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Thema: Bund Päckchenporto 1949 bis 2020
Das Thema hat 42 Beiträge:
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bovi11 Am: 07.01.2021 12:07:21 Gelesen: 1631# 18 @  
Der Beleg zeigt einen Päckchenaufkleber der Firma Erich Matthesius aus Berlin.

Aufgegeben und gestempelt wurde das Päckchen jedoch in Bensheim.
Stempel: (16) BENSHEIM - 10.10.52
Einzelfrankatur 90 Pf Posthorn (60 Pf Päckchengebühr und 30 Pf Nachnahmegebühr)

Notopfer Nr. 6 Z - auf Päckchenabschnitt (Nachnahme) - gestempelt (16) BENSHEIM - 10.10.52


 
MS Sammler Am: 07.01.2021 13:14:41 Gelesen: 1615# 19 @  
Hallo,

hier ein Päckchen S zu 3,79 € freigemacht mit einem FranKit Lable vom 29.12.20, also einen Tag vor dem Verkaufsverbot der 3,97 € Briefmarken!



Gruß Leon.
 
Frankenjogger Am: 07.01.2021 14:07:16 Gelesen: 1588# 20 @  
@ bovi11 [#16,#18]

Hallo,

ich habs genau umgekehrt. Die 60 Pf Posthorn auf Päckchen Groß-Abschnitt aus dem letzten Monat des Tarifes vom 1.6.1954 aus Schwenningen nach Stuttgart,



und die Bizone 90 Pf eng gezähnt auf Nachnahme-Päckchen-Abschnitt von 1951 vom Versandhaus Gerlings aus München nach Regensburg.



Mit Notopfer kenne ich mich nicht aus, die habe ich nicht bestimmt.

Gruß, Klemens
 
filunski Am: 07.01.2021 16:40:26 Gelesen: 1567# 21 @  
Hallo Jürgen, hallo zusammen,

interessantes Thema! ;-)

Wie gut, dass man doch nicht immer alles weg wirft. Gerade bei der Umverpackung von Päckchen war dies überwiegend der Fall. Es interessierte der Inhalt, nicht die Verpackung, zumal die Frankatur und vor allem die Entwertung für die allermeisten Sammler nicht sammelwürdig war. Viele Päckchen waren auch unleserlich abgestempelt.

Dieser Ausschnitt hier "überlebte" als Stützkarton in einer meiner Belegboxen. Es ist von vielen solcher Päckchenausschnitte die ich mal bekam noch Einer der Besten gewesen:



Portoperiode 9, Jahr 1984, portorichtig frei gemacht mit 3 DM, entwertet mit Handrollstempel HOLZWICKEDE / UB unleserlich / 4755 vom 27.7.84. Warenrücksendung/-umtausch einer Firma.

Viele Grüße,
Peter
 
Journalist Am: 07.01.2021 17:54:00 Gelesen: 1545# 22 @  
Hallo an alle,

das sind ja tolle Beispiele, die hier gezeigt werden. Ich will nun als folgendes ein Päckchen zeigen, das mit einer Päckchenmarke frei gemacht wurde.



Diese Päckchenmarken wurden zum selben Preis, wie die aktuelle jeweilige Frankatur war, verkauft - teils zu Werbezwecken als Einzelstück, oft im 3er Set. Ein genaues Datum läßt sich dieser Sendung nicht eindeutig zuordnen. Es müsste aber in der Zeit vom 1. Juli 2006 (der Einführung dieser Päckchenmarken) und dem 31.12.2009 gewesen sein, denn ab dem 1.1.2010 gab es ja die Aufteilung in 1 Kilo und 2 Kilo.

Wie es hier mit der Päckchenmarke war, kann ich derzeit noch nicht sagen - wer hat hier Infos oder Beispiele dazu ?

Derzeit kann man auch Päckchenmarken als Einzelmarke kaufen, die über den Onlineshop angeboten werden - es gibt hier die Variante "Päckchenmarke S zu 3,79 Euro" und die Variante "Päckchenmarke M zu 4,50 Euro".

Daher vermute ich, das es auch in der Phase bezüglich der Trennung in 1 Kilo und 2 Kilo entsprechende unterschiedliche Päckchenmarken gegeben haben dürfte ?

Soweit für heute zu dieser Frankaturvariante.

Viele Grüße Jürgen
 
Michael Mallien Am: 07.01.2021 20:30:03 Gelesen: 1523# 23 @  
@ Journalist [#22]

Hallo Jürgen,

bei der gezeigten Päckchenmarke dürfte es sich um die PZ 43/02 handeln. Sie ist im Michel-Ganzsachenkatalog 2018 auf Seite 864 verzeichnet und erschien im Juni 2007.

denn ab dem 1.1.2010 gab es ja die Aufteilung in 1 Kilo und 2 Kilo

Hier irrst Du denke ich. Diese Unterscheidung gab es erst seit dem 1.1.2015.
Im Januar 2015 erschienen dafür die PZ 93 (1 kg) und PZ 94 (2 kg)einzeln, im 10er Set, 50er Set und 100er Set.

Viele Grüße
Michael
 
filunski Am: 08.01.2021 00:31:10 Gelesen: 1497# 24 @  
Hallo zusammen,

in Ergänzung zu Leons Beitrag [#19], hier vom selben Absender vom vergangenen Jahr zweimal Päckchen S, freigemacht mit AFS. Einmal mit zusätzlichem DHL-Schalterlabel und einmal ohne:



Vielleicht weiß jemand, wieso es mal mit, mal ohne das DHL-Label angenommen und verschickt wird. Die Laufzeit war bei beiden Päckchen gleich und sehr schnell (E+1).

Viele Grüße,
Peter
 
DL8AAM Am: 08.01.2021 03:50:20 Gelesen: 1486# 25 @  
Da Peter hier inzwischen auch ein DHL Päckchen [#24] gezeigt hat (Päckchen gibt/gab es bei der Deutschen Post-Mutter, als auch bei DHL). Nur kurz zur Klarstellung, nicht jedes "Paket" unter 2 Kilogramm ist (deutschpostalisch gesehen) auch ein Päckchen. In die Falle bin ich vor ein paar Wochen auch einmal reingetappt. Deshalb wollte ich das mögliche Missverständnis - als Hintergrundinfo - mal kurz ansprechen.



Der Unterschied liegt nicht in den Sendungsgrößen, sondern ausschliesslich in der (nur) beim Paket mitgelieferten Versicherung und Sendungsverfolgung - für den Mehrpreis (zum Päckchen M) von 60 Cent.

DHL Online Frankierung



Leider habe ich auf die Schnelle keine DHL Online Frankierung für ein "echtes" Päckchen gefunden, dafür ein semi-päckchenähnliches Label für ein "Paket bis 2 kg", in diesem Fall aus dem Spezialbereich 'in Kooperation mit ebay', das eine Sonderform der DHL Online Frankierung darstellt - mit entsprechenden Sonderkonditionen. Hier erstellt mit der Anwendung "POP-PPDF-19.0.0".

Wobei da auch die Post nicht immer 100%ig streng auf Linie ist. eCommerce-Sendungen, die offiziell als "Small Parcel", d.h. als Päckchen aus Asien in Deutschland eingehen, werden zum Teil auch mal als "trackable" Päckchen (d.h. eigentlich als "Paket") zugestellt, aber nicht durch den DHL-Paketboten, sondern über den normalen 'gelben' Brief- (und Päckchen-) Träger. Man sollte also "Pakete bis 2 kg" nicht vollkommen aus den Augen verlieren, auch wenn sie natürlich streng genommen (aktuell) im Bereich der DPAG nicht (mehr) unter die Begrifflichkeiten Päckchen fallen. Keep in mind... zumindest im Hinterkopf ;-)



"DHL Paket"- (Erfassungs- bzw. ID-Code/Identcode-) Label für ein gewerbliches Päckchen aus dem Ausland ("Gew. Päckchen a.d.A.") auf einem Päckchen aus Hongkong, dass seinerzeit über die Sendungsnummer (Präfix 88...) in Deutschland (wie ein Paket) "nachverfolgbar" war.

Beste Grüße
Thomas
 
Journalist Am: 08.01.2021 08:43:35 Gelesen: 1437# 26 @  
@ Michael Mallien [#23]

Hallo Michael,

ja bei der möglichen Portoperiode habe ich mich bezüglich der maximal möglichen Verwendungszeit vertan, diese könnte bis zum 31.12.2014 gewesen sein. Da hier aber alte Paketmarken und Päckchenmarken nicht ungültig werden und entgeltsicherungstechnisch in der Regel auch nicht kontrolliert werden, könnte die Sendung auch später gelaufen sein. Man kann hier teilweise nur den Kaufzeitraum zuordnen, aber nicht die tatsächliche Nutzung. Das es hier aber auch schon so viele Varianten gab bzw. gibt, war mir auch nicht mehr ganz klar.

@ filunski [#24]

Hallo Peter,

eines der beiden Päckchen wurde auf alle Fälle am Schalter eingeliefert. Das andere könnte beispielsweise über einen Paketschop angenommen worden sein, die erzeugen keinen ergänzenden Identcodelabel. Eine andere Einlieferungsart ist die Paketbox, wo auch kein Strichcode benötigt wird. Läuft die Sendung dann neuerdings im Briefstrom, statt im Paketstrom, kommt hier auch unterwegs kein weiterer Identcode oder Leitcode auf die Sendung.

Da hier seit einiger Zeit verstärkt kleinformatige Sendungen, die früher alle im Frachtstrom gelandet sind, wieder im Briefstrom bearbeitet und befördert werden, werden an dieser Stelle hier derzeit keine entsprechenden Identcodelabel oder Leitcodelabel benötigt. Man kann dann hier diesen Sendungen nicht ansehen, das sie echt gelaufen sind. Dazu folgendes Beispiel:



Es handelt sich hier um das neue Päckchen S vom ersten Tag, an dem es auch noch keine passende Blumenmarke gab. Dieses Päckchen S wurde damals mit einer Einzelfrankatur ATM zu 3,79 Euro freigemacht und ist auch echt gelaufen. Der Sendung kann man das aber nicht ansehen, da diese hier über den Briefstrom befördert wurde.

@ DL8AAM [#25]

Hallo Thomas,

teils habe ich ja schon auch bei der Antwort zu Peter dazu gepostet, das echt gelaufene Päckchensendungen heute nicht mehr eindeutig über Identcodelabel und oder Leitcodelabel erkennbar sind. Die von dir angesprochenen DHL-Päckchenlabel möchte ich hier aber in diesem Thema am liebsten nicht behandeln, da diese nicht immer so einfach auch einer Portoperiode zuordenbar sind.

Auch die möglichen Auslandssendungen (Auslandspäckchen) würde ich hier am liebsten nicht behandeln wollen, da dies dann eventuell zu unübersichtlich wird. Es ist ja sowieso schon ein sehr umfangreiches Thema, vor allen auch in den ersten Jahren, wo es entsprechende Zusatzleistungen oder Kombinationsleistungen gab, wie Päckchen + Schnellsendung + Eilzustellung oder Päckchen + Einschreiben + ..... Weiter ist auch noch die spezielle Zeitspanne vom 1.7.1976 bis zum Ende der DDR zu nennen, in der es hier spezielle mögliche andere Portostufen gab, als innerhalb der Bundesrepublik, dazu aber demnächst einmal mehr Details.

Soweit für heute viele Grüße Jürgen
 
hopfen Am: 08.01.2021 17:16:20 Gelesen: 1380# 27 @  
Von mir eine "Mischfrankatur" von 2002

Pn-Porto = 3,68 €

verklebt: 4x110/0,56 + 6x10/0,05 + 2x 56ct. - in Euro = 3,66 = mithin mit 0,02 unterfrankiert - man muß also die beiden 56-er zu je 110 Pf machen, dann sind es 7,20 DM = 3,68 € = stimmt.


 
epem7081 Am: 09.01.2021 16:46:47 Gelesen: 1234# 28 @  
@ Journalist [#1]
@ Michael Mallien [#7]

Hallo Jürgen und Michael,

zu den Exoten in dieser Abteilung gehören sicher die Pluspäckchen, bei denen für Porto und Verpackung ein Einheitspreis, sogar für verschiedene Größen, entrichtet wurde. Am meisten hat mich aber verwundert, dass bei Versand innerhalb Deutschlands ein Gewicht bis 20 kg zugelassen war - wie auch immer dies hätte in den Schachteln untergebracht werden können.

Aus meinem Fundus zwei Belege aus 2002 und 2003 sowie ein Ausschnitt aus der Kundeninformation der Post Stand 07/2002. Da ich keinen Ganzsachenkatalog Deutschland habe, kann ich die Motive nicht mit Michel-Nr. benennen.




Mit freundlichen Grüßen

Edwin
 
Journalist Am: 10.01.2021 19:53:56 Gelesen: 1106# 29 @  
@ Journalist [#11]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag habe ich nun doch noch ein Päckchen gefunden, das als Rolle verschickt wurde.

Um die Päckchenausschnitte, bei denen es sich oft um Pappkartonausschnitte handelt, platzsparend unterzubringen, werden diese vorher erst "gespalten". Ich entferne hier also die Wellpappe vom hinteren Teil, dann kann man diese auch relativ gut sauber zuschneiden.

Benötigt wird dazu eine spitze Pinzette zum "Anspalten am Rand", dann wird versucht dies oft über das Knie mit etwas Spannung je nach Pappkarton langsam abzuziehen. Oft klappt dies sehr gut, manchmal, etwas schwieriger und manchmal ist es extrem schwierig. Man sollte dies vorher an einen schlechteren Pappkarton üben.

Bei der im folgenden Scan gezeigten Rolle, war dies extrem schwierig, ich habe für die Präparation eine gute halbe Stunde Zeit benötigt. Zuerst wurde die Rolle mit einem Sägemesser hinten aufgeschnitten, dann ein zweiter Streifen abgeschnitten und dann von innen schrittweise mehrere Lagen Papier schrittweise abgezogen, bis zum Schluß nur noch die äußere Schicht da war. Nun ist keine große Papierspannung mehr vorhanden und alles kann einfach gelagert und auch einfach gescannt werden:



Es handelt sich hier um die Portoperiode 21 (laut Tabelle Michael). Frankiert wurde hier mit einer Digitalmarke zu 3,90 Euro. Zusätzlich musste der Absender noch die Rollenmarke kaufen, die rechts angebracht wurde. Ergänzt wurde alles durch einen Päckchenaufkleber mit Ortsangabe, die es zeitweilig gab. Weshalb dann noch zwei Leitcodelabel im Paketzentrum aufgebracht wurden, ist mir nicht ganz klar.

Diese Rollenservicemarken gab es übrigens vom 1. Juli 2002 bis zum 31.12.2018. Seit dem 1. Januar 2019 sind diese scheinbar mehrwertsteuerpflichtig und können nur noch online dazu gebucht werden. Allerdings sind noch nicht genutzte Rollenservicemarken weiter gültig.

Soweit zu den Rollenpäckchen für heute.

Viele Grüße Jürgen
 
epem7081 Am: 10.01.2021 23:59:39 Gelesen: 1075# 30 @  
Hallo zusammen,

Neckermann macht's möglich. Unter dem bekannten Werbespruch kann ich hier einen Päckchenaufkleber aus der TP 10 vom Juli 1990 präsentieren. Porto für das Päckchen mit 1,3 kg Gewicht 3,50 DM.



Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
Journalist Am: 11.01.2021 08:59:50 Gelesen: 986# 31 @  
@ epem7081 [#28]

Hallo Edwin,

ja die Päckchenmarken und auch die Pluspäckchen, die es seit 1998 gibt, sind ein sehr interessantes Teilgebiet. Vor allem da man bei den Pluspäckchen bis zu 20 Kilo verschicken kann. Dies habe viele Kunden scheinbar ausgenutzt und nicht die vorgegebenen Standardkartons genutzt sondern andere größere, um tatsächlich entsprechendes Gewicht auch verschicken zu können. Dies war ja dann je nach Fall teils günstiger, als ein Paket. Daher ist hier die Post seit einigen Jahren schlauer geworden und hat die separaten Pluspäckchenmarken abgeschafft, indem nun diese Frankatur auf den zu kaufenden Karton gedruckt wird. Nun kann man dies nicht mehr trennen und muss den Karton, der gekauft wurde, nutzen. Somit wird es sehr schwierig, hier tatsächlich noch die 20 Kilo zu nutzen !!!

Anfangs gab es hier sogar mal ein sogenanntes "Luckypack", als Test, das auch mit 20 Kilo genutzt werden konnte, dazu später aber mal mehr.

Nun aber auch noch an alle,

was vielleicht nicht viele wissen, es gibt bei der Post spezielle Verpackungen für den Versand von Flaschen (beispielsweise Wein) wie das folgende Beispiel zeigt:



Hier wurde in der Portoperiode 21 ein Flasche Wein verschickt, frankiert mit einer Blumenmarke zu 3,90 Euro - verschickt 11.12.07. Das es sich hier um einen Flaschenversand gehandelt hat, kann man rechts an der Kartonkennzeichnung erkennen. Erstaunlich ist für den Empfänger, das diese Flasche ohne Beschädigung gut angekommen ist, denn die Pakete und Päckchen werden unterwegs nicht immer mit Samthandschuhen angefasst und behandelt.

Soweit für heute zu diesem Thema, viele Grüße

Jürgen
 
Central Am: 11.01.2021 12:29:59 Gelesen: 959# 32 @  
@ Frankenjogger [#20]

Hallo zusammen, anbei wohl ein Großabschnitt eines Päckchens (210 g) in der Tarifperiode 1 (15.09.1953) von Bayreuth nach Hazleton Pennsylvania, dabei wurden insgesamt 3,90 DM mit Posthornmarken und nochmals 15 Cent mit USA Marken verklebt.

Gilt so ein "Ausschnitt" als vollständiger Beleg (wie eine Paketkarte), oder wird er wie die Vorderseite eines Briefes gesehen?

Vielen Dank und viele Grüße

Roman



 
Nachtreter Am: 11.01.2021 12:35:49 Gelesen: 953# 33 @  
@ Journalist [#31]

Hallo Jürgen,

die Pluspäckchen gehen seit einiger Zeit auch nur noch bis 10 Kg. Grund: über 10 Kg wird die Sendung mehrwertsteuerpflichtig, was DHL wohl vermeiden möchte.

Viele Grüße

Nachtreter
 
Frankenjogger Am: 11.01.2021 13:07:34 Gelesen: 935# 34 @  
Gilt so ein "Ausschnitt" als vollständiger Beleg"

Hallo Roman,

es kommt wohl darauf an, wie man vollständiger Beleg definiert, und es kommt darauf an, für welches Ziel man die Definition vornimmt.

Will man die philatelistische Information des Beleges zeigen, ist es m.M. nach wichtig, alle relevanten Informationen auch zeigen zu können. Das sind natürlich Absender und Adressat, Frankatur und Poststempel und weitere erforderliche Zusätze wie Ankunftstempel, Zollbehandlung o.Ä.

Bei deinem gezeigten Beleg ist das soweit wohl vorhanden, er ist halt ziemlich knapp beschnitten. Bei einem Abschnitt, vor allem wenn er knapp beschnitten wurde, ist es halt möglich, dass doch etwas weggeschnitten wurde.

Ein weiteres Ziel ist natürlich eine Wertermittlung eines Beleges. Da wird es dann sehr schwer, da jeder Einzelne andere Bewertungskriterien hat. Da bestimmt die Nachfrage dann den Preis.

Jemand, der solche Belege sucht, weil er z.B. ein Exponat hat, wo ein solche Beleg hinein gehört, der weis auch, dass so etwas nicht in Luxusqualität zu bekommen ist und wird einen entsprechenden Preis akzeptieren. Andere, die nur sauberste Qualität akzeptieren, werden einen Beleg wie deinen gezeigten wohl ablehnen.

Ein typisches Beispiel wäre z.B. ein dreiseitig geöffneter Brief. Da ist alles dran, nichts weggeschnitten, aber aufgrund der Qualität wird er wohl Abschläge im Wert erhalten, auch wenn diese Öffnungspraxis gerade bei Banken oder auch in Firmen teilweise vorgeschrieben war.

Für mich ist dein Beleg ein vollständiger philatelistischer Beleg, der alles zeigt, was ein Auslandspäckchen zu der Zeit darstellen kann, aber etwas knapp beschnitten. Soviel aus meiner Sicht zu deiner Frage.

So jetzt habe ich viel geschrieben und möchte auch noch einen Beleg zeigen, der die Problematik auch hat. Es ist ein Ausschnitt eines Päckchen mit Eilzustellung aus dem Tarifzeitraum 1.3.1963 bis 31.3.1966 mit Mehrfachfrankatur (2 Stück) der 80 Pf Bedeutende Deutsche. 80 Pf fürs Päckchen und 80 Pf für die Eilzustellung.

Was fehlt, ist der Ankunftstempel aus Freiburg. Das ist bei Eilpäckchen wohl häufiger ein Problem bei den Abschnitten. Der Stempel ist schlecht, da das Datum nicht zu erkennen ist, auch das ist das Los vieler Päckchen-Abschnitte mit Briefmarkenfrankatur. Wertmäßig ist der Beleg eher uninteressant, aber zur Darstellung des Dienstes als Mehrfachfrankatur dann doch aufhebens- und hoffentlich auch zeigenswert.



Gruß, Klemens
 
Central Am: 11.01.2021 13:15:42 Gelesen: 918# 35 @  
@ Frankenjogger [#34]

Hallo KLemens,

herzlichen Dank für Deine Erläuterungen.

VG

Roman
 
filunski Am: 11.01.2021 14:19:06 Gelesen: 906# 36 @  
Hallo zusammen,

von mir heute ein sicherlich nicht ganz alltägliches Päckchen, oder besser das, was noch davon übrig geblieben ist:



Päckchen aus der PP 16 [#7], portorichtig frankiert mit 6,90 DM. Ungewöhnlich die, gar nicht mal so schlechte, Entwertung mit Sonderstempel von der NAPOSTA in Stuttgart am 10.5.1997. Sicherlich philalelistisch inspiriert hat der Absender dieses Päckchen wohl beim Messepostamt/-schalter der DPAG aufgegeben. Dann zusätzlich mit Strichcodelabel im FZ (Frachtzentrum) Eutingen versehen.

Viele Grüße,
Peter
 
epem7081 Am: 11.01.2021 15:36:26 Gelesen: 888# 37 @  
@ Journalist [#31]

Hallo Jürgen,

viele Dank für die aufschlußreichen Erläuterungen zu den Pluspäckchen bzw. den "freihändigen" Aufklebern.

Ich kann hier gleich noch ein Päckchen der TP 9 vom 7.9.1988 einbringen, das mit 3,00 DM per AFS vom Bayerischen Rundfunk in München freigemacht wurde.



Mit freundlichen Grüßen

Edwin
 
Journalist Am: 11.01.2021 18:36:38 Gelesen: 857# 38 @  
@ Central [#32]
@ Frankenjogger [#34]

Hallo Roman,

zuerst zu den Ausschnitt noch mal eine Ergänzung von mir. Ja natürlich sollten alle relevanten postgeschichtlichen Vermerke und Aufkleber auf dem Ausschnitt vorhanden sein. Ob das der jeweilige, der diesen ausgeschnitten hat, aber auch verstanden hat ist leider nicht immer klar (Beispiel von Klemens Eil-Päckchen - Frage ob auch Ankunftsstempel vorhanden gewesen sein könnte). Hier besteht auch bei mir die Vermutung, das vermutlich der mit großer Wahrscheinlichkeit vorhandene Ankunftsstempel auf der Rückseite nicht mit ausgeschnitten worden ist. Man hätte in diesen Fall dann vermutlich die halbe Verpackung aufheben müssen, was natürlich sehr abschreckende ist. Eine andere Option wäre, zwei Teile aufzuheben, diese müssen aber immer zusammen bleiben, was auch nicht so einfach ist. Bei modernen Labeln besteht manchmal die Möglichkeit diese vorsichtig abzuziehen und etwas näher an der Adresse wieder aufzukleben. Dies ist zwar nicht ganz so optimal, aber die postgeschichtliche Gesamtaussage bleibt zumindest erhalten. Dies habe ich beispielsweise auch beim weiter oben gezeigten Rollen-Päckchen so mit dem Leitcodelabel gemacht, den habe ich, da er sehr ungünstig aufgeklebt war, vorsichtig entfernt und an günstiger Stelle platzsparend wieder vorsichtig mit einem Prittstift aufgeklebt.

Nach viel Theorie nun aber auch ein entsprechendes Praxisbeispiel:



Bei der Frankierung handelt es sich um eine Päckchenmarke die entweder direkt an der Packstation oder über einen QR-Code (mobile Päckchenmarke) an dieser ausgedruckt wurde. Ohne die weiteren Vermerke kann man diesen Beleg nicht so einfach einer bestimmten Portostufe zuordnen.

Durch die ergänzenden weiteren Label, speziell den Benachrichtigungslabel der zuletzt angebracht wurde, kann man diese Sendung einem exakten Datum (1.06.2017) zuordnen. Es handelt sich hier also um die Portoperiode 24 (siehe Tabelle von Michael) um ein Päckchen für 2 kg zum Preis von 4,50 Euro (ohne Onlinerabatt). Rechts am Rande sieht man das Leitcodelabel. Dieses wurde als vorletztes Label angebracht. Davor wurde noch der Infoaufkleber "Zur Leitcodierung" aufgeklebt.

Auch dieser Ausschnitt ist nicht ganz so optimal und relativ eng ausgeschnitten. Er enthält aber alle wichtigen Details zu dieser Sendung. Aufgrund der Kombination der verschiedenen Aufkleber ist es aus meiner Sicht trotz des knappen Zuschnitts aber ein sehr interessanter und guter Beleg, den man nicht alle Tage findet.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 13.01.2021 15:24:17 Gelesen: 628# 39 @  
Hallo an alle,

heute möchte ich einen Beleg aus der TP 14 (laut Michael) zeigen, die nur 1 Jahr gültig war:



Es handelt sich um ein Päckchen, das am Tag der Eröffnung des Frachtpostzentrums (heute Paketzentrum) Rodgau am 8.5.1995 aufgegeben wurde. Das dieses echt gelaufen ist, beweist hier der entsprechende passende Leitcodeaufkleber.

In ihm ist die Empfängerpostleitzahl 65760 am Anfang kodiert, gefolgt von einer Straßenkodierung (134 für die Sulzbacher Str.) anschließend folgt die Hausnummer 057 für die tatsächliche Hausnummer 57.

Ja die Zeit vergeht, die Inbetriebnahme der heutigen Paketzentren ist nun auch schon über 25 Jahre her.

Echt gelaufene Päckchen die ab dieser Zeit der Paketzentren befördert wurden, sind immer an solchen zusätzlichen Leitcodelabeln oder später auch Päckchenlabeln erkennbar. Bei einem Päckchenausschnitt ab dieser Zeit sollte also diese Zusatzinfo immer für den Nachweis der Verwendung vorhanden sein.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 15.01.2021 16:30:43 Gelesen: 426# 40 @  
Hallo an alle,

heute möchte ich hier ein ungewöhnliches Päckchen aus der Portoperiode 18 (laut Michaels Tabelle) zeigen:



Das Päckchen wurde an einem PDL-Automaten (Postdienstleistungsautomaten) aufgeben. Näheres zu diesem Gerät findet man unter dem Link [1].

Es handelte sich um Versuchsgeräte der Firma Samkyung (Südkorea). Außer bestimmten Briefen konnten hier auch inländische Pakete, Retouren-Sendungen, Free-Waypaketmarken, Päckchen und Pluspäckchen angenommen werden. Je nach Bedienung des Gerätes erhielt man dann den hier schon etwas verblassten Termopapierlabel. Dieser wurde intern nachträglich bei der Nachbearbeitung der Sendungen mit einer passenden Briefmarke (hier SWK 3,68 Euro) beklebt, gestempelt und dann weitergeleitet. Links in der Ecke sieht man das Leitcodelabel und rechts oben das Eingangslabel für die Übergabe über die Packstation.

Dazu hier noch die Quittung des Vorgangs, die noch besser aussieht:



Soweit für heute zum Thema Päckchenfrankaturen.

Viele Grüße Jürgen

[1] https://www.postautomation.de/briefannahme/pdl-automat-der-firma-samkyung/
 
Journalist Am: 18.01.2021 14:03:53 Gelesen: 294# 41 @  
Hallo an alle,

heute möchte ich mal ein Päckchenausschnitt aus dem Jahr 1996 vorstellen. Es handelt sich um ein Päckchen aus der Tarifperiode 15, die nur ein Jahr gültig war.



Die Frankatur in Höhe von 6,40 DM wurde mittels einer Mehrfachfrankatur (8 x 80 Pfg Frauen) frankiert und bei der ersten Postagentur von Frankfurt eingeliefert. Damit der Stempelabschlag auch gut gelingt, wurde hier alles auf Packpapier aufgeklebt, vorher gestempelt und dann, dieser Frankieraufschnitt auf dem Päckchen selbst vor Ort in der Postagentur mit einer mitgebrachten Kleberolle angebracht. Dies ist eine zwar etwas umständliche aber sinnvolle Maßnahme, damit man den oder die Stempel gut lesen kann.

Die Sendung ist dann über das Paketzentrum Rodgau nach Eschborn gelaufen. Im Paketzentrum wurde der entsprechende Leitcodelabel angebracht, glücklicherweise nicht über den Briefmarken.

Soweit für heute zu diesem Thema viele Grüße Jürgen
 
Frankenjogger Am: 18.01.2021 22:14:30 Gelesen: 186# 42 @  
Hallo Jürgen,

ein paar Päckchen-Abschnitte habe ich auch noch, von mir aber nur welche mit Briefmarken. Heute ein Eilpäckchen aus dem Jahr 1970 innerhalb Hamburgs mit 4 x 50 Pf Brandenburger Tor. Das Päckchen kostete 1 DM, die Eilzustellung auch.



Viele Grüße, Klemens
 

Das Thema hat 42 Beiträge:
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