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Thema: Alliierte Besetzung SBZ: Bezirkshandstempel echt oder falsch?
Das Thema hat 121 Beiträge:
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Richard Am: 24.04.2025 15:18:51 Gelesen: 16577# 97 @  
@ pritt [#92]

Ob echt oder nicht darf sich ein Fachkundiger äussern.

Den folgenden Einführungstext darfst Du gerne selbt lesen:

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=38828

Schöne Grüsse, Richard
 
Doar Ivri Am: 05.06.2025 23:34:14 Gelesen: 14714# 98 @  
SBZ Bezirksstempel Bezirk 20 Stassfurt Echt/falsch

Hallo liebe Stempelexperten,

besteht eine kleine Chance dass dieses Postkärtchen - aus dem hoch fälschungsanfälligen Bezirk Stassfurt laut Michel - echt ist?

Ich wollte einmal Eure Einschätzung erfragen bevor Ichs zum Prüfer schicke. Lieben Dank schon falls jemand sich die Zeit nimmt, Matthias



Hier nochmal das ganze Kärtchen


 
Martin de Matin Am: 06.06.2025 20:17:06 Gelesen: 14577# 99 @  
@ Doar Ivri [#98]

Nach dem Buch von Modry/Rehfeld gibt es von Bezirk 29 den Aufdruck auf der 20 Pf. Die Abbildung von "29 Staßfurt" entspricht auf dem ersten Blick dem Aufdruck auf deiner 20 Pf (in Bezug von Form der Buchstaben/ Zahlen und Position Zahl zu Buchstaben). Über die Echtheit kann ich nichts weiteres sagen.

Gruss
Martin
 
Doar Ivri Am: 06.06.2025 21:34:21 Gelesen: 14558# 100 @  
Danke an Martin und Richard.

Logisch das ihr das nicht bewerten wollt/könnt - schon gar nicht aufgrund von meinen Handyfotos. Richards Link war auch sehr interessant. Und ja, also ich bin jetzt zuversichtlich dass eine Prüfung vielleicht durchaus Sinn ergibt. Diese Sammlerkärtchen sind ja wohl doch unter Umständen interessant in diesem Gebiet.
 
mark94 Am: 07.06.2025 16:25:14 Gelesen: 14426# 101 @  
@ Doar Ivri [#98]

Im ArGe Handbuch sind bei Staßfurt mit der Bezirkszahl 20 diverse Fälschungen vermerkt. Besonders umtriebig muß ein Dr. Gröger gewesen sein. Der Stempel mit dem Kennbuchstaben d ist auch mißbräuchlich verwendet worden.

Bei deinem Blatt irritiert, dass die Marken ex Bezirk 20, soweit ersichtlich, Einzelaufdrucke tragen. Also ohne Übergänge von Überdrucken der Nebenmarken. Zwar gab es das hin und wieder, sog. schablonierte Aufdrucke, ist bei diesem Ort aber nicht aufgeführt. Die 20 Pfenning ex Bezirk 29 scheint mir links oben einen Übergang zu haben.

Somit ergeben sich für mich folgende Möglichkeiten:

- Alles falsch, rückdatierte Stempel.

- Dto. aber zeitrichtige Stempel

- Alles echt, zeitrichtige Stempel.

- Marken ex Bezirk 20 falsch und ex Bezirk 29 echt, rückdatierte Stempel.

- Dto. aber zeitrichtiger Stempel.

- Alles echt aber rückdatiert.

- Marken ex Bezirk 20 echt und ex Bezirk 29 falsch, rückdatierte Stempel

- Dto. aber zeitrichtige Stempel.

Ich persönlich neige dazu nicht allzuviel Optimismus für eine erfolgreiche Prüfung zu entwickeln.
 
Doar Ivri Am: 07.06.2025 18:47:31 Gelesen: 14382# 102 @  
@ Mark

Danke! Das deckt sich in letztem Punkt (Optimismus) mit meiner Einschätzung. Die Punkte zuvor zeigen eindeutig - es ist ein sehr komplexes Gebiet. Der Neugier halber werde ich die Karte aber dem Prüfer zuschicken. Selbst wenn alles echt ist wird's sicher kein Vermögen wert sein. :)
 
mark94 Am: 10.06.2025 08:26:52 Gelesen: 14126# 103 @  
@ Doar Ivri [#102]

Komplex trifft es und dieses Gebiet ist auch eine gute Fingerübung selbst für versierte Philatelisten weil zu den üblichen Kriterien noch einige dazu kommen. Und auch der Faktor Mensch ist hier sehr gewichtig. Man darf nicht vergessen, es waren schwierige Zeiten in jeder Hinsicht. Für einen kleinen Vorteil wurde viel und gerne gezaubert wenn dann abends etwas nahrhaftes auf dem Tisch stand (fiktives Beispiel meinerseits).

Falls du Interesse hast da etwas tiefer einzusteigen, empfehle ich die Handbücher der ArGe. Dort findet man zu jedem Ort Informationen die kein Mensch jemals wieder zusammen tragen kann, das ist alles organisch gewachsen.

Auch das letzte Buch von Modry/Rehfeld ist empfehlenswert. Es hat zwar Schwächen weil es damals wohl etwas überhastet auf den Markt kam und nicht unbedingt den allgemeinen Forschungsstand wiederspiegelte. Dafür ist es sehr kompakt und gut in der Handhabung.
 
Natureman Am: 08.11.2025 15:03:24 Gelesen: 10031# 104 @  
Sowjetische Besetzung Handstempel

Hallo liebe BM Freunde.

Ich habe einen Satz der Marken der 2. Kontrollratsausgabe mit Bezirksstempel 37 Schwerin vorliegen. Er ist ungeprüft.

Gefälscht oder Echt ? Ich habe mir nun sagen lassen, dass wohl 90 % gefälscht sind und nur 10 % echt, diese Schreibweise von Schwerin und die 37 dazu gibt es wohl, aber mein Lieblingshändler hatte heute zu viel Zeitdruck und scheute den Ankauf.

Bitte gebt mir mal einen Feedback und Tipps, wie ich weiter verfahren sollte.

Stellen Auktionshäuser einen Prüfer zur Seite ?

Liebe BM Grüße, Holger


 
mark94 Am: 08.11.2025 20:27:49 Gelesen: 9988# 105 @  
@ Natureman [#104]

Schwerin gehört zu den Orten mit recht vielen Fälschungen. Aufgrund der Abbildungen ist keinerlei Einschätzung möglich.

Selbst wenn die Marken bei Prüfung positiv durchgehen so ist damit nicht viel gewonnen. Schwerin gehört auch bei den echten zu den häufigen Orten. Als Leitsatz ok wenn man den Bezirk dokumentieren möchte aber mit recht geringem Handelswert. Es macht mehr Sinn einen bereits geprüften Satz zu erstehen. Die Prüfgebühren sollte man im Hinterkopf behalten.
 
petrnemec Am: 17.11.2025 09:57:02 Gelesen: 9658# 106 @  
Hallo, meinen Sie, diese beiden Briefmarken könnten echt sein? Ich freue mich über jede Antwort.

Und einen schönen Tag noch!


 
petrnemec Am: 17.11.2025 10:01:06 Gelesen: 9654# 107 @  

 
mark94 Am: 17.11.2025 17:37:20 Gelesen: 9564# 108 @  
@ petrnemec [#106]

Ich denke chancenlos. Im Handbuch ist so ein Handstempel nicht zu finden. Entweder Ganzfälschung oder ein damals nicht verwendeter Handstempel. Auffällig, daß die Amtsbezeichnung nicht sichtbar ist. Somit könnte man spekulativ meinen, daß die Herkunft, von welchem Amt das stammt, verschleiert werden sollte.

Die Ziffer 60 ist echt nur mit dem Aufdruck Riesa 1 bekannt, lt. Handbuch.
 
petrnemec Am: 18.11.2025 15:56:29 Gelesen: 9414# 109 @  
Vielen Dank!

Ich bin zwar noch Anfängerin, habe aber den Katalog bereits bestellt und er ist unterwegs. :)
 
hannibal Am: 19.03.2026 20:04:48 Gelesen: 6281# 110 @  
Hallo,

in einem Lot SBZ waren auch die beiden nachfolgend gezeigten ungebrauchten (dicke Falzspuen) 24 und 75 Pfennig Marken Stephan mit Aufdruck 20 Naumburg, die ich mit absoluter Skepsis betrachte.



Bezirkshandstempel sind nicht so mein Gebiet.

Vielleicht kann einer der Spezialisten meine Bedenken erhärten?

Viele Grüße
Peter
 
Fridolino Am: 20.03.2026 13:58:22 Gelesen: 6182# 111 @  
Es könnte sich um den echten Aufdruck Nr 107b handeln, der auch auf den Stephan-Marken vorkommt.

Eine Prüfung könnte sich also lohnen.
 
paule Am: 20.03.2026 17:20:27 Gelesen: 6140# 112 @  
@ hannibal [#110]

Hallo Peter, gehe nicht vom echten Aufdruck aus, Prüfung würde nur lohnen, wenn du mehrere einsendest, hier zum Vergleich meine Vergleichstücke als verfälscht geprüft.

Viele Grüße
Mario




 
hannibal Am: 03.08.2026 22:55:10 Gelesen: 815# 113 @  
Hallo,

heute zwei Marken - IIa und IId, der Aufdruck 16 Gera 1 wohl sicher falsch.

Nur die rückseitig unten rechts angebrachten Signaturen vermag ich nicht zu entschlüsselt unten wohl G e r a, aber darüber ?



Vielleicht kann jemand das entziffern, Danke für jeden Hinweis.

Viele Grüße


 
Post-Bote Am: 04.08.2026 12:21:24 Gelesen: 738# 114 @  
@ hannibal [#113]

Hallo in die Runde,

ich kann da leider auch nichts entziffern.

Bin auch Fragesteller - ich möchte gern wissen, ob dieser Einschreibebrief vom 03.7.48 mit den Bezirkshandstempeln Niederpoyritz (Kr. Dresden), Bezirk 14, sowie dem rückseitigen Stempel Dresden N 55 / 05.7.48 zeitgerecht und authentisch ist, oder ob es Hinweise auf eine spätere Nachstempelung bzw. philatelistische Beeinflussung - oder sogar auf eine vollständige Fälschung - gibt.



Mir ist bewusst, dass Bezirkshandstempel‑Aufdrucke (BHS) schon während ihrer Gültigkeit massenhaft verfälscht wurden und ungeprüfte Stücke grundsätzlich als falsch gelten müssen, solange keine aktuelle Prüfung vorliegt. Ebenso ist bekannt, dass es in der SBZ einzelne Fälscher gab, die zahlreiche Belege manipuliert haben. Daher interessiert mich, ob beim vorliegenden Beleg aus Niederpoyritz Merkmale erkennbar sind, die auf eine solche Manipulation oder eine entsprechende Herkunft hinweisen.

Ich habe mehrere Belege mit identischem Absender und Empfänger aus demselben Zeitraum; daher wäre eine Einschätzung sehr hilfreich - auch im Hinblick darauf, ob ich diese Belege zur BPP‑Prüfung einreichen sollte. Hier noch ein paar Bilder weiterer Frankaturen mit 600DPI:





Vielen Dank für jede Einschätzung.
 
JoergH Am: 04.08.2026 13:51:34 Gelesen: 694# 115 @  
@ Post-Bote [#114]

Hallo!

"Aus demselben Zeitraum" ist ja wohl sehr euphemistisch formuliert; wenn ich es recht sehe, stammen vier der fünf Belege vom gleichen Tag, der fünfte ist zwei Tage später.

Die Frage, ob es sich da um "philatelistische Beeinflussung" handelt, ist meines Erachtens völlig überflüssig - diese Tatsache dürfte hieb- und stichfest bewiesen sein.

Das kann ich schreiben ohne nähere Detailkenntnis der Bezirksstempel - denn es gilt für jeglichen Beleg, unabhängig von Ort und Zeit; ob es sich um (Ver)fälschungen handelt, mögen Leute mit mehr Sachkenntnis feststellen.

Mit Sammlergruß
Jörg
 
Post-Bote Am: 04.08.2026 14:37:56 Gelesen: 676# 116 @  
@ JoergH [#115]

Danke für die Rückmeldung. Mir geht es vor allem darum, ob die Stempel und Aufdrucke echt und zeitgerecht sind.

Dass die Belege philatelistisch beeinflusst sind, ist mir bewusst - das ist ja bei vielen SBZ‑Stücken der Fall, und ja ich hätte meine Frage anders formulieren können, aber ist doch schön, dass du eine klare Aussage dazu lieferst - das ist ja das was ich wollte.

Entscheidend ist für mich, ob die BHS und die Ortsstempel postalisch korrekt sind oder ob es Hinweise auf Manipulation gibt.
 
mark94 Am: 04.08.2026 17:39:24 Gelesen: 629# 117 @  
@ Post-Bote [#114]

Ich denke eine erfolgreiche BPP Prüfung sollte möglich sein. Nett ist die 2 Pf mit rotem Aufdruck Dresden 8, nach Handbuch Gruppe 4. Lt. diesem nur mit diesem Stempel, wie abgebildet, auf Kempebriefen bekannt. Die Kempe Belege sind wohl idR echt. Positiv ist die Verwendung verschiedener Aufdrucktypen. das ist oft ein Indiz für Echtheit. Belege mit Werten die alle in derselben Aufdrucktype überstempelt sind, sind mit Vorsicht zu genießen. Das gilt natürlich für Orte/Gegenden wo verschiedene Handstempel verwendet wurden.
 
Post-Bote Am: 04.08.2026 20:02:38 Gelesen: 584# 118 @  
@ mark94 [#117]

Vielen Dank für deine Einschätzung - das hilft mir wirklich weiter.

Der Hinweis auf die 2 Pf mit rotem Aufdruck Dresden 8 und die Zuordnung zu den Kempe‑Belegen ist für mich ein starkes Echtheitsindiz. Auch die Tatsache, dass verschiedene Aufdrucktypen vorkommen, spricht ja eher für eine zeitgerechte Entstehung und nicht für eine spätere philatelistische Manipulation.

Insgesamt klingt das für mich so, als ob eine BPP‑Prüfung tatsächlich Aussicht auf Erfolg hätte. Ich denke, wenn ich alle Belege gesichtet habe werden sie sich dann auf den Weg zu Herrn Dr. Michael Jasch machen.
 
hannibal Am: 04.08.2026 20:16:24 Gelesen: 560# 119 @  
Hallo,

Herr Jasch prüft keine Bezirkshandstempel-Aufdrucke.

Prüfer für den Bezirk 14 sind Dr. Julius Böheim und Klaus Kalb.

Viele Grüße
Peter
 
christel Am: 04.08.2026 20:16:39 Gelesen: 559# 120 @  
@ Post-Bote [#118]

Für deine Marken Bezirk 14 ist allerdings Dr. Böheim oder Dr. Kalb zuständig.

Dr. Jasch hat als BPP damit recht wenig zu tun.

Christel
 
Post-Bote Am: 04.08.2026 20:42:16 Gelesen: 524# 121 @  
@ hannibal [#119]
@ christel [#120]

Vielen Dank für euren Hinweis, da hätte der Post‑Bote die Belege wohl an den falschen Prüfer ausgeliefert.

Ich sehe mir erst einmal alle Belege, die in Frage kommen, in Ruhe an und stelle dann eine Auswahl zusammen, die ich zur Prüfung einreichen werde.

Danke euch beiden für die Klarstellung.
 

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