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Thema: Sondertarife im Grenzbereich Deutschland, Österreich, Schweiz
Das Thema hat 81 Beiträge:
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Briefuhu Am: 29.11.2021 15:00:50 Gelesen: 45510# 57 @  
Hier drei Ansichtskarten aus dem kleinen Walsertal mit entsprechenden Stempeln aus Riezlern und Mittelberg vom 16.08.1957, 01.09.1963 und 30.08.1983,



Schönen Gruß
Sepp
 
Baber Am: 29.11.2021 18:00:16 Gelesen: 45471# 58 @  
Zwischen dem Sonder-Tarif 60 Groschen (10 Pfg Postkarte) bis 30.4.1961 und einem Schilling ab 1.3.1963 gab es noch den Tarif zu 70 Groschen (10 Pfg Postkarte), da der Schilling gegenüber der DM von 6,00:1 zu 6,50:1 abgewertet wurde.



Karte von Kleinwalsertal und von Jungholz

Gruß
Bernd
 
GSFreak Am: 17.12.2021 12:36:38 Gelesen: 44804# 59 @  
Hallo zusammen,

hier eine österreichische 5 S Ganzsachenkarte aus der Serie "Schützt gefährdete Tiere und Pflanzen", verschickt nach Auffrankatur von 60 G aus 8985 HIRSCHEGG, KLEINWALSERTAL am 28.05.1993 nach Lörrach in Deutschland, entwertet mit Sondertarif-Stempel.



Beste Grüße
Ulrich
 
10Parale Am: 24.11.2023 20:50:24 Gelesen: 22714# 60 @  
Ich sammle schon lange Briefmarken, aber solch ein Stempel ist mir noch nicht vorgekommen.

AK Riezlern (Kleinwalsertal) nach Müllheim in Baden, abgestempelt am 27.3.56 mit der roten Trachtenmarke zu 60 g. Der Stempel hat unten eine Kreiserweiterung und den Hinweis "SONDERTARIF".

Bezieht sich das auf das Porto für die AK oder welche Bewandtnis hat es mit diesem Sondertarif?

Liebe Grüße

10Parale


 
Martin de Matin Am: 24.11.2023 21:27:20 Gelesen: 22708# 61 @  
@ 10Parale [#60]

Das Kleinwalsertal gehört zu Österreich ist aber nur über Deutschland zu erreichen; deswegen gibt es dort einen Sondertarief. Briefe aus Kleinwalsertal sind deshalb schon interessant [1].

Gruss
Martin

[1] https://de.wikivoyage.org/wiki/Kleinwalsertal
 
JoergH Am: 24.11.2023 21:29:35 Gelesen: 22707# 62 @  
@ 10Parale [#60]

Hallo,

mit der AK direkt hat der Sondertarif nichts zu tun - sondern damit, dass die Postsendung vom Kleinwalsertal (Zollausschlußgebiet) nach Deutschland versandt wurde. Hier galt für alle Postsendungen eben nicht der eigentlich von Österreich nach Deutschland fällige Auslandstarif, sondern ein Sondertarif. Näheres dazu auf den jeweils letzten Seiten des MICHEL Deutschland Spezial Band 2 oder des MICHEL Österreich Spezial.

Jörg

[Beiträge [#60] bis [#62] redaktionell verschoben aus dem Thema "Stempel bestimmen: Österreich"]
 
DL8AAM Am: 25.11.2023 02:15:23 Gelesen: 22694# 63 @  
@ Baber [#40]

Laut Gebührenverzeichnis von Herbert Kotal galt der Sondertarif (Deutsche Inlandsgebühren in Schilling umgerechnet) bis 17.12.1974 auch für Sendungen in die DDR. Dann war bis zur Wiedervereinigung am 1.7.1990 das Auslandsporto fällig. Warum das so war, darauf weiß auch Herbert Kotal keine Antwort. Irgendwie hängt das mit dem 1972 geschlossenen Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR zusammen.

Das hängt sicherlich (auch) damit zusammen, dass es bis zum 18. September 1973 international anerkannt nur ein einziges Deutschland gab, auch wenn es einzelne Länder (und internationale Organisationen) gab, die "bilaterale" Anerkennungsverträge abgeschlossen haben. Erst am 18. September 1973 wurde mit der Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland und der DDR - als zwei separate Vollmitglieder - in UN, die Zweistaatlichkeit für die Weltgemeinschaft "verbindlich" [1].

Bis zum Grundlagenvertrag im Jahr 1972 war die DDR für Österreich auch ganz "offiziell" (vereinfacht gesagt) ein Teil der Bundesrepublik Deutschland. Österreich hat die DDR erst nach der "Genehmigung" durch die Bundesrepublik (mit dem Grundlangenvertrag) zum 21. Dezember 1972 diplomatisch anerkannt. Die DDR-Staatsbürgerschaft übrigens erst im Jahr 1975, als erstes westliches Land überhaupt, bis dahin war die DDR für Österreich "ein Staat ohne Staatsbürger". [2]

Dann brauchte die AT Post halt noch ein ein paar wenige "Behördenmonate" mehr, um das ganze auch posttariftechnisch umzusetzen. ;-)

Beste Grüße
Thomas

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_in_den_Vereinten_Nationen
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisch-deutsche_Beziehungen_nach_1945
 
dithmarsia43 Am: 10.02.2024 15:59:19 Gelesen: 21226# 64 @  
Hallo,

aus den Jahren 1953/54 2 Ansichtskarten nach Deutschland; interessant die aus Mittelberg/Kleinwalsertal zum Sondertarif.

Das Kleinwalsertal ist eine österreichische Enklave auf dem Gebiet der Bundesrepiblik und straßenmäßig auch nur von hier zu erreichen.

Beste Grüße,

Uwe



[Redaktionellkopiert aus dem Thema "Österreich Dauerserie Trachten"]
 
becker04 Am: 06.05.2025 10:16:34 Gelesen: 12310# 65 @  
@ DERMZ [#47]

Hallo zusammen,

nachfolgend ein R-Brief in der deutschen Postagentur Büsingen aufgegeben in die Schweiz mit Schweizer Frankatur - 5 mal 100 Rappen Schmetterlinge - und dem dazugehörenden Einlieferungsbeleg. Auf dem R-Label erscheint die Schweizer PLZ für Büsingen, die Entwertung der Frankatur erfolgte im Briefzentrum Winterthur am 6.9.2005.




MfG
Klaus
 
Reini46 Am: 13.07.2025 10:34:41 Gelesen: 10213# 66 @  
Hallo,



Brief vom 15.2.1958 von Jungholz in Tirol nach Kaufbeuren mit 2 Viererblocks.

Von Jungholz nach Deutschland gab es einen Sondertarif, da der Ort im Zollausschlußgebiet lag.

Ein Brief kostete 20 Pf das Einschreiben 50 Pf das waren zum damaligen Kurs (1:6) 4 Schilling 20 Groschen.

Grüße
Reini46

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Viererblocks "]
 
Reini46 Am: 14.07.2025 13:09:02 Gelesen: 10081# 67 @  
Hallo,

zwischen Österreich und der Schweiz gab es nicht nur einen Grenzverkehr Vorarlberg - Schweiz (und umgekehrt) sondern auch von Tirol ins Engadin.



Hier ein Brief vom 17.2.1933 von Compatsch bei Samnaun nach Landeck in Tirol. Links unten sieht man den handschriftlichen Vermerk Grenzverkehr.

Der Brief ist zum Inlandstarif von 20 Rappen freigemacht.

Briefe in diesem Grenzverkehr sind selten, Kenner dieses Gebietes werden mir das bestätigen.

Grüße
Reini46
 
Journalist Am: 21.07.2025 10:40:14 Gelesen: 9819# 68 @  
Hallo an alle,

beim Sortieren habe ich die folgende Ganzsache aus Österreich zusätzlich mit 60 Groschen frankiert gefunden, die im Kleinwalsertal in Riezlern am 17.3.54 gestempelt wurde



Ob der Brief portogerecht war oder nur sammlerbeeinflusst, kann ich leider nicht sagen.

Viele Grüße Jürgen
 
JoergH Am: 21.07.2025 11:47:41 Gelesen: 9806# 69 @  
@ Journalist [#68]

Hallo Jürgen!

Nur nebenbei: Das hat da nichts mit tanzenden Zwergen zu tun - das heißt Kleinwal sertal.

Zur Portohöhe:

Ich errechne insgesamt 1,20 Schilling Frankatur - umgerechnet mit 1:7 ergeben sich 17,14 Pfennige. Das am 17.03.1954 gültige Briefporto bis 20 Gramm betrug 16 Pfennige. Der Brief war also um einen Pfennig oder sieben Groschen überfrankiert - da hätte man erheblich "stückeln" müssen, um genau auf die 53 Groschen Zusatzfrankatur zum GA-Aufdruck zu kommen. Außerdem war nach meiner dunklen Erinnerung eine Rundung auf die nächsten zehn Groschen in diesen Umrechnungs-Fällen üblich - kann jemand diese Rundung offiziell untermauern?

Jörg

[Die Redaktion: Ich habe den Fehler korrigiert, damit der Ort gefunden werden kann]
 
Baber Am: 21.07.2025 14:34:14 Gelesen: 9767# 70 @  
@ JoergH [#69]

Hallo Jörg,
Hallo Jürgen,

Der von Jürgen gezeigte Pro Juventute-Brief ist portogerecht frankiert.

Im Kleinwalsertal, das von den Walsern aus der Schweiz besiedelt wurde, daher der Name, galt bis 2006 für Post nach Deutschland ein Sondertarif: Deutsches Inlandsporto umgerechnet in Schilling.

1954 war der Schilling noch mehr wert, der Umrechnungskurs war 1:6. Der Brief ist mit 1,20S = 20 Pfg portogerecht frankiert. Wie Jörg auf 16 Pfg für eine Inlandsbrief 1954 kommt, ist mir schleierhaft.

Schade, dass man diesen Sondertarif 2006 auf österreichischen Seite abgeschafft hat. Er war ein beliebter Anreiz für deutsche Touristen, doch eine Ansichtskarte mit "Sondertarif" nach Hause zu schicken.

Von Deutschland ins Kleine Walsertal gibt es ihn immer noch, denn die Orte im kleinen Walsertal haben eine deutsche und eine österreichische Postleitzahl. Benutzt der deutsche Absender die deutsche, ist es eine Inlandssendung. benutzt er die österreichische, ist es eine Auslandssendung.

Gruß
Bernd
 
Reini46 Am: 21.07.2025 15:26:04 Gelesen: 9749# 71 @  
Hallo,



Wertbrief über 100 DM vom 24.2.1987 aus Riezlern nach Süßen.

Briefgebühr 80 Pf Zuschlag für Wertbrief 4 DM

Der Brief wurde nicht frankiert, da seit 1.1.1947 Wertbriefe in Österreich bar zu bezahlen waren.

Der Brief ist sicher philatelistisch beeinflußt.

Warum die Gebühr nicht in Schilling angeschrieben wurde, weiß ich nicht.

Grüße
Reini46
 
Baber Am: 21.07.2025 21:02:47 Gelesen: 9684# 72 @  
@ Reini46 [#71]

Der Brief ist sicher philatelistisch beeinflußt

Er sieht stark danach aus. Der Absender wird den Stempel Gebühr bezahlt vielleicht schon auf dem Brief mitgebracht haben.

Das Porto von 4,80 DM ist korrekt und wurde dann mit dem Faktor 7 in Schilling umgerechnet.

Gruß
Bernd
 
Journalist Am: 22.07.2025 10:30:48 Gelesen: 9632# 73 @  
@ JoergH [#69]
@ Baber [#70]

Hallo Ihr beiden,

vielen Dank für die Ergänzungen und Anmerkungen, das der Brief doch richtig frankiert ist. Bezüglich des Schreibfehlers den Richard netter Weise korrigiert hatte, das lag wohl an meiner Augen-OP vor einigen Tagen, da kann ich manches derzeit noch nicht ganz scharf sehen, wird aber schrittweise besser. :-)

Viele Grüße Jürgen
 
zonen-andy Am: 01.09.2026 10:48:38 Gelesen: 1113# 74 @  
@ volkimal [#50]

Hallo,

diesen Brief verstehe ich nicht. Der Aufgabeort ist in Wieda/Harz? Warum gestempelt in Büsingen am Hochrhein mit Sondertarif? Der angebliche Empfänger in Laufenburg/Schweiz hat den Brief nicht abgeholt, ähnlich wie in Beitrag [#50]. Oder ist doch alles korrekt? Ist der Brief eine Misch- oder Mehrfachfrankatur oder was sonst? Für eine Antwort wäre ich dankbar.



Grüße
Andreas
 
Frankenjogger Am: 01.09.2026 12:12:20 Gelesen: 1089# 75 @  
@ zonen-andy [#74]

Der Brief wurde in Büsingen (Deutsche Enklave in der Schweiz - Hochrhein) aufgegeben. Dort gab es einen Sondertarif. Der Brief ging in die Schweiz, wurde nicht abgholt und ging nach über einem Monat nach Wieda zurück.

Ob der Brief portorichtig ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Ob Mehrfach- oder Mischfrankatur? Ich pladiere für eine Mischfrankatur von 2 x Block 41 mit Mi-Nr. 1947. Man könnte auch eine Mehrfachfrankatur der Mi-Nr. 1947 sehen.

Viele Grüße,
Klemens
 
DERMZ Am: 01.09.2026 13:51:57 Gelesen: 1067# 76 @  
@ zonen-andy [#74]
@ Frankenjogger [#75]

Guten Nachmittag Andreas und Klemens,

mit meinem bescheidenen Amateurwissen möchte ich folgendes anmerken, Sendungen aus der deutschen Exklave Büsingen am Rhein (nahe bei Schaffhausen) in die Schweiz wurden nach deutschen Inlandstarif frankiert und verschickt und wurden mit dem Stempel "SONDERTARIF" entwertet, diese Sendungen wurden direkt an die schweizer Post übergeben. Alle anderen Sendungen erhielten in Büsingen den Tagesstempel mit PLZ und wurden durch die deutsche Post bearbeitet.

Warum der Brief nicht in Wieda aufgegeben wurde, weiß ich nicht, mutmaße aber das der Absender eine Gelegenheit nutzte, um einen Beleg mit dem "SONDERTARIF"-Stempel für seine Sammlung zu generieren.

Viele Grüße Olaf
 
Reini46 Am: 01.09.2026 14:20:22 Gelesen: 1063# 77 @  
Hallo,



Eine nette Werbekarte in Grenzverkehr Österreich-Liechtenstein. Dieser Tarif galt vom 1.9.32 bis zum 30.4.34

Grüße

Reini46
 
zonen-andy Am: 01.09.2026 14:55:25 Gelesen: 1053# 78 @  
@ Frankenjogger [#75]
@ DERMZ [#76]

Hallo Klemens, Hallo Olaf,

vielen lieben Dank an euch beiden für die Aufklärung dieses Briefes. Da lag ich mit meiner Beschreibung und Vermutung völlig daneben. Abermals vielen Dank für die Aufklärung.

Viele Grüße

Andreas
 
Nachtreter Am: 02.09.2026 07:57:38 Gelesen: 932# 79 @  
@ DERMZ [#76]

Post von Büsingen in die Schweiz wird mit Schweizer Tarifen transportiert. Da Büsingen allerdings deutsches Staatsgebiet ist (deutsche Währung, Deutsche Post, ...) werden die Schweizer Posttarife in deutsche Währung umgerechnet und mit deutschen Marken freigemacht.

Bestes Beispiel: ein A5-Briefumschlag gilt in der Schweiz als eine Art "Standart-Brief". Dieser kostet von Büsingen aus in die Schweiz nicht mehr als 1,50 Euro (als B-Post). Vom naheliegenden Gailingen kostet der gleiche Brief aber mehr als das doppelte: 3,30 €.

Viele Grüße

Nachtreter
 
Reini46 Am: 02.09.2026 10:03:14 Gelesen: 912# 80 @  
Hallo,



Ein eher ungewöhnlicher Beleg aus dem österreichisch-schweizer Grenzverkehr.

Brief vom 19.3.25 von Dornbirn nach St. Gallen
Brief der 2. Gewichtsstufe 4400 Kronen Expressgebühr 8000 Kronen

Die Verwendung der 10.000 Kronen Marke ausserhalb Wiens ist nicht häufig, im Grenzverkehr sehr selten.

Grüße

Reini46
 
brandhuber Am: 14.09.2026 13:25:38 Gelesen: 91# 81 @  

 

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