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Thema: Briefmarkensammlung Altdeutschland: Wertbestimmung und Verkaufsempfehlungen
Hans im Glück Am: 16.06.2018 14:46:11 Gelesen: 634# 1 @  
Liebe Briefmarkenfreunde,

dem gemeinnützigen Verein, für den ich tätig bin (DCTB.e.V.) wurde eine Briefmarkensammlung gespendet, welche wir gerne veräußern wollen. Der Sammlung war neben verschiedenen Dokumenten wie Prüfzertifikaten, etc. eine Liste beigefügt, welche aus dem Jahr 1999 stammen dürfte und vom ursprünglichen Sammler angelegt wurde. Die Liste findet ihr auf unserer OwnCloud unter diesem Link: https://irtb.dctb.info/owncloud/index.php/s/8cEA2KXQR3z1v12.

Ausgehend von dieser Liste hätte ich (als völliger Laie) folgende Fragen an die Community:

- Wie ist eure Einschätzung des Bestandes der Sammlung? Sind die Michelwerte (vermutlich in DM) realistisch? Mir ist bewusst, dass der Wert einer Briefmarke an vielen Faktoren wie Erhaltungszustand, etc. hängt. Es geht mir um eine reine vorläufige Einschätzung anhand der in der Liste vorhandenen Daten.

- Wir überlegen, die Sammlung über ein Auktionshaus zu vertreiben. Dabei wurde uns das Auktionshaus Gert Müller in Ettlingen empfohlen. Deren Mitarbeiter wird voraussichtlich die Sammlung in der kommenden Woche prüfen, um zu entscheiden, ob die Sammlung in deren Jubiläumsauktion im August aufgenommen wird.

--> Hat jemand Erfahrungen mit diesem Auktionshaus?
--> Kann jemand einschätzen, ob der Kundenkreis des Aktionshauses groß und international genug ist, um entsprechend hohe Verkaufspreise zu erzielen?
--> Die Provision des Auktionshauses beträgt 20%, allerdings wurde uns signailisiert, dass für diese Sammlung eventuell Sonderkonditionen möglich sind. Gibt es hier Erfahrungen, wie weit Auktionshäuser bereit sind, bzgl. der Provision nach unten zu verhandeln?
--> Da wir einen völlig anderen Schwerpunkt als Verein haben, scheidet ein Einzelverkauf der Marken von vornherein aus, da dies unsere Kapazitäten völlig sprengen würde. Gibt es jedoch andere Vertriebswege, welche mit wenig Aufwand verwendet und daher geprüft werden sollten?

Ich freue mich über eure Rückmeldungen. ;)

blessings
Mario








 
bayern klassisch Am: 16.06.2018 16:47:58 Gelesen: 587# 2 @  
@ Hans im Glück [#1]

Ohne zumindest die besseren Stücke (gemeint ist hier nicht die Erhaltung, sondern der zugebilligte Katalogwert) zu sehen, ist das ein Fischen im Trüben. Vlt. sind viele Fälschungen dabei, vlt. keine einzige? Vlt. ist die Qualität weit überdurchschnittlich, vlt. ist alles Schrott?

Da es nur deutsches Material ist, macht ein Verkauf in Deutschland oder der Schweiz Sinn.

Vom Volumen her ist das ja alles sehr überschaubar - da dürfte man auch mal nach Stuttgart, oder Umgebung fahren mit ihr, um weiteren Angeboten zu lauschen, wenn denn alles im Bausch und Bogen weg soll.

20% ist Standard - wäre die Sammlung mindestens fünfstellig im Realwert, darf es auch 10 - 15 % sein.

Im sechsstelligen Bereich (wohlgemerkt Realwert), geht es dann teil herunter auf 5%. Aber auch das ist prinzipiell aushandelbar - je besser die Ware, je größer ist der Spielraum nach unten.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 16.06.2018 18:26:03 Gelesen: 555# 3 @  
@ Hans im Glück [#1]

Zuerst einmal möchte ich gratulieren für die gute Vorstellung hier im Forum. Mit den 8 Inventurseiten ist eine wichtige Arbeit geleistet, und ich sehe, dass hier eine möglicherweise wirklich wertvolle Sammlung vorhanden ist.

Natürlich hat "Bayern klassisch" recht, wenn er Vorbehalte anbringt: Nur ein Augenschein der Ware kann ein einigermassen verlässliches Bild ergeben. Aber immerhin sehen wir anhand der Inventurlisten, dass hier

a) systematisch gesammelt wurde, und zwar auch GUTES Material
b) möglicherweise ein schöner Verkaufserlös realisiert werden kann
c) das Volumen ist durchaus interessant für Profis; wenn ich das richtig sehe, es sind mindestens 67 Alben vorhanden.

Mir scheint es richtig und gut, dass die Auktion über ein professionelles Auktionshaus abgewickelt wird. Das Haus Gert Müller ist wohlbekannt in Deutschland, aber ich kann dazu wenig sagen; ich habe noch nie mit ihnen zusammengearbeitet.

Die Provisionen, die an die Auktionshäuser abgeführt werden müssen, sind in den letzten Jahren nach meiner Erfahrung leider eher noch gestiegen und machen, neben den ebenfalls gestiegenen Käufer-Provisionen, eine beträchtliche Lücke zwischen Ankaufspreis (brutto) der Käufer und dem Verkaufserlös (netto) aus.

Aber was ist die Alternative? - Sehr oft bieten Briefmarkenvereine und zuverlässige Sachbearbeiter Gewähr dafür, dass "die Ware" bestmöglichst verkauft wird (zu marktüblichen/guten Preisen), aber wenn man keine solche Vertrauensleute kennt, ist das Risiko gross, dass die "Amateure" keinen guten Erlös erzielen. Darum ist meist der Weg über den professionellen Handel der Bessere. Ein Verkauf durch Laien ist sehr aufwändig und bringt vermutlich kein befriedigendes Ergebnis (zeitlich und finanziell).

Es gibt x-gute deutsche Auktionshäuser (In der Schweiz natürlich auch; ich bin Schweizer). Unter Berücksichtigung des oben Gesagten würde ich, sofern ich keine Vertrauensleute in Briefmarken-Vereinen kenne, die Sammlung zwei verschiedenen Profis anbieten, und mich dann erst entscheiden, aufgrund der Eindrücke der Gespräche.

Freundliche Grüsse
Heinz

(Vereinspräsident seit 1995, aber in Basel/Schweiz)
 
Hans im Glück Am: 14.09.2018 15:04:58 Gelesen: 241# 4 @  
Hallo zusammen,

ich wollte mich für die Hilfe hier im Forum bedanken!

Die Sammlung wurde beim Auktionshaus Gert Müller versteigert. Der reine Versteigerungserlös betrug 14.180 €.

blessings
Mario
 
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