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Thema: Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 150 Beiträge:
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briefefan Am: 08.11.2016 23:55:19 Gelesen: 69998# 126 @  
@ Belgiensammler [#125]

Hallo Karl,

dies ist eine Antwortkarte von einer Karte, die ein deutscher Kriegsgefangener in der britischen Besatzungszone Deutschlands oder in Großbritannien an seine Angehörigen schreiben durfte. Die Angehörigen konnten die Anwortkarte von der erhaltenen Karte abtrennen, dafür die Perforierung.

Solche Antwortkarten waren in der britischen Zone ab 5.9.1945 zugelassen. Die Postgebühr betrug innerhalb der britischen Zone 6 Pfennig. Nach Großbritannien war die Auslandsgebühr von 15 Pfg. erforderlich, wie auf deiner Karte. Auf der wurde offensichtlich rechts neben der 5-Pfg.-Marke AM-Post eine zweite Briefmarke abgelöst, vermutlich eine 10-Pfennig-Marke.

Quelle: Die Aufnahme des Postverkehrs in Deutschland nach der Bestzung 1945 bis 1949, Wolfgang Strobel, 6. Auflage 2002, Seite 181. Auf Seite 182 ist eine Antwortkarte ganz ähnlich wie deine abgebildet.

Gruß von briefefan.
 
Max78 Am: 09.11.2016 11:18:32 Gelesen: 69979# 127 @  
Hallo zusammen,

nachdem Briefefan hier schon einige sehr interessante Info's bereitgestellt hat, hier noch eine fast identische Karte aus der amerikanischen Zone, genauer gesagt dem Nordseebad Borkum vom 16.11.1945:



Die von Briefefan angesprochene Perforation ist auch hier noch ansatzweise zu erkennen. Nach einer kleinen Recherche konnte ich APO 513 dem 21st General Hospital zuordnen, einem "Feldlazarett", dass bis Ende September 1945 in Frankreich (Mirecourt) aufgeschlagen wurde. Wo sich der Gefangene (Patient) zu dieser Zeit im November befand, konnte ich leider nicht rausfinden. Auch hier wurden 15 Pfennige handschriftlich für das Porto berechnet und bezahlt (taxe percue).

Ich habe auch meine Schwierigkeiten, diese Karten richtig einzuordnen. Es besteht auf alle Fälle auch eine Ähnlichkeit zu den 25-Wort-Karten vom Roten Kreuz, auch wenn der "Verwendungszweck" ein anderer war.

mit Grüßen Max
 
briefefan Am: 09.11.2016 16:20:29 Gelesen: 69925# 128 @  
@ hajo22 [#121]

Hallo,

auf den Kriegsgefangenenkarten [#102] ist auch ein Stempel C. R. Ich nehme an, dass es sich bei deiner Karte daher auch um eine Kriegsgefangenenkarte handelt. Mehr zu deiner Karte weiß ich leider nicht.

Gruß von briefefan.
 
Belgiensammler Am: 09.11.2016 18:27:06 Gelesen: 69906# 129 @  
@ briefefan [#126]

Hallo Briefefan,

dass da eine Marke fehlt fällt mir jetzt auch auf. Diese Karte muß also nach England gegangen sein. Kann man das Lager feststellen, wo sich der Gefangene befand? Interessant ist auch der Text auf der Rückseite, den ich hier zeige. Die Karte von Max78 hat den gleichen Vordruck. Vielen Dank für die Antwort.

Karl


 
briefefan Am: 10.11.2016 10:56:19 Gelesen: 69852# 130 @  
@ Belgiensammler [#129]

Ich habe mit Google gesucht und genau die Inschrift des ovalen Stempels auf deiner Karte und "1945" eingegeben. Dabei erhielt ich u. a. eine Liste, wo die Kriegsgefangenenlager in England für deutsche Kriegsgefangene während des Krieges lagen, auch für das Lager 678. Ob dieselbe Liste auch für die Zeit nach Kriegsende gilt, weiß ich nicht.

Grüße von briefefan.
 
Belgiensammler Am: 11.11.2016 21:13:31 Gelesen: 69768# 131 @  
@ briefefan [#130]

Guten Abend briefefan,

Bingo, dieser Hinweis ist toll. Eine komplette Liste der Gefangenenlager in England mit weiterführenden Links. Vielen Dank.

Karl
 
Briefmarkentor Am: 11.12.2016 13:23:55 Gelesen: 68272# 132 @  
Eine Postkarte eines Kriegsgefangenen im Stammlager (Stalag) 1 in Barth [1] vom 15. Juli 1944 nach Milwaukee in den USA.



Falls meine Aussagen jetzt falsch sein sollten, bitte ich um Korrektur.

Gemäß Haager Landkriegsordnung war die gewöhnliche Post von und an Kriegsgefangene gebührenfrei. Die abgebildete Postkarte wurde mit der Zusatzleistung Luftpost versendet. Die betrug in die USA 0,40 RM. Dazu duften ausschließlich Briefumschläge und Postkarten mit Aufdruck oder Stempel "Mit Luftpost Par Avion" benutzt werden. Das Aufkleben von Luftpostklebezetteln war verboten. Außerdem war die Gebühr für die Luftpost in bar zu entrichten, die Verwendung von Freizeichen war ebenfalls verboten.

Stellt sich für mich die Frage, wer in diesem Fall die 0,40 RM Gebühr entrichtete?

Die Postkarte wurde mit einem Tarnstempel entwertet. Aus diesem wurden die Ortsangabe und der Unterscheidungsbuchstabe entfernt.



Unten links auf der Vorderseite findet sich noch ein Stempelabschlag "11103 via Stalag Luft 3 / U.S. Censor".
 
Fips002 Am: 15.01.2017 18:32:47 Gelesen: 66392# 133 @  
Brief vom Suchdienst München 6.12.1974 und von dem Landesnachforschungsdienst Kiel, Stempel Lübeck 25.6.1962





Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 01.02.2017 22:10:25 Gelesen: 65801# 134 @  
Brief vom Österr. Rotes Kreuz, Suchstelle Salzburg, Stempel Salzburg 21.4.1950 nach Lobenstein/Thür.



Gruß Dieter
 
volkimal Am: 24.06.2017 17:36:32 Gelesen: 58584# 135 @  
Hallo zusammen,

diese Postkarte hat auf den ersten Blick nichts mit Kriegsgefangenenpost zu tun:



Es handelt sich um eine der nach dem Krieg mit einfachen Mitteln hergestellten Behelfsganzsachen. Diese Postkarten wurden immer nur mit einem Ausgabe-Kontrollstempel verkauft. Der Absender hat die Postkarte in diesem Fall am 31.07.1945 beim Postamt in Heide (Holst.) gekauft und am 07.08.1945 in Meldorf aufgegeben. Der Bestimmungsort war Eggebek (Kr. Flensburg), von wo aus die Karte nach Gelsenkirchen-Buer weitergeschickt wurde. Ich habe die Karte vor ein paar Tagen in einer Wühlkiste gefunden. Für mich ist noch ganz nett, dass sie an unseren frühreren stellvertretenden Direktor ging.

Weshalb die Postkarte zum Thema "Kriegsgefangenenpost" passt, ergibt sich erst aus dem Text:

Meldorf, d. 7.8.45
L.V. Langeweile im Entlassungslager 4 in Meldorf – seit gestern bin ich hier und werde in 2 – 3 Tagen nach München entlassen. Entlausung und Gepäckkontrolle habe ich schon hinter mir – morgen noch ein wenig Papierkrieg und dann abwarten, bis der Transport per Zug losgeht. Gut ¾ der Kompanie sind bereits entlassen u. ich bin froh nun auch bald, nur noch wenige Tage frei zu sein. Halte Dich ran mein lieber, dass Du bald in ein Sammellager kommst und Du wirst dann sehen, wie die Entlassungen laufen. Hier in Meldorf gehen täglich 1000 Mann ins amerikanische Gebiet und bekommen schon hier ihre Entlassungspapiere – prima!! Unmittelbar bevor das Lager anrollt werde ich mich noch einmal melden. Jochen
Lass doch später auch meine Sachen von Sprötze mit zu Dir schicken.
Hast Du jetzt Nachricht von zu Hause?



Entsprechend zum Text der Karte ging sie von einem Kriegsgefangenen an einen anderen Kriegsgefangenen. Im Internet habe ich gelesen "Die Stadt Heide war das Zentrum eines riesigen britischen Gefangenenlagers. Es reichte nördlich des Kaiser Wilhelm Kanals bis zur dänischen Grenze. In Meldorf war das Entlassungslager."

Ob die Karte frankiert werden musste weiß ich nicht. Vielleicht war es für den Absender auch nur einfacher, die Karte bei der Post aufzugeben als sie in dem riesigen Lager zu der entsprechenden Stelle zu bringen. Kann einer von Euch etwas dazu sagen?

Viele Grüße
Volkmar

Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Britische_Sperrgebiete_in_Norddeutschland_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg
http://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php/Thread/7012-Kriegsgefangenenlager-in-Meldorf-Schleswig-Holstein/
 
Cantus Am: 20.02.2018 04:13:00 Gelesen: 39773# 136 @  
Ich habe hier einen kleinen Posten von Kriegsgefangenenpost, gelaufen im Jahr 1945 mit Poststempeln von New York nach Magdeburg und später nach Wernigerode, da die Empfängerin vermutlich den Wohnsitz gewechselt hatte. Die Karten sind nicht schön, aber vielleicht für Fachkundige oder Heimatsammler interessant. In allen drei Fällen hatte Herr Schwuchow an eine Frau gleichen Namens geschrieben. Der zweiten Karte ist dieser Absender zu entnehmen:



Die Karten wurde in recht zeitnaher Abfolge versandt.



Poststempel vom 11.1.1945



Poststempel vom 18.4.1945.

Wie man der Kartenrückseite entnehmen kann, hatte der amerikanische Zensor etwas gegen einen Teil des Mitteilungstextes.



Postsstempel vom 23.4.1945

Viele Grüße
Ingo
 
gabriele Am: 29.05.2018 14:48:51 Gelesen: 33563# 137 @  
Hallo miteinander,

um die Landes-Geschichte auf ein kleines Gebiet bezogen darstellen zu können, habe ich eine Antwortkarte (?) an einen französischen Kriegsgefangenen (Internierten ?) im Jahr 1941 in Wildberg/Württemberg erworben. Bei meinen Versuch, weitere Hintergrundinformationen zu finden, mußte ich feststellen, dass dieses Lager Wildberg [1] wohl eine unsichere Angabe ist.



Die Karte sieht für mich echt aus, die Bedeutung von Stempel und Notizen kenne ich nicht. Falls die Karte echt ist, wie könnte/sollte ich jetzt weiter vorgehen? Vielleicht die Stadt Wildberg bitten, mir eventuell zu dem Lager bekannte Informationen mitzuteilen? Wenn die Sadtverwaltung heutzutage nichts mehr dazu weiß, könnte die Stadt bei der WASt [2] anfragen?

Wie geht ihr bei solchen fraglichen Ortsangaben vor?

Viele Grüße, Gabi

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Stalag_V_C
[2] https://www.dd-wast.de/de/unterlagen/kriegsgefangenenunterlagen.html
 
10Parale Am: 10.09.2018 20:49:55 Gelesen: 24318# 138 @  
Hier ein weiterer PRISONER OF WAR Brief aus New York vom September 1943. Der Gefangene schrieb den Brief in Afrika, wo die Erntezeit begann. Es ging ihm sehr gut. Von meinem eigenen Großvater weiß ich noch, dass dies nicht immer so war.

Liebe Grüße

10Parale


 
volkimal Am: 01.10.2018 18:49:50 Gelesen: 22865# 139 @  
Hallo Michael,

ein sehr interessantes Kapitel meiner Sammlung ist die Geschichte der Missionarsfamilie Hübner aus Deutsch-Ostafrika. Sie waren Freunde meiner Urgroßeltern. Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die Familie interniert. Sie wurden getrennt und durchwanderten verschiedene Gefangenenlager. Am Ende des Krieges befand sich Herr Hübner im Gefangenenlager Sidi Bishr in Ägypten. Frau Hübner war dagegen im Lager Tempe bei Bloemfontein (Südafrika). Hier einer der Briefe aus der Zwischenzeit:



Im Mai 1917 befand sich Herr Hübner in einem Gefangenenlager in Tanga. Das liegt im Bereich von Deutsch-Ostafrika, war aber 1917 von Engländern besetzt. Daher die Absenderangabe Tanga, East Africa. Der Brief geht an Frau Hübner im Internierten Camp in Pretoria (Südafrika). Da Frau Hübner inzwischen aber schon im Lager Tempe bei Bloemfontein war, muss der Brief nach dort weitergeschickt worden sein.

Viele Grüße
Volkmar

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Afrika: Echt gelaufene innerafrikanische Belege"]
 
DL8AAM Am: 02.12.2018 20:44:43 Gelesen: 19022# 140 @  
Heute beim Aufräumen bei meinem Vater gefunden:



Gebührenfreie Kriegsgefangenenpost aus dem Deutschen Reich Richtung Frankreich. Aus dem Offizierslager "Oflag XIII A, Unterlager B" nach Lunel im Département Hérault im unbesetzen Frankreich ("Unbesetztes Gebiet!").



Aptierter Tarnstempel "17.12.40.16-17", mit rotem Freigabestempel "Geprüft D 2 / Oflag XIII A, Unterlager B"

Wenn ich es richtig gefunden habe [1], befand sich das Unterlager B des Oflag XIII A in Nürnberg-Langwasser im Wehrkreis XIII Nürnberg; in Betrieb 8.1940-10.1941.

Gruß
Thomas

[1] https://www.moosburg.org/info/stalag/laglist.html
 
DL8AAM Am: 31.12.2018 04:02:00 Gelesen: 17141# 141 @  
@ Pete [#116]

Als Ergänzung zum Beitrag [#113] nachfolgend weitere moderne Belege (...)

Die Tage beim Entrümpeln gefunden:

Gebührenfrei / Kriegsgefangenensache / Auskunftsstelle für Kriegsgefangene

Absender: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Northeim (Han); Niedersachsen - aus den Jahren 1972 und 1973 [*]





Kann vielleicht jemand den Text auf der Rückseite lesen, ich erkenne dort nur "Vermisst (...) Ungarn"

Gruß
Thomas

Gibt es diese entgeltfreie Versandform bei der inzwischen privatisierten DPAG heute noch immer? Die entsprechenden Institutionen sind ja weiterhin aktiv.

[*] Im Jahresbericht des DRK Landesverbands Niedersachsen für 2013/2014 findet sich der Passus "Auch der DRK-Landesverband nimmt über das weltweite Suchdienst-Netzwerk sowie die 40 DRK-Kreisnachforschungsstellen in Niedersachsen Suchanträge entgegen.", sowie im der aktuellsten Ausgabe 2016/2017 "Die satzungsgemäße Aufgabe 'Suchdienst und Familienzusammenführung' wird im Landesverbandsbereich Niedersachsen flächendeckend für die Bevölkerung vorgehalten und in den Beratungsstellen in unterschiedlicher Intensität wahrgenommen. In 37 DRK-Kreisverbänden werden Basisleistungen und in den neun Beratungsstellen Aufbauleistungen als Rotkreuzaufgabe erbracht. Zu dem sind 15 DRK-Kreisauskunftsbüros aktiv", d.h. genügend potentielle "Versender" sollten hier noch auf dem Markt sein, alleine hier in Niedersachsen.

https://www.drklvnds.de/fileadmin/Bilder_und_Videos/Abteilung_Kommunikation/Jahresbericht/DRK_JB_2013_v6.pdf
https://www.drklvnds.de/fileadmin/Bilder_und_Videos/Abteilung_Kommunikation/Jahresbericht/DRK_JB_2016_web.pdf
 
Max78 Am: 31.12.2018 12:39:03 Gelesen: 17107# 142 @  
Hallo Thomas,

würde auf Steinamanger und einen Rechtschreibfehler tippen,

lg Max
 
volkimal Am: 08.02.2019 10:46:59 Gelesen: 14931# 143 @  
Hallo zusammen,

heute eine Karte von und eine Karte an Miodrag V. Mihailovic im Offiziersgefangenenlager Oflag XIII-B in Nürnberg-Langwasser:



Weihnachtsgruß von Miodrag V. Mihailovic an seine Eltern, geschrieben am 22.12.1942. Der klare aptierte Stempel ist aber erst vom 31.12.1942 . Der Text ist zum Glück in Deutsch. Er schreibt u.a. "Morgen fahren von hier die Kranken nach Hause." und "Von den amerikanischen Liebesgaben habe ich einen ??? bekommen". Wer kann das fehlende Wort (unterste Zeile) lesen?

Das Lager Oflag XIII-B war ein Lager für jugoslawische Offiziere. Es waren vorwiegend Serben, die in der Balkan-Kampagne gefangengenommen wurden. Im April 1943 wurden mindestens 3.000 serbische Offiziere von Langwasser nach Hammelburg verlegt. Viele waren Mitglieder des jugoslawischen Generalstabs. Ob Miodrag V. Mihailovic auch dorthin kam weiß ich nicht. [1]



Diese Karte an Miodrag V. Mihailovic von seinen Eltern trägt einen Stempel vom Postamt БЕОГРАД 1/BEOGRAD 1 = Belgrad vom 03.03.1943. Im ersten Moment dachte ich, dass er zweisprachig ist. Es ist aber beidemal der serbische Name - einmal in kyrillischer und einmal in lateinischer Schrift. Wie man lesen kann, werden zwischen Belgrad und Nürnberg fleißig Pakete hin- und hergeschickt.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Oflag_XIII-B
 
Altmerker Am: 11.03.2019 22:10:44 Gelesen: 13398# 144 @  
@ Carolina Pegleg [#30]

Als Nicht-Spezialist fiel mir dieser Umschlag in die Hand. Das P.C. ist ja geklärt. Wurde der Brief doppelt geprüft; roter und blauer Stempel?

Interessant finde ich, dass der Brief nach Wilhelmshöhe ging, also nicht weit weg vom Cassel-Lager, dann aber nach Wiesbaden ging.



Gruß
Uwe
 
Latzi Am: 16.03.2019 09:47:47 Gelesen: 13201# 145 @  
@ Altmerker [#144]

Auch wenn ich mich nicht als Spezialist empfinden sollte Dein Beitrag nicht ohne Antwort bleiben. Dem verlinkten Beitrag ist zu entnehmen, dass der Beleg zunächst im Land des Absenders (GB?) zensiert wurde, denn er ging ja ins Feindesland und dann - er kam ja vom Feind - auch im Kriegsgefangenenlager noch einmal von deutscher Seite kontrolliert wurde. Der deutsche Stempel ist hier ja sehr eindeutig.

Der Gefangene dürfte vom Lager Wilhelmshöhe bei Kassel nach Wiesbaden verlegt worden sein.

Grüße
Lars
 
Fips002 Am: 26.04.2019 12:36:23 Gelesen: 11590# 146 @  
Karte von der Kriegsgefangenen-Hilfe Hannover, 5.2.1918 nach Stadthagen.

Die Anfrage zu einem Kriegsgefangenen wurde von Hannover an die zuständige Stelle nach Bückeburg gesandt.



Dieter
 
volkimal Am: 30.05.2019 18:10:09 Gelesen: 10226# 147 @  
Hallo zusammen,

der heutige Beleg trägt keinen Tages- sondern nur einen Zensurstempel:



Hermann Markgraf hat den Brief heute vor 100 Jahren - am 30.05.1919 - im Kriegsgefangenenlager Sidi Bishr in Ägypten geschrieben. Ob der Zensurstempel auch von dem Tag ist, kann ich natürlich nicht sagen.

Hermann Markgraf ist der Vetter meines Großvaters. Im Zivilberuf Pflanzer, war als Leutnant der Reserve bei den Schutztruppen in Deutsch-Ostafrika. Herr Herterich beschreibt in seinem Buch die schwierige Situation in DOA während des Krieges [1]:

Von September 1916 bis November 1917 fanden im Südbereich immer wieder heftige Kämpfe statt. Die alliierten Truppen wurden nun vom Burengeneral van Deventer geführt. Die Versorgung der deutschen Truppe wurde immer schwieriger. Im November 1917 verringerte Lettow-Vorbeck seine Truppenstärke ganz erheblich. Ärzte untersuchten und prüften, wer den Anstrengungen des Buschkrieges weiterhin gewachsen sei. Alle Kranken und schwachen mussten zurückbleiben, als Lettow Vorbeck die Grenze nach Portugiesisch-Ostafrika überschritt um von dort den Krieg weiterzuführen.

In diesem Zusammenhang wurde auch Hermann Markgraf am 6.11.1917 den Engländern krank übergeben. Und auch er kam, wie Herr Hübner, nach Ägypten ins Lager Sidi Bishr.

Viele Grüße
Volkmar

[1] Wolfgang Herterich, DOA Kriegsgefangenen- und Interniertenpost 1914-1920

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Stempel heute vor 100, 150, 200 Jahren usw."]
 
volkimal Am: 12.07.2019 08:03:18 Gelesen: 8237# 148 @  
Hallo zusammen,

diese Postkarte wurde aus Niederländisch-Indien ins Lager Belgaum geschickt.



Wolfgang Herterich schreibt über dieses Internierungslager [1]:

Bis zum Frühjahr 1916 waren in Belgaum ausschließlich Frauen und Kinder interniert. Später wurden einige Ehemänner, die sich in anderen Lagern befanden, nach Belgaum verlegt. Die Höchstbelegung im Herbst 1918 waren 220 deutsche Staatsangehörige.

Die Internierung in dem gesund gelegenen Lager war eine höchst freizügige. Die Internierten mussten sich täglich zum Appell melden. Sie wohnten in festen Steinhäusern, hatten die Möglichkeit selbst zu kochen und erhielten ein Verpflegungsgeld ausbezahlt.


Eine der Familien, die in Belgaum wieder zusammenkam, war die Familie Mensching. Pastor Wilhelm Mensching war als Missionar der Betheler Mission in Ruanda tätig. Während des Krieges war er Sanitäter bei der Schutztruppe und kam bei der Einnahme Taboras im Oktober 1916 in britische Gefangenschaft. Während seine Frau ins Lager Tanga (DOA) kam, war er in Nairobi (Brit. Ostafrika). Im Lager Belgaum in Indien wurde die Familie dann wieder zusammengeführt.

Diese Karte schrieb der niederländischen Missionar J.H. Meerwaldt (Rheinische Missionsgesellschaft) an Pastor Mensching ins Lager Belgaum in Indien. Großvater hatte als Theologe häufig Kontakt mit Bethel und ich nehme an, dass er dort Herrn Mensching kennenlernte.





Der Absender, Pastor Meerwaldt, hatte übrigens die "dankbare" Aufgabe, die sehr kriegerischen Bataker am Tobasee auf Sumatra zu missionieren. Er hat die Karte am 12.07.1919 in Porsea auf der Insel Sumatra (Niederländisch Indien) aufgegeben. Zwei Tage später war sie im 230 km entfernten Medan. Am 26.07.1919 kam die Karte in Belgaum an.

Viele Grüße
Volkmar

[1] Wolfgang Herterich: „Deutsch-Ostafrika Kriegsgefangenen- und Interniertenpost 1914 – 1920“, Selbstverlag 1992
 
GSFreak Am: 10.08.2019 12:17:43 Gelesen: 6703# 149 @  
Ich habe hier einen Faltbrief eines in französischer Gefangenenschaft (Lager in Brest) befindlichen deutschen Obergefreiten, Schreibdatum 05.02.1947; ein leider nur in Bruchstücken lesbarer Zensurstempel.

Meine Frage gilt der Zeichnung. War die bereits aufgedruckt und wurde nur nachträglich handkoloriert oder ist sie gänzlich (evtl. vom Schreiber selbst) als Unikat gezeichnet? In der rechten unteren Ecke der Zeichnung findet sich eine Art Signum (m.E. mit Bleistift geschrieben).



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 18.11.2019 00:13:22 Gelesen: 952# 150 @  
@ GSFreak [#149]

Leider hatte sich bisher keiner zu meiner Frage betr. Zeichnung oberhalb des Kriegsgefangenenpost-Textes geäußert.



Auf dem Großtauschtag heute in Koblenz bestätigte mir ein fundierter Feldpostsammler und -kenner, dass das Bild handgezeichnet (Tusche) und handcoloriert sein muss, da ihm ein entsprechender Druck auf solch einem Kriegsgefangenenpostbrief-Formblatt nicht bekannt ist.

Also ist es ein Unikat.

Gruß Ulrich
 

Das Thema hat 150 Beiträge:
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