckt hat, es war nicht die damalige Postverwaltung und ich glaube auch nicht, dass es die Sudetendeutsche Partei war.

Beste Grüße
Markus

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hmisches_Niederland
[2] http://www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/september-1938
 
hajo22 Am: 03.03.2018 12:08:06 Gelesen: 1923# 90 @  
@ Markus Pichl [#89]

Ich halte sie auch eher für Spendenmarken (Propaganda-Vignetten) als für geplante Briefmarken (analog den privaten Legionsausgaben 1939/45 von Belgien, Dänemark, Frankreich, allerdings ohne Zuschläge).

Ich vermute hinter der ganzen Markengeschichte die Sudetendeutsche Partei mit ihrem Leiter Konrad Henlein.

Stand in der 1. Auflage Hörr/Dub von 1939 wirklich nichts zu diesen Vignetten? Du besitzt doch das Buch in Deiner Bibliothek.

hajo22
 
Ron Alexander Am: 04.03.2018 19:59:42 Gelesen: 1831# 91 @  
Schönen guten Abend,

so dann machen wir mal weiter, sind auch fast am Ende des zeigbaren bei mir angekommen.

MiNr. 49 I mit der Abart "Tropfenförmiges Ausrufezeichen" Auflagenzahl: 1.085



MiNr. 49 ZFw (Abkürzung nach Fachliteratur, daher nicht 1zu1 übersetzt) mit überdrucktem Zierfeld Auflagenzahl: 393



MiNr. 50 I mit der Abart "Tropfenförmiges Ausrufezeichen" Auflagenzahl: 614



MiNr. 51 viererblock Auflagenzahl: 13.050



Grüße und schönen Abend,
Ron
 
Ron Alexander Am: 05.03.2018 17:32:14 Gelesen: 1783# 92 @  
Schönen guten Abend,

so, kurz vorm Abendessen das letzte Stück zu Rumburg in meiner Sammlung, was es sich zu zeigen lohnt.

Ganzsache Rumburg P7 I Auflagenzahl: 2.000



Doch recht häufig, aber bisher doch eher selten auf Auktionen gesehen.

Wie eingangs schon erwähnt, wurden die Ganzsachen von einer anderen Buchdruckerei überdruckt.

Grüße,
Ron
 
Postgeschichte Am: 05.03.2018 18:16:21 Gelesen: 1763# 93 @  
@ Ron Alexander [#92]

Doch recht häufig, aber bisher doch eher selten auf Auktionen gesehen.

Wie eingangs schon erwähnt, wurden die Ganzsachen von einer anderen Buchdruckerei überdruckt.


Könnte dies an dem Hakenkreuz mit Schenkel nach links liegen?
 
Ron Alexander Am: 05.03.2018 18:32:23 Gelesen: 1752# 94 @  
@ Postgeschichte [#93]

Dies ist ja P7 Römisch I, mit der Abart Seitenverkehrtes Hakenkreuz. Sorry, vergessen zu erwähnen. Die Auflage mit der Abart beträgt aber 2.000 Stück. Die "Normale" hat eine Auflage von 31.168.

Grüße,
Ron
 
Jimphil Am: 07.03.2018 14:49:09 Gelesen: 1678# 95 @  
Hallo,

hier eine Ganzsache nach Österreich aus meiner Sammlung Bedarfsbelege aus dem Sudetenland.

Grüße




 
hajo22 Am: 07.03.2018 15:55:21 Gelesen: 1667# 96 @  
Rumburg P7I



Ganzsache P7I mit Befreiungsstempel vom 22.9.38. Nach dem Datum auf der Karte am 5.10. geschrieben und bedarfsmäßig verwendet. Die Karte wurde wohl schon gestempelt erworben und anschließend erst verschickt. Unterfrankiert. Legt man den Reichsposttarif zugrunde, so fehlt 1 Pf. bzw. 10 Heller. Denkt man an den Sondertarif CSR - Deutsches Reich fehlen 5 Pf. oder 50 Heller.

Das hat die Post in der allgemeinen Jubelstimmung offensichtlich nicht gestört oder es gab eine interne Anweisung Jubelpost nicht mit Nachgebühr zu belegen oder was weiß ich.

hajo22
 
hajo22 Am: 07.03.2018 16:07:27 Gelesen: 1663# 97 @  
@ Jimphil [#95]

Deine Ganzsache ist die Karlsbad P4. Offensichtlich bedarfsmäßig verwendet, aber mit umgerechnet 12 Pfge. überfrankiert.

Hier ein ungebrauchtes Exemplar der P4:



Diese Karte findet man noch am häufigsten bei den Karlsbad-Ganzsachen.

hajo22
 
Jimphil Am: 08.03.2018 06:36:12 Gelesen: 1621# 98 @  
Hallo,

hier eine weiterer Bedarfsbeleg von Rumburg. Ein Schreiben eines Freikorpskämpfers an seine Eltern. Beleg ist im Handbuch von Dr. Hörr (1963) auf Seite 414 abgebildet. Übrigens mein gezeigter Beleg nach Österreich ist portogerecht.

Grüße


 
hajo22 Am: 08.03.2018 07:45:34 Gelesen: 1609# 99 @  
@ Jimphil [#98]

Übrigens mein gezeigter Beleg nach Österreich ist portogerecht.

Bitte erklären, ich kenne diesen Tarif nicht. Auf welcher Seite im Handbuch Dr. Hörr / Dr. Dub von 1963 sind Portotabellen zu finden?

hajo22
 
Pepe Am: 08.03.2018 21:06:01 Gelesen: 1549# 100 @  
@ hajo22 [#47]



Mi 4a auf ungelaufener Postkarte

Ob nun 'Verborgener Schatz' oder doch eher 'Mache'?

Nette Grüße Pepe
 
Ron Alexander Am: 08.03.2018 21:30:28 Gelesen: 1542# 101 @  
@ Pepe [#100]

Da kein Empfänger und kein Absender vorhanden ist, sicherlich Mache. Aber dass dürfte auf über 90% der Poststücke zutreffen.

Grüße,
Ron
 
hajo22 Am: 08.03.2018 23:37:45 Gelesen: 1522# 102 @  
@ Pepe [#100]

" Ob nun 'Verborgener Schatz' oder doch eher 'Mache'? "

Das ist eine Reichsparteitags-Karte aus dem Jahr 1938 mit der laufenden Nr.57. Steht doch alles drauf. Was soll da "Mache" sein?

Daß die Karte nicht gelaufen ist und reinen Souvenir-Charakter hat, ist deutlich zu sehen.

hajo22
 
Pepe Am: 09.03.2018 10:04:32 Gelesen: 1479# 103 @  
@ hajo22 [#102]

Nun mit "Mache" meine ich ja gerade den Souvenircharakter. Und das finde ich auch nicht mal schlimm. In der Philatelie gibt es ja zig Millionen Artikel mit Souvenircharakter, jede Postkarte ist ja ein Souvenir. Bei der oben gezeigten kennt man nicht die Auflagen. Vielleicht hat man damals in Nürnberg die Abstempelung genutzt um den Interessierten vor ort ein paar Pfennige aus der Tasche zu ziehen. Und dann ist die Frage, ob das aus heutiger Sicht verborgene Schätze sind.

Durch Zufall bin ich auf einen alten Reiseführer von 1908 gestoßen:



Hier findet man viele Orte aus den Sudetengebieten. Und das vor den beiden Weltkriegen. Und es ist erstaunlich, wie gut das seinerzeit alles mal gewesen war. Von Unterdrückung und Joch keine Spur. Dem Schlesien, Böhmen und Mähren und Sudetensammler ist dieses Büchlein wärmstens zu empfehlen.

Es ist ja geschichtlich hoch interessant und ich habe noch einen verborgenen Schatz, muss noch suchen und scannen.

Bis bald nette Grüße Pepe
 
Markus Pichl Am: 09.03.2018 10:15:37 Gelesen: 1473# 104 @  
@ Pepe [#103]

Hallo Pepe,

mit "Joch und Unterdrückung" war damals der Zeitraum 1919 bis 1938 gemeint.

Beste Grüße
Markus
 
hajo22 Am: 09.03.2018 12:56:38 Gelesen: 1445# 105 @  
@ Pepe [#103]

Nun mit "Mache" meine ich ja gerade den Souvenircharakter.

Diese RPT-Karten sind nicht häufig. Die Serie von 1938 (Photo Heinrich Hoffmann) umfaßte 64 verschiedene Karten, oftmals mit Sudetenland-Überdruckmarken von Asch beklebt (auf nicht verkauften Restbeständen).

Literatur dazu: John Rawlings/Michael Passmore: The Postal History of the Nuremberg Rallies. Überarbeitete Fassung der 1. Auflage (1980) in deutsch-englisch 1992, Verlag DAGD/Germania, Weinheim.

hajo22
 
hajo22 Am: 09.03.2018 15:49:13 Gelesen: 1424# 106 @  
@ Jimphil [#98]

Übrigens mein gezeigter Beleg nach Österreich ist portogerecht.

Im Oktober 1938 gab es kein Österreich mehr, das hieß dann "Ostmark".

hajo22
 
hajo22 Am: 11.03.2018 16:13:27 Gelesen: 1380# 107 @  
@ hajo22 [#96]

Das hat die Post in der allgemeinen Jubelstimmung offensichtlich nicht gestört oder es gab eine interne Anweisung Jubelpost nicht mit Nachgebühr zu belegen oder was weiß ich.

Mir ist noch eine andere plausible Möglichkeit eingefallen: Versand der Karte im Briefcouvert.

So was gab es auch schon immer.

hajo22
 
Pepe Am: 24.03.2018 19:56:10 Gelesen: 1048# 108 @  
@ Markus Pichl [#56]

Nun kommt mein verborgener Schatz, welcher mir über Jahrzehnte ein unerklärlicher Beleg war. Siehe erst mal und mache mal den Test. [1]

10Parale hat ja diesen Ort auf einen sehr schönen Beleg im gleichen Thema eingestellt. [2]

Als ehemaliger Ostberliner hat mein Wissensdurst mich verleitet eine große Bertelsmann Lexikothek anzuschaffen. Aber auch dort war Freudenthal nicht zu finden.

Die Vorderseite der Karte besteht aus einem euphorischem Text, welcher natürlich Politik ist. Philatelie auf Belegen ist fast immer auch Politik. Vielleicht hilft mir mal jemand den kompletten Text zu entziffern, alles kann ich nicht lesen.

Der Führer samt Tross ist wohl nur wenige Minuten vor Ort gewesen. Und der Schreiber hat die Karte nach Berlin zu einem ehemaligem Restaurant geschickt. Über dieses habe ich auch bis heute noch keine Info's herausbekommen. Vielleicht war das sogar für die Verpflegung der Regierungsdelegation zuständig? Die Linkstraße war nach dem Krieg zu 100% Schutt und Asche.

Und der Stempel? Was kann man über die Seltenheit sagen? Warum rot? Ist der Stempel ebenso auch nur Minuten im Ort angewendet worden?

Im Michel wird man so etwas nicht finden. Aber ist das nicht absolute Sudetenphilatelie?



Freudenthal, 1938 10 07, Echt Photo Ansichtskarte, Vorderseite





Freudenthal, 1938 10 07, Echt Photo Ansichtskarte, Rückseite

Nette Grüße Pepe

[1] http://www.philaseiten.de/beitrag/104780
[2] http://www.philaseiten.de/beitrag/104775
 
Detlev0405 Am: 24.03.2018 20:25:19 Gelesen: 1037# 109 @  
@ Pepe [#108]

Hallo Pepe,

schau mal hier, da findest du ein paar Anhaltspunkte zu dem Restaurant in der Linkstraße.

https://picclick.at/Ak-Berlin-Tiergarten-W%C3%BCrttembergische-Weinstuben-Schwobast%C3%BCble-1437906-183060768749.html

Gruß Detlev
 
Markus Pichl Am: 24.03.2018 21:07:49 Gelesen: 1023# 110 @  
@ Pepe [#108]

Hallo Pepe,

die Karte ist von einem Reichsdeutschen Wehrmachtssoldaten geschrieben.

Es gab vier verschiedene Befreiungsstempel in Freudenthal, der von Dir gezeigte ist als fünfter im Handbuch von Kurt Quaiser gelistet. Von wem dieser Stempel erstellt wurde, erachte ich als ungeklärt.

Beste Grüße
Markus
 
Pepe Am: 24.03.2018 21:11:34 Gelesen: 1019# 111 @  
@ Detlev0405 [#109]

Da habe ich wohl etwas falsch gemacht bei meiner Suche. Vielen Dank für diesen Link.

Nette Grüße Pepe
 
Detlev0405 Am: 24.03.2018 21:21:26 Gelesen: 1013# 112 @  
@ Pepe [#111]

Und wenn du immer noch nach Freudenthal suchst rufe einfach Bruntal auf - auf dem Beleg hast du beide Bezeichnungen.



Auch nette Grüße
Detlev
 

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