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Thema: Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit
Das Thema hat 230 Beiträge:
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merkuria Am: 01.08.2017 09:18:37 Gelesen: 4816# 206 @  
1947 plante die Sowjetunion eine Sonderausgabe anlässlich des 45. Jahrestages der Arbeiterstreiks in Batum von 1902. An diesen Streiks war Stalin als Anführer mitbeteiligt. Aus nicht eindeutig belegten Gründen wurde diese Ausgabe von Stalin persönlich verboten und er ordnete eine Vernichtung der bereits produzierten Marken an. Bereits 1939 verbot Stalin schon ein Theaterstück [1], welches sich ebenfalls mit den Streiks von Batum in Verbindung mit seiner Person handelte. Die wenigen im Handel vorkommenden Stücke wurden wohl von bereits verschickten Präsentationskarten abgelöst.



An der 200. David Feldman Auktion vom Juni 2017 wurde unter Los 20366 ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten für 14‘000 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Batum_(Bulgakow)
 
merkuria Am: 04.08.2017 08:39:01 Gelesen: 4545# 207 @  
1962 plante die Sowjetunion eine Sonderausgabe anlässlich des 2. Internationalen Tschaikowskij-Wettbewerbs für Pianisten und Geiger. Die zur Ausgabe vorgesehene und bereits fertiggestellte Marke gelangte aus unerklärlichen Gründen (vielleicht Fehler bei den abgebildeten Noten?) nicht zur Ausgabe und wurde vernichtet. Die wenigen im Handel vorkommenden Stücke wurden wohl von bereits verschickten Präsentationskarten abgelöst. Am 19. April 1962 erfolgte eine Ausgabe mit leicht verändertem Bild (Mi Nr. 2588)



Links die Unverausgabte, rechts die erfolgte Ausgabe von 1962

An der Cherrystone Auktion vom Oktober 2008 in New York/USA wurde unter Los 571 ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten für 475 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 07.08.2017 08:33:52 Gelesen: 4273# 208 @  
Am 1. September 1947 verausgabte die Sowjetunion eine Sonderausgabe zum Tag der Luftwaffe (Mi Nr. 1119-1120). Im Vorfeld der Ausgaben-Planung sah man vor, diese beiden Marken mit einem roten Aufdruck АВИА = Luft (post) als Luftpostmarken zu kennzeichnen. Aus nicht bekannten Gründen verzichtete man jedoch auf diesen Aufdruck, trotzdem gelangten wenige Stücke aus der Produktion in den Handel. Nicht zu verwechseln mit den Aufdrucken von 1948 auf diesen Marken (Mi Nr. 1239-1240)!



An der 200. David Feldman Auktion vom Juni 2017 wurde unter Los 20364 ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten für 13‘000 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 10.08.2017 09:00:24 Gelesen: 3920# 209 @  
Am 1. Januar 1986 beschloss Israel eine Währungsreform des Schekels. Der neue Schekel löste im Verhältnis 1:1000 den bisherigen Schekel ab. Dazu verausgabte man am 1. Januar 1986 auch zwei neue Freimarken mit dem Nennwert 1 NIS und 3 NIS (Mi Nr. 1024 und 1025).

Da bereits vor dieser Währungsreform eine neue Freimarkenausgabe mit dem Thema Archäologie in Israel vorgesehen war, wurden 1985 bereits zwei Wertstufen in alter Schekel-Währung hergestellt (1000 und 1500). Die zwischenzeitliche Währungsreform verhinderte jedoch die Ausgabe dieser beiden Marken welche vernichtet wurden. Trotzdem gelangte eine unbekannte Anzahl in den Handel.



Die Zeichnung dieser beiden Unverausgabten wurde in neuer Währung in leicht veränderten Farben trotzdem verwendet: 1 NIS am 1.1.1986 (Mi Nr. 1024) und 60 Agrot am 22.12.1988 (Mi Nr. 1112).



An der 626. Daniel F. Kelleher Auktion vom Oktober 2011 wurde unter Los 1661 ein ungebrauchter Viererblock der 1500 Sh Wertstufe dieser Unverausgabten für 700 $ + Aufgeld verkauft.

An der gleichen Auktion wurde unter Los 1662 ein ungebrauchter 5er Streifen der 1000 Sh Wertstufe dieser Unverausgabten für 1‘600 $ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 13.08.2017 09:19:42 Gelesen: 3034# 210 @  
1972 plante Jugoslawien eine Sonderausgabe anlässlich des 80. Geburtstages von Josip Broz Tito (Mi Nr. I-III). Die gestalteten Marken missfielen jedoch Tito und man verzichtete auf diese Ausgabe. Am 25. Mai 1972 verausgabte man dann eine „Geburtstagsmarke“ mit Block (Mi Nr. 1466-1468) in gleicher Zeichnung wie die früher erschienenen Freimarken.



Meines Wissens sind bisher keine dieser Unverausgabten im Handel erschienen. Die einzigen Abbildungen verdanken wir einer bereits von der Post versandten illustrierten Neuheiten-Ankündigung.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 16.08.2017 08:58:09 Gelesen: 2838# 211 @  
Obwohl es sich bei den heute vorgestellten Unverausgabten nicht um eigentliche Briefmarken handelt, möchte ich sie in Anbetracht ihrer Bedeutung und Seltenheit trotzdem in dieser Rubrik zeigen.

Für das Frühjahr 1914 plante ein Komitee eine deutsch-englisch-holländische Luftschiffexpedition zur Erforschung des Inneren Neu-Guineas [1]. Es war vorgesehen, die Kosten der Expedition, welche auf etwa 3 Millionen Mark geschätzt wurden, unter Beteiligung der Staaten Deutschland, England und Holland mit je 1 Million Mark durch Spenden aufzubringen. Diese Mittel sollten durch den Verkauf von Spendenmarken beigebracht werden.

Von diesen Vignettenmarken, die als Spendenmarken konzipiert und gegebenenfalls als Verschlußmarken bei einer möglichen Postbeförderung über Deutsch-Neuguinea benutzt werden konnten, wurden insgesamt fünf Wertstufen (2 Pfennig in ultramarin (häufig) und 2 Pfennig in grün (selten) sowie 1, 20 und 1000 Mark) in vier verschiedenen Zeichnungen durch die Reichsdruckerei Berlin hergestellt.

Aus verschiedenen Gründen - unter anderem auch infolge Ausbruches des Ersten Weltkriegs – verunmöglichten die Durchführung der Expedition. Damit wurde auf den Verkauf der Spendenmarken verzichtet.





An der 32. Hardersbeck-Auktion vom April 2005 wurde unter Los 5539 eine Zusammenstellung dieser Vignettenmarken mit allen Motiven jedoch ohne die 2 Pfennig ultramarin für 5‘700 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://www.traditionsverband.de/download/pdf/luftschiff_expedition.pdf
 
Pete Am: 16.08.2017 09:13:20 Gelesen: 2830# 212 @  
@ merkuria [#210]

Meines Wissens sind bisher keine dieser Unverausgabten im Handel erschienen. Die einzigen Abbildungen verdanken wir einer bereits von der Post versandten illustrierten Neuheiten-Ankündigung.

Der Sachverhalt klingt etwas makaber. Die Briefmarken sind tatsächlich im Michel-Europakatalog Band 3 (Ausgabe 2007/08, Seite 587) aufgeführt. Da diese im Katalog vorhanden sind (und als Mi-Nr. I-III bzw. Block I gelistet werden), sollte man davon ausgehen können, dass irgendwann der Redaktion des Schwaneberger Verlages derartige Stücke im Original vorgelegen haben. Ansonsten müsste die Redaktion beispielsweise für Deutschland neben der "Audrey Hepburn"-Briefmarke (Mi-Nr. XIX) ebenfalls auch die für 2001 geplante Ausgabe zum Motiv Ingrid Bergmann / Humphrey Bogart [1] im Katalog mit einer eigenen Katalognummer erfassen *g*

Gruß
Pete

[1] https://www.morgenpost.de/printarchiv/panorama/article103766665/Post-Raub-beim-Finanzminister.html
 
merkuria Am: 16.08.2017 10:04:17 Gelesen: 2817# 213 @  
@ Pete [#212]

Wie der Zufall so spielt:

Ich wurde gestern von einem Sammlerkollegen darauf hingewiesen, dass die von mir vorgestellten Unverausgabten zur Zeit auf Ersttagsbriefen in Ebay für 2‘200 US$ angeboten werden! [1]



Dies ist das erste Angebot für diese Unverausgabten das mir je zu Gesicht gekommen ist. Der Anbieter ist ein Händler in Zagreb/Kroatien mit besten Ebay-Reputationen, jedoch sind die Briefe ohne Attest.

Sind diese Briefe echt, muss 1972 wohl schon die ganze Ausgabe inklusive FDC produziert worden sein, bevor man sie auf Weisung von Tito nicht verausgabte. Somit ist es auch möglich, dass schon Vorlagestücke an die Katalog-Redaktionen verschickt worden sind.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://www.ebay.com/itm/YUGOSLAVIA-1972-TITO-not-issued-sheet-and-set-on-FDC-covers-RR-/391828351362?hash=item5b3aca2982:g:~aUAAOSwstJZVRwq
 
Pete Am: 16.08.2017 12:38:41 Gelesen: 2796# 214 @  
@ merkuria [#213]

Ich wurde gestern von einem Sammlerkollegen darauf hingewiesen, dass die von mir vorgestellten Unverausgabten zur Zeit auf Ersttagsbriefen in Ebay für 2‘200 US$ angeboten werden!

Danke für den Hinweis! Dann könnte die Michel-Redaktion - bei entsprechender Originalvorlage - die Katalogisierung dahingehend erweitern, dass die unverausgabten Stücke auch in der gestempelten Version existieren. Bislang ist "lediglich" die postfrische Erhaltung registriert. :-)

Gruß
Pete
 
merkuria Am: 19.08.2017 08:52:14 Gelesen: 2574# 215 @  
Am 28. Juli 1919 verausgabte das Interalliierte Besetzungsgebiet Fiume (heute Rijeka/Kroatien) eine Freimarkenausgabe (Mi Nr. 62-69). Bei der Herstellung dieser Ausgabe produzierte man gleich fünf weitere Wertstufen, welche jedoch nie ausgegeben wurden (Mi Nr. IIa – IIe). Es handelt sich dabei um die nicht benötigten Wertstufen 25 Centesimi sowie 1,2,3 und 5 Corone).



Eine Zusammenstellung der vier unverausgabten Kronen-Werte wurde an der Cherrystone Auktion vom März 2013 in New York unter der Los Nr. 434 für 300 US$ + Aufgeld verkauft.



Die unverausgabte Wertstufe zu 25 Centesimi wird im Handel um die 100 US$ angeboten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 22.08.2017 09:00:17 Gelesen: 2452# 216 @  
1934 verausgabte Italienisch-Somaliland eine Sonderausgabe anlässlich der 2. Internationalen Kolonialausstellung in Neapel (Mi Nr. 197-208). Sämtliche Flugpostmarken dieser Ausgabe sollten zusätzlich als Dienstmarken mit einem dreizeiligen Aufdruck 11 NOV. 1934-XIII / SERVIZIO AEREO / SPECIALE ausgegeben wurden. Mit diesem Aufdruck wurde jedoch nur die 25 Centesimi Wertstufe (Mi Nr. Dienst 2)verausgabt. Die übrigen 5 vorbereiteten Wertstufen wurden nicht ausgegeben und sollten vernichtet werden. Trotzdem fand eine unbekannte Anzahl ihren Weg in den Handel.



Eine Zusammenstellung dieser fünf unverausgabten Dienstmarken wurde an der 633. Kelleher Auktion vom Dezember 2012 in Danbury/USA unter der Los Nr. 1597 für 600 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 25.08.2017 08:55:51 Gelesen: 2334# 217 @  


1892 plante Costa Rica eine Sonderausgabe anlässlich des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus (Mi Nr. II). Aus mir nicht bekannten Gründen wurde diese Marke jedoch nie offiziell verausgabt.

Angesichts des geringen Handelswertes von einigen Euro gelangten aber offensichtlich trotzdem grössere Mengen in den Handel.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 28.08.2017 08:09:36 Gelesen: 2222# 218 @  
Am 14. Juli 1917 verausgabte Bulgarien eine erste Tranche von 6 Werten einer Sonderausgabe anlässlich der Besetzung von Makedonien (Mi Nr. 112-116 und 118). Eine zweite Tranche von 4 Werten (Mi Nr. 117 und 119-121) wurden im Laufe der Jahre 1917-1919 verausgabt. Obwohl weitere 5 Wertstufen (Mi Nr. 151-155) bereits 1915 gedruckt waren, erreichten diese kriegsbedingt Bulgarien erst 1921 und wurden am 11. Juni 1921 ausgegeben!



Zwei weitere Wertstufen 50 Stotinki und 1 Lew wurden jedoch noch später ausgeliefert und sollten 1931/1932 ausgegeben werden. Aus nicht bekannten Gründen verzichtete man auf eine Herausgabe und diese beiden Werte blieben somit unverausgabt (Mi Nr. IV-V).

Bei Handelspreisen von ca. 2 € für beide Marken muss angenommen werden, dass riesige Mengen dieser Unverausgabten trotzdem in den Handel gelangten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
skribent Am: 28.08.2017 16:42:50 Gelesen: 2201# 219 @  
Hallo Zusammen,

vom 1. Februar 1938 stammen 3 Postpaketmarken (obere Reihe - MiNr. 11-13) auf denen ein Flügelrad auf einer Schiene abgebildet ist.
Lt. Michel sind dieses Marken nicht ausgegeben worden. MiNr. 12 und 13 wurden gemäß Anordnung vom 2.9.1939 an zeitweise für Militärsendungen verwendet.

In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage: Wenn nicht verausgabt mit Aufdruck des neuen Wertes, wo sind dann die Urmarken zu finden?

Die am 1. Oktober 1939 für Militärsendungen verausgabte Postpaketmarke (mittlere Reihe - MiNr. 14) hat einen neuen Wertaufdruck und ein "M", höchstwahrscheinlich für Militär. Hier schreibt Michel: Gleiche "Urmarke" wie MiNr. 13, wobei das nicht ganz stimmt, denn farblich differieren die beiden Marken schon etwas.

Und die für den 1. September 1946 hergestellten drei Postpaketmarken (untere Reihe - MiNr.18-20), mit gleichem Klischee, geänderter Farbe und neuem Wertaufdruck wurden dann trotz allem ebenfalls nicht ausgegeben.



In der Sammlung habe ich die Marken, wegen der Abbildung aus dem Eisenbahnbereich und der geplanten Verwendung bei der Eisenbahn, aber das Durcheinander verstehe ich trotzdem nicht.

MfG >Franz<
 
22028 Am: 28.08.2017 22:58:19 Gelesen: 2177# 220 @  
Die Kolumbianische Privatpost "Expreso Ribon" hatte über die Jahre insgesamt 5 verschiedene Markenausgaben ausgegeben. Die s.g. 6. Ausgabe (10 Marken im Satz) wurde bei der Reichsdruckerei in Berlin gedruckt, aber nicht mehr verwendet. Im Handel sind trotzdem Marken zu finden. Während einzelne Marken oder komplette Sätze zu ja 10 Marken ab und zu angeboten werden so sind diese im kompletten Bogensatz sehr rar, meines Wissens nach sind nur 2 komplette Bogensätze bekannt. Ich zeige hier mal den Bogen des Höchstwertes zu 10 Pesos, in den 1930er Jahren eine recht ordentliche Summe..



Des weiteren sind die 10 Centavos, 50 Centavos und 20 Centavos Einschreibemarke auch in ungezähnt bekannt, aktuell aber nur die auf meiner Internetseite gezeigten Stücke in meiner Sammlung. Die alten Bilder aus früher Internetzeit sollte ich wirklich mal austauschen.

http://fuchs-online.com/colombia/companies/26.htm#Ribon%20imperforated
 
merkuria Am: 31.08.2017 08:38:20 Gelesen: 1992# 221 @  
Vom 16. bis 25. August 1994 fand die internationale Briefmarkenausstellung PHILAKOREA in Seoul statt. Zu diesem Anlass plante die Post von Malaysia eine Sonderausgabe. Vorgesehen war, auf einer bereits existierenden Briefmarkenausgabe des Landes einen Aufdruck mit dem Ausstellungs-Emblem anzubringen. Dazu verwendete man eine unbekannte Anzahl der bereits gedruckten Marken der Sonderausgabe „Eröffnung der Nord-Süd-Autobahn“ (Mi Nr. 532-534) und versah diese mit dem entsprechenden Aufdruck.



Regulär verausgabte Marken vom 8. September 1994





unverausgabte Aufdruck-Marken

Da die reguläre Sonderausgabe „Eröffnung der Nord-Süd-Autobahn“ aber erst für den 8. September 1994 zur Ausgabe geplant war, verzichtete man auf eine Ausgabe der bereits produzierten Ausstellungsmarken. Wie so oft, fand auch hier eine unbekannte - in Anbetracht des Handelspreises von ca. 200 US$/Satz - wohl grössere Anzahl ihren Weg in den Handel.

Anstelle der Unverausgabten verwendete man kurzerhand eine vorher erschienene andere Sonderausgabe (Mi Nr. 518-521) und versah diese mit dem geplanten Ausstellungs-Aufdruck.



Hier die Ersatzausgabe auf Ausstellungsbeleg.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 03.09.2017 08:18:22 Gelesen: 1725# 222 @  
1941 verausgabte das mailaiische Sultanat Selangor eine Freimarkenausgabe mit den Wertstufen 1 und 2 $ (Mi Nr. 49-50). Eine 5 $ Wertstufe wurde im gleichen Auftrag hergestellt, kam aber infolge des japanischen Einmarsches nicht mehr an die Postschalter. Die japanischen Besatzungstruppen verwendeten später diese Bestände und verausgabten diese am 3. April 1942 mit einem Aufdruck des Siegels des Malaiischen Militärbüros (Mi Nr. Jap. Bes. Selangor 19). Die 5 $ Marke ohne Aufdruck blieb somit unverausgabt.



Eine Zusammenstellung aller drei Werte (1,2 $ und unverausgabte 5$) wird im Handel um 200 US$ angeboten.



Verwendung der Unverausgabten mit japanischem Aufdruck.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 06.09.2017 09:16:14 Gelesen: 1466# 223 @  
Am 16. Juni 1941 verausgabte das unter italienischer Schutzherrschaft stehende Gebiet von Montenegro seine ersten eigenen Freimarken (Mi Nr. 1-14). Dazu verwendete man eine Freimarkenausgabe von Jugoslawien (Mi Nr. 393-407) und versah diese mit einem Aufdruck Montenegro / 17-IV-41-XIX . Bei der Ausgabe dieser Serie entschloss man sich, die Wertstufe 0.50 Dinar mit Aufdruck auf Mi Nr. 394 nicht an den Schalter zu bringen, da für diese Wertstufe kein Bedarf bestand. Somit blieb dieser Wert unverausgabt (Mi Nr. A 1).



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom März 2013 in New York unter der Los Nr. 1202 für 575 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 09.09.2017 08:43:17 Gelesen: 1218# 224 @  
1919 produzierte Rumänien eine Freimarkenausgabe für das besetzte Gebiet Pocutia in der Ukraine. Dazu verwendete man österreichisch Marken (Mi Nr. 199-203) und versah diese mit einem vierzeiligen Aufdruck C.M.T (Comandamentul Militar Territorial) / Roman / POCUTIA / Wertbezeichnung. Diese Marken gelangten jedoch nie zur Ausgabe, da Rumänien dieses Gebiet der Westukraine an die polnische Armee abtrat.

Gemäss Literatur sind bis heute nur zwei Sätze dieser Unverausgabten bekannt geworden, wovon sich einer in der ex König Carol von Rumänien-Sammlung befand.



Ein ungebrauchter Satz dieser fünf Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom Mai 2006 in New York unter der Los Nr. 2016 für 16‘500 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 12.09.2017 09:08:10 Gelesen: 962# 225 @  
Der Iran verausgabte am 30. April 1952 eine Sonderausgabe zu Ehren des altpersischen Dichters Saadi (Mi Nr. 864-866). Bevor es zu dieser Ausgabe kam, wurde ein Satz in ähnlicher Zeichnung und in ähnlichen Farben produziert, kam aus nicht erklärbaren Gründen jedoch nie an die Postschalter. Es muss angenommen werden, dass die Gestaltung dieser Marken den Verantwortlichen nicht zusagte und deshalb vernichtet wurde. Eine unbekannte Anzahl dieser Unverausgabten gelangte jedoch trotzdem in den Handel.





Endgültige Ausgabe vom 30. April 1952

Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Feldman Auktion vom Dezember 2011 unter der Los Nr. 20408 für 1‘500 € + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 12.09.2017 13:40:22 Gelesen: 928# 226 @  
@ merkuria [#205]

Lieber Jacques,

ich lese diese Rubrik mit grossem Interesse. Leider kann ich im Moment selbst wenig dazu beitragen.

Wir sehen aus Deinen Beiträgen meist, wie die letzten Verkaufserlöse für diese unverausgabten Marken waren. Wenn ich das aber richtig überblicke, sind die meisten der in Beitrag 205 erwähnten 130 "Unverausgabten" (Einzelmarken und auch: Sätze) aber in den Weltkatalogen nicht bewertet (Katalogwert = "-.-").

Ich würde es ungemein schätzen, wenn Du Deine super-Liste [#205] irgendwann einmal noch ausbauen könntest mit "Katalogwert". Falls z.B. Michel damit nicht "dienen" kann, könnten wir vielleicht den Scott-Katalog zu Rate ziehen? Dort gibt es immerhin zu gewissen Marken / Sätzen Bewertungen.

Es gibt riesige Unterschiede! Einzelne Unverausgabte sind sehr teuer, andere sind unerklärlich (?) tief bewertet.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
merkuria Am: 15.09.2017 09:30:59 Gelesen: 727# 227 @  
Am 14. Dezember 1968 verausgabte die Sowjetunion eine Sonderausgabe zum Thema Eisenbahn-Transportwesen (Mi Nr. 3572-3573).



Ursprünglich war zu dieser Ausgabe eine dritte Wertstufe zu 6 Kopeken vorgesehen. Aus nicht bekannten Gründen verzichtete man auf die Ausgabe dieses Wertes und die bereits produzierten Marken sollten vernichtet werden. Die wenigen im Handel vorkommenden Stücke sind wohl von bereits verschickten Präsentationskarten abgelöst worden. Im Michel Katalog ist diese Unverausgabte nicht verzeichnet.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom September 2010 unter der Los Nr. 1402 für 25‘000 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 18.09.2017 08:24:47 Gelesen: 541# 228 @  
1942 plante die Italienische Besatzungsmacht der jugoslawischen Gebiete Fiumerland und Kupa eine dritte Ausgabe für das Nationale Hilfswerk für Mütter und Kinder (1. Ausgabe Mi Nr. 15-17, 2. Ausgabe Mi Nr. 19-20). Dazu verwendete man die ersten Freimarken von Fiumerland und Kupa (Mi 1-8) und versah diese mit einem weiteren, bogenförmigen Aufdruck Pro Marternita e Infanzia. Da ab dem 26. Mai 1942 nur noch italienische Marken Gültigkeit hatten, kam es nicht mehr zu dieser Ausgabe. Gemäss Literatur wurden nur 100 Sätze hergestellt, jedoch nicht mehr verausgabt.



Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom März 2013 unter der Los Nr. 1186 für 3‘000 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 21.09.2017 08:13:51 Gelesen: 331# 229 @  
Am 22. November 1978 verausgabte Grossbritannien eine Sonderausgabe zu Weihnachten (Mi Nr. 777-780). Der Satz zu 4 Werten berücksichtigt die Wertstufen 7, 9, 11 und 13 Pences.



Scheinbar muss bei dieser Ausgabe eine 5 Pences Wertstufe als Bestandteil des Satzes vorgesehen worden sein. Dieser Umstand war mir bisher nicht bekannt, bis ich zum ersten Mal ein entsprechendes Stück bei der Feldman-Auktion vom Juni 2017 zu Gesicht bekam. Das Motiv dieser Unverausgabten passt auch zu den 1978 ausgegebenen Marken (Weihnachtssingen) und wurde auch vom selben Künstler Faith Jaques gestaltet.



Ein ungebrauchtes Exemplar dieser Unverausgabten wurde an der David Feldman Auktion vom 30. Juni 2017 unter der Los Nr. 50184 mit einem Schätzpreis von 10‘000 – 15‘000 GB£ angeboten, blieb jedoch unverkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 24.09.2017 09:47:33 Gelesen: 48# 230 @  
Am 12. September 1920 verausgabte das Interalliierte Besetzungsgebiet Fiume (heute Rijeka/Kroatien) eine Eilmarkenausgabe (Mi Nr. 112-113).

endgültig verausgabte Farben

Bevor es zu der Ausgabe in diesen Farben kam, waren die beiden Wertstufen bereits in anderen Farben gedruckt. Aus mir nicht bekannten Gründen wünschten die Verantwortlichen daraufhin aber eine Farbänderung und die bereits produzierten Marken blieben unverausgabt.

unverausgabte Farben

Ein ungebrauchter Satz dieser Unverausgabten wurde an der Cherrystone Auktion vom Juni 2017 unter der Los Nr. 408 für 550 US$ + Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 

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