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Thema: Marken bestimmen: Japan
Das Thema hat 121 Beiträge:
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Koban Am: 18.12.2017 04:30:48 Gelesen: 24103# 97 @  
Mit Hilfe des Langenscheidt lese ich inzwischen rechts oben 配, links oben 逹. 配逹 - verteilen, austragen, abliefern.

Im Stempel: 日本 - Japan, 便 - Brief, 逹 - ankommen, letztes Zeichen nicht lesbar.

Ich werde die Tage versuchen mit Hilfe eines grösseren scans die Zeichen rund um die Blüte zu identifizieren.

Gruß,
Koban
 
ligneN Am: 18.12.2017 18:22:33 Gelesen: 24078# 98 @  
Es ist keine Briefmarke, sondern ein briefmarkenähnlicher Aufkleber einer privaten Fracht/Expressgutfirma "Nipponbintatsu??kaisha".

Das Wort "yu"/Post" wird vermieden, "bin"/Abfertigung ist unverfänglich.

Im Stempel unten steht wiederum "Nipponbintatsu..."

Die Zeichen in den Ecken oben haitatsu/"Zustellung", unten spiegelbildliche Phantasien, angelehnt an lateinisches/kyrillisches Alphabet.

Kirsch- oder Pflaumenblüte im Zentrum.

Ähnlich wie 3 S. Briefmarke 1906, also in etwa aus diesem Zeitraum.

Eine schöne Kuriosität.
 
Thorn Am: 18.12.2017 20:44:06 Gelesen: 24065# 99 @  
Vielen Dank, sehr interessant !

Ich habe so eine „Marke“ auch noch nie gesehen.
 
ragiko Am: 23.01.2018 09:24:03 Gelesen: 21184# 100 @  
@ Koban [#95]

Das Zeichen, das alle "bin" lesen, kann auch ben gelesen werden. Eine Firma namens Nihon Bentatsu mit NI BEN abzukürzen ist in Japan gang und gäbe. Die Lateinschrift ist meiner Ansicht nach weder spiegelbildlich noch kyrillisch noch Fantasie, sondern logisch und deutlich erkennbar. Diese Firma ist aber heute unbekannt und und dürfte die Zeitläufe nicht überlebt haben.

Auch der Stempel ist dem seit 1906 gebräuchlichen Poststempel nachempfunden, trägt aber anstelle eines Datums im Mittelsteg nur das Schriftzeichen shin (neu) und eine Nummer, die auch nach japanischer Zählweise kein Datum darstellen kann.

Beste Grüße an alle Japansammler !
 
limingerald Am: 12.08.2018 12:38:00 Gelesen: 12436# 101 @  
Hallo,

ich versuche, die folgende Marke zu bestimmen - vermutlich Fiskalmarke Japan:



Vielleicht kann jemand helfen?

Danke und Gruß
limingerald
 
Koban Am: 12.08.2018 13:31:01 Gelesen: 12429# 102 @  
@ limingerald [#101]

Es handelt sich um Mi 194 aus Japan.

Gruß,
Koban
 
Pete Am: 13.01.2019 21:10:45 Gelesen: 6567# 103 @  
Ein Sammlerkollege brachte heute ein Album mit diversen älteren Marken (teils Erstausgaben) mit, darin enthalten die beiden nachfolgenden Exemplare aus Japan, welche mir leihweise überlassen wurden. Den beiliegenden Zettelchen nach soll es sich um die Mi-Nr. 1 und 4 handeln, ich vermute aufgrund der Abbildung in Beitrag [#21} eher die Mi-Nr. 1 und 2 (jeweils Platte I?). Kann jemand etwas zur Echtheit sagen bzw. ob es sich hier um Fälschungen handelt?





Danke!

Gruß
Pete
 
ragiko Am: 14.01.2019 02:02:20 Gelesen: 6524# 104 @  
@ Pete [#103]

Beide Marken sind leider keine echten Briefmarken, sondern Imitationen der bekannten japanischen Fälscher Hirose (die braune zu 48 mon) bzw. Wada (die blaue zu 100 mon) aus den 1880er Jahren, die mangels Angebot an echten Marken der Sammlernachfrage, vorwiegend aus dem Ausland, jener Zeit mit Imitationen begegneten und sich davon ein Geschäft versprachen. Besonders Wada war damit sehr erfolgreich und überschwemmte die westliche Welt mit seinen Imitationen. Es handelt sich um "Souvenirs" vom Ende des 19. Jahrhunderts, die an unwissende Ausländer verkauft wurden.

Hirose-Fälschungen sind zwar etwas seltener und von Fälschungsforschern gesucht, aber falsch ist falsch.
 
Pete Am: 14.01.2019 20:53:21 Gelesen: 6411# 105 @  
@ ragiko [#104]

Beide Marken sind leider keine echten Briefmarken, sondern Imitationen der bekannten japanischen Fälscher Hirose (die braune zu 48 mon) bzw. Wada (die blaue zu 100 mon) aus den 1880er Jahren

Danke für die Info! :-)

Gruß
Pete
 
romanv Am: 20.01.2019 16:00:06 Gelesen: 6164# 106 @  
MiNu 71

Hallo alle,

ich habe die Marke mit Überdruck gekauft, aber habe nicht gefunden, was für ein Druck ist das. Kann jemanden helfen?


 
bovi11 Am: 20.01.2019 16:11:36 Gelesen: 6149# 107 @  
@ romanv [#106]

Ich kenne mit zwar mit diesen Marken nicht aus, aber üblicherweise erfolgen Aufdrucke im Buckdruckverfahren.

Das hier auf der Marke ist aber kein Buchdruck und vor allem ist die Farbe des Aufdrucks verlaufen. Wenn es sich um eine teurere Marke handelt, würde ich sagen: "Aufdruck falsch"
 
ligneN Am: 20.01.2019 20:05:31 Gelesen: 6073# 108 @  
@ romanv [#106]

Die Marke trägt einen Stempel von Meiji 30 = 1897.

Das Zeichen = Flug-, mit entsprechenden Composita fliegen, "Flugpost", Flugzeug usw.

Als hikoyubin Flugpost ca. 1919/45 als Stempel oder Aufkleber. Aber schon ab 1934 teils ersetzt.

Wegen des Stempeldatums ist ein Zusammenhang mit Luftpost aber auszuschließen.

Kein postalischer Aufdruck oder Stempel.

Einen Firmenschutzstempel mit diesem Zeichen gibt es m.W. nicht.

Was bleibt? Die Marke klebte auf einer Drucksache (Werbung oder Adresse) und bekam einen Teil des Drucks mit ab.

Oder schlicht Spielerei.
 
romanv Am: 21.01.2019 08:50:51 Gelesen: 6033# 109 @  
Danke für Antwort, meine Deutschkenntnisse sind nicht hunderprozentig, dann frage nochmal. Marken sind MiNu 71-74 vom Jahr 1896, heisst der Stempel kann in Ordnung sein? Wenn ich sehe andere Exemplare, die habe ich im Sammlung, scheint es auch echt. Problem ist Überdruck.

Ich habe nicht verstanden schlicht Spielerei. Kann ich bitten um nachschauen die andere Stempeln?

Danke.


 
Koban Am: 21.01.2019 16:23:05 Gelesen: 5960# 110 @  
Hallo Roman,

"schlicht Spielerei" meint sinngemäß "einfach nur Phantasieaufdruck".

Ich möchte ligneN nicht vorgreifen, er ist hier DER Japan-Experte, die Stempel bei Deinen Marken halte ich jedoch allesamt für echt. Nur eben die Aufdrucke nicht.

Die unteren Marken sind links 29 (1896) bzw. rechts (18)96 gestempelt.

Gruß,
Koban
 
romanv Am: 21.01.2019 19:18:51 Gelesen: 5927# 111 @  
Danke Koban,

ich habe gelesen, dass schon im Jahre 1900 und später machten die japanischen Künstler manche "Anpassungen" mit Postmarken für ausländische Touristen.

Die kamen dann nach Hause und nach mehreren Jahre erschienen die Marken wieder am Markt. Na ja wie habe ich perfins im Sammlung behalten diese auch als Besonderheit. Nochmal DANKE.
 
ligneN Am: 22.01.2019 14:14:45 Gelesen: 5809# 112 @  
Wie Koban sagt, alles echt, nur das aufgedruckte Zeichen in Schwarz nicht.

Und mit den Standardfälschungen für Touristen 1890/1903 hat das nichts zu tun: Ich sehe diese "Flug" Zeichen auf Marken zum ersten Mal.
 
romanv Am: 26.01.2019 17:19:17 Gelesen: 5535# 113 @  
Danke für Ihre Antwort.
 
Parachana Am: 07.02.2019 20:03:29 Gelesen: 5032# 114 @  
Hallo und einen schönen guten Abend,

ich habe in einer alten Kiste mit Restbeständen unter anderem diese Marke gefunden. Da keine Kataloge aus dem asiatischen Raum vorliegen, hier meine Frage: Handelt es sich um Japan und wenn ja um welche Nummer ?



MfG

Uwe
 
Thorn Am: 07.02.2019 21:59:44 Gelesen: 5016# 115 @  
Hi Uwe,

das ist eine Ausgabe von Mandchukuo vom 02.05.1945. Die findest Du im Michel Übeersee Band 9/1 den ich aber nicht besitze. In meinem japanischen Sakura Katalog steht aber nichts von einer ungezähnten Ausgabe. Es müsste sich lt. Sakura um die letzte reguläre Ausgabe handeln. Ausgabeanlass war das 10 -jährige Jubiläum des kaiserlichen Edicts. Die gezähnte Ausgabe hat in meinem Katalog keinen großen Wert (70 ¥ für ungebraucht).

Manduchukuo war damals ein Japanischer Satellitenstaat in China (Mandschurei) mit einem von Japan eingesetzten Kaiser, bekannt auch aus dem Film „Der letzte Kaiser“.

Sammlergrüsse, Thorn
 
ligneN Am: 08.02.2019 23:32:09 Gelesen: 4878# 116 @  
@ Parachana [#114]

Dieses ungezähnte Paar stammt wie so viele andere dieser Art aus ungezähnten Bogenbeständen, die nach Kriegsende 1945 in der Staatsdruckerei in Hsinking geplündert wurden.

Im JSCA wird ein Paar ungezähnt mit 500 y bewertet (nur ungebraucht, gestempelt gibt es sie nicht).

Der "Sakura" ist so eine Art Tasschenkatalog, ähnlich dem "Michel-Junior", und verzichtet auf die meisten Varianten/Abarten.
 
Pete Am: 21.02.2019 18:00:23 Gelesen: 4321# 117 @  
Ein Sammlerkollege fragte mich, ob das nachfolgende Exemplar der Mi-Nr. 3 echt sein könne. Meinem Eindruck nach ist dieses verfärbt bzw. die Farbe oxidiert. Kann Jemand etwas sagen, ob es sich um eine Fälschung oder ein Original handelt?



Danke. :-)

Gruß
Pete
 
Thorn Am: 21.02.2019 21:09:53 Gelesen: 4300# 118 @  
Hi Pete,

Das ist eine zeitgenössische Fälschung. Bei [#21] ist eine echte zu sehen.

Sammlergrüsse, Thorn
 
ligneN Am: 21.02.2019 21:37:09 Gelesen: 4293# 119 @  
Thorn hat recht.

Der linke Drachenkopf sieht aus wie in eine Presse geraten.
 
Pete Am: 22.02.2019 17:40:03 Gelesen: 4228# 120 @  
@ Thorn [#118]
@ ligneN [#119]

Danke für die Info! :-)

Gruß
Pete
 
ragiko Am: 07.07.2019 05:01:51 Gelesen: 1084# 121 @  
@ Pete [#103] und [#117]

Es gibt eine deutschsprachige Website, die leicht verständlich, ausführlich und mit reichem Fotomaterial japanische Fälschungen vorstellt, die Unterschiede zu echten Marken erläutert, die Fälscher, so weit bekannt, vorstellt und die wichtigsten Erkennungsmerkmale aufzeigt. Wie ich sehe, wird diese Seite mehrmals jährlich aktualisiert, ist also aktuell.

Die Artikel sind nach Marken-Nominale sortiert, man kann also sofort den link zu der gesuchten Marke anclicken und findet dort meist die benötigte Information. Zum Beispiel wird bei der roten Drachenmarke (#117) dem Laien sofort deutlich gemacht, dass es sich um eine Fälschung handelt, man braucht nur die Rauten im Markenbild abzuzählen, was auch für [#1]-[#7] gelten würde.
Hier der link:

https://japanmarken.lima-city.de/echt.oder.falsch/echtfalschintro.html

Beste Grüße !
 

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