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Thema: Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit
Das Thema hat 251 Beiträge:
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merkuria Am: 15.09.2017 09:30:59 Gelesen: 6442# 227 @  
Am 14. Dezember 1968 verausgabte die Sowjetunion eine Sonderausgabe zum Thema Eisenbahn-Transportwesen (Mi Nr. 3572-3573).



Ursprünglich war zu dieser Ausgabe eine dritte Wertstufe zu 6 Kopeken vorgesehen. Aus nicht bekannten Gründen verzichtete man auf die Ausgabe dieses Wertes und die bereits produzierten Marken sollten vernichtet werden. Die wenigen im Handel vorkommenden Stücke sind wohl von bereits verschickten Präsentationskarten abgelöst worden. Im Michel Katalog ist diese Unverausgabte nicht verzeichnet.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom September 2010 unter der Los Nr. 1402 für 25‘000 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 18.09.2017 08:24:47 Gelesen: 6256# 228 @  
1942 plante die Italienische Besatzungsmacht der jugoslawischen Gebiete Fiumerland und Kupa eine dritte Ausgabe für das Nationale Hilfswerk für Mütter und Kinder (1. Ausgabe Mi Nr. 15-17, 2. Ausgabe Mi Nr. 19-20). Dazu verwendete man die ersten Freimarken von Fiumerland und Kupa (Mi 1-8) und versah diese mit einem weiteren, bogenförmigen Aufdruck Pro Marternita e Infanzia. Da ab dem 26. Mai 1942 nur noch italienische Marken Gültigkeit hatten, kam es nicht mehr zu dieser Ausgabe. Gemäss Literatur wurden nur 100 Sätze hergestellt, jedoch nicht mehr verausgabt.



Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom März 2013 unter der Los Nr. 1186 für 3‘000 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 21.09.2017 08:13:51 Gelesen: 6046# 229 @  
Am 22. November 1978 verausgabte Grossbritannien eine Sonderausgabe zu Weihnachten (Mi Nr. 777-780). Der Satz zu 4 Werten berücksichtigt die Wertstufen 7, 9, 11 und 13 Pences.



Scheinbar muss bei dieser Ausgabe eine 5 Pences Wertstufe als Bestandteil des Satzes vorgesehen worden sein. Dieser Umstand war mir bisher nicht bekannt, bis ich zum ersten Mal ein entsprechendes Stück bei der Feldman-Auktion vom Juni 2017 zu Gesicht bekam. Das Motiv dieser Unverausgabten passt auch zu den 1978 ausgegebenen Marken (Weihnachtssingen) und wurde auch vom selben Künstler Faith Jaques gestaltet.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der David Feldman Auktion vom 30. Juni 2017 unter der Los Nr. 50184 mit einem Schätzpreis von 10‘000 – 15‘000 GB£ angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 24.09.2017 09:47:33 Gelesen: 5763# 230 @  
Am 12. September 1920 verausgabte das Interalliierte Besetzungsgebiet Fiume (heute Rijeka/Kroatien) eine Eilmarkenausgabe (Mi Nr. 112-113).



endgültig verausgabte Farben

Bevor es zu der Ausgabe in diesen Farben kam, waren die beiden Wertstufen bereits in anderen Farben gedruckt. Aus mir nicht bekannten Gründen wünschten die Verantwortlichen daraufhin aber eine Farbänderung und die bereits produzierten Marken blieben unverausgabt.



unverausgabte Farben

Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom Juni 2017 unter der Los Nr. 408 für 550 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 27.09.2017 08:27:45 Gelesen: 5490# 231 @  
Am 13. November 1936 traf sich eine libanesisch-französische Delegation zur Unterzeichnung eines Unabhängigkeitsvertrags für den Libanon. Zu diesem Anlass wurde vom Libanon bereits eine Sonderausgabe mit vier Werten vorbereitet.

Infolge der Unsicherheit in diesem Gebiet, weigerte sich das französische Parlament jedoch, diesen Vertrag anzunehmen. Aus diesem Grund blieb die vorbereitete Sonderausgabe unverausgabt und der Libanon erhielt erst 1942 seine volle Unabhängigkeit.





Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 135. Spink Shreves Auktion vom Mai 2011 unter Los Nr. 674 für 750 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 27.09.2017 13:06:50 Gelesen: 5458# 232 @  
@ merkuria [#228], [#230] und [#231]

Lieber Jacques,

danke für das Zeigen dieser vermutlich der Mehrheit der Leser unbekannten Marken.

Haben diese Marken/Sätze Katalognummern bei Michel? Weisst Du etwas über die Katalogisierung bei anderen Weltkatalogen, z.B. bei Scott?

Heinz
 
merkuria Am: 27.09.2017 13:47:10 Gelesen: 5449# 233 @  
@ Heinz 7 [#232]

Normalerweise gebe ich immer die Michel- oder Scott-Nr. bei unverausgabten Marken an – sofern welche existieren. Auf Angaben von Spezialkatalogen verzichte ich, da ich diese nicht verifizieren kann.

Zu [#228]: Die II. Ausgabe für Mütter und Kinder wird im Michel gelistet (Italien/Fiumerland-Kupa Mi Nr. 19-21) Die weitere, geplante III. Ausgabe wird hingegen nicht katalogisiert. Diese werden aber im italienischen Spezialkatalog Sassone unter der Nr. 42-49 gelistet.

Zu [#230]: Weder Michel noch Scott Katalogisieren diese Unverausgabten. Hingegen werden sie im italienischen Spezialkatalog Sassone unter der Nr. E1A-2A gelistet. Michel listet nur die ausgegebenen Farben mit Mi Nr. 112-113.

Zu [#231] : Weder Michel noch Scott katalogisieren diese Unverausgabten.

Freundliche Grüsse
Jacques
 
merkuria Am: 30.09.2017 08:57:05 Gelesen: 5112# 234 @  
Auch Österreich hat nun seine „Hepburn“! Im Juni 2012 war die Ausgabe einer 62 €Cent Freimarke mit dem Motiv AUSSEER TRACHT vorgesehen. Aus nicht bekannten Gründen wurde die Marke vor der Herausgabe zurückgezogen und sollte vernichtet werden. Aus (wie meist) ungeklärten Gründen gelangte ein 10er Kleinbogen dieser Unverausgabten trotzdem in den Handel. Ein Exemplar aus der rechten oberen Bogenecke des Kleinbogens, der unter notarieller Beobachtung getrennt wurde, fand den Weg in die 37. Christoph Gärtner Auktion.



Das erste Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 37. Christoph Gärtner Auktion vom Juni 2017 unter Los Nr. 12934 bei einem Schätzpreis von 20‘000 € für 18‘000 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 03.10.2017 13:31:04 Gelesen: 4857# 235 @  
Eine geplante Afro-Asiatische Konferenz sollte 1965 in Algier (Algerien) stattfinden. Die militärischen Konflikte zwischen China, Indien und Pakistan sowie ein Putsch des algerischen Militärs machten eine Durchführung der Konferenz jedoch nicht möglich. Algerien hatte bereits eine Sonderausgabe mit zwei Werten zu diesem Anlass produziert welche infolge Absage der Konferenz jedoch unverausgabt blieb. Diese Unverausgabte wird im Michel nicht gelistet.



Ein Satz dieser Unverausgabten wurde an der 135. Spink Shreves Auktion vom Mai 2011 unter Los Nr. 200 für 325 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 06.10.2017 14:57:44 Gelesen: 4625# 236 @  
1924/1925 verausgabte Italien Freimarken mit Reklamefeldern unter dem Markenbild (Mi Nr. R1-R13). Insgesamt wurden 19 verschiedene Marken mit 12 verschiedenen Reklamefeldern verausgabt, zwei Ausgaben waren vorbereitet, gelangten aber nicht an den Postschalter. Infolge Einsprachen der UPU wurden diese Ausgaben am 27.8.1925 für frankaturungültig erklärt.

Nicht an den Schalter gelangte eine 20 Centesimi Marke mit der Reklame für Plattenspieler und eine 60 Centesimi Eilmarke mit einer Reklame für Baci (Küsschen) Schokolade.



Die Wertstufe zu 20 Centesimi dieser Unverausgabten wird um 80 €, die unverausgabte Expressmarke zu 60 Centesimi um 30 € gehandelt. Diese Preise zeigen, dass wohl grössere Mengen dieser Unverausgabten nach Aufhebung der Frankaturgültigkeit aller Reklamemarken ihren Weg in den Handel fanden.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 09.10.2017 09:10:13 Gelesen: 4389# 237 @  
1850 verausgabte Österreich seine erste Freimarkenausgabe (Mi Nr. 1-5). Es kamen die Wertstufen 1, 2, 3, 6 und 9 Kronen an den Schalter. Eine weitere Wertstufe zu 12 Kronen (Mi Nr. I) wurde ebenfalls produziert, jedoch nie ausgegeben und auch komplett vernichtet. Nur wenige Stücke mit Versuchsabstempelung „Franco“ blieben erhalten. Gemäss Literatur sind bis heute 6 Exemplare dieser gestempelten Erhaltung bekannt geworden, ungebraucht existiert diese Unverausgabte nicht!



Ein Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Gärtner Raritäten Auktion vom 30. Mai 2016 während der World Stamp Show in New York unter Los Nr. 499 mit einem Schätzpreis von 90‘000 € angeboten (Michel-Bewertung 150‘000 € ), blieb jedoch unverkauft.

Diese bereits in Beitrag [#76] vorgestellte Unverausgabte wurde dann an der 157. Felzmann Auktion vom November 2016 unter Los Nr. 4102 für 95'000 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 12.10.2017 14:42:53 Gelesen: 4147# 238 @  
1918 verausgabte Österreich seine ersten Flugpostmarken (Mi Nr. 225-227) mit den Wertstufen 1.50, 2.50 und 4 Kronen. Dazu verwendete man Freimarken früherer Ausgaben und versah diese mit einem Aufdruck FLUGPOST sowie des gültigen Wertes. Eine weitere Wertstufe zu 7 Kronen auf 10 Kronen war zur Ausgabe vorbereitet, kam jedoch nie an den Postschalter (Mi Nr. II).



Ein Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 701. Daniel F. Kelleher Auktion vom Juni 2017 unter Los Nr. 2203 für 500 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 15.10.2017 09:13:21 Gelesen: 3728# 239 @  
1945 verausgabte Österreich eine Freimarkenausgabe mit den Wertstufen 5, 6, 8, 12, 30 und 42 Pf (Mi Nr. 668-673). Dazu verwendete man Ausgaben des Deutschen Reiches (ex Mi Nr. 660-794) und versah diese mit einem Gitteraufdruck.

Zu dieser Ausgabe waren weiter Wertstufen von 1, 2, 3 und 5 Reichsmark mit gleichem Aufdruck vorgesehen. Diese wurden jedoch nie verausgabt, trotzdem gelangten grosse Mengen dieser Unverausgabten in den Handel. (Mi Nr. VaB – VdB).




Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten mit der billigen Zähnung K14 wurde beim Badischen Auktionshaus an der 112. Auktion im Juni 2016 unter Los Nr. 19 für 40 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 18.10.2017 09:13:53 Gelesen: 3431# 240 @  
Im November 1900 verausgabte das Deutsche Reich eine Freimarkenausgabe für seine Kolonie Kamerun (Mi Nr. 7-19). Dabei sollte auch eine 2 Pf Wertstufe zur Ausgabe gelangen (Mi Nr. II P). Da man für diese Wertstufe jedoch keine Verwendung hatte, blieb sie demzufolge unverausgabt.



Ein Probedruck dieser Unverausgabten wurde an der 135. Spink Shreves Auktion vom Mai 2011 unter Los Nr. 235 für 2‘400 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 21.10.2017 00:29:51 Gelesen: 3248# 241 @  
Am 23. April 1998 verausgabte Grossbritannien eine Sonderausgabe mit berühmten Komikern (Mi Nr. 1749-1753). Der Satz zu 5 Werten berücksichtigt die Wertstufen 20, 26, 37, 43 und 63 Pences.



Scheinbar muss bei dieser Ausgabe anstelle der 37 Pences eine 30 Pences Wertstufe vorgesehen worden sein. Dieser Umstand war mir bisher nicht bekannt, bis ich ein entsprechendes Stück bei der Grosvenor-Auktion vom November 2014 zu Gesicht bekam. Das Motiv dieser Unverausgabten ist in gleicher Zeichnung wie die 37 Pences Wertstufe (Mi Nr. 1751) gehalten. Gemäss Literatur sollen bisher 30 Exemplare dieser Unverausgabten bekannt geworden sein. Einen ähnlich gelegenen Fall bot uns Grossbritannien schon einmal 1978 [#229]



Ein Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Grosvenor Auktion vom November 2014 unter Los Nr. 1544 für 1150 GB£ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 24.10.2017 08:52:13 Gelesen: 2780# 242 @  
1945 planten die Behörden der Stadt Mantova (Mantua) eine Lokalausgabe zu 1.90 Lire. Dazu verwendete man die 10 Centesimi Wertstufe der „Serie Imperiale“ (Mi Nr. 670) und versah diese mit einem dreizeiligen Aufdruck F.S.I. / Mantova / 1,90. Aus mir nicht bekannten Gründen kam es jedoch nicht zur vorgesehenen Ausgabe und die bereits hergestellten Marken sollten vernichtet werden. Gemäss Literatur waren nur 100 Exemplare bereits hergestellt, wovon eine unbekannte Anzahl der Vernichtung entging. Michel notiert diese Marke nicht, der italienische Spezialkatalog Sassone listet sie jedoch unter der Nr. 12.



Ein Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom September 2017 unter Los Nr. 1103 für 700 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 27.10.2017 11:22:23 Gelesen: 2497# 243 @  
1936 plante die Post von Äthiopien eine Zuschlagsausgabe zugunsten des Roten Kreuzes. Infolge des Einmarsches der italienischen Truppen in Äthiopien konnten diese in der Schweiz gedruckten Marken (Courvoisier SA) jedoch nicht mehr verausgabt werden (Mi Nr. I-V). Bis 1942 waren fortan nur noch die Ausgaben der italienischen Besatzungsmacht gültig.

Nach der Befreiung des Landes verausgabte Äthiopien am 8. Mai 1945 eine Sonderausgabe zum Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg (Mi Nr. 217-221). Dazu verwendete man diese unverausgabten Marken von 1936 und versah diese mit dem Aufdruck V (für Victory). Dies bedeutet, dass diese Marken ohne den Aufdruck nie verausgabt, aber auch nie vernichtet wurden.



Angesichts des Handelspreises von wenigen € für den unverausgabten Satz ohne Aufdruck, müssen riesige Mengen in den Handel gelangt sein.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 30.10.2017 08:38:21 Gelesen: 2189# 244 @  
Hisamuddin Alam Shah war zweiter Wahlkönig von Malaya und trat seine Regentschaft als Yang Di-Pertuan Agong am 14. April 1960 an. Am 1. September 1960, dem Tag seiner offiziellen Krönung, verstarb er jedoch unerwartet in Kuala Lumpur. Eine für seine Krönung bereits in Grossbritannien produzierte Briefmarke des Malaiischen Teilstaates Selangor konnte somit nicht ausgegeben und musste vernichtet werden.

Diese Unverausgabte wird weder im Michel noch im Scott Katalog gelistet. Die vorliegende Abbildung stammt von einer britischen Arbeitsgemeinschaft die sich auf einen grossen Malaysia-Sammler beruft, welcher diese Unverausgabte zu Gesicht bekam.



Scheinbar ging die Vernichtung dieser Unverausgabten seriös vonstatten, denn ich habe bis heute kein Angebot für diese Marke im Handel gefunden!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 02.11.2017 09:01:35 Gelesen: 1894# 245 @  
Für den 27. November 1959 plante der Malaiische Teilstaat Negri Sembilan eine Sonderausgabe anlässlich des 25. Krönungsjubiläums des Sultans Abdul Rahman vom 3. August 1958. Diese Unverausgabte teilt ein ähnliches Schicksal wie die in Beitrag [#244] vorgestellte Briefmarke. Da der Sultan aber vor dem geplanten Ausgabetermin verstarb, verzichtete man auf diese Ausgabe und vernichtete die bereits hergestellten Marken. Diese Unverausgabte wird weder im Michel noch im Scott Katalog gelistet. Die vorliegende Abbildung stammt von einer britischen Arbeitsgemeinschaft die sich auf einen grossen Malaysia-Sammler beruft, welcher diese Unverausgabte zu Gesicht bekam.



Scheinbar ging die Vernichtung dieser Unverausgabten seriös vonstatten, denn ich habe bis heute kein Angebot für diese Marke im Handel gefunden!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 05.11.2017 08:53:55 Gelesen: 1621# 246 @  
Im Juni 1941 plante die italienische Provinzialverwaltung des besetzten Gebietes Lubiana (Laibach) eine Freimarken- und Portomarkenausgabe. Dazu verwendete man frühere Ausgaben von Jugoslawien (ex Mi Nr. 300-407 sowie Porto 64-68) und versah diese mit einem 5 zeiligen Aufdruck Alto Commissario / per la / Provincia / di / LUBIANA. Diese Marken blieben jedoch unverausgabt da durch königliches Dekret das Gebiet von Lubiana an Italien angegliedert wurde und fortan italienische Marken zur Verwendung kamen. Die unverausgabten Freimarken werden von Michel mit Ia-Ii und IIa-IIp katalogisiert. Die unverausgabten Portomarken werden im Michel jedoch nicht gelistet, sind aber im italienischen Sassone Katalog unter S16-S20 aufgeführt.



Ein kompletter ungebrauchter Satz dieser unverausgabten Portomarken wurde an der 928. Robert A. Siegel Auktion vom Dezember 2006 unter der Los Nr. 2250 für 3‘250 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 06.11.2017 11:10:16 Gelesen: 1509# 247 @  
@ merkuria [#245]

Nach Durchsicht der Ergebnisse der 38. Christoph Gärtner Auktion vom Oktober 2017 muss ich meine Aussage "Scheinbar ging die Vernichtung dieser Unverausgabten seriös vonstatten, denn ich habe bis heute kein Angebot für diese Marke im Handel gefunden!" wohl revidieren!

An der 38. Gärtner Auktion wurden gleich mehrere Einheiten (Paare, Vierer- und Sechser-Blocks) dieser Unverausgabten angeboten.



Ein Eckrand-Viererblock wurde unter Los Nr. 9572 für 950 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 08.11.2017 08:51:44 Gelesen: 1309# 248 @  
1930 plante das Deutsche Reich eine Neuauflage der 1-Mark-Wertstufe der Bauwerke-Freimarken von 1924 (Mi Nr. 364) und sollte die neue Währung „Reichsmark“ zeigen. Nach einigen Probedrucken wurde die Produktion jedoch eingestellt und die Marke blieb unverausgabt (Mi Nr. IX). Eine unbekannte Anzahl dieser Probedrucke gelangte in den Handel.



Die Firma Richard Borek GmbH & Co. KG bietet derzeit ein Exemplar dieser Unverausgabten für 19‘900 € zum Kauf an.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 11.11.2017 09:21:10 Gelesen: 1009# 249 @  
Vor der Anerkennung der Republik Indonesien im Jahre 1950 erfolgte eine niederländische Blockade des Landes. Die 1947 bei der Staatsdruckerei Wien bestellten eigenen Marken (Republik Mi Nr. 1-210 und Porto 1-26) konnten erst 1949 ausgeliefert werden und kamen damit nur noch kurz bis zum Erscheinen der ersten selbst hergestellten Briefmarken (Mi Nr. 65-67) bis zum 17. August 1950 an die Postschalter.

Eine ebenfalls in Wien bestellte Dienstmarkenausgabe wurde erst Mitte 1950 ausgeliefert und gelangte somit nicht mehr zur Ausgabe. Im Michel Katalog sind diese Unverausgabten nicht gelistet.



Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 74. Raritan Stamps Ltd Auktion in Dayton/USA vom Juni 2017 unter Los Nr. 490 für 250 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 14.11.2017 09:30:44 Gelesen: 740# 250 @  
1925 plante Bolivien die Ausgabe einer 19 Werte umfassenden Freimarkenausgabe mit Motiven aus dem Sonnentor am Titicacasee. Die Marken waren produziert und die Verausgabung war durch eine Verfügung vom 26. Februar 1925 bereits angeordnet. Dennoch entschied man sich aus innerpolitischen Gründen, diese Marken nicht zu verausgaben.



Der zurzeit für diesen unverausgabten Satz ohne Wertaufdruck geforderte Preis von ca. 150 US$ lässt auf eine grössere Anzahl vorkommender Sätze schliessen.



Nach über 35 Jahren (!!), am 17. Dezember 1960 verausgabte Bolivien diese Marken doch noch mit Aufdruck einer neuen Wertbezeichnung (Mi Nr. 637-654). Vermutlich ist in dieser Zeit eine unbekannte Anzahl der Marken ohne Wertaufdruck in den Handel gelangt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 17.11.2017 09:23:12 Gelesen: 398# 251 @  
Der Sudan erhielt von den Briten am 12. Februar 1953 seine Innere Selbstverwaltung. Dazu wurde eine Sonderausgabe (Mi Nr. I-III) vorgesehen, die 1953 an den Postschalter kommen sollte. Aus mir nicht bekannten Gründen entschloss man sich jedoch, diese nicht zu verausgaben. Die Sudan-Agentur in London verkaufte diese Briefmarken irrtümlich trotzdem, weshalb grosse Mengen davon in den Handel gelangten.



Der komplette Satz mit den drei Unverausgabten wird heute für wenige € angeboten.



Am 9. Januar 1954 wurde eine bild- und farbgleiche Sonderausgabe zum gleichen Anlass, aber mit auf 1954 geänderter Jahrgangsinschrift verausgabt (Mi Nr. 148-150).

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 

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