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Thema: Bogenrandsignaturen
Das Thema hat 163 Beiträge:
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- Am: 30.08.2008 12:43:55 Gelesen: 186328# 89 @  
Bei der Serie "Sehenswürdigkeiten" gibt es den Bogenzähler schon mal doppelt:


 
Henry Am: 31.08.2008 10:25:28 Gelesen: 186305# 90 @  
@ italiker [#89]

Hallo Klaus,

wie meinst du das mit "schon mal..."? Hin und wieder oder ausnahmsweise?

Ich habe die Bogen immer nur mit zweimaliger Angabe der Bogennummer gesehen, 1x im Farbstreifen + 1x im weißen Rand.

Gruß
Henry
 
- Am: 31.08.2008 11:01:33 Gelesen: 186303# 91 @  
@ Henry [#90]

Hallo Henry,

ich habe keinen kompletten Bogen, sondern nur jeweils Vierer- bzw. Sechserblocks. Und da war dies der einzige Fall mit zwei Nummern.

Ich habe mich aber schlau gemacht: Du hast recht, bei den Sehenswürdigkeiten gibt es immer zwei Bogenzähler, mit unterschiedlichem Abstand voneinander, teilweise um mehrere Marken versetzt.

italiker
 
- Am: 02.09.2008 14:28:39 Gelesen: 186254# 92 @  
Farbrandstreifen gab es auch in Frankreich - hier eine Aufdruckmarke "Memel"- und in Danzig.


 
Stefan Am: 02.09.2008 20:22:51 Gelesen: 186237# 93 @  
@ italiker [#92]

die Urmarke von memel wurde in der französischen Druckerei Atélier des timbres in Paris hergestellt, wie die nachfolgende Urmarke (Abstimmungsgebiet Oberschlesien):


(Mi-Nr. 10 VIII = Doppeldruck des Aufdruckes, Urmarkenfarbe a, Aufdruck (gewollte Makulatur?) aus der 2. Auflage der Nr. 10 = Fälschung)

Der erwähnte Farbrandstreifen befindet sich auf einem "Leerfeld" bzw. Zwischensteg, der zu dieser Zeit zumindest bei den Freimarken üblich war. Ich nehme an, dass die "Leerfelder" (in Markengröße!) mittels Farbbalken bedruckt wurden, um einen Missbrauch (Fälschung von Briefmarken) zu unterbinden.

Gruß
Pete
 
Nathan Am: 03.09.2008 15:24:34 Gelesen: 186194# 94 @  
@ Concordia CA [#58]

Hallo,

für die Michelnummern der 283 und 284 wurden die Urbogen der 242 und 239 im Buchdruck einzeln überdruckt. Es gab deshalb keine 4-fach oder gar 10-fach Überdrucknutzen, die Urbogen lagen ja auch schon fix und fertig gedruckt und gezähnt vor. Überdruckt wurde die 239 mit der Überdruckplatte 10, 11, 20 und 21. Beim Überdruck der 242 zur 283 kamen die Überdruckplatten 32, 33 und 34 zum Einsatz.
Also ist im Falle der 284 die 10 die Überdruckplattennummer, bei der 283 ist es die 34.

Mfg,
Mario
 
- Am: 03.09.2008 15:29:16 Gelesen: 186192# 95 @  
@ Nathan [#94]

Hallo Mario,
willkommen auf den Philaseiten!
Mit der Erläuterung einer noch offenen Frage hast Du Dich auch schon prima eingeführt!
Klaus
 
Nathan Am: 03.09.2008 15:40:00 Gelesen: 186189# 96 @  
@ Concordia CA [#61]

Hallo,

für die Michelnummer 295 sieht die Sache etwas anders aus. Die nur im Rotationsdruck verausgabte Urmarke 272 wurde eigens dafür in anderer Farbe im Bogendruck neu gesetzt. Deshalb existieren hier die Überdruckplatten im 4-'er Nutzen. Oft ist nur auf den unteren Bogen die Überdruckhan zu finden. Die Vielfalt der Urplatten-HAN-Blockaden erklärt sich durch die Verwendung mehrerer Urmarken-Druckformen. Es gibt natürlich auch hier Überdruckplattennummern. Nur stehen diese bei Überdruckplatte 1-12 immer am linken Bogenrand neben Feld 31 bzw. 41 und bei Überdruckplattennummer 13-16 am unteren Bogenrand unter F91, 92, 96 oder 99.

Mit Gruss,
Mario
 
- Am: 04.09.2008 14:17:12 Gelesen: 186135# 97 @  
Mal wieder ein Beispiel aus den USA: Zweifarbendruck und zwei Bogennummern


 
collectorspassion Am: 04.09.2008 18:19:21 Gelesen: 186121# 98 @  
Hallo ich bin neue hier und schreibe meinen 1. Beitrag.
Wollte nur auf das Handbuch von G. Schwarz " Auch der Bogenrand ist Interessant" 2. Auflage
erschienen im März 2008,
sowie auf seine Spezialkataloge die "Formnummern der BRD Band 1 + 2" und Berlin hinweisen.
Diese Kataloge und das Handbuch wurden mit Nationalen wie auch Internationalen
Auszeichnungen z.B. mit der "VERMEIL - Medallie" bedacht.

Ich denke diese Literatur ist ein "must have" für jeden der sich für dieses Sammelgebiet entschieden hat.

zu beziehen über webverlag@t-online.de den ich, und dies möchte ich nicht unterschlagen, betreibe und Herrn
Schwarz als Verlags - Autor und Editor beim Vertrieb behilflich bin.
 
collectorspassion Am: 04.09.2008 20:19:38 Gelesen: 186026# 99 @  
Hallo ich bin neue hier und schreibe meinen 1. Beitrag.

Wollte nur auf das Handbuch von G. Schwarz " Auch der Bogenrand ist Interessant" 2. Auflage erschienen im März 2008, sowie auf seine Spezialkataloge die "Formnummern der BRD Band 1 + 2" und Berlin hinweisen. Diese Kataloge und das Handbuch wurden mit Nationalen wie auch Internationalen
Auszeichnungen z.B. mit der "VERMEIL - Medallie" bedacht.

Ich denke diese Literatur ist ein "must have" für jeden der sich für dieses Sammelgebiet entschieden hat.

Zu beziehen über Webverlag den ich, und dies möchte ich nicht unterschlagen, betreibe und Herrn Schwarz als Verlags - Autor und Editor beim Vertrieb behilflich bin.


 
Nathan Am: 04.09.2008 22:58:28 Gelesen: 186089# 100 @  
Hallo,

hier mal 3 verschiedene Bogenunterränder bei der Michelnummer 326B Platte -/8/8.

Zu sehen sind hier die Hausauftragsnummer H6297.23, die Unterrandschutzleiste und Reihenzähler am Unterrand, Teile der Werbeleiste am rechten Rand und die Summenzähler am linken Rand.

Das eigentlich interessante sind jedoch die verschiedenen Druckerzeichenkombinationen, jeweils vom Markenbilddruck und vom Wertdruck stammend.

Mit Gruss,
Mario


 
Jürgen Witkowski Am: 04.09.2008 23:57:20 Gelesen: 186083# 101 @  
@ Nathan [#100]

Auch von mir ein herzliches Willkommen auf Philaseiten.de. Vielen Dank für die Erläuterungen der von mir gezeigten Bögen.

Ich habe gemerkt, dass die Beschäftigung mit den Bogenrändern doch eine sehr vielfältige Angelegenheit ist und dass es eine eigene Terminologie gibt, die sich zum Teil aus der Drucker-Fachsprache ergibt.

An Deinem letzten Beispiel habe ich 12 verschiedene Stellen markiert, die mir aufgefallen sind. Es wäre toll, wenn Du diese Stellen mit den passenden Bezeichnungen benennst und vielleicht auch auf den tieferen Sinn der Markierungen, Zahlen und Striche eingehst.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
- Am: 05.09.2008 14:31:18 Gelesen: 186051# 102 @  
@ Concordia CA [#101]

Hallo Jürgen,

einige Deiner Fragen kann ich beantworten. Einiges wurde ja auch schon gezeigt.

1: Summenzähler (seitlich)
2: Zähnungspunktur
3: Reihenzähler
4: Strichelleiste
5: Hausauftragsnummer (HAN)
6: Formnummer
7:
8: Druckerzeichen
9: Druckerkennziffer
10:
11: Ausgabeanlass, Druckereiangaben

Die Bedeutung der beiden Nummern (7 bzw. 10) ist mir nicht so ganz klar. Die 761 ist in der Farbe der Wertziffer gedruckt. Ich tippe mal auf Plattennummer für den Werteindruck. Nathan kann das sicher auflösen.

Ich freue mich, daß nun endlich weitere Interessenten aufgetaucht sind. Dies befördert sicherlich die Qualität dieser Darstellungen. Bisher war ich ja leider - fast -Alleinunterhalter. Aber die hohe Zugriffszahl zu diesem Thema zeigt doch das große Interese. Das Sammeln in Vordruckalben lässt ja keinen Spielraum für Bogenränder.

Mit Sammlergrüßen
Klaus
 
- Am: 05.09.2008 14:42:43 Gelesen: 186050# 103 @  
Hier noch ein Beispiel für eine Zähnungspunktur am Oberrand

.

Sie diente der genauen Ausrichtung in der Zähnungsmaschine.
 
Nathan Am: 05.09.2008 17:05:03 Gelesen: 186039# 104 @  
@ Concordia CA [#101], @ italiker [#102]

Erstmal vielen Dank für die nette Begrüssung allerseits.

In der Zeiten der Reichsdruckerei (zumindest was mein Sammelgebiet angeht) war alles strikt bürokratisch geregelt, von den Arbeitsabläufen bis hin zu den Begriffsbestimmungen.

Zu den gewünschten Angaben noch nähere Informationen. Italiker lag aber bei vielen Angaben durchaus richtig.

1. Summierungszahlen, kurz Summenzähler, bezeichnet den Wert pro Markenreihe
2. Zähnungspunktur, dem ist nichts hinzuzufügen
3. Reihenzähler, auch selbsterklärend
4. Unterrandschutz, kurz Strichelleiste, dient dem Schutz der Druckplatte vor seitlicher Abrasion
5. Hausauftragsnummer, kurz HAN
6. Plattennummer der Wertdruckplatte

Anmerkung: In der Inflation bezeichnet Formnummer die komplette Druckform, welche aber aus mehreren Bogen, in der Regel vier Stück, bestehen.

7. entweder Druckerzeichen oder eine Nummer, welche die Druckmaschine für den Wertdruck kennzeichnete.

Anmerkung: Der genaue Zweck der beiden Nummern 759 und 761 ist nie aufgeklärt worden.

8. Druckerzeichen der Markenbildplatte

Anmerkung: Hier vermutlich als Namenskürzel für den Maschinenführer / Schichtmeister

9. Plattennummer der Markenbildplatte
10. entweder Druckerzeichen oder eine Nummer, welche die Druckmaschine für den Markenbilddruck kennzeichnete.
11. Reklameleiste oder Werbeleiste, zu Werbezwecken genutzt

Anmerkung: Die sogenannte Werbeleiste wurde ab ca. 1920 als Ersatz für die bis dato auch am rechten Rand gebräuchliche Strichelleiste eingesetzt. Damit verband man das Angenehme mit dem Nützlichen, Schutz der Druckplatte verbunden mit den Werbeeinnahmen des Schwertner-Konzerns. 1924 verlor der Schwertner Konzern dann den Vertrag mit der Reichsdruckerei, aber das ist eh nicht mehr mein Sammelgebiet.

Es gab sechs verschiedene Werbeleisten, die vier bei der Rosettenausgabe eingesetzten sind im untenstehenden Bild zu sehen.

Mit Sammlergruss,
Mario


 
- Am: 08.09.2008 17:13:33 Gelesen: 185932# 105 @  
Wenn durch Aufdruck des neuen Wertes der Nennwert von Marken verändert wird, muß natürlich auch die Reihenwertzahl geändert werden.


 
- Am: 09.09.2008 15:15:23 Gelesen: 185886# 106 @  
Orientierungsstriche in Markenfarbe dienten den Druckern zur Orientierung und Farbkontrolle



Unterhalb der Formnummer befindet sich noch eine Zähungspunktur.


 
- Am: 12.09.2008 15:57:41 Gelesen: 185820# 107 @  
Die Bedeutung der waagrechten Striche in Markenfarbe am Oberrand ist mir nicht so ganz klar.



Es könnte sich vielleicht um Abstandhalter handeln.


 
Nathan Am: 13.09.2008 20:30:48 Gelesen: 185794# 108 @  
Hallo Italiker,

primär stellen die Striche im oberen Rand den Plattenschutz der Markenbildplatte dar.

Funktion: Schutz der Druckklischees gegen seitliche einwirkende Kräfte.

Folgende Formen kamen zur Anwendung:

Strichelleiste: = Oberrand B
Linienleiste: = Oberrand C

Dann gibt es noch ohne Schutzleiste: = Oberrand A.

Diesen Oberrand findet man vorwiegend bei den unteren beiden Bogen eines Maschinenbogens. Dort war ein Anschlagschutz i.d.R. nicht notwendig, da mitten im Bogen gelegen.

Hoffe, das hilft Dir als Erklärung.

Mfg,
Mario
 
Holger Am: 14.09.2008 09:31:03 Gelesen: 185772# 109 @  
Habe da was nettes aus dem Pazifik-Raum:



Sonntägliche Grüsse
Holger
 
- Am: 14.09.2008 10:23:01 Gelesen: 185768# 110 @  
@ Nathan [#108]

Hallo Mario,

danke für die Erläuterung.

Klaus
 
- Am: 16.09.2008 18:29:05 Gelesen: 185697# 111 @  
Der Bogenrand ist aber nicht nur wegen der verschiedenen Signaturen interessant: Es kommen unterschiedliche Größen des Bogenrandes bei der gleichen Marke vor.


 
- Am: 20.09.2008 16:43:26 Gelesen: 185618# 112 @  
Es gibt auch handschriftliche Bogenrandsignaturen:



Das Schalterpersonal hat die Bogenecken rechts oben durchnummeriert, um die Abrechnung zu erleichtern.

Bei der linken Marke ist noch der Schnittwinkel erkennbar.


 
- Am: 23.09.2008 21:22:18 Gelesen: 185545# 113 @  
Doppeltes Passerkreuz auf einer DDR-Marke von 1979:

Das erste Kreuz ist farbig: waagrechter Balken grün und senkrechter Balken rot.



Das darüberliegende Passerkreuz ist schwarz.


 

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