Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Stiftung Philatelie: Wo sind die Millionen hin ?
Das Thema hat 57 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2   3  oder alle Beiträge zeigen
 
Max78 Am: 05.05.2017 12:26:48 Gelesen: 6988# 33 @  
Lieber Richard,

eines möchte ich zu diesem Thema noch loswerden, ohne den Beitrag mit oberflächlichen Dankesfloskeln zu überschütten:

Seit dem ich hier in diesem Forum Mitglied bin, habe ich einiges über das Thema Philatelie lernen dürfen, oft Wissenswertes über den Michel-Katalog hinaus, und manches sogar über den Wissensstand einzelner BDPh-Prüfer, dank spezialisierter Sammler, die hier mit Ihren Antworten Ihr Wissen weitergeben.

Seit dem Tage meiner Anmeldung bei Philaseiten hatte ich keine einzige Spam-Nachricht im Emailfach oder Werbekataloge im Briefkasten. Seitdem ich jedoch seit dem letzten Jahr Mitglied beim BDPh bin, werde ich damit "zugeschüttet". Ich möchte Dir und den Menschen, die im Hintergrund mitarbeiten, auf diesem Wege für diesen Enthusiasmus und die Art und Weise, wie Du dieses Forum Stück für Stück aufgebaut hast, herzlich danken. Aus einigen Deiner Beiträge kann man Deine Einstellung zu manchen Belangen anderer "Vereine im weitesten Sinne" herauslesen, und ich ziehe den Hut vor Deiner sozialen Denkweise, die dieses Forum freihält von all den nervigen Anhängseln des Kapitalismus.

Was jetzt folgt ist lediglich meine Meinung, also bitte nicht mit anderen Personen in Verbindung setzen: BDPh, Stiftung und der ganze Rattenschwanz, der dranhängt, ich würde keinen einzigen Pfennig mehr dafür bezahlen. Die Mitgliedschaft ist gekündigt. Die Zeitschrift Philatelie ist kein interessantes Blatt, es ist ein Werbeträger. Die Leute, die im "oberen Segment" beschäftigt sind, sind keine Liebhaber der Philatelie, die haben meist mehr Ahnung von anderen Dingen. In unseren Zeiten sollte man seinen Frust NICHT ablassen auf Flüchtlinge, nicht auf Ausländer, die anscheinend Arbeitsplätze wegnehmen und nicht auf Ebay-Verkäufer, die Versandkosten von 1,50 € statt 1 € berechnen oder aus Unwissenheit Fehler beim Einstellen von Briefmarken machen. Nein, das eigentliche Problem unserer kapitalistischen Gesellschaft sind Menschen, die an Posten gekommen sind, wo man im Handumdrehen Geld machen kann. Haben die erst mal Höhenluft geschnuppert, ist das nächste Ziel das "Fliegen". Sie sind das Übel unsrer Zeit und da reden wir nicht mehr von 1,50 €. Seit Euch diesem bewusst bei der nächsten Bundestagswahl. Gebt nicht den falschen Leuten die Schuld für die Missstände, die aus meiner Sicht kaum noch zu ertragen sind.

mit Grüßen Max
 
Richard Am: 05.05.2017 12:33:44 Gelesen: 6982# 34 @  
@ Max78 [#33]

Hallo Max,

danke für Deinen Beitrag und Dein Lob.

@ alle

Ich bitte alle, sich in diesem Thema ausschliesslich zum Thema Stiftung zu äussern.

Das Thema Stiftung, deren Vermögen fast ausschliesslich durch die Zuschläge aus dem Verkauf der Marken zum Tag der Briefmarke finanziert wurden - also durch uns Sammler - ist viel zu wichtig.

Schöne Grüsse, Richard
 
Richard Am: 29.05.2017 11:51:30 Gelesen: 6367# 35 @  
Auf Ihrer Internetseite [1] teilte die Stiftung Philatelie soeben mit:

Einige Einträge in philatelistischen Internetforen, sowie auch Artikel in der philatelistischen Presse, setzen sich in den letzten Wochen und Monaten mit dem Anlageverhalten zurückliegender Jahre (2007-2015) der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte auseinander. In diesen Beiträgen wurden sowohl haltlose Mutmaßungen geäußert als auch einzelne Sachverhalte aus dem Zusammenhang gerissen. Bemerkenswerter Höhepunkt dieser Diskussion war zuletzt die rechtswidrige Veröffentlichung stiftungsinterner Dokumente.

Obwohl die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte allein den zuständigen (Aufsichts-)Behörden gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet ist, machen wir zur Versachlichung der Diskussion auf die nachstehenden Sachverhalte aufmerksam:

Die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Als solche ist sie einzig den in der Stiftungsverfassung niedergelegten Stiftungszwecken unterworfen. Zur Verwirklichung dieser Zwecke fördert die Stiftung philatelistische und postgeschichtliche Bestrebungen aller Art; sie ist nicht an bestimmte Förderempfänger gebunden.

Die zur Förderung verwendeten Mittel werden unter anderem durch den Einsatz des Stiftungskapitals erwirtschaftet. Das hierzu angelegte Stiftungskapital ist deshalb finanzmarktabhängigen Wertschwankungen unterworfen, die sich zwar in den Jahresabschlüssen wiederfinden können, größtenteils jedoch nicht realisiert werden und deshalb im Wesentlichen Momentaufnahmen darstellen.

Die Anlageentscheidungen der Stiftung wurden von einem Vermögensberater begleitet. Sämtliche Anlageentscheidungen wurden im Rahmen der bestehenden Anlagevorgaben getroffen und sind gemäß den geltenden Kompetenzvorgaben genehmigt worden.

Die Stiftung hat in den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise als Anleger von Kapital, ebenso wie sonstige Finanzmarktteilnehmer, Wertverluste erlitten und diese zum Teil realisiert. Zugleich waren sinkende Erträge aus Finanzanlagen zu verzeichnen. Gleichwohl hat die Stiftung zur Verfolgung ihrer Zwecke und zur Vermeidung harter Einschnitte auf Seiten der Förderempfänger die jährlichen Förderausgaben nur vorsichtig an die wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst, was einen gewissen Vermögensrückgang zur Folge hatte. Dieser Vermögensrückgang wurde in den vergangenen Jahren signifikant wiederaufgeholt.

Unabhängig von der Entwicklung des Finanzmarktes hat die Stiftung in den betreffenden Jahren zudem erhebliche Anschaffungen (insbesondere Ausstellungsrahmen) getätigt und Abschreibungen auf Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattung vorgenommen, die ebenfalls Auswirkungen auf die Bewertung des Stiftungsvermögens hatten.

Obwohl hierzu nicht verpflichtet, lässt die Stiftung seit geraumer Zeit freiwillig ihren Jahresabschluss von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen. Jedem dieser Abschlüsse wurde ein uneingeschränktes Testat erteilt. Darüber hinaus legt die Stiftung diese Abschlüsse sowohl der Stiftungsaufsicht als auch der Finanzverwaltung vor. Von keiner Seite wurden Bedenken geäußert.

Angesichts dessen ist es nicht zielführend, allein aus einem Vergleich der Jahresabschlüsse 2007 und 2015 Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stiftung und ihre Finanzlage zu ziehen. Dies gilt umso mehr, als die Finanzlage der Stiftung in den zurückliegenden Jahren der Finanzkrise keinerlei Beachtung erfahren hat, nunmehr aber – in einem geänderten Umfeld – plötzlich Anlass zur Besorgnis bieten soll.

Die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Die Stiftung fördert mit ihrem Vermögen philatelistische und postgeschichtliche Bestrebungen aller Art. Sie wird auch in Zukunft ihrer satzungsgemäßen Aufgabe in Abhängigkeit von der Entwicklung der Kapitalmärkte nachkommen.

[1] http://www.philatelie-stiftung.de/2014/02/03/website-2/
 
stampmix Am: 29.05.2017 14:13:54 Gelesen: 6270# 36 @  
@ Richard [#35]

Angesichts dessen ist es nicht zielführend, allein aus einem Vergleich der Jahresabschlüsse 2007 und 2015 Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stiftung und ihre Finanzlage zu ziehen. Dies gilt umso mehr, als die Finanzlage der Stiftung in den zurückliegenden Jahren der Finanzkrise keinerlei Beachtung erfahren hat, nunmehr aber – in einem geänderten Umfeld – plötzlich Anlass zur Besorgnis bieten soll.

Vielleicht ist der "Anlass zur Besorgnis" von der Stiftung verschleiert und verschleppt worden. Siehe zuvor:

Gleichwohl hat die Stiftung zur Verfolgung ihrer Zwecke und zur Vermeidung harter Einschnitte auf Seiten der Förderempfänger die jährlichen Förderausgaben nur vorsichtig an die wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst [..]

Interessieren würde mich, wo, wann und wie die Stiftung ihrer in der Stiftungsverfassung vorgeschriebenen Veröffentlichungspflichen nachgekommen ist:

Verfassung der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte [1]

§ 16 Bericht über die Prüfung der Jahresrechnung

(1) Spätestens vier Monate nach Abschluß des jeweiligen Geschäftsjahres ist ein Bericht über die Prüfung der Jahresrechnung einschließlich des Anhangs für das Geschäftsjahr zu erstellen. Der Jahresbericht gibt insbesondere über die Tätigkeit der Stiftung, über Einnahmen und Ausgaben im abgelaufenen Rechnungsjahr sowie über die wesentlichen Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen Aufschluss.

(2) Der Bericht ist in geeigneter Form zu veröffentlichen.


mit bestem Gruß
stampmix

[1] http://www.philatelie-stiftung.de/service/stiftungsverfassung/
 
Peter Feuser Am: 29.05.2017 14:40:22 Gelesen: 6240# 37 @  
@ stampmix

Nach einer Anfrage bzw. Beschwerde an die zuständige Stiftungsaufsicht Darmstadt wurde mir folgendes am 10.8.2016 mitgeteilt:

"Zur Offenlegung von Rechenschaftsberichten möchte ich folgendes ausführen:

In § 17a HStG ist abschließend aufgezählt, welche Daten einer Stiftung zu veröffentlichen sind. Angaben aus den Jahresrechnungen oder etwaigen Prüfberichten gehören nicht dazu.

Ihrerseits besteht somit kein Anspruch auf Zugang zu diesen Informationen.

Wie Sie selbst angeben, hat sich die Stiftung sich jedoch durch die Formulierung in Ihrer Satzung gebunden. Dort heißt es, dass der Jahresbericht in geeigneter Form zu veröffentlichen ist. Näheres ist hierzu nicht ausgeführt.

Die Stiftung hat nach ihrer Aussage den Bericht in den zurückliegenden Jahren auf den jährlich stattfindenden Philatelistentagen* verteilt oder mündlich vorgetragen. Damit ist aus meiner Sicht der Satzung genüge getan, eine Pflichtverletzung liegt nicht vor."


* Der Stiftungsaufsicht war offenbar nicht bekannt, dass die Philatelistentage mittlerweile nur noch zweijährlich stattfinden.
 
stampmix Am: 29.05.2017 14:53:14 Gelesen: 6227# 38 @  
@ Peter Feuser [#37]

Die Stiftung hat nach ihrer Aussage den Bericht in den zurückliegenden Jahren auf den jährlich stattfindenden Philatelistentagen verteilt oder mündlich vorgetragen. Damit ist aus meiner Sicht der Satzung genüge getan, eine Pflichtverletzung liegt nicht vor.

Ist die in §16(1) vorgesehene Frist von 4 Monaten nicht auch für die Veröffentlichungspflicht nach §16(2) bindend?
 
Richard Am: 13.06.2017 09:53:14 Gelesen: 5743# 39 @  
Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte

Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Geschäftsführer Rüdiger Krenkel

13.06.17 (BDPh) - Gegen den Geschäftsführer der Stiftung Rüdiger Krenkel wurde vor kurzem wegen eines Verstoßes gegen den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Bereits des Öfteren hat er sich mit sogenannten Massen-Mails mit einem breiten Verteiler in BDPh Angelegenheiten eingemischt. In diesem Fall hatte er einen internen E-Mailverteiler eines BDPh-Mitgliedsvereins verwendet. Einigen Empfängern ging das zu weit, zumal er den Inhalt mit der E-Mail Adresse von seinem Arbeitgeber versandt hat. Die Herkunft der Daten blieb letztlich ungeklärt, da er diese nach eigenen Angaben von Lutz H. Richter erhalten haben soll, der nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Post AG bei diesem Vorgang einen Gedächnisverlust hat.

Beide haben in der Vergangenheit versucht, die Aufklärung der mittlerweile öffentlich bekannt gewordenen Verluste in Millionenhöhe bei der Stiftung zu verhindern. Krenkel ist verantwortlich für diese Transaktionen. Dazu gibt es Dokumente, so dass das Erinnerungsvermögen der beiden nicht zu sehr in Anspruch genommen werden muss.
 
Richard Am: 17.06.2017 09:48:17 Gelesen: 5477# 40 @  
BDPh contra Stiftung !

(wm) - Am 13. Juni 2017 veröffentlichte der BDPh-Vorstand die Mitteilung, dass ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Geschäftsführer der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte, Rüdiger Krenkel, eingeleitet worden sei, der angeblich missbräuchlich ein Schreiben an die Mitglieder eines Briefmarkensammlervereins geschickt haben soll. Dabei blieb die Herkunft der Adressdaten offen – R. Krenkel hatte diese nach eigenen Aussagen vom früheren Stiftungsvorsitzenden Lutz H. Richter erhalten, der – so der Verfasser der BDPh-Erklärung „nach seinem Ausscheiden bei diesem Vorgang einen Gedächtnisverlust hat.“

Wörtlich führt der BDPh danach in ganz anderer Sache über Krenkel und Richter weiter aus: „Beide haben in der Vergangenheit versucht, die Aufklärung der mittlerweile öffentlich bekannt gewordenen Verluste in Millionenhöhe bei der Stiftung zu verhindern. Krenkel ist verantwortlich für diese Transaktionen.“

Die Stiftung gab auf Anfrage bekannt, dass weder gegen die Stiftung noch gegen Herrn Krenkel ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet worden sei; gleiches bestätigte auch auf mündliche Anfrage die Datenschutzbehörde. Die Meldung des BDPh entbehre also bislang jeder Grundlage.

Was die in der Presse kritisierten Verluste des Stiftungsvermögens in den letzten zehn Jahren angeht, hatte die Stiftung bereits vor mehreren Wochen ausführlich Stellung genommen. In dem Statement hieß es u.a.: „In diesen Beiträgen wurden sowohl haltlose Mutmaßungen geäußert als auch einzelne Sachverhalte aus dem Zusammenhang gerissen. Bemerkenswerter Höhepunkt dieser Diskussion war zuletzt die rechtswidrige Veröffentlichung stiftungsinterner Dokumente.“
 
BSC Villingen Am: 17.06.2017 12:20:29 Gelesen: 5426# 41 @  
Hallo allerseits,

da ich neu und unwissend bin, habe ich 2 Fragen:

1. Auf der Website der Stiftung für Philatelie und Postgeschichte sind die Rechenschaftsberichte für 2013, 2014 und 2015 abrufbar.

Wann wird der Rechenschaftsbericht für 2016 veröffentlicht ?

Und warum werden auf der Website der Stiftung nur die Rechenschaftsberichte der Stiftung, die während der Amtszeit von BDPh-Präsident Uwe Decker gefertigt wurden, veröffentlicht ?

Die in der Amtszeit von Dieter Hartig (2001 - 2013) erstellten Rechenschaftsberichte fehlen.

2. Laut dem von Euch veröffentlichten Rechenschaftsbericht 2007 betrug das Siftungseigenkapital zum Stichtag 31.12.2007 22,786 Mio Euro.

Am 31.12.2013, also genau 6 Jahre später, betrug das Stiftungseigenkapital 12,578 Mio Euro.

Diese "Stiftung" hat es also geschafft, binnen 6 Jahren mehr als 10.000.000 Euro zu vernichten, genau 10,208 Mio Euro.

Diese "Stiftung" verbrennt in 6 Jahren also fast 45 %, sprich nahezu die Hälfte ihres eigenen Vermögens.

Na Bravo !

Ist dem Geschäftsführer, dem Vorstand und dem Kuratorium eigentlich bekannt, dass es sich bei diesem Geld hauptsächlich um die von den Briefmarkensammlern gezahlten Zuschlagserlöse handelt ?

Mit freundlichen Sammlergrüßen

Jürgen Häsler
1. Vorsitzender BSC Villingen e.V.
 
Lars Boettger Am: 17.06.2017 14:06:52 Gelesen: 5383# 42 @  
@ BSC Villingen [#41]

Diese "Stiftung" verbrennt in 6 Jahren also fast 45 %, sprich nahezu die Hälfte ihres eigenen Vermögens.

Hallo Jürgen,

drei Anmerkungen:

- 2008 hatten wir eine Finanzkrise, die weltweit den Wert von Geldanlagen negativ beeinflusst hat, auch die der Stiftung

- Die Stiftung hat in den Jahren Auszahlungsverpflichtungen gehabt (BDPh, IBRA + NAPOSTA, andere Stiftungsempfänger), die das Stiftungsvermögen zusätzlich belastet haben

- Die Auszahlungsverpflichtungen führen zu einem Abfluss, der dann in den Folgejahren nicht mehr zur Verfügung steht, wenn im Rahmen der Kapitalmarkterholung die Vermögenswerte wieder anfangen zu steigen

Vielleicht sollte man eines nicht vergessen: 2010 waren die Zuschüsse der Stiftung an den BDPh noch um ca. 50% höher, als 2013. Die Stiftung hatte schon damals angefangen, massive Einsparungen vorzunehmen.

Ist dem Geschäftsführer, dem Vorstand und dem Kuratorium eigentlich bekannt, dass es sich bei diesem Geld hauptsächlich um die von den Briefmarkensammlern gezahlten Zuschlagserlöse handelt?

Ja.

Beste Grüße!

Lars
 
BSC Villingen Am: 17.06.2017 14:32:11 Gelesen: 5365# 43 @  
@ Lars Boettger [#42]

Hallo Lars,

vielen Dank für Deine Info.

Kannst Du mir mitteilen, wie hoch im Zeitraum 31.12.2007 bis 31.12.2013 die insgesamt von der Stiftung ausgezahlten Mittel für satzungsmäßige Zwecke waren ?

Ich würde gerne eine Kapitalflussrechnung erstellen und den internen Zinsfuß in diesem Zeitraum errechnen.

Beste Grüße
Jürgen Häsler
 
HPHV Am: 17.06.2017 15:02:05 Gelesen: 5350# 44 @  
@ Lars Boettger [#42]

2008 hatten wir eine Finanzkrise, die weltweit den Wert von Geldanlagen negativ beeinflusst hat, auch die der Stiftung

Das Vermögen einer Stiftung, deren Gemeinnützigkeit ja automatisch erfolgt, sollte mündelsicher angelegt werden.

Dies wurde aber vollkommen ignoriert.

Viele Grüße
HPHV
 
Lars Boettger Am: 17.06.2017 17:05:39 Gelesen: 5306# 45 @  
@ HPHV [#44]

Und? Kein Mensch beklagt sich darüber, dass das Stiftungsvermögen sich um 7 oder 8 Millionen bis 2008 im wesentlichen aus Kursgewinnen erhöht hat.

@ BSC Villingen [#43]

Bitte wende Dich an die Stiftung, ich habe nur die Zahlen für den BDPh für den Zeitraum 2010 - 2013.

Beste Grüße!

Lars
 
BSC Villingen Am: 17.06.2017 19:03:42 Gelesen: 5255# 46 @  
@ HPHV [#44]

Hallo Herr Claßen,

von der Stiftung zu verlangen, nur mündelsicher anzulegen im Sinne des § 1806 ff BGB, ginge eindeutig zu weit. Das hieße in der momentanen Niedrigzinsphase eine NULLRENDITE zu akzeptieren und damit würde das Stiftungsvermögen durch die Ausschüttungen nach und nach aufgezehrt.

Was ich aber bemängele, ist mangelnde Transparenz. Wie kann es sein, dass hier niemand die Rechenschaftsberichte vor 2013 beibringen kann ?

Grüße
Jürgen Häsler
 
HPHV Am: 17.06.2017 22:32:18 Gelesen: 5179# 47 @  
@ Lars Boettger [#45]

Und? Kein Mensch beklagt sich darüber, dass das Stiftungsvermögen sich um 7 oder 8 Millionen bis 2008 im wesentlichen aus Kursgewinnen erhöht hat.

Dies waren letztendlich doch nur Scheingewinne. Die Börse ist nicht für Stiftungen da, sondern für Spekulanten.
 
Richard Am: 19.06.2017 09:50:39 Gelesen: 5025# 48 @  
@ Lars Boettger [#45]

Kein Mensch beklagt sich darüber, dass das Stiftungsvermögen sich um 7 oder 8 Millionen bis 2008 im wesentlichen aus Kursgewinnen erhöht hat.

Hallo Lars,

solange Du die Rechenschaftsberichte und zusätzlich die in diesen nicht enthaltenen wichtigen Zahlen über Einnahmen und Ausgaben kennst, sind das doch wohl nur nicht belegbare Vermutungen.

Ich würde gerne die Aufteilung wissen, welche Einnahmen die Stiftung besonders in den letzten 10 Jahren hatte, aufgeteilt nach Erlösen aus Plusmarken, Spenden, Zinsen, Dividenden, Kursgewinnen usw. und natürlich bereinigt um Zinszahlungen und Kursverluste. Mein Wunsch wird wohl vorerst Wunsch bleiben, weil die Stiftung zu einer solchen Veröffentlichung nicht verpflichtet ist.

@ BSC Villingen [#43]

Ich würde gerne eine Kapitalflussrechnung erstellen und den internen Zinsfuß in diesem Zeitraum errechnen.

Hallo Jürgen,

da bist Du nicht der Einzige. Die Stiftung ist zwar zur jährlichen Veröffentlichung verpflichtet, hat diese Verpflichtung aber in den Jahren ab 2008 (nach Spekulationsverlusten von fast 9 Millionen Euro) anscheinend nicht eingehalten. Zumindest ist mir nichts bekannt geworden, obwohl ich intensiv an vielen Stellen nachgefragt habe.

Lese bitte meinen Beitrag [#32] und alle anderen Beiträge. In 2008 wurden nach meinen Berechnungen 7,221 Mio. Euro oder 40 % nicht etwa in Anleihen angelegt, sondern in hochspekulativen Derivaten mit Risiken von über 90 % - tatsächlich führten sie in 2008 zu einem Verlust von 62 % der in diesen Finanzderivaten angelegten Gelder. Ob und welche spektakulären Gewinne dem in anderen Jahren gegenüberstehen, wurde nicht veröffentlicht.

Mein Vorwurf sind nicht die Börsenverluste, sondern die von mir vermutete Täuschung einer beauftragten Vermögensverwaltung gegenüber dem Stiftungs-Geschäftsführer Krenkel, ODER, falls Herr Krenkel die Risiken der Derivate kannte, die vermutete Täuschung der Mitglieder des Kuratoriums über das tatsächliche Risikopotential. Ich gehe davon aus, dass die Kuratoriumsmitglieder gute Philatelisten waren und sind oder gute Verwaltungsfachleute, aber nichts von strukturierten Derivaten verstanden haben - sonst hätten sie dem Hochrisikogeschäften vermutlich nicht zugestimmt.

Ich hoffe, dass im Interesse der Philatelie die Hintergründe besonders im Jahr 2008 noch rechtzeitig aufgeklärt werden können, bevor sie verjähren. Mein Eindruck ist, das es eine Reihe von Beteiligten gibt, die Angst vor einer vollständigen Aufklärung und den persönlichen Konsequenzen haben und diese Aufklärung mit aller Gewalt verhindern wollen. Aber: Ich bin kein Jurist und nur solche können eventuelle zivil- und strafrechtliche Folgen bewerten.

Schöne Grüsse, Richard
 
BSC Villingen Am: 19.06.2017 12:33:51 Gelesen: 4916# 49 @  
@ Richard [#48]

Hallo Richard,

vielen Dank für Deinen konstruktiven Beitrag.

Ich werde Deinen Rat beherzigen und alle Beiträge lesen, bevor ich ein Statement abgebe.

Eines jedoch vorweg:

Die Stiftung für Philatelie und Postgeschichte unterliegt, weil ihr Sitz nach § 1 Abs. 3 der Stiftungsverfassung in Frankfurt am Main liegt, dem Stiftungsgesetz des Landes Hessen. Hier gilt also Landesrecht, die meisten deutschen Bundesländer haben eigene Stiftungsgesetze.

Ich wohne in Baden-Württemberg, dort gilt also ein anderes Gesetz als für die Stiftungen in Hessen.

Viele ehrenamtlich Tätige fürchten zu Unrecht Regelungen wie diejenige in § 8 des Stiftungsgesetzes des Landes Hessen:

§ 8 StiftG - Haftung der Stiftungsorgane


Die Mitglieder der Stiftungsorgane sind zur ordnungsmäßigen Verwaltung des Stiftungsvermögens verpflichtet. Bei einer vorsätzlichen oder grobfahrlässigen Verletzung ihrer Obliegenheiten sind sie unbeschadet von Haftungsvorschriften in anderen Gesetzen der Stiftung gegenüber zum Schadensersatz verpflichtet.

Wenn gute Philatelisten in ehrenwerter Absicht gehandelt haben, kann allenfalls leichte Fahrlässigkeit vorhanden gewesen sein.

Niemand aus diesem Personenkreis muss also Angst vor der Wahrheit haben oder fürchten, wegen einer Tätigkeit im Kuratorium oder im Vorstand in Regress genommen zu werden.

Unbegründete Ängste führen leider oft zu einer "Mauer des Schweigens".

Beste Grüße
Jürgen Häsler
 
olli0816 Am: 19.06.2017 13:34:00 Gelesen: 4870# 50 @  
Hallo Herr Häsler,

der Grund, warum die Verantwortlichen diese Informationen nicht so gerne herausrücken liegt am eigenwilligen Anlageverhalten der Gelder. Wenn die das wirklich so gemacht haben, wie ich in der Zusammenfassung gelesen habe, haben die allen Grund, Panik zu schieben. Man muß Anlagegelder sicherlich - gerade in der heutigen Zeit - nicht mündelsicher anlegen. Sonst gäbe es keine Erträge und man könnte seinen Aufgaben nur nachkommen, wenn man an der Substanz zehrt. Im nachhinein wäre das sogar sinnvoller gewesen, dann hätte man das Geld wenigsten der Sache nach vernünftig ausgegeben.

Aber mit Verlaub, Derivate sind höchst spekulativ und wenn ich mir die Papiere anschaue, haben sie ein wesentlich höheres Risikopotential als dass sie Gewinne abwerfen können. Es ist richtig, 2008 und 2009 war es sehr frostig an den Börsen, aber wenn sie es schön einfach gehalten hätten und Standard US-, UK, deutsche und andere Aktien gekauft hätten, wäre das Kapital heute wesentlich höher. Da waren einfach üble Dillettanten am Werk. Wenn jetzt ein paar Gestalten hervorgekrochen kommen, die meinen, im Nachhinein wüßte man es immer besser: Nein, es gibt einfach ein paar Richtlinien, die man bei der langfristigen Anlage von Vermögen beachten sollte. Obwohl ich schon lange nicht mehr im Finanzgeschäft tätig bin, habe ich immerhin Bankkaufmann gelernt, am amerikanischen Aktienmarkt gearbeitet und verwalte mein eigenes Depot seid Jahrzehnten mit ganz ordentlichen Ergebnissen. Von daher kann ich ganz gut einschätzen, das hier der blaue Klaus das Geld unverantwortlich angelegt hat.

Deshalb gibt es die Mauer des Schweigens: Die Jungs zittern und haben Angst. Und das mit sehr gutem Grund.

Ich geniesse jetzt mal das schöne Wetter. :)

Grüße
Oliver
 
Richard Am: 23.06.2017 09:22:26 Gelesen: 4625# 51 @  
@ [#35]

Was bringt die Mitteilung der Stiftung Philatelie für einen Erkenntniszuwachs ?

Einige Einträge in philatelistischen Internetforen, sowie auch Artikel in der philatelistischen Presse, setzen sich in den letzten Wochen und Monaten mit dem Anlageverhalten zurückliegender Jahre (2007-2015) der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte auseinander. In diesen Beiträgen wurden sowohl haltlose Mutmaßungen geäußert als auch einzelne Sachverhalte aus dem Zusammenhang gerissen. Bemerkenswerter Höhepunkt dieser Diskussion war zuletzt die rechtswidrige Veröffentlichung stiftungsinterner Dokumente.

Nicht zu lesen ist, welches die haltlosen Mutmaßungen waren und welche Sachverhalte aus dem Zusammenhang gerissen wurden.

Warum ist eine Veröffentlichung von Dokumenten rechtswidrig ? Wer hat gegen welche Rechte verstossen ?

Dass interne Zahlen auf den Philaseiten veröffentlicht werden sollten, war ALLEN Verantwortlichen bei der Stiftung schon Wochen vorher bekanntgemacht worden, einschliesslich der Texte des auf den Philaseiten geplanten Beitrags mit der Bitte um Stellungnahme. Dort hätte eine Veröffentlichung von der Stiftung verhindert werden können.

Die zur Förderung verwendeten Mittel werden unter anderem durch den Einsatz des Stiftungskapitals erwirtschaftet. Das hierzu angelegte Stiftungskapital ist deshalb finanzmarktabhängigen Wertschwankungen unterworfen, die sich zwar in den Jahresabschlüssen wiederfinden können, größtenteils jedoch nicht realisiert werden und deshalb im Wesentlichen Momentaufnahmen darstellen.

Dies sind für mich allgemeine nichts-sagende Desinformationen. Einfacher wären vier Zahlen gewesen: (a) die Zins- und Spekulationserträge der letzten 10 Jahre, saldiert mit den Zinsaufwendungen und Spekulationsverlusten der gleichen Zeit (b) die Auszahlungen aus dem Stiftungsvermögen für die Stiftungszwecke, und (c) die Veränderung des Stiftungsvermögens innerhalb dieser 10 Jahre.

Die Anlageentscheidungen der Stiftung wurden von einem Vermögensberater begleitet. Sämtliche Anlageentscheidungen wurden im Rahmen der bestehenden Anlagevorgaben getroffen und sind gemäß den geltenden Kompetenzvorgaben genehmigt worden.

Ich bezweifle, dass Anlagevorgaben und Kompetenzvorgaben eingehalten wurden, insbesondere wird von mir angezweifelt, dass es erlaubt war mehr als 7 Millionen Euro in hochspekulativen Derivaten mit einen fast Totalverlust Risiko anzulegen. Nochmals: Aktienanleihen, siehe Beitrag [#32] sind keine Aktien und keine Anleihen sondern hochspekulative Derivate mit einem Risiko von bis zu etwa 95 Prozent.

Dass die Anlageentscheidungen von einem Vermögensberater begleitet wurden, sagt nichts über die Anlagequalität des Vermögensberaters aus. Das Wort "begleitet" verschleiert nur die Frage, von welcher Person oder welchen Personen die Anlageentscheidungen tatsächlich getroffen wurden.

Obwohl hierzu nicht verpflichtet, lässt die Stiftung seit geraumer Zeit freiwillig ihren Jahresabschluss von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen. Jedem dieser Abschlüsse wurde ein uneingeschränktes Testat erteilt. Darüber hinaus legt die Stiftung diese Abschlüsse sowohl der Stiftungsaufsicht als auch der Finanzverwaltung vor. Von keiner Seite wurden Bedenken geäußert.

Um den Wert der Prüfung beurteilen zu können, muss erst einmal der Prüfauftrag eingesehen werden. Es bleibt die Vermutung, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft alle Formalien, nicht aber die Überschreitung von Kompetenzen und Risikoüberschreitungen, die zu de hohen Verlusten innerhalb des Jahres 2008 führten, geprüft hat.

Angesichts dessen ist es nicht zielführend, allein aus einem Vergleich der Jahresabschlüsse 2007 und 2015 Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stiftung und ihre Finanzlage zu ziehen. Dies gilt umso mehr, als die Finanzlage der Stiftung in den zurückliegenden Jahren der Finanzkrise keinerlei Beachtung erfahren hat, nunmehr aber – in einem geänderten Umfeld – plötzlich Anlass zur Besorgnis bieten soll.

Welche Berichte sollten denn verglichen werden, wenn die von 2007 und 2015 veröffentlichten die einzig verfügbaren waren ? Umfangreiche Nachforschungen an vielen Stellen, die hätten im Besitz solcher Jahresberichte hätten sein können, waren erfolglos, Anfragen bei der Stiftung und der Stiftungsaufsicht wurden ablehnend beschieden.

Warum Anlass zur Besorgnis besteht, sollten Juristen mit Blick auf den Kalender prüfen: Die verhängnisvollen Entscheidungen für hochspekulative Börsengeschäfte wurden, soweit den hier vorliegenden Akten entnommen werden kann, vermutlich 2007 getroffen. Damit tritt möglicherweise Ende 2017 eine Verjährungsfrist ein, nach der ein zivil- oder strafrechtliches Vorgehen zu Gunsten des Stiftungsvermögens vermutlich nicht mehr möglich sein wird.

Dies könnte auch der Grund sein, warum die vor über zwei Monaten vom BDPh satzungsgemäss ernannten Kuratoren noch nicht im Amt sind - vielleicht will man die Aufklärung der Spekulationsgeschäfte bis über das Jahresende verschleppen.

Ich bitte meinen Beitrag [#32] nochmals sehr gründlich zu lesen.

Schöne Grüsse, Richard
 
Wachauer Am: 23.06.2017 19:44:40 Gelesen: 4327# 52 @  
Auf der DBZ-Seite gefunden:

Anzeige in Stiftungs-Affäre erstattet

Verfasst am 23. Juni 2017 von Torsten Berndt

In der Affäre um die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte liegt der Staatsanwaltschaft Bonn eine Anzeige gegen 15 Verantwortliche vor. Benannt sind nach DBZ-Informationen alle Mitglieder der Geschäftsführung, des Vorstandes und des Kuratoriums. Unter ihnen ist auch BDPh-Präsident Uwe Decker, der die Aufklärung der Vorfälle angestoßen hat und deswegen rechtswidrig seiner Ämter in der Stiftung enthoben wurde. Deshalb vermutet die Redaktion den Erstatter der Anzeige im Lager der Decker-Gegner (Aktenzeichen 338 Js 124/17).

http://www.deutsche-briefmarken-zeitung.de/2017/06/23/anzeige-in-stiftungs-affaere-erstattet/

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard (Wachauer)

[Redaktionelle Ergänzung: In der nächsten Ausgabe der DBZ und vorher schon im Briefmarken Spiegel werden ausführliche Hintergründe und die Namen der meisten der 15 Verantwortlichen genannt, gegen die ein Ermittlungsverfahren läuft, dabei auch ein Kandidat zum neuen BDPh-Vorstand]
 
22028 Am: 23.06.2017 20:21:17 Gelesen: 4288# 53 @  
@ Wachauer [#52]

Unter ihnen (den Angezeigten?) ist auch BDPh-Präsident Uwe Decker, der die Aufklärung der Vorfälle angestoßen hat und deswegen rechtswidrig seiner Ämter in der Stiftung enthoben wurde. Deshalb vermutet die Redaktion den Erstatter der Anzeige im Lager der Decker-Gegner (Aktenzeichen 338 Js 124/17).

Klingt für mich irgendwie unlogisch?

Der Initiator der Aufklärung wird von den (Decker) Gegnern angezeigt? Warum? Weil er die Aufklärung angestoßen hat?
 
sirius72 Am: 23.07.2017 15:21:58 Gelesen: 3625# 54 @  
Von der Homepage der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte (siehe http://www.philatelie-stiftung.de/2014/02/03/website-2/ ):

Keinerlei Anfangsverdacht gegen Verantwortungsträger in der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte

Mit Datum vom 2. Juni 2017 wurde bei der Staatsanwaltschaft Bonn eine anonyme Strafanzeige gegen 15 Kuratoren bzw. Vorstände der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte, sowie „namentlich unbekannte Verantwortliche“ in der Stiftungsaufsicht von Hessen, im Bundesfinanzministerium und in der Deutsche Post AG gestellt.

Zur Begründung wird mit Bezug auf einige beigefügte E-Mails und Rechenschaftsberichte der Stiftung auf ein vermeintlich verbotenes Eigengeschäft, eine versuchte Eigengeschäftsanbahnung bzw. „nie aufgeklärte Spekulationsverluste“ bei der Stiftung verwiesen.

Die staatsanwaltschaftliche Akte stellt in einer Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 27.06.2017 mit der eindeutigen Aussage fest, dass die eingereichten Unterlagen „keinen Anfangsverdacht für eine Straftat“ begründen. Die der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellte Korrespondenz sei „unter keinem Gesichtspunkt strafrechtlich relevant“.

Ebenso eindeutig sind die Aussagen der Staatsanwaltschaft zu dem gesunkenen Anlagevermögen der Stiftung:

„Diese Senkung des Anlagevermögens initiiert keine Straftat, sondern ist bei Anlagewerten im freien Kapitalmarkt normal. … Dass diese im Wert schwanken, ist eine Selbstverständlichkeit. Aufgrund der Währungs- und Finanzmarktkrisen der letzten Jahre ist dabei auch eine Spitze nach unten normal. Anhaltspunkte dafür, dass die Angezeigten Stiftungskapital veruntreut oder durch vorsätzliche falsche Anlage sehenden Auges „verbrannt“ haben, liegen nicht vor. Im Übrigen bescheinigt der Bericht 2015, dass die Mittel der Stiftung verfassungsgemäß verwendet wurden.“

Vor dem Hintergrund dieser Feststellungen lehnt die Staatsanwaltschaft Bonn eine Einleitung von Ermittlungen gegen die oben genannten Personen ab. Dies bedeutet, dass nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Bonn nicht einmal ein Anfangsverdacht – das ist die niedrigste Verdachtsstufe – vorliegt, die erforderlich wäre, um die Aufnahme von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu begründen.

Dittmar Wöhlert
 
Bodo A. von Kutzleben Am: 10.09.2017 23:51:48 Gelesen: 2520# 55 @  
Auch möchte ich immer noch wissen, was mit den verschwundenen Millionen von der Stiftung ist und wer das zu verschulden hat!
 
Bodo A. von Kutzleben Am: 11.09.2017 08:31:04 Gelesen: 2421# 56 @  
Die Herren Schmidt und Bernatek sind doch über ein Jahr schon in der Stiftung, wäre das zur Aufklärung nicht Zeit genug gewesen?

Ich denke hier an Verjährungsfristen!
 
Peter Feuser Am: 12.09.2017 09:48:06 Gelesen: 1750# 57 @  
@ bodo

Wo die verschwundenen Stiftungsmillionen hin sind, das weiß ich natürlich auch nicht. Ich habe da aber so eine Idee:

Zum Thema Zuschlagsmarkenerlöse "Tag der Briefmarke" liegen mir Zahlen für den Zeitraum 2004-2016 vor. Die Einnahmen hieraus beliefen sich gesamt auf rund 2.2 Millionen Euro, im Jahresdurchschnitt 169.230 Euro. Im Moment liegen die Erlöse bei unter 100.000 Euro pro Jahr. Das Anfangskapital der Stiftung in Höhe von rund 8 Millionen Euro wurde im Wesentlichen durch Zuschlagserlöse aufgebracht.

Alleine an den BDPh gingen in diesem Zeitraum 2004-2016 direkt 5.359 Millionen Euro. Für Ausstellungen (wie die IBRA 2009), die Deutsche Philatelistenjugend, die Bibliotheken, Literaturförderungen und vor allem für die "philatelie" brachte die Stiftung weitere 4.854 Millionen Euro auf, gesamte Fördermaßnahmen 10.213 Millionen Euro. Die Stiftung hat also im genannten Zeitraum fast das Fünffache der Zuschlagserlöse als Förderungen ausgeschüttet.

Dem BDPh inclusive Ausstellungen und "philatelie" flossen also summa summarum in den genannten Jahren rund 10 Millionen Euro zu. Und auch Du, lieber Bodo, hast das Geld der Stiftung über die Jahre für Deine lobenswerten Jugend-Events gerne genommen (hast Du mal dafür "Danke" gesagt"?). Es kamen aber durch die Erlöse der Zuschlagsmarken nur 2,2 Millionen Euro herein. Der BDPh hat auch Zuschüsse in den Jahren erhalten, in denen von der Stiftung keine Gewinne bzw. Verluste erwirtschaftet wurden. Es besteht hier alleine eine Differenz von rund 8 Millionen Euro, von denen natürlich ein großer Teil durch die Finanzanlagen (ja, das ist tatsächlich wahr!) der Stiftung erwirtschaftet wurden.

Der Rest ging wohl durch teilweise spekulative Anlagen und schicksalhaft durch höhere Gewalt (Lehman-Krise etc.) verloren, und zwar auf also die gleiche Art und Weise, wie die an den BDPh und u.a. an Dich ausgeschütteten rund 8 von den 10 Millionen Euro vorher verdient wurden. An der Börse und bei risikoreicheren Geldanlagen geht es nun mal leider nach dem Motto zu: "Der Herr gibt's, der Herr nimmt's auch wieder". Bitte verweise jetzt nicht schon wieder auf Festgeld usw. Die Stiftung und der BDPh wären vermutlich dann verhungert bzw. die Stiftung hätte vermutlich aus den Anlageerlösen ab etwa 2010 noch nicht einmal ihre Betriebskosten decken können.

Und höre bitte sofort damit auf, in diesem Zusammenhang von Verjährungsfristen u.ä. strafrechtlich relevanten Sachen zu faseln! Das ist üble Nachrede gegenüber den Stiftungsverantwortlichen. Die "anonyme" Anzeige (Du weißt sicher, was ich meine) wurde mangels Anfangsverdacht von der zuständigen Staatsanwaltschaft sofort ad acta gelegt. Die Begründung kennst Du genau.

Wenn Du in dieser Sache weiter insistieren willst, wende Dich vertrauensvoll an die Stiftungsaufsicht.
 

Das Thema hat 57 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2   3  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht