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Thema: Altdeutschland Baden: Marken bestimmen
eisenhuf Am: 10.04.2010 04:04:24 Gelesen: 14223# 1 @  
Bitte um Hilfe.

Hat schon jemand eine BADEN Mi N*18 (oder 16 ?), gezähnt 11,5 gesehen ?

Bin dankbar für jegliche Idee !


 
petzlaff Am: 10.04.2010 07:17:32 Gelesen: 14214# 2 @  
@ eisenhuf [#14]

Im Michel gibt es zur seltenen #16 einen Hinweis auf Fälschungen zum Schaden der Sammler in "anderer Zähnung".

LG, Stefan
 
eisenhuf Am: 11.04.2010 18:29:18 Gelesen: 14145# 3 @  
Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Mit Deinen Daten habe ich die Marke jetzt nochmal studiert:

Es scheint eine Ganzfälschung zu sein, denn das Papier ist etwa 0,015 mm dicker, als das der #18, ich habe leider keine #16 zum Vergleich.

Die Zähnung ist perfekt und die Grösse der Marke stimmt auch, also kann es sich NICHT um eine Zähnungsfälschung (lt. Michel) aus der #18 handeln.

Das Bild ist raffiniert gleich; man könnte fast glauben, dass sie mit dem selben Druckstock hergestellt wurde.

Nun ist die Frage:

WER MACHT SICH SO VIELE MÜHE UM EINE MARKE ZU FÄLSCHEN, DIE ES NICHT GIBT ? Mit den technischen Mitteln, über die der Fälscher verfügte, wäre es nicht dasselbe gewesen die Marke 13,5 zu Zähnen, um eine #16 herzustellen ?

ALLES GUTE wünscht Dir aus Argentinien

Hans-Dieter
 
Jürgen Witkowski Am: 11.04.2010 22:44:44 Gelesen: 14126# 4 @  
@ eisenhuf [#3]

Wenn Du eine Baden MiNr. 9, 10, 11 oder 12 besitzt, könntest Du die Zähnung vergleichen. Sie haben, wie die MiNr. 16, ebenfalls eine 13,5er Zähnung. Die Marke müsste dann 14 volle Zähnungslöcher aufweisen. Da Deine Marke nur 13 volle Zähnungslöcher hat, scheint es sich um eine der im Michel erwähnten Zähnungsfälschungen zu handeln, um aus einer MiNr. 18 eine MiNr. 16 zu machen.

Wenn man sich die Mühe macht, die jeweils gegenüberliegende Seite mittels Fotomontage an die Marke anzusetzen, kann man den starken Versatz, besonders an den Ecken erkennen, der auf eine Manipulation der Zähnung hindeutet.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
eisenhuf Am: 12.04.2010 03:11:29 Gelesen: 14117# 5 @  
Ja, Jürgen, das ist aber ein "Pfunds" Trick! Also schon wieder etwas Neues gelernt!

Ich bin Dir wirklich dankbar!

Hans-Dieter
 
Lars Boettger Am: 12.04.2010 09:42:03 Gelesen: 14101# 6 @  
@ eisenhuf [#5]

Die Zähnung ist perfekt

Hallo Hans-Dieter,

die Zähnungsfälschung ist auf einen Blick zu erkennen. Die Marken sind kammgezähnt. Die obere linke Ecke sieht nach Linienzähnung aus und korrespondiert nicht mit der linken unteren Ecke. Das kommt bei Kammzähnung nicht vor.

WER MACHT SICH SO VIELE MÜHE UM EINE MARKE ZU FÄLSCHEN, DIE ES NICHT GIBT ?

Fälscher machen die unsinnigsten Sachen - teilweise werden dabei groteske Fehler gemacht (unterschiedliche Zähnungsart, nicht zeitgerechte Stempel etc.). Schlimm ist nur, dass viele Sammler auf solche Stücke reinfallen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
bayern klassisch Am: 12.04.2010 10:24:48 Gelesen: 14093# 7 @  
Hallo eisenhuf,

Lars hat Recht - leider!

Solange es Sammler gibt, die noch weit weniger wissen, als bescheuerte Fälscher, wird es immer für dergleichen Produkte einen Markt geben.

Auch wenn es hier mal anders geschrieben wurde: Nur wer sich schlau macht, sei es über gute Fachliteratur, sei es durch die Teilnahme an einem guten Forum wie diesem hier, hat gute Chancen, derlei Fälschungen nicht aufzusitzen.

Wer im stillen Kämmerlein sammelt, so nostalgisch und pittoresk dies auch sein mag, gehört genau zu der Klientel, die häufiger als jede andere über den Löffel barbiert wird.

Letzter Satz: Die Werterelation heutiger Kataloge, hier vor allem der Laienkatalog Michel, muss zu Fälschers Zeiten so nicht bestanden haben. Das Argument, dass niemand etwas fälschen würde durch das Abdrucken eines getürkten Stempels, weil eine Marke doch bei 50 Euro ungebraucht, aber nur bei 10 Euro gebraucht steht, ist ein sehr kurzsichtiges. Sammler folgen Trends und bis sich diese in Katalogen niederschlagen, können schon mal ein paar Jährchen vergehen. Der Michel ist da das beste Beispiel, so er sich abseits von Bund, Berlin und der DDR überhaupt dazu in der Lage sieht, solche zu dokumentieren.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
eisenhuf Am: 13.04.2010 01:06:19 Gelesen: 14067# 8 @  
Bin richtig glücklich endlich Philaseiten, aber hauptsächlich so hilfsbereite Mitglieder des Forums entdeckt zu haben.

Lebe schon sehr lange in Argentinien und hier gelte ich als Spezialist auf Altdeutschlandfragen, wenngleich ich, wie ich jetzt sehe, ein Kindergartenbesucher bin!

Ich bin Euch allen sehr dankbar und das Forum ist jetzt meine Tageslektüre!

Originalgezähnter Gruss
Hans-Dieter
 
eisenhuf Am: 22.01.2011 01:49:58 Gelesen: 13504# 9 @  
Ja, hier bin ich mal wieder mit einer Frage über BADEN:

Habe beim "Onkel Michel" gelesen, dass es bei der #6 den Plattenfehler IV (linke untere Ecke abgeschrägt) gib;, ich finde aber nirgends eine Abbildung davon.
Jetzt habe ich eine #8 gefunden, die so eine Abart aufweist, aber nicht im Michel verzeichnet ist.

Die Existenz des gleichen P.F. wäre ja möglich, da beide Werte (#6 & #8) mit den gleichen Platten gedruckt wurden.

Was haltet Ihr davon? Hat jemand eine Abbildung der 6IV?

Besten Dank!

Ein schönes Wochenende wünscht Euch
Hans-Dieter


 
wuerttemberger Am: 22.01.2011 11:23:21 Gelesen: 13483# 10 @  
@ Lars Boettger [#6]

die Zähnungsfälschung ist auf einen Blick zu erkennen. Die Marken sind kammgezähnt. Die obere linke Ecke sieht nach Linienzähnung aus und korrespondiert nicht mit der linken unteren Ecke. Das kommt bei Kammzähnung nicht vor.

Die Zähnungsfälschung ist tatsächlich sofort zu erkennen aber leider aus einem anderen Grund.

Es handelt sich nicht um eine Kamm- sondern um eine Kastenzähnung. Die Michelredaktion ist vor einigen Jahren auf die Schnapsidee gekommen beiden Zähnungsarten unter der Abkürzung "K" zusammenzufassen. Als ich daraufhin ein paar Prüfer ansprach, deren Prüfgebiete dieses betrifft stieß ich auf Abgründe von Interesse- und Ahnungslosigkeit!

Alle gezähnten badischen und württembergischen Marken im gleichen Format wurden mit derselben Zähnungsmaschine in Karlsruhe gezähnt! Die Kastenzähnung lässt sich sehr schön an ganzen Bogen der Baden Mi 22 http://www.arbeitsgemeinschaft-baden.de/Katalog%20%2022%20Juni%202006.pdf erkennen. Die Bogenränder sind nicht durchgezähnt.

Doch Vorsicht bei Württemberg. Da Baden eine Bogengröße von 100 Marken hatte und Württemberg nur 60 sind die unteren Bogenränder bei Württemberg immer durchgezähnt.

Grundsätzlich ist es für den einfachen Sammler sehr leicht möglich Zähnungsmanipulationen an Marken mit Kastenzähnung nachzuweisen. Man braucht nur eine Marke der gleichen Ausgabe und kann das verdächtige Stück darauf legen. Weicht dieses sichtbar in der Größe ab, so ist die Zähnung manipuliert.

Noch einen Tipp für die Zähnung Ks 10: Es sind waagrecht und senkrecht immer 12 ganze Zähne!

Zähnung K13,5: Es sind immer waagrecht und senkrecht 16 ganze Zähne. So ist auch bei einer verdächtigen Marke im Internet eine Vorprüfung leicht möglich --> Zähnchen zählen!

Übrigens kommen bei der Kammzähnung sehr wohl abweichende Eckzähne durch versetzten Kammschlag vor, bei der Kastenzähnung jedoch nie!

Für Dein aktuelles Problem hab ich keine Lösung.

Gruß

wuerttemberger
 
eisenhuf Am: 23.01.2011 16:10:16 Gelesen: 13443# 11 @  
@ wuerttemberger [#10]

Erstklassicher Hinweis.

Meine Marke hat ja mit einer Kastenzähnung überhaupt nichts zu tun! Bin Dir dankbar.

Leider äussert sich niemand über meine neue Anfrage; meinst Du, ich könnte mich an die ARGE BADEN wenden?

Es grüsst Dich, aus dem hitzigen Argentinien, ein -auch- Württemberger (Käsreiter = Sindelfinger)

Machs Gut
Hans-Dieter
 
lonerayder Am: 24.01.2011 09:18:23 Gelesen: 13408# 12 @  
@ eisenhuf [#9]

Morgen eisenhuf,

ich bin bei http://www.stampsx.de fündig geworden.

Dort ist eine Baden 6 IV abgebildet.

Gruss
Andreas

http://www.stampsx.com/nordphila/auktion/jpg/0237822.jpg
 
eisenhuf Am: 24.01.2011 13:39:32 Gelesen: 13386# 13 @  
@ lonerayder [#12]

Unglaublich, Andreas!

Da hast Du mir einen schönen Wochenanfang geschenkt!

Es ist ja ganz genau der gleiche P.F.

Kann mich jemand orientieren, wie man da weiter macht ? Der P.F. ist ja bei der #8 noch nicht registriert.

Danke Dir. Ich freue mich wie ein kleines Kind.

Angenehmes Klima wünscht
Hans-Dieter
 
A-Post Am: 26.05.2014 10:17:05 Gelesen: 10132# 14 @  
Baden Nr. 10c und 11b ?

Hallo,

habe mich hier nun neu angemeldet und gleich 2 Fragen.

Bei den abgebildeten Marken könnte es sich farblich um die 10c und die 11b handeln ? Und, diesen Stempel kann ich nicht zuordnen und da ich die Marken tauschen möchte, brauche ich natürlich irgendwie einen Marktwert.

Würde mich über Eure Antworten freuen und verbleibe bis dahin

mit freundlichem Sammlergruss Michael


 
LK Am: 26.05.2014 17:01:31 Gelesen: 10061# 15 @  
@ A-Post [#14]

Hallo,

bei der 11 tendiere ich eher zu a.

Der Stempel 18 auf der Mi 11 ist ein Uhrradstempel. Bewertung 50 € auf loser Marke.

Die 10 ist eindeutig keine c, wahrscheinlich eine b mit farbübersättigem Druck.

In der Anlage eine eindeutige c Farbe, im Vergleich mit deiner angeblichen c wirst du den Farbunterschied feststellen.



Bildquelle: CR Auktion

Gruß

LK
 
A-Post Am: 26.05.2014 18:36:40 Gelesen: 10035# 16 @  
Hallo L.K,

erst einmal Danke für Deine Ausführung. Bei der Nr.10 kann es schon stimmen, da gebe ich Dir wohl Recht, das es wohl eine b ist. Bei der Nr.11 glaube ich nicht an eine Nr.11a, weil der Gelbanteil einfach zu hoch ist, dies kommt in dem Scan nicht so richtig rüber. Die a-Farbe soll ja lachsfarben sein, also mit einem Rotanteil. Freuen kann ich mich natürlich über den Stempel.

Nochmals vielen Dank für Deine Ausführung.

MFG Michael
 
10Parale Am: 06.08.2016 21:14:23 Gelesen: 8143# 17 @  
@ eisenhuf [#1]

Hübsches Thema. Auf Grund dieses Threads habe ich gelernt, dass es von der 3 Kreuzer Marke immerhin eine teure Besonderheit gibt.

Zum Vergleich zeige ich hier doch mal einen echt gelaufenen Beleg mit 2 x 3 Kreuzer Michel Nr. 18, Gesamtfrankatur 6 Kreuzer, gelaufen von Stockach am 17. Dezember 1866 (nicht 67) nach Konstanz. Rückseitig ein schöner Kastenstempel von Constanz vom 18. Dezember 1866.

Obwohl die Zähnung nun also auf die Michel Nr. 18 schließen lässt ist der Inhalt um so seltener.

Eine Rechnung des "Nellenburger Boten" über "2malige Einrückung", d.h. um 2 Anzeigen. Der Nellenburger Bote war ein Verkündungsblatt der großherzoglichen Ämter von Konstanz, Heiligenberg, Meersburg, Meßkirch, Pfullendorf, Salem, Stetten, Stockach und Überlingen.

Dieser Beleg ist also ein Nachweis über die Existenz dieses Amtsblattes im Jahr 1866. Übrigens bin ich gebürtiger Pfullendorfer und um so mehr wächst mir dieser Brief ans Herz.

Liebe Grüße

10Parale


 
PaulPhil Am: 26.09.2019 08:11:59 Gelesen: 3190# 18 @  
Liebe Experten,

ich habe hier ein paar Badden Nr. 4 und benötige ein wenig Hilfe bei der Bestimmung.






Ist meine Farbeinschätzung von links nach rechts korrekt:
4b, 4b, 4a, 4a, 4a, 4b

Ist hier vielleicht eine 4 b mit durchschlagendem Druck dabei?

Vielen Dank im Voraus, Gruß Uwe
 
Hornblower Am: 26.09.2019 11:12:14 Gelesen: 3172# 19 @  
Hallo Uwe,

Bestimmungen der 4a und b nur anhand Scans sind immer schwierig. Nach meiner Einschätzung könnte die dritte von links eine a sein, alle anderen sind meiner Auffassung nach b. Den a-Wert erkennt man am besten am leuchtend satten, tiefschwarzen Druck der 9 und den klaren Guillochen. Farbe und Papier sind eher zweitrangig.

Beste Grüße
Michael Ullrich
 
PaulPhil Am: 26.09.2019 12:09:02 Gelesen: 3159# 20 @  
Danke für diesen Hinweis.

Beim durchschlagenden Druck, also dünnes Papier erhöht sich der Wert der 4b im Michel von 35 auf 250 Euro, Michel Nr. ist dann 4 bD.

Gruß und Danke
 
hajo22 Am: 26.09.2019 13:11:28 Gelesen: 3146# 21 @  
Auf die Farbunterschiede/Nuancen kann man sich nicht verlassen.

Es gibt auch andere Unterscheidungsmerkmale:

4a

Druck tiefschwarz; Papier dünn, porös, durchscheinender Druck; Zeichnung feiner sauberer Druck, Schrifteinfassungen gleichmäßig, Punkte regelmäßig und nahezu gleich groß; Rosette einwandfreie Zeichnung, keine Verstümmelungen, scharfer Druck.

Das habe ich mir zur 4a notiert. Hat man einen Brief mit der aufgeklebten 4 kann man mit dem Datum bestimmen (laut meinem Michel-Spezial-Katalog 2012 erschien die 4b ab 21.10.1851).

Ich hatte mir früher mal notiert 4a Mai-September 1851. Ist wohl inzwischen überholt.

hajo22

@ PaulPhil [#20]

Anhand Deiner Scans traue ich mir keine Aussage zu a oder b.

Im Thread Baden 1. Ausgabe habe ich unter #23 einen Brief mit der 4a gezeigt.
 
Franz88 Am: 26.09.2019 20:54:13 Gelesen: 3075# 22 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ich habe einen 3er Streifen der 1 Kreuzer-Marke. Ich vermute es ist die Mi.Nr. 9. Ausgabe 1861/62 grauschwarz Beim Stempel lese ich 29.

Gibt es diese Nummer? Liege ich bei den Marken richtig?

Bitte um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
LK Am: 26.09.2019 21:03:38 Gelesen: 3069# 23 @  
@ Franz88 [#22]

Hallo,

das ist Mi 13a.

Der Stempel 29 wäre Durmersheim, kann er aber nicht sein das Postamt wurde schon im Mai 1859 geschlossen.

Die Marke erschien erst 1862.

Auf dem Foto ist der Stempel nicht einwandfrei zu entziffern.

Die angebliche 9 dürfte eine 6 sein, 62 Hornberg



Beste Grüße
 
Franz88 Am: 26.09.2019 21:33:13 Gelesen: 3058# 24 @  
@ LK [#23]

Hallo LK,

herzlichen Dank für Deine Richtigstellung. Super! Da habe ich mich bei der Marke und beim Stempel geirrt.

Liebe Grüße
Franz
 
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