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Thema: (?) (440/451) Zensurpostbelege
Das Thema hat 452 Beiträge:
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Jürgen Witkowski Am: 20.12.2009 18:37:32 Gelesen: 385794# 203 @  
@ Georgius [#202]

Dieser Ellipsenstempel ist der häufigste Zensurstempel von Lüttich. Im Handbuch des Westens von Heinrich Wasels wird die Verwendungszeit von 09.01.1915 - 27.12.1916 angegeben. Im Buch von Hamacher/Ludwig "Das Generalgouvernement in Belgien 1914-1918 - Die Überwachung des Postverkehrs für die Privat-, Geschäfts- und Dienstpost" lautet der Verwendungszeitraum 24.12.1914 - 19.04.1918. In beiden Werken wertet der Stempel wegen seiner Häufigkeit 2 Euro.

Den Zeilenstempel 27 kann ich auf Anhieb nicht zuordnen. Die Stempel der Zensoren, die in beiden Werken gezeigt werden, weichen von Deinem Exemplar ab. Die Auslandstelle Aachen hatte wohl zur fraglichen Zeit ähnliche Prüferstempel, aber das scheidet bei diesem Brief aus.

Die zweite Idee war, den Stempel als Eilbotenstempel anzusehen. Allerdings habe ich ihn bisher bei keinem anderen Eilbotenbeleg aus dem Generalgouvernement Belgien finden können.

Da der Brief sauber erhalten ist, würde ich ihn persönlich bei 3-5 Euro ansiedeln. Mit etwas Glück ist er auch in 1 Euro-Kisten zu finden.

Vielleicht hat Postgeschichte noch ergänzende Informationen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Postgeschichte Am: 20.12.2009 19:24:20 Gelesen: 385783# 204 @  
@ Concordia CA [#203]

Ich teile Deine Einschätzung des roten Stempels als Eilbotenstempel. Die Form (ohne Rahmen) und auch die rote Farbe deuten auf diese Verwendung hin. Einen Eilbotenbrief mit dem Versendungsweg "Lüttich-Brüssel" habe ich nicht. Auf anderen Eilbotenbriefen habe ich diesen Stempel nicht feststellen können.

@ Georgius [#202]

Die Rückseite zeigt den Ankunftsstempel "Brüssel 28.4.16 * 1 c und wurde vermutlich nicht geöffnet, möglicherweise durchleuchtet.

Die Briefe waren offen aufzuliefern.

Gruß
Manfred
 
Georgius Am: 20.12.2009 23:38:07 Gelesen: 385767# 205 @  
@ Concordia CA [#203]
@ Postgeschichte [#204]

Herzlichen Dank Euch beiden für die ausführlichen Informationen zu dem Eilbrief.

Mit besten Sammlergrüßen
Dietrich
 
asmodeus Am: 16.01.2010 22:38:38 Gelesen: 385086# 206 @  
Wer kann mir etwas zu den Zensurstempel schreiben? Werteinschätzung wäre auch schön.

Vielen Dank



 
Hermes65 Am: 17.01.2010 12:44:48 Gelesen: 385047# 207 @  
Ich bin mir mit diesem Beleg nicht im Klaren, ob er unter dem Begriff "Zensurpost" fällt, schließlich stammt er nicht aus Kriegszeiten (gestempelt 15.3.1923). Allerdings deutet der Zettel auf der Rückseite darauf hin.
 
petzlaff Am: 20.01.2010 15:38:28 Gelesen: 384968# 208 @  
@ asmodeus [#206]

Der untere Beleg ist m.E. kein Zensurpostbeleg, der obere schon.

Spanien war im 2. Weltkrieg neutral und Valencia in Opposition gegen das Franco-Regime.

Wenn aus diesem Grund in Valencia eine Zensurkontrolle (wie durch den rückseitigen Stempel nachgewiesen) erfolgt war, kann man sehr gut nachvollziehen, dass das OKW sich ebenfalls für den Brief (zumal noch Einschreiben) interessiert und ihn geöffnet hat. Möglicherweise war der Adressat auch bekannt und stand unter irgendeinem Subversions-Verdacht.

Zum Preis fällt mir nichts ein - regelt sich halt eben aufgrund der Nachfrage. Auf alle Fälle sind beides wunderschöne Belege.

LG, Stefan
 
Jürgen Witkowski Am: 20.01.2010 16:08:07 Gelesen: 384962# 209 @  
Ein Beleg, der den normalen Postweg verlassen hat und in diesem Fall die Auslandsbriefprüfstelle in München durchlaufen hat, zählt sehr wohl zu Zensurpost.

Auf dem unteren Beleg befinden sich folgende Stempel der Auslandsbriefprüfstelle München:

Roter Einkreisstempel "A d" oben links - Durchlaufstempel,

blauer Rechteckstempel "30" unten links - Bearbeiterstempel Briefsortierung,

roter Zeilenstempel "D" - Bearbeiterstempel Briefsortierung.

Alle drei Stempel sind häufig. Der Handelswert beider Belege wird sich jeweils bei ca. 5 Euro bewegen.

Quelle: Horst Landsmann, Die Zensur von Zivilpost in Deutschland im 2. Weltkrieg

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 16.02.2010 16:50:46 Gelesen: 384352# 210 @  
Bei folgender Karte gehe ich davon aus, daß es sich um einen Beleg zur Inlands-Postüberwachung während des Ersten Weltkrieges handelt, kann das aber ohne Riemer nicht 1000%ig sicher sagen. Die Karte, eine P110I, lief jedenfalls am 20.11.1916 von ROSTOCK * * f nach Cöpenick (heute Köpenick, ein Teil von Berlin). Sie zeigt aber neben dem Tagesstempel noch einen Einkreisstempel Ü.K. Rostock., den ich für einen Zensurstempel halte. Liege ich da richtig?



Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 16.02.2010 17:40:44 Gelesen: 384347# 211 @  
@ reichswolf [#210]

Es handelt sich gemäß Riemer um den Stempel Nr. 3 für Rostock, der von der Inlandspostüberwachungsstelle zwischen September 1916 und Februar 1917 eingesetzt wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 16.02.2010 17:46:34 Gelesen: 384343# 212 @  
Jürgen, mein Dank wird dir ewig nachschleichen. :-)

Beste Grüße,
Christoph
 
bernd_2 Am: 24.02.2010 02:06:13 Gelesen: 384206# 213 @  
Die beiden Belege "stammen" aus Leipzig, sind aber in Frankfurt/Main abgestempelt. Wer kann dazu etwas sagen bzw. zur Aufklärung beitragen ?

Alle mir bisher vorliegenden Belege aus den sogenannten Betriebslagern. Es gab in und um Leipzig eine Vielzahl. Sind in Leipzig gestempelt.

Schon mal herzlichen Dank im Voraus.

mfsg bernd




 
Jürgen Witkowski Am: 24.02.2010 12:20:45 Gelesen: 384184# 214 @  
@ bernd_2 [#213]

Die beiden Briefe sind durch die Auslandsbriefprüfstelle in Frankfurt (Main) gelaufen, die unter anderem für die Post von und nach Frankreich zuständig war.

Vorderseitig befindet sich auf beiden Belegen der für Frankfurt typische rote Handdurchlaufstempel Ae. Ferner sind auf dem oberen Beleg noch ebenfalls für Frankfurt typische, mit Bleistift geschriebene Zahlengruppen zu sehen. Keinesfalls ausradieren!

Die rückseitigen Prüferstempel und bei dem oberen Beleg der seitliche Verschlussstreifen stellen ein weiteres Zensurmerkmal dar.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Briefe vom Interniertenlager in Leipzig auf direktem Wege zur Auslandsbriefprüfstelle nach Frankfurt gelaufen sind und dort erst nach durchlaufen der Zensurstelle in den Postverkehr eingespeist wurden. Einen entsprechenden Hinweis auf diese Vorgehensweise konnte ich der mir vorliegenden Literatur allerdings bislang nicht finden.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
bernd_2 Am: 25.02.2010 22:45:21 Gelesen: 384134# 215 @  
@ Jürgen

Danke für Deine schnellen Hinweise. Die Vorgehensweise in Bezug zu der "Lagerpost" scheint noch viele offene Fragen zu beinhalten.

Zum einen liegen Briefe / Karten mit Leipziger Stempel vor und zum anderen sind das die ersten (mir bekannten) in Frankfurt / Main abgestempelten.

Mal sehen was so noch auftaucht. Vielleicht finden sich weitere Mitglieder im Forum die etwas beitragen können.

mfsg bernd
 
Jürgen Witkowski Am: 15.05.2010 23:31:03 Gelesen: 381409# 216 @  
Diese Karte aus November 1944 lief vom britschen Ort Bournemouth-Poole in das schweizerische Solothurn. Dabei musste sie auch die britsche Zensur durchlaufen, wie der rote Zensurstempel unterhalb der Frankatur beweist. Die farbigen Striche auf der Vorder- und Rückseite stammen daher, dass die Karte mit verschiedenen chemischen Substanzen (auch Urin gehörte dem Vernehmen nach dazu) auf die Verwendung von Geheimtinte untersucht wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
petzlaff Am: 16.05.2010 10:31:18 Gelesen: 381364# 217 @  
@ Concordia CA [#216]

Schöner Beleg - der Prüfer muss aber schon eine schwere Blasenkrankheit gehabt haben :-))

LG, Stefan
 
Postgeschichte Am: 16.05.2010 11:08:08 Gelesen: 381357# 218 @  
@ Concordia CA [#216]

Hallo Jürgen,

auch im 1. Weltkrieg waren chemisch-optische Prüfungen im Einsatz. Ein weit verbreiteter Stoff zur Prüfung war Jod und Ammoniak.

Hier eine Feldpostkarte von Ostrow Gouv. Lomza (Generalgouvernement Warschau) nach Krakau (Österreich). Die Feldpostkarte war von einem Angehörigen des Polnischen Heeres (1. Poln. Inf. Regiment) verfasst worden.



Gruß
Manfred
 
Atzelhof Am: 23.08.2010 12:49:39 Gelesen: 366976# 219 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich kann zwar noch nicht Belege einscannen, doch vorab Frage an Spezialisten für Zensur und Rheinlandbesetzung:

Brief aus Mainz-Kastel mit Poststempel Mainz v. 16.9.19 wurde geöffnet und neben Verschlusszettel "CONTROLE POSTAL MILITAIRE" mit Ovalstempel "CONTROLE 115 Par l'AUTORITE MILITAAIRE" versehen. Gerichtet an "Mannheimer Ortskrankenkasse Krankenscheinausstellung (Buchstabe M.) Mannheim. Zwischen Text, auf Kuvertmitte, befindet sich ca. 2 cm runder 5-zackiger Stern im Kreis - Stempel.

Wer hat ähnlichen Zensurbrief oder kann Angaben hierzu machen?

Freundl. Gruß, K.F.
 
Postgeschichte Am: 23.08.2010 15:23:36 Gelesen: 366960# 220 @  
Hallo K.F.

bei dem Kreisstempel mit Stern handelt es sich mit Sicherheit um den bekannten französischen Zensurstempel. Hier eine Postkarte von Darmstadt nach Oberstein an der Nahe mit dem besagten Stempel.



Gruß
Manfred
 
Atzelhof Am: 24.08.2010 13:20:03 Gelesen: 366916# 221 @  
Hallo Manfred,

möchte mich recht herzlich für die Nachricht bzgl. "roter Stern" als franz. Zensurstempel bedanken.

Freudl. Gruß aus Mannheim, K.F.
 
reichswolf Am: 16.09.2010 00:09:22 Gelesen: 376101# 222 @  
Heute kann ich einen Brief vom 14.01.1947 (lt. Poststempel, lt. Inhalt jedoch vom 15.01.) von AACHEN 1 ? nach Wien zeigen. Er wurde in Österreich zensuriert, wie der Stempel Österreichische Zensurstelle - W. - 634 zeigt, der auf dem Umschlag und auf beiden Blättern des Briefes abgeschlagen wurde. Der Verschlußstreifen ist unbeschriftet, daher spare ich mir einen Scan der Rückseite.



Beste Grüße,
Christoph
 
Gerd Am: 27.09.2010 14:49:28 Gelesen: 375218# 223 @  
Den gescannten Brief soll ich zu Geld machen. Bei der Bezeichnung dafür komme ich ins schwimmen. Ich tippe auf einen Zensurbrief, weil er geöffnet wurde.

Was ist solch ein Stück wert?

Freundlichst Gerd



 
Jürgen Witkowski Am: 27.09.2010 17:05:51 Gelesen: 375204# 224 @  
@ Gerd

Der Brief ist in der auch für Rußland zuständigen Auslandsbriefprüfstelle in Berlin durch die Zensur gelaufen. Der Verschluss-Streifen wurde von März 1940 bis Februar 1941 verwendet. Die Verwendung des roten Handprüfstempels ist für die Zeit von Juli 1940 bis November 1941 dokumentiert.

Falls die russische Frankatur nicht irgendwelche Besonderheiten aufweist, liegt der Handelspreis für derartige Belege nach meiner Erfahrung zwischen 3 und 5 Euro.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Gerd Am: 28.09.2010 17:16:01 Gelesen: 375182# 225 @  
Ganzsache P227 nach Belgrad

Hallo,

ist die abgebildete Karte unter Feldpost einzustufen? Ich komme darauf wegen des roten Stempels, der als Stempel des Oberkommandos der Wehrmacht sein soll. Und was bedeuten die Zahlen unter der Adresse?

Gerd


 
Jürgen Witkowski Am: 28.09.2010 18:24:43 Gelesen: 375166# 226 @  
@ Gerd

Es handelt sich um eine Postkarte von Auschwitz nach Belgrad in Jugoslawien, die in Wien durch die Auslandsbriefprüfstelle gelaufen ist.

Der rote Maschinenprüfstempel wurde zwischen Oktober 1940 und Mai 1941 eingesetzt. Die kleinen Stempel und handschriftlichen Ergänzungen und Kürzel wurden von den einzelnen Prüfern aufgebracht. Auch der grüne Haken, der durch die Anschrift geht, ist ein Prüfvermerk.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Gerd Am: 28.09.2010 19:33:06 Gelesen: 375149# 227 @  
Danke Dir Jürgen.

Kannst Du mir auch in Sachen SBZ Block 1 helfen ?

Zu dem Brief aus Auschwitz nach Beograd, wenn ich diesen zur Auktion geben würde, was müßte ich da für einen Ausruf eintragen. In etwa?

Freundliche Grüße Gerd
 

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