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Thema: Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit
Das Thema hat 186 Beiträge:
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merkuria Am: 21.03.2017 08:38:38 Gelesen: 5567# 162 @  
Am 6. September 1951 plante Jordanien eine Sonderausgabe anlässlich der Krönung von König Talal [1]. Talal sollte seinem ermordeten Vater Abdallah II. auf den Thron folgen. Talal litt jedoch an schwerer Schizophrenie, weshalb sein baldiger Rücktritt schon bei der Krönung voraussehbar war. Dies geschah dann auch am 11. August 1952 zugunsten seines Sohnes Hussein I. Aus diesen Gründen verzichtete man auf diese bereits fertiggestellte Sonderausgabe, die aus 5 Werten bestehen sollte. Die Marken wurden verbrannt, eine unbekannte Anzahl verschiedener Wertstufen entging jedoch der Vernichtung und gelangte in den Handel.



Zwei Wertstufen dieser Unverausgabten wurden zusammen an der 1042. Siegel Auktion vom April 2013 in New York unter der Los Nr. 3493 für 1‘200 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Talal_(Jordanien)
 
Hornblower Am: 22.03.2017 09:33:51 Gelesen: 5504# 163 @  
@ merkuria [#161]

Hallo Jacques,

das kann ich nachvollziehen. Wäre also höchstens passend für einen neuen Eintrag, der sich aber in sehr überschaubaren Grenzen halten dürfte. Von daher spare ich mir lieber die Zeit.

Beste Grüße
Michael
 
merkuria Am: 24.03.2017 08:40:44 Gelesen: 5375# 164 @  
1940 plante die italienische Besatzungsbehörde in Albanien eine Freimarkenausgabe. Dazu sollten Freimarken aus dem Mutterland verwendet und mit einem zweizeiligen Aufdruck im Kästchen REGNO D’ALBANIA / MBRETNIA SQIPTARE sowie der Wertangabe in alb. Quintar-Währung versehen werden. Nach Herstellung von 200 Sätzen entschloss man sich aus uns unbekannten Gründen, diese Marken nicht zu verausgaben. Eine nicht bekannte Anzahl dieser Unverausgabten gelangte aber in den Handel.



Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom Juni 2014 unter der Los Nr. 1055 für 950 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 27.03.2017 09:20:44 Gelesen: 5153# 165 @  
Syrien verausgabte vom 2. April 1958 bis zum Oktober 1961 seine Briefmarken innerhalb des Staatsverbandes der Arabischen Republiken Ägypten und Syrien (Vereinigte Arabische Republik). Für den Oktober 1961 war eine weitere Sonderausgabe zum Thema "Technische Hilfe" innerhalb der UAR (United Arab Republic) vorgesehen und auch bereits produziert. Am 28. September 1961 löste sich Syrien aus dem Verband der UAR und verausgabt seine Marken seither wieder selbstständig. Aus diesem Grunde gelangte diese zwei Werte umfassende Sonderausgabe nicht mehr an die Postschalter und wurde vernichtet. Eine unbekannte Stückzahl entging der Vernichtung und gelangte in den Handel.



Ein ungebrauchter Viererblock-Satz dieser Unverausgabten wurde an der 637. Daniel F. Kelleher Auktion vom Juni 2013 in Danbury/USA unter der Los Nr. 418 für 200 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 30.03.2017 08:53:16 Gelesen: 4975# 166 @  


Die wohl aktuellste Unverausgabte liefert uns das afrikanische Liberia. Anlässlich des zu erwartenden Wahlsieges von Hillary Clinton als 45. Präsidentin der USA produzierte das Land (respektive wohl deren Agenten) bereits eine Blockausgabe. Nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump konnte diese Ausgabe natürlich nicht erfolgen und soll weitgehend vernichtet worden sein. Trotzdem tauchen jetzt einzelne Stücke im Handel auf, wo sie zu ca. 175 US$ angeboten werden.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 02.04.2017 10:26:45 Gelesen: 4742# 167 @  
Die deutschen Besatzungsbehörden von Laibach (Ljublijana/Slowenien) plante für 1945 eine Freimarkenserie mit Bildnissen von berühmten Slowenen (Mi Nr. Laibach I-VI). Die 6 Werte umfassende Serie wurde zusammenhängend in 7 verschiedenen Farben je Wertstufe gedruckt. Aus kriegsbedingten Gründen kam es aber nicht mehr zur Ausgabe dieser Marken.



eBay 401282283229

Ein kompletter Satz mit allen 6 Wertstufen in 7 Farben im senkrechten Streifen wurde kürzlich bei Ebay mit Attest für 3‘000 US$ angeboten, blieb jedoch unverkauft [1].

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://www.ebay.com/itm/German-Occupation-LAIBACH-1945-UNISSUED-strips-Superb-NH-GENUINE-CERT-/401282283229?hash=item5d6e49b6dd:g:qn8AAOSwunJWFQpm
 
merkuria Am: 05.04.2017 10:06:04 Gelesen: 4478# 168 @  
Die chinesische Post bestellte 1945 bei der Firma Da La Rue in London eine neue Freimarkenausgaben mit den Wertstufen 1, 2, 4, 5, 20, 30 und 50 CNC$ (China National Currency $). Während die Wertstufen 1, 2, 20, 30 und 50 CNC$ ausgegeben wurden (Mi Nr. 673-677) blieben die 4 und 5 CNC$ Werte unverausgabt, da bedingt durch die Inflation keine Verwendung für diese Wertstufen vorlag. Ohne Aufdruck kamen diese Marken nie an den Postschalter und wurden erst im September 1946 mittels Aufdruck eines neuen Wertes von 200 CNC$ auf 4 CNC$ (Mi Nr. 728) und 250 CNC$ auf 5 CNC$ (Mi Nr. 731) verwendet.

Mi Nr.731

Ein postfrisches Exemplar dieser unverausgabten 5 CNC$ wird derzeit bei Ebay für 770 US$ angeboten [1].

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

http://www.ebay.com/itm/1944-SYS-3rd-London-print-5-unissued-mint-Chan-PUN2-VERY-RARE-/371766522198?hash=item568f02f156:g:1NkAAOSwstxVTwR9
 
blizzi Am: 05.04.2017 14:34:23 Gelesen: 4452# 169 @  
Auch das Deutsche Reich hatte neben den bereits vorgestellten beiden Inflamarken am 10.6.1912 3 Flugpostmarken vorgestellt, die aber lt. Michel nicht verausgabt wurden. Die Marken werden nur als I, II, III ohne Angabe einer Michel-Nr. aufgeführt. Wer weiss Näheres? Meine II weisst eine Abart auf: weisser Punkt rechts neben Querstrich von f.

gruss blizzi


 
merkuria Am: 05.04.2017 23:03:13 Gelesen: 4385# 170 @  
@ blizzi [#169]

In meinem Michel Deutschland-Katalog von 2006 steht bei den Nr. I - VI nichts von unverausgabten Briefmarken. Was da aber steht, ist die Bemerkung dass es sich bei den Nr. I-VI nur um halbamtliche Marken handelt. Vielleicht steht in einem neueren Michel-Katalog etwas anderes?

Zu diesen Vignetten-Ausgaben des Flugveranstalters hier eine interessante Seite mit ihrer Geschichte und Verwendung. [1]

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://www.flugpost-rhein-main.de/philatelie.htm
 
merkuria Am: 08.04.2017 09:23:29 Gelesen: 3915# 171 @  
Im September 1945 produzierte die japanische Besatzungsmacht in der Inneren Mongolei eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. I-XVI). Wir sprechen hier von den Changchun-Drucken. Die Marken waren in ähnlicher Zeichnung wie die chinesischen Freimarken gehalten, jedoch mit Inschriften in mongolischer Schrift. Der Druck (Steindruck) und die Zähnung sind durch die kriegsbedingte Herstellung sehr schlecht. Aufgrund der Kapitulation Japans kamen diese Marken nicht mehr zur Ausgabe.

Die von den einrückenden kommunistischen Truppen erbeuteten Marken wurden mit verschiedenen Aufdrucken versehen und als Wertzeichen für die kommunistische Postverwaltung der befreiten Gebiete in Nordchina genutzt. Ohne Aufdrucke kamen diese Marken nie an den Schalter, müssen aber in grossen Mengen in den Handel gelangt sein.



Ein kompletter Satz mit den ungezähnten Varianten dieser Unverausgabten (Mi Nr. I-XVI A+B) wird mit ca. 250 US$ gehandelt.



Beispiel für eine durch Aufdruck genutzte Marke, ausgegeben durch die kommunistische Postverwaltung von Nordchina (Mi Nr. 11)

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 11.04.2017 09:44:04 Gelesen: 3767# 172 @  
Für Mai 1989 plante die Post der Volksrepublik Polen eine Gedenkausgabe für General Grzegorz Korczynski (Mi Nr. VI). Angesichts des Endes der kommunistischen Aera in Polen verzichtete man auf diese Ausgabe mit der stark umstrittenen Person von Korczynski. [1] Korczynski war in den 50er Jahren Stellvertreter des Chefs der polnischen Geheimpolizei, Stanisław Radkiewicz und war so mitverantwortlich für zahlreiche Greueltaten des stalinistischen Terrors in Polen.



Aus unerklärlichen Gründen gelangte eine unbekannte Anzahl dieser Unverausgabten in den Handel. Ein Viererblock dieser Unverausgabten wird zur Zeit mit ca. 120 € gehandelt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://www.munzinger.de/search/portrait/Grzegorz+Korczynski/0/10246.html
 
merkuria Am: 14.04.2017 08:45:04 Gelesen: 3303# 173 @  
1943 plante San Marino eine Flugpostausgabe anlässlich des 20. Jahrestages der Machtübernahme der Faschisten in Italien. Vorgesehen waren 8 Werte mit Wertstufen von 25 Centesimi bis 20 Lire. Angesichts der sich zu Ungunsten Italiens wendenden Kriegslage verzichtete man auf diese Ausgabe und 9000 der 10‘000 bereits gedruckten Sätze wurden vernichtet. Was mit den verbleibenden 1000 Sätzen geschah und wie diese in den Handel kamen, ist nicht bekannt. Die Marken sind im Michel-Katalog nicht erfasst, jedoch im ital. Sassone-Katalog mit den Kat. Nr. PA26-PA33 gelistet.



Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der 928. Siegel Auktion vom Dezember 2006 in New York unter der Los Nr. 2321 für 3‘500 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
2huhu Am: 14.04.2017 12:10:46 Gelesen: 3264# 174 @  
@ merkuria [#173]

Hallo Jacques,

deine Beschreibung stimmt nach meinem Michel Südeuropa 2005/06 so nicht ganz.

Am 27.08.1943 wurde in San Marino eine 21 Werte umfassende Briefmarkenausgabe zum "Sturz des Faschismus" verausgabt. Dafür wurden nicht verausgabte Marken aus Anlasse des "20. Jahrestags des Faschismus" mit dem Aufdruck "28 LUGLIO 1943/1642 d. F. R." überdruckt.

Freimarken: MiNr. 271 - 283, 5 Centesimi bis 20 Lire, Auflage zwischen 36 000 und 983 800 Marken;
Flugpostmarken: MiNr. 284 - 291, 25 Centesimi bis 20 Lire, Auflage zwischen 39 200 und 478 960 Marken.

Am selben Tag erschien noch eine weitere 21 Werte umfassende Briefmarkenausgabe. Für diese wurden die selben unverausgabten Markenausgabe mit dem Aufdruck "GOVERNO PROVISORIO" versehen.

Freimarken: MiNr. 292 - 302, 5 Centesimi bis 20 Lire, Auflage zwischen 36 000 und 963 680 Marken;
Flugpostmarken: MiNr. 303 - 308, 25 Centesimi bis 20 Lire, Auflage zwischen 31 000 und 481 040 Marken.

Nach der MiNr. 291 gibt es folgende Fussnote:

Der Restbestand von 10.000 Sätze MiNr. 271-283 und 1000 Sätze 284-291 ohne Aufdruck wurde nicht am Schalter, sondern 1948 durch die Postverwaltung zu Sammlerzwecken verkauft.

271 I - 283 I ohne Aufdruck: 60 €
284 I - 291 I ohne Aufdruck: 3500 €"

Dein zitiertes Auktionsangebot bezieht sich auf die Flugpostmarken 284 - 291 I.

Grüßle
Holger Reichert
 
merkuria Am: 25.04.2017 09:25:02 Gelesen: 2627# 175 @  
Für den 18. Juni 1975 planten die Vereinigten Arabischen Emirate eine Sonderausgabe anlässlich der 2. Langstrecken- Schwimm-Meisterschaften (Mi Nr. I-III). Als die beauftragte Druckerei Harrison & Sons Ltd. in London bis zum 15. August 1975 die Marken immer noch nicht ausgeliefert hatte, entschieden sich die VAE, diese nicht mehr zu verausgaben. Was mit den bereits hergestellten Marken geschah und wie diese in den Handel gelangten, ist nicht bekannt.



Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom September 2011 in New York unter der Los Nr. 8220 für 260 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 28.04.2017 08:37:53 Gelesen: 2492# 176 @  
Am 2. September 1940 verausgabten die Cook Inseln eine Freimarken-Aushilfsausgabe (Mi Nr. 60). Dazu verwendete man eine nicht verausgabte 1 ½ Pence Freimarke und versah diese mit einem Aufdruck des neuen Wertes von 3 Pence. Ohne diesen Aufdruck sind diese 1 ½ Pence Werte nie an den Schalter gelangt. Gemäss Literatur soll nur ein Bogen zu 100 Stück dieser Unverausgabten existieren. Wie und in welcher Anzahl diese unüberdruckten Marken in den Handel gelangten, ist unbekannt.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde kürzlich für 250 US$ in ebay angeboten, blieb jedoch unverkauft. [1]

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://www.ebay.com/itm/Niue-Cook-Islands-1940-1-d-UNISSUED-no-opt-RARE-ONLY-1-SHEET-RECORDED-/361919777516?_trksid=p2047675.l2557&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&nma=true&si=LvELJ%252BooFXGXGShrUJGYIq6tqMw%253D&orig_cvip=true&rt=nc
 
merkuria Am: 01.05.2017 09:06:50 Gelesen: 2286# 177 @  
Am 15. Januar und 16. März 1938 verausgabte Spanien eine Freimarkenausgabe mit dem Bildnis von König Ferdinand dem Katholischen (Mi Nr. 791-794). Diese Serie umfasste die Werte 15,20,25 und 30 Centimos. Zwei weitere Wertstufen von 50 Centimos und 1 Peseta wurden ebenfalls hergestellt, jedoch nicht ausgegeben. Diese waren als Flugpostmarken gedacht und wurden am 17. Mai 1938 mit dem zweizeiligen Aufdruck CORREO / AEREO ausgegeben (Mi Nr. 795-796). Ohne diesen Aufdruck sind diese Marken nie an den Schalter gekommen. Eine unbekannte Anzahl gelangte trotzdem in den Handel.



Ein ungebrauchter Satz dieser beiden Unverausgabten wird zur Zeit mit ca. 150 US$ gehandelt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 04.05.2017 08:48:34 Gelesen: 2090# 178 @  
Italien besetzte vom 31. August bis zum 27. September 1923 als politische Repressalie die griechische Insel Korfu. Am 12. September wurde ein Postamt eröffnet welches italienische Marken mit dem Aufdruck Corfu verwendete (Griechenland-Ionische Inseln Mi Nr. 4-11). Am 24. September verausgabte man 3 Werte mit dem Aufdruck CORFU sowie der Wertangabe in Lepta (Griechenland-Ionische Inseln Mi Nr. 12-14). Drei weitere Wertstufen waren noch zur Ausgabe vorgesehen, trafen aber erst am 26. September aus Italien ein, also am Tag der Schliessung des Postamtes. Somit gelangten diese drei Werte (Griechenland-Ionische Inseln Mi Nr. I-III) nicht mehr zum Schalterverkauf. Italien räumte die Insel am 27. September 1923 nach 28-tägiger Besetzung. Was mit den Unverausgabten weiter geschah und wie diese in den Handel gelangten ist ungeklärt.



Ein kompletter Satz dieser Unverausgabten wird zur Zeit mit ca. 30 US$ gehandelt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 07.05.2017 09:30:31 Gelesen: 1615# 179 @  
1961 verkaufte die Chambon Ltd. of London der Australischen Banknotendruckerei in Melbourne eine neue Photogravur-Druckmaschine. Die Druckerei, welche nebst den Postwertzeichen für Australien auch diejenigen von Papua herstellte, wollte ihre Fabrikationsmöglichkeiten auf die neue Drucktechnik in Photogravur erweitern. Dazu wurden etliche Briefmarken zu Versuchszwecken hergestellt, dabei auch eine von Papua geplante Sonderausgabe zu 5 Shilling mit dem Titel „Patrol Party“.

Diese Marke wurde in 60er Bogen gedruckt und dem beratenden Ausschuss für Briefmarkenausgaben der Post Papuas präsentiert. Der Ausschuss lehnte eine Ausgabe dieser Briefmarke jedoch ab, da die Patrouille bewaffnet dargestellt wurde, was in Anbetracht der zeitnahen Unruhen mit der Landbevölkerung nicht erwünscht war. Damit sollten die bereits in unbekannter Stückzahl gedruckten Versuchsmarken der Vernichtung zugeführt werden.



Gemäss Literatur sollen noch 100 Exemplare dieser Unverausgabten existieren und teilweise ihren Weg in den Handel gefunden haben. Die Stücke werden zur Zeit einzeln mit 650 A$ (ca. 460 €) und im Viererblock zu 2400 A$ (ca. 1700 €) gehandelt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
rsdererste Am: 09.05.2017 11:23:09 Gelesen: 1518# 180 @  
Da hätte ich auch noch ein Schmankerl,

gruss ralf

Die Einzelmarke wertet laut Michel Spezialkatalog 2016 mit 50,- pro Stück.




 
merkuria Am: 10.05.2017 08:45:21 Gelesen: 1421# 181 @  
Die ersten Post- und Dienstmarken für die Britische Kolonie Kuwait sollten 1923 erscheinen. Dazu verwendete man Ausgaben von 1911/1923 aus Britisch Indien und versah diese zunächst mit einem einzeiligen Aufdruck KOWEIT (Mi Nr. I-XIV)sowie für die Dienstmarken mit einem zweizeiligen Aufdruck KOWEIT / SERVICE (Mi Nr. Dienst I-XIII). Es wurden je Aufdruck erst einmal nur 2 Bogen à 12 Marken je Wertstufe, also total 24 Serien mit diesen Aufdrucken in Calcutta hergestellt. Die zuständigen Bewilligungsstellen waren mit der Bezeichnung KOWEIT jedoch nicht einverstanden und verlangten einen Aufdruck mit der Landesbezeichnung KUWAIT. Die 24 Serien mit KOWEIT, respektive KOWEIT / SERVICE sollten nicht zum Schalterverkauf gelangen.

Gemäss Literatur sollen von den 24 KOWEIT-Aufdruck-Serien nur deren 17 im Handel verfügbar sein. Eine Viererblock-Serie ging an die Königliche Sammlung in London, zwei Serien erhielt der Indische Vizekönig und eine Serie ging an den Postdirektor von Kuwait. Die verbleibenden 17 Serien wurden an einen britischen Händler verkauft, der diese in den Handel einfliessen liess. Die unverausgabten KOWEIT-Serien zählen zu den grossen Raritäten des British Commonwealth und werden äusserst selten angeboten.



Die Abbildung rechts zeigt den endgültig verausgabten Aufdruck.

An der 1086. Siegel Auktion vom November 2014 in New York wurde unter der Los Nr. 2200 eine komplette Serie beider unverausgabten Aufdrucke (27 Werte) zu 32‘500 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 13.05.2017 08:45:34 Gelesen: 1196# 182 @  
1973 sollte in Tahiti ein Ärztekongress von französischen Ärzten stattfinden. Die Post von Französisch Polynesien entschied sich, dazu eine Sonderbriefmarke auszugeben. Eine 50 Francs Marke wurde produziert und der Ausgabetag war für den Eröffnungstag des Kongresses festgelegt.

Da sich die französische Ärzteschaft an den neuen Abtreibungsgesetzen Frankreichs stark zerstritt, wurde der Kongress abgesagt. Aus diesem Grunde wurde die vorbereitete Briefmarke nicht ausgegeben und die produzierten Bestände sollten vernichtet werden. 1976 wurde durch einen Artikel in der Zeitschrift „Pacifica“ der britischen Studiengruppe für die Pazifischen Inseln bekannt, dass die Französische Postdirektion einem Händler 50 Exemplare dieser Unverausgabten zum vorgesehenen Postpreis verkauft hatte!



An der Cherrystone Auktion vom Juni 2008 in New York wurde unter der Los Nr. 4424 diese Unverausgabte zu 2‘600 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 16.05.2017 08:42:02 Gelesen: 786# 183 @  
Die Post des Osmanischen Kaiserreiches plante 1918 eine Sonderausgabe zur Besetzung der Sinai-Halbinsel und Ägyptens (Mi Nr. IX-XIV). Infolge Niederlage der türkischen Streitkräfte gegen die Briten kam diese bereits durch die Staatsdruckerei Wien produzierte Ausgabe jedoch so nie an den Postschalter. Die Marken wurden dann 1919 mit entsprechenden Aufdrucken für andere Ausgabenanlässe genutzt, so z.B. am 21. Januar 1919 anlässlich des Waffenstillstandes (Mi Nr. 649-651) oder zum 1. Jahrestag der Thronbesteigung von Sultan Mehmed VI. (Mi Nr. 653-656). Auf jeden Fall kamen Marken ohne Aufdruck nie zur offiziellen Ausgabe, sind aber vereinzelt gleichwohl in den Handel gelangt.



Ein kompletter, gezähnter Satz dieser Unverausgabten wird zur Zeit in ebay für 3‘000 US$ angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 19.05.2017 09:12:09 Gelesen: 532# 184 @  
Im Juni 1923 verausgabte Griechenland eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 239-248). Dazu verwendete man Freimarken der Ausgabe 1913 und versah diese mit einem dreizeiligen Aufdruck Revolution / 1922 / neue Wertangabe. Zur Ausgabe war auch eine Wertstufe 10 Drachmen auf 10 Drachmen (Mi Nr. II) vorgesehen, welche durch Aufdruck auf die Freimarke Mi Nr. 188 hergestellt wurde. Aus unbekannten Gründen wurde diese jedoch nie ausgegeben und die bereits überdruckten Bogen sollen vernichtet worden sein. Trotzdem kam eine nicht bekannte Anzahl dieser Unverausgabten in den Handel.



An der 637. Daniel F. Kelleher Auction vom Juni 2013 in Danbury/USA wurde unter Los 267 ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten für 200 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 22.05.2017 07:32:52 Gelesen: 275# 185 @  
Am 1. April 1927 verausgabte Griechenland eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 304-317) mit Wertstufen von 5 Lepta bis 25 Drachmen. Bei der Herstellung der Ausgabe wurde auch eine 1 Lepta-Wertstufe in Zeichnung der 10 Lepta (Mi Nr. 305) produziert. Bei der Ausgabe dieser Serie verzichtete man jedoch auf den Schalterverkauf dieser 1 Lepta, da die Wertstufe nicht mehr benötigt wurde. Die Auflage soll vernichtet worden sein, trotzdem sind aber Exemplare in unbekannter Zahl in den Handel gelangt (Mi Nr. IV).



Diese Stücke werden um ca. 150 US$ gehandelt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 25.05.2017 09:06:15 Gelesen: 66# 186 @  
Am 4. Januar 1922 verausgabte die Türkei eine Sonderausgabe anlässlich der Übernahme der türkischen Verwaltung von Adana (Mi Nr. 779-786). Dazu wurden 8 Wertstufen in Zeichnung der Mi Nr. 769 (Moschee in Edirne) in verschiedenen Farben hergestellt und mit einem zweizeiligen Aufdruck Adana / 5. Januar 1338 versehen. Ohne diesen Aufdruck kamen die Marken mit Ausnahme der Mi Nr. 769 nie an den Postschalter, sind aber in unbekannter Zahl gleichwohl in den Handel gelangt (Mi Nr. XV-XXII).




An der Cherrystone Auction vom Juni 2010 in New York/USA wurde unter Los 1179 ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten für 700 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 

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