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Thema: (?) (56) Porto bestimmen: Österreich
Das Thema hat 65 Beiträge:
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10Parale Am: 22.10.2014 20:35:45 Gelesen: 22502# 16 @  
@ bayern klassisch [#13]

Da bekommt man ja Lust Champagner zu trinken. Sie liefern eine höchst einleuchtende Erklärung der vielen Zeichen (für den Laien wohl Geheimzeichen), die diesen Brief nach Reims begleiten. Dazu noch 2 Fragen:

1. Bedeutet die handschriftliche 3 auf der Vorderseite, dass es sich um einen Brief der 3. Gewichtsstufe handelte?

2. Ich kann leider den 2 Tage später abgeschlagenen Grenzübergangsstempel von Strasbourg nicht erkennen - nur erahnen -?

Ich zeige hier auch einen alten Brief vom 11. Juli 1851. Ich habe ihn mit dieser Erklärung erhalten:

"Briefhülle von Wien nach Hermannstadt vom 11. Juli 1851, 9 Kreuzer Handpapier (HP) Type IIb, dunkelblau, Stempel Wien Mü.Nr. 3214i

Rückseite: K.K.Fil.Brf.Aufg.Amt MüNr.3215a MüP.75"

Weiss jemand was MüNr. bedeutet - bestimmt eine Katalogisierung von Stempeln nach einem österreichischen Stempelforscher ähnlich wie in Rumänien beispielsweise Kiriac Dragomir.

Liebe Grüße

10Parale



 
bignell Am: 22.10.2014 21:37:57 Gelesen: 22483# 17 @  
@ 10Parale [#16]

Hallo 10Parale,

hier geht es um "Edwin Mueller's Handbuch der Entwertungen von Österreich und Lombardei-Venetien".

Die Müller-Nummer bezeichnet den Stempel, die Müller-Punkte die relative Wertigkeit des Stempels, wobei der Wert eigentlich nur gilt, wenn der Abschlag allein auf der Marke sitzt.

Lg, harald
 
diva Am: 22.10.2014 21:57:10 Gelesen: 22477# 18 @  
@ Baber [#15]

Hallo Baber, und guten Abend,

vielen Dank für Deine Info. Ich habe leider noch keinen Österreich Katalog,
also nochmal vielen Dank. Kannst Du mir vielleicht auch den ca. Wert von diesem Brief sagen, und ob derselbe Sammlungswürdig ist.

Danke und noch einen schönen Abend.

M.F.G.
Diva
 
Baber Am: 24.10.2014 10:23:50 Gelesen: 22420# 19 @  
@ diva [#18]

Hallo Diva,

der Brief ist auf jeden Fall sammelwürdig, denn in der Inflationszeit änderten sich die Portosätze ja sehr schnell. Das Briefporto von 320 Kronen und die Einschreibegebühr von 800 Kronen war z.B. nur vom 1.11.1922 - 1.8.1923 gültig. Da ich Österreich vor 1945 nicht sammle, kann ich zum Wert schlecht etwas sagen. Ich würde den Sammlerwert des Briefes so zwischen 8 - 15 Euro schätzen.

Gruß
Baber
 
diva Am: 24.10.2014 10:36:21 Gelesen: 22416# 20 @  
@ Baber [#19]

Hallo Baber,

vielen Dank für Deine Info, ich denke dieser Brief kommt ins Album, danke nochmals. Wenn Du Österreich nach 1945 sammelst, ich habe noch einen ganzen Karton. Wenn Du noch was benötigst, kann ich Dir gerne weiter helfen.

Ein schönes Wochenende
Diva
 
Baber Am: 24.10.2014 11:12:05 Gelesen: 22406# 21 @  
@ diva [#20]

Hallo Diva,

danke für das Angebot. Ich habe mit Einführung des Euro Österreich aufgehört, weil mir die Ausgabepolitik nicht mehr gefällt. Bis dahin habe ich außer den Rennerblocks und den Überdrucken von 1945 alles. Für meine Express-Belege Sammlung suche ich noch einige Belege, aber die sind so selten, dass sie sich wohl kaum in Deinem Karton versteckt haben.

Gruß
Baber
 
Mondorff Am: 02.03.2015 20:51:28 Gelesen: 22277# 22 @  
Guten Abend,

es geht um den unten abgebildeten Brief Österreich - Luxemburg.

Ist der portogerecht frankiert, oder weist der Blaustiftvermerk T 10 auf Unterfrankierung hin?



Poststempeldatum: 10.8.1901

Mit Dank für eine Antwort
und freundlichen Grüßen
DiDi
 
bignell Am: 02.03.2015 21:10:51 Gelesen: 22268# 23 @  
@ Mondorff [#22]

Hallo DiDi,

Dr. Ferchenbauer schreibt: Ab Mai 1878 galten für Luxemburg die Portosätze des Allgemeinen (Welt-)Postvereins, nämlich 10 Kreuzer für den Frankobrief, 20 Kreuzer für den Portobrief, 5 Kreuzer für die Postkarte und 3 Kreuzer je 50 Gramm für Drucksachen. Die Einschreibegebühr und die Gebühr für ein Retourrezepiß beliefen sich auf je 10 Kreuzer, die Expreßgebühr auf 15 Kreuzer.

Müsste also portogerecht sein (abhängig vom Gewicht), allerdings steht das T oft für Taxe.

Lg, harald
 
10Parale Am: 02.03.2015 21:20:50 Gelesen: 22259# 24 @  
@ bignell [#23]

Gibt es eine Quellenangabe zu diesem Buch von Herrn Ferchenbauer? Persönliches Interesse.

Danke

10Parale
 
bignell Am: 02.03.2015 21:29:17 Gelesen: 22254# 25 @  
@ 10Parale [#24]

Hallo 10Parale,

Ferchenbauer Österreich 1850-1918 Handbuch und Spezialkatalog, Wien 2000, siehe [1]

Lg, Harald

[1] http://www.klassische-philatelie.ch/oe/oe_lit_1.html
 
Mondorff Am: 03.03.2015 17:30:19 Gelesen: 22211# 26 @  
@ bignell [#23]

Mit besten Dank für die Aufklärung

und freundlichen Grüßen
DiDi
 
Wachauer Am: 03.03.2015 19:19:22 Gelesen: 22198# 27 @  
@ Mondorff [#22]

Natürlich ist der Brief "taxiert" - das Porto für einen Auslandsbrief (je 20 Gramm) betrug ab 1.1.1900 25 Heller. Der Brief ist daher um 5 Heller unterfrankiert und wurde mit der doppelten Fehlgebühr taxiert.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
 
10Parale Am: 01.05.2015 15:41:37 Gelesen: 21945# 28 @  
Hallo Österreich-Spezialisten,

dieser mit 2 Siegel B.P. (BERNARD PALME) versehene eingeschriebene (recommandirte) Brief von Wien nach Kronstadt (Siebenbürgen)vom April 1865 ist vorderseitig freigemacht mit Österreich Michel Nr. 34, 15 Kreuzer und rückseitig mit Österreich Michel Nr. 33, 10 Kreuzer, also insgesamt mit 25 Kreuzer.

Von den beiden auf die Marken abgeschlagenen roten Stempel habe ich einmal gehört, dass es sich um einen speziellen Stempel von Wien handelte, mit dem recomanndierte Briefe versehen wurden.

Aus dem Studium mancher Briefe hier bei philaseiten weiss ich, dass eine Portobestimmung nicht immer einfach ist. Ich vermute, 25 Kreuzer betrug das Porto für solch ein Einschreiben. Dass die 10 Kreuzer Marke rückseitig angebracht wurde, wer kann es erklären ? Die rote Taxierung 69,5 hat wohl was mit der Bedeutung des Briefes zu tun, der Brief ist schwer und 2-seitig.

Schlägt man den Brief auf, findet man noch 2 alte Gebührenmarken der von 30 Kreuzern und 6 Kreuzern. Ein interessantes Dokument, aber nicht einfach einzuspuren. Vielleicht schafft es einer der Spezialisten hier im Forum.

Schöne 1. Mai wünscht 10Parale




 
bignell Am: 01.05.2015 16:00:01 Gelesen: 21936# 29 @  
@ 10Parale [#28]

Hallo 10Parale,

das Porto von Wien nach Kronstadt betrug 15 Neukreuzer, die Gebühr für Einschreiben 10 Neukreuzer, die sind vorschriftsgemäss rückseitig anzubringen gewesen. Die Zahl 695 dürfte keine Taxierung sein, sondern die laufende Nummer des Einschreibens. Die Stempelmarken innenliegend waren für die Abgeltung der Stempelgebühr anzubringen.

Ein sehr schöner Brief, besonders weil die rückseitige Marke unverletzt erscheint, was nicht so häufig der Fall ist.

Liebe Grüsse, harald
 
10Parale Am: 01.05.2015 17:01:03 Gelesen: 21926# 30 @  
@ bignell [#29]

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

"Ein sehr schöner Brief, besonders weil die rückseitige Marke unverletzt erscheint, was nicht so häufig der Fall ist."

Irgenwie mussten die Briefe ja geöffnet werden, und dass da nicht so auf Siegel und Marken geachtet wurde, sei verziehen.

Was du damit aber wirklich meinst, möchte ich noch an Hand dieser alten Briefhülle demonstrieren, die ich noch in meiner Sammlung fand. Es handelt sich um ein Einschreiben "RECOM" mit handschriftlichem Vermerk "Retoure-Recepisse" - also eine Art Rückschein von Hermannstadt nach Mühlbach, was damals zur k.u.k. Monarchie gehörte.

Vorne klebt eine Österreich Michel Nr. 3 zu 3 Kreuzern und rückseitig leider nur noch die Hälfte einer ehemaligen Michel Nr. 4 zu 6 Kreuzern. Auf Grund der niedrigeren Gebühr als aus dem Brief aus [#28] und [#29] ordne ich den Brief einmal zeitlich in die 60er Jahre des 19. Jahrhunderts.

Danke für die geschätzte Erklärung.

10Parale


 
Postgeschichte Am: 01.05.2015 17:45:41 Gelesen: 21915# 31 @  
@ 10Parale [#30]

Ich datiere den Brief Einschreiben-Rückschein in der Zeit vom 1.6.1850 und 30.10.1858. Er lief von Hermannstadt (Sibiu) nach Mühlenbach (Sebes), Entfernung etwa 60 km (unter 10 Meilen).

Zu zahlen waren m.E. für den Brief 3 Kreuzer, Einschreiben 6 Kreuzer (Rückseite - zur Hälfte sichtbar) und 6 Kreuzer für die Retourrecipisse (Rückseite - fehlt, Klebestelle rechts neben Ankunftstempel MÜHLENBACH sichtbar).

Gruß
Manfred
 
10Parale Am: 01.05.2015 18:47:27 Gelesen: 21905# 32 @  
@ Postgeschichte [#31]

Vielen Dank für die Erläuterung. Ein Bild einer siebenbürgischen Postkutsche wie sie vielleicht in Hermannstadt zu jener Zeit unterwegs war, soll meine Fragen abschliessen.

10Parale


 
bignell Am: 02.05.2015 00:24:25 Gelesen: 21876# 33 @  
@ 10Parale [#30]

Hallo 10Parale,

korrekt, die rückseitige Marke wurde oft als Verschlussmarke geklebt und beim Öffnen zertrennt.

Bzgl des 3-Kreuzer-Briefs: links oben steht "I.tip", soll wahrscheinlich Type I heissen, was ich ehrlich gestanden bezweifle. Am Scan ist es nicht genau zu sagen, aber es dürfte sich um Maschinpapier handeln, somit Type III, auch glaube ich bei der 3 Kreuzer rechts eine gespaltene Wappenschildlinie zu erkennen, was somit auch Typ III bedeuten würde. Das schränkt das Datum 1.12. ein auf die Zeit 1854-58. Die Stempel Hermannstadt (Müller 981c) bzw Mühl(en)bach (Müller 1765c) waren bereits zu Beginn der österreichischen Markenzeit (1850) in Verwendung, lassen somit keine genauere Eingrenzung zu. Also würde ich den Mittelwert annehmen, ca 1856.

Lg, harald
 
10Parale Am: 03.05.2015 16:21:45 Gelesen: 21816# 34 @  
@ bignell [#33]

Vielen Dank für die Präzisierung. Es ist an der Zeit mir zu überlegen, den Michel Spezial Katalog Österreich anzuschaffen. Das Buch von Herrn Müller über die Abstempelungen ist eine Rarität und ich habe es nur in einem Shop gefunden für satte, aber gerechtfertigte 120,-- Euro.

Hier noch ein hochauflösender (1200 dpi) Scan der besagten 3-Kreuzer Marke. Vielleicht gibt es mal einen Thread über die ersten österreichischen Markenausgaben, der die einzelnen Papier- und Typenunterschiede erläutert.

Liebe Grüsse

10Parale


 
bignell Am: 03.05.2015 17:09:28 Gelesen: 21807# 35 @  
@ 10Parale [#34]

Hallo 10Parale,

eindeutig Typ III (gespaltene Wappenlinie), und sieht auch nach Maschinpapier aus - kann man am besten durch Fühlen unterscheiden. Handpapier = dünn und rauh, Maschinpapier = dick und glatt.

Lg, harald
 
bignell Am: 03.05.2015 18:42:55 Gelesen: 21789# 36 @  
@ 10Parale [#34]

Hallo 10Parale,

zur Typenunterscheidung: Wenn die Wappenlinie gespalten ist wie hier deutlich zu sehen,



dann handelt es sich immer um Type III. Bei fettem Druck können die beiden Linien wieder zusammenfliessen, deshalb ist das nicht das einzige Merkmal, aber das meist am besten erkennbare.

Lg, harald
 
Pete Am: 10.12.2017 12:15:10 Gelesen: 14270# 37 @  
Nachfolgend eine Sendung vom 26.11.1955, welche innerhalb von Wien als Ortssendung lief:



Am 26.11.1955 wurde eine Nachportomarke zu 1,00 Schilling verklebt und vom Postamt Wien 55 entwertet. Die Sendung selbst trägt einen Handstempelabschlag, worin verwiesen wird, dass die "Postgebühr beim Empfänger einheben" sei. Später (?) wurde die Nachportomarke mittels Handstempelabschlag "UNGÜLTIG" erneut entwertet.

Lässt sich klären, weshalb für die Sendung kein Nachporto erhoben wurde?

Danke.

Gruß
Pete
 
Baber Am: 10.12.2017 16:17:52 Gelesen: 14250# 38 @  
@ Pete [#37]

Hallo Pete,

ich kann die Rückseite nicht deutlich lesen, aber wenn sie darauf hinweist, dass vergeblich versucht wurde, die Sendung beim Empfänger zuzustellen, wäre das eine Erklärung.

Das Auslieferungspostamt wollte die 1S Gebühr beim Empfänger einheben und hatte dies schon mit der Nachportomarke dokumentiert. Wenn aber niemand zahlt, muss die Marke als ungültig erklärt werden, damit die Abrechnung im Postamt wieder stimmt.

Gruß
Bernd
 
Pete Am: 11.12.2017 18:21:11 Gelesen: 14210# 39 @  
@ Baber [#38]

ich kann die Rückseite nicht deutlich lesen, aber wenn sie darauf hinweist, dass vergeblich versucht wurde, die Sendung beim Empfänger zuzustellen, wäre das eine Erklärung.

Danke dir für deinen Hinweis. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Sendung bei dem Empfänger nicht zustellbar war (oder die Annahme verweigert wurde), weshalb eine Entlastung der Kasse bezüglich des verauslagten Portos von 1,00 Schilling erfolgen musste.

Ich kann leider die Handschrift auf der Briefumschlagrückseite ebenfalls nicht entziffern. Das dort angegebene Datum vom 09.08.1955 datiert allerdings vor der Aufgabe der Sendung bei der Post (wenn die Stempeldaten stimmen, wovon ich ausgehe).

Gruß
Pete
 
Heinrich3 Am: 25.12.2017 11:21:21 Gelesen: 13905# 40 @  
Hallo,

dieses "Sammlerstück" ist echt gelaufen, ich habe Namen und Anschrift im Scan gelöscht.

Meine Frage: Ist die Ergänzung des Portos um 3,65 Euro für Wertbrief zu 20 gr. nötig oder wollte man die Entwertung der Stickereimarke vermeiden?

Ein Entwerter-Stempel ist nicht auf dem Beleg, auch nicht auf der Rückseite.



Heinrich
 

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