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Thema: Kuriose Briefe, Postkarten und Frankaturen
Das Thema hat 137 Beiträge:
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Sachsendreier53 Am: 09.03.2012 15:14:58 Gelesen: 85921# 13 @  


Größe 7.5 x 5,3 cm. Der DDR-Retourbrief, abgestempelt in 2600 Güstrow am 9.11.89,9.00 Uhr wurde mit dem Retourzettel "Sendung von der Postbeförderung ausgeschlossen" versehen und an den Absender, der nicht mehr auffindbar war zurückgesandt. (PAO § 8- Preisordnung)

Claus
 
Postgeschichte Am: 09.03.2012 16:52:23 Gelesen: 85903# 14 @  
@ Sachsendreier53 [#13]

Hallo Claus,

ein schöner und interessanter Brief, anhand dessen man die Postvorschriften sehr schön erklären kann. Der Brief ist wegen Unterschreitung der Mindestgröße zurückgewiesen worden. Die Mindestmaße der rechteckigen Briefe betrug 14 x 9 cm. Diese waren bei diesem Brief unterschritten und er wurde, da auch eine Ausnahmeregelung, die unter bestimmten Bedingungen auch ein Mindestmaß von 10 x 7 cm zuließ, nicht zutraf, von der Postbeförderung ausgeschlossen. PAO = Preisordnung? Bist Du da sicher? Könnte es auch PstO - Postordnung heißen?

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Sachsendreier53 Am: 09.03.2012 20:13:58 Gelesen: 85864# 15 @  
Hallo Manfred,

danke für dein schnelles Handeln. Preisanordnung (PAO) stand für Industrie und Verbraucherpreise in der DDR. Könnte es Postamtsordnung auf dem Klebezettel sein ? Leider habe ich kein Postfachbuch. Sicher bekommen wir das raus ?

mit Sammlergruß,
Claus
 
heide1 Am: 10.03.2012 13:41:42 Gelesen: 85811# 16 @  
Sachsendreier53 Am: 10.03.2012 18:07:29 Gelesen: 85778# 17 @  
Danke, Jürgen.

Hab ich schon mal durchgesehen, nichts über das Kürzel PAO gefunden.

Gruß Claus
 
Rore Am: 22.04.2012 14:31:12 Gelesen: 85349# 18 @  
Beim Einsortieren ist mir dieses Aerogramm untergekommen. Es sollte nach Waterloo N.Y. gehen und was war geschehen, der zuständige Postler hatte keine Ahnung von Geografie und schickte das Aerogramm nach Waterloo in Belgien. Beweis dieser Beleg. Kodierung und mit Kugelschreiber durchstrichenes Aerogramm.

Gruß
Rore


 
Klaus K. Am: 15.05.2012 12:14:20 Gelesen: 85159# 19 @  
Auch von mir hier ein kleinformatiger Brief, frankiert mit einer 4-Pf.-Posthorn als Einzelfrankatur.

Freundliche Grüsse

Klaus K.


 
Georgius Am: 15.05.2012 16:20:32 Gelesen: 85126# 20 @  
@ Rore [#18]

Hallo Rore,

eine Geografieschwäche ist für einen Postler schon schlimm genug, aber "Vereinigte Staten van Amerika" nicht lesen zu können, grenzt schon an ein Zeugnis für Analphabeten.

Viele Grüße
Georgius
 
Baber Am: 15.05.2012 16:33:26 Gelesen: 85123# 21 @  
@ Georgius [#20]

Hallo Georgius,

nicht den Postler in Belgien beschimpfen. Wenn der Absender das Aerogramm in einem nicht deutschsprachigen Land (Belgien) aufgibt, hätte er als Landesbezeichung entweder USA oder in der korrekten Postsprache Französisch Etats Unis angeben sollen, dann wäre das nicht passiert. Als aus meiner Sicht liegt die Schuld beim Ansender oder wollte er gar einen kuriosen Beleg "produzieren"?

Gruß
Baber
 
Postgeschichte Am: 15.05.2012 16:53:21 Gelesen: 85116# 22 @  
@ Sachsendreier53 [#13]

Hallo Claus,

die Abkürzung "PAO" steht für "Anordnung über den Postdienst - Post-Anordnung", in diesem Fall die PAO vom 28. Februar 1986. Hierin wird in § 8 (auf dem anhängenden Zettel auch vermerkt) Absatz 1 a bestimmt, daß Postsendungen, die u.a. gegen die Versendungsbedingungen verstoßen, von der Postbeförderung ausgeschlossen sind. Im vorliegenden Fall wurde gegen die Mindestgröße für Briefe verstoßen.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
filunski Am: 15.05.2012 17:23:07 Gelesen: 85109# 23 @  
Ein weiteres "Kuriosum" auf Brief.

"Hundeschlittenpost" aus Kanada:



Hier der Stempel über die 100 Meilen, welche dieser Brief auf dem Hundeschlitten zum nächsten Postamt zurücklegte.



Gruß,
Peter
 
Heinz 1 Am: 16.05.2012 09:09:51 Gelesen: 85065# 24 @  
@ Rore [#18]

Hallo Rore,

hier wird wieder einmal der Beweis erbracht, dass Lese- und Codiermaschinen nicht unfehlbar sind. Die belgischen Maschine für die Codierung kennen den Namen "Vereinigte Staten van Amerika" nicht und haben deshalb den Brief für Waterloo in Belgien codiert. Ganz wie Baber ebenfalls geschrieben hat.

Hier ist der "Postbeamte" unschuldig. Aber es ist immer am leichtesten, auf auf Personen zu schimpfen, wenn man selber die Zusammenhänge nicht wirklich richtig deuten kann.

Heinz 1
 
Sachsendreier53 Am: 01.07.2012 19:22:21 Gelesen: 84699# 25 @  
@ Postgeschichte [#22]

Hallo Manfred,

Danke für deine Erklärung. (PAO)

Claus
 
Rore Am: 01.07.2012 19:36:18 Gelesen: 84688# 26 @  
@ Heinz 1 [#24]

Die Länderangabe ist belgisch, denke das die Maschinen schon so programmiert wurden.

Gruß
Rore
 
Sachsendreier53 Am: 02.07.2012 09:22:12 Gelesen: 84637# 27 @  
Hier noch ein kleines "Damenbriefchen" als Drucksache, SBZ, Mich.Nr. 201, abgestempelt vom Bahnpostamt Halle am 30.12.48. Der Briefumschlag hat die Größe 11,5 cm x 7,5 cm.

Mit Sammlergruß
Claus


 
Sachsendreier53 Am: 06.09.2012 10:14:38 Gelesen: 84160# 28 @  
Bierdeckel aufgegeben als Postgut in der DDR, wurden selten geduldet.

Dieser Wernesgrüner Bierdeckel wurde am 29.06.1989 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) gestempelt. Ingolf schreibt an seine Saskia in Coswig: Mit den besten Grüßen aus dem "Krug" - in Anbetracht dessen, daß ich Dich & Richi am Wochenende wiedersehe, wünsche ich dir ein schönes Wochenende.

mit Sammlergruß
Claus


 
Rore Am: 06.09.2012 12:23:41 Gelesen: 84138# 29 @  
@ Baber [#21]

Der Beleg ist in der Belgischen Sprache für Amerika adressiert. Vereinigte Staaten von Amerika.

Gruß
Rore
 
Baber Am: 06.09.2012 19:54:46 Gelesen: 84086# 30 @  
@ Rore [#29]

Hallo Rore,

die Sprachangabe ist nicht ganz richtig. Die Sprache Belgisch gibt es nicht. Belgien ist zweisprachig. Die Wallonen sprechen Französisch und die Flamen Flämisch (wie Holländisch). Brüssel selbst ist zweisprachig. Soweit hast Du recht, dass man in Brüssel die flämische Bezeichnung der USA hätte kennen müssen. Beim flüchtigen Lesen habe ich es für Deutsch gehalten.

Gruß
Baber
 
EdgarR Am: 07.09.2012 13:21:18 Gelesen: 84042# 31 @  
Wer arbeitet, macht Fehler.

Womit bewiesen wäre, dass bei der weiland Bundespost punktuell gearbeitet wurde:



"Wass'n datt dann?"

Nun, das Ergebnis eines Griffs zum falschen 'Gelgenheitsstempel (Hand)':



Mit amüsierten Grüßen

EdgarR
 
Sachsendreier53 Am: 13.09.2012 08:41:00 Gelesen: 83937# 32 @  
Diese 3 Belege zeigen auf: Bitte freimachen, falls Marke zur Hand !

mit Sammlergruß
Claus


 
Sachsendreier53 Am: 17.10.2012 09:47:19 Gelesen: 83535# 33 @  
Einen postalisch gelaufenen DDR-Bierdeckel "Hanseat"kann ich hier noch vorstellen:

Der im Postamt Seebad Heringsdorf abgestempelte Deckel vom 24.7.87, erreichte seinen Empfänger nicht. Der Empfänger bzw. der Schreiber war nicht zu ermitteln. Die Post forschte nicht weiter nach. Wahrscheinlich war der Ort Paulinenaue im Landkreis Havelland (1551) Zustellungsort.



mit Sammlergruß
Claus
 
Postgeschichte Am: 17.10.2012 10:47:17 Gelesen: 83517# 34 @  
@ Sachsendreier53 [#33]

Hallo Claus,

da die Bedingungen für den Versand einer Postkarte nicht erfüllt waren, sollte der Absender ermittelt werden, was aber nicht gelang. Ermittelt hatte das Absendepostamt. Als Empfangsort ist in der Tat 1551 Paulinenaue angegeben, den der Bierdeckel aber nicht gesehen haben dürfte.

Über die von der Postbeförderung auszuschließenden Sendungen gemäß "Anordnung über den Postdienst - Post-Anordnung" (PAO) hatte ich Dir in Beitrag [#14] schon etwas geschrieben. In dem vorliegenden Fall wurde die Form beanstandet. Wenn Du solche interessanten Belege sammelst, solltest Du Dir einschlägige Literatur zulegen.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
drmoeller_neuss Am: 17.10.2012 13:02:56 Gelesen: 83500# 35 @  
@ Postgeschichte [#34]
@ Sachsendreier [#33]

Ich sehe den Hintergrund anders. Natürlich waren Bierdeckel als Postkarten in der DDR offiziell nicht erlaubt, sie wurden aber wie bei meisten anderen Postverwaltungen der Welt in Einzelfällen geduldet. Das dürfte auch hier der Fall gewesen sein. Der Bierdeckel ist am 21. Juli abgestempelt und der handschriftliche Vermerk von der Deutschen Post stammt vom 25. Juli. Sollte man im Seebad Heringsdorf 4 Tage gebraucht haben, um sich zu beraten, dass Bierdeckel gar nicht zugelassen sind? Ausserdem hätte man ja Nachporto kassieren können.

Ich glaube eher, dass der Schreiber in Paulinenaue wirklich nicht zu ermitteln war, schliesslich fehlt die Hausnummer. Und die "Hamburger Strasse" ist keine kleine Sackgasse, sondern eine kilometerlange Fernstrasse, die an ihrem fernen Ende tatsächlich in Hamburg mündet. Bis zum Bau der Autobahn zwischen Berlin und Hamburg in den achziger Jahren war diese Strasse sogar eine offizielle Transitstrecke zwischen Westberlin und der Bundesrepublik.

Über den Empfänger kann man auch nur spekulieren, vielleicht war er nur kurzzeitig in der Ferienzeit als Erntehelfer eingesetzt, oder am Forschungsinstitut im Ort beschäftigt. Jedenfalls hat die Post in Paulinenaue das Teil wieder nach Seebad Heringsdorf zur Absenderermittlung zurückgeschickt. Mit der Absenderbezeichnung "Eggehard" kann natürlich niemand etwas anfangen, und so ist der Bierdeckel am 25. Juli im wahrsten Sinne des Wortes an der Ostsee gestrandet.
 
Sachsendreier53 Am: 17.10.2012 13:40:07 Gelesen: 83481# 36 @  
@ Postgeschichte [#34]
@ drmoeller_neuss [#35]

Danke für eure Recherche. Claus
 
Postgeschichte Am: 17.10.2012 14:32:11 Gelesen: 83464# 37 @  
@ drmoeller_neuss [#35]

Jeder hat andere Wahrnehmungen. Nach den postgeschichtlichen Grundlagen kann ich Deine Theorie nicht teilen. Der Bierdeckel als Postkarte war nach der Postordnung nicht zugelassen. Daß immer wieder Spaßvögel solche Bestimmungen aushebeln wollen und darauf hoffen, daß es doch mal klappt ist klar. Solche Philutelisten gibt es auch in der heutigen Zeit noch. Allerdings kann ich Deine Vermutungen in Bezug auf den hier gezeigten Bierdeckel nicht nachvollziehen.

Der Bierdeckel wurde vom Seebad Heringsdorf, wie Sachsendreier53 gepostet hat, am 24. Juli abgesandt. Das Stempeldatum 21. Juli, das Du im Stempel erkannt haben willst, kann ich nicht erkennen. Der Bierdeckel wurde an eine Anschrift in 1551 Paulinenaue adressiert. Die Ankunft dort ist nirgends ersichtlich. Der Stempel:

Empfänger/Absender in
DDR-22?? Seebad Herings-
dorf nicht zu ermitteln

und das handschriftliche Datum 25.7. Handzeichen, dürfte auch nicht von 1551 Paulinenaue stammen, sondern vom Postamt Seebad Heringsdorf. Dann wird auch die kurze (nicht lange) Bearbeitungszeit vom 24.7. bis 25.7. einen Sinn ergeben. Der Bierdeckel ist also nicht an der Ostsee gestrandet, sondern hat m.E. diese überhaupt nicht verlassen. Möglich, daß Deine Theorie richtig ist, aber die von mir skizzierte Lösung entspricht dem vorgeschriebenen Betriebsablauf. Bei Belegbeschreibungen verlasse ich mich gerne auf die aus den Postvorschriften verzeichneten Betriebsabläufe, da ich mit Vermutungen falsch liegen könnte. Aus diesem Grund kann ich allen nur empfehlen, sich ausreichend mit Literatur zu versorgen.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 

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