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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
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inflamicha Am: 27.07.2014 21:19:49 Gelesen: 654174# 3190 @  
@ JoshSGD [#3188]

Da muss ich Mümmel zustimmen. Einen deutschen Postbeamten, dem die nächste Portoerhöhung unbekannt war, gab es nämlich nicht. Kein Vergleich zu heute.

Von mir gibt es heute diesen Privat-Ganzsachenumschlag (PU 46 A 3) mit einem Wertstempel 10 Pfg. Nationalversammlung:



Der Umschlag wurde als Drucksache mit offener Klappe am 10.9.1921 von Frankfurt (Main) nach Leipzig gesandt. Da das Porto 15 Pf. betrug wurde eine 5 Pf. Germania dazu geklebt.

Gruß Michael
 
JoshSGD Am: 29.07.2014 20:27:42 Gelesen: 652907# 3191 @  
Guten Abend,

wir sehen heute einen einfachen Beleg aus der Portoperiode 7 (1.1. - 30.6.1922). Dieser Brief lief am 26.4.1922 lief von Friedrichsbrunn nach Halle/Saale und war nicht schwerer als 20g. Die Frau Direktor Sommer (verwitwet) wohnte bis Mitte April auf dem Robert-Franz-Ring und verzog danach auf die Mozartstraße 11, siehe mein vorheriger Beleg. Die Frankatur ist eine EF Mi.Nr. 191 mit Kreisobersegmentstempel "Friedrichsbrunn (Ostharz) - 26.4.22).



Gruß
Josh
 
muemmel Am: 29.07.2014 20:49:45 Gelesen: 652887# 3192 @  
Ebenfalls nen guten Abend,

hier ein Wertbrief vom 20.10.23, der es auch noch eilig hatte:



Gelaufen am Ersttag der Portoperiode 21 (20.–31.10.1923) von Schwein nach Tübingen. Das Porto für den Brief bis 100g betrug 14 Millionen, die Einschreibgebühr 10 Millionen, die Eilzustellgebühr 20 Millionen. Für 2 Milliarden Wert war eine Versicherungsgebühr von 40 Millionen fällig, zusammen also 84 Millionen Mark. Zur Frankatur wurden Marken der MiNrn. 314 AP, 316 AP, 317 AP und 318 AP verwendet.

Schöne Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 30.07.2014 21:17:31 Gelesen: 651919# 3193 @  
Guten Abend,

eine seltene Privatganzsachenkarte (Frech PP 67 F 1/02) mit ebenso seltenem Sonderstempel (Filbrandt 339, im Bochmann unbekannt) will ich euch heute zeigen:



Die Karte mit der Ansicht des Goethehauses in Weimar hat einen Wertstempel 40 Mark im Arbeitermuster, ausreichend für eine Fernpostkarte in der PP 13. Die Karte ist mit dem Sonderstempel "WEIMAR Tagung Vereinig. d. Elektr. Werke 28.6.1923" versehen und wurde nach Berlin-Dahlem befördert.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 31.07.2014 21:13:24 Gelesen: 650892# 3194 @  
Guten Abend,

aus Hoppegarten bei Berlin kommt mein heutiger Beleg: Nachnahme-Fernbrief über 100 Mark nach Altona-Ottensen vom 20.4.1921 (PP 6).



Wie der Name Hoppegarten schon vermuten lässt befand sich und befindet sich noch heute dort eine Pferde-Rennbahn. Der absendende Herr Trainer hatte ein schönes Nebeneinkommen, indem er interessierte Wettkunden mit Insiderinformationen versorgte. Im inliegenden Brief bot er diese sogar im Abonnement an. Beim Empfänger des Briefes war seine Mühe jedoch vergebens, dieser verweigerte die Annahme der Sendung.

Das Porto betrug 60 Pf., für die Nachnahme-Vorzeigegebühr waren 50 Pf. fällig.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 01.08.2014 21:55:25 Gelesen: 650045# 3195 @  
Guten Abend,

am 6.1.1923 (PP 11) schickte das Gräfliche von Degenfeld-Schonburgsche Rentamt in Eybach diesen Brief nach Waldhausen:



Das Porto von 25 Mark wurde neben einer 100 Pf. Arbeiter mit Waffel-Wasserzeichen mit einem Paar der Mi-Nr. 234 bezahlt. Neben 12 Mark Frankaturwert waren diese Marken mit 8 Mark Zuschlag für die Alters- und Kinderhilfe belegt. Die Marken waren nur im Inland und nur bis 15.1.1923 portogültig. Für den guten Zweck wurde die Verwendung jedoch auch ins Ausland und bis weit ins Jahr 1923 hinein geduldet.

Schönes Wochenende und schöne Grüße

Michael
 
muemmel Am: 01.08.2014 23:51:09 Gelesen: 649941# 3196 @  
Dem Guten-Abend-Wunsch von Michael schließe ich mich gerne an,

bevor es nun wirklich ins Wochenende geht, hier ein Brief von Bank zu Bank:



Am 7.11.23 machte sich dieser Brief des Bankgeschäfts Stenger, Hoffmann & Co. von Essen auf die Reise an das Bankhaus Steube & Co. in Herne. In der Portoperiode 23 (5.–11.11.1923) betrug das Porto für einen Fernbrief bis 20 Gramm 1 Milliarde Mark, das hier auch richtig mit zwei Marken je 500 Millionen verklebt wurde. Einfache Fernbriefe dieser Portoperiode mit dem Porto 1 Milliarde sind wahrlich keine Seltenheiten, doch dieser Beleg hat es dann doch faustdick hinter den Ohren.

Dass es sich hier um Marken des Walzendrucks handelt, ist aufgrund des Unterrandstücks mit den charakteristischen Walzenstrichen unverkennbar. Nun gab es allerdings bei dieser Marke drei verschiedene Herstellungsverfahren. Zunächst das Verfahren, bei dem sowohl Markenbild und Wertdruck vom Plattendruck stammen. Des Weiteren wurden aber Markenbild und Wertdruck im Walzendruck hergestellt. Schließlich kam bei dieser Marke der MiNr. 324 noch ein drittes Verfahren hinzu, bei dem das Markenbild vom Walzendruck stammt und der Wertdruck anschließend mittels Plattendruck erfolgte. Diese Marken muss man dann schon als kleine Raritäten betrachten. Wenn sich solche dann noch auf einem Beleg befinden, darf man mit Fug und Recht die Seltenheit etwas höher einstufen.

Stellt sich nun die Frage, wie man den Unterschied zwischen reinem Walzendruck (WW) und dem Kombinationsdruck Platte auf Walze (PW) erkennt?

Antwort 1: Ohne Seitenränder überhaupt nicht.

Antwort 2: Bei WW gibt es unterschiedliche Farben der Walzenstriche (6 hellere Striche vom Markenbilddruck und 7 dunklere Striche vom Wertdruck), bei PW sind hingegen die 13 gleichfarbigen Walzenstriche vom Markenbilddruck das Erkennungsmerkmal.



324 WW



324 PW

Zu erwähnen wäre noch, dass neben der MiNr. 324 auch Marken der MiNr. 321 im Kombinationsdruck PW hergestellt worden sind. Nach solchen Teilen, insbesondere auf Beleg muss man allerdings sehr lange suchen.

Und nun genug für heute.

Schöne Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 02.08.2014 22:26:37 Gelesen: 649094# 3197 @  
Guten Abend,

ein Kartenbrief mit viel Bedarfstext im Innern soll es heute sein. So ganz unbeeinflusst vom Philageiste wird der Absender nicht gewesen sein. In Dresden-Altstadt wohnend gab er seinen Brief nach Obercunewalde extra im Postamt Dresden-Neustadt auf, so dass zwei weitere Zweien durch die Postamtsnummer in den Stempel vom 22.2.22 2-3 V gelangten. Auch die sorgfältig aufgeklebten Marken (eine mit Bogenrand) lassen auf einen "Gesinnungsgenossen" schließen.



An Porto waren in dieser Portoperiode (PP 7) zwei Mark zu entrichten, die 3 Marken zu 120, 75 und 5 Pfennig sind sehr sorgfältig vom Postbeamten abgestempelt worden.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 03.08.2014 17:36:46 Gelesen: 648259# 3198 @  
Guten Abend,

die Ermittlung des Portos für Pakete (amtlich Postfrachtstücke) ins Ausland während der Inflationszeit gestaltet sich äußerst schwierig und ist für die meisten Leute ein Buch mit sieben Siegeln.

Anhand eines Paketes möchte ich hiermit versuchen, ein ganz klein wenig Licht in das Dunkel zu bringen. Da ich selbst keinen Paketbeleg nach dem Ausland besitze, habe einen von erron aus der Datenbank genommen.



(Datenbank # 2823)

Eine immens wichtige Rolle spielte beim Paketversand aus dem Gebiet des Deutschen Reiches nach dem Ausland der Goldfranken [1], einer Fiktivwährung, die zur Abrechnung von Post- und Fernmeldeleistungen diente.

Bei der hier gezeigten Paketkarte handelte es sich um ein Paket von 0,5 kg, das am 17.12.1921 von Hamburg nach Helsingborg in Schweden abging. Auf der Vorderseite ist ein Stempel des Hauptzollamtes Hamburg zu sehen, aber die abschließende zollamtliche Prüfung erfolgte immer noch in Berlin. Am 24.12.21 gelangte es mit der Fähre nach Trälleborg (Schweden). Wann es den Empfänger in Helsingborg erreicht hatte, verschweigt uns die Paketkarte.

Soviel zum Transportweg. Doch wie kam nun das Porto von 57,60 Mark zustande?

Hier kommt nun der Goldfranken ins Spiel. Vom 2.7.1921 bis 31.8.1922 kostete ein Paket <1 kg nach Schweden 1,60 GF. Vom 15.12.1921 bis 28.2.1922 war der Kurs 1 GF = 36,00 Mark. Multipliziert man nun 1,60 mit 36,00 ergibt sich genau das erforderliche Porto von 57,60 Mark.

Dies ist lediglich ein Beispiel für den Paketversand nach Schweden. Jedes "Ausland" hatte da eigene Vorstellungen bzgl. des Portos in Goldfranken, weshalb man dieses Beispiel nicht auf andere Länder übertragen darf.

Insgesamt darf man sagen, dass der Paketversand ins Ausland insbesondere während der Inflationszeit eine eigene Wissenschaft ist. Persönlich sind mir lediglich drei Spezialisten bekannt, die sich mit der Materie auskennen.

Schönen Gruß
Harald

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Goldfranken
 
muemmel Am: 04.08.2014 21:17:26 Gelesen: 647334# 3199 @  
Guten Abend,

ein guter Bekannter, der sich intensiv mit Inflationsbogen beschäftigt, hat nun festgestellt, dass Inflationsbelege auch ihren Reiz haben. So sandte er mir kürzlich Scans dieser Karte, mit der Erlaubnis, diese hier vorstellen und auch in die Belege-Datenbank stellen zu dürfen.



Die Fernpostkarte ist am 29.11.23 von Breslau nach Schwiebus gelaufen und wurde mit einer Marke der MiNr. 336 AP frankiert. Die 10 Milliarden vierfach aufgewertet ergaben das nötige Porto von 40 Milliarden Mark. Postalisch also alles in bester Ordnung.

Interessanter ist hier jedoch die Mitteilungsseite, welche die damaligen Zustände beschreibt. So etwas ist postalisch und wirtschaftlich Historie in Reinform.

Schönen Gruß
Harald
 
juni-1848 Am: 05.08.2014 18:01:11 Gelesen: 646739# 3200 @  
So, Hochwasser-Helferzeit im Münsterland überlebt - und toi, toi, toi - keine abgesoffenen Belegesammlungen aus den Rückstau-Überraschungen gefischt!

Apropos abgesoffen:

Diese brasilianische Inlandspostkarte (Ganzsache) vom 4.9.1908 aus Porto Alegre wurde adressiert an

Herrn Doktor Laubmann, Caixa N o 761, Arzt an Bord der "Cap Vilano", Rio de Janeiro:

... ...

Sie trägt zwei brasilianische Stempel, die ich nicht vollständig entziffern kann
(siehe unbeantwortete Frage / Beitrag: [http://www.philaseiten.de/beitrag/88761]):

1. "ADM. DOSC.DC R.G.DO SUL \ 4 \ SET \ 1908 \ ( M.P.)"
2. "RIO DE JANEIRO \ 5 \ SET \ 1908 \ R.G. DO SUL"

Der Arzt war bei Ankunft der Karte in Rio wohl nicht an Bord, so dass die Sendung nach Hamburg weitergeleitet wurde mit Ankunftsstempel:
" HAMBURG \ 14 \ (FREIHAFEN) \ 6 10 08 \ * 9-10V. c".

Im Inland wäre sie ohne Porto nachgesendet worden. Hier wurde jedoch aus dem Empfängerort Rio de Janeiro eine Nachsendung in den Freihafen von Hamburg, aus einer Inlandssendung also eine in das Ausland. Hierfür fehlendes Porto (5 Pfennig) wurde einfach (ohne Nachgebühr-Zuschlag) beim Empfänger eingehoben.

Die "Cap Vilano" wurde 1906 bei Blohm & Voss als Linien-Passagierschiff für die Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft (HSDG) gebaut und fasste bei rund 9.500 BRT 600 Passagiere in 3 Klassen. Sie war der erste von vier Doppelschrauben-Schnelldampfern für den seit 1901 gemeinsamen Liniendienst mit der Hapag im Südamerika-Verkehr.

Im Jahre 1908 erfolgte die Aufnahme des Hafens Rio de Janeiro in den Fahrplan der Doppelschrauben-Cap-Dampfer, die Schaffung eines kombinierten Brasil-La Plata - Schnelldampferdienstes. Schon im gleichen Jahr wurden Passagiere geworben mit nunmehr wöchentlichen Abfahrten gemäß neuem Schnelldampfer-Fahrplan.

(Quelle: Ein Sammlerfreund, der u.a. auch auf Wikipedia verwies)

Da es sich um eine deutsche Gebühr aus der Infla-Zeit der PP1 (1.7.1906 bis 31.7.1916) handelt, habe ich den Beleg unter Formulare abgelegt (Datenbank #6284).

Sammlergruß, Werner
 
muemmel Am: 08.08.2014 23:32:11 Gelesen: 644560# 3201 @  
Guten Abend,

von einem Bekannten erhielt ich die Abbildungen der nachstehenden Nachnahme:



Zunächst die postalischen Daten: Gelaufen am 31.10.1923 von Berlin nach Salzungen, frankiert mit je einer Marke der MiNr. 309 und 317. Das Porto für die Drucksache betrug 2 Millionen Mark und für die Vorzeigegebühr waren 5 Millionen Mark zu entrichten. Also alles in bester Ordnung.

Aber in der Hochinflation war die Geldeintreibung per Nachnahme alles andere als sinnvoll, da die Mark in immer kürzeren Intervallen an Wert verlor. Am 31.10.23 entsprachen die geforderten 1,53 Millionen Mark einem Gegenwert von 0,004 Goldpfennig (Stand der Goldmark am 1.7.1914). Am 1.11. waren es dann nur noch 0,0024 Goldpfennig und wenn der Empfänger am 2.11. endlich das Geld in Empfang nehmen konnte oder seinem Konto gutgeschrieben wurde, waren es lediglich noch 0,0018 Goldpfennig. Der Wertverlust betrug also innerhalb dieser kurzen Zeitspanne 55%, oder anders gesagt, der Empfänger erhielt von den geforderten 1,53 Millionen Mark lediglich den Gegenwert von 690.000 Mark (alle Zahlen gerundet).

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass besonders Verlage von Fach- oder Innungszeitschriften noch bis in den November ihre Abonnementgebühren per Nachnahme einforderten, obwohl das Geld im Endstadium der Inflation sogar stündlich an Wert verlor.

Schönen Start ins Wochenende
Harald
 
muemmel Am: 09.08.2014 21:30:28 Gelesen: 644142# 3202 @  
Guten Abend,

heute eine Fernpostkarte aus der Portoperiode 19 (1.–9.10.1923):



(Datenbank # 6460)

Gelaufen am 4.10.23 von Nürnberg nach Selb. Das Porto von 800.000 Mark wurde mit Marken der MiNrn. 275a, 285 und 298 zusammengestellt, alte Bestände wurden also aufgebraucht.

Hübsche Grüße
Harald
 
JoshSGD Am: 12.08.2014 20:23:00 Gelesen: 643299# 3203 @  
Liebe Belegefreunde,

um den Thread wieder vorwärts zu bringen, fange ich mit einer einfachen Drucksache im Ortsverkehr von Halle (Saale) aus der PP 18 (1.8. - 23.8.23) an. Sie ist portorichtig mit 200 Mark frankiert als EF Mi.Nr. 269.



Gruß
Josh

(Datenbank # 6477)
 
JoshSGD Am: 13.08.2014 20:17:21 Gelesen: 642747# 3204 @  
Guten Abend,

um die Flaute zu beenden, stelle ich den nächsten Beleg vor.

Wir sehen eine Fernpostkarte aus der PP 17 (1.9. - 19.9.23), gelaufen am 8.9.23 von Dresden-Neustadt nach Leipzig. Die Karte ist mit 30000 Mark portogerecht frankiert, eine bunte Mischfrankatur der Mi.Nr. 251, 252, 253 a, 256 a, 269, 270 und 280.

Markenspanne: 1:100
Marken-Porto-Spanne: 1:150

Man kann schon sagen, dass das schon schwerer zu finden ist.



Gruß
Josh

(Datenbank # 6478)
 
juni-1848 Am: 13.08.2014 22:31:26 Gelesen: 642673# 3205 @  
Überredet! Dann ziehe ich mal wieder einen aus dem Hut und "halbiere" die Marken- und die Marken-Porto-Spanne von Josh.

Die unterbrochene "orangerote Welle" mit der leuchtenden 100.000 Queroffset setze ich fort mit diesem aus der PP 17 (1.9. bis 19.9.1923):



(Datenbank #4605)

Dieser Fernbrief der zweiten Gewichtsstufe (100 Tsd M) wurde am 7.9.23 eingeschrieben (75 Tsd M) in Wittenburg* nach Leipzig-Connewitz aufgegeben.

* Wittenburg im Mecklenburgischen hatte seinerzeit rund 3.300 Einwohner)

Frankiert wurde mit Queroffset Mi. 253 (2000 M), 254 (3000 M), 257 (100.000 M) sowie je 2x Aufdruck Mi. 277 (5 Tsd) und Mi. 284 (30 Tsd auf 10 M).

Laut handschriftlichem Vermerk des Boten wurde der Empfänger beim ersten Zustellversuch nicht angetroffen.

Ein weiterer ähnlich frankierter Fern- sowie ein Ortsbrief dieses Absenders lassen vermuten, dass die urprünglich frankierten 105.000 M Queroffset einem eingeschriebenen Ortsbrief bis 20 Gramm galten (und letzteren mit einer Mi. 257 in Queroffset-MiF muss man schon ein Weilchen suchen).

Flaute ade,
Werner
 
muemmel Am: 13.08.2014 23:10:35 Gelesen: 642656# 3206 @  
Schön, dass sich doch noch Leute finden, die Belege aus der Inflationszeit einstellen.

Leider kann ich derzeit nicht damit dienen, da mein Reservoir momentan erschöpft ist. Aber ich hoffe gar sehr, dass sich die Flaute bei mir demnächst wieder in eine (kräftige) Brise wandelt.

Schönen Gruß Harald
 
JoshSGD Am: 14.08.2014 20:45:35 Gelesen: 642151# 3207 @  
Guten Abend,

heute ein weiter Sprung zurück in die PP 2 (1.8.16 - 30.9.18). Der Brief lief am 9.9.1917 im Ortsverkehr von Halle und ist mit 7,5 Pfennig portorichtig frankiert, EF Mi.Nr. 99 b.

Die Abmaße des Briefes betragen 7 x 11 cm (B x L), daher vermute ich ein Gewicht kleiner als 20g.

Ob die Deutsche Post DHL einen solchen kleinen Brief heute noch befördern würde?



Gruß
Josh

(Datenbank # 6494)
 
muemmel Am: 14.08.2014 21:58:37 Gelesen: 642095# 3208 @  
Na gut, dann spring ich mal wieder nach vorne, und zwar mit einer Fernpostkarte vom 24.11.23 aus der Portoperiode 25 (20.–25.11.1923):



Derartige Karten sind keine Raritäten, aber mich reizte der gut abgeschlagene Stempel von Berlin-Steglitz (der noch in die Stempel-Datenbank wandert). Außerdem stellte sich heraus, dass es sich um die Einzelfrankatur einer MiNr. 328 AW (Walzendruck) handelt, die man nicht allzu häufig findet.

Und nun ist vorerst wieder Flaute angesagt, was mich betrifft.

Schöne Grüße
Harald
 
JoshSGD Am: 15.08.2014 18:02:33 Gelesen: 641641# 3209 @  
Guten Abend,

pünktlich zum Feierabend wieder ein Kettenhemd.

Der Brief lief am 10.10.21, PP 6 (1.4. - 31.12.1921), von Radeburg nach Zittau. Er wog maximal 20g und ist daher portorichtig mit 60 Pfennig frankiert, EF Mi.Nr. 147.



Gruß
Josh

(Datenbank # 6493)
 
JoshSGD Am: 16.08.2014 11:56:32 Gelesen: 641064# 3210 @  
Das nächste Kettenhemd folgt so gleich ...

Fernbrief vom 06.12.1920, PP5 (6.5.20 - 31.3.21), bis 20g im Ortsverkehr von Halle. Portogerechte Frankatur mit 40 Pfennig, EF Mi.Nr. 145.



Gruß
Josh

(Datenbank # 6495)
 
juni-1848 Am: 16.08.2014 19:22:26 Gelesen: 640798# 3211 @  
@ muemmel [#3206]

Beneidenswert! Alles der Philaseiten-Datenbank anvertraut!

Meine mehrmaligen Anläufe, die in zwei Jahrzehnten zusammengetragenen Infla-Spezialitäten hier zu zeigen, werden immer noch von Scanner-Verzerrungen (speziell: originalgetreue Farbwiedergabe) behindert.

Aus diesem Grunde zeige ich seit etlichen Monaten nur die Neuzugänge, von denen mir die "Ehemaligen" brauchbare Scans liefern können. Ein Beispiel zeigt folgender Beleg (Rückseite mit erwähntem Scanner-Problem):



(Datenbank #6500)

Aus der PP 17 ( 1.9. bis 19.9.1923) stammt dieser Einschreibe-Auslandsbrief vom 15.9.1923 ab Chemnitz 1 nach Prag (Sondertarif in die Tschechoslowakei). Der recht große Firmenumschlag (ca. 13 x 16.5 cm) mit Absender- (Judaika) und Empfänger-Vordruck ist bar freigemacht mit zweizeiligem rotem Rahmenstempel "Taxe \ percue" und handschriftlicher Ergänzung "925 \{Signatur}".

Die Portostufe: 150 Tsd für die ersten 20g plus 7x 100 Tsd je weitere 20 gr sowie 75 Tsd für das Einschreiben.

Rückseitig Devisenkontrollzettel (Nr. 4) nebst diverser Dresden-Stempel, u.a. der Postüberwachungsstelle.

Ob ein solches Gewicht in das Couvert passt, habe ich mit einer "Gewichtssimmulation" überprüft. Die Rand- und Eck-Spuren des Couverts lassen kaum Zweifel aufkommen. Höhere Gewichtsstufen zu Auslandssonderporti gehören zu den Infla-Raraitäten.

Bis die Sammlertage,
Werner
 
JoshSGD Am: 17.08.2014 21:00:33 Gelesen: 639935# 3212 @  
Guten Abend,

heute wieder viele Kettenhemden auf einem Beleg.

Wir sehen einen Fernbrief bis 20g von Duisburg nach Meiningen, gelaufen am 14.04.1921 (PP 6, 1.4.21 - 31.12.21). Portogerechte Frankatur von 60 Pfennig, MiF Mi.Nr. 85I a, 85I b, 86 II a, 141 und 144.



Gruß
Josh

(Datenbank # 6496)
 
inflamicha Am: 18.08.2014 20:48:32 Gelesen: 639068# 3213 @  
Guten Abend,

die durch meine Urlaubsreise bedingte Pause beim Belegeeinstellen ist beendet, leider. Ich hoffe ihr habt mich wenigstens ein bißchen vermisst. ;-) Heute gibt es was mit Postbetrug:



Der am 19.4.1923 von Hamburg nach Spandau gesandte Brief erforderte 100 Mark Porto, verklebt ist eine Marke zu 5 Mark mit einem Zuschlag von 100 Mark für die Rhein-Ruhr-Hilfe. Aufgefallen ist das niemandem. Da die Post diesen Spendenbetrag abführen musste, wurde der Brief für ein Zwanzigstel dessen was ihr eigentlich zustand befördert.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 18.08.2014 21:55:59 Gelesen: 639021# 3214 @  
@ inflamicha [#3213]

N´Abend Michael,

selbstverständlich wurdest Du vermisst, aber der Urlaub sei dir auch gegönnt. Da bei mir derzeit echt Ebbe bei Belegen ist (was sich jedoch nächste Woche ändern wird) haben doch Josef und Werner wieder etwas zur Belebung beigetragen.

Grüßle
Harald
 

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