Thema: (?) (816) (819) (820) (822) Moderne Postgeschichte: Konsolidierer und deren Kodes
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DL8AAM Am: 28.07.2021 18:20:37 Gelesen: 293307# 674 @  
@ Araneus [#673]

Hallo Franz-Josef,

... das ist so pauschal nicht zutreffend, ... Bei dem Neopost (Quadient) Modell IS-6000 (Kennung: 1D2000xxxx) befindet sich der Sendungszähler tatsächlich waagerecht angeordnet über der Frankier-ID (siehe Beispiel im Beitrag [#669] auf dieser Seite).

Deshalb schrieb ich ja auch "üblicherweise". Und um ehrlich zu sein, kenne ich eine laufende Zahlnummer ("Numerator") über der Gerätenummer auch nur bei der 1D20er Serie und wenn dann sind diese auch 6-stellig, wie sonst für Zahlnummern üblich... Die 1D20-Anordnung im Frankaturteil des FRANKIT ist eher wirklich ungewöhnlich.


1D200004DC - "Nespresso" (via K2055)

Ansonsten kenne ich diese Zahlnummern nur "irgendwo" links des Matrixcodes. Deshalb bin ich mir bei dem gezeigten Beispiel aus [#669] auch relativ sicher, dass es sich hier nicht um eine Zählnummer handelt, sondern um eine programmierte interne (statische) Kennung für "irgendwas", hier vielleicht eine Kunden-, Chargen- oder Abrechnungsnummer bzw. Kostenstelle o.ä. Eine Zuschaltung von Zählnummern bei 4D13er habe ich in meiner Sammlung bisher auch nur relativ selten mal gesehen.



4D13141719 - unbekannt (via K9008/Letterei, siehe [#629])

Beste Grüße
Thomas
 
Araneus Am: 28.07.2021 20:57:31 Gelesen: 293215# 675 @  
@ DL8AAM [#674]

Deshalb bin ich mir … relativ sicher, dass es sich hier nicht um eine Zählnummer handelt

Hallo Thomas,

deine Sicherheit kann ich nicht nachvollziehen, zumal du doch ein Beispiel zeigst, das meine Schlussfolgerung bestätigt. Die NESPRESSO-Frankierung zeigt die Nummer „000249“. Aus dem Datamatrixcode liest der DM Scanner PRO (unter anderem) folgende Information:

Sendungszähler (rückstellbar): [00, 00, f9]
Die hexadezimale Zahl F9 ist gleich der Zahl 249 im dezimalen Zahlensystem.

Auch in dem Beispiel aus Beitrag [#669] stimmen die entsprechenden Werte überein. Hier liest der DM Scanner PRO folgendes:

Sendungszähler (rückstellbar): [00, 00, 04]
Die hexadezimale „4“ ist auch die dezimale „4“.

Die Zahl über der Frankier-ID ist keineswegs „statisch“ und entspricht der jeweiligen Zahl des Sendungszählers.

Anders ist es bei dem Pitney Bowes-Modell mit der Kennung 4D1314xxx. Hier gehe ich wie du davon aus, dass die Zahl über der Frankier-ID „statisch“ ist und deshalb für die jeweilige Konsolidiererkennung geeignet ist. Die Zahl der Stellen zwischen den Sternchen ist hier auf fünf begrenzt.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Journalist Am: 29.07.2021 11:44:21 Gelesen: 293005# 676 @  
Hallo an alle,

bei folgenden Abschlag soll es sich um eine Frankitmaschine des Konsolidierers K-4000 handeln:



Diese wurde mir auch schon mit anderer Werbung gemeldet, daher die obige Aussage. Interessant ist nun, ob nur bei dieser Maschine aus Versehen schwarze Farbe eingesetzt wurde, oder ob hier noch andere Maschinen bekannt sind ?

Wer kann hierzu weitere Infos liefern ?

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 29.07.2021 14:27:34 Gelesen: 292958# 677 @  
@ Araneus [#675]

Genau, das habe ich doch 2x geschrieben. Bei den Geräten der 1D20-Serie (und nur wohl [bisher] nur bei dieser) ist die *6-stellige Zahl* (mit führenden Nullen aufgefüllt) über der Gerätenummer ein fortlaufender Numerator. Siehe mein Nespresso-Beispiel. Das ist aber eine besondere, abweichende, eine unübliche Form, die derzeit ausschliesslich eben nur bei diesen 1D20-Geräten zu beobachten ist, während bei allen sonstigen FRANKIT-Geräten die Zahlnummer links des Matrixcodes (optional) erscheint.

Bei dem ursprünglich oben nachgefragten Zusatz *1751 * des 4D13er Geräts handelt es sich somit eindeutig nicht um eine Zählnummer, sondern um irgendeine (interne) statische Kennung. Siehe meine Antwort [#672] auf [#671]. Die dort hinterlegte Zahl 1751 findet sich auch nirgendwo (auslesbar) im Datenmatrixcode hinterlegt. Der rückstellbare Sendungszähler wäre (gemäß DM Scanner PRO) hier die Zahl 1, die aber nicht mit ausgedruckt wurde.

Nachsatz: Merke gerade, wir haben aneinander vorbeigeredet. Ich beantwortete in [#672] die Anwort [#671] zur Frage aus [#670], Du bezogtest Dich bei Deinem Einwurf [#673] auf meine Antwort [#672] auf Deine Abbildung [#669]. Dabei gings dann irgendwann komplett durcheinander, auch bei mir, da ich Deinen Bezug auf [#669] selbst irrtümlich in [#674] übernommen hatte. Sorry!

Deshalb hier kurze Zusammenfassung für spätere Leser:

a) Generell "üblich" : *Zahl* über der Frankier-ID > (interne) statische Kennung des Versenders

mit

b) der (bisher) einzigen Ausnahme 1D20 : *6-stellige Zahl* über der Frankier-ID > (im Matrixcode hinterlegter) Numerator bzw. fortlaufende Zählnummer

Die Frage wäre da noch. ;-) Gibt es bei der 1D20-Software die abweichende Möglichkeit, dort auch eine *statische Zahl* zu hinterlegen, zum Beispiel für den Konsolidierer, oder ob dort ausschlisslich nur fortlaufende Zahlen möglich sind. Vielleicht findet sich genau deshalb bei den 1D20-Abschlägen die kleine Angabe "K4000" so häufig als Zusatztext im äußersten linken Aussenbereich des FRANKITs, da es speziell bei diesem Gerätetyp über der Frankier-ID eben nicht darstellbar ist.

Beste Grüße
Thomas
 
volkimal Am: 04.08.2021 15:36:34 Gelesen: 291110# 678 @  
@ DL8AAM [#677]

Hallo zusammen,

heute kam ein weiterer Brief mit der selben Nummer wie im Beitrag [#670] an:



Da sowohl der Brief vom 15.7.2021 als auch der Brief vom 3.8.2021 oberhalb der Maschinenkennung die Nummer *1751 * hat, muss Thomas recht haben. Es kann keine Zählnummer sein sondern ist irgendeine (interne) statische Kennung.

Viele Grüße
Volkmar
 
teenage_dirtbag Am: 05.08.2021 15:32:44 Gelesen: 290812# 679 @  
Gestern in der Geschäftspost: Großbrief über Konsolidierer K2093 - die Nummer ist auf dem Frankierabdruck drauf und auf einem Aufkleber am unteren Rand des Briefs. Neben dem Frankierabdruck ist ein Aufkleber mit Codierung.


 
DL8AAM Am: 05.08.2021 17:04:47 Gelesen: 290781# 680 @  
@ teenage_dirtbag [#679]

Hi,

hinter dem Barcode-Label mit der UPOC-Sendungsnummer 010001446..... steckt der Privatpostdienstleister "Morgenpost Briefservice" aus Mannheim, erkennbar an der codX-Mandantenkennung 0001 (in der Sendungsnummer, diese folgt der "Nummernkennung" 01), über den diese Sendung vom Absender - aus dem benachbarten Heidelberg - urspünglich eingeliefert wurde.

Dann entschloss "man" sich, da der Raum München privatpostalisch aktuell recht schlecht erschlossen ist, den Brief "irgendwo" an die DPAG zur Zustellung abzuleiten. Dafür wurde von "irgendwem" der Privatpost-Partner 'Main-PostLogistik' in Würzburg gewählt, der führte die DPAG-Frankatur mit dem eigenem FRANKIT-Gerät 3D130007A0 durch und gab ihn (selbst-) konsolidierend (K2093) bei der DPAG ab.

Vermutlich leitete der "Morgenpost Briefservice" die Sendung einfach automatisch, innerhalb des Privatpostnetzwerkes der Mail Alliance, an seinen zuständigen Hub. Bei diesem Hub handelt es sich um den "Hub 4" in Würzburg, bei der 'Main-SortierService GmbH'. Hier werden wohl zentral sämtliche nicht privatpostalisch zustellbaren (und/oder nichtgewollten) Sendungen automatisch ausgesondert, frankiert und konsolidiert an die DPAG abgeleitet. 'Main-SortierService' und 'Main-PostLogistik' (inklusive der Mail Alliance-eigenen 'mailworXs GmbH') sind übrigens alles Unternehmnungen eines selben "gemeinsamen Hauses" (in der Berner Str. 2). Im Prinzip ist das in Würzburg "die" Mail Alliance.

Beste Grüße
Thomas
 
teenage_dirtbag Am: 05.08.2021 17:58:49 Gelesen: 290754# 681 @  
@ DL8AAM [#680]

Spannend, was du alles aus dem Beleg "rauslesen" kannst. Danke für die aufschlussreiche Erklärung.
 
bedaposablu Am: 09.09.2021 21:21:21 Gelesen: 281816# 682 @  
Hallo miteinander,

ich habe hier einen Brief mit einem AFS ohne Werbeklischee und Ansenderangabe, deshalb nur der AFS:



Rückseitiger Aufdruck:



Was verbirgt sich hinter der Konsolidierer-Kennung "K5022"?

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
DL8AAM Am: 10.09.2021 00:15:54 Gelesen: 281802# 683 @  
@ bedaposablu [#682]

Hi,

hier ist nur etwas in der Programmierung der Darstellungsform des Tintentrahldrucks komplett schief gelaufen. Nur ;-)

Das ist ein Spray des Konsolidierers Freesort (= K2055). K2055 sieht kopfstehend wie K5022 aus. Aber ich muss gestehen, diese verwirbelte Form habe ich bisher so noch nie zu Gesicht bekommen! Also: Danke!

Beste Grüße
Thomas
 
bedaposablu Am: 10.09.2021 17:01:53 Gelesen: 281744# 684 @  
@ DL8AAM [#683]

Hallo Thomas,

recht vielen Dank für Deine Ausführungen!

Daraufhin habe ich mich mit dem Brief (auf den Kopf gedreht) vor einem Spiegel gestellt und siehe da, klar und deutlich "K2055 00650" lesbar, also spiegelverkehrter Aufdruck.

Kann mann so etwas auch programmieren ?

Werden solche Sprays auch in die Datenbank aufgenommen?

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
epem7081 Am: 12.09.2021 12:35:31 Gelesen: 281667# 685 @  
Hallo zusammen,

mit der modernen Postgeschichte und den Konsolidierern wird das Postgeschehen immer vielfältiger und für den Laien zunehmend komplizierter. Für unsere Stempeldatenbank habe ich inzwischen verinnerlicht: Absender ist nicht gleich Anwender. Dank Klaus Peter Schmidt (Ichschonwieder) kann ich nach seiner Liste nun die Konsolidierer identifizieren. Trotzdem bin ich von manchen Belegen immer wieder angesichts der Variationsmöglichkeiten überrascht.

In einem Bündel von nahezu zeitgleichen TK-Belegen unbekannten Einlieferungsortes fanden sich beispielsweise diese drei Varianten von Frankit-Freimachungen:



a) die bei meinen Frankit-Belegen häufigste Variante FR-Stempel Deutsche Post, hier vom 27.10.2020 mit Maschinenkennung 1D200004D5 von Neopost und mit aufgespritzter Konsolidiererkennung K4000 (Deutsche Post InHaus Service GmbH)



b) ein weiterer FR-Stempel Deutsche Post, hier vom 07.11.2020 mit Maschinenkennung 3D130007BA von Francotyp-Postalia und mit doppelter Konsolidiererkennung K2093 (Main-PostLogistik), einmal im FR-Sempel links neben der Matrix, wo sonst oft eine Zählnummer steht, und sauber gesondert aufgetragen am unteren Briefrand.


c) der dritte Beleg fällt nun aus dem bei mir üblicherweise auftretenden Spektrum aus dem Rahmen:

Neben der Matrix des FRANKIT-Stempel Deutsche Post, vom 27.10.2020 mit Maschinenkennung 1D150005B1 von Neopost findet sich ein Werbeklischee mit Konsolidiererkennung K2093 (Main-PostLogistik), dazu dann die aufgespritzte Konsolidiererkennung K4031 (Postcon Deutschland GmbH - Postcon Konsolidierung GmbH)

Mit sonntäglichen Grüßen
Edwin
 
Araneus Am: 03.10.2021 19:26:21 Gelesen: 277994# 686 @  
@ Stefan [#657]

@ DL8AAM [#658]

Barcode auch auf Großbrief

Nach meinen Beobachtungen breiten sich die 4-State-Barcodes auf Briefen des Konsolidierers Deutsche Post InHaus Services GmbH (K4000) in der letzten Zeit aus. Briefe von Absendern, deren Briefe diesen Code bis jetzt noch nicht trugen, weisen ihn neuerdings auf. Dabei ist mir jetzt auch erstmals ein Großbrief mit dieser Codierung untergekommen:



Es handelt sich um einen Brief im Format 249 x 177 mm, freigemacht mit DV-Freimachung. Absender ist die Firma MDM in Braunschweig.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
bedaposablu Am: 19.10.2021 17:56:45 Gelesen: 274682# 687 @  
Hallo miteinander,

sind die aufgesprühten Konsolidierer-Kennungen jetzt mit einem Strich-Code versehen?



Hier zwei Beispiele aus den letzten Tagen.

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
DL8AAM Am: 19.10.2021 19:16:28 Gelesen: 274666# 688 @  
@ bedaposablu [#687]

Ja, aber nicht "die", sondern nur bei einigen, die über Deutsche Post InHaus Services/K4000 konsolidiert werden.

Zudem ist nicht bekannt, welche Sendungen diesen RM4SCC-ähnlichen (Royal Mail 4 State Customer Code) bei K4000 bekommen. Ob das am Standort liegt? Oder am "Zuleitungsweg"? Oder ob die sich bei K4000 neue Sortiergerätschäften zugelegt haben - und ob das deren Standardform ist? Oder ob es sich um "nur" einen Feldversuch handelt?

Es gibt sowieso keine Standardform für die K4000er Kennungen, von Paganierstempeln, über verschiedenste Tinterstrahlerformen, bis zu handschriftlich kommt (fast) alles vor.

Beste Grüße
Thomas
 
bedaposablu Am: 19.10.2021 19:52:57 Gelesen: 274653# 689 @  
@ DL8AAM [#688]

Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Der Standort der debeka ist Koblenz und das Ziel war meine Person in Magdeburg, beim AFS waren keine Angaben auf dem Umschlag, auch ist der Inhalt mir unbekannt.

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
Araneus Am: 19.10.2021 23:35:33 Gelesen: 274612# 690 @  
Strichcode bei K4000-Belegen

Der Barcode der Deutsche Post Inhaus Services GmbH ähnelt sehr dem „United States Postal Service 4 State Barcode“ der US-Post, auch bekannt unter „Intelligent Mail Barcode“ [1].

Diese Ähnlichkeit und ein Hinweis eines Sammlerfreunds haben mich auf die Idee gebracht, einen Online-Scanner [2] für diesen amerikanischen Code auf die K4000-Barcodes anzuwenden. Dabei erhält man jeweils eine Ziffernfolge mit 12 Ziffern.

Im Folgenden zeige ich einige Briefstücke mit Barcode und die dazu gehörende Ziffernfolge:



Ziffernfolge: 451115984091



Ziffernfolge: 451115251092



Ziffernfolge: 561233017668



Ziffernfolge: 301203125674 Absender des Briefs aus 31137 Hildesheim



Ziffernfolge: 601100165017



Ziffernfolge: 281360475591



Auch einige auf dieser Seite gezeigte Barcodes habe ich mit untersucht. Nach meinen bisherigen Beobachtungen ergibt sich folgendes:

Bei Briefen aus Essen und Düsseldorf beginnt die Ziffernfolge mit 451.

Bei Briefen aus Koblenz beginnt die Ziffernfolge mit 561 (bei dem Debekabeleg in Beitrag [#687] ergibt sich die Ziffernfolge 561233413903).

Bei Briefen aus Braunschweig (aus Beitrag [#686]) und Hildesheim beginnt die Ziffernfolge mit 301.

Bei einem Brief aus Heidelberg beginnt die Ziffernfolge mit 601.

Bei einem Brief aus Hamburg beginnt die Ziffernfolge mit 281.

Meine Vermutung ist, dass die ersten beiden Ziffern jeweils die Postleitregion angeben, in der sich die jeweilige Niederlassung der Deutsche Post Inhaus Services GmbH befindet. Bereits im Beitrag [#657] hat Stefan darauf hingewiesen, dass die Niederlassung Essen in das Codierverfahren involviert ist. Das deckt sich mit meiner Beobachtung.

Der Brief aus Hildesheim ist mit einer FRANKIT-Maschine (Geräte-Nummer 1D20000101) freigemacht, die laut Stempeldatenbank bei der Niederlassung Hannover benutzt wird.

Dass die Ziffern nicht immer mit denen der Absender-Postleitzahl übereinstimmen, kann einerseits daran liegen, dass es nicht in jeder Postleitregion eine Niederlassung des Konsolidierers gibt, andererseits muss der Aufgabeort eines Briefs nicht unbedingt mit dem Firmensitz des Absenders identisch sein.

Das könnte für die im Beitrag [#658] gezeigten Belegen der IHK Stuttgart der Fall sein, für die ich die Ziffernfolgen 451440024249 und 451440024250 ausgelesen habe. Das würde nach meiner Schlussfolgerung bedeuten, dass diese Briefe in der Niederlassung Essen codiert worden sind.

Fazit:

Es deutet einiges darauf hin, dass der Barcode des Konsolidierers K4000 einen Hinweis auf die Niederlassung gibt, bei der der Brief bearbeitet wurde. Welche weiteren Informationen (z.B. Kundennummer, Sendungsnummer) hier noch codiert sind, bleibt zunächst unklar, da die konkrete Spezifikation des Codes bisher nicht bekannt ist.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Mail_barcode
[2] https://online-barcode-reader.inliteresearch.com/
 
bedaposablu Am: 20.10.2021 08:05:30 Gelesen: 274542# 691 @  
@ Araneus [#690]

Guten Morgen Franz-Josef,

danke für deine sehr interessanten Ausführungen!

Meine Plz Region Magdeburg beginnt mit 39 kann es sein, dass Ziffer 9 und 10 diese Plz beinhaltet? Ist nur so eine Idee von mir!

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
Araneus Am: 20.10.2021 09:51:42 Gelesen: 274516# 692 @  
@ bedaposablu [#691]

" Meine Plz Region Magdeburg beginnt mit 39 kann es sein, dass Ziffer 9 und 10 diese Plz beinhaltet?"

Hallo Klaus-Peter,

du meinst wahrscheinlich den Debeka-Brief aus Beitrag [#687] mit der zugehörigen Ziffernfolge 561233413903. Ich denke, dass die "39" hier eher unabhängig von der Postleitregion auftaucht.

Alle von mir gezeigten Briefe gingen an dieselbe Adresse in 46047 Oberhausen, ohne dass die "46" in einer der Ziffernfolgen auftaucht.

Meine Vermutung geht dahin, dass der Barcode keine postalische Bedeutung hat, sondern eine betriebsinterne (z.B. für Kundenabrechnungen, Kontrollen oder ähnliches). Der Barcode tritt ja (bisher) zusätzlich zu den postalisch bedeutsamen Angaben (Konsolidierernennung, Nummerierung) auf. Die Nummerierung spiegelt sich auch nicht in der Ziffernfolge wider. Sie fehlt bei DV-freigemachten Sendungen, vermutlich, weil hier der Datamatrixcode eine laufende Sendungsnummer beinhaltet.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 20.10.2021 13:19:29 Gelesen: 274443# 693 @  
@ Araneus [#690]

Besten Dank Franz-Josef,

endlich ein 4SCC-Decoder, der auch die Rohdaten auswirft. Ich nutzte hierfür bisher immer nur den Barcode Reader Online von Aspose [1]. Der hat zwar die äußere Form "als RM4SCC" [2] erkannt, aber - da er den Inhalt (d.h. was für eine Information wo im Barcode zu finden ist) - nicht interpretieren kann, ergaben K4000er Belege nur Fehlermeldungen.

Der Strichcode von K4000 sieht zwar optisch auch aus, wie der 4-State Customer Code (USPS OneCode Solution) "IMb" (Intelligent Mail barcode) der US Post USPS, aber auch Dein Decoder gibt hier als gefundenen Typ "BpoPostcode" an. Das steht für British Post Office PostCode, ein Alias für RM4SCC (Royal Mail 4-State Customer Code). Wenn ich dort mal einen echten amerikanischen 4SCC, einen IMb, dekodieren lasse, zeigt dieser unter Typ "UspsIntelligentMail".

Diese 4SCC werden inzwischen ja von vielen nationalen Posten genutzt, weshalb Dein Decoder diese Kategorie auch unter dem Sammelpunkt "Postal" listet. Wenn ich Wikipedia glauben schenken darf, gibt es für diese inzwischen sogar eine Spezifikation der UPU ("UPU Technical Standards: S18 – ID-tagging of letter mail items"). Die Form ist zwar genormt, aber da jede Post die Inhalte entsprechend ihrer eigenen Bedürfnisse definiert (heisst, was und wo etwas hinterlegt ist), können wir diese nicht ohne weiteres interpretieren. Zum Glück haben wir jetzt, mit den von Dir gefundenen Online Decoder, ein wirklich gutes Werkzeug gefunden, das uns zumindest auch (ohne die näheren betriebsinternen Spezifikationen zu kennen) die Rohdaten auswirft. Scheinbar orientiert sich K4000 dabei, was die äußere Form ihres 4SCC betrifft, sich aber eher an der der Royal Mail (RM4SCC) und nicht an der der USPS (IMb), weshalb der Decoder ihn auch als "britische Form" anspricht. Deshalb habe ich ihn auch immer als "RM4SCC-ähnlich" bezeichnet.

Übrigens, Dein Inlite-Decoder erkennt bisher vier verschiedene "Postal"-Formen bzw. vier Anwender (Customer): "UspsIntelligentMail" (der US-amerikanischen USPS), "Postnet" (die alte, 2-state Vorgängervariante der USPS [3]), "AustralianPost" und "BpoPostcode" (der Royal Mail), die sich alle auch an Hand ihrer (Maximal-) Länge unterscheiden (71, 46, 66 und 48).

Nur kurz zur Info für Mitleser, vereinfacht: In einem 4-State Customer Code (4SCC) definieren je vier "Streifen" ein Zeichen, wobei jeder der vier Streifen vier verschiedene Zustände ("State") einnehmen kann: Halbstrich oben (ascender), Halbstrich unten (descender), Kurzstrich mittig (tracker) und Langstrich (full bar). Hier eine Tabelle von der englischen RM4SCC-Seite von Wikipedia [2]:



Zwar kann man deshalb, auch ohne Decoder, den Rohdaten-Inhalt händisch aus den 4SCC auslesen, nur war ich dafür bisher immer zu "faul" bzw. ich wollte (als Ausrede) erst einen dicken Stapel von K4000er 4SCC-Belegen ansparen, um vielleicht über die Masse interpretierbare Gemeinsamkeiten zu entdecken. Aber Dein Decoderfund hat das alles vorweggenommen bzw. uns (mir) die Arbeit doch sehr vereinfacht. Und als erste Gemeinsamkeit haben wir die "Postleitzahl-Leitregion" gefunden, die uns schon einmal den Deutsche Post InHaus Services-Standort (d.h. vereinfacht "beim Briefzentrum ....") anzeigt. Nochmals besten Dank!

Übrigens, da zu vermuten ist, dass in den Fällen, in denen Deutsche Post InHaus Services im Kundenauftrag auch die Freimachung der Sendungen übernommen hat, die Konsolidierung am selben Standort stattfindet, haben wir jetzt einen recht guten Ansatzpunkt, nun auch bisher unbekannte Standorte ihrer FRANKIT-Geräte zu identifizieren. In unserer Stempeldatenbank haben wir ja sehr viele dieser Geräte, von denen wir zwar wissen, dass sie zu Deutsche Post InHaus Services gehören, wir aber den genauen Standort noch nicht kannten. Super, nochmals vielen Dank! So macht Philatelie richtig Spass!

Beste Grüße
Thomas

Hier zwei Beispiele (K4000s "RM4SCC-Variante" versus USPSs IMb):



4D1314133B - Stadt Mühlheim an der Ruhr (Postleitzahl 45468) mit dem "BpoPostcode": 451116475462 (45: "beim Briefzentrum" Essen)



"IMb" (Intelligent Mail barcode) der US Post USPS; "UspsIntelligentMail": 0027110668152542022995389203737 (die Postleitzahl "ZIP+4" der Empfängeradresse findet man ein letzten Drittel ...953892037..)

-------------------------------------------------------
[1] https://products.aspose.app/barcode/recognize#
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/RM4SCC
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/POSTNET
 
Araneus Am: 20.10.2021 14:44:48 Gelesen: 274416# 694 @  
@ DL8AAM [#693]

Hallo Thomas,

danke für die Erläuterungen und Ergänzungen. Es ist nicht immer einfach, Informationen, die man im Internet erhält, auch richtig einzuordnen. Allein ist man oft aufgeschmissen. Für solche Diskussionen schätze ich dieses Forum.

Mich interessiert, wo sich eigentlich die Standorte der "Deutsche Post InHaus Services GmbH" befinden. Sie selbst spricht auf ihrer Homepage [1] von „ rund 40 InHaus Service Centern“. Es gibt also deutlich weniger Standorte als Briefzentren. Eine Karte auf der genannten Internetseite zeigt 40 Punkte, die vermutlich die Standorte zeigen sollen:



Gibt es irgendwo eine Liste aller aktuellen Standorte dieses Konsolidierers?

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.deutschepost.de/de/d/dp-ihs.html
 
Stefan Am: 20.10.2021 18:56:28 Gelesen: 274377# 695 @  
@ Araneus [#690]

Der Barcode der Deutsche Post Inhaus Services GmbH ähnelt sehr dem „United States Postal Service 4 State Barcode“ der US-Post, auch bekannt unter „Intelligent Mail Barcode“ [1].

...

Bei Briefen aus Essen und Düsseldorf beginnt die Ziffernfolge mit 451.


Die Ziffernfolge für den Standort Essen ist im Grunde bereits in der Öffentlichkeit bekannt - dies seit Jahren - wenn auch nicht in dem aktuellen Zusammenhang mit der Konsolidierung. ;-)

Deine Recherchen bestätigen allerdings, dass die Angabe "451" postintern für die Deutsche Post Inhaus Services GmbH (DPIH), Niederlassung Essen steht!

Eine kleine Zeitreise zurück in die Vergangenheit, wir schreiben das Jahr 2011. Mit Ablauf des Vorjahres (2010) hatte der Postmitbewerber WAZ Post Service GmbH mit Sitz in Essen (als Tochterunternehmen der damaligen WAZ Mediengruppe) auch sein eigenes Briefsortierzentrum in Essen-Kray aufgegeben und den Vorgang der Briefesortierung zum Jahreswechsel 2010/2011 fremdvergeben. Den Zuschlag erhielt seinerzeit die Posttochter Williams Lea Inhouse Solutions GmbH am Standort des Briefzentrum 45 in Essen, die Vorgängerin der heutigen Deutsche Post Inhaus Services GmbH (DPIH). Die Essener Niederlassung führte die Sortierung in der Praxis aus. Die Zustellung der Sendungen des WAZ Post Service im Ruhrgebiet erfolgte seit Februar 2010 über die damalige Posttochter First Mail GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Der ein oder andere Leser wird sich vielleicht noch an dieses Kuriosum (Pilotprojekt) erinnern.

Anfang Januar 2011 (es war draußen mit Minusgraden, Schnee und Glätte bitter kalt - der dritte große aufeinanderfolgende Wintereinbruch im Ruhrgebiet) nahm die DPIH mit wenigen Tagen Verspätung die Sortierung für den WAZ Post Service auf. Die Frankierung erfolgte maschinell über Frankieranlagen (Stempelfarbe blau), die Sortierung scheinbar maschinell (zumindest sind keine Anzeichen außer einer schwarzen vierstelligen Kundennummer dafür vorhanden). Im Juni 2011 erfolgte eine Umstellung, so dass in den C6-Briefsortieranlagen gleichzeitig frankiert und sortiert werden konnte. Unterhalb des Strichcodes wurde links außen die vierstellige Kundennummer (des Absenders) gesetzt (i.d.R. beginnend mit der der Ziffer "1"), danach kamen zwei Nullen, anschließend folgte erstmals die Angabe "451" für den Standort Essen. Bei den anschließenden Ziffern handelt es sich um eine fortlaufende Nummerierung mit mutmaßlich einer Prüfziffer am Ende.



Frankierung der C6-Briefsortieranlagen des WAZ Post Service von 2011 am Standort Williams Lea Inhouse Solutions GmbH mit der Angabe "451" für den Standort Essen

Die maschinelle Sortierung ist in verschiedenen Varianten (zuerst UPOC mittig, dann rechtsbündig und abschließend linksbündig) in meiner Sammlung derzeit für den Zeitraum von Dienstag, den 07.06.2011 bis Mittwoch, den 21.12.2011 belegt.

Zum Ende des Jahres 2011 stellte der WAZ Post Service den praktischen Geschäftsbetrieb ein, nachdem die Deutsche Post AG das Aus für die Düsseldorfer Tochter First Mail beschlossen hatte. First Mail war zuvor durch einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes [1] vom 15.11.2011 (Aktenzeichen 13 B 1082/11) gezwungen worden, kostendeckende Preise anzubieten und nicht mit Dumpingpreisen auf dem Markt zu agieren.

Es ist kurios, dass nach fast zehn Jahren (Mai 2021, siehe Beitrag [#657]) die Essener Standortnummer "451" wieder in der Öffentlichkeit auftaucht.

Gruß
Stefan

[1] https://www.kostenlose-urteile.de/OVG-Nordrhein-Westfalen_13-B-108211_First-Mail-Duesseldorf-GmbH-muss-zu-niedrige-Preise-anpassen.news12561.htm
 
DL8AAM Am: 21.10.2021 17:54:02 Gelesen: 274150# 696 @  
@ Araneus

Hier zwei weitere DPIHS-Standorte, die diese 4SCC-Kodierung verwenden:

701: "... beim Briefzentrum 70" : Stuttgart



4D1100066B - Hobart GmbH, 77606 Offenburg; 08.10.2021
4SCC-Barcode: Type "BpoPostcode", Inhalt: 701100110727

901: "beim Briefzentrum 90" : Nürnberg



1D20000496 - Funk Gruppe GmbH Internationaler Versicherungsmakler (Hauptsitz: 20354 Hamburg); 15.10.2021
4SCC-Barcode: Type "BpoPostcode", Inhalt: 901100097738

Hier nun ein kurzes Beispiel, wie uns dieser Barcode helfen könnte, solche (bisher) "unbestimmteren" FRANKIT-Abschläge näher zu beschreiben:

- In der Datenbank ist dieses Gerät - in dieser leeren Form - bereits enthalten [1], ohne Angaben zum Gerätebetreiber und -standort. Dort bisher dokumentierte Absender: a) FRONERI Schöller GmbH, 90419 Nürnberg und b) Apollo-Optik, 39418 Staßfurt.

- Da die Konsolidierung "beim Briefzentrum 90/Nürnberg" stattfand, können wir nun davon ausgehen, dass es sich bei dem Standort des Absenders auch um deren Niederlassung in Nürnberg (Bahnhofstr. 11, 90402 Nürnberg) handelt [3].

- Der Hauptsitz des bereits in der Datenbank erfassten Absenders Apollo-Optik (39418 Staßfurt) befindet sich in 91126 Schwabach (bei Nürnberg), d.h. die betreffende Sendung wurde von der Zentrale (für eine ihrer Filialen) versendet.

- Meine Idee: Bei dem Gerätebetreiber dürfte es sich sehr wahrscheinlich um Deutsche Post InHaus Services selbst handeln, und zwar um deren Standort Nürnberg. Unterstützt wird die DPIHS-Annahme, dass auch andere Sendungen der FUNK Gruppe durch 1D20004xx-Geräte der DPIHS (ebenfalls ohne Kundenklischee) frankiert wurden, siehe 1D20000433 [2].

Übrigens: Die Standortkennung im 4SCC-Barcode ist scheinbar 3stellig, wobei die ersten beiden die Postleitzahlen-Leitregion (z.B. 90) des jeweiligen Briefzentrums entsprechen, ergänzt (bisher immer) durch eine 1 (hier: 901). Für die dritte Stelle hatte ich die Ziffer vor K4000 aus der textlichen Konsoliererkennung vermutet, dazu passt aber mein hier gezeigtes Nürnberger Beispiel nicht mehr: "9011..." (nicht 9012...) versus "2 K4000 00005". Wobei in diesem Beispiel der 4SCC-Barcode in einem separaten Arbeitsgang aufgeprüht wurde (da sich ja beide Tintenstrahler teilweise überdecken), vielleicht ist das eher etwas atypisches? Und die Idee der dritten Stelle ist damit doch noch nicht widerlegt? Was sagt eigentlich diese Ziffer vor K4000 aus?

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/306580
[2] https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1269
[3] https://www.funk-gruppe.de/de/ueber-funk/standorte
 
Journalist Am: 21.10.2021 18:14:39 Gelesen: 274140# 697 @  
@ DL8AAM [#696]

Hallo Thomas und an alle,

anbei nun 3 komplette Briefe mit diesen neuen Kodierungen, alle über K-4000 Deutsche Post Inhouse gelaufen:

a) Von Berlin nach Kelkheim



b) Testbrief von Spektros vermutlich aus Bad-Homburg abgeschickt (also BZ 60) nach Kelkheim



c) Brief von der Aktion Mensch - heute erhalten, vermutlich aus Bonn (also BZ 53) nach Kelkheim



Vielleicht helfen diese kompletten Briefe ja bei der Entschlüsselung des Codes weiter.

Viele Grüße Jürgen
 
Araneus Am: 21.10.2021 19:29:20 Gelesen: 274125# 698 @  
@ Journalist [#697]

Hallo Jürgen,

die Entschlüsselung ergibt Folgendes:

Brief akpool GmbH Berlin: 101100849003
Brief Agentur für Arbeit Bad Homburg: 601221465679
Brief Aktion Mensch, Bonn: 601101938869
 

Bei den ersten beiden Briefen entspricht das Ergebnis also den Erwartungen. Der Brief der Aktion Mensch wurde anscheinend auch in Frankfurt bearbeitet.

Dir Frage ist, ob es beim Briefzentrum Bonn (in Troisdorf) überhaupt eine Niederlassung der "Deutsche Post InHaus Services GmbH" gibt.

Auf der Karte im Beitrag [#694] gibt es dort einen besonders dicken Punkt. Ich vermute aber, das dieser nur für die Hauptverwaltung in Bonn steht und nicht für ein Service Center.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 


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