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Thema: Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit
Das Thema hat 273 Beiträge:
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merkuria Am: 11.11.2017 09:21:10 Gelesen: 9600# 249 @  
Vor der Anerkennung der Republik Indonesien im Jahre 1950 erfolgte eine niederländische Blockade des Landes. Die 1947 bei der Staatsdruckerei Wien bestellten eigenen Marken (Republik Mi Nr. 1-210 und Porto 1-26) konnten erst 1949 ausgeliefert werden und kamen damit nur noch kurz bis zum Erscheinen der ersten selbst hergestellten Briefmarken (Mi Nr. 65-67) bis zum 17. August 1950 an die Postschalter.

Eine ebenfalls in Wien bestellte Dienstmarkenausgabe wurde erst Mitte 1950 ausgeliefert und gelangte somit nicht mehr zur Ausgabe. Im Michel Katalog sind diese Unverausgabten nicht gelistet.



Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 74. Raritan Stamps Ltd Auktion in Dayton/USA vom Juni 2017 unter Los Nr. 490 für 250 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 14.11.2017 09:30:44 Gelesen: 9331# 250 @  
1925 plante Bolivien die Ausgabe einer 19 Werte umfassenden Freimarkenausgabe mit Motiven aus dem Sonnentor am Titicacasee. Die Marken waren produziert und die Verausgabung war durch eine Verfügung vom 26. Februar 1925 bereits angeordnet. Dennoch entschied man sich aus innerpolitischen Gründen, diese Marken nicht zu verausgaben.



Der zurzeit für diesen unverausgabten Satz ohne Wertaufdruck geforderte Preis von ca. 150 US$ lässt auf eine grössere Anzahl vorkommender Sätze schliessen.



Nach über 35 Jahren (!!), am 17. Dezember 1960 verausgabte Bolivien diese Marken doch noch mit Aufdruck einer neuen Wertbezeichnung (Mi Nr. 637-654). Vermutlich ist in dieser Zeit eine unbekannte Anzahl der Marken ohne Wertaufdruck in den Handel gelangt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 17.11.2017 09:23:12 Gelesen: 8989# 251 @  
Der Sudan erhielt von den Briten am 12. Februar 1953 seine Innere Selbstverwaltung. Dazu wurde eine Sonderausgabe (Mi Nr. I-III) vorgesehen, die 1953 an den Postschalter kommen sollte. Aus mir nicht bekannten Gründen entschloss man sich jedoch, diese nicht zu verausgaben. Die Sudan-Agentur in London verkaufte diese Briefmarken irrtümlich trotzdem, weshalb grosse Mengen davon in den Handel gelangten.



Der komplette Satz mit den drei Unverausgabten wird heute für wenige € angeboten.



Am 9. Januar 1954 wurde eine bild- und farbgleiche Sonderausgabe zum gleichen Anlass, aber mit auf 1954 geänderter Jahrgangsinschrift verausgabt (Mi Nr. 148-150).

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 20.11.2017 08:38:03 Gelesen: 8525# 252 @  
Am 13. September 2005 plante Österreich die Herausgabe einer Sonderausgabe zu Ehren der Formel-1-Legende Niki Lauda (Mi Nr. 2544). Scheinbar hat man es mit der Genehmigung des Bildes durch Lauda nicht so genau genommen. Nachdem die Auflage bereits gedruckt war, erhielt Lauda eine Vorlagenmarke die er auch prompt beanstandete und die Herausgabe der Briefmarke in dieser Form untersagte.



Links die Unverausgabte, Rechts die endgültige Ausgabe

Wenn ich mir die beiden Marken ansehe, so kann ich hier keine wesentlichen Unterschiede ausmachen; einzig die Farbe des Anzuges sowie die Grösse des Portaits wurden leicht verändert. Ich denke, hier war eher die gekränkte Eitelkeit Laudas für die gewünschten Änderungen ausschlaggebend!

Auf jeden Fall sollten die beanstandeten Marken vernichtet worden sein. In welchem Ausmass dies geschah, entzieht sich meiner Kenntnis. In Anbetracht der eher bescheidenen Verkaufspreise gelangte aber wohl eine beträchtliche Anzahl dieser Unverausgabten (Mi Nr. IX) in den Handel.

An der 365. Köhler Auktion vom September 2017 wurde ein ungebrauchtes Exemplar mit Attest unter Los Nr. 120 für 550 € + Zuschlag verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 23.11.2017 00:47:27 Gelesen: 8062# 253 @  
2007 plante Österreich eine Sonderausgabe mit Blumen. Vorgesehen war ein Kleinbogen mit zehn verschiedenen Blumenmarken. Das Besondere dabei war: Die Marken sollten mit unter einer Folie angebrachten Blumensamen verausgabt werden. Eine entsprechende Saat-Anleitung war auf dem Bogenrand angebracht.

Da man jedoch feststellte, dass diese Samen nach Anbringen unter der Folie nicht mehr keimfähig waren, wurde auf eine Ausgabe verzichtet! (Mi Nr. X-XIX).

Die bereits in unbekannter Anzahl hergestellten Kleinbogen sollten vernichtet werden. Trotzdem gelangte eine nicht bekannte Stückzahl dieser Unverausgabten in den Handel.



Im Fachhandel werden Einzelstücke aus dem Kleinbogen für ca. 900 € angeboten.



Ein kompletter Kleinbogen kann für ca. 8‘000 € erworben werden.

Ein brisantes Detail zum Schluss: Die Niederlande verausgabte am 1. Mai 2007 einen praktisch bildgleichen Kleinbogen, ebenfalls mit Samen (Mi Nr. 2498-2507). Dort hat es scheinbar mit der Saat geklappt und die Kleinbogen kamen regulär an den Postschalter!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 26.11.2017 09:36:47 Gelesen: 7670# 254 @  
Malta plante für den 27. Februar 2002 eine Sonderausgabe mit Motiven von fünf prominenten Filmen die zum Teil in Malta gedreht wurden. Die Marken wurden vom bekannten maltesischen Briefmarkengestalter Richard J. Caruana entworfen und umfassten die Wertstufen 6, 12, 22, 27 und 50 Cents. Die Marken wurden durch die Bundesdruckerei in Berlin hergestellt.

Folgende Filme und Darsteller sollten auf den einzelnen Wertstufen geehrt werden:

6 Cents: „Malta Story“ von 1953 mit Alec Guinness und Jack Hawkins
12 Cents: „Shout at the Devil“ von 1975 mit Lee Marvin und Roger Moore
22 Cents: „Popeye“ von 1980 mit Robin Williams
27 Cents: „The Count of Monte Cristo“ von 1985 mit Gerard Depardieu
50 Cents: „Gladiator“ von 1999 mit Russell Crowe

Am Morgen des angekündigten Ausgabetages vom 27. Februar 2002, als sich bereits Schlangen von kaufwilligen Sammlern vor den Postämtern bildeten, wurde bekanntgegeben, dass die Ausgabe der Briefmarken infolge technischer Probleme nicht stattfinden werde. Eine Ausgabe ist bis zum heutigen Tag nie erfolgt! Die Post von Malta hat auch bis heute nie eine Erklärung zu diesem Vorgehen abgegeben. Die von in- und ausländischen Kunden vorausbestellten Marken wurden auch nie ausgeliefert.



Diese Unverausgabten zählen zu den bestgehüteten Geheimnissen der maltesischen Post. Bis heute ist noch nie ein Exemplar im Handel aufgetaucht, ja kaum eine Abbildung ist verfügbar. Die einzig mir bekannte Abbildung stammt aus der maltesischen Zeitung It-Torca, die sich 2005 mit einem Artikel zu diesen Unverausgabten befasste. Man verzeihe mir die schlechten Abbildungen - ich fand leider keine Anderen. Vielleicht kennt jemand eine diesbezügliche Quelle!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 28.11.2017 14:07:33 Gelesen: 7437# 255 @  
@ merkuria [#205]

Auch Südaustralien hat Unverausgabte! Bei Corinphila in Zürich konnte man eine der ganz frühen Raritäten kaufen - sie wurde aber sehr teuer!



Diese vorbereitete, aber nicht herausgegebene Briefmarke wurde vermutlich bis auf 24 Stück zerstört, nach dem Entschluss, die Marke zurückzuziehen. Offenbar ist die Marke bei Stanley Gibbons katalogisiert mit einem stolzen Katalogwert von GB£ 26'000.

Die Unverausgabte wurde von einem Ausruf von CHF 7'500 auf CHF 46'000 hochgesteigert (+ 20 % Aufgeld).

Siehe Auktion 221, Los 6224

Freundliche Grüsse
Heinz
 
merkuria Am: 29.11.2017 09:33:44 Gelesen: 7322# 256 @  
Am 23. März 1942 verausgabte Äthiopien eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 204-206). Diese umfasste die Wertstufen 4,10 und 20 Centimes. Mit dieser Ausgabe war aber auch eine Wertstufe zu 5 Centimes vorgesehen. Diese Marke wurde produziert, jedoch aus mir nicht bekannten Gründen nie ausgegeben. Michel listet diese Marke nicht.



An der 160. Felzmann Auktion vom 7. November 2017 wurde ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten unter Los Nr. 3964 für 400 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 02.12.2017 09:20:50 Gelesen: 6845# 257 @  
Am 1897 verausgabte der Malaiische Teilstaat Sarawak eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 26-29). Diese umfasste die Wertstufen 16,32 und 50 Cents sowie 1 Malaya$. Mit dieser Ausgabe waren aber auch Wertstufen zu 2, 5 und 10 Malaya$ vorgesehen. Diese drei Marken wurde produziert, jedoch aus mir nicht bekannten Gründen nie ausgegeben. Michel listet diese Unverausgabten nicht, im britischen Stanley Gibbons Katalog werden sie jedoch unter G 21a - 21c aufgeführt.



An der Cavendish Auktion vom September 2017 in London wurde eine Zusammenstellung dieser drei Unverausgabten unter Los Nr. 2050 für 1‘600 GB£ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 05.12.2017 08:51:47 Gelesen: 6668# 258 @  
1921/1938 verausgabte der Malaiische Teilstaat Trengganu eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 23-44).



1941 sollte diese Ausgabe um weitere 4 Marken in gleicher Zeichnung, jedoch in geänderter Farbgebung und mit einer neuen Wertstufe 15 C ergänzt werden. Diese vier Marken wurde produziert, jedoch infolge der japanischen Besetzung des Landes nicht mehr ausgegeben. Michel listet diese Unverausgabten nicht, im britischen Stanley Gibbons Katalog werden sie jedoch aufgeführt und bewertet.





Eine Zusammenstellung dieser vier Unverausgabten wurde an der 1152. Siegel Auktion im April 2017 unter der Los Nr. 730 für 550 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 08.12.2017 09:26:30 Gelesen: 6508# 259 @  
1915 plante der Iran eine Sonderausgabe mit 19 Werten anlässlich der Krönung des neuen Schah Ahmed. Dargestellt werden sollten frühere Herrscher des Irans sowie historische Bauten. Aus mir nicht bekannten Gründen wurden diese Marken jedoch nie verausgabt. Inwieweit diese Unverausgabten vernichtet wurden und in welcher Anzahl ganze Sätze in den Handel gerieten, ist ebenfalls nicht bekannt. Diese Unverausgabten werden weder im Michel noch im Scott gelistet.



Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 365. Heinrich Köhler Auktion vom September 2017 unter der Los Nr. 1285 für 1‘400 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Martin52 Am: 08.12.2017 10:48:14 Gelesen: 6498# 260 @  
Hallo aus der Schweiz,

ich weiss leider nicht, ob diese unverausgabten schon hier vorgestellt wurden - but here they are - the one and only BEATLES:

Guernsey plante 2013 eine Ausgabe zum 50-jährigen Jubiläums des Konzerts der "Fab Four" auf der Kanal-Insel. Aus unbekannten - jedoch naheliegenden - Gründen wurden diese nicht verausgabt. Leider habe ich nur einen mässigen Scan der damaligen offiziellen Ankündigung:


 
merkuria Am: 08.12.2017 22:31:20 Gelesen: 6459# 261 @  
@ Martin52 [#260]

Wie Du in diesem Thema ersehen kannst, beschäftige ich mich eingehend mit allen Unverausgabten der Welt. Von dem von Dir vorgestellten unverausgabten Beatles-Satz habe ich noch nie etwas vernommen. Ein äusserst interessanter Beitrag. Ich werde mal versuchen, weitere Details zu diesen unverausgabten Marken zu finden. Was ich bisher gefunden habe, ist der Mai-Newsletter 2013 der Guernsey-Post [1] wo diese Ausgabe ohne Bilder angekündigt wird. Der von Dir vorgestellte Ankündigungs-Flyer ist mir neu. Auch habe ich noch nie farbige Abbildungen oder gar ein Angebot im Handel/Auktionen für diese Marken gesehen. Entweder wurden diese gar nicht erst produziert oder deren Vernichtung ging wirklich ohne Panne vonstatten.

Scheint mir ein ähnlicher Fall zu sein, wie die Unverausgabten zur Filmgeschichte aus Malta 2002, siehe dazu Beitrag [#254].

Schöne Grüsse
Jacques

[1] https://issuu.com/guernseystamps/docs/phil-news-may_2013
 
merkuria Am: 11.12.2017 09:11:55 Gelesen: 6285# 262 @  
1863 verausgabte St. Lucia eine Freimarkenausgabe mit den Wertstufen 1, 4 und 6 Pence. Diese Marken enthielten keine graphische Wertbezeichnung, sondern wurden nur nach Farbgebung unterschieden.

Da man eine Verknappung des Bestandes an 6 Pence Marken smaragdgrün befürchtete, bereitete man 4 Pence Marken schieferblau als Ersatz vor, indem man diese mit einem zweizeiligen Aufdruck Six / pence versah. Eine Verknappung ist jedoch nie eingetreten, weshalb diese Marken mit dem Behelfsaufdruck auch nie ausgegeben wurden (Mi Nr. II)



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 1152. Siegel Auktion vom April 2017 unter der Los Nr. 880 für 650 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 14.12.2017 08:48:34 Gelesen: 6140# 263 @  
Zur Währungsreform vom 21. Juni 1948 verausgabte die alliierte Besatzungsbehörde eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. Bizone 52-68). Dazu verwendete man Freimarken der Alliierten Gemeinschaftsausgaben (ex Mi Nr. 912-936) und versah diese mit einem Posthörnchen- Bandaufdruck (Mi Nr. 52 I - 68 I) sowie einem Netzaufdruck ck (Mi Nr. 52 II - 68II).

Nebst diesen verausgabten Wertstufen wurden weitere neun Wertstufen (1,3,4,5,8,20,42,60 und 80 Pf) ebenfalls mit Band- und Netzaufdrucken zur Ausgabe vorbereitet. Diese wurden von der Hauptpostverwaltung jedoch nicht anerkannt und sollten eigentlich unverausgabt bleiben. (Mi Nr. Bizone I/I – IX/I und I/II – IX/II). Trotzdem gelangten diese Wertstufen vereinzelt zur Ausgabe und wurden unbeanstandet als Frankaturen verwendet.



Eine ungebrauchte Zusammenstellung dieser 18 Unverausgabten mit Attest wurde an der 701. Daniel F. Kelleher Auktion vom Juni 2017 in Danbury/USA unter der Los Nr. 2520 für 170 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 17.12.2017 09:02:42 Gelesen: 6015# 264 @  
1887/1892 verausgabte Belgisch-Kongo Freimarken mit dem Bildnis von Leopold II. Es wurden die Wertstufen 5,10,25,50 Centimes sowie 5 und 10 Francs ausgegeben. Zwei weitere Wertstufen zu 25 und 50 Francs wurden hergestellt, jedoch nie ausgegeben (Mi Nr. II-III). Diese Unverausgabten kamen nie an den Postschalter, sind aber wohl in grösseren Mengen trotzdem in den Handel gelangt.



Eine ungebrauchte Zusammenstellung dieser beiden Unverausgabten wird bei ebay für um die 30 € angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 20.12.2017 09:18:33 Gelesen: 5854# 265 @  
1919 verausgabte die Tschechoslowakei unzählige Freimarken aus ehemaligen Restbeständen von österreichischen und ungarischen Markenausgaben (Mi Nr. 40-158). Diese wurden alle mit dem Aufdruck POSTA / CESKOSLOVENSKA / 1919 versehen. Verschiedene weitere solcher Überdruckmarken wurden produziert, jedoch nie ausgegeben:



Österreich Mi Nr. 138, Karl VI. 1 Heller grau

Diese Unverausgabte wurde an der Cherrystone Auktion vom März 2008 unter Los Nr. 624 für 200 US$ + Aufgeld verkauft.



Ungarn Postsparmarke, 10 Filler (Heller) violett

Diese Unverausgabte wurde an der gleichen Auktion unter Los Nr. 625 für 180 US$ + Aufgeld verkauft.



Ungarn Mi Nr. Porto 8A, Portomarke, 20 Filler (Heller) mit Wasserzeichen

Diese Unverausgabte wurde an der gleichen Auktion unter Los Nr. 627 für 950 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 23.12.2017 08:43:56 Gelesen: 5711# 266 @  
1910 plante der Iran/Persien eine Dienstmarkenausgabe zu 2 und 4 Kran, jeweils mit Gold- und Silberrand. Aus mir nicht bekannten Gründen wurden diese Dienstmarken jedoch nie verausgabt. Der Michel wie auch der Scott Katalog listen diese Unverausgabten nicht.




Eine Zusammenstellung dieser vier Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion im Juni 2016 unter der Los Nr. 989 für 550 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 26.12.2017 09:11:39 Gelesen: 5461# 267 @  
1895 plante Ägypten eine Sonderausgabe zur Gründung der Winterfestspiele von Kairo. Aus nicht bekannten Gründen wurde dieser bereits produzierte Satz nicht verausgabt. Trotzdem gelangte eine nicht bekannte Anzahl dieser Unverausgabten in den Handel. Im Michel und im Scott Katalog werden diese Unverausgabten nicht gelistet.



Ein kompletter Satz dieser drei Unverausgabten wurde an der 62. Grosvenor Auktion im Juni 2011 in London unter der Los Nr. 181 für 290 GB£ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 28.12.2017 00:05:27 Gelesen: 5375# 268 @  
@ merkuria [#237]

Ich habe dazu eine schöne Ergänzung.



Offenbar sind heute 7 Stück der 12 Kreuzer-Marke bekannt:

4 mit Versuchs-Stempel "Franco"
2 mit Federzug-Entwertung
1 mit entfernter handschriftlicher "9"

Dieses Wissen und die zwei Abbildungen entnehme ich der neuen Dokumentation des Auktionshauses Gärtner: "Sammlung Peter Zgonc: Die Briefmarken von Österreich & Lombardei Venetien 1850-1867" von Prof. Dr. Ulrich Ferchenbauer.

Heinz
 
merkuria Am: 29.12.2017 08:18:41 Gelesen: 5315# 269 @  
Für den 29. März 1981 plante die Republik China (Taiwan) eine Sonderausgabe anlässlich des 12. Kongresses der Nationalistischen Kuomintang-Partei [1]. Aus mir nicht bekannten Gründen verzichtete man auf eine Ausgabe und die bereits produzierten Marken wurden vernichtet. Trotzdem sind bis heute fünf Exemplare dieser Unverausgabten bekannt geworden, eine davon befindet sich im Postmuseum von Taipeh.



Ein Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 67. Interasia Auktion im Dezember 2017 in Hongkong unter der Los Nr. 3693 für 368‘000 HK$ (ca. 39‘800 €) + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kuomintang
 
merkuria Am: 12.01.2018 10:16:00 Gelesen: 2236# 270 @  
Im Januar 1922 bereitete die italienische Post in Istanbul (Levante) eine Flugpost-Aushilfsausgabe vor. Diese wäre für die Aufgabe von Luftpost auf den Flug Bukarest-Istanbul-Paris der Gesellschaft CIDNA [1] bestimmt gewesen. Dazu verwendete man die 25 Centesimi Eilmarke Italiens (Mi Nr. 85) und versah diese mit einem zweizeiligen Aufdruck SERVIZIO POSTALE AEREO / PIASTRE 15 sowie einem Flugzeug.

Auf Druck der Lausanner Friedenskonferenz, die eine Schliessung aller ausländischen Postanstalten in der Türkei verlangte, kam es nicht mehr zu dieser Ausgabe. Die bereits produzierten Marken wurden durch Verbrennung vernichtet. Gemäss Literatur sollen zehn Exemplare der Vernichtung entgangen sein und tauchen von Zeit zu Zeit im Handel auf. Der Michel Katalog listet diese Unverausgabte nicht, der italienische Sassone Katalog führt diese jedoch auf.



Ein Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der 218. Corinphila Auktion vom November 2017 unter Los 4653 für 65‘000 CHF angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/CIDNA
 
merkuria Am: 15.01.2018 09:56:42 Gelesen: 1359# 271 @  
1913/1914 begann Australien mit der Ablösung seiner ersten Freimarken im Buchdruck des Motivs Landkarte mit Känguruh (Mi Nr. 4-18). Dazu verausgabte man zwei Wertstufen zu 1 Penny und 6 Pence im Stichtiefdruck (Mi Nr. 19-20). Zwei weitere Wertstufen zu 2 Pence und 1 Shilling waren im Stichtiefdruck bereits angedruckt, als sich die Postbehörden aus Kostengründen dazu entschlossen, die Nachfolgeausgaben nicht im teuren Stichtiefdruck, sondern im günstigeren Buchdruck herzustellen.

Die unbekannte Anzahl der bereits gedruckten 2 P und 1 Sh Marken wurden vernichtet. Nur je zwei Exemplare je Wertstufe überlebten. Je ein Exemplar kam ins australische Postmuseum, die anderen beiden Exemplare gelangten in die Hände des Sammlers Arthur Grey. Somit sind dies die einzig sich in Privathand befindlichen Exemplare, welche 2015 mit der Auflösung der Sammlung Grey in den Handel kamen.

Der Michel und der Scott Katalog listen diese Unverausgabten nicht.



Die 2 Pence Wertstufe dieser Unverausgabten wurde an der Mossgreen Auktion vom Oktober 2015 in Melbourne/Australien unter Los 18 für 68‘000 A$ (damals ca. 43‘800 €) inkl. Aufgeld verkauft. Die 2 Shilling Wertstufe erzielte auf der gleichen Auktion unter Los 19 einen Zuschlag inkl. Aufgeld von 113‘500 A$ (damals ca. 73‘000 €).

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 17.01.2018 21:38:03 Gelesen: 656# 272 @  
Die unten gezeigte Postkarte ist eine grosse Seltenheit



1913 gab es zum Flugtag in Aarau eine offizielle Postkarte. Es wurde ein Postflug Aarau - Olten und Aarau - Lenzburg durchgeführt. Pilot Oskar Bider flog. Insgesamt wurden meines Wissens 4'500 Postkarten gedruckt, wovon 4'400 befördert wurden. Zur 5 Rappen-Frankatur musste eine Vignette zu 50 Rappen ergänzt werden (Auflage 10'000). Eine "normale" solche Postkarte mit Vignette, geflogen, kostet rund CHF 1'000.

DIESER Beleg aber ist eine sehr seltene Ausnahme. Die Vignette zeigt die Inschrift "STADT AARAU", normal war aber "START AARAU"! Gemäss Zumstein Spezialkatalog ist dies ein "Essai der Flugmarke", von dem nur zwei auf Karte bekannt sind!

Dieser seltene Beleg ist das Spitzenstück einer Flugpost-Spezialsammlung, die im Februar 2018 in Basel verkauft wird (Fernauktion mit "live bidding"). Der Ausruf dieser Rarität liegt bei CHF 18'000.

Heinz
 
merkuria Am: 18.01.2018 10:00:38 Gelesen: 430# 273 @  


Die Malediven verausgabten am 11. November 1981 eine Sonderausgabe mit dem Internationalen Flughafen von Male [1] (Mi Nr. 945-949).

Diese Ausgabe war jedoch bereits für 1980 vorgesehen und in ähnlichen Abbildungen bereits produziert. Der Flughafen benannte sich damals Hulule Airport. Da man wusste, dass dieser im folgenden Jahr in Male Airport umbenannt werden sollte, verzichtete man 1980 auf eine Ausgabe mit der alten Benennung. Die Ausgabe 1980 wurde vernichtet, trotzdem gelangte eine unbekannte - aber angesichts der tiefen Preise - wohl grosse Anzahl in den Handel.



Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 204. David Feldman Auktion vom Dezember 2017 in Genf für 120 GB£ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mal%C3%A9_International_Airport
 

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