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Thema: Stempel Schau - schön, selten oder kurios
Das Thema hat 487 Beiträge:
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Georgius Am: 03.05.2011 18:28:20 Gelesen: 437435# 388 @  
@ duphil [#385]

Hallo Peter,

bedauerlicherweise habe ich auf Deine Frage auch keine plausible Antwort, nicht einmal eine vernünftige Idee.

Im Gegenteil, dieser sonderbare Brief wirft mehr Fragen auf, als einem Briefesammler lieb sein können.

Die Fragen sind:

Der Absender ist aus Dobbertin, eine Gemeinde, ca. 25 km entfernt von Güstrow, ohne eine direkte Landesstraßenverbindung dorthin, geschweige einer Bahnverbindung. Natürlich kann man über x Dörfer auch Güstrow erreichen, Dobbertin hatte zu der Zeit mit Sicherheit aber ein Postamt.

Warum also ein Einschreibaufkleber aus Güstrow? Wobei die Orte Goldberg bzw. Sternberg über die 192 viel besser erreichbar sind.

Warum wird eine Briefmarke zu 60 Pfg. mit diesem Aufkleber verdeckt, obwohl genügend Platz zur Verfügung steht?

Wenn also der Aufkleber tatsächlich von der Rolle am Schalter durch einen Postbediensteten in Güstrow aufgeklebt worden sein sollte, dann ist unerklärlich, wieso kein ordentlicher Tagesstempel zur Entwertung benutzt wurde.

Für mich bleibt dieser Brief und seine Bearbeitung höchst dubios, um nicht zu sagen: "Da ist etwas faul!"

Viele Grüße
Georgius
 
Pilatus Am: 03.05.2011 18:37:58 Gelesen: 437428# 389 @  
@ duphil [#385]

Ich vermute, er wurde in Güstrow gar nicht entwertet und in Scheeßel nachträglich. Nur Vermutung.

Beste Grüße Pilatus
 
Pete Am: 03.05.2011 19:02:19 Gelesen: 437422# 390 @  
@ duphil [#385]

Man könnte dem Rätsel auf die Spur kommen, wenn man genau weiß, wo der zur Briefmarkenentwertung eingesetzte Handstempel "Postzustellungsauftrag" eingesetzt wurde. Bei einem Einsatz am Schalter (bzw. Raum in der Hauptpost, in der seinerzeit die angenommene und eingehende Tagespost sortiert wurde) spräche dies für eine Entwertung in der annehmenden Postfiliale oder Hauptpostamt des Absenderortes (hier Güstrow) oder das Hauptpostamt des Empfängerortes.

Käme der Handstempel "Postzustellungsauftrag" eher in der Briefzustellung zum Einsatz (z.B. Formularverwendung wie der Postzustellungsurkunde), spräche dies eher auf eine nachträgliche Entwertung durch den Zusteller.

Anhand des Portos zu 4,50 DM und der verwendeten PLZ ließe sich die theoretisch mögliche Verwendungszeit auf maximal 01.07.1990 - 30.06.1993 eingrenzen. Ein Blick in die Portostufen engt sicherlich noch weiter ein.

@ Georgius [#388]

Die Marken wurden so schlampig aus dem Schalterbogen herausgerissen und auf der Briefvorderseite aufgeklebt, da glaube ich nicht an eine dubiose Geschichte. Der Absender hat die Absender- und Empfängerangabe auf der Briefvorderseite aufgebracht, ging dann zum Postamt in Guestrow und gab dort den Brief am Schalter ab. Der Postbeamte klebte zuerst links oben den Einschreibezettel auf und anschließend die Marken. Aus nicht verständlichen Gründen wurde der anschließende Arbeitsgang, die Entwertung der Briefmarken + Kennzeichnung des Briefes mittels Einlieferungsdatum, nicht durchgeführt.

Gruß
Pete
 
Georgius Am: 03.05.2011 21:02:40 Gelesen: 437401# 391 @  
@ Pete [#390]

Wenn Du Dir den Brief genau anschaust, so mußt Du doch zugeben, daß die Briefmarken vor dem Aufkleber geklebt wurden.

Und noch eine Frage ergibt sich: Wenn es einen Einlieferungsschein überhaupt gab, womit wurde der gestempelt?

Doch wohl nicht mit dem "Einzeiler".

Und noch einmal: Der Absender war aus Dobbertin und nicht aus Güstrow.

Es bleiben Rätsel über Rätsel.

Gruß
Georgius
 
Pommes Am: 03.05.2011 23:09:00 Gelesen: 437361# 392 @  
@ Georgius [#391]

für mich sieht es wie für Pete [#390] so aus, dass der Aufkleber vor den Marken drauf kam. Der fusselige Rest der ersten Marke oben links liegt über dem R-Aufkleber. Warum sollte man erst die Marken verkleben, dann diesen Abriss hochbiegen um darunter die Einschreibemarke anzubringen?

Die Marken wurden einfach schlampig aus dem Bogen getrennt. Wenn Du genau schaust, siehst Du auch, dass beim senkrechten Paar rechts genau der Teil fehlt, der beim oberen Paar anhängt.

Zum Rest der Stempelgeschichte habe ich allerdings auch keine Lösung.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Georgius Am: 04.05.2011 14:00:55 Gelesen: 437293# 393 @  
@ Pommes [#392]
@ Pete [#390]

Nach mehrmaligem genauen Hinsehen muß ich Euch recht geben, was die Reihenfolge des Aufklebens betrifft.

Ich habe mich optisch täuschen lassen. Ich danke Euch.

Eine Lösung für die Rätsel ist mir jedoch trotzdem nicht eingefallen.

Viele Grüße
Georgius
 
rostigeschiene Am: 12.01.2012 16:43:21 Gelesen: 397306# 394 @  
Wer kennt diesen Stempel oder wer kann die Inschrift komplett entziffern?



Werner
 
Postgeschichte Am: 12.01.2012 16:54:48 Gelesen: 397295# 395 @  
@ rostigeschiene [#394]

Hallo Werner,

MEHLE - OPDBZ. HANNOVER (MEHLE - OPD Bezirk Hannover)

Gruß
Manfred
 
rostigeschiene Am: 12.01.2012 17:42:52 Gelesen: 397281# 396 @  
@ Postgeschichte [#395]

Danke Manfred

OPDBZ steht demnach für Oberpostdirektionsbezirk, welch ein Wort.

Werner
 
rostigeschiene Am: 17.01.2012 22:09:31 Gelesen: 396245# 397 @  
Kann mir jemand den genauen Verwendungszeitraum diese Stempels mitteilen?



Werner
 
Jürgen Witkowski Am: 18.01.2012 20:23:19 Gelesen: 396124# 398 @  
@ rostigeschiene [#397]

Laut Michel Zeppelin- und Flugpost-Spezial-Katalog ist genau dieses eine Datum bekannt, das man auch auf Deinem Stempel sieht: 30.06.1912.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
PeterPan100 Am: 02.03.2012 11:51:33 Gelesen: 386235# 399 @  
Hallo zusammen,

hier ein Stempel von Donaueschingen mit falsch eingesetztem Buchstaben. Donauöschingen gibt es nicht. Der Stempel ist in dieser Form nicht in Feuser aufgeführt auch nicht unter Donaueschingen. Der Brief stammt von 1857.

Grüsse
Wolf


 
rostigeschiene Am: 03.03.2012 22:12:53 Gelesen: 385751# 400 @  
Hatten Hotels in Italien auch Postaufgaben durchzuführen oder ist der Abschlag vom Palace Hotel ein Werbestempel?

Der Stempel aus Frankfurt ist ein nicht so häufiger Bickerdike.

Werner


 
wuerttemberger Am: 04.03.2012 12:08:10 Gelesen: 385553# 401 @  
@ PeterPan100 [#399]

Kann das vielleicht daran liegen, dass der Stempel erst zur Markenzeit angeschafft wurde? Im Baden Handbuch der Vorphilatelie ist der Stempel abgebildet mit dem Vermerk, dass vor dem 1.5.1851 keine Abschläge bekannt seien.
 
Postgeschichte Am: 04.03.2012 12:28:56 Gelesen: 385544# 402 @  
@ rostigeschiene [#400]

Hallo Werner,

im Deutschen Reich waren oft in Hotels und Gaststätten Posthilfstellen eingerichtet. Dies kann ich mir für Italien ebenso vorstellen.

Gruß
Manfred
 
rostigeschiene Am: 04.03.2012 13:42:35 Gelesen: 385530# 403 @  
Hallo Manfred

vielen Dank für Deine Einlassung auf meine Frage.

Dass Hotels und Gaststätten zu Zeiten der Reichspost als Posthiflsstellen fungierten war mir bekannt. Das diese Praxis auch in Italien angewendet wurde nicht. Das können wir nur vermuten.

Warten wir einmal ab, vielleicht meldet sich noch jemand der die über Verhältnisse in Italien mehr Wissen hat als wir.

Gruß
Werner
 
PeterPan100 Am: 06.03.2012 10:22:21 Gelesen: 384893# 404 @  
@ wuerttemberger [#401]

Vielen Dank für die Info. Der Stempel ist jedenfalls auf einem frankierten Brief abgeschlagen worden. Wann er angeschafft wurde kann ich nicht sagen.
Gruß Wolf
 
EdgarR Am: 11.03.2012 16:53:11 Gelesen: 383494# 405 @  
Nichts spektakuläres, aber doch ein nettes Zusammentreffen:



Ganzsache mit Eindruck Mi.-Nr. 2536 "Mittelrheintal Weltkulturerbe der UNESCO" und gestempelt Briefzentrum 96 mit "Bamberg - UNESCO Welterbe"

MfG
EdgarR
 
EdgarR Am: 12.03.2012 12:47:08 Gelesen: 383230# 406 @  
@ PeterPan100 [#399]

"Donauöschingen" ist, zur Mitte des 19. Jahrhunderts, nicht so völlig verwunderlich.

Der Stadtarchivar der Stadt Donaueschingen war so freundlich, mir folgende Auskunft zu geben:

Sehr geehrter Herr Schimetschka,

der Veröffentlichung „Siegel der badischen Städte“, Heidelberg 1909, Drittes Heft, Textseite 62 ,Bildseite 132 zufolge wurde ein Stempel mit der Schreibweise „Donauöschingen“ im Zeitraum 1826-1895 verwendet. Die eben genannten Auszüge aus o.g. Werk maile ich Ihnen nachfolgend zu.

Mit freundlichen Grüßen

Raimund Adamczyk

STADT DONAUESCHINGEN
Dr. Raimund Adamczyk
Stadtarchiv
Rathausplatz 1 - 78166 Donaueschingen
Telefon 0771 857-117 - Fax 0771 857-6117
E-Mail [...]
Internet http://www.donaueschingen.de

Von: Schimetschka edgar [mailto:edgarrsc@yahoo.de]
Gesendet: Sonntag, 11. März 2012 16:41
An: Adamczyk, Raimund (1)
Betreff: Alte Schreibweisen des Stadtnamens?

Sehr geehrter Herr Adamczyk,

können Sie mir mitteilen, welche abweichenden, alten Schreibweisen des Stadtnamens "Donaueschingen" belegt sind und aus welcher Zeit?

Grund zu meiner Frage ist ein Poststempel aus der Mitte des vorletzten Jh. mit Schreibung 'Donauöschingen'. Frage: Versehen oder für die damalige Zeit normal?

Für Ihre frdl. Bemühungen ganz herzlich dankend

[... = Mail redaktionell entfernt am 27.05.12, damit der freundliche Auskunftgeber nicht belästigt wird]
 
giuseppeaqua Am: 16.03.2012 17:04:20 Gelesen: 382133# 407 @  
@ HEFO58 [#199]

Hallo,
gibt es eine Möglichkeit, diese Karte einzutauschen oder käuflich zu erwerben?
Was soll sie kosten?
"Phile" Grüße
giuseppeaqua
 
giuseppeaqua Am: 16.03.2012 17:07:07 Gelesen: 382132# 408 @  
@ Concordia CA [#290]

Hallo,

gibt es eine Möglichkeit diese Karte einzutauschen oder sie käuflich zu erwerben? Was soll sie kosten?

"Phile" Grüße
giuseppeaqua
 
PeterPan100 Am: 21.03.2012 15:37:54 Gelesen: 380659# 409 @  
@ EdgarR [#406]

Hallo EdgarR,

recht vielen Dank für die erschöpfende Auskunft und die Bemühungen den Stadtarchivar von Donaueschingen mit einzuschalten. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Viele Grüsse
Wolf
 
EdgarR Am: 23.03.2012 21:29:14 Gelesen: 379922# 410 @  
Hier macht's der Stempel für sich alleine nicht. Die Marken für sich alleine aber auch nicht.

Aber zusammengenommen finde ich diesen Beleg ein rundum 'stimmiges' Stück. Was meint Ihr?



Gruß EdgarR
 
rostigeschiene Am: 28.04.2012 23:28:59 Gelesen: 372496# 411 @  
Einen Stempel habe ich noch gefunden den ich nicht richtig zuordnen kann. In meinen Unterlagen finde ich diesen auch nicht.



Ich würde Borsigwerk vermuten, das Datum sollte der 15.1.1890 sein, wenn man das Ausgabedatum der Marke mit in Betracht zieht.

Werner
 
kauli Am: 29.04.2012 00:04:21 Gelesen: 372487# 412 @  
@ rostigeschiene

Einen Zweikreisstempel Borsigwerk kenne ich nicht. Du denkst vielleicht an Borsigwalde, das existierte erst seit 1906. Ich kenne noch ein Borsigwerk in Oberschlesien, das gabs aber auch erst seit 1920.

Mußt du mal ein bisschen rumgoogeln.

Grüße
Dieter
 

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