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Thema: (?) (1038/40/47-49) Rohrpostbelege
Das Thema hat 1049 Beiträge:
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DerLu Am: 26.10.2016 19:34:32 Gelesen: 318539# 1025 @  
@ hajo22 [#1024]

Die Verwendung von auffrankierten "normalen" Ganzsachen in der Rohrpost war sehr häufig. Den Umstand, daß die Kunden (das Publikum hieß es damals) nicht überwiegend auf die amtlichen Rohrpost-Ganzsachen zurückgriffen wird auch in einigen Jahresstatistiken der Reichspost kommentiert:

Neben den mit Wertstempeln versehenen Rohrpost-Briefumschlägen und Rohrpostkarten werden vom Publikum überwiegend noch gewöhnliche Briefumschläge und gewöhnliche Postkarten im Rohrpostverkehr benutzt, die in üblicher Weise mit Postwertzeichen frankiert werden. ... ([Anmerkung in Statistik der Deutschen Reichs-Post und Telegraphenverwaltung für das Kalenderjahr 1911 (findet sich aber auch auch in den folgenden Jahren)].

Die überwiegende Zahl dieser Belege ist aber wahrscheinlich dem Wasserbad zum Opfer gefallen. Gesucht sind Verwendungen von eher selten verwendeten Ganzsachen, wie z.B. Auslandspostkarten oder Kartenbriefe.

Gruß DerLu
 
inflamicha Am: 26.10.2016 21:16:13 Gelesen: 318497# 1026 @  
@ hajo22 [#1023]

"Wer kann eine Solofrankatur zeigen?"

Hier ist eine:



Die Möglichkeit einer tarifgerechten Verwendung ohne Zusatzfrankatur (das meintest du wohl mit Solofrankatur) ist zeitlich viel eingeschränkter, wenn man berücksichtigt, dass die Ganzsache erst ab November 1921 an die Postschalter kam, also ca. 6-7 Wochen.

Gruß Michael
 
hajo22 Am: 26.10.2016 22:01:23 Gelesen: 318479# 1027 @  
@ inflamicha [#1026]

Danke für den Hinweis, ich hatte nur die Tarifperiode benannt ohne auf den kurzen Zeitraum der Verwendung einzugehen und sehe jetzt, daß das so falsch herauskommt (für den Nichtspezialisten).

Tolle Ganzsache, aber hast Du auch ein Exemplar mit München-Stempel? Habe ich noch nie gesehen.

Und nochmals danke für die Richtigstellung.

Hier noch eine RP20 auffrankiert zu 4 Mark vom 3.8.1922 (Tarifperiode 1.7.bis 30.9.1922) an eine bekannte Firma.



So sahen Krankmeldungen 1922 aus.

VG, hajo22
 
hajo22 Am: 26.10.2016 22:07:26 Gelesen: 318474# 1028 @  
@ DerLu [#1025]

Ich habe nicht behauptet, solche auffrankierten "normalen" Ganzsachen seien selten. Da liegt ein Mißverständnis vor.

VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 26.10.2016 23:22:21 Gelesen: 318440# 1029 @  
@ hajo22 [#1027]

Hallo, ein phantastisches Belegstück, so etwas mal zu sehen. Herrlich !

mit Sammlergruß
Werner
 
kauli Am: 27.10.2016 11:39:59 Gelesen: 318313# 1030 @  
Hallo zusammen,

auch eine normale Ganzsache die zur Rohrpostkarte umfunktioniert wurde. Sie hatte es aber nicht so einfach den Empfänger zu erreichen. Aufgegeben beim PA NO 43 16-, Ankunft Friedenau 4.50 N, der Empfänger war dort nicht auffindbar und ging um 5.50 N auf die Reise nach Steglitz. Ankunft 18.10. Von dort ging die Karte nach Dahlem in den Botanischen Garten und konnte zugestellt werden. Ausgabestempel Dahlem 6.7 N



Viele Grüße
Dieter
 
hajo22 Am: 27.10.2016 19:14:11 Gelesen: 318191# 1031 @  
Rohrpostkarte RP24/01 gestempelt Berlin SW61 vom 9.6.1934, 14:20 nach Wilmersdorf, Ankunft 14:50.

Tarif 55 Pf. = Ortspostkarte 5 Pf. + Rohrpostgebühr 10 Pf. + Eilboten 40 Pf.

Dieser Wertstempel vom Reichspräsidenten Hindenburg war bis 31.12.1935 gültig (lt. Michel-Katalog).



VG, hajo22
 
inflamicha Am: 28.10.2016 20:58:31 Gelesen: 317878# 1032 @  
@ hajo22 [#1027]

Mit Münchener Rohrpost kann ich leider nicht dienen. Zum Trost hier eine Antwortkarte mit privatem Zudruck zweier weiterer Wertstempel:



Die Fragekarte wurde am 10.11.1921 ohne Zusatzfrankatur von Charlottenburg nach Steglitz befördert, die zusammen 1,30 Mark der 3 Wertstempel waren ausreichend. Katalogisiert ist die Ganzsache unter RPZP 2, Verwendung fand hier eine RP 18 als "Urkarte".

Der Antwortteil hängt ungebraucht dran.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 07.11.2016 22:02:41 Gelesen: 315653# 1033 @  
Hallo,

eine hab ich noch:



Ganzsache RPZP 4 ohne Zusatzfrankatur von Berlin W 8 nach Berlin NW 23 vom 25.9.1920, Gebühr 1,30 Mark.

Gruß Michael
 
wajdz Am: 08.11.2016 00:21:18 Gelesen: 315585# 1034 @  
@ inflamicha [#1033]

Und ich habe nur eine, die ich hier zeige.



MfG Jürgen -wajdz-
 
Helmstedt333 Am: 09.11.2016 22:43:08 Gelesen: 315002# 1035 @  
München 22.12.192


 
hajo22 Am: 09.11.2016 22:51:53 Gelesen: 314999# 1036 @  
@ Helmstedt333 [#1035]

Sehr selten. Gratuliere zu dem schönen Stück.

VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 09.11.2016 23:08:45 Gelesen: 314990# 1037 @  
Finde gerade noch eine Abbildung aus einem Brandenburger Tor-Exponat, per Rohrpost von Ost nach West versandt.



mit Sammlergruß
Werner
 
blaujacke Am: 24.11.2016 15:01:46 Gelesen: 309732# 1038 @  
Wer kann mir helfen?

Beim eingehenden Betrachten verschiedener Abbildungen des Berliner Rohrpostnetzes sind mir einige Merkwürdigkeiten aufgefallen, die ich mir nicht erklären kann.



Abbildung von 1919: Die Abkürzung "Adm" steht womöglich für Admiralität. Ich habe diesen Anschluß auf keiner anderen Abbildung gefunden. Was bedeuten aber "Gst" und "Ak"? Interessant sind auch die Anschlüsse "9" und "9, Linkstr.". Bekannt sind mir die Anschlüsse im Postamt und in der TelZwSt Potsdamer Tor. Sollten die beiden gemeint sein?



Abbildung von 1933: "Gst" und "Adm" sind hier nicht verzeichnet. "W 9" aber mit 3 Anschlüssen: "NT", "L" und "ST". Wer hat hier eine Erklärung ("L" möglicherweise für Linkstr.)? Interessant sind die Bankanschlüsse: "Dsdn Bk", "Comm Bk" und "Deutsche Bk". Sollte "RB" dann für Reichsbank stehen?

MfG Uwe
 
stampmix Am: 03.12.2016 08:41:04 Gelesen: 307178# 1039 @  
Hallo zusammen,

der Brief der Firma Rischel-Weck in Bonn nach Berlin wurde als Luftpost-Eilboten-Fernbrief (Porto:10+40+12=62 Rpf.) aufgegeben und erhielt frühmorgens den Aufgabestempel BONN / * 1 l / 5.8.35 4-5. Ein Luftpost-Bestätigungsstempel fehlt zwar, jedoch läßt der Rohrpost-Bearbeitungsstempel in Berlin C2 um 10.10 Uhr keine andere Beförderung zu. Mit der Rohrpost nach Steglitz befördert und dort um 10.50 Uhr angekommen erreichte der Brief nach ca. 6 Stunden den Empfänger - das waren noch Zeiten.



mit bestem Gruß
stampmix
 
blaujacke Am: 03.01.2017 20:29:22 Gelesen: 298136# 1040 @  
Wie sollte das Porto des nachstehenden Beleges vom 07.07.1932 erklärt werden?





Briefvorderseite und Stempel der Rückseite

Die 72 Rpf bieten nach meiner Meinung 2 Möglichkeiten:

1) 62 Rpf Rohrpostbrief zum Flughafen + 10 Luftpostzuschlag
2) 12 Rpf Inlandsbrief + 10 Rpf Rohrpostzuschlag + 10 Rpf Luftpostzuschlag + 40 Rpf Eilzustellung Leipzig

Bis 1934 war die Rohrpostgebühr (12 Rpf + 10 Rpf + 40 Rpf) eigentlich noch unteilbar; aber der Klebezettel "Durch Eilboten" läßt mich auf Variante 2 schließen. Womöglich wurde bereits vereinzelt der Rohrpostzuschlag (10 Rpf) zum Flughafen oder zum Bahnhof akzeptiert! Wer weiß mehr?

MfG Uwe
 
inflamicha Am: 19.01.2017 21:12:43 Gelesen: 295123# 1041 @  
Guten Abend,

Rohrpost war lange nicht:



Der Brief wurde am 30.1.1920 (PP 4) um 3 Uhr nachmittags in Berlin N 58 aufgegeben und war um 5 Uhr nachmittags in Berlin-Lichtenberg. Die erforderlichen 60 Pfennig wurden mit 4 Exemplaren der Mi 101 a erbracht.

Gruß Michael

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsches Reich Inflationsbelege"]
 
klinhopf Am: 22.03.2017 11:36:00 Gelesen: 280472# 1042 @  
@ Heinz 7 [#994]

Hier ein Beleg vom 5. DEC 1891: TUBES PNEUMATIQUES Ganzsache 60c. (Maximum: 7 Grammes)

Stempel: "CHAMBRE DES DÉPUTÉS" (frz. Abgeordnetenkammer)


 
klinhopf Am: 23.03.2017 12:42:47 Gelesen: 280103# 1043 @  
@ Heinz 7 [#994]

Das Wertzeichen-Motiv "Sinnbild der Republik: "Sitzende Frauengestalt nach vorn, Wertziffer im verzierten Oval" wurde ausschliesslich für Rohrpost-Ganzsachen verwendet (es gab auch Umschläge "RU" oder Postkarten "RP").

Ich habe eine (Doppel-) Karte gefunden OHNE Hinweis auf Rohrpost (Pneumatiques):


 
DerLu Am: 24.03.2017 06:59:13 Gelesen: 279835# 1044 @  
@ klinhopf [#1043]

Ich habe etwas über die von dir gezeigte Doppelkarte in dem Aufsatz über die Pariser Rohrpost von J.D. Hayhurst gefunden. Dort wird das Wertzeichen als 'Chaplin-Design' bezeichnet:

"... The first are those for withdrawals from the Caisse Nationale d'Epargne in the rue St Romain and consist of reply-paid forms, part for the applicant to complete and part for the Caisse to return to him with authority for a withdrawal. They appeared in 1884 as joined cards and then as folded forms with varying texts between 1890 and 1904 all with a black Chaplain stamp of 30 centimes. In 1909 the Sower stamp replaced the Chaplain design as had happened with the standard postal stationery …" ( http://www.coppoweb.com/pneuma/book2.html )

Die von dir gezeigte Doppelkarte sollte also aus der Zeit von 1890 bis 1904 stammen.

Gruß DerLu
 
hajo22 Am: 06.04.2017 16:30:11 Gelesen: 275258# 1045 @  
Rohrpostbrief Berlin HTA vom 30.4.1943, 10:50 nach Schöneberg, frankiert mit waagrechtem Dreierstreifen der Zuschlagsmarke 6+4 Pf. (Tag der Verpflichtung der Jugend, Nr. 843) = 18 Pf. (8 Pf. Ortsbrief bis 20gr + Rohrpostgebühr 10 Pf.). Ankunft Schöneberg am gleichen Tag 11:30.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 18.10.2017 18:41:57 Gelesen: 203926# 1046 @  


Luftpostbrief in Berlin mit Rohrpost Pankow 1 vom 18.9.1943, 12:40h via SW11, 13:20h nach Krakau. Der Bahnpoststempel "Berlin-Breslau" zeigt, daß der Brief mit der Bahn befördert worden ist und nicht mit dem Flugzeug.

Verklebtes Briefporto 33 Pf.: Fernbf. bis 20 gr = 12 Pf. + Luftpostgebühr bis 20gr. = 10 Pf. + Rohrpostgebühr in Berlin = 10 Pf. = gesamt 32 Pf., mithin um 1 Pf. überfrankiert.

hajo22
 
philast Am: 17.02.2018 17:20:41 Gelesen: 129309# 1047 @  
Hallo,

anbei zwei Exemplare der RP 1.

Die ungebrauchte Karte hat einen rauen, dunklen Karton, die gebrauchte Karte einen glatten hellrosa Karton.



Im Ganzsachenkatalog steht dazu dass dieser rosa, satinierte Karten laut Ascher ein Probedruck wäre. Ist dies so oder ist das eher einfach 'nur' eine Teilauflage dieser Karte?

Grüsse
philast
 
philast Am: 24.06.2018 17:53:15 Gelesen: 75342# 1048 @  
Hallo,

anbei 3 Belege zur Frankfurter Rohrpost aus einer Korrespondenz vom 4., 5. und 6. Mai 1959 von London nach Frankfurt.

Ich würde den Transportverlauf wie folgt rekonstruieren:

Die Telegramme sind im bis 1956 gebauten Frankfurter Fernmeldezentrum Platz LDN1 eingegangen (jeweils Vorderseite der Telegramme).

Ca. 10 bis 20 Minuten später erfolgte wahrscheinlich ebenfalls im Fernmeldezentrum die Übergabe an die Rohrpostanlage (Stechuhrstempel mit Rohrp in der zweiten Zeile).

nach 2-3 Minuten erfolgte der nächste Stechuhrstempel mit Rohrpz in der zweiten Zeile, was wohl auf eine Ankunft beim Postamt an der Zeil hindeutet.

Weitere ca. 10 Minuten später (einmal ca. 40 Minuten) sieht man den auch öfter auf Eilbriefen abgeschlagenen Stechuhrstempel mit TAZW in der zweiten Zeile.

Ich würde daher vermuten, dass nur Stechuhrstempel mit Rohr* in der zweiten Zeile bei der Frankfurter Anlage auf eine Beförderung mit der Rohrpost schliessen lassen, während der Stempel TAZW eher ein 'Übergabestempel' (an die Eilboten) für die Zustellung ist.

Ist die Rekonstruktion und die Vermutung hinsichtlich des TAZW Stempels korrekt?







Grüsse
philast
 
zeus25971 Am: 09.12.2018 12:14:50 Gelesen: 13305# 1049 @  
Hallo,

ich habe diese Postkarte und verstehe den versteuerten Satz wirklich nicht. Wie wir wissen, lag der Preis für Postkarten in diesem Zeitraum bei 130 pf. die Postkarte hat 50 pf. also 80 pf fehlt, multipliziert mit x2 sollte es 130 sein (als erstes blaues Zeichen) und danach wieder abgebrochen und 200 geschrieben wurde. Kann mir jemand dabei helfen?

Mit freundlichen Grüßen
Luis


 

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