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Thema: Sieger Briefe, Ganzsachen, Einschreiben - aufheben oder weg damit ?
Walter Am: 03.01.2009 13:05:23 Gelesen: 9295# 1 @  
Sind Briefe von Sieger oder ähnliche Reklamebriefe sammelwürdig ? Sind normale Einschreiben es wert sie aufzuheben ?

Normale Briefe aus der Tagespost haben mehr oder weniger Gebrauchsspuren, hebt man die auf oder weg damit ?
 
Robertomarken Am: 03.01.2009 14:50:21 Gelesen: 9277# 2 @  
@ Walter [#1]

Reklamebriefe von Sieger uns Co sind meist zu künstlich gestaltet.

Einschreibebriefe, Briefe aus der normalen Tagespost sind es allemal wert aufzuheben. Sie dokumentieren durch Ihre Kompletterhaltung im Nachhinein den gesamten Beförderungsweg. Ein derartiger Brief zeigt häufig den Absender den Empfänger = Laufweg auf, desweiteren seine ordnungsgemäße Frankierung, den komplett erhaltenen Stempelabdruck u.s.w.

Für derartige Belege ist es vorteilhaft sich ein geeigneten Schuber zuzulegen. Ein Problem ist häufig das unterbringen von Langbriefen, da ist leider knicken angesagt.

Ein typischer Ersttagsbrief zeigt dagegen keine Gebrauchsspuren, ist in der Regel häufig überfrankiert und somit reine Machwerke.

Übrigens Du muss ja Briefe mit gleicher Frankatur z.B. selbstklebende oder Dauerserie nicht massenhaft aufheben.

Robert
 
AlleWeltSammler Am: 03.01.2009 14:54:21 Gelesen: 9276# 3 @  
@ Walter [#1]

Hallo Walter,

ich hebe Briefe nur auf, wenn sie mir der Frankatur oder der Aufmachung wegen (Umschlag passt zur Marke oder der Brief hat andere Besonderheiten) gut gefallen. Einerseits wird eine Sammlung mit solchen Belegen aufgelockert, andererseits gibt es Sammler, die sich auf ganze Belege spezialisiert haben. Diesen kann man mit "besonderen Belegen" immer eine kleine Freude machen. Alles andere schneide ich aus und löse es ab.

Umschläge von Reklamebriefen wie z.B. der Deutschen Post landen bei mir direkt im Altpapierkarton, weil ich der Meinung bin, daß es sich hierbei nicht um Ganzsachen im eigentlichen Sinn handelt.

Letztlich muß aber jeder Sammler für sich selbst entscheiden, was er für sammelwürdig hält und ob solche Belege zu seiner Sammlung passen.

Viele Grüße, Micha
 
Pete Am: 03.01.2009 15:36:59 Gelesen: 9263# 4 @  
@ AlleWeltSammler [#3]

>>Umschläge von Reklamebriefen wie z.B. der Deutschen Post landen bei mir direkt im Altpapierkarton, weil ich der Meinung bin, daß es sich hierbei nicht um Ganzsachen im eigentlichen Sinn handelt.<<

Auch dafür gibt es Sammler, auch wenn hier vor Ort bei Sammlerkollegen gelegentlich über die Neuheitenflut an Werbeumschlägen der DPAG gemeckert wird.

@ Robertomarken [#2]

>>Ein Problem ist häufig das unterbgingen von Langbriefen, da ist leider knicken angesagt.<<

Die Größe dieser C6-Briefe ist ein leidiges Problem als Sammler. Als Belegesammler der modernen Privatpost habe ich mir damit geholfen, die meisten derartiger Umschläge (= typischer Umschlag für Geschäftspost) in DIN-A4-Folien im Ordner aufzubewahren. Interessanteres Material bewahre ich in Briefealben (Achtung auf passende Größe!) im C6-Format auf, die ich gebraucht auf Tauschtagen für kleines Geld erwerbe. Es handelt sich hierbei im Regelfall um leere Alben für FDC, entsprechend vorderseitig beschriftet. Dies stört mich eher weniger.

Ich persönlich finde es schade, wenn interessante C6-Briefe geknickt werden müssen, um sammlergerechter zu sein!

@ Walter [#1]

>>Normale Briefe aus der Tagespost haben mehr oder weniger Gebrauchsspuren, hebt man die auf oder weg damit ?<<

Gebrauchsspuren sind üblich. Die Deutsche Post packt nicht jeden Brief mit Samthandschuhen an. Für die Mitbewerber gilt gleiches. Das Briefgeschäft ist ein reines Massengeschäft; Beispiel: das kleinste Briefzentrum der DPAG dürfte bei ca. 450.000 Sendungen pro Nacht anfangen, die zu sortieren und transportieren sind.

Ich würde eher skeptisch werden, wenn ein Brief keine Gebrauchsspuren aufweist.

Für die meisten Briefe aus meiner Tagespost (Absenderfreistempel, Frankit, Plusbriefe, "Entgelt bezahlt" usw.) habe ich persönlich keine Verwendung. Allerdings kenne ich hier vor Ort Sammler, die sich darüber freuen. Im Austausch erhalte ich von denen etwas für meine Sammlungen.

Gruß
Pete
 
Sammelfreak Am: 03.01.2009 15:39:36 Gelesen: 9259# 5 @  
Unterbringung ist eigentlich gar kein Problem.

Ich nehme für alle Belege und Karten in meiner Sammlung ETB Alben da passt fast alles rein.

Martin
 
reichswolf Am: 03.01.2009 16:13:49 Gelesen: 9247# 6 @  
Noch eine kurze Anmerkung zu den Werbebriefen von Sieger: Diese sind durch die Motive im Absenderstempel teilweise für Thematiker interessant. Ein Bekannter von mir, der alles zum Thema Elvis sammelt, hat sich z.B. sehr über den entsprechenden Werbe-Umschlag gefreut und sogar ein Abo abgeschlossen. :-)

Beste Grüße,
Christoph
 
Stempelwolf Am: 03.01.2009 18:42:22 Gelesen: 9233# 7 @  
@ AlleWeltSammler [#3]

Hallo Micha,

da wirfst Du aber viel "Geld" in Deinen Papierkorb: "Umschläge von Reklamebriefen wie z.B. der Deutschen Post landen bei mir direkt im Altpapierkarton".

Wenn Du diese Ganzsachen nicht als vollwertig betrachtest ist das ok aber schau mal in einen Ganzsachenkatalog unter Eigenausgaben der Deutschen Post. Da tränen einem die Augen, wenn man die Preise sieht, die für diese Ganzsachen so angesetzt sind (abgebildet habe ich so eine Ganzsache zu Micheleuro 3,-/2006)! Ich werfe grundsätzlich nichts dergleichen weg. Es gibt genügend Sammler, die sich auch an solchem "Altpapier" erfreuen.



Beste Grüße
Wolfgang
 
AlleWeltSammler Am: 03.01.2009 20:28:15 Gelesen: 9217# 8 @  
@ Stempelwolf [#7]

Hallo Wolfgang,

sorry falls mein Statement falsch rüber gekommen ist. Natürlich gibt es auch für diese Dinge einen Sammlerkreis und das ist auch gut so. Ich persönlich bin halt der Meinung, das ist alles Machwerk der Post, (eben wie Du schreibst, bzw. durch Michel kategorisiert Eigenausgaben), wo selbst der "Stempel" aufgedruckt ist. Mit Philatelie hat das für mich nichts tun und deshalb haben solche Dinge für mich auch keinen Sammelwert.

Ich bin aber gerne bereit solche "Ganzsachen" künftig aufzuheben und den Sammlern kostenlos zukommen zu lassen. Wer also Interesse hat möge sich bitte bei mir melden.

Viele Grüße, Micha
 
Carolina Pegleg Am: 04.01.2009 01:36:37 Gelesen: 9181# 9 @  
@ Walter [#1]

Im Hinblick auf die Sieger - Werbebriefe sollte man vielleicht noch auf die Diskussion im Thema Vorausenwertungen Deutschland hinweisen:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=1001&CP=2&F=1

Auch aus der normalen Tagespost kann man auch heute noch Philatelie betreiben, wenn auch zugegebenermassen in der Tagespost fast nichts mehr für das klassische Briefmarkensammeln dabei ist. Gesammelt wird -- abseits des Mainstreams -- eigentlich fast alles (Werbestempel, Freistempel, Frankit etc. etc.). Im Michel sind diese Sammelgebiete natürlich nicht notiert, aber das heisst nicht das man sowas nicht sammeln kann. Beförderungsspuren bei Bedarfspost sind normal. Grobe Öffnungsspuren bei "Allerweltsbelegen" zerstören allerdings in der Regel den Sammlerwert. Im übrigen schliesse ich mich Pete [#4] an im Hinblick auf geknickte Langbriefe etc.
 
chuck193 Am: 18.04.2011 04:51:19 Gelesen: 7721# 10 @  
Hallo,

wegen den Sieger Werbebriefen, also auch die langen Briefe lassen sich doch leicht Aufbewahren. Ich habe bis jetzt nie Probleme davon gehabt. Ich habe einen ganzen 3 Ring Binder voll von Sieger Briefen.

Viele Grüsse,
Chuck


 
Martinus Am: 18.04.2011 09:32:44 Gelesen: 7692# 11 @  
Also ich habe mir auch eine kleine Sammlung zugelegt. Auch die Info Post Briefe hebe ich mittlerweile auf, weil es auch dafür Sammler gibt. Notfalls kannst Du sie verschenken und jemand eine Freude machen!

Es muss nicht alles teuer sein und was man sammelt entscheidet man selbst. Die Freude am Sammeln ist der Hintergrund!

lg Martinus
 
Pilatus Am: 23.05.2011 22:47:02 Gelesen: 7432# 12 @  
@ Martinus [#11]

Hallo Martinus,

mit Briefen von Sieger kann ich im Moment nicht dienen, obwohl ich sicher bin welche zu haben, aber mit zwei Briefen aus Österreich an die Fa. Sieger.

Beste Grüße Pilatus


 
Pilatus Am: 29.05.2011 01:30:51 Gelesen: 7333# 13 @  
Ich wußte doch, daß ich welche haben mußte. Jetzt habe ich sie gefunden.

Freundliche Grüße Pilatus


 
filunski Am: 18.05.2017 16:03:35 Gelesen: 1180# 14 @  
Hallo zusammen,

ich habe mal wieder ein altes Thema hoch geholt, da mir gerade ein passender Beleg in die Finger kam.

Um zur Eingangsfrage des Themas Stellung zu nehmen, den folgenden Beleg wird wohl so schnell keiner wegwerfen wollen?! ;-)

Die Fa. Sieger war ja schon immer sehr einfallsreich im "konstruieren" von Sammlerbelegen (auch Kartonphilatelie von eher zweifelhaftem Wert) aber wir verdanken ihr auch durchaus schöne ältere belege mit außergewöhnlichen Frankaturen oder so wie hier Entwertungen.

Dieser, heute wäre es wohl ein Großbrief, enthielt wahrscheinlich den damaligen Siegerkatalog und ging im Jahre 1943 in die Schweiz:



Sehr interessant und auch selten die, wie es für Sieger heute standard ist, zur Entwertung verwendete frühe Vorausentwertung. Diese Vorausentwertungen einer Maschine der Nationalen Telefon- und Telegraphenwerke GmbH waren normalerweise noch mit einem Werbezusatz des Anwenders versehen. Hier erstaunlicherweise nicht.



Mir unbekannt ist auch, warum dieser Brief noch ein rotes Dienstsiegel des Oberkommandos der Wehrmacht trägt (oberste Inschrift kann ich leider nicht entziffern):



Vielleicht weiß da noch ein aufmerksamer Leser mehr dazu? ;-)

Viele Grüße,
Peter
 
HWS-NRW Am: 18.05.2017 16:16:14 Gelesen: 1165# 15 @  
@ filunski [#14]

Ich denke mal, daß es ein Prüfstempel ist, es war schließlich Krieg und da die Firma Sieger auch damals schon bekannt, wird der Brief ohne Öffnung weiter in die Schweiz gegangen sein.

Das obere Wort könnte auch "Geprüft" heißen.

mit Sammlergruß
Werner
 
filunski Am: 18.05.2017 16:18:52 Gelesen: 1160# 16 @  
@ HWS-NRW [#15]

Hallo Werner,

Danke! Ja du hast Recht, so macht das Sinn. Sonst ist ja kein Zensurvermerk auf dem Brief.

Viele Grüße,
Peter
 
Pete Am: 18.05.2017 18:07:42 Gelesen: 1111# 17 @  
@ filunski [#14]

Sehr interessant und auch selten die, wie es für Sieger heute Standard ist, zur Entwertung verwendete frühe Vorausentwertung. Diese Vorausentwertungen einer Maschine der Nationalen Telefon- und Telegraphenwerke GmbH waren normalerweise noch mit einem Werbezusatz des Anwenders versehen. Hier erstaunlicherweise nicht.

Ich frage mich eher, wie Sieger es geschafft hat, den Absenderstempel so tief Richtung Briefumschlagmitte aufzusetzen, dass dabei ein "Nicht-Hindenburg" ohne "Ohrring" herauskam. ;-)

Ein Beispiel aus dem Hause Sieger in Lorch mit der identischen Maschinennummer "459" und zusätzlichem Werbeeinsatz auf einem "Hindenburg mit Ohrring" für den vorherigen Zustand des Absenderstemplers siehe [1]

Gruß
Pete

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=11306#M12 (Beitrag 12) und http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=18916#M48 (Beitrag 48)

Nachtrag: ich sehe gerade, dass es sich bei dem Gerät um ein Modell handelt, welches in die Hand genommen werde musste um stempeln zu können, siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=11155#M6 (Beitrag 6)
 
DL8AAM Am: 18.05.2017 20:52:35 Gelesen: 1055# 18 @  
@ filunski [#14]

Super, ein wirklich schöner Beleg!

Mein dauerndes Reden "der Werbemüll von Heute, sind die Raritäten von Morgen". ;-)

In 200 Jahren werden die Philatelisten unsere INFOPOST- und DIALOGPOST-Umschläge ebenso anhimmeln. ;-)

Gruß
Thomas
 
filunski Am: 19.05.2017 00:07:11 Gelesen: 997# 19 @  
@ Pete [#17]

"Ein Beispiel aus dem Hause Sieger in Lorch mit der identischen Maschinennummer "459" und zusätzlichem Werbeeinsatz auf einem "Hindenburg mit Ohrring" für den vorherigen Zustand des Absenderstemplers siehe [1]"

Hallo Pete,

danke für den Hinweis! :-)

Ich habe mir mal den "Hindenburg mit Ohrring" aus deinem link [1] (= Bildquelle) ausgeliehen und mit dem Abschlag aus 1943 verglichen:



Laut Maschinennummer immer noch das gleiche Gerät, jetzt aber ohne den Sieger-Werbeeinsatz. Aber auch der "Ohrring" fehlt! Man stelle sich jetzt nur mal vor die hätten damals einen "Gröfaz mit Ohrring" hingestempelt! Die Fa. Sieger hätte sicherlich Besuch von den Herren in den langen Ledermänteln erhalten und ob ein solcher Beleg durch die Zensur gekommen wäre dürfte auch mit nein zu beantworten sein.

Ich nehme auch an, wenn man sich mal diese Stempelmaschine anschaut, dass die Fa. Sieger dieses Gerät kreativ so manipuliert hat, dass man damit einfach nur abstempeln konnte. Ursprünglich war das Gerät ja für das Aufbringen einer Einzelmarke mit anschliessender Entwertung in einem Arbeitsgang konstruiert. Für Mehrfachfrankaturen, so wie bei diesem Siegerbeleg, war das Gerät nicht konstruiert.

@ DL8AAM [#18]

Was da nicht alles raus kommt bei so einem "läppischen" alten Siegerbeleg! ;-)

Viele Grüße,
Peter

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=11306
 
cilderich Am: 24.05.2017 17:00:07 Gelesen: 856# 20 @  
@ filunski [#14]

Hallo,

noch kurz eine Anmerkung zu dem Stempel auf der Vorderseite. Wie HWS-NRW ja schon richtig sagte handelt es sich um einen typischen Zensurstempel der Kontrolle in Frankfurt, die war damals, gerade noch, für die Schweiz zuständig. Ab März 1943 wurde dies von München übernommen, somit ist das schon mal im Hinblick auf die Zensur interessant. Der Stempel selber dürfte nach Landsmann EP3.4, und damit recht häufig sein. Er ist alleine auf der Vorderseite angebracht ohne zusätzlichen Verschlußstreifen. Das war aber auch korrekt, denn, wie die Frankatur (0,05 Rpf) zeigt handelte es sich um eine Drucksache und die hatten ja zur Kontrolle offen zu bleiben und wurden nach der Zensur auch nicht mit Verschlußstreifen versehen. Hat also alles seine Richtigkeit.

Beste Grüße cilderich
 
filunski Am: 24.05.2017 22:42:19 Gelesen: 787# 21 @  
@ cilderich [#20]

Hallo cilderich,

vielen Dank für die Bestätigung und weiteren Details zu der Zensur!

Wie man sieht kann selbst solch ein "ehemals recht profaner" Umschlag viele interessante Überraschungen bergen. ;-)

Beste Grüße,
Peter
 
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