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Thema: Begriffsbestimmung: Buntfrankatur
HWS-NRW Am: 21.07.2018 19:55:09 Gelesen: 6011# 1 @  
Hallo,

es ist doch ganz einfach, Marken in verschiedenen Gebührenstufen aus der gleichen Serie - immer Buntfrankaturen. Aber, es gibt tatsächlich viele Sammlerkollegen, die es wie Du "einfacher" sehen, aber wenn Du mal im Wettbewerb ausstellen solltest, dann ist eine akkurate Bezeichnung wichtig und sie kann auch mal teurer als die Standard-Frankaturen werden.



Theoretisch eine Zweifarben- und eine Dreifarben-Frankatur, wird aber eher in der Klassik so benannt.



mit Sammlergruß
Werner

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Deutsche Bauwerke"]
 
Frankenjogger Am: 18.02.2022 16:05:57 Gelesen: 1695# 2 @  
Hallo,

letzte Woche hatte ich folgenden Beleg gezeigt und dabei gefragt, ob es sich um eine Buntfrankatur handelt.



Mümmel hat geantwortet und geschrieben, es sei eine Mischfrankatur. Ich bin da anderer Meinung.

Nach Katalog kommen beide Marken aus der Serie Bauten. Ein 40 Pf-Wert aus Bauten (I), einer aus Bauten (III), der sog. Erweiterung.

Eine Heinemann 190 Pf mit Heinemann 40 Pf auf einem Brief, wäre ja auch eine Buntfrankatur, sie sind aber auch aus unterschiedlichen Ausgaben, auch Heinemann (I) und Heinemann (III).

@ HWS-NRW [#1] schreibt:

"Marken in verschiedenen Gebührenstufen aus der gleichen Serie - immer Buntfrankaturen"

Das Problem hier, es sind gleiche Gebührenstufen, Werner schreibt "verschiedene Gebührenstufen".

Viele Grüße,
Klemens
 
HWS-NRW Am: 18.02.2022 16:19:54 Gelesen: 1686# 3 @  
Hallo Klemens,

auf Deinem Beleg ist doch klar ersichtlich, dass es sich um Werte aus zwei verschiedenen Ausgaben handelt, also Mischfrankatur. Es handelt sich um die Ausgabe "Berliner Bauten (I)" von 1946 (MiNr 52) und "Berliner Bauten" (III) von 1954 (MiNr 122).

mit Sammlergruß
Werner
 
Frankenjogger Am: 18.02.2022 21:39:28 Gelesen: 1636# 4 @  
@ HWS-NRW [#3]

Hallo,

und wie sieht es dann hier aus?



Einen habe ich noch gefunden.



Viele Grüße,
Klemens
 
HWS-NRW Am: 18.02.2022 22:43:39 Gelesen: 1615# 5 @  
Hallo Klemens,

hier gilt meines Wissens das gleiche, alles immer Frankaturen zwischen den versch. Bauten-Serien I - III.

Du kannst aber auch gerne mal den "King" der Bautenserien, Sfr. Peter Koegel, befragen, der ist wirklich DER Fachmann und er wird Dir bestimmt helfen.

mit Sammlergruß
Werner
 
bovi11 Am: 18.02.2022 22:55:19 Gelesen: 1609# 6 @  
Frankenjogger Am: 19.02.2022 09:19:34 Gelesen: 1562# 7 @  
@ HWS-NRW [#5]

Hallo Werner,

mir geht es nicht primär um die Bauten-Serie. Ich würde gerne das Prinzip verstehen.

Weitere Beispiele:




@ bovi11 [#6]

Danke für die Verweise.

Gemäß Wikipedia wären es dann Buntfrankturen, "verschiedene(r) Wertstufen oder Farben einer Freimarkenserie" steht dort.

Gemäß Definition "Zack" müsste erst einmal geklärt werden, was eine "Ausgabe" ist? Aber da es Ausgaben "Bauten" sind (oder Heinemann, I&T oder &S), müssten es eigentlich Buntfrankaturen sein.

Die Definition von "Valko" ist da präziser. Er schreibt von Ausgabenreihe, die "gleichzeitig an den Postschaltern gekauft werden konnten".

Das dürfte praktisch sehr schwer, oder gar nicht mehr zu prüfen sein, weil das, gerade in moderneren Zeiten (nach 1900, sicher nach 1945), sicher in vielen Postämtern unterschiedlich und auch überlappend gewesen sein kann. Es dürfte so eigentlich praktisch nicht als Definition anwendbar sein.

@ HWS-NRW

Welche Definition ziehst du als Juror heran?

Viele Grüße,
Klemens
 
uli Am: 19.02.2022 11:29:11 Gelesen: 1531# 8 @  
Ulrich Häger definiert in seinem Großen Philatelie-Lexikon eine Buntfrankatur mit zwei zu erfüllenden Kriterien:

a) min. drei Marken unterschiedlicher Wertstufen
b) aus einem Satz.

Gruß
Uli
 
HWS-NRW Am: 19.02.2022 13:21:04 Gelesen: 1504# 9 @  
Hallo Klemens,

ich wollte hier wirklich keine "grosse" Diskussion loslassen, aber ich habe es halt (auch als Juror) mal so gelernt. Und die Berlin-Sammler unterscheiden da zwischen Bauten I, Bauten II und Bauten III als einzelne Serien.

Ich habe das auch in den zahlreichen Katalogen des Berliner Sammlerfreundes und Auktionators, Peter Koegel, immer so gelesen. Das ist fast das gleiche, wenn unsere grossen Auktionsfirmen nicht unter einer Portostufe (bei Brief, Paket und div.) unterscheiden und die Gebühr für eine Dienstleistung auch einfach so bezeichnen, es ist aber dann immer die "Ausweisung" einer Gebühr.



Hier als Beispiel der "Sonderwunsch" nach Postwertzeichen, die Gebühr von 5 Pfg. ausgewiesen mit einem Einzelwert der MiNr 44, wird im Auktionskakalog leider fast immer als EF bezeichnet, ist aber einfach falsch !!

Ob der Beleg seinerzeit dann wirklich echter Bedarf war, lasse ich mal dahingestellt.

mit Sammlergruß
Werner
 
alemannia Am: 19.02.2022 15:01:39 Gelesen: 1484# 10 @  
Hallo zusammen,

für meine Belange unterscheide ich nach

- Einzelfrankatur
- Mehrfachfrankatur und
- Mischfrankatur.

Das reicht mir.




Wolfram Grallert definiert in seinem Lexikon der Philatelie, Seite 81 die Buntfrankatur als eine Mischfrankatur zwischen einfarbigen Marken verschiedener Wertstufen, z.B. blau+rot+gelb. Somit müssen, wenn ich das richtig interpretiere,mindestens 2 unterschiedlich einfarbige Marken vorhanden sein. Unbunte Farben (schwarz, grau, weiß) ergänzen meist das Druckbild.

Gruß

Guntram
 
Frankenjogger Am: 20.02.2022 16:59:23 Gelesen: 1377# 11 @  
Hallo,

erst mal Danke an alle, die sich hier an der Thematik beteiligen.

Ich gehe davon aus, dass der Begriff "Buntfrankatur" eher in der klassischen Philatelie, also vor 1900 seinen Ursprung hat. Man möge mich da korrigieren, sollte ich da falsch liegen. In dieser Zeit dürften Mischfrankaturen mit zwei unterschiedlichen Ausgabeserien eher sehr selten sein. Frankaturen mit zwei Werten aus einer Serie kamen da schön öfter vor, mit drei unterschiedlichen Werten aus einer Serie dürften diese auch wieder selten sein. Entsprechend wurden neben Mischfrankatur auch weitere Begriffe wie Zweifarben-, Dreifarben- oder Buntfrankatur etabliert.

Dementsprechend kann ich mir vorstellen, dass die Definition nach Ulrich Häger, wie sie Uli in [#8] nennt, für diese klassische Zeit gedacht sein könnte.

@ alemannia [#10]

Deine genannte Unterscheidung ist auch für mich vollkommen ausreichend. Aber es kam ja die Anmerkung von HWS-NRW in [#1] (von Jurorenseite):

"wenn Du mal im Wettbewerb ausstellen solltest, dann ist eine akkurate Bezeichnung wichtig"
.

Das geschah nicht im Kontext zur klassischen Philatelie, sondern allgemein, hier explizit im Kontext mit Ausgaben nach 1945.

Warum das, im Kontext zur modernen Zeit „wichtig“ sein sollte, kann ich bisher (noch) nicht nachvollziehen. Wenn dem aber so sein sollte, halte ich eine klare Definition schon für wichtig, insbesondere da „Michel“ als Standard-Katalog Dauerserien, Ausgaben, Sätze oder wie man die Ausgaben einer Serie auch benennen mag, mal in unterschiedliche Ausgaben aufteilt und mal als komplette Serie im Block aufführt.

Bei meinen Beispielen, bei Heinemann sind es drei, bei den B&S auch drei, bei I&T sind es fünf Ausgaben. Bei den Sehenswürdigkeiten von Bund habe ich 38 Ausgaben gezählt. Die Serie „Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten“ Ende der 1960er Jahre wird als eine Serie aufgeführt, obwohl sie auch über drei Jahre zu unterschiedlichen Terminen verausgabt wurde. Ich denke das reicht, um darzustellen, was ich meine.

Für die moderne Zeit bedarf es aus meiner Sicht keiner Differenzierung in Misch- und Buntfrankatur. Aber da dürfte es sicher auch andere Meinungen geben.

Viele Grüße,
Klemens
 
hubtheissen Am: 20.02.2022 19:12:01 Gelesen: 1348# 12 @  
@ Frankenjogger [#11]

Hallo Klemens,

ich denke, ein Unterschied zwischen den Bauten I - III und den von Dir zitierten Heinemann- und I+T-Serien ist, das es bei den Bauten II und III z.T. Wertstufen herausgegeben wurden, die es schon in der Bauten I Ausgabe gab (4 Pfg, 20 Pfg, 40 Pfg). Dies war bei den Bauwerken, Heinemann, I+T und auch Unfallverhütung nicht der Fall. Dort wurden die Serien nur um Wertsstufen ergänzt.

Ein anderer Fall sind natürlich die Burgen und Schlösser Serie mit den 50 Pfg. und 60 Pfg. Werten und vor Allem die Serie Sehenswürdigkeiten. Mich würde dann auch interessieren, wie es dann mit Buntfrankaturen bei diesen Serien aussieht.

Ansonsten teile ich Deine Meinung, dass bei den Ausgaben nach 1945 Buntfrankaturen nicht diese Rolle spielen. Sie werden doch hier eher mit den Mischfrankaturen in einen Topf geworfen und sind - mit wenigen Ausnahmen - eher unbeliebt.

Gruß

Hubert
 
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