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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 1646 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 27.10.2018 08:40:44 Gelesen: 68170# 1422 @  
Liebe Freunde,

da folgende Kuvert gibt mir ein paar kleine Rätsel auf. Ich halte es für in jeder Beziehung für echt und authentisch.





Ich lese als Adresse:

P(er) Feldpost
S(eine)r Hochwohlgeboren
Herrn Dr. med. Stilling
Cassel
Hessen, Preußen

und sehe den Stempel 7. Infanterie Regiment Hohenhausen 1. Bataillon

Siegelseitig lese ich:

Absender
??? Gefreiter
Stelling
14.tes Husaren
Reg(iment)

Der Distributionsstempel D1 17/8 verweist für mich auf den 1. Botengang in Kassel am 17.8.1870.

Kann ein Kenner des Krieges mit dem Dienstgrad des Stelling und den Lokalitäten (Aufgabe erfolgte wo, offensichtlich ohne Post) weiterhelfen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.11.2018 12:53:44 Gelesen: 62767# 1423 @  
Liebe Freunde,

zu den festen Regeln eines Dienstbriefes gehörte die Nominierung der Franchise, wenn er denn portofrei von der Aufgabepost belassen werden sollte. Für Bayern bedeutete dies i. d. R. "R.S." = Regierungs - Sache, worunter die Expeditions - Nummer (heute: Geschäftszeigen) zu setzen war.

Dergleichen Vorschriften für Dienstbriefe gab es natürlich auch in Österreich, wo allerdings die Franchise R.S. gänzlich unbekannt war, weil die dortigen Dienstbriefe den Vermerk "Ex offo" für "ex officio" = Aus dem Amt/Büro tragen mussten. Es war also keine Kann - Vorschrift bei beiden Postgebieten, sondern eine klare Dienstesvorschrift.



Es war mir vergönnt, nur ganz wenige Ausnahmen trotz der schieren Masse bayerischer Dienstbriefe sehen zu dürfen und oft schwankte ihr Zustand zwischen erbärmlich und desolat.

Nicht jedoch hier bei dieser Perle bayerischer Dienstbriefe aus dem lieblichen Landshut vom 1.8.1862 vom dortigen Bezirksgericht an den Norat Zimmermann in Dingolfing. Hier notierte man unglaublicherweise "Ex offo" und vermerkte darüber hinaus siegelseitig die Insinuation "Ins(inuirt) der Post am ersten August 1862 Unterschrift".

Was den Sachbearbieter/Kanzlisten dazu getrieben hat, hier Ex offo zu schreiben, werden wir wohl nicht mehr heraus bekommen - aber so passt er neben der Contravention bei Dienstbriefen noch in die Bayern - Österreich - Sammlung.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 12.11.2018 20:02:02 Gelesen: 62215# 1424 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Auslagen Brief aus Callies in Preussen vom 12.9.1848 nach Schwenningen bei Rottweiler-Tuttlingen (Württemberg) über Nürnberg, in Nürnberg kam der Brief am 13.9.1848 an. Der Laufweg sollte über Berlin - Leipzig - Nürnberg nach Schwenningen gewesen sein.

Für das Porto waren gesamt 34 Kreuzer zu zahlen, wovon 8 Kreuzer für Preussen abgingen hier in Rötel und weitere 26 Kreuzer bis nach Württemberg, in Nürnberg wurde der Auslagenstempel von Nürnberg abgeschlagen und der Anteil bis Schwenningen von 18 Kreuzern eingetragen und darunter der Anteil von Bayern der 8 Kreuzer betrug.

Auf der Rückseite ist der Ankunftsstempel von Nürnberg und in Rötel eine 35, könnte es sein das ab Rottweiler 1 Kreuzer für den Boten aufgeschlagen wurde.

Wofür steht die 5 in Rötel auf dem L1 Einzeiler Stempel von Callies (Feuser 541-1) ?

Gruß Rainer




 
Magdeburger Am: 12.11.2018 20:06:38 Gelesen: 62211# 1425 @  
@ Gernesammler [#1424]

Hallo Rainer,

ich würde eher 18 Kreuzer für Preussen ansetzen - dies in Auslage + 8 Kreuzer für Bayern = 26 und weitere 8 Kreuzer in Württemberg = 34 Kreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 13.11.2018 06:18:51 Gelesen: 62070# 1426 @  
@ Gernesammler [#1424]

Hallo Rainer,

Magdeburger hat Recht. Preussen hat (immer in roter Tinte) 5 Silbergroschen = 17,5 Kreuzer, gerundet auf 18 Kreuzer für sich bis Hof angesetzt, dazu 8 Kreuzer für Bayerns Transit bis 1/2 Loth und Württembergs Post weitere 8 Kreuzer.

1 Kreuzer Bestellgeld in Württemberg war obligat damals für die Taxispost.

Schönes Stück!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 13.11.2018 20:04:18 Gelesen: 61682# 1427 @  
@ Magdeburger [#1425]
@ bayern klassisch [#1426]

Hallo Ulf, hallo Ralph,

wie immer Danke für die Berichtigung, ist schon abgelegt und hier kommt schon der nächste.

Wieder ein Auslagen Brief diesmal aus Coeln vom 13.2.1836 nach Reuth bei Weiden an Carl Barth und Sohn. Der Laufweg war von Coeln über Frankfurt am Main - Würzburg über Nürnberg nach Reuth, in Nürnberg wurde der Auslagen Stempel abgeschlagen und das Porto der Taxis Post von 14 Kreuzern vermerkt, darunter der Anteil von 12 Kreuzern für Bayern, was mir jetzt unschlüssig ist, ist die 4 in Rötel. Gestempelt wurde mit Einkreisstempel von Coeln (Feuser 596-13 ab 1830) und der Auslagen Stempel von Nürnberg als stummer Stempel. Auf der Rückseite ist nichts.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 16.11.2018 20:16:05 Gelesen: 60723# 1428 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Fürth vom 31.7.1861 von Herrn Weikersheimer nach Frauenmühle bei Sorau in Preussen an die Herren Gebhardt & Wirth eine Spinnerei und Tuchfabrik.
Der Laufweg des Briefes war von Fürth über Hof - Leipzig nach Frauenmühle, ob er bis Berlin spediert wurde oder direkt entzieht sich meiner Kenntnis.

Für das Franko von 9 Kreuzern nahm man eine Bayern Nr.2 II zu 3 Kreuzer und eine Bayern Nr. 4 II zu 6 Kreuzer.

Gestempelt wurde mit offenem Mühlradstempel Nr.145 und Halbkreisstempel Fürth (Winkler Nr.13 mit Punkt) Verwendung 1855-64. Auf der Rückseite ist der Ankunftsstempel vom 2.8.1861 und der Bahnpoststempel Leipzig/Berlin in Antiqua verwendet von 1852-74.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 16.11.2018 20:21:11 Gelesen: 60719# 1429 @  
@ Gernesammler [#1427]

Hallo Rainer,

4 Silbergroschen notierte Preussen für sich bis zur bayerischen Grenze (geschlossener Transit durch Taxisgebiet). Diese wurden korrekt mit 14 Kreuzern in der Auslage vermerkt. Dazu 12 Kreuzer für Bayern = 26 Kreuzer beim Empfänger.

Grundlage war der Postvertrag Bayern - Preussen vom 1.4.1835. Gewicht bis 1/2 Loth.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 16.11.2018 20:23:35 Gelesen: 60716# 1430 @  
@ Gernesammler [#1428]

Hallo Rainer,

und jetzt noch ein Satz über die Besonderheit: Der 7A - Stempel von Fürth ist recht häufig, aber er zeigte wohl an, dass der Brief nicht um 7 Uhr Morgens, sondern um 7 Uhr Abends aufgegeben wurde (Öffnungszeiten waren 7 - 19 Uhr).

Es gibt knapp 10 Orte in Bayern, die in den 1860er Jahren diese sog. "7A" - Stempel verwendeten.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 21.11.2018 16:46:33 Gelesen: 58966# 1431 @  
Liebe Freunde,

Beiträge zu Laufzetteln gibt es nicht im Minutentakt - leider! Aber ich konnte auktionär einen schnappen, den ich wunderschön finde, auch wenn ich natürlich weiß, dass es viele Sammler gibt, die dergleichen Postvordrucken rein gar nichts abgewinnen können.





Man muss kein intimer Kenner der bayerischen Kreuzerzeit sein, um ahnen zu können, dass offizielle Nachfrageschreiben aus Rüdenhausen, damals ca. 900 Einwohner, Laufzettel genannt, wohl schon im 19. Jahrhundert keine Massenware darstellten. Das Exemplar (vollständig erhalten) vom 2.11.1869 wurde gefertigt für eine Sendung über Würzburg nach München und durchlief wie dunnemals die ihm zugrunde liegende Sendung die selben Postrouten - Würzburg am selben Tag, München am Folgetag.

Die Aufgabepost hätte für den stets unter Chargé laufenden Laufzettel nur noch unten links das Unpassende streichen müssen, steht da doch "franco oder Dienstsache". Im Falle von "franco" hätte der Absender 7 Kreuzer verkleben müssen (ab 1.1.1868 ), als Dienstsache war er kostenlos und auch die Chargierung kostete nichts, weil der Aufgabepost Unterlagen vorgelegen haben müssen, die die Abfertigung eines dienstlichen Laufzettels nach sich zogen.

Basis war ein am 5.10.1869 unter Reco-Nr. 5 aufgegebener Chargébrief nach München an einen Herrn Wappenmaler Pollinger, der 2 3/10 Loth gewogen und mit 91 Gulden und 12 Kreuzern beschwert worden war - also ein Wertbrief, somit ein Fahrpostgegenstand. Seinerzeit wurde die Recosendung per Omnibus (!) nach Würzburg gefahren und der Verbleib war ungewiss (es muss ein Schreiben vom Empfänger vorgelegen haben, aus dem hervor ging, dass er ihn wohl nicht erhalten hätte). Nachfrager war das gräfliche Domainenamt in Rüdenhausen.

Wappenmaler Pollinger bestätigte auch am 6.11. den Brief mit dem Geld erhalten zu haben, so dass der Fall als erledigt in Rüdenhausen angesehen wurde. Den damaligen Postschein musste das Domainenamt allerdings abgeben und bekam diesen Laufzettel von der Post retour - so hat er sich bis heute erhalten. Er wird einen gebührenden Platz in meiner Mini - Sammlung "Laufzettel" erhalten.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 22.11.2018 20:03:18 Gelesen: 58914# 1432 @  
Nichts Besonderes: Ein senkrechtes Paar der 3 Kreuzer blau (Nr. 2II, Platte 2) aus München vom 15.8.1851 nach Schönau bei Eggenfeld, Ankunft 17.8. Mühlradstempel "217".

Kaufanreiz war das kleine Format des Faltbriefleins.



hajo22
 
bayern klassisch Am: 22.11.2018 20:18:22 Gelesen: 58905# 1433 @  
@ hajo22 [#1432]

Hallo hajo22,

ein wirklich nettes Briefchen! Nicht unterschlagen möchte ich meine Beobachtung, dass senkrechte Paare auf Brief mindestens fünf mal seltener sind, als waagrechte, eher könnte man den Faktor noch erhöhen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 26.11.2018 19:46:15 Gelesen: 57564# 1434 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 8.9.1787 aus Augsburg von Franz Brentano Mezzegra nach Langensalza im Herzogtum Sachsen (ab 1815 zu Preussen gehörend) an Herrn Johan Christian Weiss & Sohn.

Da die Familie Brentano in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Süddeutschland auswanderten und einen Warenhandel mit Stoffen hauptsächlich Seide betrieben kamen Mitglieder der Familie auch nach Augsburg wo Sie zu Würde und Ansehen kamen.

Für das Porto wurden 2 Kreuzer bis zur Bayrischen Grenze aufgerufen bis zum Empfänger nochmals 3 Kreuzer, dort hatte der Empfänger dann 5 Kreuzer gesamt zu zahlen. Gestempelt mit V.Augsburg (Winkler Nr.1 Schreibschrift 1787-98, auf der Rückseite ist noch ein sehr gut erhaltenes Papiersiegel der Familie Mezzegra.

Mich würde noch interessieren, was die Abkürzung hinter franco bedeutet.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 26.11.2018 20:12:10 Gelesen: 57541# 1435 @  
@ Gernesammler [#1434]

Hallo Rainer,

ohne die Siegelseite ist der nicht beschreibbar - kannst du bitte nachliefern?

Vorne stehen sicher keine Kreuzer drauf, da die in Langensalza nicht gangbare Münze waren.

Neben franco steht die Abkürzung für Nürnberg - es war also ein Absatzbrief (neudeutsch: Teilfranko), wie so oft bei der Reichspost.

Nach deinem Scan später mehr.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 27.11.2018 19:19:02 Gelesen: 57016# 1436 @  
@ bayern klassisch [#1435]

Hallo Ralph,

da gibt es leider nicht viel zu liefern, man hat damals leider bei dem Brief nicht Vorsicht walten lassen und so fehlt ein kleines Stück.

Aber hier die Rückseite, ich gehe von 6 Kreuzern aus die Bayern kassierte und 3 Groschen für Sachsen, die durchgestrichene 2 könnte die Umwandlung der Kreuzerwährung sein die wohl 6 Kreuzern entsprachen.

Hoffe ich liege damit richtig.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 27.11.2018 19:26:46 Gelesen: 57011# 1437 @  
@ Gernesammler [#1436]

Hallo Rainer,

danke für den Scan - habe ihn optisch gedreht und glaube eine 6 Kreuzer Frankatur lesen zu können, die demnach von Augsburg bis Nürnberg gereicht haben sollte.

Ob die 2 Groschen (8 Kreuzer) eine Fehltaxierung waren und durch vermeintlich richtige 3 Groschen (12 Kreuzer) ersetzt wurden, oder es 2 Groschen bis X und einen weiteren Groschen bis Langensalza kostete, kann ich nicht sagen, weil vor meiner Zeit.

Vlt. kann sich einer dazu äußern, der das sammelt (örtlich und zeitlich)?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 28.11.2018 19:55:55 Gelesen: 56620# 1438 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Speyer vom 27.9.1842 nach Saarnen in der Schweiz, ich denke der Laufweg war von Speyer über Schaffhausen - Winterthur - Sankt Gallen - Uznach und dann nach Saarnen. In Speyer wurde der Brief gestempelt mit Halbkreisstempel (Winkler 11b in rot) verwendet 1842-44. In St.Gallen und Uznach wurden Ankunfts-bzw.Weiterleitungsstempel abgeschlagen am 30.9.1842.

Auf dem Brief "Referendisimo ill Domino Domino Adalberto Muzensis Mona iterii abbati" was wohl soviel übersetzt heißt wie "Referendisimo krank Adalbert Muzensis der Herr Abt, Mona Iterii".

Der Brief selbst wurde wohl als Schleife verwendet er ist innen und aussen gesiegelt wie bei einer Schleife für Zeitungen. Beim Porto für den Brief kann ich gut Hilfe gebrauchen und freue mich über jeden klärenden Kommentar dazu.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 28.11.2018 20:21:10 Gelesen: 56606# 1439 @  
@ Gernesammler [#1438]

Hallo Rainer,

kein häufiger Brief - wo hast du den überhaupt her?

Speyer - Mannheim 2 Kreuzer.
Mannheim - Basel 10 Kreuzer. 12
Basel - Schaffhausen 4 Kreuzer. 16
Schaffhausen - St. Gallen 2 Kreuzer. 18
St. Gallen - Zürich 2 Kreuzer. 20
Zürich - Sarnen 2 Kreuzer. 22

Cum grano salis ...

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 28.11.2018 20:30:31 Gelesen: 56603# 1440 @  
Hallo Ralph,

besten Dank für die Taxierung des Briefes, den gab es in Berlin auf der Numismata.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 28.11.2018 20:51:09 Gelesen: 56591# 1441 @  
@ Gernesammler [#1440]

Hallo Rainer,

ach so - ich helfe einem lieben Heimatsammler aus Speyer seit 20 Jahren beim Aufbau seiner Sammlung und hätte, hätte ich den hier gesehen, für ihn gekauft, daher meine Frage.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 29.11.2018 20:03:34 Gelesen: 56085# 1442 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Reko Brief aus Streitberg in Oberfranken vom 16.3.74 (?) über Forchheim nach Prag an den Wohllöblichen Magistrat der Stadt Prag im Königreich Böhmen. Für das Franko wurde eine Bayern Nr.23 Y zu 3 Kreuzer und gestempelt mit Halbkreisstempel (Winkler Nr.11b) sowie der Charge Stempel und das Rötelgitter zum Zeichen einer Rekomandation dann wurde noch die Nr.88 als Manualnummer vermerkt, was hat es aber mit der handschriftlichen 68 auf sich. Unten am Rand steht noch gegen Schein und wenn ich richtig lese 7 Kreuzer. Auf der Rückseite ist der Durchgangsstempel von Forchheim (Winkler 21) einen Ankunftsstempel gibt es nicht.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 29.11.2018 20:26:34 Gelesen: 56072# 1443 @  
@ Gernesammler [#1442]

Hallo Rainer,

ein feiner Recobrief!

Unten links steht: 7x rec. für 7 Kreuzer recommandirt. Das wurde 1873 meine ich Vorschrift, wurde aber regelmäßig vergessen. Schön, wenn man diese Vorschrift an einem netten Brief zeigen kann.

Die Aufgabepost vergab die Reconr. 88. Im Transit erhielt er die 713 und in Prag die 68, weil er jedesmal umgeschrieben wurde bei der Kartierung.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 09:50:37 Gelesen: 54889# 1444 @  
Liebe Freunde,

natürlich ich jeder Bayernsammler erpicht darauf, einen, oder mehrere sog. "Bischofsbriefe" sein eigen zu nennen, weil sie einfach schön sind und auch die handgeschriebenen sind nett anzusehen.



Ganz wenige haben sich bei mir als gelernten Postgeschichtler verlaufen - aber der hier hat es mir angetan. Das kgl. Stadtpfarramt Reichenhall sandte ihn 1843 an Lothar Anselm nach München und die Aufgabepost taxierte ihn mit 9 Kreuzern.

Das kostete über 12-18 Meilen einfach 6 Kreuzer, hier also über 1/2 bis 1 Loth 9 Kreuzer. Was ich aber bei Bischofsbriefen kaum kenne, sind abgestrichene Taxen, zumal dieser hier als Partei - Sache ja portopflichtig war.

Das dadurch entstandene interne Procedere zu wissen wäre sicher hoch interessant.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 11:14:50 Gelesen: 54864# 1445 @  
Liebe Freunde,

entweder habe ich es übersehen, oder es steht kaum irgendwo etwas zu lesen aus der Zeit als Bayern die Postgerechtsame von Taxis übernommen hatte (1.7.1808), aber der 1. bayerische Tarif zum 1.12.1810 noch nicht galt.



Ich habe hier einen Brief vom 26.10.1808 aus Augsburg an Zumstein in Kempten mit "Muster ohne Werth", der mit 12 Kreuzern taxiert ist. Die Entfernung betrug ca. 12 Meilen - da halte ich 12 Kreuzer für ziemlich viel.

Weiß jemand, wie sich das Porto zusammen setzte? Oder hat einer gar eine Quelle oder Scan, wie Muster damals berechnet wurden?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
SH-Sammler Am: 02.12.2018 17:19:27 Gelesen: 54718# 1446 @  
@ bayern klassisch [#1439]
@ Gernesammler [#1438]

Hallo,

die Wege des Herrn sind unergründlich. Der Laufweg dieses Briefes aus Speyer jedoch auch.

Dass dieser Brief aus Rheinland Pfalz nach Basel lief, ist ja fast klar. Dass er anschliessend nach Schaffhausen ging. kann ich auch noch nachvollziehen. Aber danach wird er zum Irrläufer, er wurde nach St. Gallen spediert.

Richtigerweise wurde dann in St. Gallen erkannt, dass da etwas falsch gelaufen ist. Er hätte doch ab Schaffhausen über Zürich - Luzern nach Sarnen gehen sollen. So wurde der Brief zurück in Richtung Zentralschweiz geleitet. Was aber hat UZNACH noch damit zu tun? Also erneut etwas komisches, das heute wohl nicht mehr nachvollzogen werden kann.

Da wundert es mich nicht, dass Rainer den Brief an der Numismatikerbörse gefunden hat

Da sage mir einer, dass Philatelie langweilig ist

Hanspeter
SH-Sammler
 

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